von Christophe Weber

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Christophe Weber, im Frühjahr 2014
Die vorliegende Ausgabe der Grammatik ist die Version vom 11.02.2017. Sie wird ständig aktualisiert und verbessert; es lohnt sich also, ab und zu nach Aktualisierungen zu schauen.
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Christophe Weber
Französisch leicht gemacht
Eine Grammatik für Schüler
Die wichtigsten Grammatikthemen für Französischlerner
in schülerfreundlicher Form
Französisch leicht gemacht – Eine Grammatik für Schüler
www.christopheweber.de
Inhaltsverzeichnis
1.
Vorwort ..........................................................................................................................................7
2.
Zeichenerklärung ......................................................................................................................... 9
3.
Tipps zum Lernen französischer Vokabeln und Grammatik ...................................................10
4.
Das französische Alphabet ......................................................................................................... 12
5.
6.
4.1.
Die Schriftzeichen ................................................................................................................. 12
4.2.
Die Aussprache ...................................................................................................................... 12
4.3.
Nasalvokale ............................................................................................................................ 13
4.4.
Akzentsetzung........................................................................................................................ 14
4.4.1.
Accent aigu, accent grave und accent circonflexe .................................................... 14
4.4.2.
Das Tréma ( ¨ ) ............................................................................................................. 15
4.5.
Die Cédille (bei -c-), das Stütz-„e“ und das Stütz-„u“ (bei -g-) .......................................... 16
4.6.
Doppellaute ............................................................................................................................ 17
Die Substantive und die Artikel .................................................................................................18
5.1.
Geschlecht der Substantive und Artikel ..............................................................................18
5.2.
Die Präpositionen „à“ und „de“ und der bestimmte Artikel .............................................. 19
5.3.
Gebrauch des französischen Artikels ................................................................................... 21
5.4.
Merkmale zum Erkennen des Geschlechts von Substantiven .......................................... 23
5.4.1.
Maskuline Substantive ................................................................................................ 23
5.4.2.
Feminine Substantive .................................................................................................. 24
5.4.3.
Genus bei Ländernamen und bei Namen von Regionen .......................................... 24
5.5.
Präpositionen bei Namen von Ländern und Regionen ..................................................... 25
5.6.
Die Bildung der weiblichen Formen von Substantiven und Adjektiven .......................... 26
5.7.
Pluralbildung ........................................................................................................................ 27
5.8.
Demonstrativbegleiter ......................................................................................................... 28
5.9.
Possessivbegleiter ................................................................................................................. 29
Satzbau und Wortstellung ......................................................................................................... 32
6.1.
Allgemeine Regeln der Wortstellung .................................................................................. 32
6.2.
„Être“ oder „il y a“? .............................................................................................................. 33
6.3.
Regeln der Inversion ............................................................................................................ 33
6.3.1.
Einfache Inversion ....................................................................................................... 34
6.3.2.
Komplexe Inversion..................................................................................................... 35
6.4.
Inversion nach Adverbien.................................................................................................... 37
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6.5.
7.
8.
Fragebildung ......................................................................................................................... 38
6.5.1.
Fragen ohne Präposition ............................................................................................. 38
6.5.2.
Fragen mit que und qui ............................................................................................... 39
6.5.3.
Fragen mit Präposition + qui und Präposition + quoi............................................... 41
6.5.4.
Die Fragewörter quel und lequel ................................................................................ 42
Mengenangaben ......................................................................................................................... 44
7.1.
Bestimmte und unbestimmte Mengen und der Teilungsartikel....................................... 44
7.2.
Zählbare und nicht zählbare Mengen ................................................................................. 46
Adjektive und Adverbien ........................................................................................................... 48
8.1.
Adjektive ............................................................................................................................... 48
8.1.1.
Plural und Geschlecht von Adjektiven ....................................................................... 48
8.1.2.
Stellung von Adjektiven .............................................................................................. 48
8.1.3.
beau, nouveau, vieux, fou und mou ........................................................................... 49
8.1.4.
Unterschiedliche Bedeutung von Adjektiven bei Vor- und Nachstellung............... 50
8.1.5.
Steigerung von Adjektiven: der Komparativ .............................................................. 51
8.1.6.
Steigerung von Adjektiven: der Superlativ ................................................................ 52
8.2.
9.
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Adverbien .............................................................................................................................. 53
8.2.1.
Natürliche und abgeleitete Adverbien ....................................................................... 53
8.2.2.
Regelmäßige Adverbbildung ....................................................................................... 53
8.2.3.
Unregelmäßige Adverbbildung: Adjektive auf -ent und -ant................................... 54
8.2.4.
Unregelmäßige Adverbbildung: Adverbien auf -ément ............................................ 54
8.2.5.
Unregelmäßige Adverbbildung................................................................................... 54
8.2.6.
Alternativkonstruktionen zur Adverbbildung ........................................................... 55
8.2.7.
Steigerung von Adverbien: der Komparativ .............................................................. 55
8.2.8.
Steigerung von Adverbien: der Superlativ ................................................................. 56
8.3.
Unterschied im Gebrauch von Adjektiv und Adverb ..........................................................57
8.4.
Verneinungsadverbien ......................................................................................................... 59
8.4.1.
Übersicht ...................................................................................................................... 59
8.4.2.
Allgemeine Stellung der Verneinungsadverbien im Satz ......................................... 60
8.4.3.
Besondere Stellung der Verneinungsadverbien im Satz............................................ 61
8.4.4.
Verneinungsadverbien mit Artikel ............................................................................. 64
8.4.5.
Mehrere Verneinungsadverbien im Satz ................................................................... 65
Verbgruppen ............................................................................................................................... 67
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9.1.
Stamm- und endungsbetonte Formen................................................................................ 67
9.2.
Verbmodi............................................................................................................................... 68
9.3.
Die Gruppe der Verben auf -er ............................................................................................ 69
9.3.1.
Die Endungen der Verben auf -er im Indikativ Präsens........................................... 69
9.3.2.
Die Verben auf -er ohne Stammänderung im Indikativ Präsens ............................. 70
9.3.3.
Die Verben auf -cer ...................................................................................................... 70
9.3.4.
Die Verben auf -ger ...................................................................................................... 70
9.3.5.
Die Verben auf -e(.)er ................................................................................................... 71
9.3.6.
Die Verben auf -yer ...................................................................................................... 72
9.3.7.
Die Verben auf -é(.)er .................................................................................................. 73
9.4.
Die Gruppe der Verben auf -ir............................................................................................. 74
9.4.1.
Die Verben auf -ir mit Stammerweiterung -ss- im Indikativ Präsens ..................... 74
9.4.2.
Die Verben auf -vrir/-frir ............................................................................................ 74
9.4.3.
Die Verben auf -enir .....................................................................................................75
9.4.4.
Die Verben auf -mir, -vir und einige Verben auf -tir .................................................75
9.4.5.
Die Verben auf -cevoir ................................................................................................. 76
9.5.
Die Gruppe der Verben auf -re ............................................................................................ 76
9.5.1.
Die Verben auf -andre, -endre, -ondre, -erdre, -ordre.............................................. 76
9.5.2.
Die Verben auf -prendre............................................................................................... 77
9.5.3.
Die Verben auf -ttre ......................................................................................................77
9.5.4.
Die Verben auf -indre ...................................................................................................77
9.5.5.
Die Verben auf -ître ..................................................................................................... 78
9.5.6.
Die Verben auf -crire ................................................................................................... 78
9.5.7.
Die Verben auf -uire .................................................................................................... 79
9.6.
Wichtige unregelmäßige Verben ......................................................................................... 79
10. Die Zeiten und Modi der Verben ...............................................................................................81
10.1. Allgemeine Ableitungsregeln................................................................................................81
10.2. Schema zur Bildung der einfachen Zeiten.......................................................................... 82
10.3. Das Présent de l’indicatif der regelmäßigen Verben ......................................................... 83
10.4. Das Imparfait de l’indicatif der regelmäßigen Verben ..................................................... 83
10.5. Das Futur composé .............................................................................................................. 84
10.6. Das Futur simple und das Conditionnel présent der regelmäßigen Verben ................... 84
10.7. Der Subjonctif présent der regelmäßigen Verben ............................................................. 86
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10.8. Übersicht über die Bildung der einfachen Zeiten .............................................................. 86
10.9. Zusammengesetzte Zeiten ................................................................................................... 88
10.9.1.
Wahl des richtigen Hilfsverbs ..................................................................................... 88
10.9.2.
Bildung des Passé composé ........................................................................................ 89
10.9.3.
Bildung des Plus-que-parfait ..................................................................................... 89
10.9.4.
Bildung des Passé antérieur ....................................................................................... 90
10.9.5.
Bildung des Futur antérieur ....................................................................................... 90
10.9.6.
Bildung des Conditionnel passé ................................................................................. 90
10.9.7.
Bildung des Subjonctif passé ...................................................................................... 90
10.10. Der bejahte und der verneinte Imperativ (l’impératif affirmatif et négatif) ................... 91
10.10.1.
Der Imperativ von Verben ohne Pronomen ........................................................... 91
10.10.2.
Der Imperativ von Verben mit einem Objekt- oder Reflexivpronomen............... 91
10.10.3.
Der Imperativ von Verben mit mehreren Objektpronomen ................................ 92
10.11. Die indirekte Rede und Frage.............................................................................................. 93
10.11.1.
Was ist die indirekte Rede bzw. Frage?.................................................................. 93
10.11.2.
Die indirekte Rede und Frage der Gegenwart ....................................................... 94
10.11.3.
Die indirekte Rede und Frage der Vergangenheit ................................................. 95
10.12. Die si-Sätze (Konditionalsätze) ........................................................................................... 96
10.12.1.
Der reale si-Satz ....................................................................................................... 97
10.12.2.
Der irreale si-Satz der Gegenwart........................................................................... 98
10.12.3.
Der irreale si-Satz der Vergangenheit .................................................................... 98
10.12.4.
Zusammenfassung ................................................................................................... 99
11.
Der Gebrauch des Subjonctif .................................................................................................. 100
12.
Imparfait und Passé composé ................................................................................................. 102
12.1. Unterschied im Gebrauch von Imparfait und Passé composé....................................... 102
12.2. Unterschiedliche Bedeutung von Imparfait- und Passé-composé-Formen .................. 105
13.
Nichtkonjugierte Verbformen ................................................................................................. 106
13.1. Das Participe passé ............................................................................................................ 106
13.1.1.
Die Bildung des Participe passé ............................................................................... 106
13.1.2.
Die Veränderlichkeit des Participe passé ................................................................ 106
13.2. Das Gérondif ....................................................................................................................... 108
13.2.1.
Die Bildung des Gérondif .......................................................................................... 108
13.2.2.
Der Gebrauch des Gérondif ...................................................................................... 108
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13.3. Das Participe présent......................................................................................................... 109
14.
13.3.1.
Die Bildung des Participe présent............................................................................ 109
13.3.2.
Der Gebrauch des Participe présent als Verb .......................................................... 110
13.3.3.
Der Gebrauch des Participe présent als Adjektiv (l’adjectif verbal) ...................... 110
13.3.4.
Der Gebrauch des Participe présent als Substantiv .................................................111
Das Passiv .................................................................................................................................. 112
14.1. Umwandlung von Aktivsätzen in Passivsätze ................................................................... 112
14.2. Ersatzformen für das Passiv ............................................................................................... 114
15.
Pronomen .................................................................................................................................. 115
15.1. Stellung von Pronomen....................................................................................................... 115
15.2. Die Subjektpronomen ......................................................................................................... 115
15.2.1.
Die verbundenen Subjektpronomen ......................................................................... 115
15.2.2.
Die unverbundenen Subjektpronomen..................................................................... 116
15.3. Die Objektpronomen........................................................................................................... 116
15.3.1.
Unterscheidung von direkten und indirekten Objekten.......................................... 116
15.3.2.
Die direkten Objektpronomen ................................................................................... 117
15.3.3.
Die indirekten Objektpronomen ............................................................................... 117
15.4. Die Reflexivpronomen ........................................................................................................ 117
15.5. Die Reziprokpronomen ....................................................................................................... 118
15.6. Die Adverbialpronomen en und y ...................................................................................... 118
15.6.1.
Das Adverbialpronomen en ....................................................................................... 118
15.6.2.
Das Adverbialpronomen y ......................................................................................... 119
15.7. Kombinationen von mehreren Pronomen ........................................................................ 121
15.8. Die Possessivpronomen ...................................................................................................... 121
15.9. Die Demonstrativpronomen ...............................................................................................122
15.10. Die Relativpronomen ..........................................................................................................123
15.10.1.
Funktion von Relativpronomen.............................................................................123
15.10.2.
Das Relativpronomen „qui“....................................................................................124
15.10.3.
Das Relativpronomen „que“ ................................................................................... 125
15.10.4.
„Qui“ oder „que“? .................................................................................................... 125
15.10.5.
Das Relativpronomen „où“ ..................................................................................... 127
15.10.6.
Die Relativpronomen „Präposition + lequel/qui“ und „dont“ ............................ 127
15.10.7.
Besonderheiten bei der Verwendung von „de + lequel“ und „dont“ .................. 128
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16.
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Die Zahlen ................................................................................................................................. 130
16.1. Die Grundzahlen ................................................................................................................ 130
16.2. Anwendungsbereiche der Grundzahlen ............................................................................ 131
16.2.1.
Datum und Jahresangaben ........................................................................................ 131
16.2.2.
Uhrzeit .........................................................................................................................132
16.2.3.
Titel von Personen ......................................................................................................134
16.3. Die Ordnungszahlen............................................................................................................134
16.4. Die Bruchzahlen .................................................................................................................. 135
16.5. Die römischen Zahlen .........................................................................................................136
17.
Anhang ...................................................................................................................................... 138
17.1. Die Lautschrift .................................................................................................................... 138
17.2. Die Satzglieder (Satzteilbestimmung) ...............................................................................139
17.3. Französische Sonderzeichen am Computer eingeben ..................................................... 140
17.4. Erklärung grammatikalischer Begriffe ............................................................................. 140
18. Übersicht über die Änderungen in den Versionen .................................................................149
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Französisch leicht gemacht – Eine Grammatik für Schüler
1.
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Vorwort
Warum dieses Buch?
Es gibt nicht viele Lehrer, die nicht wenigstens einmal von ihren Schülern gehört haben, dass
Französisch eine schwierige Sprache sei. Diese Einstellung hat zur Folge, dass die Schüler, die
Französisch als Fremdsprache erlernen (müssen), eine gewisse Abneigung gegen diese doch an
und für sich sehr schöne Sprache entwickeln.
Vieles wurde schon getan, um den Ruf des Französischen unter den Schülern zu verbessern: Austausche werden organisiert, Schulprojekte vorbereitet und Ausflüge nach Frankreich unternommen (vor allem bei uns im Saarland, dank der geografischen Nähe). Das Ziel: in den Schülern das
Interesse wecken, diese Sprache bis zur Perfektion zu erlernen, um sich eines Tages in einem
französischsprachigen Land ohne Probleme verständigen zu können.
Bleibt die Frage, ob es wirklich notwendig ist, dass ein Schüler die Regeln der französischen Sprache bis zu dieser Perfektion beherrscht. Ich denke, dass es die Mühe lohnt, einmal nachzudenken:
Sind die Regeln, die das Französische besitzt und die laut Lehrwerk auch schön durchgenommen
werden sollen, wirklich alle nötig, damit eine Kommunikation funktioniert? Kann man nicht auf
gewisse grammatikalische Themen verzichten, ohne zu befürchten, dass eine Kommunikation
scheitert? Ich würde sagen, doch.
Das Ziel von uns Lehrern ist es, den Schülern zu ermöglichen, ein verständliches Gespräch mit
Französisch sprechenden Menschen anzufangen und aufrechtzuerhalten. Behält man dies im
Hinterkopf, dann sieht man, dass viele der Themen, die von Französischlehrwerken durchgenommen werden, für diesen Zweck überflüssig sind.
Man kann also sehr gut
-
auf einige grammatikalische Besonderheiten verzichten;
-
die grammatikalischen Themen reduzieren;
-
das Erlernen des Französischen einfacher gestalten;
-
Alternativen zu sprachlichen Phänomenen bieten.
Wenn man diese Punkte berücksichtigt, bin ich überzeugt, dass man in den Schülern die Bereitschaft sowie den Wunsch, Französisch zu lernen, steigern und dieser Sprache zu einem besseren
Ruf verhelfen kann. Nur wenn ein Sprecher begreift, dass er nicht perfekt sein muss, um verstanden zu werden, wird er sich bemühen, überhaupt etwas in dieser Sprache zu produzieren. Wir
Lehrer müssen dies bei Rückmeldungen an Schüler natürlich ebenfalls berücksichtigen, indem
wir nicht auf jeden kleinsten Fehler „springen“, sondern den Schüler loben und weiterhin ermutigen, Sprache zu produzieren.
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Französisch leicht gemacht – Eine Grammatik für Schüler
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Diese Grammatik richtet sich an Französischlehrer und -schüler. Sie versucht, in einfacher, anschaulicher Weise die französische Sprache vorzustellen. Für Lehrer werden Vorschläge zur Einführung eines Themas im Unterricht gemacht. Schülern wird durch Vergleiche, Erklärungen und
Beispiele versucht, das Thema zu veranschaulichen und klarzumachen.
Christophe Weber
Püttlingen, am 16. April 2016
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Zeichenerklärung
In dieser Grammatik werden folgende Zeichen verwendet:
[’]
(in der Lautschrift) steht vor der in einem Wort betonten Silbe (z. B. [a’le] für aller)
(.)
Platzhalter für einen oder mehrere Konsonanten (z. B. -e(.)er > -eler/-eter)
>
daraus folgt; wird zu
<>
im Gegensatz zu
()
(in der Lautschrift) kennzeichnet einen Laut, der nicht ausgesprochen werden muss
(z. B. [ap()le])
:
(in der Lautschrift) bedeutet, dass der vorangehende Laut lang ausgesprochen wird
(z. B. la pâte [p:t] im Gegensatz zu la patte [pat])
*
bezeichnet eine mit Absicht falsch geschriebene und nur zu Erklärungszwecken angeführte Form (z. B. *j’acheterai)
*)
Ø
gibt an, dass zu einem solchermaßen markierten Wort eine Erklärung folgt
1) bei Verben oder Adjektiven: Null-Endung (Verbform bzw. Adjektiv hat keine
Endung, z. B. il rendØ)
2) bei Satzbeispielen: Satz nicht möglich
qc
quelque chose (etwas)
qn
quelqu’un (jemand)
m/sg
Maskulinum Singular
m/pl
Maskulinum Plural
f/sg
Femininum Singular
f/pl
Femininum Plural
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Tipps zum Lernen französischer Vokabeln und Grammatik
-
Wichtig ist im Französischen (genau wie in anderen Sprachen), das Geschlecht eines Nomens zu kennen. Lerne deshalb das Nomen immer mit dem unbestimmten Artikel, da
du nur dann zweifelsfrei das Geschlecht erkennen kannst.
Beispiele:
le collège (m) - un collège (m)
la fille (f) - une fille (f)
l’école (m? f?) - une école (f)
-
Lerne Verben immer mit der dazugehörigen Konstruktion. Das erleichtert dir nachher um
ein Vielfaches die Entscheidung zwischen direkten und indirekten Objektpronomen.
Beispiele:
demander à qn de faire qc (jemanden bitten, etwas zu tun): à qn = indirekt
demander qc à qn (jemanden um etwas bitten): à qn = indirekt, qc = direkt
apprendre à qn à faire qc (jemanden lehren, etwas zu tun): à qn = indirekt
voir qn (jemanden sehen): qn = direkt
-
Versuche, zu einem Wort, das du lernen musst, Wortfamilien anzulegen.
Beispiele:
intéresser qn (Verb) - intéressant,e (Adjektiv) - un intérêt (Substantiv)
écrire qc à qn (Verb) - une écriture (Substantiv) - un écrivain (Substantiv)
franchir qc (Verb) - franc, franche (Adjektiv) - un franchissement (Substantiv) - franchement (Adverb)
ouvrir (Verb) - une ouverture (Substantiv) - ouvert,e (Adjektiv) - ouvertement (Adverb)
-
Auch Wortfelder (d. h. Gruppen von Wörtern, die alle zu einem Thema gehören) können
beim Lernen helfen.
Beispiele:
Kleidung: un pull-over - une jupe - une veste - un gilet - un anorak - une chaussure - un
chausson - un slip - un t-shirt - une chemise - un chemisier - porter qc - un vêtement - être
vêtu,e de - s’habiller - se déshabiller usw.
Obst: une pomme - une poire - une banane - une cerise - une prune - une orange - un(e)
ananas - un abricot - une fraise - une framboise usw.
-
Grammatikregeln lassen sich am besten lernen, wenn man sich an Beispielen verdeutlicht,
was die Regel aussagt. Suche und notiere also immer Beispiele zu einer Regel oder noch
besser: Formuliere sie selbst.
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Französisch leicht gemacht – Eine Grammatik für Schüler
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Beispielregel:
Der Singular und die 3. Person Plural des Présent du subjonctif werden gebildet aus dem
Stamm der 3. Person Plural Präsens eines Verbs und den Endungen -e, -es, -e, -ions, -iez,
-ent. Die 1. und 2. Person Plural werden gebildet aus dem Stamm der 2. Person Plural
Präsens.
Verbbeispiele zur Verdeutlichung:
prendre: ils prennent
vous prenez
acheter: ils achètent
vous achetez
-
 je prenne, tu prennes, il prenne, ils prennent
 nous prenions, vous preniez
 j’achète, tu achètes, il achète, ils achètent
 nous achetions, vous achetiez
Es kann auch helfen (gerade zu Beginn), die Wörter in unterschiedlichen Farben zu schreiben, je nachdem, ob sie männlich oder weiblich sind.
Beispiele:
un garçon - une table - une radio - un élève - une élève - un taxi - un ballon - une bouteille
-
Auch kann es helfen, Wörter in Bildern auszudrücken, da man sich im Allgemeinen Bilder
besser merken kann.
Beispiel:
un s
leil
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4.
Das französische Alphabet
4.1.
Die Schriftzeichen
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Das französische Alphabet hat wie das deutsche 26 Buchstaben. Sie werden wie folgt ausgesprochen (zur Lautschrift s. Kapitel 17.1):
a
b
c
d
e
f
g
h
i
j
[a]
[be]
[se]
[de]
[]
[f]
[e]
[a]
[i]
[i]
k
l
m
n
o
p
q
r
s
t
[ka]
[l]
[m]
[n]
[o]
[pe]
[ky]
[r]
[s]
[te]
u
v
w
x
y
z
[y]
[ve]
[dublve]
[iks]
[igrk]
[zt]
Anmerkung:
-q- kann nicht alleine stehen, sondern immer in Verbindung mit -u-, außer in den Wörtern le coq
und cinq (sowie die Zusammensetzungen, in denen cinq vorkommt: vingt-cinq, cinq cents usw.).
4.2.
Die Aussprache
Bis auf ein paar Ausnahmen werden die Buchstaben wie im Deutschen ausgesprochen. Die Ausnahmen sind c, g, h, j, y, z.
a) -c-c- vor einem hellen1 Vokal wird ausgesprochen wie das -ss- in „Wasser“.
-c- vor einem dunklen Vokal wird ausgesprochen wie ein -k-.
b) -g-g- vor einem hellen Vokal wird ausgesprochen wie das -g- in „Genie“.
-g- vor einem dunklen Vokal wird ausgesprochen wie das deutsche -g-.
c) -h- wird nie ausgesprochen.
d) -j- wird ausgesprochen wie das -g- vor hellen Vokalen (vgl. das deutsche Wort Jalousie).
e) -y- wird wie -i- ausgesprochen.
f) -z- klingt wie die beiden -s- in „Susanne“.
1
Als helle Vokale zählen e und i. Dunkle Vokale sind a, o und u.
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Anmerkung:
Der Name des -y-, i grec, heißt übersetzt „griechisches i“.
4.3.
Nasalvokale
Eine Besonderheit des Französischen sind die sogenannten Nasalvokale (voyelles nasales). Sie
werden, wie der Name schon sagt, durch die Nase gesprochen.
Lies folgende Wörter, die es auch im Deutschen gibt. Sie stammen aus dem Französischen und
geben dir einen Eindruck, wie Nasalvokale ausgesprochen werden:
Chance, Balance, Engagement, Fonds.
Nasalvokale treten i. d. R. dann auf, wenn einem Vokal ein Nasalkonsonant, also -m- oder -n-,
folgt. Diese Konsonanten heißen so, da sie durch die Nase gesprochen werden. Das kann man
leicht überprüfen: Schließ den Mund und sprich das „m“ oder das „n“ lange aus - du merkst, dass
es in der Nase vibriert.
Jeder Vokal kann in Verbindung mit einem dieser Nasalkonsonanten auftreten, z. B. in la lampe,
antérieur, emporter, les gens, important, intéressant, l’ombre, on, humble, un.
Achtung:
Folgt auf eine solche Kombination ein Vokal, ein -h- oder -n-, so wird die Nasalierung aufgehoben:
~tersã], aber inintéressant [in~
intéressant [
 tersã], nombrable [nõbrablə], aber innombrable [inõbrablə] (vgl. auch bon [bõ], aber bonne [bn]).
Folgt auf diese Kombination allerdings ein Konsonant, der nicht -h- oder -n- ist, dann bleibt die
~mãʒablə].
Nasalierung erhalten: mangeable [mãʒablə], aber immangeable [
Anmerkung:
Heutzutage werden die Nasalverbindungen -am-/-an-/-em-/-en- sowie -im-/-in-/-um-/-ungleich ausgesprochen, d. h. es gibt keinen hörbaren Unterschied mehr zwischen brin und brun
oder zwischen manger und mentir.
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4.4.
Akzentsetzung
4.4.1.
Accent aigu, accent grave und accent circonflexe
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Eine weitere Besonderheit des Französischen sind die Akzente (les accents), die auf bestimmte
Vokale gesetzt werden und ihnen eine besondere Aussprache verleihen. Es gibt folgende Akzente:
a) ´ (accent aigu [spitzer Akzent], nur auf -e- möglich)
Durch den accent aigu wird das é wie das -ee- im deutschen „Beet“ ausgesprochen.
Beispiele: réparer [repare], l’Amérique [amerik] usw.
b) ` (accent grave [schwerer Akzent], nur auf -a-, -e- und -u- möglich)
Durch den accent grave wird das è wie ein -ä-, etwa wie in „Ärger“, ausgesprochen.
Beispiele: la mère [mr], le père [pr] usw.
Der accent grave kommt auf dem „a“ nur bei der Präposition „à“, bei „çà“ sowie bei „là“
(und Zusammensetzungen wie „voilà“) vor, um sie von der Form des Verbs avoir (il a),
dem Pronomen „ça“ (= cela) bzw. dem Artikel „la“ zu unterscheiden. Beachte auch „déjà“.
Auf -u kommt er nur in dem Wort „où“ (= wo) vor, wo er keine ausspracheunterscheidende
Funktion hat, sondern den Unterschied herstellt zu „ou“ (= oder).
c) ^ (accent circonflexe, auf allen Vokalen möglich)
Der accent circonflexe bewirkt bei -ê- dieselbe Aussprache wie bei -è-. Ein -ô- wird immer
geschlossen ausgesprochen (wie im deutschen Wort „Hof“). Auf allen anderen Vokalen gibt
es keinen Ausspracheunterschied zum Vokal ohne Akzent.
Anmerkung:
Einige Sprecher sprechen ein -â- offener und etwas länger aus: la patte [pat] <> la pâte [p:t].
Der accent circonflexe steht sehr oft für ein im Laufe der Sprachentwicklung weggefallenes -s-:
finestra (lateinisch) > la fenêtre (vgl. deutsch: Fenster), hospital > l’hôpital (vgl. englisch: hospital). In einigen Fällen sind andere Buchstaben weggefallen: sicurum > sûr.
Nach den Regeln und Empfehlungen der Nouvelle orthographe entfällt der accent circonflexe auf „i“ und „u“ - außer in den Verbformen, wo er unterscheidende Funktion hat (z. B. die Formen von croître [neu: croitre], die ansonsten
mit denen von croire verwechselt werden könnten: je croîs <> je crois usw.),
sowie auf ansonsten gleich lautenden Wörtern wie „sur“ <> „sûr“, „dû“ <> „du“
usw. Das bedeutet, dass z. B. die Verbformen il plaît, elle connaît und nous ent-
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raînons in Zukunft il plait, elle connait und nous entrainons geschrieben werden. Diese Regel gilt nicht nur für Verben, sondern auch für Substantive oder
Adjektive: l’entraînement  l’entrainement, fraîche  fraiche, la brûlure  la
brulure…
Als Ausnahmen gelten v. a. die Endungen des Passé simple und des Imparfait
du subjonctif, wo der Akzent durchgängig erhalten bleibt (nous eûmes, qu’il
fût…).
4.4.2.
Das Tréma ( ¨ )
Das Tréma sind zwei Punkte auf einem Vokal, ähnlich den ä-, ö- oder ü-Pünktchen im Deutschen.
Ihre Bedeutung ist aber eine andere. Das Tréma kann nur auf e oder i stehen.
Vergleiche die Aussprache der folgenden Wortpaare:
moi [ma] <> astéroïde [aster’id]
toi [ta] <> égoïste [eg’ist]
mais [m] <> maïs [ma’is]
Man sieht, dass das Tréma eine Änderung der Aussprache bewirkt. Es steht - wenn überhaupt nur an Stellen, wo zwei Vokale hintereinander folgen, die getrennt ausgesprochen werden sollen
und von denen jeder seine normale Aussprache behält. Es steht immer auf dem zweiten Vokal.
Etwas ungewohnt ist der Anblick von Wörtern wie z. B. ciguë [sigy] oder aiguë [gy] (s. dazu auch
nachfolgende Anmerkung zur Nouvelle orthographe). Wie kann das Tréma hier erklärt werden?
Ganz einfach, genauso wie oben. Die männliche Form des Adjektivs lautet aigu und wird [gy]
ausgesprochen. An die weibliche wird laut Regel ein -e- angehängt. Jedoch dürfte man dann das
-u-nicht mehr aussprechen, da eine Regel besagt, dass das -u- zwischen -g- und -e- nur den Zweck
hat, das -g- wie [g] und nicht wie [] klingen zu lassen (s. Kapitel 4.5). Das -u- selbst bleibt dann
aber stumm (vgl. la guerre [gr], le mangue [mãg]). Damit das -u- ausgesprochen wird, wird
auf das nachfolgende -e- ein Tréma gesetzt, wodurch das -u- seinen Lautwert zurückbekommt
und die beiden Vokale getrennt ausgesprochen werden (allerdings ist das -e- ein stummes [],
denn es trägt ja keinen Akzent).
Zur Verdeutlichung hier noch einmal in Kurzform:
aigu [gy] > *aigue [g] (existiert nicht) > aiguë [gy()]
Es gibt aber nur wenige Wörter mit dieser Besonderheit.
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Nach den Regeln und Empfehlungen der Nouvelle orthographe wird das Tréma
bei den Wörtern, bei denen das -u- ausgesprochen werden soll, von nun an auf
das -u- gesetzt. Man schreibt also
aigüe, gageüre, argüer, cigüe…
4.5.
Die Cédille (bei -c-), das Stütz-„e“ und das Stütz-„u“ (bei -g-)
Wir haben in Kapitel 4.2 gesehen, dass ein -c- vor hellen Vokalen wie -ss- ausgesprochen wird
(cela [s()la], la race [ras], le cyprès [sipr]). Vor dunklen Vokalen wird es wie -k- ausgesprochen: comment [kmã], le cul [ky], car [kar].
Was passiert nun aber, wenn auf das -c- ein dunkler Vokal folgt, es aber trotzdem wie -ss- ausgesprochen werden soll? Ganz einfach, man fügt an das -c- ein kleines „Schwänzchen“, nämlich die
Cédille an, die bewirkt, das sich die Aussprache zu -ss- ändert. Ein so verändertes -c- heißt
„c cédille“.
Beispiele:
le caleçon [kalsõ], ça [sa] usw.
Ein umgekehrtes Hilfsmittel, um ein -c- vor einem hellen Vokal wie ein -k- klingen zu lassen, gibt
es nicht. In diesen Fällen greift man auf -qu- zurück (ce <> que, ci <> qui usw.).
Ähnliches gilt für das -g-:
-
Ein -g- wird vor hellen Vokalen wie [] ausgesprochen, ähnlich dem „G“ in „Genie“: gênant
[nã], la girafe [iraf] (siehe dazu auch 4.2).
-
Vor dunklen Vokalen wird es wie -g- ausgesprochen: garer [gare], le gobelet [gbl].
-
Soll -g- vor dunklen Vokalen ebenfalls wie ein [] ausgesprochen werden, wird hinter das
-g- ein -e- (also ein heller Vokal) eingesetzt: je mangeais [mã], Geoffroy [fra]
(s. dazu auch Kapitel 4.2, Punkt b).
Dieses stützende -e- ist selbst stumm und dient nur zur korrekten Aussprache des -gals [].
-
Soll -g- vor hellen Vokalen wie [g] ausgesprochen werden, wird ein -u- (also ein dunkler
Vokal) hinter dem -g- eingesetzt: la guêpe [gp] und nicht *gêpe [p], la guirlande
[gir’lãd] und nicht *girlande [ir’lãd].
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Dieses stützende -u- ist selbst stumm und dient nur zur korrekten Aussprache des -gals [g].
Zusammenfassung
Laut
dargestellt vor hellem Vokal als
dargestellt vor dunklem Vokal als
[s]
-c-
-ç-
[k]
-qu-
-c- (oder auch -qu-: quand…)
[]
-g- (oder auch -j-: je…)
-ge-
[g]
-gu-
-g-
4.6.
Doppellaute
Es gibt im Französischen viele Doppellaute, die in ihrer Kombination eine eigene Aussprache aufweisen (vgl. im Deutschen -ei- und -eu-, die wie [ai] bzw. [oi] ausgesprochen werden).
Folgende Doppellaute kommen im Französischen häufig vor:
-
-oi- (moi, toi, le mois, la moisissure, le soir, voilà) wird wie [a] ausgesprochen.
-
-eu- (Europe, bleu, jeune) wird wie das deutsche -ö- ausgesprochen.
-
-ai- oder -ais- (mais, je paie, j’ai) wird wie ein kurzes -ä- ausgesprochen.
-
-au- bzw. -eau- (chaud, beau, le château) wird wie ein -o- ausgesprochen.
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5.
Die Substantive und die Artikel
5.1.
Geschlecht der Substantive und Artikel
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Die deutsche Sprache hat drei Geschlechter: männlich (der Mann), weiblich (die Frau) und sächlich (das Kind). Im Französischen gibt es im Gegensatz dazu nur zwei Geschlechter: männlich
(masculin) und weiblich (féminin).
Die Artikel lauten:
bestimmte Artikel
unbestimmte Artikel
masculin
féminin
masculin
féminin
le (l’)
la (l’)
un
une
Singular
Plural
les
des
Beispiele: le garçon, la fille, l’homme, les personnes; un enfant, une maison, des pommes
Das französische Wort kann ein anderes Geschlecht haben als das deutsche:
la fille <> das Mädchen, le monde <> die Welt usw.
Der Artikel l’ wird benutzt, wenn das nachfolgende Wort mit Vokal oder stummem h
anfängt:
l’hôtel, l’ami, l’amie, l’hôpital, l’élève usw.
Frage:
„Ich habe französische Wörter gesehen, die zwar mit h- anfingen, deren Artikel
aber trotzdem le bzw. la lautete, d. h. der Artikel wurde nicht apostrophiert.“
Antwort:
Es gibt auf Französisch Wörter, die zwar mit h- beginnen, bei denen der Artikel
aber nicht apostrophiert wird. Diese Wörter kommen meistens aus dem Deutschen oder dem Englischen oder allgemein aus einer germanischen Sprache.
Beispiele:
le haricot (die Bohne), le haut-parleur (der Lautsprecher), la halle (die Halle), le
hasard (der Zufall) u. a.
Im Plural werden die Artikel les und des nicht gebunden! (les haricots [leariko])
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Schau dir folgendes Gespräch an und beachte die deutsche Übersetzung:
Jean : « Tu as des frères ? »
Jean: „Hast du Ø Brüder?“
Marie : « Oui, j’ai des frères. »
Marie: „Ja, ich habe Ø Brüder.“
Jean : « Tu aimes lire des livres ? »
Jean : „Liest du gerne Ø Bücher?“
Marie : « Non, j’aime écouter des cd. »
Marie : „Nein, ich höre gerne Ø CDs.“
Der Gebrauch des unbestimmten Artikels im Plural (des) ist gewöhnungsbedürftig, da es diesen
im Deutschen nicht gibt. Im Französischen kann ein Substantiv i. d. R. nicht ohne Artikel stehen:
Ø Häuser > des maisons, Ø Kinder > des enfants (s. dazu auch Kapitel 5.3).
Die unbestimmten Artikel un/une und des werden nach einer Verneinung zu de:
J’ai un chien.  Je n’ai pas de chien.
Elle mange une glace.  Elle ne mange pas de glace.
Elle a des amis ?  Non, elle n’a pas d’amis.
Nur hinter dem verneinten Verb être und in den Konstruktionen ne… pas un seul (kein
einziger) bzw. ne… plus un seul (kein einziger mehr) bleibt der Artikel erhalten:
C’est un chat? - Non, ce n’est pas un chat, c’est un chien !
Je n’ai pas un seul euro. Ich habe keinen einzigen Euro.
Je n’ai plus un seul euro. Ich habe keinen einzigen Euro mehr.
5.2.
Die Präpositionen „à“ und „de“ und der bestimmte Artikel
Stoßen die Präpositionen „à“ oder „de“ auf den bestimmten Artikel, so verschmelzen sie mit diesem zu einem Wort, wie folgende Tabelle zeigt:
Singular
à
Plural
de
maskulin
au (= à + le)
du (= de + le)
feminin
à la
de la
à
de
aux (= à + les)
des (= de + les)
Beispiele:
Elle parle du prof de français. (= de + le prof de français)
Elle pense au garçon dans sa classe. (= à + le garçon)
Il s’approche des rochers dans la mer. (= de + les rochers)
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Hinweis:
Eine solche Besonderheit bietet die deutsche Sprache auch, vergleiche folgende Beispiele:
Er steigt aufs (= auf das) Dach. Wir gehen ins (= in das) Kino. Er ist im (= in dem) Kino. Usw.
Der unbestimmte Artikel im Plural „des“ wird laut offizieller Regel zu „de“, wenn vor
dem Nomen, das er begleitet, ein Adjektiv steht, das nicht fest zu dem Wort gehört:
des amis  de bons amis, des filles  de petites filles, des femmes  de jolies
femmes…
Vgl. dagegen des grands-mères, des petits-pois… (feste Wörter)
Allerdings wird diese Regel gerade im gesprochenen Französisch mehr und mehr missachtet, sodass „des“ auch vor einem Adjektiv stehen kann, das nicht fest zu dem Wort
gehört:
des bons amis, des petites filles, des jolies femmes…
Frage:
„Ich habe aber in französischen Sätzen schon mehrmals die Wörter à le, de le, à
les und de les hintereinander gesehen, d. h. sie waren nicht zusammengezogen.“
Antwort:
Die Präpositionen à und de werden nur dann mit le und les zusammengezogen,
wenn le und les Artikel sind. Le und les können aber auch Objektpronomen sein;
in einem solchen Fall bleiben sie getrennt (s. auch Kapitel 15.3).
Beispiele:
Elle arrive au théâtre. (à + le théâtre)
Il est rentré des vacances. (de + les vacances)
ABER:
Elle a commencé à manger le gâteau.  Elle a commencé à le manger. (le = Objektpronomen, das le gâteau ersetzt)
Nous sommes contents de voir nos amis.  Nous sommes contents de les voir.
(les = Objektpronomen, das nos amis ersetzt)
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5.3.
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Gebrauch des französischen Artikels
Wie in Kapitel 5.1 schon erwähnt, kann ein französisches Nomen – im Gegensatz zum Deutschen – in der Regel nicht ohne einen Artikel stehen. Wird im Deutschen keiner gesetzt, steht im
Französischen normalerweise der Teilungsartikel (de + bestimmter Artikel, s. Kapitel 7.1):
das Mehl
>
la farine
Ø Mehl
>
de la farine
die Butter
>
le beurre
Ø Butter
>
du beurre
das Wasser
>
l’eau
Ø Wasser
>
de l’eau
das Kind
>
l’enfant
Ø Kinder
>
des enfants
Hinweis für Lehrer:
Es sollte darauf geachtet werden, dass ein Schüler auf die Frage nach einer Vokabel den korrekten
Artikel mitnennt. So sollte bei der Frage nach „Zucker“ die Antwort nicht „le sucre“, sondern „du
sucre“ lauten. Je eher sich ein Schüler daran gewöhnt, umso leichter fällt ihm der Umgang mit
dem Teilungsartikel.
Betrachtet man jetzt aber französische Sätze, so fällt auf, dass in vielen von ihnen Nomen enthalten sind, die (auf den ersten Blick) ohne Artikel gebraucht werden:
Ich brauche Ø Milch.
>
J’ai besoin de (nicht *du) lait.
Er macht sich über Ø Mädchen lustig.
>
Il se moque de (nicht *des) filles.
Sie spricht über Ø Geschichte.
>
Elle parle d’ (nicht *de l’) histoire.
Er kauft ein Kilo Ø Marmelade.
>
Il achète un kilo de (nicht de la) confiture.
Diese Sätze fallen aber nur bei nicht näherem Hinsehen aus der Reihe. Der Grund ist, dass viele
Ausdrücke schon von Hause aus ein „de“ mitbringen, wie avoir besoin de qc, se moquer de qn,
parler de qn sowie die Mengenangaben (s. Kapitel 7) usw. Würde man nun hinter dieses „de“ den
Teilungsartikel setzen, dann würden die Sätze so lauten:
*J’ai besoin de du lait.
*Il se moque de des filles.
*Elle parle de de l’histoire.
*Il achète un kilo de de la confiture.
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Ein doppeltes „de“ in einem Satz wird aber nicht benutzt, sodass man in solchen Fällen den Teilungsartikel einfach komplett wegfallen lässt und so im Prinzip zufälligerweise genau die deutsche
Konstruktion erhält.
Aber Achtung: Auch die Sätze
J’ai besoin du lait. Il se moque des filles. Elle parle de l’histoire. Il achète un kilo
de la confiture.
sind grammatikalisch einwandfrei, allerdings werden sie auf Deutsch ein bisschen
anders übersetzt. In diesen sind die Formen du, des, de l’ Zusammenziehungen aus
dem durch den jeweiligen Ausdruck vorgegebenen de (avoir besoin de, parler
de…) und dem bestimmten Artikel. Somit müsste man die Sätze so übersetzen:
Ich brauche die Milch. Er macht sich über die Mädchen lustig. Sie redet über die
Geschichte. Er kauft ein Kilo der Marmelade (die er so mag o. ä.).
