Radio-Onkologie - Südtiroler Krebshilfe

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Eine Information der Südtiroler Krebshilfe
für Betroffene und Angehörige
Impressum
Herausgeber:
Südtiroler Krebshilfe
Drei-Heiligen-Gasse 1, 39100 Bozen
Tel. 0471 283348, Fax 0471 288282
E-Mail: [email protected]
Autorin:
Jirina Copine
Redaktion:
Ärztebeirat (Dr. Claudio Graiff – Präsident) und Zentralvorstand der
Südtiroler Krebshilfe
Layout und Satz:
Tappeiner AG, Lana
Copyright:
© 2004 Südtiroler Krebshilfe, Bozen
Printed in Italy
Diese Broschüre ist auch in italienischer Sprache erhältlich.
Hinweis zur Schreibweise:
Steht im Text nur die weibliche oder männliche Form, gilt sie jeweils für beide Geschlechter.
Mit Unterstützung des Landesassessorates für Gesundheitswesen
Wir danken der Krebsliga Schweiz für ihr Entgegenkommen. Sie
hat uns das Manuskript überlassen und uns erlaubt, es unseren
Verhältnissen anzupassen.
Inhaltsverzeichnis
Zu dieser Broschüre
4
Tumoren und ihre Behandlung
5
➤Wie entsteht ein Tumor?
➤Radio-Onkologie
➤Wann wird Strahlentherapie angewendet?
➤Strahlen und Bestrahlungsgeräte
➤Arten der Strahlentherapie
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6
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Bestrahlungen
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➤Vorbereitung der Strahlentherapie
➤Persönliche Vorbereitung
➤Bestrahlungen
➤Medizinische Kontrollen
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Wirkungen und Nebenwirkungen
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➤Radioaktivität
➤Strahlenfolgen
➤Allgemeines Befinden
➤Haut
➤Haare
➤Ernährung und Verdauung
➤Bestrahlungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich
➤Bestrahlungen im Brust- und Bauchbereich
➤Bestrahlungen des Unterleibs
➤Andere Bereiche
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20
Lebensqualität
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Anhang
23
➤Weiterführende Literatur / Ratgeber
➤Nützliche Adressen
23
24
Zu dieser Broschüre
4
Liebe Leserin, lieber Leser
Die Strahlentherapie ist eine bewährte Methode zur wirksamen
Behandlung von Tumorerkrankungen.
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Ihnen bereits erklärt haben, warum Sie eine Strahlentherapie
brauchen und wie diese Therapie verlaufen wird. Einige der
vielleicht noch offenen Fragen
kann Ihnen diese Broschüre beantworten. Sie finden darin Informationen über die Radio-Onkologie im Allgemeinen, über
die Vorbereitung und den
Ablauf der Behandlung, über
mögliche Nebenwirkungen und
Maßnahmen zu ihrer Linderung.
Keine Broschüre kann jedoch
das Gespräch zwischen Ihnen,
den Ärztinnen und Ärzten und
dem Pflegeteam in der RadioOnkologischen Klinik ersetzen.
Eine Krebserkrankung und ihre
Behandlung sind von Mensch
zu Mensch, von Fall zu Fall verschieden. Unterschiedlich kann
ebenfalls das von den einzelnen
Radio-Onkologischen Kliniken
praktizierte Vorgehen bei Bestrahlungen sein.
Bitte zögern Sie als mündige Patientin, als selbstverantwortlicher Patient nicht, Fragen zu
stellen. Je mehr Sie über Ihre
Krankheit und deren Behandlung wissen, desto besser können Sie die Therapie verkraften
und den Heilungsprozess unterstützen.
Sprechen Sie aber auch über
Ihre Sorgen, Ängste und Zweifel. Sie werden nicht nur aufmerksame Zuhörerinnen und
Zuhörer finden, sondern auch
konkrete Hilfe und Unterstützung. Bitte denken Sie daran:
Sie sind mit Ihrer Krankheit
nicht allein.
Wir wünschen Ihnen von Herzen alles Gute.
Ihre Südtiroler Krebshilfe
Tumoren und ihre Behandlung
Wie entsteht ein Tumor?
Die kleinste Einheit eines lebendigen Organismus ist die Zelle.
Zellen vermehren sich durch
Teilung und gruppieren sich zu
Geweben, aus denen sich die
verschiedenen Organe bilden.
Normale, gesunde Zellen sind
aufeinander abgestimmt und
funktionieren harmonisch.
Bei Tumorerkrankungen haben
sich normale Zellen in Tumorzellen umgewandelt und teilen
sich unkontrolliert. Manchmal
kann das natürliche Abwehrsystem des Körpers die wuchernden Zellen zerstören. Andernfalls teilen sich die Zellen immer
weiter und bilden schließlich
eine örtlich begrenzte Geschwulst (Tumor).
Wird der Tumor nicht oder
nicht rechtzeitig behandelt,
können die Krebszellen über die
Lymph- und Blutwege an entfernte Körperstellen gelangen,
wo sie neue Tumoren (Metastasen) bilden. Tumoren, die keine
Metastasen bilden (sogenannte
solitären Tumoren), wachsen
an Ort und Stelle weiter und
zerstören das umliegende Gewebe.
