HIV - BsAfB

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Jens Jarke
Berufskrankheit HIV nicht nur bei Beschäftigten
im Gesundheitswesen
© Jarke 2006
Berufskrankheit HIV
Humanes Immunschwäche Virus - HIV
Hepatitis B Virus - HBV
Gesetzliche Unfallversicherung - GUV
© Jarke 2006
Geschätzte Zahl der Erwachsenen und Kinder,
die Ende 2005 mit HIV/AIDS leben
Westeuropa
Osteuropa und
Zentralasien
720 000 1.6 Millionen
Ostasien und Pazifik
1,2 Millionen
870 000
Nordafrika, Naher
SüdKaribik
und Mittlerer Osten
und Südostasien
300 000
510 000
7,4 Millionen
Nordamerika
Lateinamerika
1,9 Millionen
Afrika südlich der Sahara
25,8 Millionen
Australien und
Neuseeland
Todesfälle
3,1 Millionen
WHO/UNAIDS 12/2005
74 000
Neuinfektionen
4,9 Millionen
~ 40 Millionen
© Jarke 2006
HIV
~ 75.000
seit 1982
in Deutschland 2005
davon verstorben ~ 26.000
~ 49.000
Homosexuelle Kontakte
bei Männern
i.v. Drogenmissbrauch
Heterosexuelle Kontakte
Endemiegebiete
leben mit HIV
~ 63%
~ 12%
~ 11%
~ 11%
~ 8.000 davon mit AIDS
häufigste
Infektionswege
~20%
~ 80%
Männer
Quelle: RKI Epid. Bull. 47/2005
Frauen
Stand : 31. Dezember 2005
nach Geschlechtern
© Medienpaket AIDS, BWG 2005
Berufskrankheit HIV
berufsbedingte Infektionen
GUV
bgw
blutübertragene Krankheiten
Gesundheitsberufe
erhöhtes
Risiko
© Jarke 2006
Berufskrankheit HIV
erhöhtes Risiko
bei Auslandstätigkeit
andere Berufe
© Jarke 2006
EhfG
Gesundheitsberufe
Berufskrankheit HIV
Berufskrankheitenverordnung
BK 3101
Eine Berufskrankheit liegt vor,
wenn der Versicherte im Gesundheitsdienst,
in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium
tätig oder durch eine andere Tätigkeit
der Infektionsgefahr in ähnlichem Maße
besonders ausgesetzt war.
© Jarke 2006
Berufskrankheit HIV
Neuinfektionen /Jahr
anerkannte BK/Jahr
in Deutschland
~ 50.000
~ 5.000
> 2.000
< 200
BK
© Jarke 2006
> 250
BK
Quelle: RKI - Jarke
~3
BK
Berufskrankheit HIV
BKV
anerkannte BERUFSKRANKHEITEN seit 1982
Gesundheitswesen
57
Unfallkassen
andere Tätigkeit
∗
23
* davon 11 EhfG
Berufsgenossenschaften
© Jarke 2006
Berufskrankheit HIV
Berufsbedingte HIV-Infektionen
weltweit
Region
gesichert
wahrscheinlich
gesamt
Europa
35
85
120
5
33
Deutschland
38 (50)
USA
57
139
196
andere
14
14
28
weltweit
106
238
344
© Jarke 2006
„Occupational Transmission of HIV“, UK Health Protection Agency
Stand: 12/2002
Berufskrankheit HIV
berufsbedingte HIV-Infektion
gesichert
GUV
wahrscheinlich
© Jarke 2006
Arbeitsplatzrisiko
gesichert
Wissenschaft
• berufliche Exposition zu Blut
• Indexperson bzw. Quelle: HIV positiv
• genetische Übereinstimmung der Virusstämme
Unfallversicherung/GUV
•
•
•
berufliche Exposition zu Blut : Nadelstich- oder Schnittverletzung;
Haut-, Schleimhaut- oder Wundkontamination mit Blut,
negativer HIV-Test (“Nullserum“) vor oder kurz nach der Exposition
und/oder eine akute HIV-Krankheit nach der Exposition;
positiver HIV-Test (“Serokonversion“) in der Folge der Exposition
© Jarke 2006
Fallgeschichte Nr.: 35
MTA-Schüler – Kreiskrankenhaus (Bayern)
27 Jahre
Exposition
1999
massive Kontamination der Konjunktiva durch Serum