Hier nochmal beide Varianten im Überblick, damit der Unterschied klar wird:
Elle a besoin d’eau (aus de de l’ eau).
Elle a besoin de l’eau.
Sie braucht Ø Wasser.
Sie braucht das Wasser.
Il a envie de gâteau (aus de du gâteau). Il a envie du gâteau.
Er hat Lust auf Ø Kuchen.
Er hat Lust auf den Kuchen.
Je prends une tasse de thé (aus de du Je prends une tasse du thé (d’hier…).
thé).
Ich nehme eine Tasse des Tees (von
Ich nehme eine Tasse Ø Tee.
gestern…).
Frage:
„In Ausdrücken wie avec plaisir, sans sucre, avec courage usw. stehen aber auch
Nomen ohne Artikel, und die obige Regel mit dem ‚de‘ greift hier nicht.“
Antwort:
Das ist richtig. Diese Ausdrücke kommen aus einem älteren Französisch und haben bis heute überdauert. Damals war es im Französischen möglich, Nomen auch
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ohne Artikel zu benutzen (wie im Deutschen), dies wurde jedoch nach und nach
durch die „de“-Regel ersetzt. Einige Ausdrücke konnten jedoch erhalten bleiben.
Allgemein lässt sich sagen, dass diese Konstruktionen möglich sind bei abstrakten Nomen, wie z. B. amour, passion, tristesse, plaisir… Mit konkreten Substantiven wie z. B. voiture, maison… sind sie nicht möglich:
par amour, avec passion, sans tristesse
ABER: avec une voiture, par la maison…
5.4.
Merkmale zum Erkennen des Geschlechts von Substantiven
Im Gegensatz zu anderen Sprachen wie dem Spanischen oder dem Italienischen ist es im Französischen nicht ganz so leicht, das Geschlecht eines Substantivs an seiner Endung zu erkennen.
Dennoch ist es auch hier nicht unmöglich.
5.4.1.
Maskuline Substantive
Folgende Endungen kennzeichnen in der Regel maskuline Substantive:
Endung
-age
Beispiele
Ausnahmen
un embouteillage, un garage, un blâmage
une page, une image, une plage
-al
un hôpital, un journal, un carnaval
/
-as/-at
un repas, un combat
/
-eau
un manteau, un troupeau
une eau, une peau
-ent
un appartement, un accident
une dent, une jument
-er
un reporter, un étranger
/
-et
un filet, un billet
/
-eu
un neveu, un pneu
/
-ien
un mécanicien, un chirurgien
/
-ier
un chocolatier, un levier
/
-il
un travail, un vitrail
/
-in
un raisin, un vin
/
-isme
un racisme, un idéalisme
/
-oir
un manoir, un devoir
/
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-o/-on/-ot/-ôt
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un numéro, un boulot, un impôt, un hé-
une photo (< une photogra-
risson
phie), la radio (< la radiophonie)
-teur
5.4.2.
un moniteur, un chanteur
/
Feminine Substantive
Folgende Endungen kennzeichnen in der Regel feminine Substantive:
Endung
Beispiele
Ausnahmen
-ade
une promenade, une esplanade
/
-aie
une haie, une monnaie
/
-aille
une tenaille, une racaille
/
-aison
une maison, une raison
/
-ance/-ence
une méfiance, une différence
un silence
-ée
une matinée, une soirée
un lycée, un musée
-eille
une veille, une abeille
/
-elle
une querelle, une mamelle
/
-esse
une tendresse, une caresse
/
-ette
une dette, une cadette, une maisonnette
/
-euse
une friteuse, une chanteuse
/
-ie
une boulangerie, une boucherie
un incendie
-ise
une bêtise, une banquise
/
-té
une nationalité, une beauté
un comité
-tion
une nation, une sensation
/
-ude
une certitude, une attitude
/
-ure
une voiture, une ceinture
/
5.4.3.
Genus bei Ländernamen und bei Namen von Regionen
Für Ländernamen gibt es eine recht einfache Regel, die erklärt, welches Geschlecht der betreffende Ländername hat.
a) Endet der Name des Landes oder einer Region auf -e, so ist er normalerweise feminin: la
France, l’Allemagne (f), l’Espagne, la Pologne, la Turquie, la Normandie, la Picardie, la Provence usw.
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Es gibt einige wenige Ausnahmen: le Mexique, le Cambodge, le Mozambique, le Zaïre, le
Maine.
b) Ländernamen, die nicht auf -e enden, sind maskulin: le Portugal, le Japon, le Danemark, le
Périgord, le Limousin usw.
5.5.
Präpositionen bei Namen von Ländern und Regionen
Wir haben in Kapitel 5.4.3 gesehen, dass es im Französischen Länder gibt, die weiblich sind, und
einige, die männlich sind. Des Weiteren finden sich einige wenige, die nur im Plural gebraucht
werden.
Je nach Geschlecht werden unterschiedliche Präpositionen gebraucht, um auszudrücken, ob man
in ein Land oder eine Region hineinfährt oder von dort kommt, wie folgende Tabelle zeigt:
Name des Landes/der Region
nach…/in…
von…/aus…
maskulin
au
du
feminin
en
de
Plural
aux
des
Beispiele:
Elle vient de France et elle va au Portugal. (Sie kommt aus Frankreich und geht nach Portugal.)
Ils sont rentrés des États-Unis. (Sie sind aus den Vereinigten Staaten zurückgekommen.)
Aux Pays-Bas, on parle néerlandais. (In den Niederlanden wird niederländisch gesprochen.)
Je suis revenu du Mexique. (Ich bin aus Mexiko zurückgekommen.)
Frage:
„Ich habe in Sätzen auch schon de la France oder de l’Italie usw. gefunden.“
Antwort:
Die Ländernamen werden mit dem vollständigen Teilungsartikel gebraucht,
wenn in dem Satz nicht von der Herkunft bzw. dem Ziel die Rede ist, sondern die
Präposition de soviel heißt wie „über“ und die Präposition à soviel wie „an, zu“ o.
ä.
Beispiele:
Elle pense souvent à la France. (Sie denkt oft an Frankreich.  kein Ziel)
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Nous parlons de l’Espagne et de la Suisse. (Wir reden über Spanien und die
Schweiz  keine Herkunft)
5.6.
Die Bildung der weiblichen Formen von Substantiven und Adjektiven
Im Deutschen ist es sehr einfach, aus einem männlichen Substantiv ein weibliches zu bilden; in
der Regel wird dazu nur die Silbe -in angehängt: der Lehrer > die Lehrerin, der Professor > die
Professorin usw.
Im Französischen gibt es dazu verschiedene Vorgehensweisen (diese gelten auch für Adjektive):
-
Anhängen eines -e an die männliche Form
Dies ist die am häufigsten auftretende Art, weibliche Substantive von männlichen abzuleiten (un ami > une amie, un député > une députée, un marchand > une marchande, joli >
jolie, grand > grande…)
-
-er > -ère
un boulanger > une boulangère, un jardinier > une jardinière, un bijoutier > une bijoutière, cher > chère, journalier > journalière…
-
-eur > -euse
un chanteur > une chanteuse, un coiffeur > une coiffeuse, un chauffeur > une chauffeuse, capricieux > capricieuse, dangereux > dangereuse…
-
-eur > -rice
un acteur > une actrice, le prospecteur > la prospectrice, protecteur > protectrice…
-
-if > -ive
sportif > sportive, négatif > négative…
-
-en > -enne
un chien > une chienne, un mécanicien > une mécanicienne, indien > indienne…
Wann bilden Substantive und Adjektive, die auf -eur enden, ihre weibliche Form
mit -euse und wann mit -rice?
Es gibt einen kleinen Trick, wie man dies herausfinden kann. Dieser lautet:
Erhält man, wenn man die Endung -eur entfernt und durch eine Verbendung (-er,
-ir, -re) ersetzt, ein existierendes Verb, dann endet die weibliche Form auf -euse,
ansonsten auf -rice.
Beispiele:
le chant|eur > chant|er
> Verb existiert
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> la chanteuse
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le ment|eur > ment|ir
> Verb existiert
le monit|eur > *monit|er/ir/re
> Verben existieren nicht > la monitrice
l’act|eur
> Verben existieren nicht > l’actrice
> *act|er/ir/re
> la menteuse
Die einzigen Wörter, die nicht diese Regel befolgen, sind die, die auf -ecteur enden:
l’inspect|eur > inspect|er
Verb existiert
> trotzdem
l’in-
spectrice
Anmerkung:
Die Endung -rice kann - wenn überhaupt - nur nach einem -t- gesetzt werden:
capricieux > capricieuse, obwohl das Verb nicht existiert;
protecteur > protectrice, das Verb existiert nicht und es geht ein -t- voraus
5.7.
Pluralbildung
Im Allgemeinen wird der Plural im Französischen gebildet, indem an das Substantiv bzw. das
Adjektiv ein -s angehängt wird.
Beispiele: la maison  les maisons, le vélo  les vélos, joli  jolis.
Es gibt Ausnahmen:
a) Endet das Substantiv bzw. Adjektiv im Singular schon auf -s, -x oder -z, wird keine zusätzliche Pluralmarkierung angehängt.
la souris  les souris, le prix  les prix, le gaz  les gaz, vieux  vieux
b) Endet das Substantiv bzw. Adjektiv auf -au oder -eau, wird ein -x angehängt.
le château  les châteaux, le tuyau  les tuyaux, nouveau  nouveaux
Ausnahme: le landau  les landaus
c) Endet das Substantiv bzw. Adjektiv im Singular auf -al, wird diese Endung im Allgemeinen im Plural zu -aux.
le journal  les journaux, normal  normaux
Ausnahmen: les bals, les carnavals, les chacals, les festivals, les régals u. a.
d) Substantive bzw. Adjektive, die auf -ail enden, bilden den Plural entweder auf -ails oder
auf -aux.
le détail  les détails, l’éventail  les éventails…
le travail  les travaux, le corail  les coraux…
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e) Substantive auf -ou bilden ihren Plural auf -ous mit Ausnahme der folgenden 7:
le bijou, le caillou, le chou, le genou, le hibou, le joujou, le pou.
Merkhilfe:
Französische Schulkinder lernen für diese Ausnahmen einen kleinen Spruch, der, richtig
betont, sehr eingängig ist und sich lustig anhört (die in dem Spruch betonten Silben sind
unterstrichen; hinter chou wird eine kurze Pause gemacht):
bijou, caillou, chou / genou, hibou, joujou, pou.
f) Substantive bzw. Adjektive auf -eu bilden ihren Plural auf -x mit Ausnahme der folgenden 3:
bleu  bleus, le lieu (Seelachs)  les lieus, le pneu  les pneus
Le lieu im Sinne von „Ort/Stelle“ bildet den Plural mit -x: les lieux.
5.8.
Demonstrativbegleiter
Wenn Menschen gegen etwas demonstrieren, d. h. eine Demonstration durchführen, dann möchten sie auf etwas genau hinweisen, die Aufmerksamkeit auf etwas richten. Demonstrativbegleiter
weisen also genauer auf eine Sache/eine Person hin. Im Deutschen sind das dieser, dieses, diese
(dieser Junge, diese Autos, dieses Haus usw.) Sie haben im Französischen folgende Formen:
Singular
maskulin
ce / cet
feminin
cette
Plural
ces
Die Sonderform „cet“ steht vor männlichen Substantiven im Singular, die mit
Vokal oder stummem h beginnen. Grund ist die einfachere Aussprache.
Beispiele:
ce garçon (dieser Junge), cette fille (dieses Mädchen), ces maisons (diese Häuser), ces voitures
(diese Autos), ces hommes (diese Männer), cet hôtel (dieses Hotel), cet ami (dieser Freund)…
Möchte man die Unterscheidung noch genauer vornehmen, kann man im Deutschen z. B. folgendes sagen:
Siehst du das Auto? - Welches? Dieses Auto hier? - Nein, dieses Auto da(hinten).
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Als Verstärkung dienen die beiden Wörtchen „hier“ und „da“ bzw. „dahinten“. Auch dies ist im
Französischen möglich. Die Sätze würden folgendermaßen lauten:
Tu vois la voiture? - Laquelle? Cette voiture-ci? - Non, cette voiture-là.
Man hängt also „-ci“ bzw. „-là“ an das jeweilige Substantiv an.
Ein weiteres Beispiel:
Cette maison-ci est assez nouvelle, mais cette maison-là est très pourrie.
Dieses Haus hier ist ziemlich neu, aber dieses Haus da/jenes Haus ist sehr heruntergekommen.
5.9.
Possessivbegleiter
Possessivbegleiter geben die Besitzverhältnisse an. Im Deutschen sind das mein(e), dein(e),
sein(e), unser(e), euer(e), ihr(e). Sie haben im Französischen folgende Formen:
Besitzer
Besitz
ein Besitz
mehrere Besitze
1. Person Singular
mon*) / ma
mes
2. Person Singular
ton*) / ta
tes
3. Person Singular
son*) / sa
ses
1. Person Plural
notre
nos
2. Person Plural
votre
vos
3. Person Plural
leur
leurs
*)
Die Formen „mon“, „ton“ und „son“ werden auch benutzt vor weiblichen Sub-
stantiven im Singular, die mit Vokal oder stummem h anfangen. Grund ist
die einfachere Aussprache.
Beispiele:
mon oncle (mein Onkel), ma tante (meine Tante), ses cousins (seine/ihre Cousins), notre maison
(unser Haus), mon adresse (meine Adresse), son amie (seine/ihre Freundin)…
Hinweis:
Das Geschlecht des Besitzers spielt für die jeweils zu benutzende Form keine Rolle. Nur das
Geschlecht des Besitzes ist ausschlaggebend, wie folgende Grafik veranschaulichen soll:
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Voilà Paul
avec
son frère
et
sa sœur.
Da ist Paul
mit
seinem Bruder und
seiner Schwester.
Voilà Marie
avec
son frère
et
sa sœur.
Da ist Marie
mit
ihrem Bruder
und
ihrer Schwester.
Daran sieht man, dass der Sinn eines Satzes unter Umständen auch einmal doppeldeutig sein
kann:
Voilà Robert et Julie. Je connais son frère.  Wessen Bruder? Den von Robert oder von Julie?
In solchen Fällen greift man auf eine Umschreibung oder besser eine Verstärkung zurück, aus der
klar wird, wer gemeint ist. Dazu benutzt man die Präposition „à“ mit einem unverbundenen Subjektpronomen (s. Kapitel 15.2.2):
Voilà Robert et Julie. Je connais son frère à lui.  Roberts Bruder
Voilà Robert et Julie. Je connais son frère à elle.  Julies Bruder
Diese Konstruktion kann auch benutzt werden, um die Demonstrativbegleiter zu betonen:
Vous savez, notre fille à nous est toujours très polie, mais votre fille à vous est mal éduquée.
 Unsere (betont) Tochter ist immer sehr höflich, aber Ihre (betont) ist schlecht erzogen.
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Zu beachten ist, dass die Übersetzung des Wörtchens „ihr(e)“ im Deutschen knifflig sein kann, da es auf viele verschiedene Arten übersetzt werden kann. Es kann
-
Subjektpronomen (vous) sein;
-
indirektes Objektpronomen (lui) sein;
-
ein Possessivadjektiv (son, sa, ses, votre, vos, leur, leurs) sein.
Beispiele:
Petra und ihr Freund = Petra et son copain
Ihr habt Recht. = Vous avez raison.
Herr und Frau Müller und ihre Autos = M. et Mme Müller et leurs voitures
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6.
Satzbau und Wortstellung
6.1.
Allgemeine Regeln der Wortstellung
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Das Französische hat im Gegensatz zum Deutschen einfache Regeln der Wortstellung, da die Reihenfolge der Satzglieder in allen Sätzen i. d. R. gleich bleibt, während sich diese im Deutschen je
nach Satz ändert:
Ich habe Hunger. (Subjektpronomen + Verb + Objekt)
Er sagt, dass er Hunger hat. (Subjektpronomen + Objekt + Verb)
Er kommt nicht, weil er krank ist. (Subjektpronomen + Adjektiv + Verb)
Er kommt nicht, denn er ist krank. (Subjektpronomen + Verb + Adjektiv)
Im Französischen lautet die Wortstellungsregel immer „Subjekt(pronomen) + Verb + Rest des
Satzes“. Der Rest des Satzes kann ein Objekt, ein Adjektiv, ein Adverb o. ä. sein. Da es sehr oft ein
Objekt ist, hat sich die Abkürzung S+V+O eingebürgert.
J’ai faim. (Subjektpronomen + Verb + Objekt)
Il dit qu’il a faim. (Subjektpronomen + Verb + Objekt)
Il ne vient pas parce qu’il est malade. (Subjektpronomen + Verb + Adjektiv)
Il ne vient pas car il est malade. (Subjektpronomen + Verb + Adjektiv)
Auch bei Sätzen, die durch eine adverbiale Bestimmung eingeleitet werden, wird im Französischen i. d. R. die normale Wortstellung beibehalten:
Die Sonne scheint.
Le soleil brille.
Heute scheint die Sonne.
Aujourd’hui, le soleil brille.
Eine Satzstruktur, bei der diese Wortstellung nicht eingehalten wird und das Subjekt bzw. Subjektpronomen mit dem Verb den Platz tauscht, nennt man Inversion. Besonders häufig tritt dieses Phänomen bei der Frage auf. Aber auch hinter einigen Adverbien folgt eine Inversionskonstruktion.
Hinter Fragewörtern ohne „est-ce que“ steht normalerweise eine Konstruktion mit Inversion:
Qui as-tu vu? Pourquoi êtes-vous là? Quand arriveront-ils? Combien en achète-t-il?
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6.2.
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„Être“ oder „il y a“?
Dieses Thema ist eines, das von sehr vielen Schülern falsch gemacht wird, da darauf in den gängigen Schulbüchern in der Regel auch nicht eingegangen wird. Warum z. B. heißt es „Il y a un
verre de coca sur la table.“, aber „Le verre de coca est sur la table.“?
Es ist relativ leicht zu erklären, wenn man die Regel kennt.
Regel:
Steht das Subjekt des Satzes vor dem Verb oder steht es mit Bindestrich verbunden dahinter,
benutzt man être.
Steht das Subjekt des Satzes nach dem Verb, benutzt man il y a.
Beispiele:
Beaucoup de professeurs sont très gentils.  beaucoup de professeurs = Subjekt vor dem Verb
Il y a beaucoup de professeurs très gentils.  beaucoup de professeurs = Subjekt nach dem Verb
Besonders auffällig wird dies, wenn eine Orts- oder Zeitangabe vorangeht:
Dans cette classe, il y a 24 élèves.  24 élèves = Subjekt nach dem Verb, Ortsangabe davor
24 élèves sont dans cette classe.  24 élèves = Subjekt vor dem Verb, Ortsangabe danach
À trois heures, il y a le feu d’artifice.  le feu d’artifice = Subjekt nach dem Verb, Zeitangabe
davor
Le feu d’artifice est à trois heures.  le feu d’artifice = Subjekt vor dem Verb, Zeitangabe danach
ABER:
Est-il à trois heures ? (il = z. B. le feu d’artifice)  durch Bindestrich verbunden, wird behandelt
wie ein vorangestelltes Subjekt (s. Regel)
Le feu d’artifice est-il à trois heures ?  s. Regel
Sont-elles dans la classe ? (elles = z. B. les filles)
6.3.
Regeln der Inversion
Inversion heißt wörtlich übersetzt „Vertauschung, Umdrehen“. Was hier vertauscht wird, ist das
Subjekt bzw. Subjektpronomen und das dazugehörige Verb, die vereinfacht gesagt ihre Plätze tauschen. Man unterscheidet zwischen einfacher Inversion (Subjektpronomen und Verb) und komplexer Inversion (Subjekt, das kein Pronomen ist, und Verb).
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6.3.1.
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Einfache Inversion
Bei der einfachen Inversion tauschen das Subjektpronomen und das konjugierte Verb den Platz,
und dazwischen wird ein Bindestrich gesetzt. Ein eventuell vorhandenes est-ce que entfällt.
Beispiele:
Tu as raison ?  As-tu raison ?
Vous voulez aller au cinéma ?  Voulez-vous aller au cinéma ?
Est-ce que tu habites à Paris?  Habites-tu à Paris?
Endet die konjugierte Verbform in der Schreibung auf einen Vokal und beginnt das
Subjektpronomen mit einem Vokal, so wird zwischen die Verbform und das Pronomen
ein –t– gesetzt, um die Aussprache zu erleichtern:
Il parle avec son prof ?  Parle-t-il avec son prof ?
Elle achètera le cd.  Achètera-t-elle le cd ?
Est-ce qu’on rentre à la maison ?  Rentre-t-on à la maison ?
Dieses Phänomen kann, wenn überhaupt, nur in der dritten Person Singular (il, elle,
on) auftreten.
Die Verneinungsregeln (s. Kapitel 8.4.2 und 8.4.3) bleiben bestehen. Da aber das Subjektpronomen mit Bindestrich an das Verb „angebunden“ wird, bildet es mit diesem sozusagen eine Einheit
und kann auch von der Verneinung nicht getrennt werden.
Objekt- oder Adverbialpronomen stehen wie sonst auch vor dem konjugierten Verb. Ist ein Infinitiv im Satz, stehen sie vor dem Infinitiv (s. auch Kapitel 15):
Beispiele:
Tu l’as vu.
 L’as-tu vu ?
Nous lui écrirons.
 Lui écrirons-nous ?
Je le leur avais dit.
 Le leur avais-tu dit ?
Je ne veux pas en prendre.  Ne veux-tu pas en prendre ?
Elle y pense beaucoup.
 Y pense-t-elle beaucoup ?
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Auf die Inversion bei reflexiven Verben muss nicht extra eingegangen werden, da
auch die Reflexivpronomen nichts Anderes als direkte oder indirekte Objektpronomen sind, die in derselben Person stehen wie das Subjekt des Verbs, während
die „normalen“ Objektpronomen normalerweise in einer anderen Person stehen.
Beispiele:
Nicht reflexiv:
Il me voit.
il = Subjekt, 3. Person Singular; me = direktes Objekt, 1. P. Singular
Nous leur offrons un livre.
nous = Subjekt, 1. Person Plural; leur = indirektes
Objekt, 3. Person Plural
Reflexiv :
Elle s’habille.
elle = Subjekt, 3. Person Singular; se = direktes Objekt (habiller qn), 3. Person Singular
Vous vous préparez un Vous = Subjekt, 2. Person Plural; vous = indirektes
sandwich ?
Objekt (préparer qc à qn), 2. Person Plural
Bei der Inversion tauschen wie oben beschrieben das Subjekt- und das Objektpronomen (hier in Form des Reflexivpronomens) den Platz:
Vous vous appelez Schneider ?  Vous appelez-vous Schneider ?
Quand est-ce que nous nous reverrons ?  Quand nous reverrons-nous ?
Qu’est-ce que tu t’achètes ?  Que t’achètes-tu ?
6.3.2.
Komplexe Inversion
Bei der komplexen Inversion behalten das Subjekt (das kein Pronomen ist) und das konjugierte
Verb ihren Platz. Allerdings muss das Subjekt dann durch das entsprechende Subjektpronomen
wieder aufgenommen werden. Dieses Subjektpronomen wird mit Bindestrich an das konjugierte
Verb angeschlossen. Auch hier entfällt ein eventuell vorhandenes est-ce que.
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Auch hier gilt: Endet die konjugierte Verbform in der Schreibung auf einen Vokal und
beginnt das Subjektpronomen mit einem Vokal, so wird zwischen die Verbform und
das Pronomen ein –t– gesetzt, um die Aussprache zu erleichtern:
Jean parle avec son prof ?  Jean parle-t-il avec son prof ?
Sophie achètera le cd.  Sophie achètera-t-elle le cd ?
Dieses Phänomen kann, wenn überhaupt, nur in der dritten Person Singular (il, elle)
auftreten.
Beispiele:
L’Amérique a été découverte par Christophe Colomb.
 „l’Amérique“ ist weiblich Singular  elle
 L’Amérique a-t-elle été découverte par Christophe Colomb ?
Les enfants jouent dans la cour.
 „les enfants“ ist männlich Plural  ils
 Les enfants jouent-ils dans la cour ?
Quand est-ce que tes parents viennent nous voir?
 „tes parents“ ist männlich Plural  ils
 Quand tes parents viennent-ils nous voir ?
Die Angaben zur Verneinung und der Stellung von Objekt- und Adverbialpronomen in Kapitel
6.3.1 gelten selbstverständlich auch hier.
Auch die reflexiven Verben mit ihren Reflexivpronomen stellen keinen Sonderfall dar, da auch
die Reflexivpronomen nur direkte oder indirekte Objektpronomen sind:
Beispiele:
Comment est-ce que ces garçons s’appellent ?  Comment ces garçons s’appellent-ils?
Marie se lève à quelle heure ?  À quelle heure Marie se lève-t-elle ?
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6.4.
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Inversion nach Adverbien
Adverbien sind Wörter, die all das näher bestimmen, was kein Adjektiv ist (s. Kapitel 8.2). Es gibt
Adverbien des Ortes (ici, là-bas, loin, partout…), der Zeit (toujours, régulièrement, aujourd’hui,
maintenant…), der Art und Weise (comme cela, bien, mal, volontiers…), der Zustimmung/Verneinung (oui, non, assurément, tout à fait…), Adverbien, die Kommentare angeben (peut-être,
vraiment, probablement, naturellement…) usw.
Normalerweise gilt bei Adverbien die „normale“ Satzstellung S+V+O (s. Kapitel 6.1):
Heureusement, Pierre n’est pas venu.
Aujourd’hui, on va au cinéma.
Tu as tout à fait raison.
Vite, elle est rentrée chez elle pour voir si sa mère avait raison.
Einige Adverbien erfordern allerdings die Inversion, d. h. die Vertauschung von Subjekt bzw. Subjektpronomen und Verb. Dies sind
-
peut-être (vielleicht)
Peut-être as-tu raison. Peut-être comprendront-ils mon problème.
Bei peut-être ist auch eine Konstruktion mit que danach möglich; dann bleibt die normale
Satzstellung S+V+O erhalten:
Peut-être que tu as raison. Peut-être qu’ils comprendront mon problème.
-
aussi (deshalb auch)
Aussi im Sinne von „deshalb auch“ steht am Satzanfang und erfordert die Inversion.
Il ne vient pas, aussi a-t-il appelé. Er kommt nicht, deshalb hat er auch angerufen.
Vous avez tort, aussi le projet ne peut-il pas être réalisé. Sie haben Unrecht, deshalb kann
das Projekt auch nicht verwirklicht werden.
-
à peine… que (kaum)
À peine était-il entré qu’il a remarqué que quelque chose n’allait pas. Kaum war er hineingegangen, stellte er fest, dass etwas nicht stimmte.
À peine m’étais-je réveillé que le téléphone a sonné. Kaum war ich aufgewacht, klingelte
das Telefon.
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6.5.
Fragebildung
6.5.1.
Fragen ohne Präposition
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Es gibt auf Französisch drei Arten, Fragen zu bilden:
-
Intonationsfrage;
-
Frage mit est-ce que;
-
Inversionsfrage.
Wie auf Deutsch gibt es auch im Französischen verschiedene Fragewörter, mit denen nach unterschiedlichen Sachen, Personen, Mengen usw. gefragt werden kann: que (was), qui (wer), comment (wie), combien (wie viel[e]), quand (wann), quel (welcher), pourquoi (warum), où (wo), à
qui (wem), de qui (von wem, wessen), d’où (woher) u. a. (zu que und qui s. Kapitel 6.5.2, zu à qui
und de qui s. Kapitel 6.5.3).
a) Intonationsfrage
Diese Frage ist die einfachste: Man nimmt den Aussagesatz und hebt am Ende die Stimme.
Fragewörter stehen am Ende des Satzes.
Tu as faim ? Elle s’appelle comment ? Vous habitez où ? Pauline a un frère ? Marc viendra
quand ?
In solchen Fragen wird das Fragewort „que“ zu „quoi“:
Tu veux quoi ? (Was willst du?)
Ils ont acheté quoi ? (Sie haben was gekauft?) [Betonung auf „was“]
b) Frage mit est-ce que
Bei dieser Frageform wird vor den Aussagesatz die Frageformel „est-ce que“ gesetzt. Diese
hat eigentlich keine Bedeutung und wird i. d. R. nicht übersetzt, sondern dient nur dazu,
den Satz als Frage zu kennzeichnen. Fragewörter stehen vor est-ce que. „Que“ wird zu „qu’“.
Est-ce que tu as faim?
Est-ce qu’ils viendront encore ?
Comment est-ce que vous vous appelez ?
Quand est-ce que Marie téléphone ?
Qu’est-ce que tu fais ?
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c) Inversionsfrage
Bei dieser Frage tauschen das Subjektpronomen und das konjugierte Verb den Platz. Ist
das Subjekt kein Pronomen, muss es durch das Pronomen hinter dem konjugierten Verb
wieder aufgenommen werden (Erklärung s. Kapitel 6.2).
Viendra-t-elle ?
Pourrais-je faire cela seul ?
Voudrais-tu travailler avec moi ?
Marie va-t-elle y penser ?
Les élèves dorment-ils en cours ?
6.5.2.
Fragen mit que und qui
Die beiden Fragewörter que und qui können in einem Satz Subjekt oder direktes Objekt sein. Que
fragt nach Sachen, qui nach Personen.
Von beiden gibt es eine „lange“ Version, an der klar wird, worin sich die einzelnen Bedeutungen
unterscheiden:
Frage nach Personen
Frage nach Sachen
Subjekt im Satz
qui oder qui est-ce qui
qu’est-ce qui
direktes Objekt im Satz
qui oder qui est-ce que
que oder qu’est-ce que
Erklärungen:
1) qui als Subjekt (Wer?)
Qui fragt immer nach Personen. Qui ist in einem Satz dann Subjekt, wenn ansonsten kein
weiteres Subjekt vorhanden ist (in jedem grammatikalisch richtigen Satz kommt i. Allg.
zumindest ein Subjekt und ein Verb vor).
Wer hat das getan?
 hat…getan = Verb; das (wen oder was?) = direktes Objekt
 d. h. qui muss Subjekt sein
 Qui a fait cela ? Qui est-ce qui a fait cela ?
Wer hat euch geschrieben?  hat…geschrieben = Verb; euch (wem?) = indirektes Objekt
 d. h. qui muss Subjekt sein
 Qui vous a écrit ? Qui est-ce qui vous a écrit ?
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2) qui als direktes Objekt (Wen?)
Qui fragt immer nach Personen. Qui ist in einem Satz dann direktes Objekt, wenn in dem
Satz ein Subjekt schon vorhanden ist, denn normalerweise enthält ein Satz nicht mehr als
ein Subjekt.
Wen habt ihr gesehen?
 habt…gesehen = Verb; ihr (wer?) = Subjekt
 d. h. qui kann nur direktes Objekt sein
 Qui avez-vous vu ? Qui est-ce que vous avez vu ?
(zur Satzstellung nach Fragewörtern s. Kapitel 6.1)
Wen willst du anrufen?
 willst…anrufen = Verb; du (wer?) = Subjekt
 d. h. qui kann nur direktes Objekt sein
 Qui veux-tu appeler ? Qui est-ce que tu veux appeler ?
3) que als Subjekt (Was?)
Die deutsche Sprache macht zwischen „was“ als Subjekt oder Objekt keinen Unterschied.
Im Französischen wird „was“ als Subjekt mit qu’est-ce qui wiedergegeben. Die Regeln,
wann que Subjekt oder Objekt ist, sind dieselben wie bei qui, nur dass sich que immer auf
Sachen bezieht.
Was interessiert dich?
 interessiert = Verb; dich (wen?) = direktes Objekt
 d. h. que kann nur Subjekt sein
 Qu’est-ce qui t’intéresse ?
Was bleibt davon übrig?
 bleibt übrig = Verb; davon = Mengenadverb
 d. h. que kann nur Subjekt sein
 Qu’est-ce qui en reste ?
4) que als direktes Objekt (Was?)
„Was“ als direktes Objekt wird auf Französisch mit que oder qu’est-ce que wiedergegeben.
Aufgrund seiner Kürze ist bei dem Fragewort que in diesem Fall die „lange“ Version die
häufig bessere Wahl. Que bezieht sich immer auf Sachen.
Was machst du?
 machst = Verb; du (wer?) = Subjekt
 d. h. que kann nur direktes Objekt sein
 Que fais-tu? Qu’est-ce que tu fais?
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Was hat er gesagt?
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 hat…gesagt = Verb; er (wer?) = Subjekt
 d. h. que kann nur direktes Objekt sein
 Qu’a-t-il dit ? Qu’est-ce qu’il a dit ?
Im Allgemeinen lernen Schüler, dass est-ce que eine Frageformel ist, die nicht
übersetzt werden kann und dem Hörer nur mitteilt, dass jetzt eine Frage folgt, auf
die er antworten soll. Das ist so allerdings nicht ganz richtig, est-ce que kann sehr
wohl übersetzt werden. Es wird auf Deutsch normalerweise nur deshalb nicht getan, weil der Satz umständlich und „nicht deutsch“ klingen würde. Aber eine Übersetzung kann helfen, die Struktur dieser vier Fragewörter zu verstehen.
Das que bei est-ce que bzw. das qui bei est-ce qui leiten nämlich schlicht und ergreifend Relativsätze ein, und wie wir wissen, ist qui im Relativsatz Subjekt und
que direktes Objekt (s. Kapitel 15.10):
Qui est-ce qui est là ? (wörtl. Übersetzung Wer ist es, der [Subj.] da ist?)
Qui est-ce que tu as invité ? (wörtl. Wer ist es, den [dir. Obj.] du eingeladen hast?)
Qu’est-ce qui t’énerve ? (wörtl. Was ist es, das [Subj.] dich aufregt?)
Qu’est-ce que tu n’aimes pas ? (wörtl. Was ist es, das [dir. Obj.] du nicht magst?)
Anmerkung:
In einer indirekten Frage wird „qu’est-ce que“ zu „ce que“ und „qu’est-ce qui“ zu „ce qui“ (s. Kapitel
10.11.2).
6.5.3.
Fragen mit Präposition + qui und Präposition + quoi
Wird nach Personen gefragt, benutzt man „Präposition + qui“, bei Sachen benutzt man „Präposition + quoi“. Die richtige Präposition hängt von dem im Satz verwendeten Ausdruck ab (z. B. ein
Verb wie penser à qn, parler de qc, compter sur qn…, ein Ausdruck wie être content de qc, être
gentil avec qn…).
Beispiele:
Mon frère pense à sa copine.
 Mon frère pense à qui ?
 À qui est-ce que mon frère pense ?
 À qui mon frère pense-t-il ?
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 Tu parles de qui ?
Tu parles de ta mère.
 De qui est-ce que tu parles ?
 De qui parles-tu ?
Nicole est venue sans sa cousine.
 Nicole est venue sans qui ?
 Sans qui est-ce que Nicole est venue ?
 Sans qui Nicole est-elle venue ?
 Elle est contente de quoi ?
Elle est contente de sa note.
 De quoi est-ce qu’elle est contente ?
 De quoi est-elle contente ?
Vous travaillez beaucoup sur ce sujet.  Vous travaillez beaucoup sur quoi ?
 Sur quoi est-ce que vous travaillez beaucoup ?
 Sur quoi travaillez-vous beaucoup ?
 Hélène rêve de quoi ?
Hélène rêve de ses vacances.
 De quoi est-ce qu’Hélène rêve ?
 De quoi Hélène rêve-t-elle ?
Pour in Verbindung mit quoi wird zusammen geschrieben:
Pourquoi est-ce que tu es là ?
6.5.4.
Die Fragewörter quel und lequel
Die Fragewörter quel und lequel richten sich in Geschlecht und Zahl nach ihrem Bezugswort. Die
Formen lauten:
masculin
féminin
Singular
quel/lequel
quelle/laquelle
Plural
quels/lesquels
quelles/lesquelles
Quel und lequel bedeuten beide auf Deutsch „Welcher?“. Wo aber ist der Unterschied?
Regel:
Quel, quelle, quels, quelles sind Frageadjektive oder Fragebegleiter; lequel, laquelle, lesquels, lesquelles sind Fragepronomen.
42
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Also werden die Formen von quel benutzt, wenn danach ein Nomen folgt, das begleitet wird; die
Formen von lequel ersetzen dagegen das Nomen. Beide richten sich nach der Zahl und dem Geschlecht des Nomens, das sie begleiten bzw. ersetzen.
Beispiele:
Welche Musik magst du?
 Quelle musique est-ce que tu aimes ?
Welche magst du?
 Laquelle est-ce que tu aimes ?
Ich mag diese Jungs. – Welche ?
 J’aime ces garçons. – Lesquels ?
Es gibt ein Problem. – Was für ein Problem?
 Il y a un problème. – Quel problème ?
Es gibt ein Problem. – Was für eins?
 Il y a un problème. – Lequel ?
Die Fragewörter quel und lequel sowie ihre restlichen Formen können mit Präpositionen (à, de,
sous, avec, pour…) kombiniert werden. Stoßen die Formen von lequel mit à oder de zusammen,
so verschmelzen sie zu auquel (à + lequel), auxquels (à + lesquels), auxquelles (à + lesquelles)
bzw. duquel (de + lequel), desquels (de + lesquels) und desquelles (de + lesquelles). (s. auch Kapitel 5.2)
Beispiele:
À quel film est-ce que tu penses ? De quelles vacances est-ce que tu parles ? Tu es monté sur
quelle montagne ?
Auquel est-ce que tu penses ? Desquelles est-ce que tu parles ? Tu es monté sur laquelle ?
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7.
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Mengenangaben
Um zu verstehen, wie im Französischen Mengen angegeben werden, muss vorher der Unterschied
zwischen bestimmter und unbestimmter Menge geklärt werden.
7.1.
Bestimmte und unbestimmte Mengen und der Teilungsartikel
Stell dir vor, du gehst in ein Geschäft, der Verkäufer fragt dich, was du möchtest, und du sagst:
„Wasser, bitte.“ Welche Frage wird dir der Verkäufer sehr wahrscheinlich danach stellen? Richtig,
„Wie viel?“ Diese Frage muss er dir stellen, da er sonst nur vermuten kann, wie viel du möchtest;
du hast nämlich keine bestimmte Menge, sondern eine unbestimmte Menge angegeben.
Anders wäre es gewesen, wenn du gesagt hättest: „Eine Flasche Wasser, bitte.“ Durch die Angabe
„eine Flasche“ hat der Verkäufer eine Idee davon, wie viel er dir geben soll. Du hast also eine
bestimmte Menge angegeben.
Schau dir den folgenden Dialog an:
Du:
Guten Tag.
Verkäufer:
Guten Tag. Was darf’s sein?
Du:
Ich hätte gerne Mehl, Fruchtsaft, Eier (= unbestimmte Mengen) und ein Kilo Äpfel (= bestimmte Menge).
Verkäufer:
Kein Problem, hier sind die Äpfel. Wie viel Mehl, Fruchtsaft und Eier möchtest
du? (= Frage nach bestimmter Menge)
Du:
Geben Sie mir 500g Mehl, vier Flaschen Fruchtsaft und zwei Schachteln Eier
(= bestimmte Mengen).
Verkäufer:
Ich habe kein Mehl mehr (= bestimmte Menge) und leider auch keinen Fruchtsaft
(= bestimmte Menge).
Alles klar? Dann gehen wir mal ins Französische. Am besten übersetzen wir die im Dialog unterstrichenen Sätze auf Französisch.
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Unbestimmte Menge
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Bestimmte Menge
Je voudrais un kilo
de
pommes.
Ich möchte ein Kilo
Ø
Äpfel.
Tu voudrais combien
de
farine ?
de
jus de fruits ?
d’
œufs ?
Ø
Mehl,
Ø
Fruchtsaft und
Ø
Eier möchtest du?
Donnez-moi 500 grammes
de
farine.
Geben Sie mir 500g
Ø
Mehl.
Wie viel
Je voudrais
de la farine.
Ich hätte gerne
Ø
Mehl.
Je voudrais
du
jus de fruit. Donnez-moi quatre bouteilles
de
jus de fruit.
Ich hätte gerne
Ø
Fruchtsaft.
Geben Sie mir vier Flaschen
Ø
Fruchtsaft.
des
œufs.
Donnez-moi deux boîtes
d’
œufs.
Ø
Eier.
Geben Sie mir zwei Schach-
Ø
Eier.
Je n’ai plus
de
farine.
Ich habe kein
Ø
Mehl mehr.
Je n’ai pas
de
jus de fruits.
Ich habe keinen
Ø
Fruchtsaft.
Je voudrais
Ich hätte gerne
teln
Du siehst, dass zur Angabe von unbestimmten Mengen die Präposition „de“ mit dem bestimmten Artikel benutzt wird. Diese Kombination nennt man auch Teilungsartikel. Bei bestimmten Mengen reicht die Präposition „de“ alleine.
Die Formen des Teilungsartikels lauten du (= de + le), de la, de l’, des (= de + les). Siehe dazu auch
Kapitel 5.2.
Anmerkung:
Bestimmte Mengen sind alle die, die eine Mengenangabe gleich welcher Art mit sich führen. Insbesondere gehören auch die Wörter dazu, die recht undeutliche Angaben über die Größe der
Menge machen, also z. B. viel, wenig, mehr, ein bisschen (beaucoup de, peu de, plus de, un peu
de) sowie die Nullmengen, also z. B. keine, keine mehr, nichts (pas de, plus de, rien de).
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Frage:
„Ich habe aber schon in französischen Texten die Kombination pas un/une/des
oder plus un/une/des gesehen. Wie ist das möglich?“
Antwort:
Dieser Fall tritt dann auf, wenn mit der Verneinung pas bzw. plus keine Menge
ausgedrückt wird. Es gibt zwei Fälle, in denen das so ist:
1)
pas un(e) seul(e)/plus un(e) seul(e): kein einziger, keine einzige
Diese beiden sind feststehende Ausdrücke und werden nur so verwendet:
J’avais invité beaucoup d’amis à ma fête, mais pas un seul n’est venu. Il n’y
a plus une seule pizza dans le frigo. (zur Verneinung s. Kapitel 8.4)
2)
nach être, wenn es verneint ist
Mit dem Verb être werden Sachen definiert oder beschrieben, deshalb kann
man auch hier nicht von einer Menge sprechen. Deshalb steht auch hier der
volle Teilungsartikel: Ce ne sont pas des garçons, ce sont des filles. Ce n’est
pas un bon ordinateur. Ce ne sont plus des petits enfants.
7.2.
Zählbare und nicht zählbare Mengen
Wann wird denn nun der Teilungsartikel im Singular (du, de l’, de la) und wann der im Plural
(des) verwendet?
Der Teilungsartikel steht im Singular bei nicht zählbaren Dingen, wie z. B. Mehl, Salz, Saft,
Wasser, Bier, Käse, Brot usw.
Der Teilungsartikel steht im Plural bei zählbaren Dingen, wie z. B. Eier, Bücher, Bananen,
Erdbeeren usw.
Wenn du jetzt aber sagst: „Ich kann aber Brot, Saft usw. doch zählen, z. B. haben
wir zuhause 2 Brote gebacken und 4 Säfte gekauft“, dann beachte Folgendes: In
solchen Fällen zählst du nicht das Material, also den Stoff selbst, sondern nur die
Form, in der er existiert. Das bedeutet z. B. für Brot, dass du nicht den Stoff „Brot“
zählst (ein Brot, zwei Brot, drei Brot…), sondern die Laibe (ein Brot/Brotlaib, zwei
Brote/Brotlaibe usw.). Beim Saft wären es die unterschiedlichen Packungen bzw.
Arten (Kirschsaft, Orangensaft, Apfelsaft…). Das Material (den Stoff) „Saft“ kannst
du aber nicht zählen.
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Stell dir vor, jemand würde Wasser auf dem Boden auskippen, sodass eine Pfütze
entsteht. Man würde es mit den Worten „Das ist Wasser. C’est de l’eau.“ beschreiben, denn das Wasser ist nicht zählbar. Wenn er zwei oder drei Pfützen machen
würde, wäre der Satz immer noch „C’est de l’eau“, denn das Wasser kann man immer noch nicht zählen. Was man zählen kann, ist die Form, in der das Wasser auftritt, also die Pfützen: Ce sont des flaques. Alles klar?
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8.
Adjektive und Adverbien
8.1.
Adjektive
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Adjektive sind Eigenschaftswörter (auch Wie-Wort), die Substantive (auch Namenwörter) näher
beschreiben. Diese Substantive sind dann die Bezugswörter der Adjektive.
Ein Adjektiv antwortet auf die Frage „Wie ist etwas?“.
8.1.1.
Plural und Geschlecht von Adjektiven
Die Pluralbildung bei Adjektiven entspricht genau der Vorgehensweise bei den Substantiven und
kann in Kapitel 0 nachgelesen werden.
Anders als im Deutschen richten sich Adjektive immer in Geschlecht und Zahl nach ihrem Bezugswort bzw. ihren Bezugsworten.
Vergleiche:
Deutsch
Französisch
das neue/große/kleine Auto
la nouvelle/grande/petite voiture
Das Auto ist neuØ/großØ/kleinØ.
La voiture est nouvelle/grande/petite.
8.1.2.
Stellung von Adjektiven
Im Französischen stehen die Adjektive im Gegensatz zum Deutschen in der Regel nach dem Substantiv, zu dem sie gehören:
das schnelle Auto  la voiture rapide
die gefährliche Kurve  le virage dangereux
das aggressive Mädchen  la fille agressive
Eine kleine Reihe von Adjektiven kann vor dem Substantiv stehen. Allen gemeinsam ist die Tatsache, dass es sehr kurze, häufig gebrauchte Adjektive sind. Dazu gehören z. B. grand - petit nouveau - beau - vieux - joli.
une jolie maison  ein hübsches Haus
une vieille ville  eine alte Stadt
une grande personne  eine große Person
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8.1.3.
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beau, nouveau, vieux, fou und mou
Die Adjektive beau (schön), nouveau (neu), vieux (alt), fou (verrückt) und mou (weich) weisen
im Vergleich mit anderen Adjektiven die Besonderheit auf, dass sie drei Formen im Singular besitzen, wie folgende Beispiele zeigen:
C’est un beau pays. Das ist ein schönes Land.
C’est une belle fille. Sie ist ein schönes Mädchen.
J’ai un nouvel anorak et un vieil atlas. Ich habe eine neue Jacke und einen alten Atlas.
C’est un très bel hôtel. Das ist ein sehr schönes Hotel.
Die Formen der Adjektive sind folgende:
Singular
beau
m
beau
f
nouveau
m
m
nouveau
belles
nouvel
vieux
nouveaux
m
m
f
nouvelles
vieil
vieux
vieille
fou
f
mou
beaux
nouvelle
f
fou
bel
belle
f
vieux
Plural
vieilles
fol
fous
folle
mou
folles
mol
mous
molle
molles
Regel:
Die Sonderformen bel, nouvel, vieil, fol und mol werden benutzt vor männlichen Substantiven im Singular, die mit Vokal oder stummem „h“ beginnen. Das bedeutet insbesondere, dass sie nicht benutzt werden, wenn sie hinter dem Nomen stehen:
C’est un très bel hôtel, non ? – Oui, tu as raison, l’hôtel est très beau.
Voilà mon vieil anorak. – Oui, l’anorak est vraiment très vieux.
Da sie nur im Singular benutzt werden, gibt es keine speziellen Pluralformen; es werden die ganz
normalen benutzt:
le vieil atlas  les vieux atlas
le nouvel appartement  les nouveaux appartements
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8.1.4.
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Unterschiedliche Bedeutung von Adjektiven bei Vor- und Nachstellung
Einige Adjektive ändern ihre Bedeutung je nachdem, ob sie vor oder nach dem dazugehörigen
Nomen stehen. Folgende Tabelle gibt dazu einen Überblick:
ancien,-ne
un ancien professeur
un professeur ancien
ein ehemaliger Lehrer
ein alter Lehrer
un garçon bon
un bon prof
ein (herzens-)guter Junge
ein guter (kompetenter) Lehrer
une femme brave
une brave femme
eine tapfere Frau
eine nette Frau
un certain monsieur Meunier
une chose certaine
ein gewisser Herr Meunier
eine sichere Sache
cher,
un cher ami
une maison chère
chère
ein lieber Freund
ein teures Haus
curieux,
une curieuse histoire
un enfant curieux
curieuse
eine merkwürdige/seltsame Geschichte ein neugieriges Kind
dernier,
la dernière année
l’année dernière
dernière
das letzte Jahr (in einer Aufzählung)
das vergangene/letzte Jahr
drôle
une drôle d’histoire
une histoire drôle
eine seltsame Geschichte
eine lustige Geschichte
bon,-ne
brave
certain,-e
Steht drôle vor dem Nomen, wird die Präposition de hinzugefügt (s. Beispiel).
grand,-e
un grand acteur
un acteur grand
ein großer (berühmter) Schauspieler
ein großer (groß gewachsener) Schauspieler
nouveau,
une nouvelle voiture
une voiture nouvelle
nouvel,
ein neues (anderes) Auto (Das Auto ein
nouvelle
kann aber auch schon gebraucht sein.)
tes/unbenutztes Auto
pauvre
une pauvre fille
une fille pauvre
(fabrik-)neues/neu
hergestell-
ein armes (bedauernswertes) Mädchen ein armes (mittelloses) Mädchen
petit,-e
un petit employé
une maison petite
ein kleiner (einfacher, unbedeutender) ein kleines Haus
Angestellter
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propre
seul,-e
triste
8.1.5.
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ma propre voiture
une voiture propre
mein eigenes Auto
ein sauberes Auto
un seul homme
un homme seul
ein einziger Mann
ein einsamer Mann
un triste individu
un enfant triste
ein schlimmer Typ
ein trauriges Kind
Steigerung von Adjektiven: der Komparativ
Adjektive zu steigern bedeutet, dass zwei oder mehr Dinge bzw. Personen miteinander verglichen
werden.
Die erste Steigerungsstufe heißt Komparativ. Es gibt den Komparativ der Gleichheit und der Ungleichheit. Im Deutschen entspricht der
-
Komparativ der Gleichheit dem Ausdruck „(nicht) so … wie“: Er ist (nicht) so groß wie
sie.
-
Komparativ der Ungleichheit dem Ausdruck „mehr/weniger… als“: Er ist größer (= ‚mehr
groß’) als sie.
Im Französischen werden Adjektive mithilfe der Wörter „aussi“ und „plus“ bzw. „moins“ gesteigert.
Die Satzstruktur ist dabei folgende:
aussi + Adjektiv + que:
Il est aussi grand qu’elle.
Er ist [genau]so groß wie sie.
plus + Adjektiv + que:
Il est plus grand qu’elle.
Er ist größer als sie. (positive Steigerung)
moins + Adjektiv + que:
Il est moins grand qu’elle.
Er ist weniger groß = kleiner als sie. (negative Steigerung)
Der Vergleich mit „moins…que“ ist im Französischen sehr viel häufiger als im Deutschen, wo man
normalerweise die positive Steigerung benutzt:
Ces chaussures sont moins chères que les autres. (Diese Schuhe sind weniger teuer = billiger als
die anderen).
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Das Adjektiv „bon“ hat eine unregelmäßige positive Steigerungsform:
bon  plus bon meilleur
Die negative Steigerungsform sowie der Komparativ der Gleichheit sind regelmäßig
(moins/ aussi bon que).
Die Adjektive „petit“ und „mauvais“ haben sowohl regelmäßige als auch unregelmäßige positive Steigerungsformen, wobei die unregelmäßigen eine andere Bedeutung
erhalten:
petit
 plus petit (kleiner) / moindre (geringer)
mauvais
 plus mauvais (schlechter) / pire (schlimmer)
Auch hier sind die negative Steigerungsform sowie der Komparativ der Gleichheit regelmäßig (moins/aussi petit que; moins/aussi mauvais que).
Hinweis:
Es darf beim Komparativ nicht vergessen werden, das Adjektiv jeweils in Geschlecht und Zahl an
sein Bezugswort anzupassen (s. Kapitel 8.1.1)!
Elle est plus grande que lui. Ils sont plus beaux que vous. Tina est moins lente que Lisa.
Der Komparativ befolgt die allgemeine Regel zur Stellung der Adjektive (s. Kapitel 8.1.2):
Celle-ci est une chanson plus triste que celle-là. Dieses ist ein traurigeres Lied als jenes.
Celle-ci est une plus belle chanson/une chanson plus belle que celle-là. Dieses ist ein schöneres
Lied als jenes.
D. h. Adjektive, die vor einem Substantiv stehen können, können im Komparativ entweder davor
oder danach stehen (s. Kapitel 8.1.2):
une belle chanson  une plus belle chanson / une chanson plus belle
un nouveau cd  un moins nouveau cd / un cd moins nouveau
8.1.6.
Steigerung von Adjektiven: der Superlativ
Der Superlativ ist die höchste Steigerungsform eines Adjektivs. Er wird im Französischen gebildet
aus
le/la/les + Substantiv + le/la/les + Komparativ des Adjektivs
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Beispiele:
la chose la plus normale du monde = die normalste Sache der Welt
Les garçons les moins rapides sont en 4e. = Die langsamsten Jungs sind in Klasse 8.
Der Superlativ befolgt die allgemeine Regel zur Stellung der Adjektive (s. Kapitel 8.1.2):
Celle-ci est la chanson la plus triste de toutes. Dieses ist das traurigste Lied von allen.
Celle-ci est la plus belle chanson/la chanson la plus belle de toutes. Das ist das schönste Lied von
allen.
D. h. Adjektive, die vor einem Substantiv stehen können, können im Superlativ entweder davor
oder danach stehen:
une belle chanson  la plus belle chanson / la chanson la plus belle
un nouveau cd  le moins nouveau cd / le cd le moins nouveau
Adjektive, die im Komparativ unregelmäßig sind, sind dies auch im Superlativ:
bon,-ne  meilleur(e)  le/la meilleur(e), les meilleurs (m/pl), les meilleures (f/pl)
8.2.
Adverbien
Ein Adverb antwortet meist auf die Frage „Wie tut jemand etwas?“.
8.2.1.
Natürliche und abgeleitete Adverbien
Natürliche Adverbien sind Adverbien, die nicht von Adjektiven abgeleitet sind und durch keine
speziellen Endungen erkennbar sind. Es gibt Adverbien der Zeit (toujours, maintenant, souvent,
tôt, tard…), Adverbien des Ortes (là, ici, ailleurs, quelque part…) usw.
Abgeleitete Adverbien sind Adverbien, die von einem Adjektiv abgeleitet sind. Es gibt regelmäßig
abgeleitete Adverbien und unregelmäßig abgeleitete Adverbien.
8.2.2.
Regelmäßige Adverbbildung
Die regelmäßige Ableitung funktioniert folgendermaßen: weibliche Singularform des Adjektivs +
-ment.
Beispiele:
dangereux  dangereuse  dangereusement
attentif  attentive  attentivement
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Bei Adjektiven, die auf einen Vokal enden, wird -ment an die männliche Singularform
angehängt:
joli  joliment, vrai  vraiment, rapide  rapidement…
Ausnahme: gai  gaiement
8.2.3.
Unregelmäßige Adverbbildung: Adjektive auf -ent und -ant
Adjektive auf -ent bzw. -ant bilden ihr Adverb auf -emment bzw. -amment. Die Endungen -emment und -amment werden gleich ausgesprochen: [amã].
évident  évidemment [evidamã], courant  couramment [kuramã]…
lent  lente  lentement
présent  présente  présentement
8.2.4.
Unregelmäßige Adverbbildung: Adverbien auf -ément
Einige Adjektive bilden ihr Adverb auf -ément. Dazu gehören
aveugle
 aveuglément
blind
conforme  conformément
gemäß
énorme
 énormément
enorm
intense
 intensément
intensiv
précis
 précisément
genau
profond
 profondément
tief
8.2.5.
Unregelmäßige Adverbbildung
Einige häufig benutzte Adjektive haben unregelmäßige Adverbien, die auswendig gelernt werden
müssen.
gentil