Die Art und Weise der Erkrankung ist von den Zellen und den
Organen abhängig, in denen
die Störung entstanden ist. Es
gibt eine große Anzahl verschiedener Tumorerkrankungen; sie
sprechen auf Behandlungen
deshalb auch unterschiedlich
an. Oft kann der Krankheit Einhalt geboten werden. Solange
eine Krebskrankheit örtlich begrenzt bleibt, sind die Heilungschancen sehr viel besser als später. Deshalb sind Früherkennung und rechtzeitige Behandlung wichtig.
Tumorerkrankungen
werden
hauptsächlich mit drei Therapieverfahren behandelt: Chirurgie (Operation), Radio-Onkologie (Strahlentherapie) und
pharmakologische Therapie
(Chemo-, Hormon- und Immuntherapie; Behandlungen
mit Medikamenten, die das
Zellwachstum hemmen). Oft
werden Therapien kombiniert.
5
6
Radio-Onkologie
Als medizinische Fachrichtung
befasst sich die Radio-Onkologie mit der Behandlung von
Tumorkrankheiten durch Strahlen. Die Behandlungsmethode
selbst heißt Strahlentherapie.
Die Wirkung einer Bestrahlung
auf gesundes und krankes Gewebe ist im Prinzip gleich: Die
Strahlen durchdringen das Gewebe und hindern die Zellen
daran, sich zu teilen.
Wann wird Strahlentherapie angewendet?
Einer Bestrahlung unterzieht
sich im Verlauf ihrer Erkrankung
rund die Hälfte aller Krebskranken. Dabei kommen ganz verschiedene Anwendungsformen
zum Einsatz:
Der menschliche Körper verfügt
über einen wichtigen Schutzmechanismus. Seine Zellen können
sich bis zu einem gewissen Grad
selber reparieren. Bei den meisten Strahlentherapien geht es
darum, die Krebszellen restlos
zu zerstören, ohne das Reparatur- und Teilungsvermögen der
gesunden Zellen stark zu beeinträchtigen.
Die kurative (heilende) Strahlentherapie wird als wirkungsvolle Alleintherapie angewendet, wenn eine Operation unnötig oder unmöglich ist. Durch
die Strahlentherapie können
vor Operationen Tumoren verkleinert und somit einfacher
entfernt werden. Nach Operationen können durch die Bestrahlung allenfalls noch vorhandene Tumorzellen vernichtet und damit Neuerkrankungen verhindert werden. Auch
die Bildung von Tumorablegern
(Metastasen) kann so unterdrückt werden.
Dabei sind die gesunden Zellen
im Vorteil: Der Reparaturmechanismus der Krebszellen funktioniert oft schlechter und langsamer als derjenige der gesunden, normalen Zellen. Deshalb
werden die Tumorzellen bei Bestrahlungen stärker geschädigt.
Die palliative (lindernde) Strahlentherapie
ist
eine
der
wirksamsten Maßnahmen zur
Schmerzbekämpfung. So können beispielsweise auf Nerven
oder Organe drückende Tumoren verkleinert werden, so dass
der Druck und somit die
Schmerzen nachlassen.
Mit Bestrahlungen lassen sich
Knochenmetastasen günstig beeinflussen und damit tumorbedingte Knochenbrüche vermeiden. Durch Bestrahlungen können auch Tumorblutungen gestillt oder Hirnmetastasen behandelt werden.
Dank der Strahlentherapie können längere Spitalaufenthalte
vermieden oder verkürzt und
die Lebensqualität der Kranken
verbessert werden.
Strahlen und Bestrahlungsgeräte
Bei der Strahlentherapie eingesetzte Strahlen bestehen entweder aus Photonen (elektromagnetische Wellen) oder Elektronen (elektrisch geladene Teilchen). Die Wahl der Strahlenart,
der Energie und des Bestrahlungsgerätes hängt von der Art
des Tumors, seiner Ausdehnung
und seiner Lage ab.
Die Strahlen sind für die Patientinnen und Patienten nicht
wahrnehmbar: Man sieht, hört
und spürt sie nicht.
Auf die Sicherheit der Bestrahlungsgeräte wird höchster Wert
gelegt. Alle Geräte unterliegen
dem Strahlenschutz und werden regelmäßig überprüft.
Arten der Strahlentherapie
Bitte denken Sie daran: Strahlentherapie ist immer individuell. Jede Patientin, jeder Patient,
jede Erkrankung ist anders und
benötigt eine persönlich angepasste Therapie.
Sie erhalten die für Sie und Ihre
Erkrankung geeignete, individuelle Behandlung. Ihre Ärztin,
Ihr Arzt und das Radio-Onkologie-Team werden Ihnen die dafür eingesetzte Technik gerne
erklären.
Die Forschung arbeitet unentwegt daran, die bewährten Bestrahlungsmethoden zu verbessern und neue Therapien zu
entwickeln. Die folgende Übersicht umfasst nur einige Formen
der Strahlentherapien:
Tumoren können von außen
oder von innen bestrahlt werden. Bei der perkutanen (externen) Strahlentherapie wer-
7
8
den die Strahlen von außen
durch die Haut auf die Tumorregion und auf die umliegenden
Lymphdrüsen gerichtet.
Bei der Bestrahlung von innen
(Brachytherapie) werden radioaktive Quellen eingesetzt,
die entweder in einen natürlichen Hohlraum des Körpers
eingeführt, direkt in den Tumor
eingestochen oder in unmittelbarer Tumornähe angebracht
werden.
Bei der intraoperativen Strahlentherapie wird noch während der Operation eine hochdosierte Bestrahlung der Tumorregion vorgenommen.
