Serie 4 - Institut für Physik

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Übungen zur Biophysik 1 - Wintersemester 2012/2013
Serie 4
9. November 2012
Vorzurechnen am 13. November
Aufgabe 1: Die Energie eines Elektrons in einem Atom mit mehreren Elektronen kann in Anlehnung an das Wasserstoffmodell durch folgenden Ausdruck
angenähert werden:
2
me e4 Zeff
En = 2
2h̄ (4π0 )2 n2
Dabei gibt die Hauptquantenzahl n die Schale an, in der das Elektron sich
befindet. Die effektive Kernladung Zeff = Z − s gibt die Anzahl der Kernladungen (Z) an vermindert um die Abschirmung (s) durch innere Elektronen. Nach einem empirischen Modell liefern die inneren Elektronen folgende
Beiträge zu s:
• 1,00 für innere Elektronen, die sich bei gleicher Quantenzahl l für den
Bahndrehimpuls zwei Schalen weiter innen befinden (zum Beispiel 1s
zu 3s oder 2p zu 4p), oder für ein p-Elektron, das ein anderes pElektron in der gleichen Schale und mit gleichem ml abschirmt (zum
Beispiel 2px spin-up zu 2px spin-down).
• 0,70 für die Abschirmung eines p-Elektrons durch ein anderes p-Elektron
der gleichen Schale mit anderem ml (zum Beispiel 2px zu 2py ).
• 0,65 für die Abschirmung eines s-Elektrons durch ein anderes s-Elektron
der gleichen Schale (zum Beispiel 2s spin-up zu 2s spin-down).
• 0,90 für alle übrigen Fälle.
Welche Energie erhalten Sie nach dieser empirischen Abschätzung für ein
1s-Elektron in einem Heliumatom und für ein 2p-Elektron in einem Sauerstoffatom? Vergleichen Sie Ihre Werte mit Ionisierungsenergien für beide
Atome, die Sie der Literatur entnehmen können.
Aufgabe 2: In einem ausreichend starken äußeren Magnetfeld B lassen sich ungepaarte Elektronen spektroskopisch nachweisen, da sie sich bevorzugt so
ausrichten, dass ihr magnetisches Moment µ parallel zu B steht. Wie groß
muss der Betrag von B sein, damit 501 von 1000 Elektronen parallel und
499 antiparallel zum Magnetfeld stehen? Was ändert sich, wenn man Protonen statt Elektronen betrachtet?
Privatdozent Dr. Hauke Paulsen · Institut für Physik · Universität zu Lübeck · [email protected]
Übungen zur Biophysik 1 - Wintersemester 2012/2013
Hinweis: Die potentielle Energie, die ein Teilchen mit dem magnetischen
Moment µ in einem Magnetfeld B besitzt, lautet
µ·B
E = −µ
Legt man das Koordinatensystem so, dass das Magnetfeld in z-Richtung
zeigt, lässt sich das Skalarprodukt durch das Produkt aus der z-Komponente
µz und dem Betrag B ersetzen. Die Wahrscheinlichkeit, in einem Ensemble
gleicher Teilchen eines zu finden, das eine Energie E besitzt, ist proportional
zu
e−(E−E0 )/kB T
Dabei ist E0 die Grundzustandsenergie, also der kleinstmögliche Energiewert des Teilchens, und kB ist die Boltzmannkonstante. Schlagen Sie die
erforderlichen Naturkonstanten in der einschlägigen Literatur nach. Verwenden Sie die gyromagnetischen Faktoren gS = 2.0024 (für das Elektron)
und gI = 5.58 (für das Proton).
Aufgabe 3: Die potentielle Energie zweier einfach geladener Ionen hat den Betrag
e2
1
Epot =
4πr 0 r
Im Durchschnitt haben beide Ionen zusammen eine kinetische Energie von
Ekin = 3kB T . In welchem Abstand sind potentielle und kinetische Energie
vom Betrag her gleich groß? Rechnen Sie einmal mit der relativen Permittivität des Vakuums (r = 1) und einmal mit der relativen Permittivität
des Wassers (r = 78).
Aufgabe 4: Die potentielle Energie, die von der Dipol-Dipol-Wechselwirkung
zweier Wassermoleküle herrührt, hat maximal den Betrag
Epot =
1
p2
2πr 0 r3
Hier ist p = 6, 17 × 10−30 C m das statische Dipolmoment des Wassermoleküls. Zusammen haben zwei Wassermoleküle eine durchschnittliche kinetische Energie von Ekin = 3kB T . In welchem Abstand sind potentielle
und kinetische Energie vom Betrag her gleich groß? Rechnen Sie zunächst
mit der relativen Permittivität des Vakuums (siehe vorherige Aufgabe) und
überlegen Sie dann, ob eine Rechnung mit der relativen Permittivität des
Wassers sinnvoll ist.
Privatdozent Dr. Hauke Paulsen · Institut für Physik · Universität zu Lübeck · [email protected]
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