Erfolgreiches Therapiekonzept des Diabetischen Fußsyndroms B. Braun WoundCare Klinische Bedeutung Hauptrisikofaktoren sind: \ Der Diabetes selbst: lange Diabetesdauer, komplizierter Verlauf, ungenügende Stoffwechseleinstellung \ Vorliegen einer Neuropathie (sensorisch, motorisch, autonom) \ Vorliegen einer arteriellen Verschlusskrankheit \ Fortgeschrittenes Alter [ Tab. 1 ] Inhalt Klinische Bedeutung 2 Pathophysiologie Therapieprinzipien des diabet. Fußulcus Druckentlastung 12 Wunddebridement 12 Neuropathie 4 Lokale Wundbehandlung 13 Eingeschränkte Gelenkbeweglichkeit 4 Infektbehandlung 13 Fußdeformierungen 4 Revaskularisation 14 Amputation 14 DNOAP, Charcot-Fuß 15 Rezidivprophylaxe 15 Behandlungspfad 15 Periphere arterielle Verschlusskrankheit 5 Auslöser von Fußverletzungen 5 Prävention von Fußläsionen Einstellung der Risikofaktoren 6 Identifikation von Risikopersonen 6 Schulung 6 Produktübersicht B. Braun 16 Podologische Behandlung 7 Wundspülung / Antiseptik 20 Schuhversorgung 7 Ergänzende Therapiefelder 26 Diabetes 26 Desinfektion & Schutzkleidung 27 Diagnostik beim diabetischen Fußulcus Anamnese 8 Klinische Fußuntersuchung 9 Weiterführende Diagnostik 10 2 Bildnachweis: Deutsches Institut für Wundheilung, B. Braun Melsungen AG Autoren: Dr. Wolf-Rüdiger Klare (Internist/Diabetologe) und Dr. Stephan Eder (Gefäßchirurg/Phlebologe) Deutsches Institut für Wundheilung Fritz-Reichle-Ring 8 78315 Radolfzell November 2007 Klinische Bedeutung Weitere Risikofaktoren (Auswahl): \ Eingeschränkte Gelenkbeweglichkeit (limited joint mobility) \ Fußdeformitäten \ Ungeeignetes Schuhwerk \ Mangelhafte/falsche Fußpflege \ Motorische Funktionseinschränkungen/Paresen \ Visuseinschränkungen \ Adipositas (BMI > 35 kg/m2) \ Alkoholkrankheit [ Tab. 2 ] [ Abb. 1 ] Diabetes-Statistik Klinische Bedeutung Läsionen am Fuß von Patienten mit Diabetes mellitus können zu Komplikationen führen, die bei verzögerter oder ineffektiver Therapie die Amputation der gesamten Extremität zur Folge haben. Der Typ 2-Diabetes ist mit 11% die vierthäufigste Diagnose der Hausarzt-Internisten und mit 8% die fünfthäufigste Behandlungsdiagnose aller Allgemeinärzte. Weltweit wird in den nächsten 20 Jahren eine Verdopplung der Diabetikerzahlen erwartet [ Abb. 1 ]. 2–10% der Diabetiker haben ein Fußulcus. Das sind bei derzeit ca. 6 Millionen Diabetikern in Deutschland 120.000–600.000 Patienten. In Deutschland werden ca. 70% aller Amputationen bei Diabetikern durchgeführt. Das sind nach Zahlen der AOK aus dem Jahr 2001 mehr als 29.000 Major- und Minoramputationen. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern ist diese Zahl hoch, zumal die Amputationszahlen in Deutschland eher noch steigen. Nach einer Oberschenkelamputation bleiben weniger als 50% der Patienten gehfähig. 5 Jahre nach erfolgter Majoramputation lebt nur noch ein Viertel der betroffenen Patienten im Vergleich zu 80% ohne Majoramputation. \ Diabetes-Fußambulanz Die Diabetes-Fußambulanz bietet eine weitergehende Diagnostik incl. nicht invasiver Gefäßdiagnostik und eine strukturierte proRisikofaktoren blembezogene Schulung an. Sie behandelt Fußläsionen bei Diabetikern sind das ErLäsionen bis zum Stadium Wagner 2 A, gebnis eines multifaktoriellen Geschehens. arbeitet strukturiert zusammen mit: Podo[ Tab. 1, 2 ] logen, Orthopädieschuhmachern und Versorgungsstrukturen –mechanikern sowie häuslichen PflegeFür eine erfolgreiche Betreuung von Patien- diensten vor Ort. Sie ist in der Lage, die ten mit einem Diabetischen Fußsyndrom ist Leistung innerhalb des nächsten Arbeitsdie Zusammenarbeit verschiedener Versor- tages anzubieten. gungsebenen und unterschiedlicher Beruf\ Stationäres Kompetenzzentrum gruppen von entscheidender Bedeutung. In Das stationäre Kompetenzzentrum bietet Deutschland sind im Rahmen des Diseasedie gesamte Palette der erforderlichen Management-Programms (DMP) für DiabeDiagnostik einschließlich DS- und MR-Antiker die Versorgungsebenen und ihre jegiographie, erbringt interventionelle radioweiligen Aufgaben definiert: logische und gefäßchirurgische Eingriffe, \ Hausarzt hat die Möglichkeit der septischen oder Der Hausarzt ist für die Anamnese und die orthopädischen Chirurgie incl. funktionsBasisdiagnostik zuständig (Neuropathieorientierter Amputation. Die ZusammenSymptom Score, Inspektion, Palpation, Neu- arbeit der entsprechenden Fachdisziplinen rofilament-Untersuchung der Füße). Er legt (Diabetologie, (interventionelle) Radiologie, die Untersuchungsintervalle fest und veran- Gefäßchirurgie, Chirurgie) ist organisiert. lasst die Schulung. Bei Vorliegen eines Hoch- Diagnostik und Therapie sind innerhalb von risikofußes oder einer Fußläsion überweist er 24 Stunden möglich. Die ambulante Weiterden Patienten in eine Diabetes-Fußambulanz. behandlung ist organisiert. Oberstes Ziel bei der Behandlung des diabetischen Fußsyndroms muss es daher sein, Majoramputationen zu vermeiden. 3 Pathophysiologie [ Abb. 2 ] Verbrennungen am Lagerfeuer [ Abb. 3 ] Malum perforans Neuropathie Die diabetische Neuropathie ist der wichtigste pathophysiologische Faktor bei der Entstehung von Fußulcera. Bei etwa 30% aller Diabetiker ist mit dem Vorliegen einer sensomotorischen und autonomen Neuropathie zu rechnen. Bei Patienten mit einem Ulcus finden sich in 70–100% der Fälle Zeichen der peripheren Neuropathie. Durch prolongierte Hyperglykämie werden sämtliche Funktionen der peripheren Nerven geschädigt. Weil das Empfinden für Schmerz, Berührung und Temperatur eingeschränkt bzw. aufgehoben ist, werden mechanische oder thermische Alterationen nicht bemerkt, Schutzreflexe sind aufgehoben. Hinzu kommt eine Beeinträchtigung der Tiefensensibilität. Ein gestörtes Gangbild mit abnormen biomechanischen Belastungen des Fußes fördert über pathologische Druck- und Scherkräfte zusätzlich die Bildung von Schwielenulcera. Die gestörte Innervation der kleinen Fußmuskeln fördert die Ausbildung von Fehlstellungen wie z.B. Krallenzehen. Die klassische neuropathische Läsion ist das Malum perforans [ Abb. 3 ], das an besonders druckbelasteten Regionen der 4 Fußsohle, v.a. im Vorfußbereich, entsteht. Durch Druck- und Scherkräfte kommt es zu Schwielenhämatomen, die sich infizieren können und teils schon das darunter liegende Gelenk erfasst haben, ehe das Ulcus nach außen „durchbricht“. Schwielen müssen daher konsequent abgetragen werden, um diesen Vorgang frühzeitig zu erkennen, bzw. zu verhindern. Die Schädigung der autonomen Nervenfasern führt u.a. zu einer herabgesetzten Schweißsekretion. Trockene Haut wird rissig und ist mechanisch weniger belastbar. Rhagaden können Eintrittpforten für Bakterien und damit Ausgangspunkt von schlecht heilenden Wunden und Infektionen