PDF-Dokument - Salzburger Schranne

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PRESSEINFORMATION
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Rund 10 Prozent des Haushaltsmülls besteht aus essbaren Lebensmitteln Salzburger Agrar Marketing & Verein Spektrum setzen erfolgreiche Ernährungsoffensive für
Kinder fort Bei Kindern Bewusstsein für verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln fördern
„Wir retten die Lebensmittel“
Mini Waste Cooking in Kinderstadt
Weltweit landet gut ein Fünftel aller Lebensmittel im Müll. Das sind rund 1,3 Milliarden
Tonnen pro Jahr. In Österreich werden etwa 460.000 Tonnen* noch verzehrbarer
Lebensmittel weg geworfen; in Salzburg sind es rund 10.000 Tonnen Haushaltsmüll
jährlich**. Rund 10 Prozent des Haushaltsmülls besteht aus essbaren Lebensmitteln, das
heißt aus originalverpackten oder angebrochenen, nur teilweise verbrauchten
Lebensmitteln. „Durchschnittlich 18 Kilogramm an noch genießbaren Lebensmitteln werden
pro Person und Jahr in Salzburg im Restmüll entsorgt. Jeder Haushalt verschwendet somit
sinnlos etwa 300 Euro pro Jahr. Definitiv zu viel“, sagt der Obmann des Salzburger Agrar
Marketing, LR Dr. Josef Schwaiger. Angesichts der steigenden Anzahl derer, die Lebensmittel
dringend benötigen, eine alarmierende Entwicklung. Anders in der Kinderstadt „Mini
Salzburg“. In der vom Verein Spektrum initiierten Spielstadt, die alle zwei Jahre stattfindet
und gerade erst endete, steht das spielerische Lernen und Verantwortung übernehmen im
Zentrum. Unter dem Motto „Mini Waste Cooking“ wurden heuer in Mini Salzburg
Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht war bzw. die nicht mehr im
Supermarkt verkauft wurden, weiter verarbeitet, eingelegt, eingekocht – kurzum haltbar
gemacht. Zur Verfügung gestellt wurden die zu rettenden Lebensmittel von der BioKräutergärtnerei Winkelhofer in Wals und vom Denn’s Bio-Markt in der Sterneckstraße.
Ganz nebenbei erfuhren die eifrigen Mini-Städter auch, was es mit dem
Mindesthaltbarkeitsdatum auf sich hat, und dass man sich ruhig auf seine Sinne verlassen
kann. Initiiert wurde das Mini Waste Cooking vom Salzburger Agrar Marketing (SAM), das die
Kinderstadt von Beginn an unterstützt. Gemeinsam mit dem Verein Spektrum werden seit
vielen Jahren gezielte Projekte rund um eine gesunde, sinnvolle Ernährung für Kinder – wie
etwa die Aktionen „der Spielplatz kocht – mobile Kinderküche“ oder „Generationenkochen“
umgesetzt.
Mini Waste Cooking
Seit 2003 steht Mini Salzburg für Kinderrechte, politische Bildung, Partizipation, Spiel und
Kultur und setzt Meilensteine in der außerschulischen Bildungsarbeit: Leben und arbeiten,
Freizeitvergnügen und lernen, Realität und Fiktion, Politik und Kultur vermischen sich in der
Kinderstadt in den verschiedensten Facetten. Die Themen Ernährung und sorgsamer
Umgang mit Ressourcen spielen dabei von Anfang an eine wichtige Rolle. Deshalb wurden in
der Kinderstadt Lebensmittel auch selbst hergestellt – etwa in einer Bäckerei unterstützt
vom Salzburger Bio-Bäcker Jakob Itzlinger - und auch weiter verarbeitet bzw. im Gasthaus
verkocht. 2013 wurde auch das Thema „Lebensmittel sind kostbar“ aufgegriffen: Mit einem
Flash Mob machten die Mini-Städter in ihrer Stadt auf das Thema
Lebensmittelverschwendung aufmerksam und berichteten auch in ihrem Medium - der
Plaudertasche - ausführlich darüber. Heuer widmeten sich die Kinder unter anderem der
Lebensmittelverschwendung und was dagegen unternommen werden kann.