gentiment
nett
bon

bien
gut
mauvais

mal
schlecht
journalier 
journellement
täglich
bref
brièvement
kurz

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8.2.6.
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Alternativkonstruktionen zur Adverbbildung
Es gibt Adjektive, die kein Adverb bilden können. Bei ihnen muss man auf Ersatzmöglichkeiten
ausweichen. Auch alle anderen Adverbien können auf diese Art und Weise ausgedrückt werden.
Folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung:
a) Umschreibung mit „de manière/façon + weibl. Adjektiv Singular“
Il parle rapidement.  Il parle de manière/façon rapide. (auf schnelle Art)
Elle agit courageusement.  Elle agit de manière/façon courageuse. (auf mutige Art)
b) Umschreibung mit à la/avec + Substantiv
véhément: Elle parle avec véhémence. (Sie spricht mit einer Heftigkeit!)
satisfait:
J’ai vu avec satisfaction que… (Ich habe mit Befriedung gesehen, dass…)
Weitere solcher Adjektive und ihre Ersatzmöglichkeiten:
charmant (avec charme), content (avec contentement), français/allemand/anglais… (à
la française/à l’allemande, à l’anglaise…) usw.
Die unter a) genannte Ersatzmöglichkeit kann selbstverständlich ebenfalls angewandt
werden.
c) Adverbiale Ausdrücke
Diese Möglichkeit eignet sich auch für Adjektive, die ein Adverb bilden können. Sie erlaubt,
innerhalb eines Textes abwechslungsreicher zu formulieren.
Beispiele: généralement  en général, patiemment  avec patience, provisoirement 
à titre provisoire, systématiquement  de manière/façon systématique…
8.2.7.
Steigerung von Adverbien: der Komparativ
Adverbien werden, da sie meistens von Adjektiven abgeleitet sind, auch genauso wie Adjektive
gesteigert. Das bedeutet, man nimmt
-
plus + Adverb zur positiven Steigerung (Elle court plus rapidement que moi. [schneller
als]);
-
moins + Adverb zur negativen Steigerung (Je cours moins rapidement qu’elle. [weniger
schnell = langsamer]);
-
aussi + Adverb zum Komparativ der Gleichheit und Ungleichheit (Elle court aussi rapidement que moi. [so schnell wie] bzw. Elle ne court pas aussi rapidement que moi. [nicht so
schnell wie]).
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Einige Adverbien haben unregelmäßige Komparativformen:
beaucoup  plus beaucoup plus
peu  plus peu moins
bien  plus bien mieux
Das Adverb „mal“ erlaubt beide Steigerungen, je nach Bedeutung:
mal  plus mal (schlechter), pis (schlimmer)
Von diesen Adverbien erlauben vom Sprachgebrauch her beaucoup und peu nicht die
Kombination mit moins:
Elle parle moins beaucoup moins que sa sœur.  Sie spricht weniger als ihre Schwester.
Elle parle moins peu plus que sa sœur.  Sie spricht mehr als ihre Schwester.
Allgemein ist die Kombination mit moins regelmäßig: Elle travaille moins bien. Elle
parle moins mal le français que lui.
Die Kombination „aussi + beaucoup“ (genauso viel wie) wird zu autant.
Vous mangez autant que votre fils. Sie essen genauso viel wie Ihr Sohn.
Beispiele:
Je travaille beaucoup, mais Robert travaille plus.
Marie regarde peu la télé, mais moi, je la regarde moins.
Paul parle bien l’allemand, mais Frédérique le parle mieux.
8.2.8. Steigerung von Adverbien: der Superlativ
Genau wie die Steigerung der Adjektive (s. Kapitel 8.1.6) wird der Superlativ eines Adverbs gebildet aus
Artikel + Komparativ des Adverbs
Welcher Artikel wird benutzt?
Wie in Abschnitt 8.3 beschrieben, bezieht sich das Adverb niemals auf ein Nomen. Daraus folgt,
dass das Adverb vom Geschlecht unabhängig ist, demzufolge nicht unterscheidet, ob die Person,
die etwas tut, männlich, weiblich, Einzahl oder Mehrzahl ist, denn es kommt ja auf die Handlung
der Person an und nicht auf die Person selbst!
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Deshalb ist der Artikel beim Superlativ des Adverbs immer das neutrale „le“, das im Deutschen
mit „am“ übersetzt wird.
Beispiele:
Elle court le plus rapidement.
Sie rennt am schnellsten.
Vous mangez le plus.
Ihr esst am meisten.
Elle travaille le moins soigneusement.
Sie arbeitet am wenigsten sorgfältig.
Die Adverbien, die unregelmäßige Komparativformen besitzen, sind auch im Superlativ unregelmäßig:
beaucoup  le plus beaucoup le plus
peu  le plus peu le moins
bien  le plus bien le mieux
Das Adverb „mal“ erlaubt auch hier beide Formen, je nach Bedeutung:
mal  le plus mal (am schlechtesten), le pis (am schlimmsten)
8.3.
Unterschied im Gebrauch von Adjektiv und Adverb
Regel:
Adjektive können Substantive/Nomen bzw. Pronomen näher bestimmen. Sie antworten auf die
Frage „Wie ist jemand/etwas?“
Adverbien können alles näher bestimmen, außer Substantive/Nomen/Pronomen. Somit können sie Verben, Adverbien, Adjektive und ganze Sätze näher bestimmen. In Verbindung mit Verben antworten sie auf die Frage „Wie tut jemand etwas?“
Zur Verdeutlichung hier in paar Beispiele:
Ich habe ein Auto.
„Mein Auto“ ist nicht näher beschrieben.
Ich habe ein rotes Auto.
Genauere Beschreibung: Das Auto ist rot, d. h. „rot“ ist Adjektiv zu dem Substantiv „Auto“ (Wie ist das Auto?  rot)
Ich habe ein kräftig rotes Auto.
Nicht das Auto ist kräftig, sondern die Farbe rot: „kräftig“
ist Adverb zu „rot“ (rot = Adjektiv)
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Ich bin schnell.
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„Schnell“ beschreibt „ich“ genauer  Adjektiv zum Subjektpronomen „ich“
Ich bin schnell müde.
Ich bin nicht schnell, sondern „schnell müde“, d. h.
„schnell“ beschreibt hier das Wort „müde“ genauer 
„schnell“ ist Adverb zum Adjektiv „müde“, das „ich“ näher
beschreibt
Sie ist schön.
„schön“ ist Adjektiv zu „sie“
Sie ist schön blöd.
„blöd“ ist Adjektiv zu „sie“, „schön“ beschreibt das „blöd“
näher: Sie ist nicht nur blöd, sondern mehr als blöd, nämlich schön blöd.
Man sieht, dass Adverbien z. B. dazu dienen, Adjektive näher zu erläutern.
Sie ist
blöd.
nicht
schön
sehr
extrem
unglaublich
unheimlich
In den Sätzen ist sie nicht schön, sehr, extrem, unglaublich oder unheimlich, sondern sie ist nicht
blöd, schön blöd, sehr blöd, extrem blöd, unglaublich blöd oder unheimlich blöd. Das
ist ein Unterschied.
Im Französischen funktioniert das genauso:
Elle est belle.
Elle n’est pas belle.
Elle est très belle.
Elle est extrêmement belle. Sie ist extrem schön.  Sie ist nicht extrem!
Elle est incroyablement belle. Sie ist unglaublich schön.  Sie ist nicht unglaublich!
Elle est terriblement belle. Sie ist schrecklich schön.  Sie ist nicht schrecklich!
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Zusammenfassung der Funktion von Adverbien:
a) Nähere Beschreibung eines Adjektivs
Elle est rapide. Elle est très rapide. Elle n’est pas rapide. Elle est super rapide…
b) Nähere Beschreibung eines Verbs
Ils courent. (Sie laufen.) Ils courent rapidement. (Sie laufen schnell.)
c) Nähere Beschreibung eines anderen Adverbs
Elle marche lentement. (Sie geht langsam.) Elle marche incroyablement lentement. (Sie
geht unglaublich langsam.)
d) Nähere Beschreibung eines ganzen Satzes.
Mon prof n’est pas là. (Mein Lehrer ist nicht da.  neutrale Aussage).
Heureusement, il n’est pas là. (Glücklicherweise ist er nicht da.  Freude)
Malheureusement, il n’est pas là. (Leider ist er nicht da.  Bedauern)
Frage:
„Ich habe aber schon Kombinationen von Verben und Adjektiven gesehen, bei
denen eigentlich ein Adverb stehen müsste, z. B. parler fort, chanter faux, manger français usw.“
Antwort:
Das ist richtig, es gibt nämlich einige Adjektive, die wie ein Adverb benutzt werden können. Dazu gehören unter anderem folgende Ausdrücke:
parler fort/bas (laut/leise sprechen), sentir bon (gut riechen), chanter faux/juste
(falsch/richtig singen), manger français (französisch essen) usw. Dies sind aber
feststehende Kombinationen, die im Laufe der Zeit entstanden sind und durch
die Regel des Gebrauchs der Adverbien nicht erklärt werden können.
8.4.
Verneinungsadverbien
8.4.1.
Übersicht
Genau wie im Deutschen findest du im Französischen verschiedene Verneinungsmöglichkeiten:
Gruppe 1:
-
ne… pas / ne… point (nicht)
-
ne… plus (nicht mehr)
-
ne… rien (nichts)
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-
ne… jamais (nie, niemals)
-
ne… plus jamais / ne… jamais plus (nie mehr)
-
ne… plus rien (nichts mehr)
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Gruppe 2:
-
ne… pas un(e) seul(e) (kein einziger, keine einzige)
-
ne… ni… ni… (weder… noch… noch…)
-
ne… personne / nul (niemand, niemanden)
-
ne… à/de/avec/sur usw. personne (niemandem, von/mit/auf usw. niemandem)
-
ne… plus personne (niemand mehr)
-
ne… aucun(e) (kein[e])
-
ne… que (nur)
-
ne… plus que (nur noch)
-
Personne ne… / Nul ne… (Niemand)
-
Rien ne… (Nichts)
-
Aucun(e)… ne… (Kein[e])
-
Pas un(e) seul(e)… ne (Kein einziger/Keine einzige)
8.4.2.
Allgemeine Stellung der Verneinungsadverbien im Satz
Die meisten Verneinungsadverbien haben folgende Satzstellung:
ne + konjugiertes Verb + [zweiter Teil der Verneinung]
Beispiele:
Je viens.  Je ne viens pas.
Elle chante.  Elle ne chante jamais.
Ils écrivent.  Ils n’écrivent rien.
Il va arriver demain.  Il ne va pas arriver demain.
Elle était revenue.  Elle n’était plus jamais/jamais plus revenue.
Die Verneinungsadverbien der ersten Gruppe der Liste in Kapitel 8.4.1 befolgen diese Regel. Für
die zweite Gruppe gelten andere Stellungsregeln.
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Frage:
„Ich habe aber schon Sätze gesehen, in denen die beiden Verneinungsteile direkt
hintereinander standen, ohne dass dazwischen ein Verb zu finden war.“
Antwort:
Das ist richtig, denn die oben genannte Regel setzt voraus, dass in dem Satz ein
konjugiertes Verb zu finden ist. Steht das betroffene Verb aber im Infinitiv, dann
stehen die beiden Teile der Verneinung geschlossen vor dem Infinitiv.
Beispiele:
Je lui ai demandé de ne pas le faire. Ich habe ihn gebeten, das nicht zu tun.
Elle a dit ne plus vouloir le voir. Sie hat gesagt, sie wolle ihn nicht mehr sehen.
Handelt es sich aber um einen sogenannten Infinitiv der Vergangenheit
(avoir/être + participe passé), kann die Verneinung entweder geschlossen vor
dem avoir/être stehen oder avoir/être umklammern.
Il a affirmé ne pas l’avoir vue. ODER
Il a affirmé ne l’avoir pas vue. Er hat behauptet, sie nicht gesehen zu haben.
Je regrette de ne pas être venu. ODER
Je regrette de n’être pas venu. Ich bedauere, nicht gekommen zu sein.
Zur Verneinung des Gérondif und des Participe présent s. Kapitel 13.2.1 (Gérondif) und 13.3.1
(Participe présent).
8.4.3.
Besondere Stellung der Verneinungsadverbien im Satz
a) ne… pas un(e) seul(e)
Bei „ne… pas un(e) seul(e)“ steht ne vor dem konjugierten Verb, pas dahinter, und un(e) seul(e)
steht wie ein Begleiter vor dem Nomen, zu dem es gehört.
Beispiele:
Je n’ai pas vu un seul copain. Ich habe keinen einzigen Freund gesehen.
Elle ne va pas inviter une seule fille ! Sie wird kein einziges Mädchen einladen!
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b) ne… ni… ni…
Bei „ne… ni… ni…“ steht das ne vor dem konjugierten Verb und die ni vor dem jeweils dazugehörigen Wort.
Beispiel:
Il n’a ni amis ni copains. Er hat weder Freunde noch Kumpel.
Elle n’est ni belle ni gentille. Sie ist weder schön noch nett.
Vous ne savez ni chanter ni danser. Ihr könnt weder singen noch tanzen.
Es kann auch mehr als zweimal ni im Satz auftauchen:
Je ne sais parler ni français, ni espagnol, ni italien, ni anglais. Ich kann weder Französisch noch
Spanisch noch Italienisch noch Englisch sprechen.
c) ne… personne / ne… nul
Diese Verneinungsadverbien umklammern das komplette Verb, einschließlich Participe passé oder Infinitiv.
Beispiele:
Je n’ai vu personne. Ich habe niemanden gesehen.
Elle ne va rencontrer personne. Sie wird niemanden treffen.
Ne… nul gehört der gehobenen und gepflegten Sprache an:
Elle ne dérange nul. Sie stört niemanden.
d) ne… à/de/avec/sur usw. personne
Die Präposition, die bei personne steht, hängt von dem Verb bzw. Ausdruck ab, der im Satz benutzt wird.
Beispiele:
parler à qn  Je n’ai parlé à personne. Ich habe mit niemandem gesprochen.
se moquer de qn  Il ne va se moquer de personne. Er wird über niemanden lästern.
compter sur qn  Tu ne peux compter sur personne. Du kannst auf niemanden zählen.
être fier de qn  Je ne suis fier de personne. Ich bin auf niemanden stolz.
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Die Stellung der Verneinung „ne… (à, de…) personne“ kann folgendermaßen erklärt werden:
Das Wort „personne“ ersetzt das Personenobjekt des bejahten Satzes und steht genau an derselben Stelle im Satz. Zusammen mit „ne“ vor dem konjugierten Verb
bildet es die Verneinung.
Beispiele:
Il
a parlé beaucoup avec
Il n’ a parlé beaucoup avec
J’
ses copains. (=Personenobjekt)
personne.
ai passé les vacances en France en compagnie de
Je n’ ai passé les vacances en France en compagnie de
ma famille. (=Pers.obj.)
personne.
e) ne… aucun(e)
Aucun(e) ist die Verneinung des unbestimmten Artikels un(e). Es kann deshalb i. d. R. nicht im
Plural stehen. Da es wie ein Artikel funktioniert, steht es vor dem Substantiv, zu dem es gehört.
Beispiele:
Je n’ai fait aucune faute. Ich habe keinen Fehler/keine Fehler gemacht.
Elle n’a aucune amie. Sie hat keine Freundin(nen).
Je ne vais acheter aucune boisson alcoolisée ce soir. Ich werde heute Abend kein alkoholisches
Getränk/keine alkoholischen Getränke kaufen.
Besitzt das Substantiv keine Singularform, so steht aucun(e) auch im Plural und bekommt ein -s: Elle n’a aucuns remords. Sie hat keinerlei Gewissensbisse.
f) ne… que / ne… plus que
Bei ne… que steht das que vor dem Wort, das es vom Sinn her begleitet.
Beispiele:
Je n’ai que deux enfants. Ich habe nur zwei Kinder.
Elle ne va se promener toujours qu’avec ses meilleures amies. Sie wird immer nur mit ihren
besten Freundinnen spazieren gehen.
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Bei ne… plus que umklammert ne… plus das konjugierte Verb und que steht vor dem Wort, das
es vom Sinn her begleitet.
Beispiele:
Je ne vais plus écouter que deux chansons. Ich werde nur noch zwei Lieder hören.
Elle n’a plus acheté qu’un pull-over. Sie hat nur noch einen Pullover gekauft.
g) Personne ne…, rien ne…, aucun(e)… ne…
Die Bedeutung ist dieselbe wie von ne… personne, ne… rien und ne… aucun(e), allerdings sind
diese Verneinungen das Subjekt des Satzes. Personne ne und rien ne können nicht getrennt werden, zwischen aucun(e) und ne steht das Substantiv, das aucun(e) begleitet. Wie oben gilt, dass
aucun(e) nur im Singular auftreten kann (s. Punkt e)). Ne steht vor dem konjugierten Verb.
Beispiele:
Personne ne m’appelle. Niemand ruft mich an.
Rien ne l’intéresse. Nichts interessiert ihn.
Aucun copain ne va venir à ma fête. Kein einziger Freund wird zu meiner Feier kommen.
Aucune idée n’a été aussi bonne que la tienne. Keine Idee war so gut wie deine.
h) Pas un(e) seul(e)… ne
Die Bedeutung ist dieselbe wie von ne… pas un(e) seul(e), allerdings ist diese Verneinung Subjekt
des Satzes. Zwischen pas un(e) seul(e) und ne steht das Substantiv, das un(e) seul(e) begleitet. Ne
steht vor dem konjugierten Verb.
Beispiele:
Pas un seul élève n’est là. Kein einziger Schüler ist da.
Pas une seule voiture n’est passée ici dans les dernières minutes. Kein einziges Auto ist in den
letzten Minuten hier vorbeigefahren.
8.4.4.
Verneinungsadverbien mit Artikel
Nach einer Verneinung (z. B. ne… pas) steht
-
der bestimmte Artikel, wenn dieser im bejahten Satz schon vorhanden war:
Il a le temps.  Il n’a pas le temps.
-
kein Artikel, wenn auch im bejahten Satz keiner vorhanden war:
J’ai Ø froid.  Je n’ai pas Ø froid.
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-
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„de“, wenn im bejahten Satz ein unbestimmter Artikel vorhanden war:
Elle a des amis.  Elle n’a pas d’amis.
Nous avons fait un tour.  Nous n’avons pas fait de tour.
Diese Regel gilt (wie im letzten Beispiel zu sehen) natürlich auch bei zusammengesetzten Zeiten,
egal ob mit Infinitiv oder Partizip:
Je veux écouter des cd.  Je ne veux plus écouter de cd.
Ils avaient acheté une maison.  Ils n’avaient jamais acheté de maison.
8.4.5.
Mehrere Verneinungsadverbien im Satz
Dieses Thema ist für deutschsprachige Französischlerner etwas knifflig. Im Deutschen ist es so,
dass zwei Verneinungen in einem Satz (was stilistisch nicht immer schön ist) eine starke Bejahung
ausdrücken, während im Französischen dieser Effekt nicht auftritt.
Beispiel:
Er sagt nie nichts.  Er sagt immer etwas. (starke Bejahung)
Um das französische System zu erklären, schauen wir uns zunächst mal folgende Tabelle an:
bejaht
verneint
immer (toujours)
nie (jamais)
jemand (quelqu’un, auch mit Präposition)
niemand (personne, auch mit Präposition)
etwas (quelque chose, auch mit Präposition)
nichts (rien, auch mit Präposition)
auch (aussi)
auch nicht (non plus)
noch (encore)
nicht mehr (plus)
Man sieht, dass die Wörter der rechten Spalte das Gegenteil der linken Spalte ausdrücken. Es sind
ihre verneinten Entsprechungen.
Regel:
Im Französischen ist es nicht möglich, eines der Wörter aus der linken Spalte zu benutzen, wenn
im Satz schon ein Verneinungselement vorhanden ist.
Verneinungselemente in diesem Sinne sind sans, ne und alle, die in Kapitel 8.4.1 angegeben sind.
Beispiele (die relevanten Wörter sind fett gedruckt):
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Ich habe nie jemandem etwas erzählt.  Je n’ai jamais rien raconté à personne.
Ich habe noch nie so etwas gesehen.  Je n’ai jamais vu rien de pareil.
Ich möchte niemandem etwas schenken.  Je ne voudrais rien offrir à personne.
Er ist gegangen, ohne jemandem etwas zu sagen.  Il est parti sans rien dire à personne.
Ich bin nach Hause gerannt, ohne jemandem zu begegnen.  J’ai couru à la maison sans
rencontrer personne.
Du kannst Marie nicht einladen, ohne Philippe auch einzuladen.  Tu ne peux pas inviter Marie
sans inviter Philippe non plus.
Er hoffte, dass sie ihn anrufen würde, ohne wirklich noch daran zu glauben.  Il espérait qu’elle
l’appelait sans vraiment plus y croire.
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9.
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Verbgruppen
In vielen Französischlehrwerken verfolgt man den Ansatz, Schüler müssten jedes Verb für sich
lernen. Es wird ihnen nicht beigebracht, nach Gemeinsamkeiten bei Verben zu suchen, d. h. an
Verbgruppen zu denken. Diese Vorgehensweise vereinfacht das Erlernen der Konjugation jedoch
um ein Vielfaches, da man sich nur eine begrenzte Anzahl von Gruppen merken muss, um jedes
Verb fehlerfrei konjugieren zu können.
Verbgruppen können am einfachsten anhand der Konjugation der Verben im Indikativ Präsens
erstellt werden. Deshalb wird in Kapitel 10.3 zuerst das Indikativ Präsens betrachtet.
9.1.
Stamm- und endungsbetonte Formen
Zum leichten Erlernen der Konjugation ist es hilfreich, sich zuerst über die beiden Begriffe Stamm
und Endung klar zu werden.
Als Stamm eines Verbs wird - vereinfacht gesagt - alles bezeichnet, was keine Endung ist. Jede
Verbform lässt sich in einen Stamm und eine Endung aufteilen2:
regard er
Stamm Endung
Die Konjugation eines Verbs ist in stamm- und endungsbetonte Formen aufgeteilt. Im Indikativ
Präsens z. B. sind bei den regelmäßigen Verben alle Formen des Singulars und die 3. Person Plural
stamm-, die 1. und 2. Person Plural jedoch endungsbetont.
je regard e
[r‘gard]
tu regard es
[r‘gard]
il regard e
[r‘gard]
nous regard ons
[rgar’dõ]
vous regard ez
[rgar’de]
ils regard ent
[r‘gard]
Bei stammbetonten Formen liegt die Betonung auf dem Stamm, und die Endung ist stumm.
Bei endungsbetonten Formen liegt die Betonung auf der Endung.
Prinzipiell funktioniert dies auch bei unregelmäßigen Verben wie être und avoir. Allerdings lassen sich dort Stamm und Endung aufgrund der
extremen Wortentwicklung nicht mehr sehr gut voneinander trennen.
2
67
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Die Unterscheidung zwischen stamm- und endungsbetonten Formen ist wichtig, da damit alle
Unregelmäßigkeiten bei Verbkonjugationen erklärt werden können. Davon ausgenommen sind
nur die Verben, die komplett unregelmäßig sind (wie être, avoir usw.).
Regel:
Stammänderungen bei der Konjugation können nur in stammbetonten Formen auftreten,
da nur betonte Silben Änderungen erfahren können. Sobald die Betonung auf der Endung liegt,
d. h. sobald die Form endungsbetont ist, kann der Stamm nicht verändert werden.
Deshalb gibt es z. B. im Imparfait keine Stammunregelmäßigkeiten bzw. -veränderungen, da alle
Formen endungsbetont sind.
Die folgende Tabelle zeigt dir, welche einfachen Zeiten überhaupt Stammveränderungen erfahren
können und welche nicht.
Stammveränderung möglich
Stammveränderung nicht möglich
Présent
Imparfait
Subjonctif présent
Futur simple
Impératif
Conditionnel présent
Participe passé
Passé simple
Subjonctif imparfait3
Man sieht also, dass die meisten Zeiten im Französischen den Stamm nicht verändern.
9.2.
Verbmodi
Die einzelnen Zeiten, in denen die Verben stehen können, können in Gruppen eingeteilt werden;
z. B. gibt es die Gruppe der Zeiten, die Gegenwart, Zukunft oder Vergangenheit ausdrücken, es
gibt Zeiten, die eine Möglichkeit ausdrücken usw. Diese Gruppen nennt man Modi (Plural von
Modus).
3
Das Passé simple und der Subjonctif imparfait werden in der Schule nicht mehr als aktiv bekannt vorausgesetzt.
68
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Die verschiedenen Modi sind in folgender Übersicht dargestellt:
Modus
Indikativ
Conditionnel
Imperativ
Subjonctif
Zeiten
Futur antérieur
Condit. présent
Impératif présent
Subjonctif présent
Futur simple
Conditionnel passé
Impératif passé
Subjonctif passé
Futur composé
Subjonctif imparfait
Présent
Subj. plus-que-parfait
Imparfait
Passé composé
Passé simple
Plus-que-parfait
Passé antérieur
9.3.
Die Gruppe der Verben auf -er
Die Gruppe der Verben auf -er ist die größte Gruppe der französischen Sprache. Sie wird auch als
lebendige Konjugation (la conjugaison vivante) bezeichnet (im Gegensatz zur toten Konjugation,
la conjugaison morte), da neu gebildete Verben alle nach dem Schema der Verben auf -er konjugiert werden und regelmäßig sind. Die Gruppe der toten Konjugation umfasst die Verben auf -re
und -ir.
9.3.1.
Die Endungen der Verben auf -er im Indikativ Präsens
Alle Verben auf -er (Ausnahme: aller), gleich welcher Untergruppe sie angehören, haben dieselben Endungen im Indikativ Präsens. Sie lauten -e, -es, -e, -ons, -ez, -ent.
69
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9.3.2.
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Die Verben auf -er ohne Stammänderung im Indikativ Präsens
Diese Verbgruppe behält in allen Formen und allen Zeiten den Infinitivstamm bei.
Beispiele: regarder, marcher, chanter, aimer…
j’aim e
tu aim es
il aim e
nous aim ons
vous aim ez
ils aim ent
9.3.3.
Die Verben auf -cer
Diese Verben behalten in allen Personen die Aussprache des Stammes bei. Da in der 1. Person
Plural auf das -c- aber ein dunkler Vokal (-o-) folgt, muss die Schreibung angeglichen werden, da
ansonsten das -c- wie [k] und nicht wie [s] ausgesprochen würde (s. auch Kapitel 4.2 und 4.5).
Deshalb wird an das -c- unmittelbar vor der Endung eine cédille angehängt.
je commenc e
[k‘mãs]
tu commenc es
[k‘mãs]
il commenc e
[k‘mãs]
nous commenç ons
[kmã’sõ]
vous commenc ez
[kmã’se]
ils commenc ent
9.3.4.
[k‘mãs]
Die Verben auf -ger
Ebenso wie die Verben auf -cer (s. Kapitel 9.3.3) gleichen auch die Verben auf -ger ihr Schriftbild
an die Aussprache an. Da in der 1. Person Plural auf das -g- ein dunkler Vokal folgt, wird dahinter
ein zusätzliches -e- eingefügt, das aber nicht ausgesprochen wird. Es dient nur dazu, die Aussprache des -g- als [] zu erhalten (s. auch Kapitel 4.2 und 4.5).
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je mang e
[mã]
tu mang es
[mã]
il mang e
[mã]
nous mange ons
[mã’õ]
vous mang ez
[mã’e]
ils mang ent
9.3.5.
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[mã]
Die Verben auf -e(.)er4
Diese Verbgruppe kann in zwei Untergruppen unterteilt werden. Siehe dazu auch die Anmerkungen am Ende dieses Kapitels 9.3.5.
Eine Untergruppe verdoppelt in den stammbetonten Formen den Stammkonsonanten, die andere setzt auf den Stammvokal einen accent grave. Grund für eine dieser Änderungen ist, dass
der Stammvokal (und somit auch der Stamm) in den endungsbetonten Formen (also auch dem
Infinitiv) nicht oder nur flüchtig ausgesprochen wird (appeler [ap()le], se lever [sl()ve]). Erhält
nun der Stamm die Betonung, muss dies in der Schreibung berücksichtigt werden, denn: ein geschriebenes -e- ohne Akzent kann niemals betont sein!
a) Verdoppelung des Stammkonsonanten
In den stammbetonten Verben wird der Stammkonsonant verdoppelt. Dies passiert z. B.
bei appeler, jeter usw. Die meisten Verben dieser Gruppe werden nach diesem Muster konjugiert.
endungsbetont
stammbetont
endungsbetont
stammbetont
appel er
[ap()’le]
j’appell e
[a’pl]
tu apell es
[a’pl]
il appell e
[a’pl]
nous appel ons
[ap()’lõ]
vous appel ez
[ap()’le]
ils appell ent
[a’pl]
Das Zeichen (.) ist ein Platzhalter für einen oder mehrere Konsonanten außer -y-. So gehören z. B. peler und projeter zu derselben Gruppe,
faseyer beispielsweise aber nicht.
4
71
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b) Ändern des -e- zu -èEinige wenige Verben dieser Gruppe ändern den Stammvokal -e- zu -è-. Der Grund hierfür ist
ebenfalls die Stammbetonung (s. Punkt a)).
Zu dieser Gruppe gehören Verben wie peler, modeler, harceler usw.
endungsbetont
pel er
stammbetont
endungsbetont
[p‘ler]
je pèl e
[pl]
tu pèl es
[pl]
il pèl e
[pl]
nous pel ons
[p‘lõ]
vous pel ez
[p‘le]
stammbetont
ils pèl ent
[pl]
Gemäß den Regeln bzw. Empfehlungen der Nouvelle orthographe wird ab sofort bei allen Verben auf -e(.)er ein accent grave auf das -e- gesetzt und der Konsonant nicht verdoppelt:
Vorher:
il renouvelle
Neu:
tu étiquettes
il renouvèle
tu étiquètes
Eine Ausnahme bilden die Verben appeler und jeter sowie die von ihnen abgeleiteten (rappeler, projeter…) und interpeler, die weiterhin in den stammbetonten Formen den Konsonanten -l- bzw. -t- verdoppeln:
il appelle, elle jette, ils interpellent, je projette…
9.3.6.
Die Verben auf -yer
Die Verben auf -yer (außer die auf -eyer) ändern das -y- in den stammbetonten Formen zu -i-, um
die Schreibung an die Aussprache anzupassen.
In den endungsbetonten Formen klingt das -y als ein Laut mit, der wie das deutsche -j- in „Jacke“
klingt. Dieser entfällt jedoch in den stammbetonten Formen, weshalb das -y- durch -i- ersetzt
wird.
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endungsbetont
stammbetont
endungsbetont
stammbetont
pay er
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[p‘je]
je pai e
[p]
tu pai es
[p]
il pai e
[p]
nous pay ons
[p‘jõ]
vous pay ez
[p‘je]
ils pai ent
[p]
Ebenso: employer, essuyer, nettoyer, égayer usw.
Anmerkung:
Es ist auch möglich, bei den Verben auf -ayer das -y- durchgehend beizubehalten. Die dadurch
mit sich geführte Aussprache [j] anstatt [] verliert sich jedoch zunehmend, weshalb ein Trend
zur Schreibung mit -i- zu verzeichnen ist. In Anbetracht des Ziels dieser Grammatik wird empfohlen, bei den Schülern auf die Erklärung dieser Besonderheit zu verzichten.
9.3.7.
Die Verben auf -é(.)er
Die Verben auf -é(.)er ändern in den stammbetonten Formen das -é- zu -è-, um die Schreibung
an die Aussprache anzugleichen.
Dazu gehören z. B. préférer, répéter, péter, référer usw.
endungsbetont
stammbetont
endungsbetont
stammbetont
répét er
[repe’te]
je répèt e
[re’pt]
tu répèt es
[re’pt]
il répèt e
[re’pt]
nous répét ons
[repe’tõ]
vous répét ez
[repe’te]
ils répèt ent
73
[re’pt]
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9.4.
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Die Gruppe der Verben auf -ir
Diese Gruppe, die zur toten Konjugation (la conjugaison morte) gehört, besteht aus fünf Untergruppen.
Die Endungen für alle Verben auf -ir außer -vrir/-frir (s. Kapitel 9.4.2) lauten -s, -s, -t, -ons, ez, -ent.
9.4.1.
Die Verben auf -ir mit Stammerweiterung -ss- im Indikativ Präsens
Die regelmäßigen Verben der Gruppe auf -ir erweitern ihren Stamm im Plural um die Buchstabenfolge -ss-, an die die eigentliche Endung angehängt wird. Der Großteil der Verben auf -ir folgt
diesem Schema.
fini
r
[fi’nir]
je fini
s
[fi’ni]
tu fini
s
[fi’ni]
il fini
t
[fi’ni]
nous fini ss
ons
[fini’sõ]
vous fini ss
ez
[fini’se]
ent
[fi’nis]
ils fini ss
9.4.2.
Die Verben auf -vrir/-frir
Die Verben dieses Typs besitzen dieselben Endungen wie die Verben auf -er (s. Kapitel 9.3.1).
Beispiele für Verben dieser Gruppe sind ouvrir, couvrir, offrir, souffrir, entrouvrir usw.
ouvr ir
[uv’rir]
j’ouvr e
[uvr]
tu ouvr es
[uvr]
il ouvr e
[uvr]
nous ouvr ons
[uv’rõ]
vous ouvr ez
[uv’re]
ils ouvr ent
74
[uvr]
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9.4.3.
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Die Verben auf -enir
Diese Verben erfahren in den stammbetonten Formen zwei Änderungen:
- Zum Einen verändern sie in den stammbetonten Formen ihren Stamm von -en- zu -ien.
- Des Weiteren wird in der 3. Person Plural das -n- des Verbstamms verdoppelt.
Beispiele sind venir, tenir, survenir, abstenir usw.
endungsbetont
ven ir
je vien s
stammbetont
tu vien s
il vien t
endungsbetont
stammbetont
9.4.4.
[v()’nir]
~]
[vi’
~]
[vi’
~]
[vi’
nous ven ons
[v()’nõ]
vous ven ez
[v()’ne]
ils vienn ent
[vi’n]
Die Verben auf -mir, -vir und einige Verben auf -tir
Diese Verben verkürzen im Singular den Stamm um den letzten Konsonanten (-m, -v bzw. -t.)
Anmerkung:
Es gibt Verben auf –mir und –tir, die nicht zu dieser Gruppe gehören, wie z. B. gémir, ralentir,
répartir (im Sinne von „verteilen“). Répartir im Sinne von repartir (zurückfahren, wieder losfahren) gehört wiederum zur Gruppe der Verben auf -mir, -vir und -tir.
endungsbetont
stammbetont
endungsbetont
stammbetont
dorm ir
[dr’mir]
je dor s
[‘dr]
tu dor s
[‘dr]
il dor t
[‘dr]
nous dorm ons
[dr’mõ]
vous dorm ez
[dr’me]
ils dorm ent
75
[‘drm]
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9.4.5.
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Die Verben auf -cevoir
Diese Gruppe besteht aus nur fünf Verben: recevoir, apercevoir, percevoir, décevoir und concevoir. Sie verkürzen in den stammbetonten Formen des Singulars den Stamm um -ev- und hängen zur Anpassung der Schrift an die Aussprache dem -c- eine cédille an. Die 3. Person Plural ist
unregelmäßig.
endungsbetont
recev oir
je reçoi s
[r‘swa]
tu reçoi s
[r‘swa]
il reçoi t
[r‘swa]
nous recev ons
[rs‘võ]
vous recev ez
[rs‘ve]
stammbetont
endungsbetont
stammbetont
9.5.
[rs‘war]
ils reçoiv ent
[r‘swav]
Die Gruppe der Verben auf -re
Diese Gruppe besteht aus sieben Untergruppen. Die Endungen für die meisten Verben dieser
Gruppe lauten -s, -s, -ø, -ons, -ez, -ent.
9.5.1.
Die Verben auf -andre, -endre, -ondre, -erdre, -ordre
Diese Verben sind die regelmäßigen dieser Gruppe. Ihr Stamm ändert sich nicht.
perd re
[‘prdr()]
je perd s
[pr]
tu perd s
[pr]
il perd -
[pr]
nous perd ons
[pr’dõ]
vous perd ez
[pr’de]
ils perd ent
76
[prd]
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9.5.2.
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Die Verben auf -prendre
Diese Verben verlieren in der 1. und 2. Person Plural das -d- und fügen in der 3. Person Plural ein
-n- hinzu.
prend re
je prend s
[prã]
tu prend s
[prã]
il prend -
[prã]
nous pren ons
[pr’nõ]
vous pren ez
[pr’ne]
ils prenn ent
9.5.3.
[prãdr()]
[prn]
Die Verben auf -ttre
Zu dieser Gruppe gehören die Verben battre und mettre sowie ihre Zusammensetzungen. Diese
Verben verkürzen im Singular den Stamm um ein -t-.
Anmerkung:
Die Verben battre und mettre unterscheiden sich nur in der Bildung des participe passé. Battre
bildet seines auf -u (battu), mettre seines auf -is (mis).
batt re
je bat s
[‘ba]
tu bat s
[‘ba]
il bat -
[‘ba]
nous batt ons
[ba’tõ]
vous batt ez
[ba’te]
ils batt ent
9.5.4.
[‘batr()]
[‘bat]
Die Verben auf -indre
Diese Verben erweitern im Plural ihren Stamm von -in- auf -ign-. Zu dieser Gruppe gehören z. B.
plaindre, peindre, éteindre, atteindre, joindre usw.
77
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~dr()]
[‘pl
~]
[pl
plain dre
je plain s
~]
[pl
~]
[pl
tu plain s
il plain t
nous plaign ons
[pln’jõ]
vous plaign ez
[pln’je]
ils plaign ent
9.5.5.
[plnj]
Die Verben auf -ître
Diese Verben verlieren in allen Personen, bei denen nach dem -î- kein -t folgt, den accent circonflexe. Im Plural erweitern sie den Stamm um -ss-.
connaî
tre
[k‘ntr()]
je connai
s
[k‘n]
tu connai
s
[k‘n]
il connaî
t
[k‘n]
nous connai ss
ons
[kn‘sõ]
vous connai ss
ez
[kn‘se]
ent
[k‘ns]
ils connai ss
Anmerkung:
Das Verb naître unterscheidet sich nur in der Bildung des participe passé: né, née.
Das Verb croître behält den accent circonflexe im gesamten Singular bei, um die Formen von
denen des Verbs croire optisch zu unterscheiden: je croîs/je crois usw. Das participe passé der
Verben auf -oître behält in der männlichen Form den accent circonflexe: crû usw.
9.5.6.
Die Verben auf -crire
Diese Verben erweitern im Plural ihren Stamm um -v-. Zu dieser Gruppe gehörende Verben sind
z. B. écrire, décrire, circonscrire, prescrire usw.
écrire [e’krir]
j’écri
s
[e’kri]
tu écri
s
[e’kri]
78
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il écri
t
[e’kri]
nous écri v
ons
[ekri’võ]
vous écri v
ez
[ekri’ve]
ent
[e’kriv]
ils écri v
9.5.7.
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Die Verben auf -uire
Diese Verben führen in allen Personen ein -s- mit. Beispiele sind traduire, conduire, séduire,
nuire…
traduire [tra’dyir]
je tradui
s
[tra’dyi]
tu tradui
s
[tra’dyi]
il tradui
t
[tra’dyi]
nous tradui s
ons
[tradyi’zõ]
vous tradui s
ez
[tradyi’ze]
ent
[tra’dyiz]
ils tradui s
9.6.
Wichtige unregelmäßige Verben
Es gibt (leider) auch eine Anzahl von Verben, die sich keiner der obenstehenden Gruppen zuordnen lassen. Diese Verben sind entweder komplett unregelmäßig (wie avoir oder être), oder sie
besitzen im Indikativ Präsens eine oder mehrere Personen, die eine Unregelmäßigkeit aufweisen
(wie boire, voir, aller usw.).
Es ist sinnlos sowohl für die Motivation als auch für das tägliche Überleben in Frankreich, alle
unregelmäßigen Verben zu kennen. Im Folgenden finden sich deshalb die wichtigsten unregelmäßigen Verben. Die unregelmäßigen Formen sind fett gedruckt.
être
avoir
voir
savoir
boire
je suis
j’ai
je vois
je sais
je bois
tu es
tu as
tu vois
tu sais
tu bois
il est
il a
il voit
il sait
il boit
nous sommes
nous avons
nous voyons
nous savons
nous buvons
vous êtes
vous avez
vous voyez
vous savez
vous buvez
ils sont
ils ont
ils voient
ils savent
ils boivent
79
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falloir
dire
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faire
aller
devoir
-
je dis
je fais
je vais
je dois
-
tu dis
tu fais
tu vas
tu dois
il faut
il dit
il fait
il va
il doit
-
nous disons
nous faisons
nous allons
nous devons
-
vous dites
vous faites
vous allez
vous devez
-
ils disent
ils font
ils vont
ils doivent
vouloir
pouvoir
s’asseoir
je veux
je peux
je m’assois oder assieds
tu veux
tu peux
tu t’assois oder assieds
il veut
il peut
il s’assoit oder assied
nous voulons
nous pouvons
nous nous assoyons oder asseyons
vous voulez
vous pouvez
vous vous assoyez oder asseyez
ils veulent
ils peuvent
ils s’assoient oder asseyent
Nach den Regeln und Empfehlungen der Nouvelle orthographe verlieren die
Verben auf –seoir im Infinitiv ab sofort das -e- und werden somit an die Schreibung ihrer konjugierten Formen angeglichen. Dies gilt für alle Verben der
Gruppe: assoir, messoir, soir, sursoir…
80
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10.
Die Zeiten und Modi der Verben
10.1.
Allgemeine Ableitungsregeln
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Die französischen Zeiten sind - ebenso wie die anderer Sprachen - logisch aufgebaut. Eine einfache Zeit von avoir oder être (z. B. Präsens) ergibt in Kombination mit dem participe passé eines
Verbs eine zusammengesetzte Zeit desselben Modus (hier: Passé composé), d. h. ein Moduswechsel ist nicht möglich, solange eine Verbform nur mit dem participe passé kombiniert wird.
Folgende Übersicht zeigt, wie die Zeiten ineinander übergehen.
Einfache Zeiten
(temps simples)
von avoir/être + partic. passé =
Zusammengesetzte Zeiten
(temps composés)
Indikativ Präsens
Passé composé
Imparfait
Plus-que-parfait
Passé simple
Passé antérieur
Futur simple
Futur antérieur
Conditionnel présent
Conditionnel passé
Présent du subjonctif
Passé du subjonctif
Imparfait du subj.
Plus-que-parfait du subjonctif
Beispiele:
- j’ai (Indikativ Präsens von avoir) + regardé (participe passé von regarder) = Passé composé
- je serais (Conditionnel présent von être) + allé (participe passé von aller) = Conditionnel
passé
81
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10.2.
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Schema zur Bildung der einfachen Zeiten
Die französischen Zeiten können folgendermaßen voneinander abgeleitet werden:
Stamm des Infinitivs
Indikativ Präsens
Stamm der
1. P. Plural
Indikativ Imparfait
Stamm der
3. P. Plural
Passé simple
1. P. Singular
+ r (Verben auf -er)
Subjonctif Präsens
Futur simple
(Singular und 3. P. Plural)
Gérondif
Verben auf -ir
und -r(e)
2. P. Singular
Subjonctif Plus-que-parfait
Conditionnel présent
Participe présent
Subjonctif Präsens
(1. + 2. P. Plural)
Anmerkungen:
Einige Lehrer beschränken sich bei der Bildung des Futur simple und des Conditionnel présent
darauf, diese bei allen Verbgruppen vom Infinitiv abzuleiten und nur bei den Verben auf -re vorher das -e zu streichen. Diese Vorgehensweise funktioniert aber nur bei den regelmäßigen Verben
ohne Stammveränderung im Indikativ Präsens, wie z. B:
regarder + ai  je regarderai…
manger + ai  je mangerai…
Bei den Verben mit Stammveränderung im Indikativ Präsens muss die 1. Person Singular, die um
ein -r- erweitert ist, zur Ableitung benutzt werden:
acheter  j’achète + r + ai  j’achèterai… (nicht: *j’acheterai)
jeter
 je jette + r + ai  je jetterai… (nicht: *je jeterai)
Entweder lernen die Schüler also eine einfache Regel, aber viele Ausnahmen oder eine etwas komplexere Regel und dafür fast keine Ausnahmen.
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10.3.
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Das Présent de l’indicatif der regelmäßigen Verben
Das Présent de l’indicatif (Indikativ Präsens) wird gebildet aus dem Stamm des Infinitivs und
folgenden Endungen:
Verben auf -er
Verben auf -ir
Verben auf -re
-e
-is
-s
-es
-is
-s
-e
-it
-Ø
-ons
-issons
-ons
-ez
-issez
-ez
-ent
-issent
-ent
Beispiele:
regarder (Stamm: regard-)
 je regarde, tu regardes, il regarde, nous regardons, vous regardez, ils regardent
choisir (Stamm: chois-)
 je choisis, tu choisis, il choisit, nous choisissons, vous choisissez, ils choisissent
vendre (Stamm : vend-)
 je vends, tu vends, il vend, nous vendons, vous vendez, ils vendent
10.4.
Das Imparfait de l’indicatif der regelmäßigen Verben
Das Imparfait de l’indicatif (Indikativ Imparfait) wird gebildet aus dem Stamm der 1. Person Plural des Indikativ Präsens (s. Kapitel 10.3) und den folgenden Endungen: -ais, -ais, -ait, -ions, iez, -aient.
Beispiele:
marcher
 nous march|ons
 je marchais, tu marchais…
finir
 nous finiss|ons
 je finissais, tu finissais…
rendre
 nous rend|ons
 je rendais, tu rendais…
Anmerkung:
Nur ein Verb hat im Imparfait einen unregelmäßigen Stamm: être. Der Stamm lautet ét-, die
Endungen sind dieselben wie bei den restlichen Verben.
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Die Schreibung muss bei folgenden Verben an die Aussprache angepasst werden (Erklärung s. Kapitel 4.2 und 4.5):
- Verben auf -cer:
je commençais, tu commençais, il commençait, nous commencions, vous commenciez, ils commençaient
- Verben auf -ger:
je mangeais, tu mangeais, il mangeait, nous mangions, vous mangiez, ils mangeaient
10.5.
Das Futur composé
Das Futur composé ist eine aus dem Indikativ Präsens von aller und dem Infinitiv zusammengesetzte Zeit. Es bezeichnet eine recht nahe und wahrscheinliche Zukunft5.
Beispiele:
Demain, je vais aller au cinéma. (Morgen werde ich ins Kino gehen.)
On va passer les vacances à la plage. (Wir werden die Ferien am Strand verbringen.)
10.6.
Das Futur simple und das Conditionnel présent der regelmäßigen Verben
Das Futur simple sowie das Conditionnel présent haben dieselben Bildungsregeln. Sie unterscheiden sich nur in den Endungen.
Bei den Verben auf -er nimmt man die 1. Person Singular Indikativ Präsens + r + Endung.
Bei den Verben auf -ir und -re nimmt man den Infinitiv (bei -re ohne das -e) + Endung.
Die Endungen lauten:
Futur simple
5
Conditionnel présent
-ai
-ais
-as
-ais
-a
-ait
-ons
-ions
-ez
-iez
-ont
-aient
Allerdings wird heute ein Bedeutungsunterschied zwischen Futur composé und Futur simple kaum noch wahrgenommen. Das Futur composé
wird tendenziell mehr in der gespochenen Sprache benutzt als das Futur simple.
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Anmerkung:
Die Endungen des Futur simple entsprechen den Formen bzw. Endungen des Verbs avoir im
Indikativ Präsens.
Die Endungen des Conditionnel présent sind dieselben wie die des Imparfait de l’indicatif.
Beispiele:
travailler  je travaille + r + ai