aus Vakuumröhrchen (versehentliches Öffnen)
Serostatus
11/1998 HIV negativ
8 Wochen nach Unfall: HIV-1 E positiv
Akute Infektion
nicht beobachtet
andere Risiken
kein Blut/Blutprodukte, kein iv-Drogenkonsum,
keine sexuellen Risiken
Indexperson
Patientin aus Thailand HIV-1 E (genetische Identität)
BK-Verfahren
Anzeige 1999 • LUK Bayern
anerkannt: BK 3101 1999
© Jarke 2006
Fallgeschichte Nr.: 6
Krankenschwester – HIV-Praxis (Bremen)
33 Jahre
Exposition
4/1993
spritzendes Blut aus Vakuumröhrchen auf Augen,
Lippen (Herpes), Mundschleimhaut
Serostatus
4/1990 HIV negativ
5/1993 nach Unfall: HIV positiv
Akute Infektion
nicht beobachtet – PEP mit Monotherapie (Retrovir®)
andere Risiken
kein Blut/Blutprodukte, kein iv-Drogenkonsum,
keine sexuellen Risiken
Indexperson
AIDS-Patient
BK-Verfahren
Anzeige 3/1995 • BGW
anerkannt: BK 3101 1995
© Jarke 2006
wahrscheinlich
Wissenschaft
• berufliche Exposition zu Blut
• HIV-Infektionen im Umfeld
• außerberufliche Risiken unwahrscheinlich
Unfallversicherung/GUV
•
berufliche Exposition zu Blut
negativer
HIV-Test
und
•
Vorkommen von AIDS-Erkrankten/HIV-Infizierten
in der Beschäftigungseinrichtung
(„ein gewisser Prozentsatz unerkannt HIV-Infizierter“)
© Jarke 2006
Fallgeschichte Nr.: 40
Krankenpflegehelferin – Uni-Klinik (NRW)
30 Jahre
Exposition
5/1993
Stichverletzung mit Infusionskanüle
(Nadel von Dauerverweilkatheter)
Serostatus
5/1993 HIV negativ
9/1998 Test ohne Einwilligung: HIV positiv
Akute Infektion
nicht beobachtet
andere Risiken
kein Blut/Blutprodukte, kein iv-Drogenkonsum,
keine sexuellen Risiken
Indexperson
unbekannt – HIV-Patienten im Arbeitsbereich
BK-Verfahren
Anzeige 10/1998 • LUK NRW
anerkannt: BK 3101 1999
© Jarke 2006
Fallgeschichte Nr.: 30
Krankenpfleger – Psychiatrie Klinik (Saarland)
33 Jahre
Exposition
3/1996
Gesicht und Auge großflächig mit Blut kontaminiert
(Ösophagusvarizenblutung)
Serostatus
8/1995 HIV negativ
5/1996 nach Unfall: HIV positiv
Akute Infektion
nicht beobachtet
andere Risiken
kein Blut/Blutprodukte, kein iv-Drogenkonsum,
keine sexuellen Risiken
Indexperson
AIDS-Patient
BK-Verfahren
Anzeige 7/1997 • UK Saarland
anerkannt: BK 3101 1999
© Jarke 2006
Arbeitsplatzrisiko
Unfallversicherung/GUV
Tätigkeiten und Arbeitsbereiche im Gesundheitswesen
in den großstädtischen Zentren der HIV-Epidemie
•
•
•
•
•
operativ tätige Ärzte, Zahnärzte und Assistenzpersonal;
Ärzte und Pflegepersonal in Notfallaufnahmen und Intensivstationen;
Notärzte und Rettungssanitäter;
Ärzte und Hebammen in geburtshilflichen Abteilungen;
negativer
medizinisches Personal in Dialyseeinrichtungen
•
Dialyseeinrichtungen; Intensivstationen; Operationseinheiten; Notfallaufnahmen;
hämatologisch-onkologische Abteilungen; Rettungsdienste
in Krankenhäusern der Schwerpunkt/Maximalversorgung und Universitäts-Kliniken
in den Epizentren der HIV-Epidemie,
alle AIDS-Stationen/HIV-Ambulanzen/Schwerpunktpraxen
alle medizinischen Arbeitsbereiche in Endemie- und Hochprävalenzgebieten
•
•
HIV-Test
© Jarke 2006
Fallgeschichte Nr.: 41
HNO-Arzt – Uni-Klinik (Baden-Württ).