Die metabolische Strahlentherapie wird vor allem bei gewissen Formen von Schilddrüsenkrebs angewendet. Dabei
wird der Wirkstoff oral eingenommen oder in die Venen eingeführt; er greift gezielt die Tumorzellen an.
Radiochemotherapie
Strahlentherapie wird sehr
fig mit einer Chemo- oder
montherapie kombiniert,
die Wirkung der einzelnen
häuHorum
The-
rapien gegenseitig zu verstärken.
Chemotherapien sind Behandlungen mit Zytostatika (Arzneimittel, die das Wachstum der
Körperzellen hemmen und die
Bildung von Metastasen unterdrücken).
Bei Hormontherapien werden
zum gleichen Zweck Medikamente eingesetzt, welche die
Wirkung der Hormone beeinflussen.
Weitere Informationen zur Chemo- und Hormontherapie finden Sie in der Broschüre »Pharmakologische Tumortherapie«.
Bestrahlungen
Vorbereitung der
Strahlentherapie
sich der Arzt ein aktuelles Bild
machen.
Auch wenn Sie wissen, dass die
Strahlentherapie für Sie wichtig
ist und Ihnen helfen wird, kann
der Beginn der Therapie mit
Unsicherheit und Angst verbunden sein. Das ist ganz verständlich: Schließlich werden Sie in
einer ungewohnten Umgebung
mit einer Technik behandelt,
deren Auswirkung auf Ihren Organismus Sie noch nicht kennen.
Während der ersten Konsultation wird noch keine Bestrahlung
durchgeführt. Diese erste Untersuchung dient den Spezialisten dazu, Ihren Fall gemeinsam
zu besprechen, die Art und
Weise der Strahlentherapie zu
bestimmen und den Behandlungsplan zu erstellen.
Um Ihnen die bestmögliche Behandlung und Betreuung bieten zu können, arbeiten bei
Strahlentherapien
Fachleute
verschiedener Richtungen eng
zusammen: Radio-Onkologinnen, Strahlenphysiker, Pflegefachleute und Fachleute für
medizinisch-technische Radiologie (MTRA).
Es ist von Vorteil, wenn Sie den
technischen Ablauf der Bestrahlungen kennen. So können Sie
sich ganz auf sich selber und die
positive Wirkung der Therapie
konzentrieren. Vielleicht versuchen Sie, sich die Strahlen als
Verbündete vorzustellen?
Bei Ihrem ersten Besuch in der
Radio-Onkologischen Klinik Ihres Spitals wird Sie ein RadioOnkologe (ein in Strahlentherapie spezialisierter Arzt) oder
eine Radio-Onkologin nochmals eingehend untersuchen
und über Ihre Krankheit befragen. Diese Wiederholung ist nötig: Um Sie gezielt und exakt
behandeln zu können, muss
Für eine Strahlentherapie werden verschiedene Apparate eingesetzt. Aus Gründen des Strahlenschutzes stehen diese Geräte
in abgeschotteten, manchmal
auch etwas kalt anmutenden
Räumlichkeiten. Möglicherweise finden Sie die Apparate und
ihre Umgebung zunächst befremdlich; vielleicht fühlen Sie
sich bei den ersten Bestrahlungen unbehaglich oder haben
Angst. Sie werden sich aber mit
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der Technik und mit dem Ablauf der Behandlung – von der
Sie nichts spüren – schnell vertraut machen.
Bitte denken Sie daran: Hinter
der Technik stehen Menschen, und diese Menschen
sind für Sie da.
Damit Sie beim Bestrahlen jedesmal die gleiche Position einnehmen, werden oft sogenannte Lagerungshilfen oder Haltevorrichtungen verwendet. Diese schnellhärtenden Kunststoffgebilde passen sich den Konturen Ihres Körpers in wenigen
Augenblicken genau an. Die Lagerungshilfen bleiben im Spital,
um bei jeder Bestrahlung wieder verwendet zu werden.
Mit Hilfe eines Planungs-Computertomogramms (CT) werden die genauen Körperkonturen und die Beschaffenheit
(Dichte) der zu durchstrahlenden Gewebe und Organe festgehalten. Das Planungs-Computertomogramm ist nicht für
diagnostische
Zwecke
bestimmt. Die erhaltenen Daten
werden hauptsächlich benötigt,
um die Verteilung der Strahlendosis im Körper zu berechnen.
Der Simulator ist ein Durchleuchtungsgerät. Er hat drei
Aufgaben: Mit ihm wird mit
höchster Präzision die Lage des
Tumors bestätigt, die Genauigkeit der Planung kontrolliert
und die erste Bestrahlung am
Patienten nachgeahmt (simuliert). Exaktheit ist oberstes Gebot, denn die Strahlen sollen
die bei der Planung bezeichnete Tumorregion treffen und gesundes Gewebe schonen.
Es ist sehr wichtig, dass die
Strahlen während der einzelnen
Behandlungen genau auf die
definierten Körperbereiche wirken. Nach Abschluss der Simulation werden die Umrisse der
Bestrahlungsfelder deshalb auf
Ihre Haut oder auf die Lagerungshilfen eingezeichnet. Diese Markierungspunkte sollten
nicht entfernt werden, weil sie
bei jeder Bestrahlung wieder
benötigt werden.
Falls nötig, werden zur Schonung empfindlicher Organe
und Gewebe Schutzvorrichtungen eingesetzt. Dazu gehören
beispielsweise Strahlenblenden (Lamellen-Kollimatoren)
oder individuell angefertigte,
aus Metall gegossene Schutzblöcke.