werden. Insgesamt wird durch die Neuropathie die gesamte Körperregion „Fuß“ aus der Wahrnehmung des Patienten ausgeblendet. Dieser „Leibesinselschwund“ hat für das Verhalten des Betroffenen weit reichende Konsequenzen und erfordert geduldige und wiederholte Motivation und Hilfestellung bei der Umsetzung der unten empfohlenen Präventionsmaßnahmen. [ Abb. 4 ] Zehenfehlstellungen sind beim Diabetiker häufig Eingeschränkte Gelenkbeweglichkeit „limited joint mobility“ Langjähriger Diabetes hat die Glykierung von Strukturproteinen an Gelenken, Sehnen, Weichteilen und Haut zur Folge. Das beeinträchtigt die Beweglichkeit der Zehengelenke. Auch das führt zu abnormen Druckbelastungen (z.B. im Bereich der Großzehe). Fußdeformierungen Fußdeformierungen wie beispielsweise ein ausgeprägter Spreizfuß, Hammerzehen oder ein Hallux valgus können ebenfalls zu Druckläsionen führen [ Abb. 4 ]. Pathophysiologie [ Abb. 5 ] Röntgen nativ Mediasklerose interdigital [ Abb. 6 ] unpassendes Schuhwerk Periphere arterielle Verschlusskrankheit Auslöser von Fußverletzungen Die diabetische Angiopathie ist eine spezielle Form der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) und betrifft überproportional häufig die Arteria profunda femoris und die Unterschenkelarterien. Sie ist bei Diabetikern der Hauptrisikofaktor für den Extremitätenverlust. Eine relevante pAVK ist bei der Hälfte der Fußläsionen an deren Entstehung oder Persistenz beteiligt. Vor allem bei einer aufgetretenen Fußläsion führt eine Minderperfusion zu einer deutlichen Prognoseverschlechterung. In den allermeisten Fällen geht einem diabetischen Fußulcus ein externes Trauma voraus. Inadäquates Schuhwerk [ Abb. 6 ] mit Druckläsionen ist dabei die Hauptursache. Fehlende oder unsachgemäße Fußpflege und Anstoßtraumen (z.B. durch Barfußlaufen) sind weitere mögliche Ursachen. Ähnliches gilt für den Begriff „diabetische Mikroangiopathie“. Hier ist die Endstrombahn betroffen. Diese Mikrozirkulationsstörungen treten gehäuft bei Diabetikern auf und führen u.a. durch Gefäßwandveränderungen, arteriovenöse Shunts und Mikroaneurysmen zu Störungen des interstitiellen Stoffwechsels und der Hämodynamik. Eine arterielle Verschlusskrankheit resultiert hieraus nicht. Die häufig genannte Mediasklerose des Diabetikers führt per se nicht zu einer Minderperfusion der Extremität. Hierbei handelt es sich um komplexe metabolische Veränderungen, die vor allem aufgrund einer Neuropathie zur nicht stenosierenden Kalzifizierung der Tunica media der arteriellen Gefäßwand führen [ Abb. 5 ]. 5 Prävention von Fußläsionen Risikoklassifizierungssystem der International Working Group on the Diabetic Foot (IWGDF) für das Auftreten von Fußläsionen Kategorie Befunde Risikoeinstufung Untersuchungen 0 keine sensomotorische Neuropathie niedriges Risiko 1 x jährlich 1 sensomotorische Neuropathie erhöhtes Risiko 1 x alle 6 Monate 2 sensomotorische Neuropathie hohes Risiko und Zeichen einer pAVK und/oder Fußdeformitäten 1 x alle 3 Monate 3 früheres Ulcus 1 x alle 1-3 Monate hohes Risiko [ Abb. 7 ] Hornhautabtragung [ Tab. 3 ] Risikoklassifizierungssystem der IWGDF (International Working Group on the Diabetic Foot) für das Auftreten von Fußläsionen Einstellung der Risikofaktoren Identifikation von Risikopersonen Eine Sekundärprävention der diabetischen Neuropathie ist in gewissem Umfang durch eine normnahe Blutzuckereinstellung zu erreichen. Die konsequente Behandlung eines erhöhten Blutdrucks, der Verzicht auf Nikotinkonsum und die Behandlung einer Dyslipidämie sind für die Prävention einer pAVK von großer Bedeutung. Die Identifikation von Risikopersonen durch den Hausarzt ist die Voraussetzung für eine wirksame Prävention von Fußkomplikationen. Bei jedem Diabetiker muss daher geklärt sein, ob einer oder mehrere der o.g. Risikofaktoren vorliegen. Bei der Erstuntersuchung ist daher eine Untersuchung der Füße, der Strümpfe und der Schuhe erforderlich. Je nach Befund können die Patienten einer Risikoklasse zugeordnet und danach die weiteren Untersuchungsintervalle festgelegt werden [ Tab. 3 ]. Schulung von Patienten, Familienangehörigen und an der Behandlung Beteiligter Jeder Diabetiker hat in Deutschland einen Anspruch auf Teilnahme an einer strukturierten Patientenschulung. Diese Schulung sollte vom Hausarzt unbedingt organisiert werden. In allen Schulungsprogrammen wird ausführlich darauf eingegangen, wodurch die Füße von Diabetikern gefährdet sind und welche Maßnahmen der Vorbeugung getroffen werden sollen: \ Tägliche Reinigung der Füße mit lauwarmem Wasser \ Einreiben mit Feuchtigkeitscreme \ Verletzungsfreie Nagelpflege, Beseitigung von Schwielen \ Versorgung mit geeignetem Schuhwerk Bei Hochrisikopatienten sind zusätzlich individuelle Beratungen erforderlich. In diesem Zusammenhang kann schon die Aushändigung eines Informationsblattes (www.deutsches-wundinstitut.de) mit den wichtigsten Empfehlungen hilfreich sein. 6 Prävention von Fußläsionen [ Abb. 8 ] „Diabetesschutzschuh“ [ Abb. 9–11 ] orthopädischer Maßschuh Podologische Behandlung Schuhversorgung Meist können gerade die besonders gefährdeten Patienten eine verletzungsfreie Fußpflege nicht selbst durchführen. Es ist belegt, dass eine qualifizierte podologische Fußbehandlungspflege das Auftreten erneuter Fußläsionen und die Anzahl erforderlicher stationärer Aufnahmen erheblich reduzieren kann. Seit 2001 ist die Behandlung durch staatlich geprüfte Podologen in die Leistungspflicht der GKV aufgenommen (www.podologenverband.de). Das Tragen protektiven Schuhwerks trägt nachweislich zur Prävention des Auftretens eines Fußulcus sowie zur Rezidivprophylaxe bei. Dieses Schuhwerk muss v.a. eine geeignete Fußbettung und Passgenauigkeit zur Vermeidung von Druck und Einengungen gewährleisten. Je nach Grad der Fußdeformität und Aktivitätsgrad Podologische Komplexbehandlung kann und sollte verordnet werden für Diabetiker mit Neuropathie und/oder pAVK, bei denen das Nagel- bzw. Hornhautwachstum krankhaft gestört ist. Das gilt natürlich insbesondere für Patienten mit abgeheiltem Ulcus. unterscheidet sich der Aufwand in der Schuhversorgung. Die Palette reicht vom üblichen Sportschuh mit Weichbettung über konfektionierte „Diabetesschutzschuhe“ [ Abb. 8 ] mit individueller Fußbettung bis zum orthopädischen Maßschuh mit aufwändigen Spezialzurichtungen [ Abb. 9-11 ]. www.diabetes-versorgungsleitlinien.de \ Verordnungskriterien zur Schuhversorgung beim diabetischen Fußsyndrom je nach Schweregrad wurden von Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß der Deutschen Diabetesgesellschaft (DDG, www.ddg.info, www.ag-fussddg.de), der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie (DGOOC, www.orthopaedie-unfallchirurgie.de) sowie Orthopädieschuhmachern und Orthopädietechnikern erarbeitet. Diese Empfehlungen sind in die Nationalen Versorgungsleitlinie Typ-2-Diabetes, Präventions- und Behandlungsstrategien für Fußkomplikationen (12/2006, www.diabetes-versorgungsleitlinien.de) aufgenommen worden. Der verordnende Arzt muss zusammen mit dem Orthopädieschuhmachermeister die entsprechende Versorgungsart auswählen, die Passgenauigkeit kontrollieren und die Einlaufphase überwachen. Die Schuhe müssen regelmäßig vom Orthopädieschuhmacher auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft und gegebenenfalls abgeändert werden. 