SPIELZEIT 2010 | 2011 THEATER AUGSBURG SPIELZEIT 2010 | 2011 AUGSBURG ... es geht noch heller. SPIELZEIT 2010 | 2011 INHALTSVERZEICHNIS Grußwort Vorwort Spielplan 2010 | 2011 Konzerte 2010 | 2011 Premieren Opernball Theaterpädagogik Mitarbeiter Sponsoring Die Abonnements Der Service Eintrittspreise Saalpläne Anfahrt | Parken Adressen | Kontakte Impressum 4 8 10 16 20 56 58 68 72 78 96 97 99 117 118 120 1 DANKESCHÖN In dem vorliegenden Heft finden Sie Bilder des Fotokünstlers A. T. Schaefer, der uns schon seit drei Jahren als Künstlerischer Berater und Fotograf begeleitet. Er hat mit unseren Mitarbeitern und Ensemblemitgliedern die Museen der Stadt Augsburg und andere Einrichtungen, beispielsweise der Sportkultur, nämlich das Curt-Frenzel-Eisstadion, und der Architekturkunst, das Wasserwerk, besucht. Sie sehen in diesen Räumen kleine Inszenierungen, Szenen, die zum Ausdruck bringen, dass in allen Räumen die Kunst zu uns spricht und wie wir alle gemeinsam das künstlerische Leben dieser Stadt erleben und gestalten. Viele haben mitgeholfen, damit dieser Bilderbogen entstehen konnte. Wir wollen uns bei allen herzlich bedanken. Ab Seite 102 sehen Sie das Theater Augsburg im Jahre 2010, möge es auch dort bald heißen: ... es geht n(d)och heller! Wir bedanken uns bei Peter Bommas und Thomas Lindner vom Kulturpark West, Augsburg Dr. Thomas Elsen, Museumsleiter, H2 – Zentrum für Gegenwartskunst Dr. Christoph Emmendörffer, Museumsleiter, Maximilianmuseum Augsburg Alois Fackler, Betriebsleiter, vom Curt-Frenzel-Eisstadion Manfred Hahn, M. A., wissenschaftlicher Mitarbeiter/Geschäftsführende Leitung des Römischen Museums Augsburg Richard Ide, M. A., Museumsleiter, Ballonmuseum Gersthofen Dr. Karl Borromäus Murr, Museumsleiter, tim – Staatliches Textil- und Industriemuseum Jutta Olbrich, stellvertretende Amtsleiterin der Neuen Stadtbücherei Augsburg Dr. Michael Rummel, Museumsleiter, Naturmuseum Augsburg Dr. Corinna Thierolf, Kuratorin der Ausstellungen, Staatsgalerie Moderne Kunst im Glaspalast Dr. Christof Trepesch, Direktor der Kunstsammlungen und Museen Augsburg, Schaezlerpalais Dr. Manfred Uhl, Stabsstelle Marketing der Stadtwerke Augsburg Holding GmbH, Wasserwerk am Hochablass Dagmar Wassmann, Vorstandsmitglied der Drei Mohren AG, Hotel Steigenberger Drei Mohren Pfarrer Frank Zelinsky und Pfarrer Dr. Nikolaus Hueck, Barfüßerkirche 2 3 LIEBE FREUNDE DES THEATERS AUGSBURG, ein neues Spielzeitheft durchzublättern steigert die Vorfreude auf die kommende Theatersaison. Es gewährt verheißungsvolle Einblicke in eine Realität, die zwar jenseits unseres Alltags liegt, aber die Kraft hat, diesen zu durchdringen. Trotz aller Unwägbarkeiten hat unser Theater wieder einen Spielplan vorgelegt, der Großes erwarten lässt. Wir werden diesen künstlerischen Höhenflug nach Kräften durch eine Verbesserung der örtlichen Rahmenbedingungen unterstützen. Nach jahrelangem Stillstand und Investitionsstau setzen wir uns nun verstärkt für eine solide Zukunft des Großen Hauses, der Werkstätten und einer zweiten Spielstätte ein. Aktuell gilt unsere Aufmerksamkeit der Realisierung einer Interimsspielstätte. Hier streben wir eine zeitnahe Lösung an: Der von den Fachstellen erarbeitete Zeitplan sieht vor, den Spielbetrieb in der geplanten Interimsspielstätte Anfang 2011 aufzunehmen. Damit steht einer Fortsetzung des künstlerischen Höhenfluges dann nichts mehr im Wege. Wir freuen uns darauf! Ihr Dr. Kurt Gribl Oberbürgermeister 4 Peter Grab, Dr. Kurt Gribl Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl und Bürgermeister Peter Grab, Referent für Kultur, Jugendkultur und Sport, im Römischen Museum Augsburg Peter Grab Bürgermeister, Referent für Kultur, Jugendkultur und Sport 5 Die Theaterleitung v. l. n. r.: Jürgen Höfer, Technischer Direktor, Ursula Baier Pickartz, Leiterin der Abteilung Kommunikation und Sponsoring, Steffen Rohr, Kaufmännischer Direktor, Juliane Votteler, Intendantin, Dirk Kaftan, Generalmusikdirektor 6Markus Trabusch, Schauspieldirektor, Ralf Waldschmidt, Operndirektor, Robert Conn, Ballettdirektor, im Intendanzbüro des Theaters Augsburg 7 SEHR GEEHRTE DAMEN UND HERREN, LIEBES PUBLIKUM, Im Lindauer Hafen grüßen der Leuchtturm und der bayerische Löwe in der Hafeneinfahrt die Ankommenden und Abreisenden, und sie tun es beide selbstbewusst, als würden sie nicht im schwäbischen Meer, sondern in einem viel größeren Gewässer angesiedelt sein. Ein Leuchtturm steht für Sicherheit. Er sendet Licht, um einen Hafen, eine Fahrrinne oder einen für die Navigation wichtigen Punkt zu markieren. Dieses Licht empfindet man auf hoher See oder auf dem Wasser generell als einen Orientierungspunkt. Am Land signalisiert der Turm Zuverlässigkeit, prägt eine Landschaft, gibt der Küstenlinie Struktur. Immer ist er ein Sinnbild für Kommunikation in der Nähe und der Ferne. Was liegt da näher, als mit dem Leuchtfeuer des Augsburger Kulturlebens Signale bis hin zum anderen schwäbischen Leuchtturm zu senden. 8 gibt Flauten, es gibt Nebel, Funkstörungen, Versorgungsengpässe. Der Intendant ist der Kapitän auf der Brücke, er hat den Zahlmeister neben sich und in einem Dreispartenhaus drei Offiziere, die den Kurs halten, den sie mit dem Kapitän festgelegt haben. In den Kabinen der Verwaltung wird gerechnet, in der Kombüse gekocht. Im Bauch des Schiffes wird fast rund um die Uhr gearbeitet. Die Maschinen werden gewartet, Dekorationen hergestellt, und jeden Abend gibt es ein neues Programm im Festsaal zu bestaunen. So ein Riesenschiff muss manchmal den Kurs ändern. Dafür braucht man Orientierungspunkte. Landmarken auf hoher See. Dann kann der Dampfer sicher in den Hafen einlaufen ... Der bayerische Löwe im Hafen steht für wehrhafte Verteidigung, für Mut, für Kraft. Auf dem Titel unserer Spielzeitbroschüre soll er zugleich darauf hinweisen, dass auch das Augsburger Leuchtfeuer des bayerischen Löwen bedarf, so wie im Lindauer Hafen! Das Theater Augsburg steht am Ende der Fuggerstraße und sendet seine Leuchtkraft in die Stadt und die Region. Obwohl vielen Turbulenzen ausgesetzt, haben wir in der vergangenen Spielzeit behauptet: „Augsburg leuchtet. Das Theater strahlt.“ Und so ist es auch weiterhin. Ja, wir lassen den Mut nicht sinken und sagen sogar: „Es geht noch heller.