Zu den für die eigentliche Bestrahlung am meisten eingesetzten Geräten gehören Linearbeschleuniger und Telekobaltgeräte.
Persönliche Vorbereitung
Vor dem Beginn der eigentlichen Strahlentherapie erhalten
Sie in einigen Kliniken einen
Terminplan; in anderen werden
die Termine von Bestrahlung zu
Bestrahlung festgelegt.
Der Arzt wird Sie über die Therapie detailliert informieren. Es
ist aber von Vorteil, wenn Sie
das Gespräch mit Ihrem Arzt
oder Ihrer Ärztin auch selber aktiv suchen: Fragen Sie nach der
Funktionsweise der Ihnen verschriebenen Bestrahlung, erkundigen Sie sich nach den
möglichen Begleitsymptomen
und Nebenwirkungen (siehe
auch Kapitel 4) und lassen Sie
sich alles genau erklären.
Sprechen Sie auch mit anderen
Fachleuten und fragen Sie im
Spital, bei der Südtiroler Krebs-
hilfe nach Informationsbroschüren, Büchern und Videos. Eine
vertiefte Kenntnis der Krankheit
kann Ihr Vertrauen in die Behandlung und Ihre Zuversicht
stärken.
Es ist ratsam, auch die organisatorischen Fragen im Voraus zu
klären:
➤
Wann, wo und über welche
Zeitspanne finden die Bestrahlungen statt?
➤ Wie kommen Sie hin und
wieder zurück, und übernimmt Ihre Krankenkasse allenfalls die Transportkosten?
➤ Welche anderen Kosten übernimmt Ihre Krankenkasse
(Hauspflegedienst, Komplementärmethoden zur Unterstützung des Wohlbefindens,
Zahnbehandlung usw.)?
➤ Benötigen Sie im Voraus zusätzliche Anschaffungen (siehe Kapitel 4)?
➤ Wie regeln Sie Ihren beruflichen Alltag (Absenzen vom
Arbeitsplatz usw.)?
➤ Wie organisieren Sie Ihren Familienalltag (Haushalt, Kinderbetreuung usw.)?
➤ Was tun Sie für Ihre Lebensqualität (konkrete Entlastung
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und Unterstützung im Alltag,
Maßnahmen für Ihr Wohlbefinden, Zeit und Muße für
Ihre Hobbys usw.)?
Bei Fragen und Unklarheiten
können Sie sich jederzeit an Ihre
Ärztin, an das Pflegeteam, an
den Sozialdienst des Spitals
oder an die Südtiroler Krebshilfe
in ihrem Bezirk wenden.
Bestrahlungen
Die für Ihre Behandlung erforderliche Strahlendosis wird Ihnen nicht auf einmal verabreicht, sondern in kleinen Portionen, den sogenannten Fraktionen. In der Zwischenzeit
können sich die gesunden Zellen wieder erholen.
Je nach Erkrankung schwankt
die Zahl der Fraktionen zwischen 25 bis 35; es ist aber
durchaus üblich, bedeutend
weniger oder mehr Bestrahlungen zu erhalten. Die Anzahl der
Fraktionen hängt normalerweise mit der Art der Behandlung,
der Strahlensensibilität des Tumors und der Strahlenverträglichkeit des gesunden Gewebes
zusammen.
Die meisten Bestrahlungen werden ambulant durchgeführt
(Sie suchen das Krankenhaus
nur für die einzelnen Bestrahlungen auf), andere stationär
(Sie bleiben während der ganzen Therapie im Spital).
Ambulante Behandlungen werden meist täglich von Montag
bis Freitag durchgeführt. Eine
Sitzung dauert mit allen Vorbereitungen zwischen 10 und 30
Minuten, die eigentliche Bestrahlung etwa 30 Sekunden bis
2 Minuten.
Die Radio-Onkologin und/oder
der Medizinphysiker überprüfen bei der ersten Bestrahlung
Ihre Lageposition, die Lagerungshilfen und Schutzvorrichtungen, die Bestrahlungsfelder,
die Strahleneinstellung und die
Strahlendosis. Bei den weiteren
Bestrahlungen werden Sie von
einer Fachfrau oder einem Fachmann für medizinisch-technische Radiologie (MTRA) betreut.
Während der sehr kurzen Bestrahlungszeit verlässt die MTRA
jeweils den Raum, um das Bestrahlungsgerät einzuschalten
und den korrekten Ablauf der
Bestrahlung zu kontrollieren.
Sie sind im Bestrahlungsraum
also nicht allein: Die MTRA
überwacht Sie vom Nebenraum
aus auf einem Monitor, und Sie
können mit ihr gegebenenfalls
durch eine Gegensprechanlage
kommunizieren.
Die Fachleute für medizinischtechnische Radiologie sind während der Bestrahlungen Ihre direkten Ansprechpartnerinnen.
Sie stehen Ihnen jederzeit für
Auskünfte rund um die Bestrahlungen zur Verfügung oder
können Sie an geeignete Stellen
weiterleiten.
Medizinische Kontrollen
Während der ganzen Behandlungsdauer werden Sie regelmäßig medizinisch untersucht.