„Wir retten die Lebensmittel vor der Mülltonne“, erzählte eine Mini-Städterin stolz.
Schließlich ist ein Ansatz, den Kindern zu zeigen, wie vermeintlich kaputte Lebensmittel noch
verwendet werden können. Spielerisch lernten die Mini-Städter, Lebensmittel noch besser
zu verwerten bzw. sie haltbar zu machen, um schlussendlich weniger weg zu werfen. Das
angelieferte Gemüse und Obst wurde geprüft, geputzt, eingelegt und eingekocht. Außerdem
gab es im Mini-Stadt-Veranstaltungssaal eine „Lebensmittel sind kostbar“-Ausstellung.
Sehen, riechen, schmecken
„Mit dem Projekt Mini Waste Cooking möchten wir den Kindern zeigen, wie wichtig es ist,
die eigenen Sinne einzusetzen“, erklärte Katharina Griessebner vom Verein Spektrum und
ergänzte: „Sehen, riechen und schmecken: Ziel ist es, den eigenen Sinnen zu vertrauen,
wenn es darum geht zu überprüfen, ob ein Lebensmittel noch genussfähig ist oder nicht.“
Auch Ing. Andrea Igler, Leiterin der Österreichischen Agentur für Gesundheit und
Ernährungssicherheit (AGES) in Salzburg, rät zu einer „grobsinnigen Überprüfung“, d.h.
Farbe, Aussehen und Geruch des Lebensmittels zu testen. Sind keine Auffälligkeiten zu
bemerken, kann das Produkt ohne weiteres gegessen werden.
Was bedeutet Mindesthaltbarkeitsdatum?
Kann also ein Lebensmittel noch konsumiert werden, wenn das Haltbarkeitsdatum
abgelaufen ist? Bei den meisten Lebensmitteln ist ein Mindesthaltbarkeitsdatum
(Mindestens haltbar bis …) angegeben, bei besonders leicht verderblichen Produkten
dagegen ein Verbrauchsdatum (zu verbrauchen bis …). „Mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum
garantiert der Hersteller, dass das Produkt bei Einhaltung der angegebenen
Lagerbedingungen seine volle Genussfähigkeit bzw. Qualität mindestens bis zu diesem
Zeitpunkt behält. Das heißt, dass ein Lebensmittel üblicherweise länger haltbar ist, als es das
Mindesthaltbarkeitsdatum anzeigt“, erklärte Igler.
Die Fakten
Bereits seit 2012 unterstützt das SAM aktiv die Initiative des Bundesministeriums für Land
und Forstwirtschaft „Lebensmittel sind kostbar“, um das Bewusstsein für einen
verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln zu schärfen. „Nicht nur der Handel, jeder
einzelne von uns trägt hier eine wichtige soziale Verantwortung“, ist Schwaiger überzeugt.
Mit Kochaktionen, Kochbüchern über Resteverwertung und Informationstagen wird immer
wieder auf das wichtige Thema hingewiesen. „Trotzdem dürfen wir hier nicht locker lassen
und müssen weiterhin die Konsumenten sensibilisieren. Es gibt noch viel zu tun. Da geht es
auch um den Respekt vor dem, was die Natur uns gibt und vor der Arbeit unserer Bauern“,
ergänzt dazu Mag. Herwig Mikutta, Geschäftsführer des Salzburger Agrar Marketing.
2015-07-23
www.salzburgerlandwirtschaft.at
www.spektrum.at
* Haushalte 157.000 Tonnen, Gastronomie 200.000 Tonnen, Lebensmittelhandel 75.000 Tonnen, der Rest wird
bereit s in der Landwirtschaft oder bei der Produktion weg geworfen. Quelle: Boku Wien 2015.
**Abfallwirtschaftsamt Salzburg
Rückfragen richten Sie bitte an:
Mag. Herwig Mikutta
Salzburger Agrar Marketing
T. 0662-850989
herwig.mikutta@salzburgerlandwirtschaft.at
Mag. Alexandra Picker-Rußwurm
Hebenstreit & Picker PR
T. 0662-841187, mobil 0664-1102525
hebenstreit@hebenstreit-picker.at
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