Ein Blick hinter die Lichtwellenleiter-Technologie

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LWL Technik:
Ein Streifzug durch Theorie und
Praxis
Hermann Christen, Market Development
Wetzikon,
Mai 2014
Agenda
zum Aufwärmen ein kleiner Rückblick in die optische Datenübertragung
LWL Übertragung
 'Performance'-Parameter
 wie beeinflussen sie die Datenübertragungsperformance
 was muss ich bei der Installation und im Betrieb berücksichtigen
LWL Datenübertragungskanal
 Elemente
 wo wirken welche Ü-Parameter
Schlussfolgerung & Empfehlungen
LWL Technik
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zum Aufwärmen ein Rückblick in die
optische Datenübertragung
optische Signale zur Datenübermittlung:
 Handzeichen, Rauchzeichen
 Signalfeuer, Leuchtturm
 Flaggen, Morsen mit Leuchtlampen
Voraussetzungen zur Funktion
 Sichtverbindung
 vereinbarter Code, um die Signale zu verstehen
Grenzen der Datenübertragung
 Distanz
 Sichthemmnisse
 Geschwindigkeit der Codierung / Decodierung
LWL Technik
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Konklusion
Das Augenmerk der optischen Übertragung in der historischen
Betrachtung konzentriert sich auf die Optimierung der
Sichtverbindung.
Das Augenmerk der optischen Übertragung in der modernen
Datenübermittlungstechnik konzentriert sich ebenfalls auf die
Optimierung der Sichtverbindung vom Sender zum Empfänger.
Um Optimieren zu können, muss man die 'begrenzenden'
Einflüsse kennen und entsprechend berücksichtigen
LWL Technik
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LWL Technik
Totalreflexion
elektromagnetische Strahlung
Gamma Röntgen UV
Infrarot Mikrowelle Rundfunk
[www.wikipedia]
sichtbarer Bereich des elektormagnetischen Strahlungsbandes
LWL Technik
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elektromagnetische Strahlung
Gamma Röntgen UV
Infrarot Mikrowelle Rundfunk
nicht sichtbarer IR
Bereich 700 – 2200nm
[www.wikipedia]
sichtbarer Bereich des elektormagnetischen Strahlungsbandes
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Lichtbrechung
Beim Durchgang von einem
optischen Medium in ein zweites optisches Medium mit
anderer Dichte
(z. B. Luft  Wasser) wird das Licht gebremst und erfährt eine
Ablenkung.
Diese Ablenkung heisst Lichtbrechung. Das Ausmass der
Brechung ist abhängig von der Wellenlänge (d.h. rotes Licht
bricht anders als blaues Licht) und dem Dichteunterschied der
beiden optischen Medien.
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Totalreflexion
Unterschreitet der Einfallswinkel
des Lichtes an der Grenzschicht
der beiden optischen Medien eine
bestimmte Grösse, dann wird es
komplett reflektiert.
Dieser Effekt heisst Totalreflexion.
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Totalreflexion in der optischen Faser LWL
LWL Technik
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LWL Basiswissen
Die wichtigsten Begriffe
numerische Apertur
 bestimmt die Energie, welche in eine Faser eingestrahlt
werden kann: je höher der Winkel, desto höher die einstrahlbare Energie
Dämpfung
 beschreibt den Leistungsverlust entlang der
Übertragungsstrecke
Dispersion
 beschreibt die Signalverbreiterung entlang der
Übertragungsstrecke
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LWL Basiswissen
numerische Apertur
Numerische Apertur
Die numerische Apertur ist eine errechenbare Grösse welche
definiert, mit welchem maximalen Einkoppelungswinkel ein
Lichtstrahl in die Faser eingespeist werden muss, damit dieser
in der Faser noch weiter geleitet wird.
Die Numerische Apertur kann mit der Formel
NA =
(n22 – n21) = sin 
Standard SI-POF = NA 0.5 → 30°
Low NA SI-POF = NA 0.3 → 17.5°
berechnet werden.