Diese Kontrollen dienen der
Überwachung Ihres Allgemeinzustandes, aber auch dem Dialog zwischen Ihnen und der
Ärztin oder dem Arzt. Um die
Therapie optimal weiterführen
zu können, sind die Ärzte auf
Ihre Mitarbeit angewiesen. Teilen Sie ihnen mit, wie Sie auf die
Bestrahlung reagieren, sprechen Sie über allfällige Be-
schwerden, und zögern Sie
nicht, Fragen zu stellen.
Vergessen Sie bitte auch nicht,
den Arzt über alle Medikamente
zu informieren, die Sie einnehmen (auch solche, die mit Ihrer
Tumorerkrankung nichts zu tun
haben). Viele Medikamente
können in Kombination mit anderen Therapien unerwartete
Reaktionen auslösen.
Die Abschlussuntersuchung findet einige Wochen nach Beendigung der Strahlentherapie
statt, weil erst dann eine Beurteilung des Behandlungserfolges möglich ist.
Die Nachkontrollen werden je
nach Situation von Ihrer Hausärztin, vom zuweisenden Spezialisten oder vom Radio-Onkologen durchgeführt.
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Wirkungen und Nebenwirkungen
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Durch die Strahlentherapie lassen sich Tumoren wirkungsvoll
und erfolgreich bekämpfen. Es
ist aber nur bedingt möglich,
die Wirkung der Therapie auf
das kranke Gewebe zu beschränken: Die Strahlen sind
nicht imstande, gutartige, normale Zellen von bösartigen Tumorzellen zu unterscheiden.
Strahlenbehandlungen können
außer der erwünschten, heilsamen Wirkung deshalb auch unerwünschte und unangenehme
Symptome verursachen. Dank
technischer und medizinischer
Fortschritte bei den Behandlungsmethoden sind diese Nebenwirkungen seltener und weniger ausgeprägt als früher. Es
gibt zudem verschiedene vorbeugende und begleitende
Maßnahmen, um die unerwünschten Nebenwirkungen
zu verhindern oder zu lindern.
Zögern Sie bitte nicht, bei allen
Fragen, Problemen oder Anliegen mit Ihrem Arzt, Ihrer Ärztin
oder Ihrer Radiologie-Assistentin
zu sprechen. Sie werden Ihnen
weiterhelfen. Auch das erfahrene Pflegeteam der Radio-Onkologie hilft Ihnen jederzeit mit
praktischen Ratschlägen.
Radioaktivität
Wenn Sie extern, also durch die
Haut hindurch (siehe auch Kapitel 2) bestrahlt werden, bleibt in
Ihrem Körper von den Strahlen
nichts zurück. Sie sind nicht radioaktiv; sie können andere
Menschen nicht anstecken und
müssen die Kontakte zu ihnen
nicht einschränken.
Bei gewissen Tumorerkrankungen ist es nötig, für eine genau
definierte Zeitspanne eine radioaktive Quelle in den Körper
einzuführen. Ihre Ärztin oder Ihr
Arzt wird Ihnen genau erklären,
was mit der Strahlung aus dieser Quelle geschieht und wie Sie
sich verhalten sollen.
Strahlenfolgen
Die Nebenwirkungen einer Bestrahlung sind abhängig von
der Strahlenmenge (Dosis), der
Bestrahlungsdauer und dem
bestrahlten Körperbereich (einige Organe reagieren auf die Bestrahlung empfindlicher als andere).
Mögliche akute (unmittelbar
auftretende) Folgen der Be-
strahlung wie zum Beispiel
Hautrötungen, Geschmacksverlust, Schluckbeschwerden oder
Durchfall bilden sich in der Regel nach Abschluss der Behandlung vollständig zurück.
Tragen Sie Sorge zu sich, versuchen Sie, möglichst gesund zu
leben, gönnen Sie sich Ruhe
und Erholung – und möglichst
oft ganz einfach etwas, das Ihnen Freude macht.
Manchmal können die Bestrahlungen auch zu Spätfolgen führen. Besprechen Sie bitte Ihr allfälliges persönliches Risiko mit
Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.
Sie können zudem versuchen,
sich vor, während und nach
der Bestrahlung zu entspannen
(Entspannungsübungen, Autosuggestion usw.; siehe auch Kapitel 5).
Allgemeines Befinden
Ihr Organismus ist während der
Strahlentherapie belastet und
deshalb anfälliger für Krankheitserreger; schützen Sie sich
also nach Möglichkeit gegen
ansteckende Krankheiten (Grippe, Erkältungen usw.).
Während der Strahlenbehandlung können Sie in der Regel
Ihr gewohntes Leben weiterführen. Allerdings sollten Sie
in Betracht ziehen, dass Ihr
Körper während dieser körperlich und psychisch belastenden Zeit viel Energie braucht:
Man kann eine Strahlentherapie auch mit einer »Operation
in Raten« vergleichen, die Ihrem Organismus einiges an
Kraft abverlangt. Zu Beginn der
Therapie können Symptome
wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, depressive Verstimmungen und leichte Kopfschmerzen vorkommen. Sie klingen
meist nach einigen Tagen bis
wenigen Wochen ab.
Haut
Bei jeder externen Strahlenbehandlung durchdringen die
Strahlen zuerst die Haut. Heutige Strahlenbehandlungen belasten die Haut in der Regel nur
noch wenig.
Die Nebenwirkungen beschränken sich meist auf leichte, örtlich begrenzte, sonnenbrandähnliche Symptome (Rötung,
Schwellung, Wärme).