7 Diagnostik beim diabetischen Fußulcus [ Abb. 12 ] massive trophische Störungen [ Abb. 13 ] [ Abb. 14 ] 2 A [ Abb. 15 ] 3 D [ Abb. 16 ] 5 B Anamnese Folgende Fragen sind zu beantworten und zu überprüfen: Genese des Ulcus? \ Schuhwerk? \ Fußpflege? \ Anstoßtrauma? \ Schwiele? \ Nagelpilz, Unguis incarnatus? \ … Hinweise auf Neuropathie? Anamnestische Angaben, die auf eine Neuropathie hinweisen: \ Lange Diabetesdauer / schlechte Stoffwechseleinstellung / vorausgegangene Läsion(en) / zusätzlicher Alkoholabusus \ Symptome der Neuropathie (Neuropathie-Symptom Score, NSS): Brennen, Taubheitsgefühl, Parästhesien, Schwächegefühl, Krämpfe, Schmerzen? Vor allem nachts? Besserung beim Gehen? Hinweise auf pAVK? Anamnestische Angaben, die auf eine pAVK hinweisen: \ Nikotinabusus? \ Arterielle Hypertonie? \ Dyslipoproteinämie? \ Koronare Herzerkrankung? \ Claudicatio intermittens, Ruheschmerzen? 8 Ruheschmerzen bei pAVK sind lageabhängig und treten durch den zusätzlichen hydrostatischen Druck weniger bei Beintieflagerung oder im Sitzen auf. Somit werden anamnestisch vor allem nächtliche Schmerzen im Bett (Hochlagerung) angegeben, die zum Aufwachen führen. Eine Schmerzlinderung verschaffen sich die betroffenen Patienten durch Herabhängen der Beine, Aufsitzen oder kurzes Umhergehen (Aufstehen). Schwierig ist diese Schmerzanamnese bei der häufig gleichzeitig bestehenden sensiblen Neuropathie des Diabetikers, die trotz relevanter AVK somit nur in 25% angegeben wird. Diagnostik beim diabetischen Fußulcus Wagner-Armstrong-Klassifikation des Diabetischen Fußes 0 1 2 3 Hochrisikofuß Z.n.Fußläsion oberflächl. Wunde Cutis, Subcutis Wunde bis Sehne, Gelenkkapsel Wunde bis Knochen, Nekrose von Gelenk Fußteilen Nekrose des Fußes B + Infektion + Infektion + Infektion + Infektion + Infektion C + Ischämie + Ischämie + Ischämie + Ischämie + Ischämie D + Infektion und Ischämie + Infektion und Ischämie + Infektion und Ischämie + Infektion und Ischämie + Infektion und Ischämie A 4 5 Validation of a Diabetic Wound Classification System. Armstrong et al, Diabetes Care 1998;21:855 [ Tab. 4 ] Klinische Fußuntersuchung Die Inspektion des Fußes ist die wichtigste Maßnahme, aber auch das Schuhwerk sollte beurteilt werden. Hierdurch werden Risikofüße erkannt und prophylaktische Maßnahmen besprochen, der Diabetische Fuß mit seiner Läsion diagnostiziert und die entsprechende Therapie eingeleitet. Eine alleinige Neuropathie führt zu einer warmen, trockenen Haut mit kräftiger Venenfüllung (Vasodilatation, verminderte Schweißsekretion). An druckexponierten Stellen finden sich Hyperkeratosen mit Rhagaden, die im Verlauf zum typischen Druckulcus führen, dem Malum perforans. Die klinische Untersuchung des Fußes umfasst die Haut (Temperatur, Feuchtigkeit), die Behaarung (Zehenglatze bei trophischer Störung), die Zehen und die Nägel (Mykose). Insbesondere die Zehenzwischenräume sind zu inspizieren (feuchte Kammer, Interdigitalmykose, Druckläsion). Druckbedingte Hyperkeratosen befinden sich vor allem an den Zehen, unter den Metatarsale-Köpfchen und an allen weiteren prominenten Knochenvorsprüngen v.a. auch bei Fuß-/Zehenfehlstellungen (z.B. Hallux valgus). Zur Diagnostik einer pAVK ist die Palpation des Pulsstatus entscheidend. Hierzu gehören die A.femoralis, die A.poplitea und die Fußpulse (A.dorsalis pedis und A.tibialis posterior). Bei einer relevanten AVK wird die Haut dünn, atrophisch und häufig livide. Bei Hochlagerung des Fußes blasst sie ab. Die Rekapillarisierung im Zehenbereich (nach kurzem Druck) ist deutlich verzögert. Die Fußläsion muss bezüglich Lokalisation, betroffener Strukturen und Infektion beurteilt werden. Entscheidend auch für die Prognose sind die Tiefe und die betroffenen Strukturen (Weichteile, Sehnen, Gelenk, Knochen). Hierzu ist die Sondierung der Wunde erforderlich. Der Knochenkontakt („probe to bone“) zeigt hohe Sensitivität für eine vorliegende Osteitis. Dies führt zur Klassifikation nach Wagner 0-5. Zur exakten Dokumentation werden Größe, Tiefe, Wundgrund, Wundrand und umgebende Haut beurteilt. Zeichen einer lokalen Infektion sind eine auffällige Rötung, Schwellung, Überwärmung und vermehrte Sekretion. Der sonst typische Entzündungsschmerz kann aufgrund der sensiblen Neuropathie fehlen. Die kombinierte Beurteilung von Fußläsion, Infektion und Durchblutung führt zur klinisch relevanten und prognostisch bedeutsamen Klassifikation nach WagnerArmstrong 0-5, A-D [ Tab. 4 ] und [ Abb. 14-16 ]. 9 [ Abb. 18–19 ] Monofilament-Test, nicht über Schwielen [ Abb. 17 ] ausgedehnte Osteolysen [ Abb. 20 ] Stimmgabeltest [ Abb. 21 ] Dopplerdruckmessung Weiterführende Diagnostik Fußläsion Beim Erstkontakt oder einer klinisch apparenten Infektion wird ein Abstrich zur bakteriologischen Untersuchung und Resistenzbestimmung entnommen. Idealerweise werden Gewebeanteile (evtl. auch Knochenfragmente) eingesandt. Auch wird die betroffene Fußregion mit der Frage „Osteolyse“ in 2 Ebenen geröntgt [ Abb. 17 ]. Allerdings bedeutet ein negatives Ergebnis (keine sichtbare Osteolyse) nicht den Ausschluss einer Knochenbeteiligung. 10 Neuropathie Zur Diagnostik der Neuropathie gehören neben dem Neuropathie-Symptom Score NSS (siehe Anamnese) die Überprüfung der Drucksensibilität mit dem SemmesWeinstein-Monofilament. Hier wird die Sensibilität mit definiertem Druck (10 gMonofilament) unter der Großzehe und den Metatarsaleköpfchen überprüft. Ein Test über tastbaren Hornhautschwielen in diesem Bereich ist nicht aussagekräftig [ Abb. 18-19 ]. Alternativ steht der Stimmgabeltest (Rydel-Seiffer) zur Überprüfung des Vibrationsempfindens zur Verfügung. Geeignet sind hierfür das Grundglied der Großzehe [ Abb. 20 ] oder der Innenknöchel. Auch im Alter ist eine Verminderung auf weniger als 5/8 pathologisch. Angiopathie (pAVK) Bei fehlenden Fußpulsen oder klinischem Hinweis auf eine Durchblutungsstörung ist die Dopplerverschlussdruckmessung im Liegen erforderlich. Nach Anbringen der Blutdruckmanschette am distalen Unterschenkel wird die A.dorsalis pedis mit der Dopplerstiftsonde am Fußrücken aufgesucht und der Verschlussdruck