“ Denn wir wissen, gerade in den Zeiten der Krise, der Unsicherheit, der Unwägbarkeiten können wir uns als Institution immer wieder an Ein Theater hat aber in der Sprache der Nautik sehr viel mehr Ähnlichkeit mit einem Schiff: Ein Spielplan ist eine Reise, das Theater legt im Herbst ab und sticht in See. Die Gewässer sind mal ruhig, mal turbulent. Es gibt Stürme, es den Werten der Kunst orientieren. Dafür steht das Theater, dafür steht im Sinne des Glanzes, der ja in dieser Stadt eine wichtige Rolle spielt, auch der Turm und der verlässliche und starke Löwe. Das eine ist die Strahlkraft der Beständigkeit und Sicherheit, das andere ist aber auch die Verteidigung. Wir alle wissen, dass es die Kunst auch stets zu verteidigen gilt. Die Werte der Kunst, der Bildung und ihrer Verbreitung sind die Grundlagen unseres Zusammenlebens. Das Theater sendet seine Signale als Einladung und als Botschaft. Bewacht vom Löwen, der die Bestandsicherung garantiert, denn Stadt und Land sichern die Ausflüge der Kunst auf hohe See. Wir brauchen in dieser Spielzeit sehr viele Orientierungspunkte. Denn unsere Schiffsflotte muss sich neue Ziele suchen: Unsere Sinfoniekonzerte finden in der Stadthalle Gersthofen statt, die lange und mit viel Liebe von allen bespielte Komödie muss geschlossen werden, und unser Schauspielensemble legt an verschiedenen, improvisierten Domizilen an, wo es unter erschwerten Bedingungen, aber mit Phantasie, Mut und Löwenkräften spielen wird. Und mit dem neuen Jahr 2011 und der Ersatzspielstätte, die jetzt noch den Arbeitstitel Container trägt, hat das Ensemble erst einmal ein Dach über dem Kopf. Dann ist die Flotte sehr nah zusammengerückt und in der Konzentration auf die Kunst vereint. Aber wir brauchen Geschick und Mut, Phantasie, Humor und Gelassenheit, um dies alles auch an Sie, an unser Publikum zu senden. Daher ist der Leuchtturm ein gutes Symbol – wir senden Licht und blinken unsere Botschaft in Stadt und Land: Hier sind wir. Kommen Sie zu uns, in den Wirrnissen von Wirtschaftskrisen und Aschewolken, von ständig neuen erschütternden Nachrichten steht das Theater fest in der Brandung, und es ist verbunden mit allen Kulturinstitutionen der Stadt. Mit diesen zusammen beschreiben wir, wie lebendig die Kunst in Augsburg jeden Tag gelebt wird, wie vielfältig und anregend das Angebot der Stadt ist. Wir sind eine starke Gemeinschaft, und wir freuen uns, dass dies im vorliegenden Heft so wunderbar zu sehen ist: unsere Künstler und Mitarbeiter in allen anderen Stätten der Kunst und Kultur, als Partner und auch als Suchende. Denn nur wer immer auf der Suche bleibt, weiß, dass er nicht ankommt um zu stagnieren, sondern Rast macht, um Neues zu schaffen. Dafür braucht man Signale, an denen man sich orientieren kann und auf die Verlass ist. Dass man weitermachen kann. Damit die Reise wieder aufregend, neu und verheißungsvoll wird. Sie brauchen also nur zu schauen, wo das Licht blinkt: Da finden Sie Ihr Theater, die Wartung geht weiter, die Schotten halten noch. Wie lange sie noch halten, ist allerdings ungewiss. Wir haben ein paar Fotos ins Heft aufgenommen, die Ihnen zeigen, dass ein Aufenthalt im Trockendock dringend notwendig ist. Aber vorerst: Kommen Sie an Bord, es wird ganz sicher eine sehr spannende Reise. Ihre Juliane Votteler, Intendantin des Theaters Augsburg 9 PREMIEREN MUSIKTHEATER 2010 | 2011 ORPHEUS – SAITENSCHLAG 30. Oktober 2010, Großes Haus Koproduktion von Ballett und Musiktheater AIDA Giuseppe Verdi (konzertant) 7. November 2010, Großes Haus LE NOZZE DI FIGARO Wolfgang Amadeus Mozart 4. Dezember 2010, Großes Haus AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY Kurt Weill/Bertolt Brecht 29. Januar 2011, Großes Haus TRISTAN UND ISOLDE Richard Wagner 12. März 2011, Großes Haus ERWIN, DAS NATURTALENT Mike Svoboda 28. April 2011, Parktheater im Kurhaus Göggingen KING ARTHUR Henry Purcell 7. Mai 2011, Großes Haus Koproduktion von Musiktheater, Schauspiel und Ballett RIGOLETTO Giuseppe Verdi 3. Juli 2011, Freilichtbühne Wiederaufnahmen: LUCIA DI LAMMERMOOR MADAMA BUTTERFLY 10 Intendantin Juliane Votteler und Steffen Rohr, Kaufmännischer Direktor, im Schaezlerpalais, Deutsche Barockgalerie, Augsburg 11 foto RW MT PREMIEREN SCHAUSPIEL 2010 | 2011 KEIN SCHIFF WIRD KOMMEN Nis-Momme Stockmann DIE ABSEITSFALLE 10. Oktober 2010, Dierig-Gelände 25. Juni 2011, Freilichtbühne DER KIRSCHGARTEN Anton Tschechow 16. Oktober 2010, Großes Haus SONNY BOYS Neil Simon 17. Oktober 2010, Dierig-Gelände DIE KLEINE HEXE Otfried Preußler 14. November 2010, Großes Haus DIE KUNST DER KOMÖDIE Eduardo de Filippo 27. November 2010, Textilmuseum (tim) MARIA MAGDALENA Friedrich Hebbel 15. Januar 2011, Großes Haus MANN IST MANN Bertolt Brecht 22. Januar 2011, Container BLICK ZURÜCK IM ZORN John Osborne 25. März 2011, Container DER BESUCH DER ALTEN DAME Friedrich Dürrenmatt Wiederaufnahmen: 26. März 2011, Großes Haus DIE WEBER VON AUGSBURG ARSEN UND SPITZENHÄUBCHEN TROMMELN IN DER NACHT DAS TAGEBUCH DER ANNE FRANK WASCHSALON WUNDERLICH KING ARTHUR Henry Purcell 7. Mai 2011, Großes Haus Koproduktion von Musiktheater, Schauspiel und Ballett 12 Operndirektor Ralf Waldschmidt und Schauspieldirektor Markus Trabusch im Containerpark, Augsburg 13 PREMIEREN BALLETT 2010 | 2011 ORPHEUS – SAITENSCHLAG 30. Oktober 2010, Großes Haus Koproduktion von Ballett und Musiktheater GEMISCHTES DOPPEL 19. Februar 2011, Container LIEBESBLIND – SHAKESPEARE VERTANZT 9. April 2011, Großes Haus KING ARTHUR Henry Purcell 7. Mai 2011, Großes Haus Koproduktion von Musiktheater, Schauspiel und Ballett 14 Yseult Lendvai, Leitende Ballettmeisterin, und Robert Conn, Ballettdirektor, im Staatlichen Textil- und Industriemuseum, Augsburg 15 SINFONIEKONZERTE 1. HELDEN LEBEN 4. BÖHMISCHE KLÄNGE 27. | 28. September 2010 | 20.00 Uhr | Stadthalle Gersthofen Blick in die musikalische Werkstatt Konzerteinführung mit Orchester Ludwig van Beethoven Leonore Nr. 3 op. 72 – Ouvertüre Eduard Tubin Konzert für Kontrabass und Orchester Richard Strauss Ein Heldenleben, Tondichtung op. 40 Edicson Ruiz, Kontrabass | Dirk Kaftan, Dirigent 10. | 11. Januar 2011 | 20.00 Uhr | Stadthalle Gersthofen Leoš Janáček Taras Bulba Rhapsodie für Orchester Antonín Dvořák Konzert für Violoncello und Orchester in h-Moll op. 104 Antonín Dvořák Sinfonie Nr. 6 D-Dur op. 60 Maximilian Hornung, Violoncello | Dirk Kaftan, Dirigent 5. VISIONEN UND TODSÜNDEN 2. 