Ernährung und Wunde – wissen wir schon alles? Birgit Trierweiler-Hauke Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg Zertifizierte Wundmanagerin ZWM® „Zu einem erfolgreichen Wundmanagement gehören neben der Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung eine adäquate Wundversorgung und allgemeine Maßnahmen. Eine wichtige Rolle spielt hier eine bedarfsgerechte Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr.“ Dr. Thomas Eberlein, Deutsche Wundakademie DWA, Hamburg Kann man einer Wunde die Mangelernährung ansehen? Nationaler Expertenstandard Ernährung Zweck/ Zielsetzung o o o o o Vermeidung einer Mangelernährung und Behandlung bereits bestehender Ernährungsdefizite durch Sicherstellung und Förderung einer bedürfnisorientierten und bedarfsgerechten oralen Ernährung und Einleitung von ernährungstherapeutischen Maßnahmen, wenn trotz optimierter oraler Ernährung der Nährstoffbedarf nicht gedeckt werden kann. Der Expertenstandard Ernährung des DNQP bezieht sich auf die Optimierung der oralen Ernährung. Die AG zur Umsetzung des Ernährungszustandes empfiehlt eine Ausweitung des Ernährungsmanagements auf die enterale Ernährung über gastrointestinale Sonden und die parenterale Ernährung über venöse Zugänge. Nationaler Expertenstandard Ernährung Strukturkriterien, Grundlagen o o Die Pflegekraft verfügt über Kompetenzen zur Identifikation von Risikofaktoren und Anzeichen für eine Mangelernährung (Screening) und zur tiefer gehenden Einschätzung der Ernährungssituation und der sie beeinflussenden Faktoren (Assessment) Die Einrichtung stellt sicher, o dass die erforderlichen Instrumente und Hilfsmittel zur Einschätzung und Dokumentation zur Verfügung stehen. o Die Pflegekraft verfügt über Fachwissen zur Planung und Steuerung berufsgruppenübergreifender Maßnahmen zur Sicherstellung einer bedürfnisorientierten und bedarfsgerechten Ernährung einschließlich der Kompetenz zur Entscheidungsfindung bei ethisch komplexen Fragestellungen. o Die Einrichtung verfügt über eine multiprofessionell geltende Verfahrensregelung zur berufsgruppenübergreifenden Zusammenarbeit beim Ernährungsmanagement. Nationaler Expertenstandard Ernährung Prozesskriterien - Die Pflegekraft o erfasst bei allen Patienten/Bewohnern zu Beginn des pflegerischen Auftrags im Rahmen der Pflegeanamnese, bei akuten Veränderungen und in regelmäßigen Abständen Risiken und Anzeichen einer Mangelernährung (Screening). Sie führt bei vorliegendem Risiko oder o Anzeichen einer Mangelernährung eine tiefer gehende Einschätzung der Ernährungssituation und der sie beeinflussenden Faktoren durch (Assessment). Was ist unser Ziel? o o o Die Ernährung muss den erhöhten Bedarf an Kalorien, Proteinen, Flüssigkeit, Vitaminen und Spurenelementen decken. Muskelmasse und LBM müssen erhalten werden. Mangelernährung und ihre Komplikationen (z. B. Immobilisierung, Infektanfälligkeit) müssen verhindert oder behoben werden. Was ist zu tun? Menschen mit Mangelernährung und potentieller Mangelernährung erkennen Bedarf ermitteln en Beratung einleiten Plan erstellen Evaluation Die Unterstützung der Ernährung ist keine einmalige Intervention, sondern muss fortlaufend durchgeführt werden. Mangelernährung in Deutschen Krankenhäusern Unter- und Mangelernährung ist in deutschen Krankenhäusern ein häufiges (Prävalenz über 25 Prozent) und zunehmendes Problem. Über die Hälfte aller geriatrischen Patienten in der Klinik (56%). Jeder dritte gastroenterologische