gemessen. Dieser Wert entspricht der A.tibialis anterior. Die Messung der A.tibialis posterior hinter dem Innenknöchel ist identisch, bei Bedarf kann auch die A.fibularis ventrokranial des Außenknöchels überprüft werden [ Abb. 21 ]. Wichtig für den Dopplerindex ist die Relation zum systemischen Blutdruck. Mindestens einmalig sollte der Blutdruck an beiden Armen gemessen werden (cave: Subclaviastenose). Der Dopplerindex (englisch ankle-brachial-index, ABI) ist der Quotient aus dem höchsten Wert der Unterschenkelarterien und dem systemischen Blutdruck [ Tab. 5 ]. Pathologisch ist ein Wert <0.9. Bei weiterer Erniedrigung zeigt dieser Wert auch die Schwere der AVK an. Diagnostik beim diabetischen Fußulcus [ Abb. 22 ] arterielle Duplex-Sonographie Die farbkodierte Duplexsonographie (FKDS) ist ebenfalls eine nicht invasive und einfach verfügbare Untersuchungsmethode mit hoher Aussagekraft. Vor allem die Beckenetage und die arterielle Strombahn der A.femoralis und A.poplitea sind gut beurteilbar [ Abb. 22 ]. Trotzdem wird diese Methode in der Regel nur zur orientierenden Diagnostik und Weichenstellung zur Angiographie angewandt. Zur Angiographie stehen verschiedene Techniken zur Verfügung. Die MR-Angiographie wird aufgrund der fehlenden Nephrotoxizität des intravenös verabreichten Kontrastmittels zunehmend angewandt. In Abhängigkeit von der Gerätequalität lässt sich die arterielle Strombahn bis zum Fuß darstellen, allerdings führen lokale Infekte zu einer Verschlechterung der Beurteilbarkeit. [ Tab. 5 ] beispielhafte Dopplerdruckmessung mit ausgeprägter pAVK links rechts links A.tib.ant. A.tib.post. RR system. Dopplerindex 120 mm Hg 60 mm Hg 160 mm Hg 0 mm Hg 180 mm Hg 170 mm Hg 0.90 0.33 [ Abb. 23 ] angiographische Fußdarstellung (DSA) Ebenfalls auf dem Vormarsch ist durch die flächendeckende Verfügbarkeit und kurze Untersuchungszeit die CT-Angiographie (16- bzw. 64-Zeiler-CT). Das jodhaltige und somit nephrotoxische Kontrastmittel ist bei diabetischer Nephropathie und einem Kreatininwert von >2mg% kontraindiziert. Weiterhin Goldstandard ist die intraarterielle digitale Subtraktionsangiographie (DSA). Vor allem die Darstellung der beim Diabetischen Fuß häufig betroffenen Unterschenkeletage sowie die gefäßchirurgischen Anschlussmöglichkeiten im Fußbereich [ Abb. 23 ] lassen sich speziell durch eine Feinnadel-Angiographie der betroffenen Seite sehr gut darstellen. Gegenüber gestellt werden müssen das Kontrastmittel-Risiko (Nephrotoxizität, Allergie, Hyperthyreose) und die Invasivität (Nachblutung, Gefäßverletzung). Dopplerindex-Werte >1.3 sind ein Hinweis auf eine Mediasklerose, die bei Diabetikern besonders häufig auftritt. Hierdurch ist diese Untersuchung nicht verwertbar und weitere Verlaufskontrollen des Dopplerindex nicht möglich / nötig. 11 Therapieprinzipien des diabetischen Fußulcus [ Abb. 24 ] TCC [ Abb. 25 ] Hydrogel Druckentlastung Wunddebridement avitaler Gewebeanteile Grundvoraussetzung für die Heilung von Fußläsionen ist bei Diabetikern – neben der ausreichenden Durchblutung – die vollständige und andauernde Druckentlastung. Druckentlastende Maßnahmen sind daher unerlässlicher Bestandteil der Therapie. Prinzipiell können Bettruhe, Gehstützen oder ein Rollstuhl zum Einsatz kommen. Bei Läsionen im Vorfußbereich werden auch sog. „Vorfußentlastungsschuhe“ eingesetzt. Die effektivste Methode der Druckentlastung bei neuropathischen Fußulcera ist der Vollkontaktgips (Total Contact Cast, TCC) [ Abb. 24 ]. In mehreren kontrollierten Studien konnte gezeigt werden, dass der TCC anderen Methoden bzgl. Abheilungsrate und Abheilungsgeschwindigkeit deutlich überlegen ist. Nicht abnehmbare Druckentlastungsmaßnahmen sind effektiver als abnehmbare, da die konsequente Anwendung garantiert ist. In spezialisierten Zentren kommen auch Orthesen zur Anwendung. Wunddebridement bedeutet die Entfernung von avitalem, infiziertem und schlecht heilendem Gewebe sowie von Fremdkörpern. Ein konsequentes Wunddebridement soll den Wundgrund für die nachfolgende feuchte Wundbehandlung konditionieren und geht daher einer Lokaltherapie immer voraus. Nur das arterielle Ulcus mit trockener Nekrose wird zunächst belassen. Hier sollte vorher die Revaskularisation erfolgen. 12 Das Debridement kann prinzipiell mechanisch, enzymatisch oder biologisch erfolgen. Beim typischen neuropathischen Schwielenulcus wird der meist vorhandene kallöse Wundrand angefrischt. Unterminierte Wundränder werden in der Regel ebenfalls abgetragen. Das Ausmaß des Debridements hängt vom Lokalbefund ab und umfasst auch die chirurgische Entfernung von Sehnenmaterial und infiziertem Knochen. Beim autolytischen Debridement erfolgt die Wundreinigung durch körpereigene Enzyme in Kombination mit einem okklusiven Verband. Die Effektivität von Hydrogelpräparaten in dieser Indikation ist in kontrollierten Studien beschrieben. [ Abb. 26 ] Alginat Das biomechanische Debridement mit Fliegenlarven beruht auf der Verflüssigung von Wundbelägen und nekrotischem Material durch Proteasen im Madensekret. Außerdem hemmt das Sekret das Wachstum bestimmter Bakterien und steigert die Wirkung fibroblastenstimulierender Wachstumsfaktoren. Sehr gute Erfolge werden auch mit der Vakuumtherapie erreicht, die vor allem in der postoperativen Phase gute Bedingungen zur Wundreinigung schafft. Therapieprinzipien des diabetischen Fußulcus [ Abb. 27 ] Polymerschaum [ Abb. 28 ] Hydrokolloidverband Lokale Wundbehandlung Die lokale Wundbehandlung ist nur ein Teil der Gesamttherapie des diabetischen Fußulcus. Auch die modernsten lokalen Wundbehandlungsmethoden können eine fortgesetzte Druckbelastung, Ischämie oder Infektion nicht kompensieren. Infektbehandlung Die modernen Materialien zur feuchten Wundbehandlung können in unterschiedliche Produktgruppen unterteilt werden (unvollständige Auswahl): \ Hydrogele \ Alginate Wundreinigung Bei jedem Verbandwechsel sollte die Wundoberfläche gereinigt werden. Der sog. Biofilm wird abgewischt oder vorsichtig abgelöst. Die Vorbehandlung mit feuchten Kompressen erleichtert den Vorgang. Bei Hinweisen auf eine Infektion ist die Anwendung antiseptischer Substanzen sinnvoll. Ein feuchtes Wundmilieu fördert nachhaltig die Reepithelisierung von Hautverletzungen. Feuchte Wundbehandlungsverfahren sind daher bei chronischen Wunden allgemein anerkannt. Neben dem feuchten Wundmilieu ist eine Mindesttemperatur von 28° Celsius in der Wunde erforderlich, da sonst keine Zellproliferation stattfinden kann. \ Polymerschäume \ Hydrokolloidverbände [ Abb. 25–28 ] Der differenzierte Einsatz dieser Produkte je nach Wundheilungsstadium, Grad der Exsudation, Fehlen oder Vorhandensein von Infektzeichen und Ausdehnung der Wunde ermöglicht eine