50er: EIN JAZZIG-SINFONISCHES KALEIDOSKOP 18. | 19. Oktober 2010 | 20.00 Uhr | Stadthalle Gersthofen Rolf Liebermann Konzert für Jazzband und sinfonisches Orchester Duke Ellington A Tone Parallel To Harlem (The Harlem Suite) Sergej Prokofjew Sinfonie Nr. 7 cis-Moll op. 131 Big-Musikwerkstatt-Band Augsburg (Leitung Peter Reschka) | Kevin John Edusei, Dirigent (Zum Brechtfest) 7. | 8. Februar 2011 | 20.00 Uhr | Stadthalle Gersthofen Blick in die musikalische Werkstatt Konzerteinführung mit Orchester Franz Liszt Les Préludes Sinfonische Dichtung Kurt Weill Die sieben Todsünden Ballet chanté Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 5 in c-Moll op. 67 Schicksalssinfonie Kerstin Descher, Mezzosopran | Solisten des Opernensembles | Dirk Kaftan, Dirigent 3. BRÜCKEN – GIORA FEIDMAN (Kooperation mit dem Festival der 1000 Töne) 15. | 16. November 2010 | 20.00 Uhr | Stadthalle Gersthofen Blick in die musikalische Werkstatt Konzerteinführung mit Orchester Ora Bat Chaim Together Max Bruch Kol Nidrei Adagio nach hebräischen Melodien op. 47 Gil Aldema In Chassidic Mood André Hajdu King’s Fanfare Traditional Happy Nigun (Arr. Peter Breiner) Leonard Bernstein Sinfonie Nr. 3 Kaddish Giora Feidman, Klarinette | Dirk Kaftan, Dirigent 16 Das Philharmonische Orchester Augsburg und Dirk Kaftan, Generalmusikdirektor, im Ballonmuseum Gersthofen 6. VERBOTENE LIEBEN 21. | 22. März 2011 | 20.00 Uhr | Stadthalle Gersthofen Sergej Prokofjew Romeo und Julia Ausschnitte aus dem Ballett op. 64 Barbara Mayer Auftragskomposition des Philharmonischen Orchesters Augsburg für Schlagzeug und Orchester Richard Wagner 1. Aufzug aus Die Walküre WWW 86b N.N. Sopran | N.N. Tenor | N.N. Bass | Förderpreisträger des Philharmonischen Orchesters Augsburg, Schlagzeug Dirk Kaftan, Dirigent 17 neue Texte SINFONIEKONZERTE 7. MACHT IM ZERRSPIEGEL mit Elke Heidenreich 2. ALLE MENSCHEN WERDEN BRÜDER 11. | 12. April 2011 | 20.00 Uhr | Stadthalle Gersthofen Blick in die musikalische Werkstatt Konzerteinführung mit Orchester Mauricio Kagel Zehn Märsche um den Sieg zu verfehlen Joseph Haydn Sinfonie Nr. 100 in G-Dur Militär-Sinfonie Bernd Alois Zimmermann Musique pour les soupers du Roi Ubu Elke Heidenreich, Rezitation | Dirk Kaftan, Dirigent (Zum Friedensfest) 17. Juli 2011 | Freilichtbühne Ein großes musikalisches Programm zum letzten Satz von Beethovens 9. Sinfonie mit Musikern unterschiedlicher Welten und Genres. N.N. Dirigent EINE STUNDE MOZART 8. BACH UND SÖHNE (Zum Mozartfest) 16. | 17. Mai 2011 | 20.00 Uhr | Stadthalle Gersthofen Johann Christian Bach Ouvertüre und Suite aus Amadis de Gaule Johann Christoph Friedrich Bach Klavierkonzert in Es-Dur Wolfgang Amadeus Mozart Sinfonie in C-Dur KV 338 Wolfgang Amadeus Mozart Chaconne aus der Ballettmusik zur Oper Idomeneo KV 367 Martin Stadtfeld, Klavier | Reinhard Goebel, Dirigent SONDERKONZERTE 18 Generalmusikdirektor Dirk Kaftan in der Barfüßerkirche, Augsburg 12. Dezember 2010 | 11.00 Uhr | Goldener Saal Adagio und Fuge in c-Moll KV 546 Konzert für Flöte und Harfe in C-Dur KV 299 Klavierkonzert Nr. 9 in Es-Dur Jeunehomme KV 271 Mathias Dittmann, Flöte | Christine Gruber-Stegmayer, Harfe | Sabina Hüttinger, Klavier | Kevin John Edusei, Dirigent EINE STUNDE HAYDN 6. März 2011 | 11.00 Uhr | Goldener Saal Sinfonie Nr. 6 in D-Dur Le matin Hornkonzert Nr. 1 in D-Dur Sinfonie Nr. 60 in C-Dur Il Distratto Felix Winker, Horn | Carolin Nordmeyer, Dirigentin 1. FERNE WELTEN WÜNSCH DIR WAS Silvester- und Neujahrskonzert 10. Oktober 2010 | 20.00 Uhr | Premium Aerotec GmbH Jean-Féry Rebel Les éléments Gustav Holst, The Planets Orchestersuite op. 32 Kevin John Edusei, Dirigent 31. Dezember 2010 | 1. Januar 2011 | Großes Haus Wir erfüllen Hörwünsche des Augsburger Publikums nach einer großen Publikumsbefragung mit der Augsburger Allgemeinen Zeitung. Dirk Kaftan, Dirigent und Moderator 19 MUSIKTHEATER Giuseppe Verdi AIDA Oper in vier Akten Libretto von Antonio Ghislanzoni Konzertante Aufführung In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln 20 Roman Payer, Cathrin Lange und Seung-Gi Jung, Sänger, im Wasserwerk am Hochablass, Augsburg Wolfgang Amadeus Mozart LE NOZZE DI FIGARO (DIE HOCHZEIT DES FIGARO) Commedia per musica in vier Akten Libretto von Lorenzo da Ponte nach der Komödie des Beaumarchais In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln Premiere 7. November 2010 | Großes Haus Premiere 4. Dezember 2010 | Großes Haus Verdis Oper Aida wurde, nachdem sie ursprünglich für die Feierlichkeiten zur Eröffnung des Suez-Kanals vorgesehen war, 1871 mit zwei Jahren Verspätung in Kairo uraufgeführt. Die Novelle des Archäologen Mariette, die Verdi angesichts seiner Vorliebe für ausgefallene Stoffe begeisterte, regte ihn zu einer Ägyptenreise an. Beeindruckt von der Kultur des Landes, wurde er zu jener exotischen und glutvollen Thematik inspiriert, in der Liebeswettkampf, Krieg und Eifersucht aufeinandertreffen. Der bekannte Triumphmarsch mit seinen eigens dafür angefertigten Aidatrompeten markiert einen der Höhepunkte dieser Oper der Superlative. Die äthiopische Sklavin Aida, Tochter des Äthiopierkönigs Amonasro, liebt den ägyptischen Feldherrn Radames, der nach erfolgreichem Kriegszug mit den äthiopischen Gefangenen, darunter auch Amonasro, in Theben einzieht. Als Sieger wird ihm die ägyptische Königstocher Amneris versprochen. Radames wird jedoch des Hochverrats angeklagt, nachdem er durch eine List die Kriegspläne verraten und sich – um Aidas Leben zu retten – als Schuldigen ausgegeben hat. Als Radames zum Tode verurteilt wird, muss sich Aida zwischen Vaterland und Liebe entscheiden … Wenn es eine musikalische Komödie in letzter Perfektion gibt, dann ist es Le nozze di Figaro. Mozart und da Ponte formten aus Beaumarchais’ am Vorabend der französischen Revolution entstandenem Lustspiel um die politisch-erotischen Nöte eines Grafen, der seinem Kammerdiener die Braut ausspannen will, ein psychologisches und musikalischtheatralisches Meisterwerk, in dem sich Charaktere, Handlung und Musik in unerreichter Weise durchdringen und bedingen. Mozart schuf authentische Menschen mit all ihren Widersprüchen, ihren Trieben und Sehnsüchten, ihren Ängsten und Hoffnungen. Was Susanna, Musikalische Leitung Dirk Kaftan Musikalische Leitung Kevin John Edusei Inszenierung Jan Philipp Gloger | Bühne Ben Baur Kostüme Karin Jud | Dramaturgie Ralf Waldschmidt Figaro, der Graf und die Gräfin tun und was sie fühlen, ist nicht an eine Zeit gebunden, es ist heute so wahr und unmittelbar wie im 18. Jahrhundert. Jan Philipp Gloger, der in Augsburg das Publikum bereits mit Clavigo, Emilia Galotti und Der Prinz von Homburg begeisterte, wird sich erstmals als Opernregisseur vorstellen. 