39 Jahre
Exposition
7/1990 – 7/1993
besondere berufliche Gefährdung
(HNO-OP, Notfallaufnahme, Intensivstation)
Serostatus
6/1988 HIV negativ
8/1993: HIV positiv
Akute Infektion
nicht beobachtet
andere Risiken
kein Blut/Blutprodukte, kein iv-Drogenkonsum,
keine sexuellen Risiken
Partnerin
BK-Verfahren
HIV negativ
Anzeige 2001 • UKBW
anerkannt: BK 3101 2001
© Jarke 2006
Fallgeschichte Nr.: 52
Krankenpfleger – Landeskrankenhaus (NRW)
49 Jahre
Exposition
1992 - 2003
besondere berufliche Gefährdung
(Drogenentgiftung)
Serostatus
1992 HIV negativ
5/2003 Zufallsbefund: HIV positiv
Akute Infektion
nicht beobachtet
andere Risiken
kein Blut/Blutprodukte, kein iv-Drogenkonsum,
keine sexuellen Risiken
Partnerin
BK-Verfahren
HIV negativ
Anzeige 10/2003 • Rhein. GUVV
anerkannt: BK 3101 2005
© Jarke 2006
Berufskrankheit HIV/AIDS nach Nr. 3101 BKV
1982 bis 2005
HIV-Infektionen
gesichert
wahrscheinlich
Arbeitsplatz
n=8
n = 20
n = 30
Schnitt-/Stichverletzung
4
13
Schleimhaut-/Hautkontakt
4
4
Gesundheitswesen
n = 58 (57 BK)
Art der Exposition
30
Arbeitsplatzrisiko
3
unbekannt
Beruf
© Jarke 2006
Pflege
4
Arzthelfer/in
1
Laborant/in
1
1
4
Ärztin/Arzt
2
4
7
3
1
andere
12
17
1
Arbeitsplatzrisiko - Ausland
Unfallversicherung/GUV
•
besondere Verhältnisse des Tätigkeitsortes
und Ansteckungsrisiken
der dort lebenden Bevölkerung (Hochprävalenzgebiete)
sowie
• ansteckungsgefährdende Situationen
•
•
•
Blutkontakte bei gleichzeitig vorhandenen Eigenverletzungen und/oder Schädigungen der Haut,
z.B. bei der Ersten Hilfe und/oder durch Verletzungen mit blutig verunreinigten Gegenständen,
Bluttransfusionen und/oder invasive ärztliche/zahnärztliche Eingriffe
unter unzureichenden medizinischen Standards bzw. Hygienebedingungen,
ungeschützten eindringenden/aufnehmenden Geschlechtsverkehr
© Jarke 2006
negativer
HIV-Test
Fallgeschichte Nr.: 15 A
Entwicklungshelfer (Elektrotechniker) - Burkina Faso
42 Jahre
Exposition
12/1992 - 07/1995
ungeschützter Geschlechtsverkehr mit Afrikanerin
(9/1998 verstorben an AIDS)
Serostatus
12/1992 HIV negativ
07/1995 HIV positiv: HIV-1 A („Westafrika“)
Akute Infektion
andere Risiken
Partnerin
BK-Verfahren
nicht beobachtet
kein Blut/Blutprodukte, kein iv-Drogenkonsum,
keine (zahn-) medizinischen Eingriffe