Patient (33%). Weit über ein Drittel der Tumorpatienten (38%). Einschätzung der Mangelernährung Probleme: - Keine einheitliche Definition - Kein einheitliches Messverfahren Mangelernährung ist keine Blickdiagnose! BMI (kg/m²)-Bodymass-Index untergewichtige Patienten sind oft mangelernährt ein normaler BMI schließt eine Mangelernährung nicht aus LBM (Lean Body Max) 75% des gesamten Körpergewichts setzt sich aus den Proteinspeichern und dem Körperwasser zusammen Bei einem Verlust von 30% des LBM können spontan Wunden auftreten und nicht mehr heilen Klinische Symptome, die auf eine Mangelernährung hinweisen können o o o o o o o o o o Schlotternde Kleidung bei Aufnahme Gangunsicherheit durch Muskelabbau locker sitzende Zahnprothese Hydratationszustand Ödeme/Aszites Muskelatrophien/Muskelschwäche Wundheilungsstörungen Hautveränderungen wie Pergamenthaut, Ulzera (Dekubitus) Haarveränderungen (fahl, stumpf) + Alopezie Knochige Hände Beurteilung Hautzustand Beurteilung Mundzustand Einschätzung – Anamnese 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. Wohnsituation? Medikamentenkonsum? Hautprobleme? Mahlzeiten? Lebensmittelauswahl? Ißt der Patient mindestens zweimal pro Tag Obst oder Gemüse? Wieviel trinkt der Patient pro Tag? Essensaufnahme mit oder ohne Hilfe? Glaubt der Patient, dass er gut ernährt ist? Wie schätzt der Patient seinen Gesundheitszustand im Vergleich zu anderen Patienten ein? Oberarmumfang? Wadenumfang? Anamnesebogen zur Bestimmung des Ernährungszustandes älterer Menschen - MNA Auslöser von Mangelernährung im Alter Altersassoziierte Veränderungen nachlassender Appetit, längere Sättigung nachlassendes Durstempfinden verändertes/nachlassendes Geschmacks- und Geruchsempfinden Körperliche/funktionelle Einschränkungen nachlassende Speichelsekretion, Mundtrockenheit Kau-, Schluckstörungen, schlechter Zahn-/Gebissstatus, Entzündungen Sehbehinderungen manuelle Einschränkungen, Lähmungen Mobilitätsprobleme, kaum Bewegung an der frischen Luft Kognitive Probleme nachlassende Gedächtnisleistung, Probleme bei Haushaltsführung Verwirrtheit, Orientierungsprobleme Demenz Medikamentennebenwirkungen Appetitverlust Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Völlegefühl, Durchfall Mundtrockenheit Auslöser von Mangelernährung im Alter Psychosoziale Probleme niedrige Rente/Armut unangepasste Wohn-, Lebensverhältnisse, fehlende nahe Einkaufsmöglichkeiten, -hilfen Single-Haushalt: fehlende Motivation zur Mahlzeitenzubereitung, fehlende Kenntnisse, einseitige Lebensmittelauswahl Einsamkeit, Depression, Trauer Ablehnung von Heimsituation und neuer Verpflegung, von Unterstützung bei Essen und Trinken Ablehnung von besonderen Ernährungsmaßnahmen (z. B. Trink-, Sondennahrung, Ernährung bei Kau- und Schluckstörungen) Scham bei Pflegebedürftigkeit Akute/chronische Erkrankungen Infektionen Stürze, Unfälle und damit verbundene Operationen und Immobilität Diabetes mellitus, insb. mit schlechter/instabiler Stoffwechseleinstellung Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Herzinsuffizienz, Schlaganfall) Lungenerkrankungen (z. B. chronisch obstruktive Lungenerkrankung) Magen-Darm-Erkrankungen, Nahrungsmittelintoleranz (z. B. Colitis ulcerosa, Glutenintoleranz) maligne Erkrankungen dauerhafte Schmerzzustände Potentielle Ursachen der Mangel- und Fehlernährung Konsumierende/chronische Grunderkrankung Schluckstörung Geschmacksänderung Mukositis Schlechter Zahnstatus Übelkeit/Erbrechen Diarrhoe/Steatorrhoe