21 MUSIKTHEATER Kurt Weill/Bertolt Brecht AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY Premiere 29. Januar 2011 | Großes Haus „Gin und Whiskey/ Mädchen und Knaben/ Und eine Woche ist hier:/ Sieben Tage ohne Arbeit“: Drei Kleinkriminelle gründen die Stadt Mahagonny und versprechen diese paradiesischen Zustände allen, die kommen wollen, um hier ihr Vergnügen zu finden und ihr Geld zu lassen. Und sie kommen, die Gauner, Freudenmädchen und Glückssucher. Nachdem Jimmy Mahoney, ein Holzfäller aus Alaska, ein neues Geschäftsmodell ausruft, wonach man alles dürfen darf, erlebt die Stadt einen weiteren Boom. Es wird gefressen bis zum Platzen, gesoffen bis zum Umfallen, gehurt bis zur Erschöpfung und geboxt bis zum Totschlag. Aber als Jimmy das Geld ausgeht, wird er angeklagt und soll hingerichtet werden – denn er hat einen Grundsatz missachtet: Man darf nur das, was man bezahlen kann! Brechts Parabel auf den urbanen Kapitalismus erzählt von einer nicht lebbaren Utopie, die auf Geld gegründet ist und damit die zerstörerischen Begehrlichkeiten des Menschen freisetzt. Mit der 1930 uraufgeführten „epischen Oper“ beschritten Brecht und Weill neue Wege im Musiktheater. Diese Opern-Revue vereint Songs, die sich am Jazz, Blues und Foxtrott orientieren, mit Zitaten und Parodien, die sich auf den tradierten Opernkanon beziehen. Musikalische Leitung Dirk Kaftan | Inszenierung Tatjana Gürbaca Bühne und Kostüme Stefan Heyne | Dramaturgie Juliane Votteler 22 Sally du Randt, Sängerin, und Ute Fiedler, Schauspielerin, im H2 – Zentrum für Gegenwartskunst, Augsburg 23 MUSIKTHEATER Richard Wagner TRISTAN UND ISOLDE Handlung in drei Aufzügen Text vom Komponisten Premiere 12. März 2011 | Großes Haus Aus dem alten keltischen Mythos um die irische Königstochter Isolde und Tristan, den Neffen König Markes von Kornwall, schuf Richard Wagner (1813-1883) zwischen 1856 und 1859 seine Handlung, wofür er die Komposition des Ring des Nibelungen mitten im dritten Akt von Siegfried unterbrach. Nachdem Tristan und Isolde von der Hofoper in Wien (nach 77 Proben!) und weiteren Theatern als angeblich unaufführbar abgelehnt wurde, sorgte erst die Protektion des bayerischen Königs Ludwig II. 1865 für die Uraufführung in München. Wagner verlegt die Tragödie ganz ins Innere der Figuren. Der Liebestrank und die gesellschaftlichen Konventionen sind nur äußere Anstöße für die gegen sich selbst und die Mitmenschen rücksichtslose Verwirklichung einer Liebe, die die Grenzen des Individuellen nicht akzeptieren will. Der Versuch, mit dem anderen ganz eins zu werden, bleibt vergeblich und endet doch tödlich. Wagners Musik überschreitet dabei ebenso alle bis dahin vorhandenen Grenzen wie seine Protagonisten dies tun. „Die Kunst des Übergangs“, wie Wagner seine Tristan-Musik charakterisiert, der Versuch, die extremsten Gegensätze musikalisch zu vermitteln und darstellbar zu machen, führt zu einer bis dahin unerhörten Intensität des Ausdrucks. Musikalische Leitung Dirk Kaftan | Inszenierung Rosamund Gilmore | Bühne Carl Friedrich Oberle | Kostüme Monika Staykova Dramaturgie Juliane Votteler Franziska Arndt | Schauspielerin 24 Seung-Hyun Kim und Stephanie Hampl, Sänger, im Naturmuseum Augsburg 25 MUSIKTHEATER Mike Svoboda ERWIN, DAS NATURTALENT Musiktheater für alle ab 6 Jahren Libretto von Manfred Weiß nach Motiven aus Volker Kriegels Erzählung Erwin mit der Tröte Premiere 28. April 2011 | Parktheater im Kurhaus Göggingen Schokolade – was das wohl ist? Um die Antwort zu finden, verlässt der musikalisch begnadete Erwin seine Insel und folgt dem forschen Forscher Prof. Hoggins in die größte Großstadt. Dabei hatte er in der südöstlichen Südsee ein glückliches Leben mit seinen Freunden, den Dschanglkings, geführt, mit denen es sich so wunderbar Partyfeiern und Musikmachen lässt. Ganz zu schweigen von seiner großen Liebe Rosa, die auch auf der Insel zurückgeblieben ist. Nun ist Erwin zum Star geworden und tourt durch die Welt. Aber geht es ihm gut dabei? Vermisst er seine Insel? Und was wird aus Rosa? Bereits mit Der unglaubliche Spotz begeisterte das Autorenteam Svoboda und Weiß Augsburgs junges Publikum. Nun präsentieren Studierende des Leopold-Mozart-Zentrums gemeinsam mit Künstlern des Theaters Augsburg eine neue Oper – diesmal in der besonderen Atmosphäre des Parktheaters Göggingen. Nach Il re pastore ist dies bereits das zweite Projekt im Rahmen der Kooperation zwischen Theater und Universität. Eine Kooperation mit dem Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg 26 Eberhard Peiker, Schauspieler, Eberhard Fritsche, Studienleiter, und Toomas Täht, Schauspieler, im H2 – Zentrum für Gegenwartskunst, Augsburg 27 MUSIKTHEATER Giuseppe Verdi RIGOLETTO Melodramma in drei Akten von Francesco Maria Piave nach Victor Hugos Schauspiel Le Roi s’amuse In italienischer Sprache Premiere 3. Juli 2011 | Freilichtbühne „Ein Buckliger, der singt? Warum nicht! … Ich finde es gerade wunderschön, diese Figur äußerlich missgestaltet und lächerlich, innerlich aber leidenschaftlich und voll Liebe darzustellen.“ Mit diesen Worten wehrte sich Giuseppe Verdi gegen Einwände der Zensur, das Libretto zu Rigoletto entstamme dem Gebiet „einer ekelhaften Amoralität und Trivialität.“ Das Publikum war von Verdis musikalisch-dramatischer Gestaltung dieser Vater-Tochter-Tragödie begeistert und bereitete dem Werk schon bei der Uraufführung 1851 in Venedig einen beispiellosen Triumph. Verdi lässt seinen Figuren, ohne sie endgültig moralisch zu bewerten, eine differenzierte und mitempfindende Gestaltung zuteil werden. Der Herzog, dessen Kanzone La donna è mobile zur berühmtesten Tenorarie überhaupt wurde, ist nicht in erster Linie ein Wüstling, eher ein sich verantwortungslos seinen Gefühlen überlassender, haltloser junger Mann. Gildas Liebe zu ihm ist ebenso menschlich nachvollziehbar wie Rigolettos Bedürfnis nach Rache. Nach Turandot bietet Rigoletto erneut ein großes italienisches Opernerlebnis vor der unvergleichlichen romantischen Kulisse der Freilichtbühne am Roten Tor. Musikalische Leitung Kevin John Edusei Inszenierung Adriana Altaras | Bühne Frank Philipp Schlößmann 28 Die Dramaturgen Silke Meier, Lucie Machan, Roland Marzinowski und Geeske Otten in der Neuen Stadtbücherei Augsburg 29 Judith Bohle | Schauspielerin 30 31 Der Chor und der Extrachor des Theaters Augsburg mit Chordirektor Karl Andreas Mehling im H2 – Zentrum für Gegenwartskunst, Augsbutg SCHAUSPIEL Nis-Momme Stockmann KEIN SCHIFF WIRD KOMMEN Premiere 10. Oktober 2010 | Dierig-Gelände Die Insel Föhr ist ein verlassenes Stück Land, umgeben vom kalten Wasser der Nordsee. An diesen Ort seiner Kindheit reist ein junger Schriftsteller, um seinen Vater zu besuchen. Schon am Kai fallen Vater und Sohn in ihre Rollenmuster: Der Vater freut sich über den Besuch, der Sohn dagegen ist genervt. Aber der junge Mann hat ein konkretes Anliegen: Er möchte ein Stück zum Mauerfall schreiben – und von seinem Vater erhofft er sich einen authentischen Erfahrungsbericht über die Wendezeit aus einer Randlage Deutschlands. Denn der aufstrebende Theaterautor befindet sich gerade in einer Sinnkrise: „Ich sample nur noch Spiel- und Gedankenarten, Stile, Formen. (…) Und weil sich alles in mir trifft bin ich nichts.