Tumor- zentrum: Gemeinsam mehr Chancen.

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Krebs
Ein grosses Potenzial
Immuntherapie gegen Krebs, Schwerpunkte bei der Forschung, Finanzierbar­
keit von neuen Medikamenten. Sieben Fragen an Prof. Dr. Christoph Rochlitz,
Vorsitzender Tumorzentrum, Universitätsspital Basel.
Welches sind die drei grössten Fortschritte im
Kampf gegen Krebs in den vergangenen Jahren?
Das ist ein riesiges Feld. Fortschritte gab es
in allen möglichen Bereichen. Einen einzelnen grossen Fortschritt bei der Krebsbehandlung gibt es nicht und wird es wohl
auch nicht geben. Meistens sind es viele
kleine Schritte, die in der Summe dann
den Fortschritt ausmachen. Aus meiner
Sicht möchte ich jedoch drei Dinge herausgreifen. Erstens die Antikörpertherapie gegen Brustkrebs, genauer gegen jene
Tumorzentrum:
Gemeinsam
mehr
Chancen.
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doktor stutz
Formen, bei denen der Rezeptor HER2 zu
einer beschleunigten Tumorzellteilung
führt. Zweitens Hemmstoffe, die verschiedene Schlüsselenzyme aus der Gruppe der
Tyrosinkinasen hemmen. Damit gelingt
eine spezifische Behandlung unterschiedlichster Tumoren. Und drittens die sogenannten Checkpoint-Inhibitoren aus der
Immuntherapie.
Welches Potenzial hat eben diese Immun­
therapie?
Meiner Auffassung nach – und da bin ich
nicht allein – ein sehr grosses. Bei der Immuntherapie schlägt man den Krebs mit
seinen eigenen Waffen und verhindert so,
dass er das Immunsystem des menschlichen Körpers austricksen kann. Wir sehen
bereits heute ein gutes Ansprechen und
eine Verlängerung der Überlebenszeit bei
Tumoren, die bisher nur sehr schwer behandelt werden konnten. Beispiele sind
das Melanom, der Lungen- und der Nierenkrebs.
Und die Gentherapie, in die man lange Zeit sehr
hohe Erwartungen hatte?
Ich bin sehr skeptisch, dass sie jemals in
grossem Stil in den klinischen Alltag Einzug halten wird. Bei Tumoren hat sie kaum
Erfolgschancen und meiner Meinung nach
nur sehr geringe Zukunftsaussichten.
Wo ist der Handlungsbedarf am grössten?
Überall dort, wo wir derzeit kaum
Chancen auf Heilung haben und nur
eine bescheidene Lebensverlängerung
möglich ist, und das ist fast immer dann
der Fall, wenn Tumore metastasieren,
das heisst ferne Ableger bilden. Grosser
Handlungsbedarf besteht aber auch bei
der Finanzierbarkeit der neuen Thera­
pien und deren Kostengestaltung. Dieser
Aspekt wird in Zukunft extrem an Bedeutung gewinnen.
Welche Fortschritte werden die nächsten Jahre
bringen?
Eine dramatische Zunahme an neuen, wirksamen Medikamenten. Bei allen Tumorarten werden wir dadurch die Lebenszeit
kontinuierlich verlängern können, wenn
auch zunächst wohl nur in kleinen Schritten. Auch Heilung wird in den nächsten
Jahren wahrscheinlich immer öfter möglich werden, und zwar in Einzelfällen selbst
dann, wenn ein Tumor bereits Metastasen
gemacht hat. Der Fortschritt braucht aber
viel Zeit und einen enormen Forschungsaufwand.
Welche Philosophie verfolgt das Tumor­zentrum
des Universitätsspitals Basel?
Die Behandlungsmöglichkeiten werden
immer besser, gleichzeitig auch immer
komplexer. Deshalb ist die Behandlung
erfolgreicher, wenn sie in einem Tumorzentrum stattfindet. Wir bieten den Patienten
eine klinisch-wissenschaftliche Einrichtung, eine fächerübergreifende, umfassende Diagnostik und Behandlung. Unser Zentrum vereint alle wichtigen Kompetenzen.
Kurze Wege garantieren, dass die Kommunikation zwischen den Spezialisten rasch
stattfindet und die Patienten ganzheitlich
betreut werden. Dabei wird auch der Hausarzt mit einbezogen. Therapiebegleitend
haben wir ein breites Spektrum
von unterstützenden Angeboten.
Auch den Bedürfnissen der Angehörigen versuchen wir mit speziellen Dienstleistungen gerecht
zu werden.
Wie lässt sich die Qualität eines
­Tumorzentrums messen?
Die Zertifizierungsstelle der
Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
hat bereits drei Organtumorzentren des Tumorzentrums im UniProf. Dr. Christoph Rochlitz,
versitätsspital Basel zertifiziert.
Vorsitzender Tumorzentrum und
Erhalten haben das QualitätssieChefarzt Onkologie, Universi­
gel für exzellente Versorgung das
tätsspital Basel.
Brustzentrum, das Gynäkologische Tumorzentrum und das Zentrum für
Hauttumore. Die Zertifizierung bestätigt,
dass Patien­ten grundsätzlich und zu jedem
Zeitpunkt der Erkrankung behandelt werden und dass die Behandlung ganzheitlich
stattfindet. Diese Zertifizierungen sind nur
der Anfang und zeigen, dass wir auf dem
richtigen Weg sind. |
Das Tumorzentrum Universitätsspital Basel bietet
Krebspatientinnen und -patienten ein umfassendes
Angebot für die Behandlung und Nachsorge ihrer
Heilung bei Krebs?
Kein Fortschritt ohne
Forschung
Ein Informationstag des Tumorzentrums
Universitätsspital Basel
für Patientinnen und Patienten, Ange­
hörige und Interessierte. Mit Vorträgen
über Diagnose- und Therapieverfahren,
Forschungsvorhaben und wissenschaftli­
che Studien sowie direkten Gesprächen
mit den Experten.
Erkrankung – auf höchstem Niveau und nach neuestem Stand der Forschung.
unispital-basel.ch/tumorzentrum
Samstag, 23. Januar 2016, 10 bis 16 Uhr
Universitätsspital Basel,
Zentrum für Lehre und Forschung (ZLF),
Hebelstrasse 20, 4031 Basel
Weitere Informationen:
www.unispital-basel.ch/tumorzentrum
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