kosteneffektive Behandlung, da die Verbandsintervalle auf mehrere Tage ausgedehnt werden können. Bei milder, unkomplizierter lokaler Infektion erübrigt sich häufig eine antibiotische Therapie, sofern eine konsequente Druckentlastung und regelmäßig Wundpflege gewährleistet sind. Ab einer moderaten Weichteilinfektion und bei Knochen- und Gelenkbeteiligung muss eine systemische Antibiotikatherapie erfolgen. Diese sollte zunächst je nach lokalem Keimspektrum mit einem breit wirkenden Antibiotikum begonnen werden. Es sollte die häufigsten Keime, grampositive aerobe Erreger erfassen. Nach Keimgewinnung soll je nach Antibiogramm gezielt weiter behandelt werden. Bei Infektion mit Befall von Sehnenfächern, Gelenken und Knochen sowie bei Abszedierungen muss zusätzlich ein chirurgisches Debridement erfolgen. Zur Keimgewinnung sind tiefe Gewebsproben aussagefähiger als oberflächliche Abstriche. Die Gewebeprobe sollte erst nach mechanischer Wundreinigung erfolgen. Die Dauer einer Antibiotikatherapie erstreckt sich je nach Ausdehnung des Infekts und insbesondere je nach Knochenbeteiligung auf 2 Wochen bis >3 Monate. Bisher gibt es für kein Antibiotikaregime den Nachweis der Überlegenheit. 13 Therapieprinzipien des diabetischen Fußulcus [ Abb. 29–31 ] pedale Bypassanlage auf A.tib.post. (inkl. intraop. Röntgen) [ Abb. 34–37 ] Therapieverlauf mit Vorfußamputation, Spalthautdeckung und Schuhversorgung Revaskularisation Amputation Revaskularisationsmaßnahmen zur Verbesserung der Fußdurchblutung sind bei kritischer Ischämie (mit oder ohne Nekrosen), bei persistierenden ischämiebedingten Ruheschmerzen und bei ischämiebedingt nicht heilenden Fußläsionen (häufig ursächlich druckbedingt) indiziert. Hauptziel der gesamten Therapie des Diabetischen Fußes ist die Vermeidung der Majoramputation mit der vorbeschriebenen Mortalität und Komorbidität. Hierfür stehen interventionelle Techniken (z.B. PTA) und operative Verfahren der Gefäßchirurgie (z.B. TEA, Bypass) zur Verfügung. Hervorgehoben werden müssen Venenbypassverfahren zum distalen Unterschenkel und Fuß (crural, pedal) [ Abb. 29–31 ], die heute zunehmend und mit gutem Ergebnis durchgeführt werden. Entscheidend hierfür sind die interdisziplinäre Beratung und die rechtzeitige Indikationsstellung. Beim Diabetischen Fuß mit klinisch nachgewiesener Angiopathie ist die konsequente Überprüfung der Revaskularisationsmöglichkeiten durch entsprechende Diagnostik und anschließenden interdisziplinären Konsens notwendig. 14 Dem gegenüber steht eine gute Prognose der Minoramputation (Zehen-, Strahl-, Vorfußamputation) [ Abb. 32–33 ], die häufig als Grenzzonenamputation durchgeführt wird. Besonders im Stadium des akuten und floriden Infekts mit Abszedierung sollte dieser Eingriff offen durchgeführt werden und stellt eine Notfallindikation mit dem Ziel der Infektsanierung und Beinerhaltung dar. Die nachfolgende offene Wundbehandlung ist für den Patienten in der Regel kein Problem. Statistisch finden sich in Deutschland im Bereich der Minoramputationen lediglich 10% Strahlresektionen. Zu gering erscheint diese Zahl bei den häufig anzutreffenden Druckläsionen unter den Metatarsale-Köpfchen mit entsprechender Gelenkbeteiligung, bei denen die elektive Strahlresektion (ggf. mit Zehenamputation) indiziert ist. Majoramputationen sind nicht unvermeidbar und werden in qualifizierten Einrichtungen in <5% notwendig. Die viel zitierte „Salamitechnik“ muss aber vermieden werden. Mit der oben genannten Diagnostik kann eine Amputationshöhe mit guter Sicherheit festgelegt werden. Eine große Rolle spielt hierfür auch die weitere Mobilität und Prognose des Patienten. [ Abb. 32–33 ] Abheilungsergebnisse nach Minoramputationen DNOAP, Charcot-Fuß | Rezidivprophylaxe DNOAP, Charcot-Fuß | Rezidivprophylaxe Die Diabetische Neuroosteoarthropathie (DNOAP, Charcot-Fuß) Die diabetische Neuroosteopathie ist eine schwere Komplikation des diabetischen Fußes. Im Rahmen der autonomen Neuropathie kommt es zu einer lokalen Mehrdurchblutung des Knochens und Aktivierung der Osteoklasten mit nachfolgender Osteoporose. Die motorische Neuropathie führt zu einer muskulären Imbalanz. Die sensible Neuropathie fördert durch das fehlende Schmerzempfinden Mikrotraumen. Stressfrakturen in der Umgebung von Fußgelenken sind die Folge. Das instabile Fußgewölbe sinkt zusammen. Im akuten Stadium ist der Fuß gerötet, geschwollen, überwärmt, evtl. deformiert, evtl. werden trotz sensibler Neuropathie Schmerzen angegeben. Die Ausheilung geht mit einer massiven Fehlstellung („Tintenlöscherfuß“) einher. Im Bereich dieser Deformierungen kann es dann zu Druckulcera kommen. Rezidivprophylaxe Nach erfolgter Abheilung eines diabetischen Fußulcus kommt der Rezidivprophylaxe entscheidende Bedeutung zu. Hier gelten in besonderem Maße die im Kapitel Prävention dargestellten Maßnahmen. [ Abb. 38 ] Charcot-Fuß mit Mal perforans Der klinische Verdacht auf das Vorliegen einer DNOAP rechtfertigt die sofortige Immobilisierung und Überweisung an eine Einrichtung, die mit der Behandlung der DNOAP erfahren ist. 15 B. Braun-Produkte für eine erfolgreiche Behandlung des Diabetisch Askina® SilNet Askina® DresSil Askina® DresSil Border Die weiche Silikon-Wundauflage Der silikonbeschichtete Schaumstoffverband Der silikonbeschichtete Schaumstoffverband mit Haftrand Größe VE PZN REF 7,5 x 7,5 cm 3 Stück 7626211 5397503 7,5 x 7,5 cm 10 Stück 7626300 5397510 10 x 10 cm 3 Stück 7626323 5391003 10 x 10 cm 10 Stück 7626352 5391010 15 x 15 cm 3 Stück 7626375 5391503 15 x 15 cm 10 Stück 7626381 5391510 15 x 20 cm 3 Stück 7626435 5395203 15 x 20 cm 10 Stück 7626441 5395210 20 x 20 cm 5 Stück 7626458 5392005 Größe 5 x 7,5 cm 5 x 7,5 cm 10 x 7,5 cm 10 x 7,5 cm 10 x 18 cm 10 x 18 cm 20 x 30 cm VE 3 Stück 10 Stück 3 Stück 10 Stück 3 Stück 10 Stück 5 Stück PZN 5496023 5496017 5495963 5495957 5495992 5495986 5496000 REF 5195703 5195710 5197503 5197510 5191803 5191810 5192305 Größe 5 x 7 cm 5 x 7 cm 10 x 10 cm 10 x 10 cm 15 x 15 cm 15 x 15 cm 10 x 20 cm 10 x 20 cm 20 x 20 cm VE 3 Stück 10 Stück 3 Stück 10 Stück 3 Stück 10 Stück 3 Stück 10 Stück 5 Stück PZN 6489137 6489166 6489172 6489189 6489203 6489226 6489338 6489404 6489410 REF 5295703 5295710 5291003 5291010 5291503 5291510 5291203 5291210 5292005 Askina® Foam Askina® Heel Askina® Calgitrol® Die saugstarke Schaumstoff-Wundauflage bei starker Exsudation Größe VE PZN REF Askina® Foam 5 x 7 cm 3 Stück 2163775 7240703 5 x 7 cm 10 Stück 2192707 7240710 10 x 10 cm 3 Stück 2192713 7241003 10 x 10 cm 10 Stück 2231548 7241010 10 x 20 cm 10 Stück 2239024 7241210 20 x 20 cm 5 Stück 2243646 7242005 Askina® Foam Cavity 2,5 x 40 cm 3 Stück 2593375 7244003 2,5 x 40 cm 10 Stück 2593381 7244010 Der