“ Doch bei dem Versuch, seinen Vater zum Erzählen zu bewegen, sieht er sich mit seinen eigenen Erinnerungen konfrontiert. Verdrängte Bilder von seiner Mutter, deren langes Sterben er als Kind miterlebt hat, treten wieder zutage. Der 28jährige Nis-Momme Stockmann gilt als großes Talent der jüngsten Generation deutscher Dramatiker. Seine Dialoge zeichnen sich durch den Klang einer alltäglichen Sprache aus, die dennoch seinen Figuren eine poetische Ausdruckskraft verleiht. Inszenierung Ramin Anaraki 32 Tjark Bernau und Anton Koelbl, Schauspieler, und Jan Friedrich Eggers, Sänger, im Staatlichen Textil- und Industriemuseum, Augsburg 33 SCHAUSPIEL Anton Tschechow DER KIRSCHGARTEN Neil Simon SONNY BOYS Komödie in vier Akten 34 Yi Won Kim und Stepahnie Hampl im Naturkundemuseum Alexander Koll, Eva Maria Keller, Toomas Täht | Schauspieler Michael Stange und Klaus Müller, Schauspieler, in der Staatsgalerie Moderne Kunst im Glaspalast, Augsburg Premiere 16. Oktober 2010 | Großes Haus Premiere 17. Oktober 2010 | Dierig-Gelände Wenn es nach Lopachin ginge, würde man alles abholzen, und zwar sofort. Nach fünf Jahren im französischen Exil kehrt die Gutsbesitzerin Ranjewskaja mit ihrer Tochter Anja zurück auf ihr Landgut mit dem berühmten Kirschgarten. Nach dem Tod ihres Mannes und ihres kleinen Sohnes hat sie das Familienvermögen verschleudert: Das Gut rentiert sich schon lange nicht mehr, nun steht die Zwangsversteigerung bevor. Zu Hause warten die übriggebliebenen Familienmitglieder und Freunde auf die Rückkehrer, unter ihnen ist der geschäftstüchtige Lopachin. Er hat sich aus einfachen Verhältnissen hochgearbeitet und ist der Einzige, der hier konstruktiv denkt: Der Kirschgarten muss abgeholzt und in Parzellen an Sommergäste verpachtet werden – nur so wäre der Ruin aufzuhalten. Während die Zeit bis zum Auktionstag verstreicht, lässt man sich gemeinsam durch einen letzten Sommer treiben … Tschechows letztes Stück von 1904 porträtiert in Form einer melancholischen Komödie eine Gesellschaft, die unfähig ist, sich auf die Anforderungen der neuen Welt einzustellen. Für die einen sind die Axthiebe im Kirschgarten das Ende, für die anderen der Aufbruch in eine bessere und gerechtere Welt. In einer heruntergekommenen Wohnung fristet der ehemalige Komiker Willie Clark von aller Welt vergessen sein Dasein. Nur Ben, sein Neffe und Agent, kümmert sich um ihn und bemüht sich meistens vergeblich, Willie Aufträge zu verschaffen. Eines Tages berichtet Ben von einem verlockenden Angebot: Willie soll mit seinem früheren Partner Al Lewis die berühmteste Nummer des Duos für eine Fernsehshow aufführen. Jahrzehntelang standen beide Männer als die „Sonny Boys“ auf den Bühnen der Varietés und waren die unangefochtenen Stars ihrer Branche. Was ihr Publikum niemals ahnte – Willie und Al konnten sich Inszenierung Markus Trabusch Inszenierung N.N. nie ausstehen, weder auf, noch hinter der Bühne. Nach anfänglichem Zögern stimmt Willie zu, aber wie befürchtet brechen die alten Rivalitäten hervor und es kommt zum Eklat … Der Amerikaner Neil Simon gehört zu den erfolgreichsten Komödienautoren des 20. Jahrhunderts. Zu seinen Markenzeichen gehören pointierte, rasante Dialoge, gut gebaute Plots und Figuren, wie sie das Leben nicht besser erschaffen könnte. 35 SCHAUSPIEL Otfried Preußler DIE KLEINE HEXE Eduardo de Filippo DIE KUNST DER KOMÖDIE für alle ab 6 Jahren Seung-Gi Jung | Sänger 36 Stephen Owen, Sänger, und Karoline Reinke und Judith Bohle, Schauspielerinnen, Maximilianmuseum Augsburg Premiere 14. November 2011 | Großes Haus Premiere 27. November 2010 | Textilmuseum Wie gern würde die kleine Hexe zur Walpurgisnacht mit den anderen Hexen auf dem Blocksberg tanzen! Doch mit ihren 127 Jahren ist sie einfach noch zu jung. Weil sie nicht mehr warten will, schlägt sie kurzerhand die Warnungen ihres Raben Abraxas in den Wind und mischt sich unter die feiernden Hexen – bis sie von der Muhme Rumpumpel entdeckt wird. Zur Strafe wird ihr der Besen abgenommen und eine Prüfung auferlegt: Sie soll sich als gute Hexe bewähren und sich bei der nächsten Walpurgisnacht einer harten Probe unterziehen. Die kleine Hexe und ihr Rabe lassen sich natürlich nicht entmutigen. Schnell ist Sein oder Schein – das ist hier die Frage! Der neu berufene Präfekt de Caro tritt seinen ersten Arbeitstag in einer italienischen Kleinstadt an. Sein erster Besucher ist der Leiter der städtischen Schauspielkompanie, Oreste Campese. Dieser hat seine alte Spielstätte verloren und bittet nun den Präfekten, eine Theatervorstellung mit seiner Anwesenheit zu beehren, damit das Publikum die neue Spielstätte annimmt. Doch de Caro verweigert diesen Wunsch, weist dem Schauspielleiter die Tür – und bereut es kurze Zeit später. Denn Campese drohte beim Abgang, das Theaterspektakel gleich hier, in seinem Büro, stattfinden ein neuer Besen beim Händler Balduin Pfefferkorn erworben, und schon kann das Prüfungsjahr beginnen – mit viel Witz und Erfindergeist hilft die kleine Hexe, wo sie nur kann, gegen Ungerechtigkeit und Bosheit. Aber ist sie dadurch am Prüfungstag eine „gute Hexe“? Nach Hexe Hillary geht in die Oper im Foyer erobern diese Spielzeit mit Otfried Preußlers Kinderbuch-Klassiker von 1957 die Hexen auch die Große Bühne des Theaters Augsburg. zu lassen. Und tatsächlich lassen die Honoratioren, die sich danach mit ihrem Antrittsbesuch Gehör verschaffen wollen, den Präfekten an ihrer wahren Identität zweifeln. Ein chaotischer Amtsarzt, ein kauziger Pfarrer und eine hysterische Dorflehrerin verwandeln die Präfektur innerhalb kurzer Zeit in ein Tollhaus … Eduardo de Filippo (1900-1984) stellt sich mit dieser