je travaille + r + ais 
finir
rendre
 je finir + ai
je travaillerai… (Futur simple)
je travaillerais… (Conditionnel présent)

je finirai… (Futur simple)
je finir + ais

je finirais… (Conditionnel présent)
 je rendr + ai

je rendrai… (Futur simple)

je rendrais… (Conditionnel présent)
je rendr + ais
Frage:
„Warum kann ich denn bei den Verben auf –er das Futur simple und das Conditionnel présent nicht einfach – wie bei den anderen – vom Infinitiv ableiten? Da
brauche ich doch keine besondere Regel dafür, denn ob ich jetzt je travaille + r +
ai  je travaillerai oder je travailler + ai  je travaillerai zusammensetze, das
Ergebnis ist doch dasselbe.“
Antwort:
Man könnte in der Tat bei vielen Verben auf –er das Futur simple und das Conditionnel présent aus dem Infinitiv mit den jeweiligen Endungen bilden.
Beispiele:
marcher  je marcher + ai  je marcherai
sonner  il sonner + ait  il sonnerait
Dies geht so lange gut, wie die 1. Person Singular Präsens des Verbs regelmäßig
ist. Ist sie dies nicht, funktioniert diese Regel nicht mehr:
acheter  j’acheter + ai  j’acheterai* (Form ist falsch geschrieben)
appeler  il appeler + ait  il appelerait* (Form ist falsch geschrieben)
Die Formen lauten richtig j’achèterai und il appellerait.
Es ist also sinnvoller, die etwas erweiterte Regel zu lernen, denn das erspart einem viele (aber leider nicht alle) unregelmäßige Formen.
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10.7.
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Der Subjonctif présent der regelmäßigen Verben
Der Subjonctif présent wird gebildet:
-
für die 1. und 2. Person Plural aus dem Stamm der 2. Person Plural des Indikativs Präsens
und den Endungen -ions und -iez;
-
für den Singular und die 3. Person Plural aus dem Stamm der 3. Person Plural des Indikativs Präsens (s. Kapitel 10.3) und den folgenden Endungen: -e, -es, -e, -ent.
Beispiele:
ronger
finir
prendre
 vous rongez

que nous rongions, que vous rongiez
ils rongent

que je ronge, que tu ronges, qu’il ronge, qu’ils rongent
 vous finissez

que nous ralentissions, que vous ralentissiez
ils finissent

que je finisse, que tu finisses, qu’il finisse, qu’ils finissent
 vous prenez

que nous prenions, que vous preniez
ils prennent

que je prenne, que tu prennes, qu’il prenne, qu’ils prennent
Anmerkung:
Da der Subjonctif normalerweise in Nebensätzen vorkommt, die mit der Konjunktion que eingeleitet werden, wird bei der Konjugation ein que vor die Verbform gesetzt.
Diese Ableitungsregel gilt auch für einige unregelmäßige Verben, z. B.
devoir
 vous devez