HIV negativ (Ehefrau, nicht mit ausgereist)
Anzeige 06/1999 • UK Bund (BAfU)
anerkannt: § 10 EhfG 2000
© Jarke 2006
Fallgeschichte Nr.: 12 A
Entwicklungshelferin (Lehrerin) - Simbabwe
30 Jahre
Exposition
09/1995 - 11/1997
Erste Hilfe bei Afrikanern (verletzte Haut) Sexuelle Risiken nicht ausgeschlossen
Serostatus
10/1996 HIV negativ
11/1997 HIV positiv: HIV-1 C
Akute Infektion
nicht beobachtet
andere Risiken
kein Blut/Blutprodukte, kein iv-Drogenkonsum,
keine (zahn-) medizinischen Eingriffe
Partner
BK-Verfahren
keiner
Anzeige 08/1998 • UK Bund
anerkannt: BK 3101 1999
© Jarke 2006
Berufskrankheit HIV
Ausland
1982 bis 2005
„andere Tätigkeit“
Nr. 3101 BKV
Gesamt
23
1982 bis 2005
„ bes. Gefährdung“
§ 10 EhfG
11
20
Männer
3 Frauen
(2 Chemielaboranten)
© Jarke 2006
12
Nr. 3101 BKV
Was sollte
nach einer Reise
bedacht werden ?
© Jarke 2001
Sexuell und blutübertragene
Virusinfektionen
Diagnostik bei Rückkehrern
• Serologie
• Antik
örpertest
Antikörpertest
© Jarke 2001
Sexuell und blutübertragene
Virusinfektionen
Serokonversionslatenz
• anti
-HBs
anti-HBs
Verlängerung
2 nach
- 6 Monate
HIV-PEP
> 98%
• anti
-HIV
anti-HIV
3 Monate > 95%
6 Monate > 98%
Infektionsausschluss sicher nach 3 – 6 Monaten
© Jarke 2000
Sexuell und blutübertragene
Virusinfektionen
Diagnostik
akute HIV-Krankheit ~2. bis 8. Woche
Fieber
Hautausschlag
LK-Vergrößerung
Pharyngitis
Allgemeinbefinden
selten: Meningoencephalitis, Hepatitis u.a.
HIV-Test: negativ
HIV-PCR: positiv
© Jarke 2000
Sexuell und blutübertragene
Virusinfektionen
Serokonversion
Im Zusammenhang mit einer beruflichen
Auslandsreise bzw. mit einem llängeren
ängeren
Auslandsaufenthalt:
an Berufskrankheit denken !
GUV Anzeigepflicht § 202 SGB VII
© Jarke 2000
Berufskrankheit HIV
Rückgang
berufsbedingter HIV-Infektionen
im Gesundheitswesen
Seit
Mitte
der
1990er
Jahre
Prävention: Unfallverhütung und Hygiene
© Jarke 2006
Sofortmaßnahmen
HIV-PEP
HIV
HCV
HBV
SOFORTMASSNAHMEN
Stich- oder
Stich- oder Schnittverletzung
Schnittverletzung
Blutfluß fördern durch Druck auf das
umliegende Gewebe (≥ 1 Minute)
Kontamination von
Kontamination
von geschädigter
Haut,
geschädigter
Haut, Auge
Auge oder Mundhöhle
oder Mund
Intensive Spülung mit nächstmöglich
erreichbarem Wasser oder Kochsalz, ggf.