Farce, in der das Theater sich selbst thematisiert, in die Tradition von Pirandellos Komödien: Die Schauspielkunst vermag die Gewissheit, was Realität ist, gründlich zu verunsichern. Inszenierung Lilli-Hannah Hoepner Inszenierung und Bühne Marcel Keller 37 SCHAUSPIEL Friedrich Hebbel MARIA MAGDALENA Ein bürgerliches Trauerspiel in drei Akten Premiere 15. Januar 2011 | Großes Haus Im Haus des Tischlermeisters Anton haben seine Tochter Klara und sein Sohn Karl unter dem Rigorismus ihres Vaters zu leiden: Es gelten „zwei mal zehn Gebote“. Als Karl des Diebstahls bezichtigt und verhaftet wird, trifft die schwer erkrankte Mutter der Schlag. Klara bleibt allein mit einem verbitterten Vater zurück und muss ihm schwören, die Familie vor weiterer Schande zu bewahren. Aber Klara kann diesen Schwur nicht halten, denn sie trägt ein Geheimnis mit sich: Sie ist schwanger, und Leonhard, ihr Verlobter, will aus Karrieregründen die Verlobung auflösen. Hebbels bürgerliches Trauerspiel aus dem Jahr 1843 zählt mit seiner alttestamentarischen Sprachwucht unangefochten zu den Klassikern der deutschen Dramenliteratur. Darin wird eine kleinbürgerliche Welt nachgezeichnet, die sich in einer gesellschaftlichen Umbruchsphase befindet: Überlebte Wertvorstellungen stehen der Sehnsucht nach einem eigenen Lebensentwurf gegenüber. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf, an deren Ende ein verlassener Meister Anton feststellt: „Ich verstehe die Welt nicht mehr!“ Inszenierung Anne Lenk 38 Generalmusikdirektor Dirk Kaftan und Intendantin Juliane Votteler in der Barfüßerkirche, Augsburg 39 SCHAUSPIEL Bertolt Brecht MANN IST MANN Lustspiel Premiere 22. Januar 2011 | Container Indien 1925 unter britischer Herrschaft. Der Packer Galy Gay geht auf den Markt, um einen Fisch zu kaufen. Dabei trifft er auf eine Maschinengewehrabteilung, die bei einem Einbruch ihren vierten Mann verloren hat und auf der Suche nach Ersatz ist. Mithilfe von Alkohol, Zigaretten und Geld überreden die Soldaten Galy Gay, die Stelle ihres Kameraden Jeraiah Jip einzunehmen, und rüsten ihn über Nacht um. Als Jeraiah Jip wird er die Grabrede auf Galy Gay halten und dann Held des kommenden Eroberungskrieges werden. In Brechts Lustspiel, uraufgeführt 1926 in Darmstadt, wird vorgeführt, wie ein Mensch, der nicht nein sagen kann, vom friedfertigen Packer zur Kriegsmaschine ummontiert werden kann. Das weiß auchWitwe Begbick, in deren Kantine die Umwandlung beginnt: „Herr Bertolt Brecht beweist auch dann,/ Daß man mit einem Menschen beliebig viel machen kann./ (…) Man kann, wenn wir nicht über ihn wachen/ Ihn uns über Nacht zum Schlächter machen“. Inszenierung N. N. 40Philipp von Mirbach, Schauspieler, Sophia Brommer, Sängerin, und Ji-Woon Kim, Sänger, im Naturmuseum Augsburg 41 SCHAUSPIEL John Osborne BLICK ZURÜCK IM ZORN Premiere: 25. März 2011 | Container Drei junge Kleinstadtbohémiens hausen in einer schäbigen Dachzimmerwohnung: der Studienabbrecher Jimmy Porter, sein Freund Cliff und Jimmys Frau Alison. Für den Lebensunterhalt sorgt mehr schlecht als recht ein Kiosk, den Jimmy und Cliff betreiben. Alle drei haben in diesem Menschenzoo ihre Rolle als Bär, Maus und Eichhörnchen gefunden, doch Jimmy, der Bär, terrorisiert seine Mitbewohner. Er sieht sich als ein Gescheiterter in einer Gesellschaft, die ihm keine Chance und Perspektive bietet. Vor allem Alison, die aus Liebe zu Jimmy ihre begüterte Familie verließ, wird Ziel seiner Aggressionen. Alisons Freundin Helen rät ihr, zu ihren Eltern zurückzukehren – und tritt danach in der WG an die Stelle von Alison. Aber bald darauf steht Alison wieder vor der Tür … Sein 1956 uraufgeführtes Stück Blick zurück im Zorn bescherte dem jungen John Osborne einen überraschenden Welterfolg und machte ihn zum bekanntesten Vertreter der „zornigen jungen Männer“. Ihre gesellschaftspolitische Protesthaltung, die sich programmatisch in Jimmys Hasstiraden manifestiert, richtet sich gegen die emotionale Verarmung und Triebunterdrückung in einer saturierten bürgerlichen Gesellschaft. Inszenierung N. N. 42Eva Maria Keller, Schauspielerin, Kerstin Descher, Sängerin, und Martin Herrmann, Schauspieler, im Wasserwerk am Hochablass 43 SCHAUSPIEL Friedrich Dürrenmatt DER BESUCH DER ALTEN DAME Eine tragische Komödie Premiere 26. März 2011 | Großes Haus In Güllen wird hoher Besuch erwartet: Die Milliardärin Claire Zachanassian hat ihr Kommen angekündigt. Von ihr erhofft sich die Stadt finanzielle Unterstützung. Claire weiß um die desolate Lage ihrer heruntergekommenen Heimatstadt, ihr Anliegen ist jedoch Rache: Sie verspricht der Stadt eine Milliarde, wenn dafür der beliebteste Bürger Güllens, Alfred Ill, getötet wird. Ill hatte seine Jugendliebe Claire geschwängert, dann vor Gericht die Vaterschaft geleugnet und dafür Zeugen bestochen. Sie hatte sich daraufhin in der Fremde als Prostituierte durchs Leben geschlagen, bis sie durch eine Heirat zu großem Vermögen kam. Die Stadt reagiert zunächst empört auf Claires Angebot. Trotzdem beginnen die Güllener Schulden zu machen, mit denen die Notwendigkeit wächst, den verlangten Mord auszuführen … Dürrenmatts 1956 in Zürich uraufgeführte tragische Komödie brachte dem Schweizer Dramatiker internationalen Erfolg und zählt mittlerweile zu den modernen Klassikern. Die Satire auf die Moral einer Kleinstadt ist voller Kritik an einer Gesellschaft, in der für den eigenen Vorteil auch Verbrechen in Kauf genommen werden. Inszenierung Fabian Alder 44 Olga Nasfeter und Christine Diensberg, Schauspielerinnen, im Schaezlerpalais, Deutsche Barockgalerie, Augsburg 45 SCHAUSPIEL DIE ABSEITSFALLE Eine szenisch-musikalische Revue zur 10. FIFA Frauen-WM 2011 Premiere 25. Juni 2011 | Freilichtbühne Eine Koproduktion von Schauspiel, Musiktheater und Ballett Alle zwei bis vier Jahre wird die Abseitsfalle, versuchsweise mithilfe von Bierdeckeln, Aschenbechern und Zigarettenschachteln, Generationen von Fußball-Laien erklärt. Wo genau ein Spieler zu welchem Zeitpunkt stehen darf, an dieser Frage sind schon Dates verunglückt, Beziehungen gescheitert, Freundschaften zerbrochen. Das große dramatische – und komische – Potential der ganzen Welt des Fußballs wird von den Schauspielern, Sängern und Tänzern des Theaters Augsburg ausgelotet, wenn sich die Freilichtbühne am Roten Tor in eine Fankurve mit Stadionatmosphäre verwandelt. Auch das Theater Augsburg sagt dem Klischee, Frauen verstünden nichts von Fußball, den Kampf an. Dabei werden