que nous devions, que vous deviez
ils doivent

que je doive, que tu doives, qu’il doive, qu’ils doivent
Allerdings gibt es auch viele unregelmäßige Verben, die nicht dieser Ableitungsregel folgen.
10.8.
Übersicht über die Bildung der einfachen Zeiten
Das folgende Schaubild gibt eine Übersicht über die Bildung der einfachen Zeiten der regelmäßigen und einiger unregelmäßiger Verben.
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Présent de l’indicatif:
Infinitivstamm + Endungen
je parle
je rends
je sors
tu parles
tu rends
tu sors
il parle
il rend
il sort
nous parlons
nous rendons
nous sortons
vous parlez
vous rendez
vous sortez
ils parlent
ils rendent
ils sortent
-
–ir mit Stammerweiterung (Typ: finir)  -is, -is, it, -issons, -issez, -issent
-
2. Person Plural unregelmäßig : vous faites, vous
dites, vous êtes
-
Verben mit –é- in der vorletzten Silbe des Infinitivs (Typ „préférer“): -é-  -è-
-
Verben mit –e- in der vorletzten Silbe des Infinitivs
·
Typ „acheter“: -e-  -è-
·
Typ „appeler“: Verdoppelung des Konsonanten
u.a.
Die Bildung der einfachen Zeiten
Infinitif
parler
rendre
sortir
Futur simple:
-er: Stamm der 1. Person Singular Präsens + r + Endungen
-re: Infinitivstamm ohne –e + Endungen
Passé simple:
-ir: Infinitiv + Endungen
Infinitivstamm + Endungen
Endungen: -ai, -.as, -a, -ons, -ez, -ont
Verben auf -er: -ai, -as, -a, -âmes, -âtes, -èrent
Verben auf -ir und -re: -is, -is, -it, -îmes, -îtes, -irent (viele Ausnahmen!)
je parlerai
je rendrai
je sortirai
tu parleras
tu rendras
tu sortiras
il parlera
il rendra
il sortira
nous parlerons
nous rendrons
nous sortirons
je parlai
je rendis
je sortis
tu parlas
tu rendis
tu sortis
il parla
il rendit
il sortit
nous parlâmes
nous rendîmes
nous sortîmes
vous parlerez
vous rendrez
vous sortirez
vous parlâtes
vous rendîtes
vous sortîtes
ils parleront
ils rendront
ils sortiront
ils parlèrent
ils rendirent
ils sortirent
Imparfait de l’indicatif :
Ausnahmen: être (ser-), avoir (aur-), savoir (saur-),
Stamm der 1. Person Plural Präsens + Endungen
Présent du subjonctif:
devoir (devr-), falloir (faudr-), venir (viendr-), tenir
Endungen : -ais, -ais, -ait, -ions, -iez, -aient
für Singular und 3. Person Plural: Stamm der 3. Person Plural Präsens +
(tiendr-), recevoir (recevr-), faire (fer-) u.a.
Endungen -e, -es, -e, -ent
je parlais
je rendais
je sortais
für 1. und 2. Person Plural: Stamm der 1. Person Plural Präsens + Endungen
tu parlais
tu rendais
tu sortais
-ions, -iez.
il parlait
il rendait
il sortait
nous parlions
nous rendions
nous sortions
que je parle
que je rende
que je sorte
dieselbe Bildung wie Futur simple, auch dieselben
vous parliez
vous rendiez
vous sortiez
que tu parles
que tu rendes
que tu sortes
Ausnahmen
ils sortaient
qu’il parle
qu’il rende
qu’il sorte
que nous parlions
que nous rendions
que nous sortions
que vous parliez
que vous rendiez
que vous sortiez
qu’ils parlent
qu’ils rendent
qu’ils sortent
ils parlaient
ils rendaient
einzige Ausnahme = être: j’étais, tu étais, il était, nous
étions, vous étiez, ils étaient
Conditionnel présent :
Endungen: -ais, -ais, -ait, -ions, -iez, -aient
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10.9.
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Zusammengesetzte Zeiten
Zusammengesetzte Zeiten sind solche, die aus einem Hilfsverb (avoir, être oder aller) und dem
Participe passé (bei avoir und être) bzw. dem Infinitiv (bei aller) zusammengesetzt sind. Das
Hilfsverb steht dabei in einer bestimmten Zeit.
Im Folgenden wird kurz gezeigt, welches Hilfsverb überhaupt und welche Zeit für das Hilfsverb
man nehmen muss, um eine zusammengesetzte Zeit korrekt zu bilden.
10.9.1. Wahl des richtigen Hilfsverbs
Beim Futur composé wird zur Bildung das Hilfsverb aller benutzt (s. Kapitel 10.5).
Bei allen anderen zusammengesetzten Zeiten nimmt man in der Regel für die Bildung im Französischen dasselbe Hilfsverb wie im Deutschen.
Beispiele:
Ich habe Hausaufgaben gemacht.  J’ai fait les devoirs. (haben  avoir)
Sie ist gestern zurückgekommen.  Elle est revenue hier. (sein  être)
Es gibt aber ein paar Verben, die mit être verbunden werden. Diese kann man sich mit einem
Spruch merken:
Aller, arriver, venir,
sortir, partir, mourir,
entrer, retourner, rester,
monter, demeurer, rentrer,
tomber, descendre, naître
verbinde stets mit être!
Diese Regel gilt normalerweise auch für die Verben, die von diesen abgeleitet sind, wie z. B.
renaître, redescendre, entrer, revenir usw. Allerdings gibt es auch einige, die das Hilfsverb in
einem solchen Fall wechseln, wie z. B. tourner, sortir (im Sinne von „herausnehmen“) usw., oder
andere, die je nach Bedeutung mit avoir oder être verbunden werden (demeurer im Sinne von
„bleiben“ mit être, im Sinne von „wohnen“ mit avoir).
Auffällig ist, dass être seine zusammengesetzten Zeiten mit avoir bildet:
Ich bin in Paris gewesen.  J’ai été à Paris.
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Alle reflexiven Verben bilden ihre zusammengesetzten Zeiten im Gegensatz zum Deutschen mit
être. Ihr Participe passé richtet sich in Geschlecht und Zahl nach dem Subjekt, wenn das Reflexivpronomen direktes Objekt ist:
Je me suis lavée.  Ich habe mich gewaschen. (laver qn  direktes Objekt)
Elle s’était réveillée très tôt.  Sie war sehr früh aufgewacht. (réveiller qn  direktes Objekt)
Ils se sont comportés bien.  Sie haben sich gut benommen. (comporter qn  direktes Objekt)
Elle s’est demandé pourquoi c’était faux.  Sie hat sich gefragt, warum das falsch ist. (demander
à qn  indirektes Objekt)
Zur Veränderlichkeit des Participe passé s. Kapitel 13.1.2.
10.9.2. Bildung des Passé composé
Das Passé composé entspricht dem deutschen Perfekt und wird gebildet aus dem Präsens von
avoir bzw. être und dem Participe passé des jeweiligen Verbs (zur Bildung des Participe passé s.
Kapitel 13.1.1; zur Bildung des Präsens s. Kapitel 10.3).
Beispiele:
J’ai regardé la télé. (Ich habe ferngesehen.)
Nous sommes tombés. (Wir sind gefallen.)
Maman a apporté le gâteau. (Mama hat den Kuchen gebracht.)
10.9.3. Bildung des Plus-que-parfait
Das Plus-que-parfait entspricht dem deutschen Plusquamperfekt und wird gebildet aus dem Imparfait von avoir bzw. être und dem Participe passé des jeweiligen Verbs (zur Bildung des Participe passé s. Kapitel 13.1.1; zur Bildung des Imparfait s. Kapitel 10.4).
Beispiele:
J’avais regardé la télé. (Ich hatte ferngesehen.)
Nous étions tombés. (Wir waren gefallen.)
Maman avait apporté le gâteau. (Mama hatte den Kuchen gebracht.)
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10.9.4. Bildung des Passé antérieur6
Das Passé antérieur entspricht in etwa dem deutschen Plusquamperfekt und wird gebildet aus
dem Passé simple von avoir bzw. être und dem Participe passé des jeweiligen Verbs (zur Bildung
des Participe passé s. Kapitel 13.1.1).
Beispiele:
J’eus regardé la télé. (Ich hatte ferngesehen.)
Nous fûmes tombés. (Wir waren gefallen.)
Maman eut apporté le gâteau. (Mama hatte den Kuchen gebracht.)
10.9.5. Bildung des Futur antérieur
Das Futur antérieur entspricht dem deutschen Futur II und wird gebildet aus dem Futur simple
von avoir bzw. être und dem Participe passé des jeweiligen Verbs (zur Bildung des Participe
passé s. Kapitel 13.1.1; zur Bildung des Futur simple s. Kapitel 10.6).
Beispiele:
J’aurai regardé la télé. (Ich werde ferngesehen haben.)
Nous serons tombés. (Wir werden gefallen sein.)
Maman aura apporté le gâteau. (Mama wird den Kuchen gebracht haben.)
10.9.6. Bildung des Conditionnel passé
Das Conditionnel passé entspricht dem deutschen Konjunktiv II und wird gebildet aus dem Conditionnel présent von avoir bzw. être und dem Participe passé des jeweiligen Verbs (zur Bildung
des Participe passé s. Kapitel 13.1.1; zur Bildung des Conditionnel présent s. Kapitel 10.6).
Beispiele:
J’aurais regardé la télé. (Ich hätte ferngesehen.)
Nous serions tombés. (Wir wären gefallen.)
Maman aurait apporté le gâteau. (Mama hätte den Kuchen gebracht.)
10.9.7. Bildung des Subjonctif passé
Das Subjonctif passé hat im Deutschen keine Entsprechung. Es wird gebildet aus dem Subjonctif
présent von avoir bzw. être und dem Participe passé des jeweiligen Verbs (zur Bildung des Participe passé s. Kapitel 13.1.1; zur Bildung des Subjonctif présent s. Kapitel 10.7).
6
Das Passé antérieur wird in Schulen nicht mehr behandelt.
90
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Beispiele:
Il est possible qu’il ait regardé la télé. (Es ist möglich, dass er ferngesehen hat.)
Je ne crois pas qu’ils soient tombés. (Ich glaube nicht, dass sie gefallen sind.)
Il est probable que Maman ait apporté le gâteau. (Es ist wahrscheinlich, dass Mama den Kuchen
gebracht hat.)
10.10. Der bejahte und der verneinte Imperativ (l’impératif affirmatif et négatif)
10.10.1. Der Imperativ von Verben ohne Pronomen
Der bejahte Imperativ entspricht folgenden Formen des Indikativs Präsens:
-
Imperativ Singular: 1. Person Singular Präsens ohne Subjektpronomen
Fais. Mach. - Regarde. Schau. - Écoute. Hör zu. - Finis. Hör auf.7
Ausnahme: aller  va
-
Imperativ der 1. Person Plural: 1. Person Plural Präsens ohne Subjektpronomen
Faisons. Lasst uns machen. - Regardons. Lasst uns schauen. - Écoutons. Lasst uns zuhören. - Finissons. Lasst uns aufhören.
-
Imperativ der 2. Person Plural: 2. Person Plural Präsens ohne Subjektpronomen
Faites. Macht. - Regardez. Schaut. - Écoutez. Hört zu. - Finissez. Hört auf.
Unregelmäßige Imperativformen haben folgende Verben:
être: Sois. Soyons. Soyez.
avoir: Aie. Ayons. Ayez.
savoir: Sache. Sachons. Sachez.
vouloir: Veuille. (Veuillons.) Veuillez. (Der Imperativ der 1. P. Plural ist nicht gebräuchlich.)
Der verneinte Imperativ entspricht in den Formen dem bejahten und wird von der jeweiligen
Verneinung eingeklammert: Ne fais pas. N’écoute plus. Ne finissez rien.
10.10.2. Der Imperativ von Verben mit einem Objekt- oder Reflexivpronomen
Beim bejahten Imperativ von Verben mit einem Objekt- bzw. Reflexivpronomen wird das Pronomen mit Bindestrich an die Verbform angehängt.
7
Folgt bei den Verben auf -er auf den Imperativ Singular das Pronomen „y“ oder „en“, so wird zur besseren Aussprache an die Verbform ein -s
angehängt: Vas-y. Penses-y. Parles-en.
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Beispiele: Levez-vous. Erhebt euch. - Vengeons-nous. Lasst uns uns rächen. - Protégez-vous.
Schützt euch. - Rendez-nous notre argent. Gebt uns unser Geld zurück.
Me wird zu moi, te wird zu toi: Donne-moi le livre. Lève-toi. Calme-toi.
Bejahte Imperative, die auf einen Vokal enden (also alle Imperative Singular der Verben auf -er einschließlich aller) erhalten ein -s, wenn danach ein y oder en folgt. Dies
dient der besseren Aussprache.
Vas-y. Parles-en. Penses-y.
Beim verneinten Imperativ umklammert die Verneinung das Objekt- bzw. Reflexivpronomen und
die Verbform.
Beispiele: Ne te lève pas. Steh nicht auf. - Ne vous mettez plus en colère. Regt euch nicht mehr
auf. - Ne nous dérangez pas. Stört uns nicht.
10.10.3. Der Imperativ von Verben mit mehreren Objektpronomen
Beim bejahten Imperativ von Verben mit mehreren Objektpronomen werden die Pronomen in
der Reihenfolge wie in 15.7 beschrieben mit Bindestrich an die Verbform angehängt.
Me wird zu moi, te wird zu toi, außer vor y und en: Donne-le-moi.
Vor y und en wird me zu m’ und te zu t’: Achète-m’en.
Beispiele: Montrez-les-nous. Zeigt sie uns. - Parlez-m’en. Sprecht mit mir darüber.
Anmerkung:
Die Kombination der Objektpronomen me und te mit dem Pronomen y klingt ungewöhnlich und
ist ungebräuchlich: Fie-t’y. Vertrau darauf. Es werden die Umschreibung mit „à cela“ oder ähnliche Konstruktionen bevorzugt: Fie-toi à cela.
Die Kombinationen von „me, te, se, nous, vous“ mit „lui, leur“ sind nicht möglich:
Stell ihn uns vor.  Présente-le-nous.
Stell uns ihm vor.  Présente-nous à lui. (nicht: *Présente-lui-nous.)
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10.11. Die indirekte Rede und Frage
10.11.1. Was ist die indirekte Rede bzw. Frage?
Die indirekte Rede bzw. Frage ist die Wiedergabe/Wiederholung von etwas, das jemand anders
(oder auch man selbst) vorher gesagt hat. Dies kann in der Gegenwart (Er/Sie sagt, dass…) oder
in der Vergangenheit (Er/Sie sagte, dass…) passieren.
Beispiel:
Jeanne und ihr Großvater schauen fern.
Aujourd’hui, il y a eu un très grave accident. Deux
personnes ont été tuées et 12 ont été blessées. Selon
la police, la chaussée était couverte de verglas et le
conducteur avait roulé trop vite.
Jeannes Großvater hört nicht gut und muss deshalb bei Jeanne immer nachfragen:
Großvater
« Qu’est-ce qu’il dit ? »
Jeanne
« Il dit qu’il y a eu un grave accident aujourd’hui. »
« Qu’est-ce qu’il raconte encore ? »
« Il raconte que deux personnes ont été tuées
et que douze ont été blessées. »
« De quoi est-ce qu’il parle encore ? »
« Il dit encore que selon la police, la chaussée
était couverte de verglas et que le conducteur
avait roulé trop vite. »
Man sieht, dass die indirekte Rede nur dazu dient, vorher Gesagtes zum Zweck der Erklärung
usw. zu wiederholen.
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10.11.2. Die indirekte Rede und Frage der Gegenwart
Die Bezeichnung „Gegenwart“ bzw. „Vergangenheit“ bezieht sich immer auf die Zeit des Verbs,
das die indirekte Rede einleitet.
Die Zeitgruppe der Gegenwart umfasst
-
das Présent;
-
das Futur composé, futur simple und futur antérieur.
Beim Übergang von direkter in die indirekte Rede/Frage werden die Zeiten der direkten Rede
beibehalten.
Vor jedem Teilsatz (d. h. vor jedem Subjekt) muss die einleitende Konjunktion „que“
(indirekte Rede) bzw. „si“ oder das entsprechende Fragewort (indirekte Frage) wiederholt werden.
Der Imperativ in der direkten Rede wird zum Subjonctif présent in der indirekten
Rede.
Beispiele:
« J’ai froid. »
Il dit qu’il a froid.
« Elle revient demain. »
Ils racontent qu’elle revient demain.
« Tu veux manger quelque chose ? »
Elle me demande si je veux manger quelque
chose.
« Pourquoi tu as peur ? »
Il veut savoir pourquoi j’ai peur.
« Qu’est-ce que tu fais ? »
Elle demande ce que je fais.
« Qu’est-ce qui vous fait peur ? »
Ils demandent ce qui nous fait peur.
« Nous avons écrit une mauvaise note, mais Ils racontent qu’ils ont écrit une mauvaise
nous allons apprendre plus. »
note, mais qu’ils vont apprendre plus.
« Fais les devoirs. » (= Imperativ)
Elle dit que je fasse les devoirs.
Regel:
-
In der indirekten Rede und Frage stehen keine Anführungsstriche.
-
In der indirekten Frage steht kein Fragezeichen.
-
Est-ce que fällt in der indirekten Frage weg.
-
Enthält die direkte Frage ein Fragewort, wird dieses in der indirekten Frage übernommen (Beispiel 4). Ist keines vorhanden, wird „si“ benutzt (Beispiel 3).
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Das einleitende Wort (que, si oder das Fragewort) muss vor jedem Subjekt wiederholt
werden.
-
Fragewörter werden unverändert aus der direkten in die indirekte Frage übernommen.
Ausnahmen:
-
aus „qu’est-ce que“ wird „ce que“
Qu’est-ce que c’est ?  Elle veut savoir ce que c’est.
-
aus „qu’est-ce qui“ wird „ce qui“.
Qu’est-ce qui t’intéresse ?  Elle veut savoir ce qui m’intéresse.
-
Soll nicht jeder Satz mit „Il dit que“, „Il demande si“ usw. eingeleitet werden, muss trotzdem das que, si bzw. Fragewort gesetzt werden, damit klar ist, dass es sich um eine indirekte Wiedergabe von etwas Gesagtem handelt. Beispiel:
„J’ai faim. J’ai soif. J’ai mal au ventre. J’ai mal à la tête. »
 Il dit qu’il a faim. Il ajoute qu’il a soif. Qu’il a mal au ventre. Qu’il a mal à la tête.
10.11.3. Die indirekte Rede und Frage der Vergangenheit
Die Zeitgruppe der Vergangenheit umfasst
-
das Passé composé;
-
das Imparfait;
-
das Plus-que-parfait;
-
das Conditionnel présent und passé.
Prinzipiell funktioniert die indirekte Rede/Frage der Vergangenheit genau wie die der Gegenwart
(s. Kapitel 10.11.2). Der einzige Unterschied ist, dass die Zeiten des Hauptsatzes in der Stufe eins
zurückgesetzt werden müssen, wie folgende Tabelle zeigt:
Présent
Futur simple
Imparfait
wird zu
Impératif
Conditionnel présent
Subjonctif présent
Alle anderen einfachen Zeiten bleiben unverändert.
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Tipp:
Da die zusammengesetzten Zeiten aus der Kombination einer der obigen einfachen Zeiten von
avoir bzw. être mit dem Participe passé gebildet werden, braucht keine Extraregel für diese formuliert zu werden, denn
Passé composé = Présent von avoir/être
+ Participe passé  Présent wird Imparfait
j’ai fait
+ fait
= j’ai
 j’avais fait
Futur antérieur = Futur simple von avoir/être + Participe passé  Fut. s. wird C. présent
elle sera allée
= elle sera
+ allée
 elle serait allée
Futur composé = Présent von „aller“
+ Infinitiv
 Présent wird Imparfait
je vais écrire
+ écrire
 j’allais écrire
Auch das Futur composé passt hier hinein:
= je vais
Beispiele zur Anwendung der indirekten Rede/Frage der Vergangenheit:
« J’ai froid. »
Il a dit qu’il avait froid.
« Elle revient demain. »
Ils ont raconté qu’elle revenait demain.
« Tu veux manger quelque chose ? »
Elle m’a demandé si je voulais manger
quelque chose.
« Pourquoi tu as peur ? »
Il voulait savoir pourquoi j’avais peur.
« Nous avons écrit une mauvaise note, mais Ils ont raconté qu’ils avaient écrit une maunous allons apprendre plus. »
vaise note, mais qu’ils allaient apprendre
plus.
« Fais les devoirs. » (= Imperativ)
Elle a dit que je fasse les devoirs.
Zur Regel s. Kapitel 10.11.2.
10.12. Die si-Sätze (Konditionalsätze)
Konditionalsätze sind Bedingungssätze. Sie formulieren eine Bedingung und geben eine Folgerung an nach der Form „Wenn das eine, dann das andere“.
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Beispiele:
Bedingung
Folgerung
Wenn du Zeit hast,
kannst du vorbeikommen.
Wenn wir es wüssten,
würden wir es euch sagen.
Wenn wir es mitbekommen hätten,
hätten wir euch geholfen.
Die Reihenfolge kann - im Deutschen und im Französischen - auch umgedreht werden:
Wir hätten euch geholfen, wenn wir es mitbekommen hätten.
Im Französischen steht dann kein Komma:
Si tu nous invites, nous viendrons.  Nous viendrons si tu nous invites.
Es gibt drei verschiedene Arten von si-Sätzen: die realen, die irrealen der Gegenwart und die irrealen der Vergangenheit.
10.12.1. Der reale si-Satz
Diese Art von Satz drückt aus, dass der geschilderte Sachverhalt im Moment, in dem er gesagt
wird, noch realisierbar ist, d. h. dass er noch nicht eingetreten und vollkommen möglich ist.
Beispiele:
Wenn schönes Wetter ist, gehen wir ins Kino. Die Bedingung ist noch nicht eingetreten, son(nachher, heute Mittag, morgen, nächste Wo- dern kommt noch. Deshalb ist noch alles mögche usw.)
lich.
Er hilft dir, wenn du ihn bittest. (nachher, in Auch hier ist noch alles möglich, denn er
ein paar Minuten…)
wurde noch nicht gebeten.
Im Französischen braucht dieser Satztyp
-
im si-Teil das Présent
-
im Hauptsatz entweder Futur simple, Présent oder Impératif (je nach Sinn).
Beispiele:
Si tu veux, tu pourras venir chez nous.
Wenn du willst, wirst du zu uns kommen können.
Si tu veux, tu peux venir chez nous.
Wenn du willst, kannst du zu uns kommen.
Si tu veux, viens chez nous.
Wenn du willst, komm zu uns.
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10.12.2. Der irreale si-Satz der Gegenwart
Diese Art von Satz drückt aus, dass der geschilderte Sachverhalt im Moment, in dem er gesagt
wird, zwar noch realisierbar, aber recht unwahrscheinlich ist.
Beispiele:
Wenn schönes Wetter wäre, würden wir ins Kino gehen. (Es ist aber kein schönes Wetter; vielleicht ändert es sich ja noch, das ist möglich, aber recht unwahrscheinlich.)
Er würde dir helfen, wenn du ihn bitten würdest. (Du bittest ihn zwar nicht, hättest dazu aber
noch die Möglichkeit, da es noch nicht zu spät ist.)
Im Französischen braucht dieser Satztyp
-
im si-Teil das Imparfait
-
im Hauptsatz das Conditionnel présent.
Beispiel:
Si tu voulais, tu pourrais venir chez nous. Wenn du wolltest, könntest du zu uns kommen.
10.12.3. Der irreale si-Satz der Vergangenheit
Diese Art von Satz drückt aus, dass der geschilderte Sachverhalt im Moment, in dem er gesagt
wird, nicht mehr realisierbar ist, da er schon in der Vergangenheit liegt.
Beispiele:
Wenn schönes Wetter gewesen wäre, wären wir ins Kino gegangen. (Das war aber gestern oder
letzte Woche oder… und ist deshalb nicht mehr möglich.)
Er hätte dir geholfen, wenn du ihn gebeten hättest. (Du hast ihn aber nicht gebeten, deshalb ist
es jetzt zu spät.)
Im Französischen braucht dieser Satztyp
-
im si-Teil das Plus-que-parfait
-
im Hauptsatz das Conditionnel passé.
Beispiele:
Si tu avais voulu, tu aurais pu venir chez nous. Wenn du gewollt hättest, hättest du zu uns
kommen können.
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10.12.4. Zusammenfassung
Hier noch einmal in einer Übersicht die drei verschiedenen Satztypen:
S’il fait beau, j’irai/je vais à la piscine.
Wenn schönes Wetter ist, gehe ich ins
Schwimmbad.
S’il faisait beau, j’irais à la piscine.
Wenn schönes Wetter wäre, würde ich ins
Schwimmbad gehen.
S’il avait fait beau, je serais allé à la piscine.
Wenn schönes Wetter gewesen wäre, wäre ich
ins Schwimmbad gegangen.
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11.
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Der Gebrauch des Subjonctif
Der Subjonctif ist ein Modus, der die Subjektivität und persönlichen Ansichten eines Sprechers
ausdrückt. Er existiert im Deutschen nicht.
So wird eine Aussage, die im Subjonctif gemacht wird, als weniger aufdringlich und weniger endgültig angesehen. Soll also in einem Satz eine persönliche Meinung zum Ausdruck kommen, steht
sehr oft der Subjonctif.
Allgemein kann gesagt werden, dass der Subjonctif nach Verben und Ausdrücken steht, die folgende Sachverhalte ausdrücken:
a) Wille, Wunsch, Befehl, Empfehlung
aimer que, vouloir que, demander que, réclamer que, souhaiter que, il faut que, recommander que, il vaut mieux que und bedeutungsähnliche Ausdrücke
b) Zweifel, Unglauben, Unsicherheit, Wertung/Urteil
ne pas croire que, douter que, ne pas penser que, ne pas dire que, ne pas être sûr que, être
(im)probable que, il se peut que und bedeutungsähnliche Ausdrücke
c) Persönliche Gefühle (Freude, Trauer, Gefallen, Missfallen, Furcht usw.)
se réjouir que, être content que, être triste que, s’étonner que, craindre que und bedeutungsähnliche Ausdrücke
d) bestimmten Konjunktionen
pour que/afin que, quoique, avant que, jusqu’à ce que, de façon/manière que, sans que,
ce n’est pas que, à condition que
e) in Relativsätzen, die etwas Unbekanntes ausdrücken oder etwas, von dem man nicht weiß,
ob es existiert:
Ce restaurant cherche un cuisinier qui connaisse la cuisine thaïlandaise, chinoise et japonaise. (Dieses Restaurant sucht einen Koch, der die thailändische, chinesische und japanische Küche kennt.  Nicht sicher, ob ein solcher Koch existiert; Wunsch)
Je cherche une femme de ménage qui sache parler turc. (Ich suche eine Haushaltshilfe, die
türkisch kann.  Nicht sicher, ob ich so jemanden finde; es ist mein Wunsch.)
f) bei Ausdrücken wie „wo/wer/wie/warum auch immer“
Où que tu sois, je te trouverai. Wo du auch immer sein mögest, ich werde dich finden.
Quoi que tu dises, tu auras tort. Was auch immer du sagst, du hast Unrecht.
Qui que tu rencontres, ne parle à personne. Wen auch immer du triffst, sprich mit niemandem.
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Nach espérer steht nicht der Subjonctif: J’espère que tu as raison. Ich hoffe, du hast
Recht.
Lautet die Form von espérer „espérons que“ (wollen wir hoffen, dass), dann steht jedoch der Subjonctif: Espérons que tu aies raison. Wollen wir hoffen, dass du Recht
hast.
Tipp für Schüler (und Lehrer):
Die Frage, ob der Subjonctif stehen muss oder nicht, erübrigt sich, wenn der que-Satz vor den
Hauptsatz gestellt wird, denn dann wird immer der Subjonctif gesetzt.
C’est correct qu’il n’est pas à la maison.  Qu’il ne soit pas à la maison, c’est correct.
Je ne m’étonne pas que tu sois trop tard.  Que tu sois trop tard ne m’étonne pas.
Fairerweise muss dazu gesagt werden, dass solche Sätze stilistisch nicht immer einwandfrei sind,
sodass darauf nur in Ausnahmefällen zurückgegriffen werden sollte.
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12.
Imparfait und Passé composé
12.1.
Unterschied im Gebrauch von Imparfait und Passé composé
Der Unterschied im Gebrauch von Imparfait und Passé composé ist für viele Schüler (und auch
Lehrer) nicht klar und schwierig zu verstehen. Dabei ist das recht einfach, sobald man sich bestimmte Dinge klarmacht und anhand von Beispielen verdeutlicht.
Als Beispiel führe ich hier einmal das Märchen von Rotkäppchen, le Petit Chaperon Rouge, an.
Il était une fois une fille qui s’appelait Chaperon Rouge parce qu’elle portait toujours
une veste et un chapeau rouges. Elle était très
gentille, et tout le monde l’adorait. Elle aidait souvent sa mère avec les travaux à la
maison.
Dieser Teil liefert Beschreibungen, Informationen zu den Personen und der Situation, in
der sich die Personen befinden. Es ist noch
keine Handlung passiert, niemand hat etwas
getan.
Würde das Märchen an dieser Stelle enden, würde das Kind, das begeistert zugehört hat, fragen:
„Und dann? Was war das denn jetzt? Es ist ja noch gar nichts passiert!“ Die Geschichte wäre langweilig und ohne Spannung. Aber sie geht ja noch weiter.
Aktion, Handlung: Mutter sagt etwas; dies ist Un jour, sa mère lui a dit : « Chaperon
keine Hintergrundinformation, sondern der Rouge, apporte ce vin et ce gâteau à ta grandMoment, wo die Aufmerksamkeit des Zuhö- mère parce qu’elle est malade. »
rers wieder erwacht, da etwas passiert.
La grand-mère vivait dans la forêt, et Cha- Hintergrundinformation zur Großmutter, Beperon Rouge l’aimait beaucoup.
schreibung der Person und der Lebensumstände  keine Handlung/Aktion
Handlungen:
1)
Rotkäppchen nimmt Korb
2) Rotkäppchen antwortet
3) Mutter sagt etwas
Chaperon Rouge a pris le vin et le gâteau et
a répondu : « Oui, bien sûr. » Et là, la mère
a dit : « Fais attention au loup ! »
Le loup vivait aussi dans la forêt, il était mé- Hintergrundinformation zum Wolf, Beschreichant et les gens avaient peur de lui.
bung des Wolfs  keine Handlung/Aktion
Hintergrundinformationen, Beschreibungen,
Erklärungen, Zusatzinformationen, auch: gewohnheitsmäßige Handlungen in der Vergangenheit
(Was war schon?/Wie war etwas schon?)
einmalige Handlungen, aufeinanderfolgende
Handlungen, neu eintretende Handlungen,
„Aktion“, Aufzählungen
(Was geschah dann?)
102
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Wenn man genau hinsieht, dann erkennt man, dass Sätze im Passé composé (rechte Spalte) meistens ein sogenanntes Signalwort, das eine (neue) Handlung anzeigt, enthalten. Solche Signalwörter sind z. B. un jour (eines Tages), (et) puis ([und] dann), (et) après (und danach), alors
(dann, also), ce jour-là (an jenem Tag), cette année-là (in jenem Jahr), ce mois-là (in jenem Monat), (Aktion 1) et (Aktion 2) (das und das und das und das…), tout à coup (plötzlich), ensuite
(danach), en ce moment (in diesem/jenem Moment)…
Die Beziehung zwischen und die Funktionen von Imparfait und Passé composé lassen sich gut
grafisch verdeutlichen.
1)
Aufeinanderfolgende Handlungen
maintenant
X
J’ai acheté un coca ,
(action 1)
2)
X
je l’ai ouvert
X
et je l’ai bu.
(action 2)
(action 3)
Neu eintretende Handlung
maintenant
Marie attendait devant le cinéma.
X
J’ai rencontré Marie.
J’ai rencontré Marie qui attendait devant le cinéma.
(Was ist passiert?)
3)
(Was war schon?)
Parallel zueinander verlaufende Beschreibungen, ohne dass etwas Neues eintritt
maintenant
Marie regardait la télé dans sa chambre.
Je faisais les devoirs dans ma chambre.
Pendant que Marie regardait la télé dans sa chambre, je faisais les devoirs dans ma chambre.
(Was war schon?)
(Was war schon?)
 keine Handlungen, nur Informationen, Beschreibungen
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Hinweis:
Um den genauen Bedeutungs- und Funktionsunterschied zwischen Imparfait und Passé composé
zu sehen, sind folgende Beispiele recht nützlich:
maintenant
J’écoutais la radio dans la cuisine.
Le téléphone sonnait.
Pendant que j’écoutais la radio dans la cuisine, le téléphone sonnait. (parallel verlaufende
Dinge, keine neue Handlung; das Telefon klingelte die ganze Zeit)
maintenant
J’écoutais la radio dans la cuisine.
X
Le téléphone a sonné (tout à coup).
Pendant que j’écoutais la radio, le téléphone a sonné tout à coup/à un moment/là. (neue Handlung)
Weiterer Gebrauch von Imparfait und Passé composé:
Imparfait:
Gewohnheiten in der Vergangenheit (Quand j’étais petit, j’allais à l’école où j’apprenais
beaucoup de choses. J’avais de bons copains qui allaient toujours avec moi…)
Passé composé:
Handlungen, die in der Vergangenheit klar zeitlich begrenzt sind, unabhängig, wie lange sie
waren. Wenn sie in der Gegenwart schon abgeschlossen sind, steht das Passé composé (La
Première Guerre mondiale a eu lieu de 1914 à 1918. - En 1989, le mur de Berlin est tombé.
- La dictature de Franco en Espagne a duré de 1939 à 1975 environ.).
104
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12.2.
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Unterschiedliche Bedeutung von Imparfait- und Passé-composé-Formen
Ein paar Verben ändern ihre Bedeutung, je nachdem, ob sie im Imparfait oder im Passé composé
stehen.
Verb
être
Imparfait
Passé composé
j’étais (ich bin gewesen/war)
j’ai été (ich wurde; ich bin gewesen/war)
avoir
j’avais (ich habe gehabt/hatte)
j’ai eu (ich habe bekommen; ich habe
gehabt/hatte)
savoir
je savais (ich wusste)
j’ai su (ich habe erfahren)
connaître
je connaissais (ich kannte)
j’ai connu (ich habe kennen gelernt)
Anmerkung:
Die Passé-composé-Formen können je nach Zusammenhang auf beide Arten übersetzt werden.
Hier, j’ai eu un beau cadeau. Gestern habe ich ein schönes Geschenk bekommen.
Elle a été malade hier. Gestern war/wurde sie krank. (Da gestern vorbei ist, also abgeschlossen,
muss das Passé composé benutzt werden. Beide Übersetzungen sind möglich.)
105
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13.
Nichtkonjugierte Verbformen
13.1.
Das Participe passé
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13.1.1. Die Bildung des Participe passé
Das Participe passé der regelmäßigen Verben wird folgendermaßen gebildet:
-
Verben auf -er: Stamm des Infinitivs + -é (regardé, allé, parlé…)
-
Verben auf -ir: Stamm des Infinitivs + -i (fini, sorti, ralenti…)
-
Verben auf -dre: Stamm des Infinitivs + -u (rendu, répondu, attendu…)
-
Verben auf -prendre: -pris (pris, compris, appris, surpris…)
Es gibt – neben diesen regelmäßigen Partizipien – weitere unregelmäßige Verben, die trotzdem,
was die Bildung des Participe passé angeht, in Gruppen zusammengefasst werden können:
-
Verben auf -aître (außer naître) und -oître: -u (connu, paru, apparu, décru, accru...) (bei
croître: crû)
-
Verben auf -cevoir: -çu (reçu, conçu, aperçu...)
-
Verben auf -oir: -u (vu, pu, voulu, bu, cru...) (bei devoir: dû)
In allen anderen Fällen muss das Participe passé auswendig gelernt werden (faire > fait,
plaire > plu, courir > couru, asseoir > assis...).
13.1.2. Die Veränderlichkeit des Participe passé
Schau dir folgenden Text an. Die Zahlen beziehen sich auf die nachfolgenden Regeln:
« Hier, Sophie n’a pas fait (1) les devoirs. Elle est allée (2) avec ses copines à la piscine où elle a
rencontré (1) d’autres copains de classe. Ils ont parlé (1) et rigolé (1) beaucoup. Ils sont entrés (2) dans l’eau, et Laura, une copine, a écouté (1) des disques qu’elle avait apportés (3). »
Grundregel:
1) In den mit avoir gebildeten zusammengesetzten Zeiten bleibt das Participe passé unverändert.
Beispiele: j’ai fait, j’aurais regardé, elle avait promis, nous aurons appris…
2) In den mit être gebildeten zusammengesetzten Zeiten richtet sich das Participe passé wie
ein Adjektiv in Zahl und Geschlecht nach dem Subjekt. Bei weiblich Singular wird ein -e,
bei männlich Plural ein -s und bei weiblich Plural ein -es angehängt. Endet das Partizip
schon auf -s, wird in der männlichen Pluralform kein weiteres -s mehr angehängt.
Beispiele: elle est allée, nous sommes sortis, elles seront retournées, ils se seraient assis
(endet schon auf -s)…
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Erweiterte Regel:
3) Geht dem mit avoir verbundenen Participe passé ein direktes Objekt voraus (in obigem
Text: des disques qu’elle avait…), wird das Participe passé an dieses Objekt angeglichen.
Dieses direkte Objekt kann
a) in Form eines direkten Objektpronomens vorangehen:
Tu as vu les photos? - Oui, je les ai vues. (les = les photos, f/pl)
Ils avaient apporté les livres ? - Oui, ils les avaient apportés. (les = les livres, m/pl)
Il a rencontré Sophie ? - Oui, il l’a rencontrée. (l’ = Sophie, f/sg)
Dies gilt auch für die reflexiven Verben. Das Reflexivpronomen ist direktes Objekt,
wenn nach dem Verb kein direktes Objekt mehr folgt.
Elle s’est lavée.  Kein direktes Objekt folgt.
Elle s’est lavé les mains.  Das direkte Objekt folgt (les mains).
Ils se sont préparés.  Kein direktes Objekt folgt.
Ils se sont préparé un sandwich.  Das direkte Objekt folgt (un sandwich).
b) in Form des Fragewortes „quel“ oder „combien“ vorangehen:
Quels anoraks est-ce que tu as trouvés dans ce magasin ?
Quelle fille as-tu invitée pour ton anniversaire ?
Combien d’oranges a-t-elle mises dans son chariot ?
c) in Form des Relativpronomens „que“ vorangehen:
Où sont les photos que tu as faites ?
Je cherche les cd que tu as achetés hier.
Anmerkung:
Es stellt sich die Frage, ob man es als Fehler werten sollte, wenn ein Schüler das Partizip in den
Fällen unter Punkt 3) nicht verändert, da selbst der französische Staatspräsident Jacques Chirac
seinerzeit in einer Rede von „les fautes que nous avons fait (eigentlich: faites) et les mesures que
nous avons pris (eigentlich: prises)“ gesprochen hat.
107
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13.2.
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Das Gérondif
Das Gérondif ist eine nichtkonjugierte und somit von der Konjugation unabhängige Verbform,
die dazu dient, Sätze elegant und vor allem bequem zu verkürzen. Es kommt im mündlichen sowie
im schriftlichen Sprachgebrauch vor.
Aufgrund der Tatsache, dass das Gérondif nicht konjugiert wird, muss die Zeitenfolge (s. Kapitel
10.11.3) im Satz nicht beachtet werden, was eine erhebliche Vereinfachung beim Schreiben und
Sprechen darstellt, vor allem für ungeübte Sprecher.
13.2.1. Die Bildung des Gérondif
Das Gérondif wird gebildet aus dem Stamm der 1. Person Plural Indikativ Präsens und der Endung -ant. Davor wird die Präposition en gesetzt.
Beispiele: faire  nous fais|ons  en faisant; aller  nous all|ons  en allant; voir  nous
voy|ons  en voyant usw.