anatomische Fersenverband Das Silberalginat aus der Tube 16 Größe 225 cm2 wenig nässende Wunde – wenig Exsudation VE 5 Stück PZN REF 0009308 7240105 mittel nässende Wunde – mittlere Exsudation Größe 15 g 15 g VE 5 Stück 10 Stück PZN REF 9711530 6241505 9711547 6241510 stark nässende Wunde – starke Exsudation Produktübersicht B. Braun en Fußsyndroms Prontosan® Prontosan® Wound Spray Prontosan® Wound Gel | Wound Gel X Sterile gebrauchsfertige Wundspüllösung Zur Reinigung und Befeuchtung von oberflächlichen Wunden und Verbrennungen Größe VE PZN REF 75 ml 20 Stück 9447292 400565 Hydrogel zur Wundreinigung Askina® Sorb Askina® Pad Omnitest® 3 Die formstabile Alginat-Wundauflage Saugfähige Vliesstoffkompresse Blutzuckermess-System Maßeinheit mg/dL oder mmol/L voreingestellt Produkt VE PZN REF Set (mmol/L) 1 Stück 6117890 9332652MMG Set (mg/dL) 1 Stück 6117884 9332652MGG Solo (mmol/L) 1 Stück 6117878 9332601MMG Solo (mg/dL) 1 Stück 6117861 9332601MGG Teststreifen 2x 25 St. 6117909 9332709G Teststreifen 2x 50 St. 6435584 9332731G Control je (1x H, 1x M) 3,5 mL 6117915 9332768G Omnitest® 3 Set Black Edition Set (mmol/L) 1 Stück 8881566 9332855MMG Set (mg/dL) 1 Stück 8881572 9332855MGG Größe 40 ml 350 ml 1.000 ml VE 6 Stück 1 Stück 1 Stück Größe VE Askina® Sorb – Wundauflage 6 x 6 cm 3 Stück 6 x 6 cm 10 Stück 10 x 10 cm 3 Stück 10 x 10 cm 10 Stück 15 x 15 cm 3 Stück 15 x 15 cm 10 Stück Askina® Sorb – Tamponade 2,7 x 34 cm 3 Stück PZN 3291417 2850062 9003678 REF 400412 400403 400446 PZN REF 2251605 2251611 2251640 2251657 2252088 2252102 2109S 2115S 2107S 2116S 2108S 2102S 2258323 2106S Größe 5 x 5 cm 5 x 5 cm 10 x 10 cm 10 x 10 cm 20 x 10 cm VE 25 Stück 100 Stück 10 Stück 100 Stück 100 Stück PZN 6646045 6647346 6646051 6647352 6646068 REF 9024000 9024018 9024026 9024034 9024042 Größe VE PZN REF Prontosan® Wound Gel - für tiefe Wundbereiche 30 ml 1 Stück 2855349 400505 Prontosan® Wound Gel X - für großflächige Wunden 50 g 1 Stück 9706693 400517 250 g 1 Stück 6464893 400508 17 Askina® Calgitrol® [Abb. 1] Anwendung von Askina® Calgitrol® Anwendungs-Tip \ Tube vor dem Öffnen leicht durchkneten oder schütteln \ Enfernung von Askina® Calgitrol® durch gründliche Wundspülung mit Prontosan® oder Lavasept® Das Silberalginat aus der Tube Askina® Calgitrol® ist eine weiche und homogene Silberalginat-Matrix, die sich eng an das Wundbett anpasst und dadurch ‚tote Räume‘ verhindert, in denen sich Bakterien vermehren können. Es ist steril in einer Tube mit einer langen Tülle verpackt. Diese erleichtert die Applikation der Silberalginat-Matrix in Tunneln, Fistelgängen und bei schwierigeren Wundformen. Eigenschaften \ Sehr gute Anpassungsfähigkeit an den Wundgrund \ Wirksam gegen ein breites mikrobielles Spektrum (100% ionisches Silber) \ Muss nicht befeuchtet (aktiviert) werden \ Kontrollierte Silber-Ionen-Abgabe für eine langanhaltende antimikrobielle Wirkung \ Hält ein feuchtes Wundmilieu aufrecht \ Durch Spülen (Lavasept®, Prontosan®) einfach aus der Wunde zu entfernen \ Erstattungsfähig Askina® Calgitrol® enthält eine durchschnittliche Konzentration von 180 mg ionischem Silber pro 15-g-Tubenapplikation. 2. Gelbildung der Matrix und Lösen der Silber-Ionen Ca Ag Einsatzgebiete \ Diabetische Fußulcera Caa C Ag Ag+ C Caa Ag Ag Alg Ca Na + Ca Ca Ag Ag Caa Ag A Ca Ca Ca Ca Ag Alg Alg Caa C Caa Ca Ag+ Ca Ag A lg Alg Ca Ca Caa Ca Ag+ Ag Ag Alg Ca Ag Ag Alg Al Ag+ C Ca Ag Ag Ag Ag Ag Ag Ca Ag Ag Ag Ca Ag Ag Alg Alg Ca Ca A lg Alg Ca Ca Ca C Ag 1. Absorption des Wundexsudates in die Silberalginat-Matrix Na + Na + Na + 3. Kontrollierte und gleichmäßige Abgabe der Silber-Ionen en in n diee Wund Wunde ddee Ag + Wundareal g+ + + Na Na + + \ Traumatische Wunden A Ag + Na N Intakte Haut Ag+ Ag a+ g+ Ag N Na + + Na + Na + Ag Na + + Ag+ + A \ Hautspendeareale Ag+ C Ca Ag \ Verbrennungen bis zweiten Grades Ca Ca Ca Alg Alg Ca Ca + \ Ulcus cruris venosum/arteriosum Ag Ag Ag A lg Al Alg Caa C Na \ Dekubitalulcera (Grad I-IV) Ca Ag Ag A Algg Ca a+ Askina® Calgitrol® guter Kontakt zum Wundgrund 18 [Abb. 2] Komplette Füllung der Kavität mit Askina® Calgitrol® bleibt bis zum nächsten Verbandwechsel in der Wunde [Abb. 3] Abdeckung mit Sekundärverband (hier Askina® Foam) [Abb. 4] Zirkuläre Fixierung 1. Kontinuierliche Silber-Ionen-Abgabe 3. Kein signifikanter Anstieg der Silber-Ionen im Blutserum Silber-Ionen (ppm) Silber-Ionen-Konzentration (ppm) 100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 0.36 Askina® Calgitrol® 0.30 0.24 In diesem Konzentrationsbereich 0.18 keine Evidenz für toxische Effekte minimale Silber-Ionen-Konzentration für einen antimikrobiellen Effekt (20 - 40 ppm) 0.12 0.06 0 12 24 36 48 60 72 84 96 108 120 132 144 156 168 Stunden Schnell einsetzende und dauerhafte antimikrobielle Wirkung über 5 Tage Tag 1 Tag 3 // Tag 7 [NAMSA Report HOSP 257; Wan AT et al 1991] 2. Antimikrobielle Wirksamkeit Log (CFU) Reduktion Escherichia coli NCIMB 12416; 8,6 Log Reduktion in 3 Stunden 12 10 8 Pseudomonas aeruginosa NCIMB 8626; 10,2 Log Reduktion in 3 Stunden 6 4 2 0 0,5 1 1,5 2 2,5 3 3,5 4 4,5 5 CFU: Koloniebildende Einheiten B. Braun, Reports HOSP283A and HOSP303, 2009 5,5 6 // 24 Stunden Methicillin Resistant Staphylococcus aureus (MRSA, ATCC BAA-44); 6,4 Log Reduktion in 3 Stunden 19 Wundspülung – der 1. Schritt zur Wundheilung POLIHEXANID IST MITTEL DER 1. WAHL „Auf Grund der guten Gewebeverträglichkeit ... und der klinisch offensichtlichen Wundheilungsförderung ist Polihexanid als Mittel der 1. Wahl für schlecht heilende chronische bzw. für sehr empfindliche Wunden (z. B. Verbrennungswunden 2. Grades) sowie für Lavagen einzuordnen.” Quelle: Konsensusempfehlung zur Wundantiseptik, Expertengruppe, April 2004 Die Inhaltsstoffe entscheiden über Wirksamkeit und Erfolg Über die Wirksamkeit einer Wundspüllösung entscheidet die Kombination der Inhaltsstoffe. Die Prontosan® Produkte enthalten Polihexanid zur Konservierung gegen Keimwachstum und Undecylenamidopropyl-Betain als oberflächenaktive Substanz. Undecylenamidopropyl-Betain ist ein besonders hochwertiges Tensid mit ausgezeichneter Reinigungswirkung und guter Hautverträglichkeit. Die besonders wirksame Kombination dieser beiden Inhaltsstoffe löst den Biofilm und ermöglicht eine ausgezeichnete Wundreinigung, die zu einer signifikanten Verkürzung der Wundheilung führt. Undecylenamidopropyl-Betain Polihexanid Besonders hochwertiges Tensid Hervorragende Hautverträglichkeit Ausgezeichnete Waschwirkung Haut und Schleimhäute trocknen nicht aus Hervorragende Hautverträglichkeit Nicht toxisch Haut und Schleimhäute werden nicht angegriffen Beste lokale Verträglichkeit Haut und Schleimhäute trocknen nicht aus Allergenarm Seit Jahrzehnten in der