neben den Geschichten über Platzverweise auf dem Beziehungsspielfeld auch die Nationen, die im FIFA Frauen-WM-Stadion gegeneinander antreten werden, musikalisch miteingebunden. Nach dem großen Erfolg von Die Comedian Harmonists steht diesen Sommer eine neue, eigens entwickelte musikalisch-szenische Revue auf dem Programm, die mit spielerischer Leichtigkeit und Eleganz Steilpässe von Slam-Poetry zum Fanschlager, vom Opernzitat bis zum Popsong vorlegen wird: Anpfiff! Inszenierung N. N. Seung-Hyun Kim, Roman Payer, Per Bach Nissen | Sänger 46 Fernanda Bento, Auszubildende zur Veranstaltungskauffrau, und Philipp Peters, Pressereferent, in der Neuen Stadtbücherei Augsburg 47 48Das Ensemble des Ballett Augsburg im Curt-Frenzel-Eisstadion, Augsburg 49 BALLETT ORPHEUS – SAITENSCHLAG GEMISCHTES DOPPEL Premiere 30. Oktober 2010 | Großes Haus Premiere: 19. Februar 2011 | Container Eine Koproduktion von Ballett und Musiktheater „Was für ein holder Klang läßt sich von weitem hören? Wie kützelt dies mein Ohr?“ Niemand anders als Orpheus vermag so wunderbar zu singen und Lyra zu spielen. Die tragische Geschichte über seine Liebe zur Nymphe Eurydice und seine den Tod überlebende Treue wurde 1726 am Hamburger Gänsemarkt unter der Leitung des Komponisten Georg Philipp Telemann uraufgeführt. Doch Orpheus ist nicht nur als großer Musiker bekannt, die Griechen schreiben ihm auch die Erfindung des Tanzes zu. Diese enge Verbindung der beiden Künste inspirierte Leo Mujic zu Im zweiten Ballettabend der Spielzeit werden jeweils ein bereits aufgeführtes Werk als auch eine Uraufführung von Maurice Causey und Alejandro Cerrudo gezeigt. Maurice Causey, in den USA geboren, gilt als äußerst europäisch geprägter Künstler. Er wurde von William Forsythe als Erster Solist an das Frankfurter Ballett geholt, an dem er fast zehn Jahre tanzte, assistierte und co-choreografierte. Für fünf Solisten des Königlichen Ballett Schweden schuf er 2003 seine erfolgreiche Choreografie Fleeting Visions – ein zeitgenössisches Tanzstück zu Kompositionen Sergej Prokofjews. einem vertanzten Orpheus. Das Philharmonische Orchester unter der Leitung von Eberhard Fritsche spielt ausgewählte Sequenzen aus Telemanns Oper, die von Sängern und Sängerinnen des Augsburger Opernensembles interpretiert werden, durchbrochen von Orgelmusik des Barockkomponisten Dieterich Buxtehude in einer Bearbeitung des jungen Komponisten Leopold Hurt. Leo Mujic machte sich mit Kreationen für Stuttgart, das Israel Dance Festival sowie für die Deutsche Oper Berlin einen Namen. Seine intensive Bewegungssprache zeigte er in Augsburg bereits 2008 mit dem Rilke-Tanzprojekt Traumgekrönt. Causey studiert dies neben einem neu kreierten Ensemblewerk mit dem Ballett Augsburg ein. Der in Madrid geborene Alejandro Cerrudo, Tänzer und neu ernannter Hauschoreograf des Hubbard Street Dance Chicago, erarbeitet neben einem neuen Ensemblestück mit dem Ballett Augsburg sein 2008 uraufgeführtes Ballett Extremely Close. Inspiriert durch ergreifende Klaviersoli des amerikanischen Pianisten Dustin O’Halloran und des wohl wichtigsten amerikanischen Gegenwartskomponisten Philip Glass entstand ein feinfühliges und raffiniertes zeitgenössisches Ballett für acht Tänzer. Musikalische Leitung Eberhard Fritsche | Kompositorische Choreografie Maurice Causey, Alejandro Cerrudo Kostüme Maurice Causey, Alejandro Cerrudo, Claudia Norma Stöckl de Keller Bearbeitung Leopold Hurt | Choreografie Leo Mujic | Ausstattung/ Lichtdesign Thomas Mika | Dramaturgie Silke Meier, Lucie Machan 50Orchestergeschäftsführer Sigurd Emme und der 1. Kapellmeister Kevin John Edusei im Maximilianmuseum Augsburg 51 BALLETT LIEBESBLIND – SHAKESPEARE VERTANZT Premiere: 9. April 2011 | Großes Haus Zwei Ballette nach William Shakespeare, die unterschiedlicher nicht sein könnten, werden an einem Abend vereint: Bridget Breiner, Erste Solistin des Stuttgarter Balletts und dazu freischaffende Choreografin, erarbeitet eine erweiterte Fassung ihres 2006 entstandenen Balletts The Foul Prank oder Der böse Streich, das im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Junge Choreografen“ der Stuttgarter Noverre-Gesellschaft uraufgeführt wurde. Hinter dem Titel verbirgt sich nichts anderes als Shakespeares Othello, im rasanten und vor allem ironischen Schnelldurchlauf zu spanischer Musik erzählt, dabei originell und sehr musikalisch choreografiert. Eine Uraufführung für das Ballett Augsburg von Ein Sommernachtstraum nach Shakespeare wird durch Choreograf Alan Hineline zur Bühnenmusik Felix Mendelssohn Bartholdys entstehen. Diese humorvolle Verwechslungskomödie um das Suchen und Finden der Liebe mit glücklichem Ausgang und der dramatische Stoff um Othello und seine krankhafte Eifersucht mit tödlichen Folgen haben etwas gemeinsam: In beiden Fällen macht die Liebe blind für die Realität. Choreografie Bridget Breiner, Alan Hineline Ausstattung Stefan Morgenstern | Dramaturgie Lucie Machan 52Jürgen Endres, Chefmaskenbildner, und Sieglinde Hahn, Leiterin der Statisterie, im Staatlichen Textil- und Industriemuseum, Augsburg 53 SCHAUSPIEL MUSIKTHEATER BALLETT Henry Purcell KING ARTHUR Dramatick opera Text von John Dryden Premiere 7. Mai 2011 | Großes Haus Eine Koproduktion von Schauspiel, Musiktheater und Ballett Der sagenumwobene britische König Arthur steht vor großen Herausforderungen: Oswald, Anführer der heidnischen Sachsen, macht ihm die Vorherrschaft auf der Insel streitig. Auch auf einem anderen Gebiet sind die beiden Konkurrenten, denn beide werben um die Prinzessin Emmeline von Cornwall. Der Zauberer Merlin kämpft auf der Seite Arthurs, aber auch Oswald kann sich auf magische Kräfte stützen. Als Emmeline entführt wird und Arthur sie befreien will, können ihn vor den Verlockungen des Zauberwalds nur Merlin und seine Künste retten … Henry Purcell schuf seine Semi-Oper mit Schauspielszenen in Zusammenarbeit mit dem englischen Dichter und Dramatiker John Dryden, der das fünfaktige Libretto verfasste. Anders als in früheren Bühnenwerken des Barock verknüpft die Musik nicht nur die lose gefügten Szenen, sondern treibt auch die Handlung voran. Ihr melodischer Reichtum vermag sowohl das Innenleben der Figuren als auch die phantasievollen Zauberwelten darzustellen. Nach der Londoner Uraufführung 1691 kam es immer wieder zu Aufführungen des Werkes in unterschiedlichen Fassungen. Am Theater Augsburg wird King Arthur als Koproduktion von Schauspiel, Musiktheater und