Es gibt nur drei Verben, die ein unregelmäßiges Gérondif besitzen:
-
être: en étant;
-
avoir: en ayant [ãnjã];
-
savoir: en sachant.
Die Verneinung umklammert das Gérondif ohne das „en“: en ne regardant pas, en ne voyant
plus…
Objekt- oder Adverbialpronomen stehen direkt vor dem Gérondif, innerhalb der Verneinung: en
le regardant, en les appelant, en y pensant, en n’y songeant pas, en n’en parlant jamais…
13.2.2. Der Gebrauch des Gérondif
Da das Gérondif als nichtkonjugierte Form zeitenunabhängig ist, vereinfacht es die Konstruktion
von Sätzen ungemein. Es kann folgende Arten von Sätzen verkürzen, sofern Haupt- und Nebensatz dasselbe Subjekt haben:
a) Temporalsätze (immer wenn, als, sobald…)
Quand je rentre à la maison, j’allume la télé.  En rentrant à la maison, j’allume la télé.
Pendant que je fais les devoirs, j’écoute de la musique.  En faisant mes devoirs, j’écoute
de la musique.
Dès que tu reviendras, tu me téléphoneras, d’accord ?  Tu me téléphoneras en revenant,
d’accord ?
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Quand je sors de la maison, il pleut.  Ø (zwei verschiedene Subjekte)
b) Modalsätze (folgendermaßen, indem, so…)
Elle apprend de la façon suivante : elle écrit le vocabulaire cinq fois.  Elle travaille en
écrivant le vocabulaire cinq fois.
Nous mangeons comme cela : nous attendons que chacun soit rentré.  Nous mangeons
en attendant que chacun soit rentré.
c) Konditionalsätze (wenn, falls…)
Si tu prends la voiture, tu roules moins confortablement.  En prenant la voiture, tu
roules moins confortablement.
Elle appellera si elle a le temps.  Elle appellera en ayant le temps.
d) Konzessivsätze (obwohl, obgleich…)
Bei Konzessivsätzen wird das Gérondif um ein vorangestelltes tout erweitert.
Bien qu’elle n’ait pas raison, elle insiste.  Elle insiste tout en n’ayant pas raison.
Tu es malade quoique tu te soignes beaucoup.  Tu es malade tout en te soignant beaucoup.
13.3.
Das Participe présent
Ebenfalls wie das Gérondif ist das Participe présent eine nichtkonjugierte und somit von der Konjugation unabhängige Verbform, die dazu dient, Sätze elegant und vor allem bequem zu verkürzen. Im Gegensatz zum Gérondif kommt es fast ausschließlich in der geschriebenen Sprache vor.
Das Participe présent kann als Verb (s. Kapitel 13.3.2), als Adjektiv (l’adjectif verbal, s. Kapitel
13.3.3) oder als Substantiv (s. Kapitel 13.3.4) benutzt werden.
13.3.1. Die Bildung des Participe présent
Das Participe présent wird genauso gebildet wie das Gérondif (s. Kapitel 13.2.1), allerdings fehlt
die vorangehende Präposition en (regardant, préférant, se rendant usw.).
Auch hier gibt es drei Verben, die unregelmäßig sind, nämlich
-
être: étant;
-
avoir: ayant [jã];
-
savoir: sachant.
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Die Verneinung umklammert das Participe présent: ne regardant pas, ne voyant plus…
Wird das Participe présent als Adjectif verbal benutzt, steht vor diesem nur der zweite Teil der
Verneinung, und das ne fällt weg (s. Kapitel 13.3.3).
Objekt- oder Adverbialpronomen stehen direkt vor dem Participe présent, innerhalb der Verneinung: le regardant, les appelant, y pensant, n’y songeant pas, n’en parlant jamais…
13.3.2. Der Gebrauch des Participe présent als Verb
Ein als Verb gebrauchtes Participe présent ist unveränderlich.
Für die Schule wichtige Gebrauchssituationen des Participe présent als Verb sind die Verkürzung
folgender Sätze:
a) Relativsätze
Jean, qui habite à Paris, connaît bien la ville.  Jean, habitant à Paris, connaît bien la
ville.
Je cherche la bouteille qui contient un litre d’eau déminéralisée.  Je cherche la bouteille
contenant un litre d’eau déminéralisée.
b) Kausalsätze (da, weil)
Il ne peut plus conduire parce qu’il a trop bu.  Il ne peut plus conduire ayant trop bu.
c) Konzessivsätze (obwohl, obgleich)
Bien qu’il soit malade, il va au collège.  Bien qu’étant malade, il va au collège.
Anmerkung:
Ist eindeutig eine Vorzeitigkeit gegeben, so wird ayant bzw. étant plus Participe passé benutzt
(siehe Fall b):
Comme il a trop bu, il ne peut plus conduire.  Ayant trop bu, il ne peut plus conduire.
Die einfache Form des Participe présent würde in diesem Fall die Gleichzeitigkeit beschreiben:
Buvant trop, il ne peut plus conduire.  Il ne peut plus conduire parce qu’il boit trop.
13.3.3. Der Gebrauch des Participe présent als Adjektiv (l’adjectif verbal)
Als Adjektiv richtet sich das Participe présent in Geschlecht und Zahl nach dem dazugehörigen
Substantiv.
Beispiele:
Le film est intéressant. Cette activité est fatigante. Les numéros gagnants sont le 3 et le 7.
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Wird das Adjectif verbal verneint, entfällt ne, und der zweite Teil der Verneinung steht vor dem
Adjectif verbal: un livre pas intéressant, une question jamais provocante…
Das Adjectif verbal einiger Verben unterscheidet sich in der Schreibung von ihrem Participe
présent.
Infinitiv
Participe présent
Adjectif verbal
exceller (überragen)
excellant
excellent(e)
précéder (vorangehen)
précédant
précédent(e)
fatiguer (ermüden)
fatiguant
fatigant(e)
provoquer (provozieren, hervorrufen)
provoquant
provocant(e)
Achtung:
Ein deutsches Partizip Präsens kann i. d. R. nicht mit einem französischen Participe présent
übersetzt werden:
das lachende Mädchen > la fille qui rit
der fliegende Vogel > l’oiseau qui vole/l’oiseau en l’air
13.3.4. Der Gebrauch des Participe présent als Substantiv
Ein als Substantiv gebrauchtes Participe présent wird wie ein normales Substantiv angeglichen.
Les débutants se rencontrent cet après-midi. Les enseignantes de cet établissement sont très
gentilles.
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14.
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Das Passiv
Betrachten wir folgende Sätze:
Der Museumsdirektor eröffnet die Ausstellung.
Die Ausstellung wird vom Museumsdirektor eröffnet.
Die beiden Sätze drücken dasselbe aus, allerdings ist der erste im Aktiv formuliert („jemand
macht aktiv etwas“), der zweite im Passiv („etwas wird gemacht“). Dieser unterschiedliche Aspekt
ist auch im Französischen möglich, wie folgende Sätze zeigen:
Le directeur du musée inaugure l’exposition.
L’exposition est inaugurée par le directeur du musée.
14.1.
Umwandlung von Aktivsätzen in Passivsätze
Schauen wir uns einmal einfache französische Aktivsätze und ihre passivischen Entsprechungen
an:
Jean
ouvre
la porte.
La porte
est ouverte
par Jean.
La fille
a cherché
l’anorak.
L’anorak
a été cherché
par la fille.
Man erkennt direkt zwei wichtige Grundregeln für den Übergang vom Aktiv zum Passiv: Das Subjekt des Aktivsatzes wird das Objekt des Passivsatzes und umgekehrt. Der Urheber der Handlung
wird mit „par“ angeschlossen. Außerdem ist das Verb „être“ immer dabei.
Welche Zeit muss nun aber für „être“ benutzt werden? Ein Vergleich beider Sätze zeigt: „Être“
steht in der Zeit, die das Verb im Aktivsatz hatte. Das Verb des Aktivsatzes wird dann in der Form
des Participe passé dahintergesetzt.
Beispiele:
La ville construira de nouvelles maisons.  Verb construire (somit être) steht im futur simple
 De nouvelles maisons seront construites par la ville. (construites, da das Subjekt „de nouvelles
maisons“ weiblich Plural ist)
L’homme l’avait attendue pendant trois heures.  Verb attendre im plus-que-parfait
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 Elle avait été attendue pendant trois heures par l’homme. (attendue, da das Subjekt „elle“
weiblich Singular ist)
Regel für die Bildung des Passivs:
-
Das Passiv wird gebildet aus einer Zeit von être und dem Participe passé des Verbs aus
dem Aktivsatz.
-
Das Participe passé richtet sich wie in den mit être gebildeten zusammengesetzten Zeiten in Geschlecht und Anzahl nach dem Subjekt (s. auch Kapitel 13.1.2).
-
Das Objekt des Aktivsatzes wird das Subjekt des Passivsatzes und umgekehrt.
-
Der Urheber der Handlung (also derjenige, der sie ausführt), wird mit par angeschlossen. Es ist aber nicht zwingend erforderlich, dass ein Urheber angegeben wird.
-
Être steht in derselben Zeit wie das Verb im Aktivsatz.
Nur Verben, die ein direktes Objekt bei sich haben, können ein Passiv bilden. Avoir
kann kein Passiv bilden.
Das bedeutet, dass auch Verben, die im Deutschen kein Passiv bilden können, dies
im Französischen unter Umständen können und umgekehrt:
Er hat der Frau geholfen.  Die Frau wurde von ihm geholfen.
nicht möglich, da die Konstruktion „jemandem helfen“ lautet (kein direktes
Objekt)
Il a aidé la femme.  La femme a été aidée par lui.
möglich, da die Konstruktion „aider qn“ lautet (direktes Objekt)
Ich frage Peter.  Peter wird von mir gefragt.
möglich, da die Konstruktion „jemanden fragen“ lautet (direktes Objekt)
Je demande à Pierre.  Pierre est demandé par moi.
nicht möglich, da die Konstruktion „demander à qn“ lautet (kein direktes
Objekt)
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14.2.
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Ersatzformen für das Passiv
Das Passiv klingt für französische Ohren sehr schwerfällig und wird lang nicht so häufig gebraucht
wie z. B. im Deutschen. Stattdessen werden Ersatzformen gebraucht, die weniger schwer wirken
und dennoch dasselbe ausdrücken. Folgendes ist möglich:
a) Aktivsätze mit „on“
Diese Variante ist möglich, wenn im Passivsatz kein Urheber genannt wurde.
Les portables ont été interdits dans cet établissement.
 On a interdit les portables dans cet établissement.
Le nouveau gouvernement sera élu d’ici deux ans.
 On élira le nouveau gouvernement d’ici deux ans.
b) Reflexivkonstruktion mit „se“
Diese Konstruktion gibt es im Deutschen auch, z. B. in „Dieses Buch hat sich 2 Millionen
mal verkauft.“ oder „Das sagt sich so leicht.“. Im Französischen funktioniert das ebenso:
Cette boisson est bue très frais.  Cette boisson se boit très frais.
Cela ne se dit pas. (Das sagt man nicht.)
c) Konstruktionen mit „se faire“ + infinitif oder „se voir“ + infinitif
„Se faire“ gehört zum normalen, „se voir“ zum gehobeneren Sprachgebrauch.
Elle a été arrêtée par la police. 
Elle s’est fait arrêter par la police.
Elle s’est vue arrêter par la police.
Zu beachten ist, dass das Partizip von „faire“ in dieser Konstruktion nicht verändert wird.
Deutsche Passivsätze können mit einem unpersönlichen „es“ oder komplett ohne Subjekt eingeleitet werden. Dieses „es“ bezeichnet keine Person und keine Sache, sondern
hat nur die Funktion eines Platzhalter-Subjekts, damit der Satz grammatikalisch korrekt ist. Vgl. folgende Beispiele:
Es wurde viel gelacht.  unpersönlich, „es“ ist keine Person und keine Sache
Hier wird nicht geredet!  unpersönlich
Es ist ein rotes Auto.  persönlich, „es“ = das Auto
Diese unpersönliche Passivkonstruktion ist im Französischen nicht möglich; stattdessen muss auf „on“ und die Aktivkonstruktion zurückgegriffen werden:
Es wurde viel gelacht.  On a beaucoup ri.
Hier wird nicht getanzt!  Ici, on ne danse pas!
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15.
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Pronomen
Pronomen stehen, wie der Name schon sagt, anstelle eines Nomens (pro = für, nomen = Namenwort). Es gibt verschiedene Arten von Pronomen, vgl. dazu folgende Sätze:
Pierre (=Subjekt) regarde la télé.  Il (=Pierre, Subjektpronomen) regarde la télé.
J’ai vu Paul (=direktes Objekt).  Je l’(=Paul, direktes Objektpronomen) ai vu.
Je vais à Paris (=Adverbialbestimmung des Ortes).  J’y (=à Paris, Adverbialpronomen) vais.
15.1.
Stellung von Pronomen
Regel:
Alle Pronomen stehen immer vor dem konjugierten Verb. Ist ein Infinitiv im Satz, so stehen sie
vor dem Infinitiv (außer: Subjektpronomen, da diese immer vor dem konjugierten Verb stehen).
Beispiele:
Je cherche Marie.  Je la cherche.
Elle a parlé à M. Muller.  Elle lui a parlé.
Nous avons montré le film à nos voisins.  Nous le leur avons montré.
Elle va regarder le film seule.  Elle va le regarder seule. (nicht: *Elle le va regarder seule.)
Nous pouvons acheter la BD.  Nous pouvons l’acheter. (nicht: *Nous la pouvons acheter.)
15.2.
Die Subjektpronomen
15.2.1. Die verbundenen Subjektpronomen
Die verbundenen Subjektpronomen sind immer mit einem Verb verbunden und können nicht
alleine stehen. Sie antworten auf die Frage „Qui est-ce qui?“ (=Wer?).
Die verbundenen Subjektpronomen lauten je (wird vor Vokal und stummem h- zu j’), tu, il, elle,
nous, vous, ils, elles.
Beispiele:
Je regarde la télé, tu fais les devoirs, il lave les assiettes, elle écoute la radio.
Nous jouons dans le jardin.
Qu’est-ce que vous faites ?
Ils sont là. Elles n’attendent plus.
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15.2.2. Die unverbundenen Subjektpronomen
Die unverbundenen Subjektpronomen können alleine, ohne Verb benutzt werden. Sie lauten moi,
toi, lui, elle, nous, vous, eux, elles.
Sie werden benutzt
-
in Kurzantworten ohne Verb: Qui n’a pas fait les devoirs ? - Moi.
-
zur Verstärkung der verbundenen Subjektpronomen (im Deutschen wird dies durch eine
stärkere Betonung des Pronomens ausgedrückt): Lui, il n’habite plus à Marseille. Er
(betont) wohnt nicht mehr in Marseille.; Moi, je m’appelle Louise, et elle, elle s’appelle
Marie. Ich heiße Louise und sie heißt Marie.
15.3.
nach Präpositionen: Je l’ai fait pour toi. Elle n’y va pas sans lui.
Die Objektpronomen
15.3.1. Unterscheidung von direkten und indirekten Objekten
Im Französischen spricht man von direkten und indirekten Objekten; diese entsprechen sehr oft
(aber nicht immer) dem deutschen Akkusativ- bzw. Dativobjekt.
Ein eindeutiges Zeichen, ob es sich im Französischen um ein direktes oder um ein indirektes Objekt handelt, liefert folgende Vorgehensweise:
Steht zwischen dem Verb und dem Objekt keine Präposition, d. h. steht das Objekt direkt beim
Verb, so ist es ein direktes Objekt. Ist das Objekt durch eine Präposition (meistens à) vom Verb
getrennt, d. h. steht es nicht direkt (= indirekt) beim Verb, ist es ein indirektes Objekt. (Zur Unterscheidung der einzelnen Satzglieder wie Subjekt und Objekt s. Kapitel 17.2.).
Beispiele:
parler à qn  à qn: indirektes Objekt
demander qc à qn  qc: direktes Objekt, à qn: indirektes Objekt
faire qc  qc: direktes Objekt
Anmerkung:
Alle Objekte, die mit einer Präposition (à, de, sous, sans, avec, pour, sur usw.) an das Verb angeschlossen sind, heißen indirekte Objekte. Allerdings können nur die mit à durch die indirekten
Objektpronomen ersetzt werden.
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15.3.2. Die direkten Objektpronomen
Die direkten Objektpronomen ersetzen direkte Objekte. Sie lauten: me, te, le/la8, nous, vous, les.
Beispiele:
Je fais mes devoirs.  faire qc  Je les fais.
Elle regarde la télé.  regarder qc  Elle la regarde.
J’ai vu Jean dans la rue.  voir qn  Je l’ai vu dans la rue.
Hinweis: Zur Stellung von Pronomen im Satz siehe Kapitel 15.1.
15.3.3. Die indirekten Objektpronomen
Die indirekten Objektpronomen ersetzen indirekte Objekte mit à. Sie lauten: me, te9, lui, nous,
vous, leur.
Beispiele:
Elle parle à son professeur.  parler à qn  Elle lui parle.
Je vais offrir un cadeau à mon père.  offrir qc à qn  Je vais lui offrir un cadeau.
Hinweis : Zur Stellung von Pronomen im Satz siehe Kapitel 15.1.
15.4.
Die Reflexivpronomen
„Reflexiv“ bedeutet „rückbezüglich“. Reflexivpronomen beziehen sich immer auf das Subjekt des
Verbs. Sie stimmen mit diesem in Person und Zahl überein.
Die Reflexivpronomen lauten me, te, se, nous, vous, se 10.
Verben, die ein solches Pronomen mit sich führen, heißen reflexive Verben. Im Infinitiv kennzeichnen sie sich durch das Vorhandensein des Reflexivpronomens se: se laver, se lever, se détendre, se marier, s’occuper usw.
Beispiele:
Je me lave. - Il s’occupe d’animaux malades. - Elle s’est longtemps détendue 11.
me, te, le und la werden vor Vokal und stummem h- zu m’, t’ und l’.
s. Fußnote 8
10 s. Fußnote 8
11 Zur Angleichung des Participe passé siehe Kapitel 13.1.2.
8
9
117
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15.5.
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Die Reziprokpronomen
Was ist denn das für ein komischer Begriff? Sicher können die meisten damit wenig bis gar nichts
anfangen. Dabei ist die Bedeutung dieser Pronomen schnell erklärt. Sie ähneln Reflexivpronomen, allerdings beziehen Reziprokpronomen sich immer auf mindestens zwei Parteien, die sich
gegenseitig etwas tun. Und „gegenseitig“ ist eigentlich auch die Bedeutung des Wortes „reziprok“. Statt „gegenseitig“ kann man auch „einander“ benutzen.
„Gegenseitig“ wird im Französischen mit „l’un(e) l’autre“ übersetzt, wie z. B.:
Die beiden Jungs helfen sich gegenseitig.  Les deux garçons s’aident l’un l’autre.
Die beiden Mädchen trösten sich gegenseitig.  Les deux filles se consolent l’une l’autre.
Die Verben „aider“ und „consoler“ besitzen keine Präposition, sondern haben ein direktes Objekt
(aider/consoler qn). Ist das Objekt allerdings durch eine Präposition an das Verb angeschlossen,
muss diese Präposition auch bei „l’un l’autre“ vorkommen:
penser à qn  Die beiden denken aneinander.  Les deux pensent l’un(e) à l’autre.
parler de qn  Die beiden sprechen voneinander.  Les deux parlent l’un(e) de l’autre.
compter sur qn  Die beiden können aufeinander zählen.  Les deux peuvent compter l’un
sur l’autre.
Es fällt sicher auf, dass in allen Beispielsätzen bis jetzt immer nur von zwei Personen die Rede
war. Diese Konstruktion gibt es natürlich auch für mehr als zwei Personen (oder Sachen), allerdings wird der Ausdruck dann in den Plural gesetzt: les uns les autres / les unes les autres.
Beispiele:
tuer qn  Die Soldaten bringen sich gegenseitig um.  Les soldats se tuent les uns les autres.
lutter contre qn  Es gibt viele Tiere, die gegeneinander kämpfen.  Il y a beaucoup d’animaux
qui luttent les uns contre les autres.
parler à qn  Die Vertreterinnen dieser Firmen sprechen miteinander.  Les représentantes de
ces entreprises parlent les unes aux autres.
15.6.
Die Adverbialpronomen en und y
15.6.1. Das Adverbialpronomen en
Das Adverbialpronomen en ersetzt Satzteile, die
-
mit „de“ angeschlossen sind und Sachen bzw. Dinge bezeichnen (1).
-
mit einem Zahlwort stehen, wobei das Zahlwort erhalten bleibt (2).
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Zu (1):
Beispiele:
Je me souviens de mes vacances.  Je m’en souviens.
Elle est descendue de l’avion.  Elle en est descendue.
Zu (2):
Beispiele:
Dans le frigo, il y a quatre œufs.  Dans le frigo, il y en a quatre. (… vier davon.)
Moi, j’ai bu un café, et elle, elle a bu trois cafés.  Moi, j’ai bu un café, et elle, elle en a bu trois.
(… drei davon.)
Bezeichnet der Satzteil eine Person, so wird „de“ in Verbindung mit dem unverbundenen Subjektpronomen (s. 15.2.2) benutzt:
Il parle souvent de sa grand-mère.  Il parle souvent d’elle.
Juliette est amoureuse de son voisin.  Elle est amoureuse de lui.
Das kommt auf den ersten Blick kompliziert und unlogisch vor, jedoch ist es im
Deutschen ganz genau so: Bezeichnet der Satzteil eine Sache, benutzen wir davon/darüber, ansonsten kombinieren wir von/über und ein Pronomen.
Sie erzählt von ihren Ferien.  Sie erzählt davon.
Elle parle de ses vacances.  Elle en parle.
Sie erzählt von ihrem Freund.  Sie erzählt davon von ihm.
Elle parle de son copain.  Elle en parle de lui.
15.6.2. Das Adverbialpronomen y
Das Adverbialpronomen y ersetzt Satzteile, die mit einer Ortspräposition angeschlossen sind, die
nicht „de“ ist, und die Sachen bzw. Dinge bezeichnen. Beispiele für solche Ortspräpositionen
sind à, dans, sur, en, sous, derrière, devant, à côté de usw.
Beispiele:
Mon chien est derrière la maison.  Il y est.
Elle a posé le livre sur la table.  Elle y a posé le livre.
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Anmerkung:
Die Ortspräposition muss in einem Satz nicht zwingend einen Ort bezeichnen, um durch y ersetzt
werden zu können. Es genügt, wenn sie allgemein der Gruppe der Ortspräpositionen zugeordnet
werden kann.
Beispiele:
Nous pensons à nos vacances.  Nous y pensons. (à bezeichnet hier keinen Ort, kann aber
prinzipiell eine Ortspräposition sein)
Bezeichnet der Satzteil eine Person, so wird die jeweilige Präposition in Verbindung
mit dem unverbundenen Subjektpronomen (s. 15.2.2) benutzt:
Elle pense souvent à son copain.  Elle pense souvent à lui.
Nous nous sommes adressés à notre prof.  Nous nous sommes adressés à elle.
Wie erkenne ich, ob ein indirektes Objektpronomen (s. Kapitel 15.3.3) oder „y“
zum Ersetzen benutzt werden muss?
Die Präposition „à“ kann zwei Arten von Objekten bezeichnen:
-
ein indirektes Objekt (demander à qn, teléphoner à qn…) ;
-
ein präpositionales Objekt (penser à, renoncer à…).
Ersteres wird durch indirekte Objektpronomen ersetzt (Il demande à sa sœur.
 Il lui demande.), das zweite muss durch „y“ (für Sachen) bzw. „à“ + unverbundenes Subjektpronomen (für Personen) ersetzt werden (Il pense à sa sœur.  Il
pense à elle.).
Glücklicherweise gibt es nur 9 Verben bzw. verbale Ausdrücke, bei denen „à“ kein
indirektes Objekt bezeichnet. Diese sind:
avoir affaire à qn/qc (es mit jdm/etw zu tun haben), faire attention à qn/qc (auf
etw/jdn achten), prendre garde à qn/qc (auf jdn/etw aufpassen), penser à qn/qc
(an jdn/etw denken), recourir à qn/qc (auf jdn/etw zurückgreifen), renoncer à
qn/qc (auf jdn/etw verzichten), rêver à qn/qc (sich jdn/etw bildlich vorstellen),
songer à qn/qc (an jdn/etw denken) und tenir à qc (Wert auf etw legen).
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15.7.
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Kombinationen von mehreren Pronomen
Werden mehrere Objekte im Satz ersetzt, so werden mehrere Pronomen folgendermaßen miteinander kombiniert:
me
te
le
se
la
nous
les
lui
leur
y
en
vous
Diese Kombination ist
nicht möglich.
Beispiele:
Je donne le livre à mes parents.  Je le leur donne.
Elle a payé l’argent à son frère.  Elle le lui a payé.
Elle a parlé de ses vacances à Sophie.  Elle lui en a parlé.
Anmerkung:
Die Kombination „me/te/se/nous/vous“ in Verbindung mit „lui/leur“ ist nicht möglich. Es müssen die unverbundenen Subjektpronomen (s. Kapitel 15.2.2) mit einer Präposition benutzt werden.
Folgender Satz kann also z. B. nicht wörtlich übersetzt werden:
Er hat sich ihm vorgestellt.  Il se lui est présenté. Il s’est présenté à lui.
Auch zwei Pronomen der gleichen Spalte können nicht kombiniert werden:
Er hat sich mir vorgestellt.  Il se m’est présenté. Il s’est présenté à moi.
15.8.
Die Possessivpronomen
Die Possessivpronomen werden benutzt, um Besitzverhältnisse auszudrücken, ohne den Besitz
ausdrücklich zu nennen. Wie alle Pronomen steht es nicht mit, sondern für ein Nomen. Vergleiche
im Deutschen:
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Hier ist dein Auto, und da ist meins (= mein Auto).
dein Auto: „dein“ = Possessivbegleiter zu „Auto“
meins: Possessivpronomen für „mein Auto“
Wir haben unsere Probleme, und ihr habt eure (= eure Probleme).
unsere Probleme: „unsere“ = Possessivbegleiter zu „Probleme“
eure: Possessivpronomen zu „eure Probleme“
Im Französischen lauten die Possessivpronomen wie folgt:
Besitzer
Besitz
ein Besitz
mehrere Besitze
1. Person Singular
le mien/la mienne
les miens/miennes
2. Person Singular
le tien/la tienne
les tiens/tiennes
3. Person Singular
le sien/la sienne
les siens/siennes
1. Person Plural
le/la nôtre
les nôtres
2. Person Plural
le/la vôtre
les vôtres
3. Person Plural
le/la leur
les leurs
Beispiele:
Moi, je prends ma voiture, et toi, tu prends la tienne (= ta voiture).
On prend un verre de votre vin ? - Non, moi, je préfère le vôtre. (= votre vin)
Tu as vu la nouvelle maison des Garnier ? La leur (= leur maison) est beaucoup plus belle que la
nôtre (= notre maison) !
15.9.
Die Demonstrativpronomen
Die Demonstrativpronomen weisen näher und bestimmter auf eine Sache oder eine Person hin.
Sie lauten
Singular
Plural
maskulin
celui
ceux
feminin
celle
celles
Die Demonstrativpronomen können nicht alleine stehen, sondern brauchen eine Ergänzung
aus der folgenden Liste:
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a) in Form von -ci oder -là
J’aime ces cd-ci, mais tu préfères ceux-là. Ich mag diese CDs hier, aber du hast jene da
lieber.
b) in Form eines Nebensatzes, der mit einem Relativpronomen oder einem Participe présent
eingeleitet wird:
Ceux qui ont une bonne note… Diejenigen, die eine gute Note haben…
Celle dont tu parles… Diejenige, von der du sprichst…
Celui ayant terminé l’exercice peut rentrer à la maison. Wer die Übung fertig hat, kann
nach Hause gehen.
c) in Form einer näheren Erklärung mit Präposition
Tu vois la fille là ? Celle aux cheveux blonds ? Siehst du das Mädchen da? Die mit den
blonden Haaren?
Je parle de Paul - C’est celui sans anorak ? Ich spreche von Paul. - Ist das der ohne Jacke?
15.10. Die Relativpronomen
15.10.1. Funktion von Relativpronomen
Relativpronomen dienen dazu, Personen oder Sachen in einem Satz durch Nebensätze genauer
zu beschreiben und weitere Informationen darüber zu geben. Am deutlichsten wird dies an einem
Beispiel:
Nadine ist ein Mädchen.
Die einzige Information über Nadine ist,
dass sie ein Mädchen ist.
Nadine ist ein Mädchen, das hübsch ist.
Weitere Information: Sie ist hübsch.
Nadine ist ein Mädchen, das hübsch ist und das Weitere Information: Sie hat zwei Brüder.
zwei Brüder hat.
Nadine ist ein Mädchen, das hübsch ist und das Weitere Information: Ich kenne die Freunzwei Brüder hat, deren Freundinnen ich kenne.
dinnen von Nadines beiden Brüdern.
Die fett gedruckten Wörter links sind Relativpronomen. Sie beziehen sich auf das Wort, das sie
näher erläutern, also im Falle des Relativpronomens „das“ auf Nadine, im Falle von „deren“ auf
die Brüder.
Relativpronomen leiten immer einen Nebensatz ein. So ist in dem Satz
Nadine ist ein Mädchen, das hübsch ist.
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der Teil „Nadine ist ein Mädchen“ der Hauptsatz, da er alleine stehen kann. Der Teil „das hübsch
ist“ ist ein Nebensatz, da er nicht alleine stehen kann.
Der Nebensatz kann den Hauptsatz auch unterbrechen:
Paul, der bis jetzt immer neutral war, hat zum ersten Mal Partei ergriffen.
Der Hauptsatz ist „Paul hat zum ersten Mal Partei ergriffen“, der Nebensatz ist „der bis jetzt immer neutral war“.
Relativpronomen können innerhalb des Nebensatzes verschiedene Funktionen einnehmen, wie
z. B. Subjekt, direktes Objekt, indirektes Objekt usw.
Beispiele:
J’ai une fille qui s’appelle Marie.
qui = Subjekt (Wer?)
Voilà le livre que j’ai acheté hier.
que = direktes Objekt (acheter qc)
C’est mon fils à qui j’ai offert une voiture.
à qui = indirektes Objekt mit à (offrir à qn)
J’ai vu un film dont je voudrais te parler.
dont = indirektes Objekt mit de (parler de qc)
Je cherche la maison où mon copain habite. où
= Ortsrelativpronomen
15.10.2. Das Relativpronomen „qui“
„Qui“ ist das Relativpronomen, das im von ihm eingeleiteten Nebensatz die Funktion des Subjekts
hat. Es kann Personen und Sachen vertreten.
Nach „qui“ steht immer direkt das Verb (mit evtl. Objektpronomen); daran erkennt man, dass es
Subjekt ist.
J’ai un prof. Il est très gentil.
 J’ai un prof qui est très gentil.
Hauptsatz
Nebensatz (Subjekt: qui)
Elle connaît une femme. Cette femme parle français, italien et espagnol.
 Elle connaît une femme qui parle français, italien et espagnol.
Hauptsatz
Nebensatz/Relativsatz (Subjekt: qui)
C’est vous ? Vous avez fait cette photo ?
 C’est vous qui avez fait cette photo ?
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Qui wird nie apostrophiert:
Elle a un chat qui a 16 ans.
Das Verb im Relativsatz richtet sich immer nach dem Element, auf das „qui“ sich bezieht:
C’est moi qui ai vu l’accident. C’est nous qui avons fait ce travail.
15.10.3. Das Relativpronomen „que“
„Que“ ist das Relativpronomen, das im von ihm eingeleiteten Nebensatz die Funktion des direkten
Objekts hat, d. h. es muss in dem Satz ein anderes Wort geben, das Subjekt ist. „Que“ kann Personen und Sachen vertreten.
Nach „que“ steht in der Regel nie ein Verb, sondern immer ein Nomen, das Subjekt des Nebensatzes ist.
J’ai un prof. Tu connais aussi ce prof.
 J’ai un prof que tu connais aussi.
Objekt Subjekt
des Relativsatzes
Hier, j’ai rencontré Marie. Je connais Marie depuis longtemps.
 Hier, j’ai rencontré Marie que je connais depuis longtemps.
Objekt Subjekt
des Relativsatzes
Que wird vor Vokal und stummem h apostrophiert:
Elle a un chat qu’elle a acheté il y a longtemps.
15.10.4. „Qui“ oder „que“?
Wie kann man nun recht schnell erkennen, ob man „qui“ oder „que“ benutzen muss?
Die Faustregel ist, dass der Gebrauch von „qui“ und „que“ von dem Wort abhängt, das danach
folgt.
Folgt danach ein Verb, bedeutet das, dass das Subjekt fehlt; also wird „qui“ benutzt.
Folgt danach das Subjekt(pronomen), wird „que“ benutzt.
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Beispiele:
C’est la maison que/qui ? mon père a achetée hier.
 Da nach dem Relativpronomen ein Subjekt folgt (Wer hat das Haus gekauft?  Mein Vater.),
kann es nur „que“ sein: C’est la maison que mon père a achetée hier.
Ce sont les copains que/qui ? vous ont invités à la fête.
 Da nach dem Relativpronomen ein Objektpronomen und dann das Verb folgt (ein Subjekt also
fehlt), muss „qui“ benutzt werden: Ce sont les copains qui vous ont invités à la fête.
Nous und vous können ja Subjektpronomen (ihr) und direktes und indirektes Objektpronomen (euch) sein (s. Kapitel 15.3). Wie erkenne ich das?
Man erkennt dies an dem Verb, das auf das „nous“ bzw. „vous“ folgt.
Wenn „nous/vous“ Subjekt ist, dann muss das Verb in der ersten bzw. zweiten Person Plural stehen (nous- bzw. vous-Form), da sich ein Verb immer nach dem Subjekt richtet; in dem Fall wird „que“ benutzt.
Wenn „nous/vous“ Objekt ist, dann steht das Verb nicht in der ersten bzw. zweiten
Person Plural; in dem Fall wird „qui“ benutzt.
Beispiele:
J’ai beaucoup de copains _____ vous connaissent aussi.
 Verb passt in der Person nicht zu vous
 qui
(Ich habe viele Freunde, die euch auch kennen.)
J’ai beaucoup de copains _____ vous connaissez aussi.
 Verb passt in der Person zu vous
 que
(Ich habe viele Freunde, die ihr auch kennt.)
C’est la fille _____ nous avons connue hier.
 Verb passt in der Person zu nous
 que
(Das ist das Mädchen, das wir gestern kennen gelernt haben.)
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15.10.5. Das Relativpronomen „où“
„Où“ ist das Relativpronomen, das im Nebensatz Zeit- und Ortsangaben vertritt.
Beispiele:
Je connais une ville. Il y a beaucoup de musées dans cette ville.
 Je connais une ville où il y a beaucoup de musées.
Je me souviens de la semaine du 1er mai. Il a fait très froid dans cette semaine-là.
 Je me souviens de la semaine du 1er mai où il a fait très froid.
15.10.6. Die Relativpronomen „Präposition + lequel/qui“ und „dont“
Bildung:
Das Pronomen „lequel“ richtet sich in Geschlecht und Anzahl nach dem Nomen, auf das es sich
bezieht. Die Formen lauten:
Singular
Plural
männlich
lequel
lesquels
weiblich
laquelle
lesquelles
Trifft das Pronomen „lequel“ mit der Präposition „à“ oder „de“ zusammen, so verhält es sich wie
der bestimmte Artikel (s. Kapitel 5.2), d. h. „à“ und „de“ verschmelzen mit dem Pronomen:
à/de +
Singular
Plural
männlich
auquel / duquel
auxquels / desquels
weiblich
à laquelle / de laquelle
auxquelles / desquelles
Die Relativpronomen „lequel“ und „dont“ werden benutzt, wenn der Nebensatz von einem Ausdruck abhängt, der eine Präposition enthält, wie z. B. Verben oder unpersönliche Ausdrücke (im
Falle von dont kann das nur die Präposition „de“ sein [s. u.]).
Beispiele:
Elle rencontre Tim. Elle est très amoureuse de Tim. ( être amoureux de qn)
 Elle rencontre Tim duquel (= de + lequel) elle est très amoureuse.
Ils ont une maison en France. Ils pensent souvent à cette maison. ( penser à qc)
 Ils ont une maison en France à laquelle ils pensent souvent.
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Weitere Kombinationsmöglichkeiten:
Elle regarde les gens parmi lesquels il y a un criminel. ( il y a un criminel parmi les gens)
Voilà les amis avec lesquels je suis parti en vacances. ( partir en vacances avec qn)
Le portable, c’est une chose sans laquelle nous ne pourrions pas vivre. ( vivre sans qc)
Bei Personen wird normalerweise die Konstruktion Präposition + qui benutzt.
Voilà les amis avec qui je suis parti en vacances.
Allerdings ist qui in Verbindung mit entre und parmi nicht möglich.
Regarde les garçons entre qui entre lesquels Marie est assise.
Vertritt das Relativpronomen eine Ortsergänzung mit „de“, so benutzt man in der Regel „d’où“:
C’est la ville d’où il vient. (…aus der…/…von wo…)
C’est le pays d’où l’Allemagne importe beaucoup de produits. (…aus dem…/…von
wo…)
Dont kann i. d. R. immer dann benutzt werden, wenn eine Form von „lequel“ mit der Präposition
„de“ zusammentrifft:
C’est le film duquel/dont nous avons parlé beaucoup.
Où est la photo de laquelle/dont tu as fait des photocopies ?
Zum weiteren Gebrauch und zu Einschränkungen bei dont s. Kapitel 15.10.7.
15.10.7. Besonderheiten bei der Verwendung von „de + lequel“ und „dont“
Für die Kombination de + lequel und de + qui kann für Personen und Sachen in der Regel dont
benutzt werden. Der Vorteil ist, dass auch bei Sachen weder auf das Geschlecht noch die Anzahl
geachtet werden muss.
C’est le garçon duquel/de qui/dont tu parles ?
C’est la voiture de laquelle/dont tu parles ?
Ce sont les enfants desquels/de qui/dont du parles ?
Ce sont les maisons desquelles/dont tu parles ?
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Dies ist jedoch nicht möglich, wenn „de“ Bestandteil einer Präpositionalgruppe, d. h. in einem
Ausdruck enthalten ist, der andere Präpositionen enthält (z. B. à côté de, à gauche de, à droite de
usw.). In den folgenden Sätzen sind die Präpositionalgruppen unterstrichen:
Ce lac est très propre. Nous nous baignons dans l’eau de ce lac.
Tu vois la maison là ? Sur le toit de cette maison se promène une personne !
J’ai un nouvel ordinateur. Avec le clavier de mon ordinateur, on peut écrire très rapidement.
Weitere Präpositionalgruppen sind z. B. en face de, à droite/gauche de, à côté de, à cause de, endessous de, au-dessus de, à l’arrière de usw.
In solchen Fällen muss die Kombination „de + lequel“ benutzt werden. „Dont“ ist nicht möglich!
Die obigen Beispiele lauten mit Relativpronomen:
Le lac dans l’eau duquel nous nous baignons est très propre. (…in dessen Wasser…)
Tu vois la maison sur le toit de laquelle se promène une personne ? (…auf dessen Dach…)
J’ai un nouvel ordinateur avec le clavier duquel on peut écrire très rapidement. (…mit dessen
Tastatur…)
Weitere Beispiele:
Voilà une maison. Ma voiture se trouve à droite de cette maison.  Voilà une maison à droite
de laquelle se trouve ma voiture.
J’ai vu des films. J’ai mal dormi à cause de ces films.  J’ai vu des films à cause desquels j’ai
mal dormi.

