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Kritik aus „DER OPERNFREUND“ – www.deropernfreund.de
IM WEISSEN RÖSSL
besuchte Vorstellung am 31.07.11
(Premiere am16.07.11)
Zum fünfzigjährigen Jubiläum des Lehar Festivals entsann man sich auf ein Werk, das
schon lange nicht mehr in Bad Ischl gegeben wurde und dabei nur wenige Kilometer
entfernt spielt: Ralph Benatzkys (und anderer Komponisten) unverwüstliches "Im
weißen Rössl", schon der Vorverkauf zeigte den Treffer ins Publikumsherz, nur
wenige Restkarten sind noch vorhanden. Die Produktion von Gernot Kranner
ist allerdings auch eine Prachtinszenierung, die sich sehen und hören lassen
kann, die Besetzung einfach prima, denn das Stück läuft wie am Schnürl. Mit
Herwig Libowitzkys einfachem, doch auch treffendem Bühnenbild, den wunderschönen
Kostümen von Michaela Mayer-Michnay, bei denen die Trachten von der Firma Gössl
mitgearbeitet wurden, und vor allem von der abwechslungsreichen, ideenvollen,
unterhaltsamen, einfach phänomenalen Choreographie Mandy Garbrechts, entstand ein
amüsanter, kurzweiliger Operettenabend, wie ich ihn lange nicht mehr erlebt
habe, zu engagiertem und beteiligten Chor und Ballett des Leharfestivals, kamen zum
Kaiserempfang auch noch die Goldhaubenfrauen (Trachten) Bad Ischls, die
Begeisterung kannte keine Grenzen und die Zuschauer waren einfach hin und
weg.
Das wichtigste am "Rössl" ist jedoch immer das widerspenstige Liebespaar, Boris Pfeifer
als Zahlkellner Leopold ist ein echter Beau, besitzt ein perfektes Timing für Pointen und
Spiel, lediglich seine sehr glatte Art auf Musical-Manier zu singen, die Stimme immer auf
geraden Ton zu setzen, statt ihr Farbe zu geben , schmälert seine Leistung. Mit Ulrike
Beimpold (bekannt aus Film und Fernsehen) bot man als Rössl-Wirtin einen echten Coup
auf: resch, liebreizend, charmant, rasant, fulminant und vor allem mit Herz spielt sie
sich in die Seelen der Menschen, einfach eine Superbesetzung als Josepha Voglhuber.
Ernst-Dieter Suttheimer mit trockenem, bärbeißigem Witz darf als Fabrikant Giesecke
ebenso bezeichnet werden.
Großstädtischer Charme kennzeichnet Romana Noacks Ottilie aus, mit passendem
opernhafteren Ton gesellt sie sich dem Rechtsanwalt Siedler zu, der mit echtem
Schmacht-Tenor in Reinhard Alessandri einen echten Konkurrenten für den Leopold
bietet. Der nächste Besetzungscoup ist der schöne Sigismund in Gestalt von Christoph
Wagner-Trenkwitz, in Österreich ein Fernsehstar moderiert er auch den Wiener Life-Ball,
besitzt, enormen Charme, flottes Tempo und etliches an Selbstironie, was seinen
Sülzheimer zu einem echten Wonneproppen werden lässt, dem sich das zarte und
später freche Klärchen von Caroline Vasicek freudig in die Arme wirft. Frank-Michael
Weber als Professor Hinzelmann und Gerhard Balluch als Kaiser runden das Ensemble
ansprechend ab. Thomas Zisterer als Piccolo macht aus einer Neben- gekonnt eine
Hauptrolle. Marius Burkert begleitet mit dem Franz-Lehar-Orchester beschwingt durch
die schlagerhaften Melodien, findet dabei für jede Gelegenheit den passenden Ton.
Einfach prima!!!
Martin Freitag
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