Ballett zu erleben sein. Musikalische Leitung Carolin Nordmeyer | Inszenierung Sigrid Herzog 54Bernd Piske, Betriebsingenieur, Dagmar Wolf, Assistentin des Technischen Direktors, Ute Seelig, Technische Leiterin, im Wasserwerk am Hochablass, Augsburg 55 GEH’N SIE MIT DER KONJUNKTUR, ... GEH’N SIE MIT AUF DIESE TOUR 11. Opernball im Großen Haus am 5. Februar 2011 Mit dem Konjunktur-Cha-Cha des Hazy-Osterwald-Sextetts laden wir Sie ein, uns durch eine rauschende Ballnacht in Anlehnung an die Fifties zu folgen. Heute oft nostalgisch verklärt als Zeit von Nierentisch und Petticoat, von Musicbox und Elvistolle, Radioschrank und Tütenlampe waren die Jahre zwischen 1950 und 1960 Ausdruck eines neuen Lebensgefühls. Der Alltag der Nachkriegszeit war geprägt von der Erleichterung, Krieg und Not überlebt zu haben. Das „Wirtschaftswunder“ ist aus der Erinnerung an die fünfziger Jahre nicht wegzudenken. Urlaub im Ausland, vorzugsweise in Italien, konnte man sich nun wieder leisten. Italien war ein Vorbild in der Mode, doch die zentrale Rolle spielte die Pariser Haute Couture. Der „New Look“ des Modeschöpfers Christian Dior gab hier den Ton an. Wir freuen uns, Sie vielleicht sogar in Petticoat oder New Look am 5. Februar 2011 zum 11. Opernball im Großen Haus begrüßen zu dürfen. Cocktails, Fliegenpilz – das Hors d’oeuvre der 50er Jahre – und exotische Köstlichkeiten wie Toast Hawaii erwarten Sie, ehe Sie Diana und Sugar Baby wieder auf das Tanzparkett locken. INFORMATION Besucherservice des Theaters Augsburg Telefon 0821.324 4900 | [email protected] 56Ursula Baier Pickartz, Leiterin der Abteilung Kommunikation und Sponsoring, Wolfgang Buchner, Vorstand des Malsaals und Leiter der Kascheur- und Tapezierwerkstätte und Intendantin Juliane Votteler im Malersaal des Theaters Augsburg 57 THEATERPÄDAGOGIK Ob mit Workshops, Führungen, Publikumsgesprächen – das Theater Augsburg öffnet sich mit einem umfangreichen Angebot Schulklassen, Lehrern, Kindern und Jugendlichen und ermöglicht seinem jungen Publikum, das Theater als aktiven Bestandteil der Stadt wahrzunehmen. Die detaillierte Übersicht über alle Projekte und Programme der Spielzeit 2010 | 2011 gibt es ab Juli 2010 als gesondertes KINDER- UND JUGENDPROGRAMM in Druckform sowie unter www.theater.augsburg.de. KINDER- UND JUGENDVORSTELLUNGEN Theater für Kinder Die kleine Hexe, Erwin, das Naturtalent Familienkonzerte Das Cello – Aus dem aufregenden Leben eines Instruments, Wagner für Kinder, Karneval der Tiere, Die Noten sind rund und ein Spiel dauert 90 Minuten (Kooperation mit dem Theater Kontrapunkt) Schulvorstellungen am Vormittag Das Tagebuch der Anne Frank, Mann ist Mann, Der Besuch der alten Dame, Blick zurück im Zorn Jugendkonzerte Die Augsburger Jazzharmoniker, Links, zwo, drrrei, vier – Märsche auf den Kopf gestellt (Kooperation mit MEHR MUSIK!) PREMIERENKLASSEN JTT – JUNGES THEATER TEAM MEHR MUSIK! KLUBS Zwei Schulklassen können pro Produktion die Entstehung einer Inszenierung verfolgen – inklusive Theaterführung, Workshop der Szenischen Interpretation, Probenbesuch, Gespräch mit dem Regieteam und schließlich dem Besuch der fertigen Inszenierung. Das jtt ist der Jugendclub des Theaters Augsburg, in dem sich Jugendliche ab 16 Jahren intensiv mit dem Theater in seinen unterschiedlichen Formen beschäftigen. Darauf aufbauend entsteht eine Produktion, die ab dem 23. Juni 2011 im Container gezeigt wird. Zwischenstände der schauspielerischen Arbeit des jtt werden im Rahmen der Reihe jtt-Werkstatt, für die auch Künstler des Ensembles mit den Jugendlichen arbeiten, im Hoffmann-Keller zu sehen sein. Im KlangTheaterKlub (Leitung: Christina Bründler, Frank Aumann) können alle theaterinteressierten MusikerInnen und alle musikinteressierten SchauspielerInnen ab 14 Jahren mitmachen: Es entstehen Raum-Klang-Kompositionen und -Performances. INS ORCHESTER GETAUCHT | INS BALLET GEBEAMT Schulklassen besuchen eine Probe des Philharmonischen Orchesters und lernen die Musiker samt Dirigenten im Gespräch kennen. Auch das Ballett öffnet seine Proben gern für interessierte Schulklassen, die im Ballettsaal die konzentrierte Arbeit an einer neuen Choreografie miterleben möchten. KOOPERATION P-SEMINAR IM G8 (für Gymnasien) Projekt-Seminare der gymnasialen Oberstufe können für eineinhalb Jahre die Kooperation mit dem Theater Augsburg eingehen: Anhand einer vorgegebenen Struktur lernen die Teilnehmer das Theater kennen und erarbeiten eigene Vermittlungsstrategien für ein junges Publikum. LEHRER-SERVICE Philharmoniker on Tour – das Philharmonische Orchester Augsburg zu Gast in der Schule: Eine musikalische Weltreise – Musik aus aller Welt, Bilder einer Ausstellung, Peter und der Wolf WORKSHOPS ZUR SZENISCHEN INTERPRETATION Als Vorbereitung eines Vorstellungsbesuchs erspielen die Teilnehmer ihre eigene Version der Handlung, die sie später auf der Bühne sehen, und reflektieren den Entstehungsprozess ihrer Interpretation. 58 Über den Lehrerverteiler der Theaterpädagogik erhalten Sie regelmäßig alle Neuigkeiten und Angebote aus der Theaterpädagogik, vom Unterrichtsmaterial bis zur Einladung zum Lehrer-Tee. Ihr eigenes Unterrichtsrepertoire können Sie durch Lehrerfortbildungen zur Szenischen Interpretation in Schauspiel und Musiktheater sowie durch die Fortbildungen des MEHR MUSIK!-Projekts zu Neuer Musik für Kinder und Jugendliche erweitern. JTT MUSIKTHEATER Seit der Spielzeit 2009 | 2010 gibt es das jtt musiktheater unter der Leitung von Jan Friedrich Eggers, Mitglied des Opernensembles: Hier erarbeiten jugendliche Musiktheaterbegeisterte gemeinsam eine eigene Produktion für den Hoffmann-Keller. Der KlangKlubElektronik (Leitung: Sebastian Giussani) vermittelt Grundlagen der elektronischen und experimentellen Klangerzeugung: An Synthesizern, Bandmaschinen, Computern und selbst gebauten Instrumenten wird experimentiert. INFORMATION UND KONTAKT Theaterpädagogik Telefon 0821. 324 4548 [email protected] STT – SENIOREN THEATER TEAM Als Pendant zum jtt treffen sich im stt ein Mal pro Woche ältere Schauspieltalente am Theater Augsburg, um die Grundlagen des Schauspiels zu erlernen und zu vertiefen. Zum Ende der Spielzeit wird jährlich eine Aufführung im Hoffmann-Keller präsentiert. KINDER- UND JUGENDCHOR Singend und spielend selbst auf der Bühne zu stehen, dieser Herausforderung stellt sich mit großer Begeisterung auch der Kinder- und Jugendchor des Theaters Augsburg unter der Leitung von Karl Andreas Mehling. 59