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16.
Die Zahlen
16.1.
Die Grundzahlen
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Die Grundzahlen von 0 bis 19 lauten:
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
zéro
un
deux
trois
quatre
cinq
six
sept
huit
neuf
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
dix
onze
douze
treize
quatorze
quinze
seize
dix-sept dix-huit
dix-neuf
Die Zehner von 20 bis 100 lauten:
20
30
40
50
60
70
80
90
vingt
trente
quarante
cinquante
soixante
soixante-dix
quatre-vingts
quatre-vingtdix
Alle anderen großen Stufen lauten:
100: cent
1000: mille
1.000.000: un million
1.000.000.000: un milliard
1.000.000.000.000 : un billion usw.
Allgemeine Regeln:
-
Hinter zéro steht das Substantiv - anders als im Deutschen - im Singular:
Er hat null Ideen. Il a zéro idée.
Du hast null Fehler. Tu as zéro faute.
-
Ein Bindestrich steht immer zwischen Zehnern und Einern.
Ausnahme: Die Zahl un wird mit et und ohne Bindestrich angeschlossen, außer bei 81:
vingt et un, quarante et un; ABER: quatre-vingt-un. Dasselbe gilt für die Zahl onze bei 71:
soixante et onze.
-
Vor einem weiblichen Substantiv wird der Einer un zu une: 21 Rosen vingt et une roses.
-
Wie auf Deutsch werden die Zahlen aus verschiedenen Bestandteilen kombiniert. Vergleiche:
einhundert | tausend
| sieben | hundert
| sechsundsechzig
cent
| sept
| soixante-six
| mille
| cent
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-
-
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eine
| Million | sechs
| hundert
| tausend
| fünf | hundert
| zwölf
un
| million | six
| cent
| mille
| cinq | cent
| douze
Ein Plural-“s“ wird
~
an die Zahl 80 angehängt: quatre-vingts;
~
an volle Hunderter angehängt: deux cents, neuf cents; ABER: neuf cent deux (902)
~
an mille nie angehängt: deux mille, quatre mille huit cent trente (4830)
Die Zahlen von 70 bis 79 ergeben sich aus Addition von 60+10 bis 60+19: soixante-dix
(70), soixante et onze (71), soixante-dix-neuf (79).
-
Die Zahlen von 80 bis 99 ergeben sich aus der Rechnung 4x20 bis 4x20+19: quatre-vingtonze (4x20+11 = 91), quatre-vingt-dix-huit (4x20+18 = 98).
Anmerkung:
In der französischsprachigen Schweiz sowie in Belgien existieren für die Zahlen 70, 80 und 90
(und somit auch für 71, 72,…, 81, 82,…, 91, 92…) extra Zahlwörter: septante (70), octante/ huitante (80) und nonante (90); septante et un (71), octante-quatre (84), nonante-neuf (99). Diese
Zahlen sind in Frankreich jedoch nicht gebräuchlich.
Anmerkung:
Die runden Millionen, Milliarden usw. werden als Mengenbegriffe gesehen. Sie schließen das dazugehörige Nomen mit de an (s. auch Kapitel 6):
1.000.000 Autos: un million de voitures
1.200.000 Autos: un million deux cent mille voitures
7.000.000.000 Menschen: sept milliards de personnes
16.2.
Anwendungsbereiche der Grundzahlen
16.2.1. Datum und Jahresangaben
Im Deutschen benutzen wir zur Angabe des Datums die Ordnungszahlen: der erste November,
der dreizehnte September, der einunddreißigste Dezember usw. Im Französischen werden außer
beim ersten Tag des Monats die Grundzahlen verwendet:
le deux mai, le treize avril, le trente et un octobre usw.
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der erste (1.) Januar (Februar, März…) = le premier (1er) janvier (février, mars…)
Die Jahreszahlen werden wie im Deutschen mit den Grundzahlen angegeben. „Im Jahr“ wird mit
„en“ bzw. „en l’année“ übersetzt:
im Jahr 1945 = en (l’année) mille neuf cent quarante-cinq
im Jahr 2012 = en (l’année) deux mille douze usw.
16.2.2. Uhrzeit
moins … (minutes)
(et … minutes)
et quart
moins le quart
et demie
Erläuterung:
Der Ausdruck „Es ist… Uhr“ heißt auf Französisch „Il est… heure(s)“.
Der Ausdruck „Um wie viel Uhr…?“ heißt auf Französisch „À quelle heure…?“.
Der Ausdruck „um… Uhr“ heißt auf Französisch „à… heure(s)“.
a) Normale Angabe der Uhrzeit
Im Französischen werden zur Angabe der Stunden nur die Zahlen von 1 bis 12 benutzt. Bis
zur Minute 30 werden die Minuten zur aktuellen Stunde hinzugezählt, ab 31 werden sie
von der nächsten Stunde abgezogen.
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Beispiele:
Es ist drei Uhr.
Il est trois heures.
Es ist 16:30 Uhr.
Il est quatre heures et demie.
Il est quatre heures trente.
Il est quatre heures et trente minutes.
Es ist Viertel vor sechs.
Il est six heures moins le quart.
Zur Verdeutlichung können die Angaben „du matin“ (morgens), „de l’après-midi“ (nachmittags) bzw. „du soir“ hinzugefügt werden: Il est deux heures de l’après-midi. Es ist vierzehn Uhr.
Für „12 Uhr“ gibt es eigene Zeitangaben:
Il est midi.
Es ist Mittag.
Il est minuit. Es ist Mitternacht.
Midi ist männlich, also steht das folgende Adjektiv demi hier in der männlichen Form:
Il est midi et demi. Es ist halb eins.
b) Offizielle Angabe der Uhrzeit
Bei offiziellen Zeitangaben (Nachrichten, Bahnhof usw.) werden für die Stunden die Zahlen von 1 bis 24 benutzt.
Beispiele:
Der Zug kommt um 21:03 Uhr.
Le train arrive à vingt et une heures trente.
Das Spiel ist um 20:15 Uhr.
Le match est à vingt heures quinze.
Le match est à vingt heures et quinze minutes.
Die Minuten werden alle in der Regel zur aktuellen Stunde hinzugefügt: Es ist 22:45 Uhr.
Il est vingt-deux heures quarante-cinq.
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Für beide Arten der Zeitangabe gilt:
-
Die Angabe „Uhr“ bekommt bei „ein Uhr“ kein Plural-s: Il est une heure.
-
Werden die Minuten mit „et“ an die Stunden angehängt, so muss auch das Wort
„minute(s)“ benutzt werden: deux heures vingt oder deux heures et vingt minutes. Bei „moins“ kann das Wort „minute(s)“ hinzugefügt werden: deux heures
moins vingt (minutes)
-
Handelt es sich nur um eine Minute, so steht minute im Singular:
Es ist eine Minute nach elf. Il est onze heures et une minute.
-
Bei „21 Uhr“ steht der weibliche Begleiter „une“, da „heure“ weiblich ist:
Il est vingt et une heures. Es ist 21 Uhr.
16.2.3. Titel von Personen
Bei Titeln von Königen, Päpsten usw. werden im Gegensatz zum Deutschen die Grundzahlen und
nicht die Ordnungszahlen benutzt, außer bei „der erste“.
Papst Johannes Paul II.

le pape Jean Paul II (= deux)
Benedikt der XVI.