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Licht einkoppeln
2w0
2
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Licht einkoppeln in Faser
Light rays outside acceptance angle leak out of
core
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LWL Basiswissen
Dämpfungsverluste
Dämpfung
Dämpfung ist die Abnahme der optischen Signalleistung
Biegung
Faser
Verbindung
Pin
Pout
Powerbudget
max.
Emission
Dedektionsschwelle
Verursacht durch Absorbierung, Streuung oder einer
Koppelstelle. Angaben in Dezibel (dB)
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Dämpfungen werden generiert durch…
Faser (Material)
Absorption
Streuung
Kann nicht durch Installateur beeinflusst werden
Verbindung (Faserende zu Faserende)
intrinsisch
extrinsisch
Biegung (Faser und Kabel)
Mikro-Krümmung
Makro-Biegung
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Material-Absorption und Rayleigh Streuung
n1 (cladding)
Material-Absorption
n
3 bis 5 % der Dämpfung
Ursache
Umwandlung in andere
Energieform bei Durchgang Materie
0 (Kern)
n1 (cladding)
Rayleigh Streuung
n
96 % der Dämpfung
Ursache
Dichtefluktuation in Faser
Partikelgrösse (Atoms) in Abhängigkeit von Wellenlänge
0 (Kern)
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Dämpfung in Abhängigkeit der Wellenlänge
Dämpfung [dB/km]
3.5
3.
Fenster
2.
Fenster
1.
Fenster
5.
Fenster
Rayleigh-Streuung (~ 1/l4)
4.
Fenster
SiOH-Absorptionen
2.5
1.5
800
1000
950
1200
1240
1400
1440
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1600
Wellenlänge [nm]
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Zusammenfassung Dämpfungen
interne (Physik der Faser)
• Absorption
• Streuung
• Koppeln von Fasern mit
verschiedenen
•
Kerndurchmessern
•
numerischen Aperturen
•
Brechungsindexprofilen
(mehr dazu später)
externe (mechanische
Einflüsse)
• schlechte Kopplung von
Fasern
•
Versatz / axiales Kippen
•
Faserabstand / Schliff
•
Verschmutzte Stecker
• mechanische Belastungen
•
Temperatur
•
Querdruck
•
Biegung
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LWL Basiswissen
Dispersion
Dispersion
Die Dispersion beschreibt die Singalverbreiterung und –
abflachung. Je länger die Übertragungsstrecke, desto grösser
die Dispersion.
Ist die Dispersion zu hoch, kann der Empfänger die Signale
nicht mehr unterscheiden.
Dispersion wird durch drei Effekte erzeugt:
 Modendispersion
 chromatische Dispersion
 Polarisationsmoden Dispersion  nur für WAN relevant
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Moden
Vereinfachung: Mode = in der Faser geführter Lichtstrahl
Die Anzahl Moden ist abhängig von der NA, dem
Faserdurchmesser und der Wellenlänge.
Anzahl Moden M = 0.25x(pxdxNA/l)2
Jeder Mode hat seinen individuellen "Weg" durch die Glasfaser
 Modendispersion.
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Modendispersion
Beim Einkoppeln von Licht in eine Faser werden Lichtstrahlen
weiter geleitet, welche mit unterschiedlichen Einkoppelungswinkeln eingetreten sind.
cladding
grün = kürzeste Strecke
limit
core
rot = längste Strecke
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Chromatische Dispersion
Eine Lichtquelle emittiert in der Regel polychromatisches Licht,
also ein Gemisch aus verschiedenen Lichtwellenlängen, die
wir, z.B. bei Tageslicht oder bei Stubenlampen als 'weiss'
wahrnehmen.
Wir wissen, dass die Anzahl Moden und des Grenzwinkels u.a.
von der Wellenlänge des Lichtes abhängig ist  damit
generieren Moden, die das Signal zusätzlich verbreitern.
