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Pressemitteilung
Landtagswahlen im März 2016: Welche Partei setzt sich für Milchkühe ein?
Welttierschutzgesellschaft befragt Landesparteien zum Tierschutz für Milchkühe
Berlin, 8. März 2016 – Anlässlich der bevorstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg,
Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt am 13. März hat die Welttierschutzgesellschaft die fünf
großen Landesparteien gefragt, wie sie zur derzeitigen Haltung von Milchkühen stehen. Die Welttierschutzgesellschaft fordert im Rahmen ihrer KUH+DU Kampagne gesetzliche Mindeststandards
für die Haltung von Milchkühen in Deutschland.
Von den fünf großen Parteien CDU, SPD, Bündnis 90/DIE GRÜNEN, DIE LINKE und FDP wollte die
Welttierschutzgesellschaft wissen, ob sie politischen Handlungsbedarf bei der Milchkuhhaltung
sehen, sich für eine eigene Haltungsverordnung aussprechen und wie sie zum Weidegang, der
Anbindehaltung sowie einem Sachkundenachweise für Landwirte stehen.
Brauchen wir eine Haltungsverordnung für Milchkühe?
Politischen Handlungsbedarf sehen DIE LINKE, DIE GRÜNEN und die SPD (mit Ausnahme der SPD
Rheinland-Pfalz) und sprechen sich für gesetzliche Mindeststandards in Form einer eigenen Haltungsverordnung für Milchkühe aus. Vor allem DIE GRÜNEN begründen dies mit der geringen Nutzungsdauer der Tiere und den zunehmenden gesundheitlichen Probleme in den Ställen. Die SPD RheinlandPfalz und die FDP sind gegen eine gesetzliche Regelung, da sie die allgemeinen Tierschutzgesetze als
ausreichend ansehen und eine weitere Bürokratisierung ablehnen. Die CDU bezieht keine klare
Stellung, da innerhalb der Partei die Diskussionen zu dem Thema noch nicht abgeschlossen sind.
Wie bewerten die Parteien die Aussage „Eine Kuh gehört auf die Weide“?
Mehr als die Hälfte der 4,3 Millionen Milchkühe hat keinen Weidezugang mehr, die Tendenz geht zur
ganzjährigen Haltung im Stall. DIE GRÜNEN sind die einzige Partei, die sich in allen drei Bundesländern für die Weidehaltung einsetzt, da diese dem natürlichen Verhalten der Rinder am stärksten
entspricht und die Kulturlandschaft sowie den Naturschutz fördert. Mithilfe von Weideprogrammen
wollen sie den Grünlanderhalt fördern. In Sachsen-Anhalt betonen alle anderen befragten Parteien
den hohen Mehraufwand für die Landwirte, der durch den Weidegang entsteht. Während DIE LINKE
dort einen Mindestmilchpreis fordert, um Weidehaltung zu ermöglichen, sehen CDU, SPD und FDP
moderne Laufställe mit Liegeplätzen und Bürsten als sinnvolle und realisierbare Alternative zum
Weidegang.
Wie wird die Anbindehaltung bewertet?
Gemäß der letzten Landwirtschaftszählung von 2010 werden noch mehr als eine Million Milchkühe
teil- oder ganzjährig im Stall angebunden. Das läuft dem Bedürfnis der Tiere nach Bewegung zuwider
und lässt die Körperpflege sowie den Kontakt zu Artgenossen nicht zu. Während DIE GRÜNEN in
Baden-Württemberg mit Beratungsangeboten den schrittweisen Umbau von Anbindehöfen fördern
wollen, unterstützen sie in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt eine hessische Initiative zum Verbot
der Anbindehaltung im Bundesrat. Auch die SPD in Baden-Württemberg spricht sich für ein Verbot
mit hinreichenden Übergangsfristen und Härtefallregelungen aus. Die meisten anderen Parteien
positionieren sich zwar gegen die Anbindehaltung, sind aber größtenteils gegen eine entsprechende
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Reglementierung. Begründet wird dies damit, da es entweder als Auslaufmodell gesehen wird und in
manchen Bundesländern schon gar nicht mehr praktiziert werde oder weil es die Landwirte derzeit
überfordern würde. Mit Investitionshilfen möchte die FDP den Umbau von Anbindehöfen
schrittweise fördern.
Sollen Landwirte künftig einen Sachkundenachweis erbringen?
Jährlich wird hierzulande jede dritte Kuh frühzeitig geschlachtet, Hauptursachen sind Fruchtbarkeitsstörungen und andere Erkrankungen. Da das Management auf jedem Hof meistentscheidend für die
Gesundheit und das Wohl der Milchkühe ist, fordert die Welttierschutzgesellschaft einen Sachkundenachweis für Landwirte zu allen Bereichen der Milchkuhhaltung. Abgesehen von den GRÜNEN in
Sachsen-Anhalt und der CDU in Baden-Württemberg sprechen sich alle anderen Parteien gegen
einen Sachkundenachweis für Landwirte aus und bewerten die landwirtschaftliche Ausbildung und
die in diesem Rahmen vermittelten Kenntnisse sowie die freiwilligen Schulungen und Weiterbildungen als ausreichend. DIE LINKE in Baden-Württemberg erachtet einen Sachkundenachweis lediglich für Quereinsteiger als sinnvoll.
Die Landesgeschäftsstellen der Parteien DIE LINKE und CDU aus Rheinland-Pfalz sowie die FDP in
Baden-Württemberg haben sich nicht zu den Wahlprüfsteinen geäußert. Die CDU in BadenWürttemberg hat nicht alle Fragen, zum Beispiel zur Anbindehaltung, beantwortet.
Über KUH+DU
KUH+DU ist eine Kampagne der Welttierschutzgesellschaft. Ziel der Kampagne ist die Einführung
einer Haltungsverordnung für Milchkühe sowie mehr Transparenz für den Verbraucher.
www.kuhplusdu.de
Über Welttierschutzgesellschaft e. V.
Die Welttierschutzgesellschaft (WTG) ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin. Mit Projekten in
Entwicklungs- und Schwellenländern sowie durch politische Tierschutzkampagnen in Deutschland
schaffen wir die Voraussetzungen für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen von
Haus-, Nutz- und Wildtieren. Wir arbeiten mit Partnerorganisationen vor Ort zusammen und
beziehen die lokale Bevölkerung in die Projektarbeit mit ein.
www.welttierschutz.org
Pressekontakt
Katharina Tölle
Email: presse@welttierschutz.org
Tel.: 030-9237226-13
Welttierschutzgesellschaft e.V.
Reinhardtstr. 10
10117 Berlin
Pressemitteilung
Tel.: 030-9237226-0
Fax: 030-9237226-29
Email: info@welttierschutz.org
www.welttierschutz.org
Spendenkonto: 80 42 300, Bank für Sozialwirtschaft, Bankleitzahl: 370 205 00
BIC: BFSWDE33XXX, IBAN: DE38 3702 0500 0008 0423 00
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