PVP-Jodlösung
Intensive aseptische Spülung bzw. Anlegen eines antiseptischen
Wirkstoffdepots
HIV-medikamentöse
Postexpositionsprophylaxe
Systemische,
Postexpositionsprophylaxe
Unfallmeldung und -dokumentation (D-Arzt)
Unfallmeldung
1. HIV-Antikörper-Test, Hepatitis-Serologie
DMW (1998):25/26 Suppl.
© Jarke 3/1998
Berufskrankheit HIV
berufsbedingte HIV-Infektion
gesichert
GUV
wahrscheinlich
© Jarke 2006
Arbeitsplatzrisiko
Exkurs: HIV Postexpositionsprophylaxe
HIV PEP
Aktualisierung
1998
2004
www.rki.de
DMW (2003)128: 1 Suppl., S36-S50
PEP Titel © Jarke 3/1998 - 2004
HIV PEP VORAUSSETZUNGEN
Ausland:
PEP ggf. immer
z HIV-negative Person
z HIV-positive (Kontakt-)Person
z Erhöhtes Übertragungsrisiko
Maximaler Schutz innerhalb von 2 Stunden
DMW (1998):25/26 Suppl.
© Jarke 3/1998
HIV
HCV
HBV
SOFORTMASSNAHMEN
Stich- oder
Stich- oder Schnittverletzung
Schnittverletzung
Blutfluß fördern durch Druck auf das
umliegende Gewebe (≥ 1 Minute)
Kontamination von
Kontamination
von geschädigter
Haut,
geschädigter
Haut, Auge
Auge oder Mundhöhle
oder Mund
Intensive Spülung mit nächstmöglich
erreichbarem Wasser oder Kochsalz, ggf.
PVP-Jodlösung
Intensive aseptische Spülung bzw. Anlegen eines antiseptischen
Wirkstoffdepots
Systemische, medikamentöse Postexpositionsprophylaxe
Unfallmeldung und -dokumentation (D-Arzt)
Unfallmeldung
1. HIV-Antikörper-Test, Hepatitis-Serologie
DMW (1998):25/26 Suppl.
© Jarke 3/1998
BERUFLICHE EXPOSITION
1. Unfallmeldung (mindestens Verbandbuch)
2. Blutentnahme für Hepatitis-Serologie, HIV-Test
3. Ggf. Untersuchung der Indexperson (freiwillig)
4. Weitere Blutentnahmen für Serologie:
6 Wochen sowie 3, 6 und 12 Monate
5. Klinische Beobachtung (Krankheitszeichen)
Bei Serokonversion(anti-HIV-positiv, HBsAG-positiv, anti-HCV-positiv)
Anerkennung als Berufskrankheit nach Nr. 3101 der BKV
© Jarke 3/1998
Berufskrankheit HIV
Beweissicherung
HIV-Test
GUV
Versicherte in der GUV sind beweispflichtig,
deshalb
nach Expositionen zu Blut und/oder
ansteckungsgefährdenden Situationen
Wiederholung nach 3, 6 und 12 Monaten
und freiwillig
BioStoffV:
HBV-/HCV-Serologie
BioStoffV
vor Tätigkeitsaufnahme
G 42:vor
HIV
-SerologieRfreiwillig
Ausreise/bei
ückkehr
bzw.
Kostenübernahme durch Arbeitgeber
bzw. Unfallversicherung
© Jarke 2006
© mp aids 1989
2006
AIDS hat den Schrecken verloren
© Jarke 2004
Vielen Dank !