Benoît XVI (= seize)
Ludwig der XIV.

Louis XIV (= quatorze)
Juan Carlos I. von Spanien

Jean Charles Ier (= premier) d’Espagne
16.3.
Die Ordnungszahlen
Die Ordnungszahlen werden benutzt, um etwas in einer bestimmten Reihenfolge o. ä. anzugeben,
z. B. im Sport: „Der dritte Platz geht an Heinz Müller, der zweite an Heinz Meier und der erste an
Heinz Schmidt.“
Die französischen Ordnungszahlen werden gebildet, indem an die Grundzahl (s. Kapitel 16.1) die
Endung -ième angehängt wird.
Beispiele:
deux  deuxième, six  sixième, cent  centième, un million  un millionième usw.
Im Gegensatz zum Deutschen steht bei Ziffernschreibweise kein Punkt (der 1. März, der 21. Teilnehmer usw.), sondern es wird das letzte -e von „-ième“ klein danebengestellt: le 3e, la 22e usw.
Natürlich wird im Plural noch ein -s angehängt: die 15. Teilnehmer  les 15es participants.
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Ausnahmen:
-
Die Zahl 1 hat die Sonderformen le premier, la première. Ihre Ziffernschreibweise lautet
1er (männlich) bzw. 1ère (weiblich).
-
Für alle Zahlen, deren Einer die Zahl 1 ist, gilt die regelmäßige Bildung: der 21. le vingt et
~ te’ynim], der 10.001. le dix mille unième [… ynim].
unième [v
-
Endet die Grundzahl auf -e, fällt dieses bei der Bildung der Ordnungszahl weg: quatre 
quatrième, mille  millième usw.
-
Cinq erhält zusätzlich ein -u, da -q- im Wortinnern nicht alleine stehen kann: cinquième.
-
Neuf ändert (wegen der Aussprache) das -f zu -v: neuvième.
-
Für 2 gibt es neben deuxième noch die Formen le second, la seconde. Sie werden benutzt,
wenn es von einer Sache nicht mehr als zwei gibt. Die Ziffernschreibweise lautet 2 nd (männlich) und 2nde (weiblich).
Elle voyage en seconde classe. Sie reist in der zweiten Klasse.
la Seconde Guerre mondiale der Zweite Weltkrieg
16.4.
Die Bruchzahlen
Die Bruchzahlen wie ¼, ½ usw. werden gebildet mithilfe der Grund- und der Ordnungszahlen.
Im Zähler (das ist die Zahl über dem Bruchstrich) steht eine Grundzahl, im Nenner (unter dem
Bruchstrich) steht eine Ordnungszahl.
Beispiele:
2/5
deux cinquièmes
1/7
un septième
3/100 trois centièmes
Man sieht, dass der Nenner ein Plural-s bekommt, wenn der Zähler größer ist als 1. Sind die
Bruchzahlen in einem Text eingebaut, so muss im Plural der Artikel „les“ hinzugefügt werden.
Beispiel:
2/5 der Schüler sind Jungs.

Les deux cinquièmes des élèves sont des garçons.
Beim Rechnen entfällt dieser Artikel.
Beispiel:
1/6 + 2/9 = 7/18

un sixième plus deux neuvièmes font sept dix-huitièmes
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Für Halb, Drittel und Viertel gibt es spezielle Bruchzahlen.
1/2 = un demi
16.5.
1/3 = un tiers [tjr]
2/3 = deux tiers
usw.
1/4 = un quart [kar]
5/4 = cinq quarts usw.
Die römischen Zahlen
Die römischen Zahlen werden im Französischen benutzt, um Jahrhunderte anzugeben. Hier nun
ein paar Regeln zur Bildung dieser Zahlen:
I
hat den Wert 1.
V
hat den Wert 5.
X
hat den Wert 10.12
Folgende Regeln gelten:
-
Die Zahlen werden von links nach rechts gelesen.
-
Folgt auf eine größere Zahl eine kleinere oder gleich große, werden beide addiert.
-
-
XV
15
(10+5)
XX
20
(10+10)
VI
6
(5+1)
Steht eine kleinere vor einer größeren, wird die kleinere von dieser größeren abgezogen.
IX
9
(10-1)
IV
4
(5-1)
XIX
19
(10+10-1)
Es können maximal drei Einer hintereinander stehen. Ansonsten wird ein Einer vom
nächsten Zehner abgezogen.
VI
6
VII
7
VIII
8
IX
9 (nicht *VIIII)
Auf die Werte L für 50, C für 100, D für 500 und M für 1000 wird nicht eingegangen, da sie bei der Angabe des Jahrhunderts keine Rolle spielen.
Die Anwendungsregeln gelten hier aber genauso.
12
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Wie bei den Ordnungszahlen (s. Kapitel 16.3) steht kein Punkt, sondern ein hochgestelltes
-e hinter der römischen Zahl.
le XIVe (= quatorzième) siècle  das 14. Jahrhundert
des XVIe (=seizième) aux XIXe (= dix-neuvième) siècles  vom 16. bis zum 19. Jahrhundert
Anwendungsbeispiele:
Au XVe siècle, Christophe Colomb a découvert l’Amérique. Im 15. Jahrhundert hat Kolumbus
Amerika entdeckt.
La Seconde Guerre mondiale a eu lieu au XX e siècle. Der Zweite Weltkrieg hat im 20. Jahrhundert
stattgefunden.
Anmerkung:
Spricht man im Deutschen von zwei oder mehreren Jahrhunderten, so gibt es im Französischen
zwei Möglichkeiten:
-
Man benutzt die Pluralartikel sowie einmal „siècles“ im Plural und belässt die Jahrhunderte selbst im Singular.
-
Man benutzt die Singularartikel und schreibt hinter jede Zahl das Wort „siècle“ im Singular.
Beispiel:
Das Mittelalter dauerte vom 6. bis zum 15. Jahrhundert.

Le Moyen Âge dura des VIe aux XVe siècles.

Le Moyen Âge dura du VIe siècle au XVe siècle.
Im 19. und 20. Jahrhundert war Französisch eine bedeutende Sprache.

Aux XIXe et XXe siècles, le français a été une langue importante.

Au XIXe siècle et au XXe siècle, le français a été une langue importante.
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17.
Anhang
17.1.
Die Lautschrift
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Was ist Lautschrift?
Die Lautschrift sagt dir, wie ein Wort ausgesprochen werden soll. Im Prinzip ist die Lautschrift
für jede Sprache gleich, da sie ja nur die Aussprache darstellt und sich nicht daran stört, wie das
Wort „in echt“ geschrieben wird. Jedem Laut entspricht ein Zeichen.
Die Lautschrift hat - wie alle anderen Schriften - bestimmte Zeichen, damit ein Laut dargestellt
werden kann. Viele stimmen mit den Buchstaben der „normalen“ Schrift überein, z. B. ist ein [a]
die Aussprache des Zeichens „a“, und [o] bildet die Aussprache des Buchstabens „o“ ab.
Wie aber sollte ein französischer Nasalvokal dargestellt werden? Oder wie beschreibt man den
Unterschied zwischen einem „weichen“ -s (wie in „Susanne“ oder „Sonne“) und einem scharfen -s
(wie in „dass, Wasser, fesseln, Maß“)? Dafür braucht man spezielle Zeichen.
Folgende Zeichen werden im Französischen gebraucht:
-
[] steht für ein offenes -e- („ä“) wie z. B. in „mère“.
-
[y] steht für den Laut von „ü“ ([pyr] wäre also das französische Wort „pur“).
-
[] steht für das stumme -e-, das fast wie ein kurzes -ö- ausgesprochen wird ([rgarde]).
-
[] steht für den Laut, den das -g- im deutschen Wort „Girokonto“ hat.
-
[] ist ein offenes -o- wie in „Sonne“, im Gegensatz zum geschlossenen -o- [o] wie in „Sohn“.
-
[ã] steht für den Nasalvokal, wie er z. B. in „Chance“ vorkommt.
-
[õ] steht für den Nasalvokal, wie er in „Fonds“ vorkommt.
[~
 ] steht für den Nasalvokal, wie er in „un“ oder „intéressant“ vorkommt.
-
[] ist der Laut von -sch- im deutschen Wort „Schule“.
-
[] ist der Laut von -gn- in „Champagner“.
-
[] ist der Laut von -ng- in „Camping“.
-
[ø] ist das geschlossene -ö- in „Möhre“.
-
[œ] ist das offene -ö- in „möchte“.
Laute, die nicht ausgesprochen werden, werden auch nicht in der Lautschrift geschrieben. In den
Beispielen sind die stummen Buchstaben unterstrichen.
Beispiele: habiter [abite], homme [m]
Wie lauten also die folgenden Wörter in „normalem“ Französisch geschrieben (die Lösungen stehen in der Fußnote 13)?
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[ik], [gara], [mõta], [vatyr], [enerø], [œr] 13
Die Lautschrift kann also helfen, wenn man nicht weiß, wie ein bestimmtes Wort ausgesprochen
wird. In Wörterbüchern steht die Lautschrift in der Regel dabei.
Beispiel: Wie spreche ich „le psychologue“ aus?
Lautschrift: [psiklg]
Also sieht man, dass beide -o- offen sind (wie in „hoffen“), das -g- wie in „gerne“ gesprochen wird und das -ue- praktisch stumm ist.
17.2.
Die Satzglieder (Satzteilbestimmung)
Sätze bestehen aus verschiedenen Wörtern, die alle eine andere Funktion innerhalb des Satzes
haben. Im Französischen wichtig ist die Unterscheidung von Subjekt und (direktem und indirektem) Objekt.
Das Subjekt bestimmt, in welcher Form das Verb im Satz auftritt, d. h. das Verb richtet sich nach
dem Subjekt. Das Subjekt antwortet immer auf die Frage „Wer tut etwas?“.
Beispiel:
Le garçon boit un coca.  Wer trinkt eine Cola?
Le chien n’entre pas.
 der Junge  Also ist „der Junge“ Subjekt.
 Wer kommt nicht rein?  der Hund  Also ist „der Hund“ Subjekt.
Das Objekt hingegen existiert grob gesagt in zwei Formen, dem direkten und dem indirekten
Objekt. Man kann sie mit dem deutschen Akkusativ- und dem Dativobjekt vergleichen, obwohl
sie sich nicht hundertprozentig entsprechen.
Das direkte Objekt ist im Französischen daran zu erkennen, dass es direkt, d. h. ohne eine Präposition dazwischen, auf das Verb folgt:
Elle regarde Ø le film. J’ai invité Ø tous mes amis. Ils vont écouter Ø tous les cd.
Das indirekte Objekt hingegen wird mittels einer Präposition (à, de, avec, sans, pour…) an das
Verb angeschlossen:
Elle téléphone à sa mère.  indirektes Objekt mit „à“
Vous parlez de votre problème ?  indirektes Objekt mit „de“
Nous croyons en Dieu.  indirektes Objekt mit „en“
chic, garage, montagne, voiture, généreux, heure; Hinweis: Es wird hier die „entschärfte“ Version der Lautschrift zu Schulzwecken benutzt.
Korrekterweise müsste die Lautschrift von „voiture“ [vwatyr] lauten.
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Damit ein indirektes Objekt durch die indirekten Objektpronomen (s. Kapitel 15.3.3) ersetzt werden kann, muss es sich um ein indirektes Objekt mit „à“ handeln.
17.3.
Französische Sonderzeichen am Computer eingeben
Viele, die am Computer französische Texte verfassen möchten, stehen vor dem schwer lösbaren
Problem, wie sie französische Sonderzeichen über die Tastatur eingeben können. In Microsoft®
Word® gibt es die Möglichkeit, über „Einfügen  Sonderzeichen“ die gewünschten Zeichen einzugeben; allerdings ist das ein recht umständlicher Vorgang, der bei jedem Zeichen zu wiederholen ist.
Einfacher geht es mit den universal gültigen ASCII 14-Codes. Jedes auf der Welt verfügbare Schriftzeichen kann über einen solchen Code eingegeben werden.
Die verfügbaren Codes für die besonderen französischen Schriftzeichen lauten:
Zeichen
Code
ç
Ç
œ
Œ
ë
ï
135
128
0156
0140
137
139
Wie gibt man diese Codes ein?
Jede Tastatur (auch die eines Laptops) verfügt über einen sogenannten Nummernblock. Dieser
kann in der Regel durch Drücken der Taste „Num“ eingeschaltet werden (normalerweise leuchtet
dann auf der Tastatur eine kleine Kontrollleuchte auf oder es wird eine Meldung auf dem Bildschirm ausgegeben). Im Zweifel schaut man in der Bedienungsanleitung nach.
Ist der Nummernblock aktiviert, drückt man die Taste ALT (links neben der Leertaste), hält sie
gedrückt und gibt die drei bzw. vier Ziffern des Codes ein. Danach lässt man die ALT-Taste los.
Das Zeichen wird in das Dokument eingefügt.
ACHTUNG: Mit den normalen Zifferntasten oberhalb der Buchstaben funktioniert das nicht!
17.4.
Erklärung grammatikalischer Begriffe
Adjektiv (l’adjectif)
Im Deutschen auch Wie-Wort oder Eigenschaftswort genannt. Es bestimmt Nomen und Pronomen näher und antwortet auf die Frage „Wie ist etwas?“.
Beispiel: C’est une voiture rouge. („rouge“ bestimmt „voiture“ näher); Elle est belle. („belle“ bestimmt „elle“ näher)
14
ASCII = American Standard Code for Information Interchange
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Adverb (l’adverbe)
Im Gegensatz zu Adjektiven bestimmen Adverbien alles näher, was kein Nomen bzw. Pronomen
ist. Durch Adverbien näher bestimmt werden können
-
Adjektive: Elle est belle. > Elle est extrêmement belle.
-
Verben: Elle court. > Elle court rapidement.
-
Adverbien: Je dors bien. > Je dors énormément bien.
-
Sätze: Il ne vient pas. > Malheureusement, il ne vient pas.
Aktiv (la voix active)
Das Aktiv ist (wie das Passiv) ein Aspekt eines Verbs. Es sagt aus, dass eine Person, ein Tier oder
eine Sache etwas tut, also aktiv handelt (im Gegensatz zum Passiv, wo jemandem etwas getan
wird).
Beispiel: Pierre ouvre la fenêtre. (Er tut aktiv etwas.) - La fenêtre est ouverte par Pierre. (Das
Fenster tut nichts, sondern ihm wird etwas getan.)
Akzent (l’accent)
Akzente können nur auf Vokalen stehen. Sie dienen dazu, diesem Vokal einen anderen Laut zuzuweisen (bei e) bzw. das betreffende Wort von anderen zu unterscheiden (z. B. bei a, u). Manchmal hat der Akzent auch keine die Aussprache ändernde Funktion, sondern ist ein „Überbleibsel“
eines älteren Französisch. Arten von Akzenten sind
-
spitzer Akzent (accent aigu) (dieser geht von links unten nach rechts oben: ´)
kann nur auf -e- stehen und bewirkt, dass dieses geschlossen (wie das -ee- im deutschen Wort
„Beet“ ausgesprochen wird: l’éléphant, l’été...
-
schwerer Akzent (accent grave) (dieser geht von links oben nach rechts unten: `)
kann auf -a- (nur in déjà, à, là, voilà, çà), -e- oder -u- (nur in où) stehen; nur auf -e- ändert
er die Aussprache in ein offenes -e- wie das -ä- im deutschen Wort „Räder“: la mère, le père,
le frère...
-
accent circonflexe (sieht aus wie ein kleiner Hut: ^)
kann auf allen Vokalen stehen; bewirkt aber im Allgemeinen nur bei -e- eine Änderung der
Aussprache zu einem offenen -e- wie das -ä- in „Räder“: rêver, la fenêtre, être...
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Artikel (l’article)
Im Deutschen auch Begleiter genannt. Es gibt bestimmte, unbestimmte, Possessiv- und Demonstrativbegleiter. Sie begleiten ein Nomen.
Beispiele für
-
bestimmte Artikel: le garçon, la fille, les amis
-
unbestimmte Artikel: un cahier, une maison, des ordinateurs
-
Possessivartikel (auch Possessivadjektiv genannt): im Singular mon copain, ma copine, ton
frère, ta sœur, son père, sa mère, notre voiture, votre vélo, leur chambre sowie im Plural
mes copains, tes amis, ses livres, nos parents, vos clés, leurs affaires
-
Demonstrativartikel (auch Demonstrativadjektiv genannt): ce garçon, cet éléphant, cette limonade, ces lettres
Cedille (la cédille)
Die Cédille wird unten an ein -c- angehängt, um vor einem dunklen Vokal (a, o, u) die Aussprache
des -c- als [s] zu realisieren: le garçon, ça, nous suçons...
Endungsbetonte Form (la forme à radical atone)
Endungsbetonte Formen sind die Verbformen, bei denen die Endung nicht stumm ist und somit
die Hauptbetonung des Wortes trägt. Dies sind z. B. im Indikativ Präsens die 1. und 2. Person
Plural. Das Gegenteil sind stammbetonte Formen. Diese Unterscheidung ist wichtig für die Erklärung, warum sich in manchen Formen der Stamm des Verbs verändert; solche Änderungen
betreffen nämlich nur stammbetonte Formen.
Grundzahl (le nombre cardinal)
Grundzahlen sind die ganz „normalen“ Zahlen, die man z. B. auch beim Zählen benutzt. Sie geben
eine Aufzählung, eine Anzahl o. ä. an. Beispiele sind un, quarante-deux, mille trois cent vingthuit usw.
Hauptsatz (la phrase principale)
Ein Hauptsatz ist ein Satz, der für sich alleine stehen kann und dabei korrekt bleibt.
Beispiel: Il a peur que sa copine le quitte. (Hauptsatz: Il a peur. [kann alleine stehen]; Nebensatz:
que sa copine le quitte [kann nicht alleine stehen])
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Intonationsfrage (la question d’intonation)
Als Intonationsfrage bezeichnet man die Art der Fragestellung, bei der im ganz normalen Aussagesatz die Stimme am Ende wie bei einer Frage angehoben wird und den Satz somit zur Frage
umwandelt: Tu as faim. > Tu as faim? - C’est son anniversaire. > C’est son anniversaire? usw.
Inversion (l’inversion)
Inversion bedeutet auf Deutsch übersetzt „Vertauschung“. Vertauscht werden hier das Subjekt
und das konjugierte Verb, und dazwischen wird ein Bindestrich gesetzt. Sehr häufig tritt dieses
Phänomen bei der Fragebildung (Inversionsfrage) auf, aber auch nach einigen Adverbien folgt
eine Inversionsstellung.
Beispiele: As-tu vu le film? Pourquoi ne vient-il pas? Peut-être y aura-t-il des problèmes. usw.
Inversionsfrage (la question avec inversion)
s. Inversion
Konjugation, konjugieren (la conjugaison, conjuguer)
Konjugation heißt auf Deutsch Beugen. Ein Verb wird konjugiert (gebeugt), indem es in verschiedene Personen gesetzt wird. Die Personen im Französischen sind 1., 2., 3. Person Singular und 1.,
2., 3. Person Plural (je, tu, il/elle/on, nous, vous, ils/elles).
Konjunktion (la conjonction)
Konjunktionen verbinden (lateinisch coniungere) zwei Sätze miteinander. Es gibt beiordnende
und unterordnende Konjunktionen.
-
Beiordnende Konjunktionen (z. B. et, ou) verbinden zwei Sätze, von denen beide Hauptsätze
sind: Il vient et il ouvre la fenêtre.
-
Unterordnende Konjunktionen (z. B. sans que, avant que, quoique, bien que, pour que...)
verbinden zwei Sätze zu Haupt- und Nebensatz, wobei sie selbst den Nebensatz einleiten: Il
va au travail bien qu’il soit malade.
Konsonant (la consonne)
Im Deutschen auch Mitlaut genannt. Konsonanten sind alle Buchstaben, die keine Vokale sind,
also b, c, d, f, g, h, j, k, l, m, n, p, q, r, s, t, v, w, x, y, z.
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Komparativ (le comparatif)
Bildet zusammen mit dem Positiv (le positif) und dem Superlativ (le superlatif) eine der drei Steigerungsformen eines Adjektivs oder eines Adverbs.
beau (schön, positif) – plus beau (schöner, comparatif) – le plus beau (der schönste, superlatif)
rapidement (schnell, positif) – plus rapidement (schneller, comparatif) – le plus rapidement (am
schnellsten, superlatif)
Modus (le mode)
Es gibt verschiedene Modi, die eine Handlung aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln beschreiben (als sicher, möglich, Befehl, Wunsch...). Ein Modus ist eine Gruppe verschiedener Zeiten, die
denselben Blickwinkel ausdrücken. Im Französischen gibt es vier Modi:
-
Indikativ (drückt Sicherheit aus): Ind. présent, Ind. passé composé, Ind. imparfait, Ind. passé
simple, Ind. plus-que-parfait, Ind. passé antérieur, Ind. futur simple, Ind. futur II, Ind. futur
composé;
-
Subjonctif (drückt Wunsch, Unsicherheit usw. aus): Subj. présent, Subj. imparfait, Subj.
passé, Subj. plus-que-parfait (Subjonctif imparfait und plus-que-parfait kommen im heutigen Französisch so gut wie nicht mehr vor);
-
Conditionnel (drückt Möglichkeit aus): Cond. présent und Cond. passé;
-
Imperativ (drückt Befehl aus): Imperativ Singular und Imperativ Plural (dieser wird selten
benutzt).
Nebensatz (la phrase subordonnée)
Ein Nebensatz ist ein Satz, der nicht für sich alleine stehen kann, da er alleine keinen Sinn ergibt.
Er hängt von einem Hauptsatz ab.
Beispiel: Il a peur que sa copine le quitte. (Hauptsatz: Il a peur. [kann alleine stehen]; Nebensatz:
que sa copine le quitte [kann nicht alleine stehen])
Nomen (le nom)
Im Deutschen auch Namen- oder Hauptwort genannt. Sie bezeichnen Personen, Tiere oder Gegenstände und stehen für gewöhnlich mit einem Artikel.
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Objekt (l’objet)
Ein Objekt ist sozusagen das Gegenteil vom Subjekt. Ein Objekt führt eine Handlung nicht aus
(das macht das Subjekt), sondern an ihm wird eine Handlung ausgeführt. Es gibt direkte und
indirekte Objekte. Die direkten Objekte stehen direkt, d. h. ohne Trennung durch eine Präposition, beim Verb.
Beispiel: Elle achète ø un livre. (un livre ist direktes Objekt zu acheter, da es direkt bei diesem
Verb steht.)
Die indirekten Objekte sind durch eine Präposition (de, à, pour, sur, sans...) vom Verb getrennt.
Beispiel: Elle parle à sa mère. (à sa mère ist indirektes Objekt zu parler.)
Ordnungszahl (le nombre ordinal)
Ordnungszahlen geben eine Reihenfolge, eine Ordnung an. Sie enden im Französischen i. d. R.
auf -ième (außer premier, première und second, seconde). Beispiele sind troisième, onzième, millième, dix mille unième usw.
Participe passé
s. Partizip
Partizip (le participe)
Das Participe ist eine unkonjugierte Verbform, die für sich alleine keine Aussage über die Zeit
macht, in der sich eine Handlung abspielt. Es gibt das Participe présent und das Participe passé.
Das Participe passé wird v. a. zur Bildung zusammengesetzter Zeiten benutzt (j’ai été, je suis
allée...), z. B. ergibt das Präsens von avoir oder être in Kombination mit dem Participe passé das
Passé composé.
Passé composé
eine Zeit der Vergangenheit, entspricht in der Bildung dem deutschen Perfekt (Präsens von
avoir/être + Partizip Perfekt)
Passiv (la voix passive)
Das Passiv ist (wie das Aktiv) ein Aspekt eines Verbs. Es sagt aus, dass einer Person, einem Tier
oder einer Sache etwas getan wird, sie sich also passiv verhält (im Gegensatz zum Aktiv, wo jemand aktiv etwas tut).
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Beispiel: La fenêtre est ouverte par Pierre. (Das Fenster tut nichts, sondern ihm wird etwas getan.)
- Pierre ouvre la fenêtre. (Er tut aktiv etwas.)
Plural (le pluriel)
Im Deutschen auch Mehrzahl. Plural ist das Gegenteil von Singular.
Positiv (le positif)
Bildet zusammen mit dem Komparativ (le comparatif) und dem Superlativ (le superlatif) eine
der drei Steigerungsformen eines Adjektivs oder eines Adverbs.
beau (schön, positif) – plus beau (schöner, comparatif) – le plus beau (der schönste, superlatif)
rapidement (schnell, positif) – plus rapidement (schneller, comparatif) – le plus rapidement (am
schnellsten, superlatif)
Präposition (la préposition)
Präpositionen sind sogenannte Bindewörter. Sie verbinden Satzteile miteinander und stellen damit logische Zusammenhänge her. Präpositionen sind z. B. de, à, pour, contre, avec, sans, sur,
sous, dans, en usw.
Präpositionalgruppe (le groupe prépositionnel)
Im Gegensatz zu Präpositionen bestehen Präpositionalgruppen aus mehreren Wörtern, die zusammen die Bedeutung einer Präposition haben. Beispiele dafür sind à gauche de (links von), à
droite de (rechts von), en face de (gegenüber von), à côté de (neben, an der Seite von) usw.
Präsens (le présent)
eine Zeit, im Deutschen Gegenwart genannt
Pronomen (le pronom)
Pronomen stehen für bzw. anstelle (= pro) ein Nomen, d. h. sie ersetzen es. Es gibt verschiedene
Arten von Pronomen:
-
unbetonte Subjektpronomen (Wer?): je, tu, il/elle/on, nous, vous, ils/elles;
-
betonte Subjektpronomen (Wer?): moi, toi, lui/elle, nous, vous, eux/elles (für das unbetonte
Subjektpronomen „on“ gibt es kein betontes);
-
direkte Objektpronomen (Wen?): me (m’), te (t’), le/la (l’), nous, vous, les;
-
indirekte Objektpronomen (Wem?): me (m’), te /t’), lui, nous, vous, leur;
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-
Reflexivpronomen: me (m’), te (t’), se (s’), nous, vous, se (s’);
-
Reziprokpronomen : l’un(e) l’autre, l’un(e) à l’autre…
-
Demonstrativpronomen: celui, celle, ceux, celles;
-
Possessivpronomen: mien/mienne, tien/tienne, sien/sienne, nôtre, vôtre, leur;
-
Relativpronomen: que, qui, dont, où, lequel (laquelle...), à qui...;
-
Adverbialpronomen: y, en.
Singular (le singulier)
Im Deutschen auch Einzahl. Singular ist das Gegenteil von Plural (Mehrzahl).
Stammbetonte Form (la forme à radical tonique)
Stammbetonte Formen sind die Verbformen, bei denen die Endung stumm ist. Dies sind z. B. im
Präsens der gesamte Singular und die 3. Person Plural. Das Gegenteil sind endungsbetonte Formen. Diese Unterscheidung ist wichtig für die Erklärung, warum sich in manchen Formen der
Stamm des Verbs verändert; solche Änderungen betreffen nämlich nur stammbetonte Formen.
Subjekt (le sujet)
Das Subjekt ist der Satzteil, der die Handlung des Verbs ausführt. Nach ihm richtet sich das Verb
in Person und Zahl. Es antwortet immer auf die Frage „Wer oder was tut etwas?“.
Beispiel: Le chien est là. (le chien = Subjekt)
Superlativ (le superlatif)
Bildet zusammen mit dem Positiv (le positif) und dem Komparativ (le comparatif) eine der drei
Steigerungsformen eines Adjektivs oder eines Adverbs.
beau (schön, positif) – plus beau (schöner, comparatif) – le plus beau (der schönste, superlatif)
rapidement (schnell, positif) – plus rapidement (schneller, comparatif) – le plus rapidement (am
schnellsten, superlatif)
Tempus (le temps [grammatical])
Im Plural Tempora. Bezeichnet die verschiedenen Zeiten, in denen ein Verb konjugiert werden
kann, z. B. Indikativ présent, Subjonctif passé, Conditionnel passé usw.
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Verb (le verbe)
Im Deutschen auch Tu-Wort genannt. Verben drücken eine Handlung aus und können konjugiert
werden. Verben enden im Französischen auf –er, –ir oder –re.
Verbstamm (le radical du verbe)
Der Verbstamm ist alles, was keine Endung ist. Er kann auch erweitert werden, z. B. bei den Verben auf –ir (Typ: finir), die im Plural -ss- einfügen: nous finissons, oder bei den Verben auf –ger
(manger), die in der 1. Person Plural Präsens wegen der Aussprache ein -e- einfügen: nous mangeons, u. a.
Der Begriff „Verbstamm“ ist schwierig zu erklären, da es den Verbstamm nicht gibt. Ein Verb hat
nicht nur einen Stamm, es kann vorkommen, dass im Extremfall jede Form des Verbs einen eigenen Stamm hat. Ein und dasselbe Verb kann auch in unterschiedlichen Zeiten voneinander verschiedene Verbstämme besitzen. Z. B. hat das Verb „être“ im Imparfait den Stamm ét-, im Passé
simple und im Subjonctif imparfait aber fu-. „Aller“ wiederum hat im Präsens zwei (v-, all-), im
Futur simple einen dritten (ir-) und im Subjonctif présent einen vierten Stamm (aill-).
Deshalb ist es bei der Zeitenbildung auch wichtig zu sagen, welchen Stamm des Verbs man für die
Bildung der neuen Zeit nimmt: Das Imparfait zum Beispiel wird gebildet aus dem Stamm der
1. Person Plural Präsens und den Endungen –ais, –ais, –ait usw. Würde man z. B. den Stamm der
1. Person Singular Präsens nehmen, würde das falsche Formen ergeben: je commence  je *commencais (anstatt je commençais).
Vokal (la voyelle)
Im Deutschen auch Selbstlaut genannt. Die Vokale im Französischen sind a, e, i, o und u. Es gibt
helle Vokale (e, i) und dunkle Vokale (a, o, u).
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Übersicht über die Änderungen in den Versionen
In diesem Abschnitt werden die Änderungen aufgelistet, die in den verschiedenen Versionen dieser Grammatik vorgenommen wurden.
Version vom
18.05.2016
Änderungen
Kapitel
Hinzufügen eines Abschnitts über mehrere Verneinungsadverbien in 8.4.5
einem Satz
02.06.2016
Hinzufügen von Ergänzungen zum Abschnitt über mehrere Vernei- 8.4.5
nungsadverbien im Satz
03.06.2016
Hinzufügen eines Absatzes über die Stellung der Verneinung beim In- 8.4.2
finitiv
14.06.2016
Aktualisierung des Kapitels über die Bildung des Participe présent
13.3.1
Aktualisierung des Kapitels über die Verneinung des Adjectif verbal
13.3.3
Aktualisierung des Kapitels über mehrere Verneinungsadverbien im 8.4.5
Satz
01.09.2016
Hinzufügen der Informationen über die Nouvelle orthographe, die im versch.
Januar 2016 eingeführt wurde.
Kapitel
27.09.2016
Übersetzungsfehler korrigiert
10.12.4
06.10.2016
Weitere Regelmäßigkeiten bei der Bildung des Participe passé hinzu- 13.1.1
gefügt
28.11.2016
11.02.2017
Angaben zur Bildung der Inversionsfrage bei reflexiven Verben hinzu- 6.3.1 +
gefügt
6.3.2
Fehler bei den Verben auf -mir, -vir und -tir entfernt
9.4.4
Kapitel über die Verben auf -uire hinzugefügt
9.5.7
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