Dabei gilt:
LED schlechter als VCSEL schlechter als Laser
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Dipsersion, Effekt allgemeien
Eingangssignal
Ausgangssignal nach Lx
L1
L2 + L2
L1 + L2 + L3
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Bandbreiten-Längenprodukt
Die Dispersion bei einer bestimmten Wellenlänge wird als
Bandbreiten-Längenprodukt
angegeben (z.B. 850 nm; 1200MHz/km).
Das bedeutet, dass nach 1 km Faserlänge die einzelnen
Signale so ineinander geflossen sind, dass sie nicht mehr
auseinander zu halten sind.
Mit der oben genannten Faser können Sie 1200 MHz über
1000m, resp. 600 MHz über 2 km, resp. 2400 MHz über 500
problemlos übertragen.
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Zusammenfassung "LWL Basiswissen"
Bezeichnung
Auswirkung
Begrenzung
Dämpfung
Leistungsverluste
entlang der
LWL-Strecke
Übertragungsdistanz
2
Dispersion
Pulsverbreiterung
und
Signalabschwächung
SignalBandbreite &
Übertragunsdistanz
3
Numerische
Apertur (NA)
[-]
Einkoppelverluste
LED/Laser  Faser
Faser  Faser
Faser  z.B. APD*
Einkoppelbare
Leistung
1
* Avalanche Photodiode
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LWL Übertragungskanal
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LWL Übertragungskanal
Element
Aufgabe
massgeblicher Störeffekt
Patchcord
Verbindungskabel, beidseitig
konfektioniert
Dämpfung
zentriert und hält die Faser,
verschnappt mit der Kupplung
Dämpfung
Kupplung
führt zwei Stecker zentrisch;
Gegenstück zu
Schnappmechanismus des Steckers
Dämpfung
Installationskabel
leitet die Daten
Modendispersion
Stecker
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Reduzieren der Einflussgrössen
Faseraufbau
Aufbau einer optischen Faser
Ø xx µm
αin αout
Reflektion
n2 (Mantel)
n1 (Kern)
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Ø yy µm
PrimärSchutz
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Fasertypen
PMMA
Polimetilmetalcrilate
HCSF (PCF)
Hard Clad Silica Fiber
GOF
Glass Optical Fiber
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Aufbau des LWL Kernes
Stufenindex
Kern =
Konstant
brechender Index
Multi-Stufenindex Gradientenindex
Kern=
Mehrerschichten
mit ungleichen
Brechungsindexen
Kern =
parabolischer
Index
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Moden Dispersion bei Multimodefasern
einschränken = Gradientenindex Profil
• grösste optische Dichte in der Mitte der Faser = "Bremse"
• optische Dichte im Faserkern nimmt mit zunehmenden
Abstand zum Zentrum ab = "Autobahn"
• Zeitunterschied zwischen langsamen und schnellen Moden
ist minimiert
cladding
V2>V1 parabolischer Index
“geringere” Laufzeitunterschiede →
höhere BandbreitexLänge
limit
core
z.B. MM 50/125; 62.5/125
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"Randmoden"
Gerade im Betrieb mit LED's entstehen Moden, welche sich
auch im Mantelglas fort bewegen.
Diese verlieren sich jedoch auf der Strecke oder bei FaserFaserkontaktstellen (abstreifen).