Berufskrankheit HIV nicht nur bei Beschäftigten
im Gesundheitswesen
© Jarke 2006
Dr. Jens Jarke
Leitender Arzt
Behörde für Wissenschaft und Gesundheit
Fon: ++040/428 63-60 12
e-mail: [email protected]
Fuhlsbüttlerstraße 401, 22309 Hamburg
Postexpositionsprophylaxe (PEP)
an die
nach beruflicher HIV-Exposition angelehnt
Deutsch-Österreichischen Empfehlungen vom Mai 2002
2 Stunden
UNVERZÜGLICH
Berufliche
Berufliche Exposition
Exposition mit
mit möglicherweise
möglicherweise oder
oder sicher
sicher HIV-haltigem
HIV-haltigem Material
Material
StichStich- oder
oder
Schnittverletzung
Schnittverletzung
mit
mit Skalpell,
Skalpell, Kanüle,
Kanüle,
Instrument
Instrument
Blutfluss
Blutfluss fördern
fördern
mindestens
mindestens 11 Minute
Minute
sofort
sofort anschließend
anschließend
Desinfektion
Desinfektion
satt
satt mit
mit Antiseptikum
Antiseptikum
getränkten
getränkten Tupfer
Tupfer
auflegen
auflegen
(mind.
(mind. 10
10 Minuten)
Minuten)
Exposition
Exposition
verletzter
verletzter oder
oder
geschädigter
geschädigter Haut
Haut
oder
oder Schleimhaut
Schleimhaut
Exposition
Exposition
der
der Lippen
Lippen
und/oder
und/oder
der
der Mundhöhle
Mundhöhle
Exposition
Exposition
des
des Auges
Auges
Exposition
Exposition
intakter
intakter Haut
Haut
Reinigung
Reinigung
mit
mit Tupfer
Tupfer
Ausspucken
Ausspucken
sofort
sofort anschließend
anschließend
Augenspülung
Augenspülung
mit
mit Wasser
Wasser
Reinigung
Reinigung
mit
mit Wasser
Wasser
oder
oder
Alkohol
Alkohol
oder
oder
Antiseptikum
Antiseptikum
satt
satt getränkt
getränkt
mit
Alkohol
mit Alkohol (80%)
(80%)
oder
oder Antiseptikum
Antiseptikum
Mundspülungen
Mundspülungen
mit
mit Wasser
Wasser
PVP-Jod-Lösung
PVP-Jod-Lösung
oder
oder
(5%
(5% wässrig)
wässrig)
oder
oder
Alkohol
Alkohol (80%)
(80%)
Betriebsarzt,
Betriebsarzt, Notfallambulanz
Notfallambulanz oder
oder HIV-Spezialisten
HIV-Spezialisten aufsuchen:
aufsuchen: Beratung!
Beratung!
Risikoabschätzung
Risikoabschätzung und
und Indikation
Indikation zur
zur PEP
PEP prüfen
prüfen
→
→ Tab.
Tab. 11
Art
Art der
der Exposition/Verletzung,
Exposition/Verletzung, Blutmenge,
Blutmenge, HIV-Status/ggf.
HIV-Status/ggf. Befunde
Befunde der
der Kontaktperson
Kontaktperson ??
keine
keine PEP
PEP
Kontaktperson
Kontaktperson
Kontaktperson
Kontaktperson
Kontaktperson
Kontaktperson
ist
ist
HIV-positiv
HIV-positiv
ist
ist wahrscheinlich
wahrscheinlich
HIV-positiv
HIV-positiv
ist
ist wahrscheinlich
wahrscheinlich
nicht
nicht HIV-positiv
HIV-positiv
ist
ist sicher
sicher
nicht
nicht HIV-positiv
HIV-positiv
→Tab. 1
→Tab. 1
bei
bei Indikation
Indikation
PEP
PEP beginnen
beginnen
bei
bei Indikation
Indikation
PEP
PEP beginnen
beginnen
COMBIVIR®
COMBIVIR®
+
keine
keine PEP
PEP
Ausnahme:
bei hohem Risiko
PEP beginnen
bei
bei hohem
hohem Risiko
Risiko
CRIXIVAN®
+ NORVIR®
keine
keine PEP
PEP
→Tab. 2
COMBIVIR®
12 - 24 Stunden
Kontaktperson,
Kontaktperson, ggf.
ggf. behandelnden
behandelnden Arzt
Arzt beteiligen
beteiligen
klinische
klinische Befunde
Befunde
abklären:
abklären:
•• CD
CD 4-Zellen
4-Zellen
•• Viruslast
Viruslast
•• Therapie
Therapie und
und
ggf.