Kosmetikindustrie eingesetzt Keine Gewebereizung Vergleich der Wirksamkeit von Spüllösungen auf Biofilm (Pseudomonas aeruginosa [PSA]); Einwirkzeit 24 Stunden Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. H.M. Seipp, Zeitschrift für Wundheilung, mhp Verlag GmbH, 10. Jahrgang, Nr. 4, 160-164, August 2005 20 Wundspülung | Antiseptik Prontosan® Wasser Tropfenvergleich Herkömmliche Wundspülung Prontosan® Prontosan® setzt die Oberflächenspannung der wässrigen Lösung herab, was ein Durchdringen und Aufreißen des Biofilms und eine hohe Spülwirkung auch in zerklüfteten Wunden ermöglicht. Dadurch wird die Wunde gründlich gereinigt. Erfahrungen Auswertung der Fallbeobachtung zum Anwendungsnutzen sowie zur Verträglichkeit und Kombinierbarkeit von Prontosan® Lösung Biofilme behindern Wundreinigung und Antibiotikawirkung Anwendungsbeobachtung Städtisches Klinikum Bielefeld Mitte Professor Dr. med. Dipl. Ing. Hans-Martin Seipp von der Fachhochschule GiessenFriedberg: Das Städtische Klinikum Bielefeld Mitte setzt seit Ende 2004 routinemäßig spezielle Wundprodukte für die Behandlung chronischer Wunden ein: eine betain- und polihexanidhaltige Wundspüllösung und ein polihexanidhaltiges Wundgel. „Darum müssten Mittel zur Wundreinigung auch hinsichtlich ihrer Wirksamkeit gegen Biofilme beurteilt werden. Während physiologische Kochsalzlösung oder Ringerlösung praktisch keinen Effekt auf Biofilme haben, sind Polihexanidhaltige Lösungen mit dem Tensid Betain hier wirksam.“ I I I Gutes Reinigungsergebnis/unveränderter Befund Wundverschluss Besserung Nach zweieinhalb Jahren wurden im Rahmen der klinischen Anwendung die Heilungsverläufe von 953 Patienten und die Kompatibilität der polihexanidhaltigen Präparate mit verschiedenen Wundauflagen dokumentiert und ausgewertet. Aufgrund der positiven Daten und Erfahrungen wurde entschieden, die Produkte weiter einzusetzen. Im klinischen Einsatz war die Kompatibilität mit den typischen Mitteln der modernen feuchten Wundbehandlung vollständig gegeben. Eine Einschränkung in der Anwendung ist demzufolge nicht abzuleiten. Autoren: Gerhard Kammerlander, Dr. med. Thomas Eberlein Quelle: ZfW August 2005, Professor Dr. med. Dipl. Ing. Hans-Martin Seipp Quelle: Wundmanagement Mai 2008, Erfahrungsbericht Möller, Kaehn, Nolte 21 Prontosan® [Abb. 1] [Abb. 2] Fallbeispiel Diabetischer Fuß Sterile, gebrauchsfertige Wundspüllösung Abgestorbenes Gewebe, Zelltrümmer, Blut, Eiweiß und die Ausbildung von Biofilm können auf der Wunde eine fast undurchdringliche Schicht bilden – den Wundbelag. Dieser Belag ist ein Hemmnis für die Regeneration. Er bedeutet ein hohes Risiko für Wundheilungsstörungen. Voraussetzung für eine gute Wundheilung ist die Sauberkeit der Wundoberfläche und des Wundrandes. Dies wird unterstützt durch eine effektive und gleichzeitig schonende Wundreinigung mit Prontosan® bei jedem Verbandwechsel. Nur eine saubere Wunde bildet Granulationsgewebe und heilt! Eigenschaften Einsatzgebiete \ Für wiederholten und langfristigen Gebrauch Spülung, Reinigung und Feuchthalten von \ Schaffung eines heilungsfördernden Milieus \ Wundverbänden \ Chronischen Wunden \ Dermatologische Unbedenklichkeit \ Akuten Wunden (Schnittverletzungen, Biss-, Platz und Schürfwunden) \ Kompatibel mit allen B. Braun Verbandstoffen \ Thermischen Wunden, Verbrennungen bis Grad II b \ Haltbarkeit bis 8 Wochen nach Anbruch \ Spenderarealen bei Hauttransplantationen Inhaltsstoffe \ 0,1% Undecylenamidopropyl-Betain \ 0,1% Polyaminopropyl Biguanide (Polihexanid) Gewebeschonende Ablösung von \ Fibrinbelägen \ Resten von Wundauflagen Geeignet für die Instillation bei der Vakuumtherapie 22 Wundspülung | Antiseptik [Abb. 3] [Abb. 1] Ausgangssituation: Schmieriger Wundbelag [Abb. 2] Mit Prontosan getränkter Sorbsan Alginat Kompresse nur die Wunde bedecken [Abb. 4] [Abb. 3] Granulierende Wunde nach 6 Wochen, keine Entzündungszeichen mehr vorhanden, alle Beläge abgelöst Anwendungsmöglichkeiten Tipps zur Einwirkzeit \ Direkte Applikation aus der praktischen Spritzflasche Da Prontosan® eine Wundspüllösung ist und kein mikrobizid wirkendes Desinfektionsmittel, gibt es keine Einwirkzeit im eigentlichen Sinn. Zur Reinigung soll die Wunde intensiv gespült werden, bei starkem Wundbelag ggf. bis zur Verbesserung der Reinigungsleistung einwirken lassen. \ Abreiben der Wunde mittels getränktem Tupfer oder Kompresse \ Tränken einer Kompresse und Verbleib von 10 - 15 Minuten auf der Wunde zum Lösen des Biofilms \ Anwärmen der Spüllösung auf Körpertemperatur mehrfach möglich \ Zum Spülen von tiefen Wunden ist ein steriler Einmal-Frauenkatheter geeignet \ Praktischer Aufhänger für die Instillation bei der Vakuumtherapie [Abb. 5] [Abb. 4] Abnahme des Wundverbandes Askina Touch [Abb. 5] Ergebnis: Nach 11 Wochen keine Mazerationen sichtbar, gute Rehydration KCI – Gebrauchsanleitung V.A.C. Instill® Für V.A.C. Instill® geeignete und ungeeignete Flüssigkeiten: Geeignet: Prontosan® ≤ 0,2%, Lavasept® ≤ 0,2%, nicht geeignet: Octenisept®. Zum Öffnen der Flasche Abstandsring entfernen und Verschlusskappe wieder fest aufschrauben. 23 Prontosan® Wound Gel BVMed – Verordnungs- und Erstattungsfähigkeit von Verbandmitteln Verbandmittel sind verordnungsfähig. Sie fallen nicht unter die Ausschlussregelung nach § 34 Abs. 1 S. 1 SGB V von nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln und auch nicht unter die Neuregelung des AVWG. ... d.h. alle Verbandstoffe und Hydrogele von B. Braun sind derzeit als Einzelverordnung zu Lasten der GKV verordnungs- und erstattungsfähig. Hydrogel mit Reinigungswirkung Während sich leichte Beläge mit der Prontosan® Wundspüllösung optimal entfernen lassen, ist es erforderlich, stärker verkrustete Beläge zuvor anzulösen, indem sie über einen längeren Zeitraum feucht gehalten werden. Für diese Aufgabe bietet Prontosan® Wound Gel ideale Voraussetzungen. Einsatzgebiete Anwendung Reinigung, Dekontamination und Befeuchtung von Die Gel-Konsistenz ermöglicht die Applikation sowohl in flachen als auch in tiefen Wunden. Eigenschaften Konservierende Befeuchtung von Verbänden und von Wundauflagen \ Als Hydrogel erstattungsfähig \ Steril \ Schmerzfreie Anwendung \ Für wiederholten und langfristigen Gebrauch \ Kompatibel mit allen B. Braun Verbandstoffen \ Haltbarkeit bis 8 Wochen nach Anbruch \ Akuten Wunden \ Chronischen Wunden \ Thermischen Wunden, Verbrennungen bis Grad II b Inhaltsstoffe \ 0,1% Undecylenamidopropyl-Betain \ 0,1% Polyaminopropyl Biguanide (Polihexanid) \ Glycerol (Glycerin), Aqua ad injectabilia, Hydroxyethylcellulose Bei flachen Wunden 3 – 4 mm starke Gelschicht auf die Wunde auftragen und mit einem Sekundärverband verschließen. Für die Anwendung in tiefen Wundhöhlen oder -taschen werden die verkrusteten Wundbeläge ebenfalls mit einer mind. 3 – 5 mm dicken Gelschicht Prontosan® bedeckt. Anschließend wird die Wunde druckfrei tamponiert und mit einem Sekundärverband verschlossen. Hinweis Die Wunden sollten grundsätzlich zuerst mit Prontosan® Wundspüllösung gespült und gereinigt werden. Prontosan® Wound Gel verbleibt bis zum nächsten Verbandwechsel auf der Wunde und hat somit eine lang anhaltende Wirkung. 