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Sie können die Hautreaktionen
etwas mildern, indem Sie folgende Punkte beachten (die
Ratschläge gelten jeweils nur für
den bestrahlten Bereich):
➤ Jede zusätzliche Reizung der
Haut vermeiden (Sonne,
Wärmflaschen,
Eisbeutel,
eng anliegende Unterwäsche oder Kleidung, Kosmetika usw.)
➤ Auf Juckreiz nicht mit Kratzen reagieren.
➤ Die Haut so oft wie möglich
unbedeckt lassen (aber vor
Sonne schützen).
➤ Darauf achten, dass die Haut
möglichst trocken bleibt.
➤ Beim Waschen keine Seife,
sondern nur Wasser verwenden; eine lauwarme Dusche
oder Spülung dem Vollbad
vorziehen.
➤ Hautmarkierungen (siehe Kapitel 3) nicht abwaschen.
➤ Die Haut mit einem weichen
Tuch oder mit dem kalt eingestellten Föhn trocknen
(nicht reiben).
➤ Kleider aus Baumwolle oder
Seide sind hautfreundlicher
als solche aus synthetischen
Stoffen
➤ Elektrische Rasuren reizen
die Haut weniger als Nassrasuren
Manchmal bleibt die Haut auch
nach Abschluss der Strahlentherapie empfindlicher, als sie es
vorher war. Sie sollten die bestrahlten Körperregionen deshalb sorgfältig pflegen. Lassen
Sie sich bitte im Spital beraten.
Haare
Strahlenbehandlungen wirken
auch auf die Haarzellen ein
und können deshalb im bestrahlten Bereich Haarausfall verursachen. Je nach Dosierung erholen sich die Haarzellen wieder;
meist wachsen die Haare zwei
bis drei Monate nach Abschluss
der Behandlung nach. Der Haarverlust kann mit verschiedenen
Kopfbedeckungen oder Perücken überbrückt werden.
➤
Wählen Sie, falls Sie es wünschen, Ihre Perücke bereits
vor der Behandlung aus. Die
Friseuse oder der Friseur können sich dann anhand Ihrer
eigenen Haare ein Bild machen und die Zweitfrisur individuell und natürlich gestalten.
➤ Klären Sie mit Ihrem Arzt und
mit der Krankenkasse die
Kostenübernahme ab.
➤
Lassen Sie sich von Ihrem
Arzt, dem Sozialdienst Ihres
Spitals oder von der Südtiroler Krebshilfe ihres Bezirks
beraten.
Ernährung und Verdauung
Strahlenbehandlungen können
gewisse Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Verstopfung
und Schluckbeschwerden verursachen. Im Zusammenhang
mit Entzündungen des MagenDarm-Traktes oder als Folge einer Reizung des Brechzentrums
im Hirn können auch Symptome wie Übelkeit und Erbrechen
auftreten.
Die Beschwerden sind in der Regel vorübergehend und gehen
nach dem Abschluss der Behandlung zurück. Einige dieser
Symptome können durch Medikamente ganz ausgeschaltet
oder zumindest gelindert werden, andere durch eine Anpassung oder Umstellung der Ernährung.
Eine möglichst gesunde, ausgewogene Ernährung liefert dem
Körper lebenswichtige Nährstoffe und stärkt den durch die
Krankheit und die Bestrahlungen belasteten Organismus.
Schmackhafte, appetitlich angerichtete Mahlzeiten steigern
die Lust am Essen. Um den Magen-Darm-Trakt möglichst zu
entlasten, sollten Sie öfters kleine Mahlzeiten zu sich nehmen
(alle zwei bis drei Stunden), die
Speisen gut durchkauen und
soviel wie möglich trinken.
Es ist vernünftig, den Alkoholund vor allem den Nikotinkonsum so weit wie möglich zu
drosseln oder darauf ganz zu
verzichten. Alkohol reizt die
Schleimhäute und kann Nebenwirkungen verstärken; Nikotin
schädigt die Schleimhäute und
senkt die Heilungschancen.
Auch Medikamente können die
Magenschleimhaut reizen. Sie
sollten immer mit genügend
Flüssigkeit und – falls nicht anders verschrieben – nicht auf
nüchternen Magen eingenommen werden.
Manchmal kommt es zu Veränderungen der Geschmacksempfindung, zu Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme. Zu
indirekten Bestrahlungsfolgen
können in seltenen Fällen auch
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Wirkungen und
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Heißhungerattacken und Gewichtszunahme gehören. Bitte
wenden Sie sich bei auffälligen
Gewichtsschwankungen an Ihre
Ärztin oder Ihren Arzt.
Bei starkem Gewichtsverlust
kann es sinnvoll sein, die Ernährung mit zusätzlichen Kohlenhydraten, Vitaminen und Proteinen (Eiweiße) zu ergänzen.
Ihre Ernährungsberaterin kann
Ihnen konzentrierte Fertigprodukte empfehlen, die alle wichtigen Nährstoffe als Trinklösung
enthalten und in verschiedenen
Geschmacksrichtungen erhältlich sind.
Reicht die normale Ernährung
nicht aus oder ist sie auf oralem
Weg (durch den Mund) nicht
möglich, kann künstliche Ernährung Abhilfe schaffen. Magen- oder Darmsonden (enteorale Ernährung) sind heute weniger unangenehm als früher
und können auch zu Hause angewendet werden.
Vor sogenannten Krebsdiäten
raten wir Ihnen ab. Sie sind
nicht nur unwirksam, einseitig
und eintönig, sondern schwächen zusätzlich den Organismus.