Resistenzen
ggf. Resistenzen
ggf.
ggf. PEP
PEP ändern
ändern
HIV-AntikörperHIV-Antikörper(Schnell-)Test
(Schnell-)Test
HIV-AntikörperHIV-Antikörper(Schnell-)Test
(Schnell-)Test
(nach
(nach Einwilligung!)
Einwilligung!)
(nach
(nach Einwilligung!)
Einwilligung!)
HIV-negativ:
HIV-negativ:
PEP
PEP beenden
beenden
HIV-negativ:
HIV-negativ:
PEP
PEP beenden
beenden
COMBIVIR®
HIV+
HIVpositiv*:
positiv*:
CRIXIVAN®
+ NORVIR®
COMBIVIR®
HIV+
HIVpositiv*:
positiv*:
CRIXIVAN®
+ NORVIR®
Betriebsarzt
Betriebsarzt oder
oder D-Arzt
D-Arzt aufsuchen:
aufsuchen: Unfalldokumentation
Unfalldokumentation und
und Beratung!
Beratung!
sofort
sofort und
und nach
nach 6,
6, 12,
12, 24
24 Wochen:
Wochen: HIV-Antikörpertest
HIV-Antikörpertest und
und ggf.
ggf. Hepatitis-Serologie
Hepatitis-Serologie
* ggf. klinische Befunde abklären (siehe linke Spalte unten)
Autoren: Dr. J. Jarke, Hamburg und Dr. H. v. Schwarzkopf, Bremen unter fachlicher Beratung von Prof. L. Gürtler, Greifswald und Prof. F. Hofmann, Wuppertal
2 Stunden
Kontaktperson
Kontaktperson
Medikamente zur PEP
COMBIVIR®
2x1
oder
RETROVIR 250® 2 x 1
+ EPIVIR® 2 x 1
+*
CRIXIVAN 400®
2x2
+ NORVIR®
2x1
oder
CRIXIVAN 400®
3 x2
Dauer: 4 Wochen
oder
Kaletra®
2x3
oder
Viracept®
2x5
( oder )
Medikamente zur PEP (Dauer: 4 Wochen)
Sustiva 600®
1x1
* Schwangerschaft: nur Combivir® empfehlen; Experten hinzuziehen; Sustiva® kontraindiziert
Je nach individuellen Gegebenheiten können auch andere Medikamente eingesetzt werden; insbesondere dann, wenn
die Kontaktperson antiretroviral behandelt wird und evtl. Resistenzen vorliegen. Crixivan® : Flüssigkeitszufuhr 2 bis 3l/Tag.
Sustiva ® nur bei evtl. Kontraindikationen gegen Protease-Inhibitoren einsetzen. Experten hinzuziehen.
Verlaufsbeobachtung
Verlaufsbeobachtung bei
bei der
der mit
mit PEP
PEP behandelten
behandelten Person
Person
Spätestens bis 3. Tag nach PEP-Beginn Betriebsarzt oder HIV-Spezialisten aufsuchen: Beratung, Dokumentation von Nebenwirkungen und Laboruntersuchungen (sofort, nach 2, 4 und 6 Wochen: Blutbild, Bilirubin, Transaminasen, alk. Phosphatase,
Gamma-GT, Kreatinin, Harnstoff, Blutzucker, Urinstatus und -Sediment)
PEP- Medikamente werden vorgehalten:
Nächster HIV-Experte:
Ort
Name
Telefon
Telefon
MSD
089 / 45611-0
Autoren: Dr. J. Jarke, Hamburg und Dr. H. v. Schwarzkopf, Bremen unter fachlicher Beratung von Prof. L. Gürtler, Greifswald und Prof. F. Hofmann, Wuppertal
Tab.
Tab. 2:
2:
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