24 Wundspülung | Antiseptik Prontosan® Wound Spray Polihexanid ist Mittel der 1. Wahl „Auf Grund der guten Gewebeverträglichkeit ... und der klinisch offensichtlichen Wundheilungsförderung ist Polihexanid als Mittel der 1. Wahl für schlecht heilende chronische bzw. für sehr empfindliche Wunden (z. B. Verbrennungswunden 2. Grades) sowie für Lavagen einzuordnen.” Quelle: Konsensusempfehlung zur Wundantiseptik, Expertengruppe, April 2004 Reinigung und Befeuchtung von oberflächlichen Wunden und Verbrennungen Voraussetzung für eine gute Wundheilung ist die Sauberkeit der Wundoberfläche und des Wundrandes. Dies wird unterstützt durch eine effektive und gleichzeitig schonende Behandlung mit Prontosan® Wound Spray. Einsatzgebiete Anwendung \ Akute und chronische oberflächliche Wunden Prontosan® Wound Spray großzügig über die Wundfläche und den Wundrand sprühen, herunterlaufende Lösung mit einer sterilen Kompresse abtupfen. Anschließend mit einem Wundverband abdecken. \ Riss-, Schnitt-, Schürf- und Bisswunden \ Leichte Verbrennungen/Verbrühungen \ Beugt Wundinfektionen vor \ Reinigung der Eintrittspforten von PEG-/PEJ-Sonden und suprapubischen Kathetern \ Fördert die Wundheilung \ Reinigung peristomaler Hautareale \ Gutes kosmetisches Ergebnis \ Lindert den Schmerz \ Atraumatisches Lösen von verkrusteten Wundverbänden \ Schützt vor multiresistenten Erregern (MRSA, VRE, ESBL) Inhaltsstoffe \ Beugt der Bildung von Biofilm vor \ Gereinigtes Wasser Eigenschaften \ Schmerzlos anwendbar \ Gute Hautverträglichkeit \ Gute Verträglichkeit mit Katheterund Sondenmaterialien Verklebte und anhaftende Wundauflagen können mit Prontosan® Wound Spray befeuchtet und dadurch einfach und schmerzarm entfernt werden. Vor der Anwendung von Prontosan® Wound Spray Reste von Salben, Cremes und anderen Wundtherapeutika entfernen. Nach Anbruch 12 Monate haltbar. \ Betain-Tensid \ 0,1% Polyaminopropyl Biguanide (Polihexanid). 25 Diabetes Bei Patienten mit Diabetes mellitus ist das diabetische Fußulcus eine häufige Spätkomplikation Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die allein in Deutschland rund 9 Millionen Menschen betrifft. Je nach Erkrankungstyp bedürfen die Patienten einer sorgfältigen Betreuung in Form von Blutzuckerkontrolle, Ernährungstherapie und Insulintherapie – vor allem, um diabetischen Folgeerkrankungen vorzubeugen. Das B. Braun Angebot zur Therapie des Diabetes mellitus umfasst ein vielfältiges Sortiment an Produkten im Bereich Blutzukkerkontrolle, Injektionstechnik und der Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms. Ein gut eingestellter Blutzuckerspiegel vereinfacht und beschleunigt die Heilung von Wunden. 26 Omnitest® 3 ist ein präzises und messgenaues Blutzuckermessgerät. Das neue Blutzuckermessgerät wird automatisch codiert, benötigt eine minimale Blutmenge von nur 0,3 µl Blut und stellt schon nach 3 Sekunden zuverlässige Blutzuckerwerte bereit. Mit Omnican® fine in den Längen 6, 8, 10 und 12 mm führt B. Braun eine für jeden Typ optimale Penkanüle - die mit allen gängigen Pensystemen kompatibel ist. Thin-WallTechnologie und der präzise Drei-FacettenSchliff führen zu einer schmerzarmen Injektion. Und für noch mehr Sicherheit bei der Insulininjektion gibt es das Omnican® fine Set mit 100 Omnican® fine Penkanülen und einer Omnicanbox zur sicheren Entsorgung von bis zu 100 benutzten Penkanülen gratis im Set dazu - für unterwegs oder für zu Hause. Fachwissen Website www.diabetes.bbraun.de Ergänzende Therapiefelder Desinfektion & Schutzkleidung Grundlage Ihres Therapieerfolgs Richtig eingesetzte Hygienemaßnahmen und ein sorgfältiges Hygieneregime tragen in hohem Maße zum Therapieerfolg bei. Insbesondere bei der Versorgung chronischer Wunden ist ein funktionierendes Hygienemanagement von elementarer Bedeutung, das nicht nur die Dekontamination infizierter Wunden, sondern auch die Bereiche Händehygiene, Flächen- und Instrumentendesinfektion umfasst. B. Braun entwickelt, produziert und vertreibt seit Jahrzehnten hochwertige Produkte zur Umsetzung einer fachgerechten und professionellen Hygiene. Optimal aufeinander abgestimmte Produkte gewährleisten auch im Dauergebrauch ein besonders hohes Maß an Haut- und Materialverträglichkeit. Die Hände sind das wichtigste „Werkzeug“ ... zugleich aber auch Infektionsquelle Nummer eins. Eine korrekt durchgeführte Händedesinfektion und medizinische Einmalhandschuhe schützen wirksam vor der Übertragung von Mikroorganismen und bilden eine sichere Barriere vor Krankheitserregern. Ergänzt wird dieses Programm durch Gesichtsmasken, Hauben und Schürzen. Fachwissen Website www.hygiene.bbraun.de Softa-Man® ViscoRub Zusammensetzung: 100 ml Lösung enthalten: Wirkstoffe: Ethanol (100%) 45 g, 1-Propanol (Ph. Eur.) 18 g Sonstige Bestandteile: Gereinigtes Wasser, Butan-2-on, Glycerol, Isopropylmyristat (Ph. Eur.), (Hexadecyl, octadecyl)[(RS)-2-ethylhexanoat], Octyldodecanol (Ph. Eur.), Edetol, Acrylate (C10-30 Alkylacrylat-Crosspolymer), (+/–) alpha-Bisabolol. Anwendungsgebiete: Hygienische und chirurgische Händedesinfektion Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit (Allergie) gegenüber Ethanol oder 1-Propanol oder einen der sonstigen Bestandteile von Softa-Man® ViscoRub. Nebenwirkungen: Insbesondere bei häufiger Anwendung kann es zu Hautirritationen wie Rötung und Brennen kommen. Auch sind Kontaktallergien möglich. Warnhinweise: Entzündlich. Behälter dicht geschlossen halten. Von Zündquellen fernhalten. - Nicht rauchen! Nicht in die Augen bringen. Nicht auf verletzter Haut oder auf Schleimhäuten anwenden. Nur zur äußerlichen Anwendung. 52,3 Gew.% Ethanol, 20,9 Gew.% 1-Propanol 21°C Flammpunkt nach DIN 51 755 Pharmazeutischer Unternehmer: B. Braun Melsungen AG, 34209 Melsungen Stand der Information: 05/2007 27 Wir sind für Sie da Unsere zentrale Hotline-Nummer sorgt für höchste Erreichbarkeit. Benötigen Sie Unterstützung innerhalb eines Therapiefeldes oder wünschen Sie Produkt- und Serviceinformationen? Wir sind für Sie da. Freundlich, zuverlässig, kompetent. Hotline 056 61 71-33 99 www.wundheilung.bbraun.de B. Braun Melsungen AG | OPM Carl-Braun-Straße 1 | 34212 Melsungen | Deutschland Tel (0 56 61) 71-33 99 | Fax (0 56 61) 71-35 50 | www.bbraun.de ST.05.11.12/2 Nr. 9990941 Stand: 11/2012