Studierendenkonferenz „Werbung in der Slavia“ (TUD 22.-23.06.2007) 1 Holger Kuße (TU Dresden) Werbung und Kulturverstehen. Ein didaktischer Entwurf für den Russischunterricht. 1. Lisa geht Einkaufen „Lisa geht Einkaufen“ («Лиза делает покупки») hieß vor einigen Jahren eine Rubrik auf einer der hinteren Seiten der Frauenzeitschrift „Lisa“ bzw. russisch „Liza“. Sie ist auch heute ein gängiges Produkt auf Moskauer Zeitungsständen und ebenso in Deutschland auf Russisch zu bekommen. Die Zeitung ist kein autochthon russisches Erzeugnis, sondern ein Produkt aus dem Hause „Burda“. Holger Kuße (TU Dresden): Werbung und Kulturverstehen 2 Die Seite zeigt – in dem für Illustrierte typischen Grenzbereich von Werbung und Ratgeber – „sympathische Neuheiten“ oder, wie die «симпатичные новинки» vielleicht besser zu übersetzen sind: „hübsche neue Dinge“. „Schön und dekorativ“ («Красиво и декоративно») lautet die zweite Headline über dem fröhlichen Konterfei einer gepflegten Mitzwanzigerin, um die sich ein Sammelsurium von nützlichem und weniger nützlichem Alltagsnippes gruppiert: geflochtene (Haushalts-)Körbe («Корзины для хозяйства»), bunte geschwungene CD-Regale mit dem sprechenden Namen „Musikwellen“ («Музыкальные волны»), verschiedenfarbige Portemonnaies («Разноцветные портмоне»), Babyspielzeug für das Maxicosi im Auto, das „witzige Ideen“ («Забавные идеи») verspricht, ein leuchtender Marienkäfer («Свет от жучка»), ein auf eine Art Amphore gepfropfter kugeliger Busch aus künstlichen Apfelsinen, der ein „orangenes Wunder“ («оранжевое чудо») sein soll, und schließlich für alles zusammen: die wasserdichte Tasche mit „viel Platz für Einkäufe“ («Много места для покупок»). Diese Tasche trägt das Zeitungspendant der virtuellen Kundin bereits einsatzfähig über der Schulter. Alle Produkte sind, gelb unterlegt, mit ontischen oder telischen Attributen versehen und werden in kurzen Fließtexten in ihrem Zweck und ihrer Beschaffenheit erläutert. Die Einkaufstasche ist wasserabweisend («Не боится воды») und die Portemonnaies verkörpern einen „neuen Stil“ («Новый стиль»). Die Körbe sind vielfach einsetzbar ( «На все случаи»), das Babyspielzeug garantiert eine Fahrt ohne die Mühen der Kinderbelustigung («Дорога без забот»), die CD-Regale sind „für Fans“ («Для фанов»), der Käfer „nicht nur für Kinder“ («Не только для детей») und die künstlichen Apfelsinen „für die Innenausstattung“ («Для интерьера») bestimmt. In den kleinen Fließtexten erfahren wir unter anderem, dass Regale Ordnung in die Plattensammlung bringen («Таким образом вы приведете в порядок вашу музыкальную коллекцию»), man, um die Zähne nicht zu gefährden, in die Apfelsinen nicht beißen solle («не пытаетесь их съесть – останетесь без зубов») und die Einkauftasche ideal für die praktisch veranlagte Frau sei («эта сумка просто идеальна для практичных женщин»). Am linken Seitenrand werden die Leserin oder auch der Leser mit einer Spalte der Rubrik „Humor“ («Юмор») unterhalten. Diese weist zwei Cartoons und sechs Witze mit Kalauerqualitäten auf – alles auf einem dunkelblauem Grund, der sich deutlich von der blaugrauen Unterlegung der Einkaufstipps abhebt. Soweit zur Gestaltung und den wesentlichen Inhalten der Seite, die sich auf den ersten Blick in Nichts von vergleichbaren Seiten einer Zeitschrift der gleichen Gattung in Deutschland oder einem anderen europäischen Land unterscheidet: ein typisches Produkt der ökonomischen Globalisierung. Auf den zweiten Blick jedoch fallen Details auf, in denen sich im globalen Setting des „Einerlei“ und „Überallgleich“ kulturspezifische Besonderheiten verbergen. Die erste Auffälligkeit ist die Angabe der Adressen derjenigen Geschäfte, in denen die vorgestellten Produkte zu erwerben sind: „Robinson“ im GUM, 1. Etage; „Chicco“ an der Metrostation „Kuzneckij most’“ usw. – im Unterricht eine Gelegenheit, auf dem Stadtplan nach den angegebenen Orten zu suchen. Das verrät landeskundlich etwas über die innerstädtische Moskauer Infrastruktur, allerdings noch wenig über „Kultur“ Studierendenkonferenz „Werbung in der Slavia“ (TUD 22.