Presseinformation Seltene Erden

Werbung
Fachverband Photonik
und Präzisionstechnik
Stefan Diepenbrock
Leiter Verbandskommunikation
Saarbrücker Straße 38, D-10405 Berlin
Fon +49 (0) 30 41 40 21-15
Fax +49 (0) 30 41 40 21-33
www.spectaris.de
[email protected]
Presseinformation vom 14.10.2010
Seltene Erden: Chinas Rohstoffpolitik gefährdet Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Optischen Industrie
SPECTARIS unterstützt Kritik von Bundeswirtschaftsminister Brüderle – „Preis und Menge werden künstlich verknappt“
Der Industrieverband SPECTARIS unterstützt die Kritik von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle an der chinesischen
Rohstoffpolitik. Der Verband befürchtet für die Unternehmen der Optischen Industrie erhebliche Wettbewerbsnachteile durch
Chinas künstliche Verknappung der so genannten Seltenen Erden. Die Bestandteile der Seltenen Erden, die zu 97 Prozent
aus China stammen, sind gerade für die optische Industrie häufig unerlässlich. Lanthan etwa wird zur Herstellung
hochwertiger optischer Gläser mit hohem Brechungsindex benötigt. Die Glasindustrie weltweit nimmt ca. 10 Prozent der
Lanthan-Fördermenge in Anspruch. „Die deutschen Hersteller dieser Gläsern konnten in der jüngsten Vergangenheit nur
einen Bruchteil dieses Bedarfs decken“, beklagt SPECTARIS-Geschäftsführer Sven Behrens.
Der Verband kritisiert, dass die chinesische Regierung sei Juli 2010 eine Drosselung der Exporte seltener Erden um 72
Prozent durchgesetzt hat, die durch staatlich kontrollierte und verkaufte Exportlizenzen durchgesetzt werde. „Die Materialien
sind also nicht per se knapp, sondern werden künstlich verknappt“, so Behrens. Die Preise auf dem internationalen Markt
würden nicht auf der Materialebene, sondern durch den Preis der notwendigen chinesischen Exportlizenz in die Höhe
getrieben. Als Folge davon sind die Preise für Lanthan nach der Entscheidung Chinas von etwa zehn Dollar pro Kilogramm
auf zunächst 35 Dollar und aktuell auf rund 90 Dollar gestiegen. Selbst zu diesen hohen Preisen seien die verfügbaren
Mengen auf dem Markt stark eingeschränkt. „Zahlreiche optische Gläser enthalten bis zu 50 Prozent Lanthan. Die drastisch
gestiegenen Herstellkosten bedeuten erhebliche Wettbewerbsnachteile gegenüber chinesischen Mittbewerbern“, unterstrich
der SPECTARIS-Geschäftsführer. Diese erhalten die Seltenen Erden nämlich zu Vorzugskonditionen. Ein solches „Double
Pricing“ müsse untersagt und die WTO-Regeln entsprechend angepasst werden.
Dabei ist für deutsche Unternehmen nicht nur der direkte Zugang zum chinesischen Rohstoffmarkt entscheidend. Viele
deutsche Unternehmen der optischen Industrie beziehen Komponenten, die Seltene Erden enthalten, aus anderen Ländern.
Damit ist der Zugang zu Seltenen Erden auch für diese Länder von zentraler Bedeutung.
Deutscher Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien e.V.
Herunterladen