Nach Abschluss der Strahlentherapie dauert die Wirkung der
Behandlung noch an. Sie sollten
sich deshalb noch etwa zwei bis
drei Wochen an die Ernährungsempfehlungen halten und
erst dann langsam zu Ihrer gewohnten Ernährung übergehen.
Bitte wenden Sie sich bei allen
Fragen und Problemen rund
um die Ernährung an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Ernährungsberaterin Ihres Spitals. Sie
werden auf Ihre Fragen eingehen und einen auf Ihre persönlichen Bedürfnisse und Vorlieben
zugeschnittenen Ernährungsplan erstellen.
Bestrahlungen im HalsNasen-Ohren-Bereich
Bestrahlungen im Hals-NasenOhren-Bereich führen oft zu Änderungen des Geschmackssinns
und zu Reizungen der Schleimhäute. Zu den Symptomen können Mundtrockenheit, schlechter Geschmack im Mund, belegte Zähne und Zahnfleischentzündungen gehören. Bei Bestrahlungen im Bereich der
Speicheldrüsen wird der Speichelfluss spärlicher und zähflüs-
siger, was die Karies- und Parodontosebildung begünstigt.
Es ist möglich, dass einzelne
Zähne, die während der Strahlenbehandlung Probleme verursachen könnten, vorher gezogen werden müssen.
Klären Sie bitte unbedingt ab,
ob Ihre Zähne vor Beginn der
Strahlentherapie zahnärztlich
behandelt bzw. saniert werden
müssen.
Die folgenden Tipps können Ihnen helfen, die Symptome zu
mildern:
➤
Achten Sie auf eine gründliche Mundpflege, am besten
nach den Anweisungen Ihrer
Zahnärztin oder Ihres Radio-Onkologen (Mundspülungen, tägliche Zahnflorierung usw.).
➤ Dem unangenehmen Geschmack im Mund können
Sie durch Spülungen mit Kamille- oder Salbeitee entgegenwirken.
➤ Verwenden Sie bei Mundtrockenheit synthetischen
Speichel, den man in den
Mund sprühen kann (erhältlich beim Arzt oder in der
Apotheke); es kann auch helfen, immer eine kleine Flasche Wasser bei sich zu tragen.
➤ Vermeiden Sie zusätzliche
Reizungen der Schleimhäute. Dazu gehören auch Alkohol und Nikotin; ihr Konsum
sollte nach Möglichkeit aufgegeben werden.
Bestrahlungen im Brustund Bauchbereich
Bestrahlungen in diesen Regionen führen manchmal zu Übelkeit und Erbrechen. Entzündungen der Speiseröhre und
der Darmschleimhaut können
schmerzhafte Beschwerden bei
der Nahrungsaufnahme und
beim Stuhlgang verursachen.
Entzündungen im Bauchbereich können zu Blähungen und
Durchfall führen. Umstellungen
der Ernährung sind in diesen
Fällen unumgänglich. Bitte beachten Sie die im Abschnitt
»Ernährung« aufgeführten Ratschläge und wenden Sie sich
bei den ersten Symptomen an
Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
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Bestrahlungen des
Unterleibs
Wird der Unterleib bestrahlt,
kann es zu vorübergehenden
Reizungen der Harnwege und
Schmerzen beim Wasserlösen
kommen. Möglich sind auch
Reizungen am Mastdarm, Dickdarm und (seltener) Dünndarm. Weil bei Krebserkrankungen im Beckenbereich häufig
Strahlentherapie und Chemotherapie gemeinsam angewendet werden, kann es zu Blähungen, Krämpfen und Durchfall
kommen. Bitte konsultieren Sie
schon bei den ersten Symptomen Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.
Bei bestimmten Krebsarten angewendete Bestrahlungen können zum Ausbleiben der Menstruation führen.
Bestrahlungen können ebenfalls
die Sexualität beeinträchtigen.
Entzündete Schleimhäute verursachen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Auch Unlustgefühle sind während der Strahlentherapie bei Frauen und
Männern nichts Außergewöhnliches. Ob und in welchem
Ausmaß sie auftreten, ist von
Mensch zu Mensch sehr ver-
schieden und kann nicht vorausgesagt werden. Lassen Sie
sich Zeit – keine Lust zu haben,
ist ganz normal.
Wichtig ist zu wissen: Krebs ist
keine ansteckende Krankheit,
die beim Geschlechtsverkehr
übertragen werden kann. Allerdings kann es zu physischen
Einschränkungen und psychisch bedingten Störungen
kommen. Das Verständnis und
die Sensibilität der Partnerin,
des Partners sowie das gemeinsame Gespräch sind nun ganz
besonders wichtig.
Falls Ihre Familienplanung noch
nicht abgeschlossen ist, sollten
Sie darüber unbedingt vor Beginn der Strahlentherapie mit
Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt
sprechen.
Andere Bereiche
In Folge der Bestrahlungen können manchmal weitere Nebenwirkungen auftreten. Ihr Arzt
oder Ihre Ärztin werden Sie im
Vorfeld der Behandlung sorgfältig informieren. Zögern Sie bitte
nicht, jederzeit und ohne Scheu
Fragen zu stellen.
Lebensqualität
Dank den medizinischen Fortschritten können heute die Leiden schwerkranker Menschen
gelindert und Krankheiten geheilt werden, die früher als unheilbar galten.