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Beherrschen der Einflussgrössen
Installation und Handling
Fehler beim Installieren
Die gute Nachrichten zuerst:
 LWL Kabel und LWL Assemblies sind betreffend Handling
sehr 'gutmütig'. Fehler wirken sich in der Regel nicht auf
die Übertragungsperformance aus…
 messbare Fehler entstehen in der Regel bei Faser-FaserKontaktstellen (Stecker / Spleisse)
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Dämpfungen durch Koppelfehler
(Verbinden von Fasern durch Steckung oder Spleiss)
Versatz (nur bei Spleissen)
Luftspalt
nicht-axiale Steckung
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Seite 43
Dämpfungen durch Koppelfehler
(Verbinden von Fasern durch Steckung oder Spleiss)
Unterschiede in Faserparameter
Kerndurchmesser
Numerische Apertur
Brechungsindex-Profile
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Elemente LWL Übertragungskanal
Störeffekte
Element
wirksamer Effekt
Effekt mindern
Patchcord
Dämpfung
• Biegeradien
• Querdruck
Stecker /
Kupplung
Dämpfung, Reflektion
• Reinigung Stecker und Kupplung
• nur fasergleiche Komponenten
benutzen
Installationskabel
Dämpfung, Moden DISPERSION
• Biegeradien
• Querdruck
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Dämpfungserhöhung
Dämpfungserhöhungen im Datenkanal lassen sich meistens
auf nicht gereinigte Steckeroberflächen zurück führen
 beide Stecker reinigen, dann stecken
Auch wenn zu eng verlegte Installationskabel oder Patch Cords
in der Regel bei Wellenlängen bis 1310nm nicht mit messbaren
Dämpfungserhöhungen reagieren…
 wegen Lebensdauer Biegeradien trotzdem einhalten
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Dämpfungen durch Handlingsfehler
Oberflächenrauhheit/ Verschmutzung
n0
(K
er
n)
n1
(c
la
dd
in
g)
Mikrokrümmungen
bei Faserherstellung
durch Querdruckbelastung
Makrokrümmungen
Installation
Tieftemperatur *)
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Empfehlungen
Faser
Grundsätzlich deckt die Singlemodefaser alle Bedürfnisse ab!
Weitere Fasern wären nicht notwendig.
Die Gründe, warum trotzdem verschiedene Fasertypen zum
Einsatz kommen sind:
 Kosten
 Steckkomponenten
 Aktivkomponenten
 Unterhalt
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Typische Einsatzgebiete der Fasertypen
Fasertyp
Stärke
Schwächen
Applikation
SM 9 m
•
•
•
Empfindlichkeit
bei langen
Wellenlängen
Kosten
Equipment
•
•
WAN
Campus
BxL Produkt
Dämpfung
•
MM 50 m
•
Dämpfung
•
max. 500m / 10 G
•
•
•
Campus
Steigzone
Kommunikation im Feld
PCF 200 m
•
Feldmontage
Equipment
•
max. 200m (1G)
•
•
•
Maschinen Backbone
Maschinensignale
Kommunikation im Feld
Feldmontage
Equipment
•
max. 70m (1 G)
•
•
Maschinensignale
Home Verkabelung
•
POF 1000 m
•
•
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Backbone
Stecker
Automation
IEC
SC
E-2000
ST
FC
LC
MT-RJ
MPO
61754-4
61754-15
61754-2
61754-13
61754-20
61754-18
61754-7
Anzahl
Fasern
1
2
12 -24
Ferrulenmaterial
Keramik
Kunststoff
Führung
Hülse
Pin
Ferrulen Ø
Verschluss
1.25
mm
2.5 mm
pushpull
Hebel Bajonett
Verschr
aubt
Hebel
LWL Technik
na
Hebel
pushpull
Seite 51
Zusammenfassung Technik
Zwei wesentliche Parameter, welche die
Übertragungseigenschaft beeinflussen
 Dämpfung (Verbindungen, abhängig von Wellenlänge)
 Modendispersion (Installationskabel, abhängig von
Wellenlänge)
Modendispersion kann nur auf Kosten erhöhter Dämpfung
beeinflusst werden
Dämpfung durch
 Verschmutzung Stecker/Kupplung
 mechanische Einflüsse (Biegung, Druck, Versatz,
Fasermischung)
LWL Technik
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Zusammenfassung Produkte
Für Gebäudeverkabelung (Büro, Fabrikhalle, Backbone,
Automationsverkabelung) genügt die 50 m Faser vollauf.
Im Betrieb wenig belastete Netzwerke (Vibration, Handling):
 LC Verbinder (1.25mm Ferrule)
Im Betrieb belastete Netzwerke
 SC Verbinder (2,5mm Ferrule)
Belastungen Temperatur / Feuchte / Gase  kein Unterschied
zwischen LC und SC.
LWL Technik
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Fragen?
Besten Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
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