Kritik wegen Löwen im «Circus GO»

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Oltner Tagblatt 08.12.2015
Circus Gasser Olympia
Aktualisiert am 08.12.15, um 05:30 von Andreas Kaufmann
Kritik wegen Löwen im «Circus GO» Zirkus bestreitet Vorwürfe
Dominik Gasser spielt mit seinen Löwinnen im Gehege. Quelle: wdb
Kalif und sein Damen Quelle: zvg
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Der in Solothurn gastierende Circus Gasser Olympia steht wegen einer
Löwennummer in der Kritik. Ein Verein machte mit diversen Aktionen auf die
«Tierquälerei» aufmerksam, als der Zirkus noch im Baselbiet auftrat. Der Besitzer
bestreitet die Vorwürfe. von Andreas Kaufmann
Kalif und seine vier Löwendamen Tara, Clarence, Pepsi und Cola sind die neuesten
Aushängeschilder im Circus Gasser Olympia, der mit seinem diesjährigen
Weihnachtsprogramm vom 12. Dezember bis 3. Januar in Solothurn gastiert.
Der «Gentleman im Raubtierkäfig» – so wird Raubtierlehrer und Dompteur
Dominikus Gasser auf der Circus-Homepage genannt – ist für den eigentlichen
Programmpunkt federführend.
«Zeichen gegen Tierdressur»
Doch was bei Zirkusfans als neue Manegenattraktion für Begeisterung sorgen soll, ist
anderen wiederum ein Dorn im Auge. Mit einer Medienmitteilung wurde die «Ligue
Suisse contre la vivisection» (LSCV) nun bei den Medien vorstellig.
Mit diversen Protestaktionen anlässlich des derzeitigen Aufenthalts des Circus GO im
Baselbieter Aesch macht die LSCV ihrem Unmut zur Wildtierhaltung Luft.
«Fast durchgehend» hätten sie die Vorstellungen mit ihrem Protest begleitet, lässt
Benjamin Frei, Vizepräsident des LSCV-Komitees, wissen.
Dass nur wenig Leute die Vorstellungen in Aesch besucht haben sollen, wertet Frei
als «deutliches Zeichen gegen die Tierdressur», im Besonderen gegen die
Löwendressur – und als Erfolg der Kampagne «Kein Applaus für Tierquälerei».
Ein artgerechtes Leben sei für Löwen laut LSCV im Zirkus nicht möglich. Gerade dem
Platzbedarf und dem Sozialverhalten könne den Raubtieren in Gefangenschaft nicht
Genüge getan werden.
Die Dressur sei stets verbunden mit physischer und psychischer Gewalt für die Tiere.
Ebenso zeuge die Zurschaustellung nicht vom Respekt gegenüber den Löwen.
«Protest am falschen Ort»
Von Zuschauermangel in Aesch könne aber aus Sicht des Circus GO keine Rede sein,
meint hingegen Mediensprecherin Ursula Limanets: «Gleich mehrmals war das Zelt
ausverkauft. Viele Leute wünschten sich einen Platz in der ersten Reihe.»
Vielmehr seien die Besucherzahlen witterungsabhängig, oder von Veranstaltungen,
die parallel stattfänden, sicherlich aber nicht von den Protesten der LSCV. Diese, so
Limanets weiter, seien einzig von wenigen, nach ihren Auskünften im Stundenlohn
bezahlten Leuten ausgegangen, die vor dem Zelt Transparente platzierten und Flyer
verteilten.
«Der Protest fand aber am falschen Ort statt», hakt Limanets gleich ein und hält dem
Vorwurf der Tierquälerei einiges entgegen. Die Gehege seien doppelt so gross wie
gesetzlich verlangt. Es treffe ebenfalls nicht zu, dass die Tiere psychische oder
physische Gewalt zu erleiden hätten. «Die Tiere und der Tierlehrer sind zusammen
aufgewachsen.»
Weiter betont der Circus, dass Dominik Gasser seine Ausbildung durch die Mutter
Catherine erhalten habe, eine «renommierte Tierlehrerin» und «Koryphäe» in Sachen
Verhaltenskunde bei Raubtieren.
Ebenso wenig würden die Tierrechte der Löwenfamilien beschnitten. «Dominikus und
seine Mutter Catharine leben mit den Tieren, pflegen sie rund um die Uhr. Die Tiere
sind für sie Familienmitglieder», betont der Circus Olympia Gasser in einer
Medienmitteilung.
Medienleute, Fachpersonen des Schweizerischen Tierschutzes sowie die
Kantonstierärztin hätten die Haltung und den Zustand der Tiere als positiv,
respektvoll und vertraut beschrieben.
Inwiefern der LSCV auch in Solothurn mit Protestaktionen auf sich aufmerksam
machen wird, ist nicht bekannt.
Gottesdienst, Clowns und kleine Katzen
Neben den Grosskatzen von Dominik Gasser werden auch Hauskatzen des Duos
Dascal Kunststücke zeigen, genauso wie die Pudel der Tierlehrerin Ludmilla.
Ansonsten beherrschen menschliche Shows das Chapiteau, wie die deutsche
Jongleuse Chantal von Tayn oder das Clownpaar Jakub und Anna Kolosko.
Als «Prinzessin der Lüfte aus Odessa» wird Zhanna am Schwungtrapez hoch unter
der Zirkuskuppel gepriesen. Schlangenfrauen in «höchster Perfektion» verspricht der
Auftritt der Mongolinnen Urna und Undram, als Meister der Balance präsentiert sich
der Schweizer Vollprofi Andreas Martines.
Hula Hoop mit Miss Garkusha, der rasante Diabolo-Mann, das Luftballett der Bulgarin
Nikolova Trofonos an ihren seidenen Tüchern gehören ebenso zum Programm wie
die bekannte Sängerin Marina Naumenko. Den Empfang der Gäste, die auch im Zelt
dinieren können, übernimmt Hausclown Michi, durchs Programm führt der Schweizer
Magier und Moderator Tom Thomson.
An kommenden Sonntag, 13. Dezember, findet im Zirkuszelt ab 10 Uhr der beliebte
Gottesdienst mit Zirkuspfarrer Adrian Bozern statt. Mit von der Partie sind die
Artistinnen und Artisten, sowie der auch als «Clown Gottes» bezeichnete Pfarrer
Ernst Heller. (szr)
Vorverkauf: Circus-Hotline 0900 000 665, www.circus-go.ch oder auch
unter www.starticket.ch
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