Ohne den Einsatz hochentwickelter Technik wären diese
Möglichkeiten undenkbar. Das
bedeutet aber nicht, dass Sie als
Patientin oder Patient dieser
Technik ausgeliefert sind. Sie
stehen im Mittelpunkt des Geschehens und können eine aktive Rolle übernehmen: indem
Sie sich gut informieren, sich
sorgfältig beobachten, das Gespräch mit Fachleuten suchen
und Fragen stellen, indem Sie
Ihre Freunde und Angehörigen
mit einbeziehen – und indem
Sie auf sich selber und Ihre Bedürfnisse hören.
Die Strahlenbehandlung wird
durchgeführt, um Ihnen zu helfen. Die Strahlen sind Ihre Verbündeten im Kampf gegen die
Krankheit. Eine positive Einstellung kann Ihnen helfen, die Behandlung besser zu ertragen.
Die Behandlung und die Bewältigung der Krankheit erfordern
psychische und physische Energie und Kraft. Bitte denken Sie
daran, dass Sie nicht allein sind:
Sie können jederzeit Hilfe und
Unterstützung erhalten. Fragen
Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder
Ihr Pflegeteam in der Radio-Onkologie. Auch die Südtiroler
Krebshilfe steht Ihnen zur Verfügung. Zögern Sie nicht, diese
kostenlosen Angebote in Anspruch zu nehmen.
Die Südtiroler Krebshilfe Ihres Bezirks
Krebs ist nicht nur ein medizinisches Problem, sondern
auch eine menschliche und
finanzielle Herausforderung
der gesamten Gesellschaft.
Die Südtiroler Krebshilfe
bietet den Betroffenen
folgende kostenlose Dienste
an:
•
Psychologische Unterstützung und Begleitung
•
Gezielte Massagen bei
Lymphödemen (manuelle
Lymphdrainage)
21
22
•
Therapeutisches Turnen
und Schwimmen
•
Hilfe bei der Erledigung
von bürokratischen Angelegenheiten
•
Finanzielle Soforthilfen
•
Sanitäre Hilfsmittel
•
Informationen an
Krebskranke
•
Informations- und
Aufklärungstätigkeit
•
Erholungswochen
•
Ausflüge und Treffen
•
Selbsthilfegruppen
•
Krebsforschung
Die Mitarbeiter der Südtiroler Krebshilfe begleiten Sie
in die neue Lebenssituation
und helfen Ihnen – wenn
nötig – bei der Umgestaltung Ihres Alltagslebens.
Auch wenn Sie im Moment
nur Ruhe brauchen: Sie
können dieses Angebot auch
zu einem späteren Zeitpunkt in Anspruch nehmen
(siehe Anhang).
Anhang
23
Weiterführende
Literatur/Ratgeber
Im Text wird auf verschiedene
Informationsbroschüren
der
Südtiroler Krebshilfe hingewiesen.
➤
➤
➤
➤
Die Tumorchirurgie
Pharmakologische
Tumortherapie
Krebs trifft auch die
Nächsten
Krebspatientin und
Sexualität
➤ Krebspatient und
Sexualität
Diese Informationsbroschüren
können Sie bei der Südtiroler
Krebshilfe Ihres Bezirks erhalten
oder unter der Faxnummer
0471 28 82 82 bestellt werden.
Diese Dienstleistung ist
nur möglich dank der
vielen Spenderinnen und
Spender, die regelmäßig
die Südtiroler Krebshilfe
unterstützen.
24
Nützliche Adressen
Zentralsitz der Südtiroler
Krebshilfe – Vereinigung
Verwaltung und Büros
Drei-Heiligen-Gasse 1
39100 Bozen
Tel. 0471 28 33 48
Fax 0471 28 82 82
E-Mail: [email protected]
Sitz:
Rennweg 27
39012 Meran
Tel. u. Fax 0473 44 57 57
Ambulatorium:
Romstraße 3
39012 Meran
Tel. 0473 49 67 15
Broschüren-Bestellung
Fax 0471 28 82 82
Sitz:
Krankenhausstraße 13
39028 Schlanders
Tel. u. Fax 0473 62 17 21
Sitz und Ambulatorium:
Drei-Heiligen-Gasse 1
39100 Bozen
Tel. 0471 28 37 19
Fax 0471 28 82 82
Ambulatorium:
Hauptstraße 134
39028 Schlanders
Tel. 0473 73 66 40
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Sitz und Ambulatorium:
Cesare-Battisti-Ring 6
39044 Neumarkt
Tel. u. Fax 0471 82 04 66
Ambulatorium Leifers:
Altenzentrum
Weißensteiner Straße 62
39055 Leifers
Tel. 0471 82 04 66
Sitz und Ambulatorium:
Runggadgasse 21
39042 Brixen
Tel. 0472 83 24 48
Fax 0472 80 19 03
Ambulatorium Sterzing:
St.-Margarethen-Straße 24
39049 Sterzing
Tel. 0472 76 52 06
Sitz:
Bruder-Willram-Straße 11
39031 Bruneck
Tel. u. Fax 0474 55 13 27
Ambulatorium:
Andreas-Hofer-Straße 52
39031 Bruneck
Tel. 0474 55 03 20
Sitz und Ambulatorium
Gustav-Mahler-Straße 3
39034 Toblach
Tel. u. Fax 0474 97 28 00
Gemeindehaus
39046 St. Ulrich (Gröden)
Tel. 0471 79 70 86
Notizen
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