Intersexualität /5α-Reductase Die Medizin spricht von Intersexualität

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Intersexualität /5α-Reductase
Die Medizin spricht von Intersexualität, wenn ein Mensch genetisch (aufgrund seiner
Geschlechtschromosomen) und/oder anatomisch (aufgrund seiner Geschlechtsorgane) und
hormonell (aufgrund des Mengenverhältnisses der Geschlechtshormone) nicht eindeutig dem
weiblichen oder dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden kann. Beispiele von
Zwitter/Zweigeschlechtlichkeit sind mannigfaltig in den verschiedensten Kulturen
beschrieben worden. Der Status / das Ansehen von betroffenen Individuen ist je nach Kultur
sehr unterschiedlich. Die biologische Ursache dafür kann sehr unterschiedlich sein: aberrante
Chromosomen-Verdoppelungen, so zB. beim XXY-Genotyp (das sog. Klinefelter-Syndrom
mit männlicher Prägung), bis zu Mutationen in einzelnen Genen, die für den
Geschlechtshormon-Haushalt verantwortlich sind.
Hermaphroditismus (gr. von Hermes und Aphrodite) oder Zwittrigkeit bzw. Zwittertum bezeichnet das
Vorkommen von doppeltgeschlechtlichen Individuen, also Individuen mit männlicher und weiblicher
Geschlechtsausprägung
Ein Beispiel für Zweigeschlechlichkeit ist der Mangel an 5-alpha Reductase, der die
betroffenen männlichen Individuen bis zur Pubertät als Mädchen mit ambivalenten Genitalien
(Vagina und einem kleinen Penis) erscheinen lässt. Erst bei Ausbruch der Pubertät entwickeln
die meisten Individuen unter der Einwirkung höherer Testosteron-Konzentrationen
eindeutigere männliche Prägungsmerkmale. Das Enzym 5-alpha-Testosteron-Reduktase, das
Testosteron in das aktivere Dihydrotestosteron verwandelt, wird von zwei Genen (SRD5A1
und SRD5A2; auf Chromosomen 2 und 5 lokalisiert) kodiert und entsprechend werden zwei
Isoenzyme (I und II) produziert. Der Mangel vor allem von Isoenzym II ist eine autosomalrezessive Eigenschaft, die auch bei Frauen vorkommen kann, aber weniger Auswirkungen als
beim Mann hat.
5α-Reduktase-Inhibitoren sind Arzneimittel, die beispielsweise in der Therapie der benignen
Prostatahyperplasie (BPH), Prostatakrebs, Pubertas praecox, Hirsutismus oder auch bei
Alopezie (Haarausfall) Verwendung finden. Beispiele hierfür sind Finasterid und Dutasterid.
Finasterid blockiert nur die Funktion des Isoenzymes Typ II, während Dutasterid beide Typen
inhibiert.
Themen
1. Zählen Sie die Enzyme auf, die für die Umwandlung von Androstendion in Testosteron,
von Androstendion in Östron, von Östron und Testosteron in Östradiol, von Testosteron in
Dihydrotestosteron gebraucht werden. Welche Cofaktoren brauchen diese Enzyme?
2. Dihydrotestosteron: wie wirkt es molekular? Warum ist die Wirkung stärker als die von
Testosteron?
3. Reductasen: Zählen Sie weitere ihnen bekannte Beispiele von Reductasen auf!
MA / Biochemie-VL
April 2012
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