tonleitern_skalen

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Tonleitern&Skalen
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Eine wesentliche Grundlage für das musikalische Hören ist die Tatsache, dass die Töne einer
Melodie untereinander in einer bestimmten funktionalen Beziehung stehen. Es haben sich im
Laufe der historischen Entwicklung bestimmte bevorzugte Tonfolgen herausgebildet, die dem
Gehörten zugeordnet werden. Diese spezifische Eigenschaft bezeichnen wir als Tonalität. Wenn
wir
singen und musizieren werden die verwendeten Töne in eine berechenbare
Bezugsreihe geordnet - "Skalen und Tonleitern". Tonleitern sind eine Folge von Tönen in einer
feststehenden charakteristischen Anordnung mit feststehenden Intervallabständen.
Jede
Durtonleiter ist gleich aufgebaut und man kann über jedem Ton eine weitere Durtonleiter
bilden.
Seit dem 17. Jahrhundert bilden die Dur- und Molltonalität die Grundlage unseres Musizierens.
Die charakteristische Anordnung der Halb- und Ganztonschritte bezeichnen wir als diatonisch.
Am Beispiel der C-Dur Tonleiter erkennen wir sofort, was damit gemeint ist.
Die Halbtonschritte befinden sich zwischen dem 3. und 4. Ton und zwischen dem 7. und 8. Ton.
Ganztonschritt = große Sekunde
Halbtonschritt = kleine Sekunde
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Den 7. Ton (in C-Dur den Ton h) nennen wir "Leitton" weil wir beim Singen einer Dur - Tonleiter
die Notwendigkeit der Weiterführung zur 8. Stufe, dem oktavierten Grundton, empfinden.
WICHTIG! Prägen Sie sich die Klaviertastatur ein, um den theoretischen Unterschied zwischen
Halb- und Ganztonschritten besser zu verstehen. Zur absoluten Tonhöhenbenennung dienen
die Notennamen zB: c d e f g a h c.
Bei der relativen Tonhöhenbenennung kennzeichnen wir einen melodisch - harmonischen
Zusammenhang und verwenden zB. dieTonika - Do - Methode. Diese Methode verwendet
Silben, um Melodien von jedem Ton aus erfassen zu können.
Die Silben sind: DO - RE - MI - FA - SOL - LA - SI - DO
In weiterer Folge können wir dieses System eines melodisch - harmonischen
Zusammenhangs auf die in der Musik gängige Stufentheorie anwenden. Wir benennen
demnach keine absoluten
Tonhöhen, sondern ordnen den einzelnen Tönen
entsprechend ihrer Funktion und Position römische Ziffern zu.
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Ähnlich verhält es sich in Moll. Hier befinden sich die Halbtonschritte in der natürlichen (reinen)
Molltonleiter zw. dem 2. und 3. Ton und zwischen dem 5. und 6. Ton. In diesem Zusammenhang
ist es wichtig zu wissen, dass jeder Durtonleiter (C, D, A.....usw.) Eine sogenannte parallele
Molltonleiter zugeordnet werden kann. Diese hat die selben Vorzeichen und beginnt mit einem
Grundton, der sich eine kleine Terz unterhalb des Grundtons der parallelen Durtonleiter
befindet. Die parallele Molltonleiter zu C- Dur ist demnach A- Moll.
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Durch das erhöhen der 7. Stufe erhalten wir die sogenannte harmonische Molltonleiter mit
einem
(künstlichen) Leitton. Wir erhalten einen Einenhalbganztonschritt zwischen dem 6. und 7. Ton
und eine kleine Sekunde zwischen dem 7. und 8. Ton.
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In der melodischen Molltonleiter wird der 6. und 7. Ton erhöht. Diese Erhöhung führt zu einer Spannung,
die zur 8. Stufe drängt. Bei der Abwärtsbewegung entfällt allerdings diese Erhöhung und die melodische
Molltonleiter wird dann meist ohne Versetzungszeichen gespielt.
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