Presseinformation Bürokratische Fallstricken für Photonik

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Fachverband Photonik
und Präzisionstechnik
Stefan Diepenbrock
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Presseinformation vom 15.06.10
SPECTARIS warnt vor neuen bürokratischen Fallstricken für Photonik-Branche
Verband spricht sich gegen schärferes Verbot von Schwermetallen in optischen Gläsern aus
Anlässlich der Eröffnung der Internationalen Fachmesse Optischer Technologien, OPTATEC, in Frankfurt hat sich der
Photonik-Branchenverband SPECTARIS gegen neue bürokratische Fallstricke auf EU-Ebene ausgesprochen, die das
Wachstum und damit tausende von Arbeitsplätzen in der Branche gefährden könnten. SPECTARIS-Geschäftsführer Sven
Behrens warnte in diesem Zusammenhang vor einer Verschärfung der EU-Richtlinie RoHS (Restriction on the Use of
Hazardous Substances), die zurzeit in Brüssel diskutiert werde.
Mit der EU-Richtlinie RoHS legt der europäische Gesetzgeber Höchstgrenzen für Schwermetalle in elektrischen und
elektronischen Geräten fest. Betroffen sind davon auch Bauteile aus optischem Glas, die Schwermetalle wie Blei oder
Cadmium beinhalten können. Diese Materialen sind notwendig, um dem optischem Glas seine besonderen Eigenschaften zu
verleihen, ohne die zahlreiche Anwendungen nicht möglich wären, zum Beispiel die Fluoreszenzmikroskopie. Seit 2005 gilt
auch auf Initiative von SPECTARIS für „Blei und Cadmium in optischem Glas und Filterglas“ eine Ausnahmeregelung, deren
Fortschreibung als wahrscheinlich gilt.
Parallel dazu prüfen jedoch europäische Kommission, europäisches Parlament und Ministerrat im Rahmen eines „RecastProzess“, ob auch für weitere Stoffe, wie zum Beispiel Arsen und Antimon Höchstgrenzen nach der RoHS-Richtlinie gelten
sollen. Da auch diese Stoffe in vielen Fällen in technischen Gläsern der Photonik-Industrie enthalten sind, befürchtet
SPECTARIS massive Nachteile für die Unternehmen, sollten hier neue Verbote ausgesprochen werden. „Ausgewählte
Schwermetalle sind ein unverzichtbarer Bestandteil von optischen Gläsern, die im Glas gebunden völlig ungefährlich sind“,
unterstrich Sven Behrens. Die Verwendung diese Stoffe sei Voraussetzung, um auch weiterhin innovative Geräte für die
Lösung globaler Probleme zu entwickeln. Der SPECTARIS-Geschäftsführer betonte die Potenziale der Photonik gerade auch
im Bereich des Umweltschutzes, der mit der RoHS-Richtlinie ja gefördert werden solle.
Zwar besteht weiterhin die Möglichkeit, Ausnahmegenehmigungen zu beantragen. Erfahrungsgemäß wird darüber aber oft
erst nach Jahren entschieden. “Die Hightech-Produkte der Photonik haben eine Entwicklungszeit von mehreren Jahren. Die
Unternehmen benötigen daher Planungssicherheit. Sonst werden wir in Deutschland und in Europa diese Produkte und ihre
unverzichtbare Anwendungsbereiche auf Dauer verlieren“, so Behrens.
SPECTARIS führe daher derzeit zahlreiche Gespräche auf politischer Ebene, in denen man deutlich mache, dass die Politik
neben der Verantwortung für die Umwelt auch eine wirtschaftspolitische Verpflichtung trage.
Deutscher Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien e.V.
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