Blähungen Malabsorption/Maldigestion Unfähigkeit selber zu essen Medikamente Alkoholismus Mundtrockenheit Pschchische Erkrankungen Lebererkrankungen Endokrine Erkrankungen (Hyperthyreose, Hyperparathyroidismus, Nebenniereninsuffizienz) Metabolische Entgleisung Schlechte Nahrungsqualität Geldmangel Soziale Probleme Appetitlosigkeit - Auslöser Organische Ursachen Infektionskrankheiten – Krankheiten allgemein Gastroenteritis Passagehindernis Psychische Ursachen Stress, Angst Liebeskummer, Kummer Trauer Depressionen Therapie-Ursachen Chemo- und Radiotherapie Medikamente-Ursachen Medikamente und Appetitlosigkeit (Appetitlosigkeit als Nebenwirkung oder als Zeichen der Überdosierung) Digitalis Morphinhaltige Medikamente Kalziumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ wie Nifedipin Metformin Cephalosporine Vitamin A und Vitamin D (Überdosis) Chemotherapeutika Methylphenidat (Ritalin, Medikit, Concerta) Topiramat (Antiepileptikum) Reboxetin (Antidepressivum) Fluoxetin (Antidepressivum) Elontril (Antidepressivum) Venlafaxin (Antidepressivum) Valproinsäure NRS – ESPEN Empfehlung für das Krankenhaus Datum……………….. Pat. Daten: (Aufkleber) Station……................ Arzt /Pflegekraft…………. 1 . Vorscreening (bei Aufnahme) Gewicht: Größe: Ja BMI: Nein < 20,5 kg/m2 ? Hat der Patient in den vergangenen 3 Monaten ungewollt Gewicht verloren? War die Nahrungszufuhr in der vergangenen Woche vermindert? Ist der Patient schwer erkrankt? (z.B. Intensivtherapie) Wird eine der Fragen mit „Ja“ beantwortet, wird mit dem Hauptscreening fortgefahren Ja Zusatzfrage: liegt eine konsumierende Erkrankung vor? (z.B. maligne, renal,, kardial, pulmonal, hepatisch, rheumatologisch) Nein NRS – ESPEN Empfehlung für das Krankenhaus 2. Hauptscreening Störung des Ernährungszustandes * 107005* *107005* Ernährungspläne/ Bilanz Keine Mild Gewichtsverlust > 5 % / 3 Monaten oder Nahrungszufuhr < 50 -75 % des Bedarfs in der vergangenen Woche Mäßig Gewichtsverlust > 5% / 2Monaten oder BMI 18,5 – 20 ,5 kg/m2 und reduzierter Allgemeinzustand (AZ) oder Nahrungszufuhr 25 -50 % des Bedarfs in der vergangenen Woche Schwer Gewichtsverlust > 5 % / 1 Monat (> 15% / 3 Monaten) oder BMI < 18,5kg/m² und reduzierter AZ oder Nahrungszufuhr 0 – 25% des Bedarfs in der vergangenen Woche Krankheitsschwere Punkte 0 1 2 3 + Keine Mild Z.B. Schenkelhalsfraktur, chronische Erkrankungen besonders mit Komplikationen: Leberzirrhose, COPD, chronische Hämodialyse, Diabetes, Krebsleiden Mäßig Z.B. große Bauchchirurgie, Schlaganfall, schwere Pneumonie, hämatologische Krebserkrankungen Schwer Z. B. Kopfverletzungen, Knochenmarktransplantation, intensivpflichtige Patienten (APACHE-II > 10) + 1 Punkt, wenn Alter > 70 Jahre 3. Auswertung 0 Punkte < 3 Punkte > 3 Punkte Kein Risiko Mögliches Risiko Mangelernährung Reevaluation wöchentlich, bei geplanter größerer OP Ernährungsplan erstellen Mangelernährung, Ernährungstherapie erforderlich Punkte 0 1 2 3 MUST – ESPEN Empfehlung Pflegeheim Postaggressionsstoffwechsel (nach OP/Trauma) 1. Akut-Aggressionsphase (Ebb-Phase) 8 - 12 Stunden Insulin ist supprimiert, Körper ist auf Abbau eingestellt 2. Postaggressionsphase (Flow-Phase) 2 - 4 Tage Insulin ist stimulierbar einschleichende Ernährungstherapie 3. Reparationsphase hormonelle Seite ist normalisiert Zusammensetzung der Energiezufuhr Energiezufuhr: 20 – 30 (35) kcal/kgKG/Tag (gesamt – enteral + parenteral) Glucose: 3 – 5 g/kgKG/Tag Fett: 1,0 – 1,5 g/kgKG/Tag (30 – 50 % der Gesamtkalorien) Aminosäuren: 1,0 (1,2) – 1,5 /kgKG/Tag (zählen nicht als Energieträger) Elektrolyte, Zink, Selen, Magnesium Vitamine, Spurenelemente Eiweiß o Patienten mit chronischen Wunden verlieren je nach Grad der Wundexsudation bis zu 50 g Eiweiß pro Tag über die Wunde 100 g Lebensmittel (im Durchschnitt) Eiweißgehalt Hart- und Schnittkäse, Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte (ungekocht) 20 g Ei, Quark, Frischkäse,Wurst 13 g Nudeln, Mehl 13 g Brot, Reis 8g Gemüse, Kartoffeln, Obst 1–2g Beobachtung der Nahrungsaufnahme Quantität Qualität Dauer der Nahrungsaufnahme Völlegefühl? Blähungen? Aufstoßen? Tellermonitoring Tellermonitoring Tellermonitoring Berechnung der Kalorienzufuhr – Wochenprotokoll Patient: Körpergröße: Errechneter Energiebedarf: Kostform: Gewicht: Datum Trinknahrung Kcal gesamt 0 Frühstück (kcal) 500 350 250 150 0 Mittag (kcal) 800 600 400 200 0 Abend (kcal) 500 350 250 150 0 Menge Kcal: ½ 1 2 3 150 300 600 900 Enteral/ Parenteral: Datum Während der Nahrungsaufnahme wenig trinken. Trinknahrung Frühstück (kcal) 500 350 250 150 0 Mittag (kcal) 800 600 400 200 0 Abend (kcal) 500 350 250 150 0 Menge Kcal: Kcal gesamt ½ 1 2 3 150 300 600 900 Enteral/ Parenteral: Datum Trinknahrung Frühstück (kcal) 500 350 250 150 0 Mittag (kcal) 800 600 400 200 0 Abend (kcal) 500 350 250 150 0 Menge Kcal: Kcal gesamt ½ 1 2 3 150 300 600 900 Enteral/ Parenteral: Datum Trinknahrung Frühstück (kcal) 500 350 250 150 0 Mittag (kcal) 800 600 400 200 0 Abend (kcal) 500 350 250 150 0 Menge Kcal: Kcal gesamt ½ 1 2 3 150 300 600 900 Enteral/ Parenteral: Datum Trinknahrung Frühstück (kcal) 500 350 250 150 0 Mittag (kcal) 800 600 400 200 0 Abend (kcal) 500 350 250 150 0 Menge Kcal: Kcal gesamt ½ 1 2 3 150 300 600 900 Enteral/ Parenteral: Datum Trinknahrung Frühstück (kcal) 500 350 250 150 0 Mittag (kcal) 800 600 400 200 0 Abend (kcal) 500 350 250 150 0 Menge Kcal: Kcal gesamt ½ 1 2 3 150 300 600 900 Enteral/ Parenteral: Datum Trinknahrung Frühstück (kcal) 500 350 250 150 0 Mittag (kcal) 800 600 400 200 0 Abend (kcal) 500 350 250 150 0 Menge Enteral/ Parenteral: Kcal: Kcal gesamt ½ 1 2 3 150 300 600 900 Stufenplan zur Optimierung der Ernährung Stufenplan Stufe 7 Parenterale Ernährung Stufe 6 Parenterale Supplementierung (PE unterhalb des Tageskalorienbedarfs) Stufe 5 Sondennahrung Stufe 4 Supplementierung mit Sondennahrung (Sondenernährung unterhalb des Tageskalorienbedarfs) Stufe 3 Supplementierung mit Trinknahrung (Cubitan, Fresubin etc.) Stufe 2 Energieangereicherte Normalkost (Duocal, Resource, Protein Powder, Maltodextrin 6 oder Calogen) Stufe 1 Normalkost angepasst an die Bedürfnisse der Patienten (Wunschkost, Eiweißreiche Kost in BISI anfordern) Bitte jede Maßnahme im Pflegeplan oder in der Anordnung dokumentieren. Leitlinie Trinknahrung Chirurgische Klinik Trinknahrung Verdauungsleistung/Stoffwechsel weitgehend normal * Eiweißreich 1kal/ml ohne Ballaststoffe Cubitan 1,25:1 (Vanille, Erdbeere, Kakao) + Zink Fortifresh (Kakao, Vanille, Waldfrucht) Verdauungsleistung stark eingeschränkt Hochkalorisch mit Ballaststoffen Fresubin energy plus 1,5:1 (Erdbeere, Schokolade, Cappuccino) Hochkalorisch ohne Ballaststoffe Fortimel Energy neutral 1,5:1 (ohne Geschmack) Fortimel Energy compact 2,4:1 (Cappuccino, Vanille) Fortimel Creme Pudding 1. Prä-Dialyse-Phase → Eiweißbedarf erniedrigt: Renilon 2:1 (ohne Ballaststoffe, mineralstoffarm) 2. Dialyse-Phase → Nepro Abbott 2:1 ((ohne Ballaststoffe, mineralstoffarm) 1,6:1 (Vanille, Schokolade) Fortimel Joghurt Style 1,5:1 * Kohlehydratreich, fettfrei, bei Lactoseintoleranz geeignet ohne Ballaststoffe Fortimel jucy cassis (Waldfrucht) Resource fruit (Orange, Birne/Kirsch, Johannisbeere/Himbeere) ) (Pfirsich/Orange, Vanille/Zitrone) Stomaverluste Stuhlfrequenz Diarrhoe Isosource GI Control 1:1 Nutricia preOp 0,5:1 ist eine klare, kohlenhydratreiche Trinknahrung ohne Fett und Eiweiß. mit löslichen Ballaststoffen (Vanille, Banane) * Nicht zur ausschließlichen Ernährung Leitlinie Trinknahrung Chirurgie PET: B. Trierweiler-Hauke Letzte Aktualisierung: 14.02.2014 Parameter Gewichtsabnahme – Kinetik (Cave! Oedeme) Albumin, Gesamteiweiß, CHE Präalbumin (HWZ 2 Tage) – frühzeitige Identifikation von Mangelzuständen Transferrin (HWZ 8 Tagen) < 2g/l als Hinweis für Proteinmangel Therapie der Appetitlosigkeit Ursache beseitigen Ernährung und Essverhalten Kleine Portionen, öfter am Tag Nahrung immer frisch Heiße Speisen immer heiß Kühle Getränke kühl Trinken während dem Essen einschränken Kochen und Essen mit Familie und Freunden Bewegung täglich regelmäßig wenn möglich im Freien Bürstenmassagen Tag-Nacht-Rhythmus pflegen Therapie der Appetitlosigkeit Speisen- und Umgebungsgestaltung Garnieren Gewürze Umgebung gestalten keine hinderlichen Gerüche „Selbstgemachtes“ Eis Frisches Obst und Gemüse Fernsehkonsum - Kochsendungen Medikamentös Gestagen (Megestat 160-320mg) Steroide (Prednisolon 20 mg, Dexamethason 4-8 mg) Cannabinoid (Dronabinol) Als Appetitstimulans kann die zweimal tägliche Gabe von 2,5mg (=0,1ml) Dronabinol ausreichen. Als Antiemetikum im Rahmen einer Chemotherapie werden 5 bis 20mg (=0,2 bis 0,8ml) 1 bis 3 Stunden vor der Chemotherapie, dann alle 2 bis 4 Stunden mit bis zu sechs Gaben pro Tag nach Ende der Chemotherapie eingenommen. Bitterelixier Pepsinwein (?) Zusatznahrung Warum geben wir Calogen®? 405 kcal/90 ml Calogen ist eine Fett-Emulsion zur Energieanreicherung auf der Basis von pflanzlichen Fetten. Fettemulsion zur Energieanreicherung hohe Energiedichte: 4,5 kcal/ml (3 x 30 ml = 405 kcal glutenfrei, ballaststoffrei in 3 Varianten (Erdbeer, Banane, Neutral) Einnahme nach der Mahlzeit – am 1. Tag starten mit 2 x 30 ml (= 270 kcal, ab dem 2. Tag 3 x 30 ml (= 405 kcal). Bitte kühl verabreichen! Der Start erfolgt deshalb mit reduzierter Dosierung, weil der Patient aufgrund des hohen Fettanteils mit Durchfall reagieren könnte. Zusatznahrung Protein Powder: 360 kcal/100g Molkeneiweißkonzentrat zum Anreichern von kalten und warmen Speisen und Getränken Hochwertiges Molkeneiweiß Geschmacksneutral Dosierung: 2 - 3 mal pro Tag 2 - 3 Messlöffel zur ergänzenden Ernährung Indikation: Erhöhter Eiweißbedarf Wie anwenden? 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. Tomatensuppe (200 ml = 49 kcal) Spargelsuppe (200 ml = 53 kcal) Alete Birne & Apfel (190 g = 93 kcal) Alete Apfel (190 g= 89 kcal) Karottensaft (200 ml = 56 kcal) Apfelsaft ( 200 ml = 76 kcal) Hipp KürbisKartoffelBioRind (190 g = 116 kcal) Zusatznahrung Handhabung wie ein Medikament Verabreichung von kleinen Portionen und langsam trinken Trinknahrung zwischen den Mahlzeiten anbieten, nicht zu den Mahlzeiten Patient soll getrunkene Portionen selber dokumentieren und positiv verstärken Gekühlte Nahrung anbieten Bestimmte Geschmacksvarianten ggf. warm anbieten Angebrochene TN nur max. 24 h im Kühlschrank aufbewahren Bewertung Wurden die Ziele erreicht?