-23.06.2007) 3 in einem umfassenden materialen, sozialen und vor allem mentalen Sinne (zu dieser Dreigliederung s. Posner 2003). Doch auch das findet sich auf der Seite „Lisa geht Einkaufen“; und zwar in der Fließtextbeschreibung der Flechtkörbe, dem grafisch ersten Produkt, direkt unter dem Rubriktitel. Die Körbe werden wie folgt angepriesen: Симпатичные корзинки удобны не только для похода за грибами. В них можно хранить лук, яблоки и использовать даже для газет. Die hübschen Körbe sind nicht nur zum Pilzesammeln geeignet. In ihnen kann man auch Zwiebeln oder Äpfel aufbewahren. Und sogar für Zeitungen sind sie zu gebrauchen. Anderen mag es anders gehen, ich persönlich denke, altbundesrepublikanisch in den siebziger Jahren sozialisiert, bei Flechtkörben entgegen der Reihenfolge des Textes zuerst an Zeitungen, dann an Äpfel, dann vielleicht an Zwiebeln und zu aller letzt (oder auch gar nicht) an Pilze. Pilze oder vielmehr ihre kulturelle Bedeutung haben ihren Platz stattdessen im Basiswissen über Russland, im Wissen über den hohen Status, der dem „Pilzesammeln“ im kulturellen Selbstverständnis vieler Russen, gerade auch der Moskauer Stadtbevölkerung, zukommt. Diese teilweise autostereotype, zur russischen Persönlichkeit „notwendig“ gehörige Handlung des „In-den-Wald-gehens“ und „Pilzesammelns“ wird im Text werbetechnisch vorausgesetzt. Indem er an sie anknüpft, kann er unmittelbar positive Gefühle der Rezipienten evozieren und mit einem so trivialen Gegenstand wie einem geflochtenen Korb direkt das Selbstverständnis als Persönlichkeit ansprechen. Der Werbetext erfüllt somit unterschwellig eine der wesentlichen Bedingungen für die Wirksamkeit werblicher Argumentbildung: Er knüpft an einen breiten Verhaltens- und Wertekonsens an und bestätigt ihn (vgl. z.B. Хоффманн 2003, 71). Damit kontrastiert der kleine Werbetext – Zufall oder nicht – mit dem links, etwas nach unten versetzt, neben ihm stehenden Cartoon der Humorspalte. Holger Kuße (TU Dresden): Werbung und Kulturverstehen 4 Der Cartoon zeigt, in einem Krankenhausbett liegend, einen gänzlich bandagierten Patienten und seinen besorgten Arzt. „Womit sollen wir Sie denn bloß behandeln?“ («Чем же Вас лечить?!») fragt der Arzt. Darauf der Kranke: „Mit Mars, mit Snickers und mit Amaretto“ («Марсом, Сниккерсом и Амаретто»). Der Cartoon, den ich mir so in Deutschland nicht vorstellen kann, setzt die Produktpalette von internationalen Süßwaren und Alkoholika als (inzwischen schon lange) bekannt voraus, zeigt aber ihre nach wie vor bestehende Markiertheit als „westlich“ und „nicht russisch“ und das heißt als zwar „populär“, aber eben auch „dekadent“ und „irgendwie unecht“: etwas für „neue Russen“. In die standardisiert gestaltete, spannungslose Illustriertenseite ist somit ein Feld von Auto- und Heterostereotypen eingeschrieben, das didaktisch der Auftakt und der Stoff für eine Diskussion über die gegenwärtige „russische Kultur“ und „russisches kulturelles Selbstverständnis heute“ sein kann. Die besondere Spannung dieses Produkts der Trashkultur liegt eben darin, dass Auto- und Heterostereotypen nicht offensichtlich, sondern gleichsam nebenbei manifest werden und im flüchtigen Lesen kaum bewusst wahrgenommen werden können. Seine Wirkungen kann der Text bzw. können die Texte der Seite also nur entfalten, wenn die unterlegten Auto- und Heterostereotype als kollektiver Bestand beim Publikum vorauszusetzen sind. Führen uns die Illustriertenmarginalien also zu „den Russen“? Mit den einfachen Werbetexten und Witzen der Illustriertenseite ist jedenfalls ein authentisches Material gegeben, das erstens den Ausgangspunkt für ein Unterrichtsgespräch bilden kann: sei es interkulturell im Falle einer gemischt zusammengesetzten oder rein metakulturell in einer nur aus nichtrussischen Teilnehmern bestehenden Gruppe. Zweitens kann gerade das nicht offensichtliche Beispiel kultureller Stereotypenbildung die Sensibilität für die implizite kulturelle Symbolik verschiedenster Texte schärfen. M. a. W.: es geht darum, in der Textarbeit die Wahrnehmung von Kultur zu schulen. Werbung in seiner internationalen Omnipräsenz und damit interkulturellen Vergleichbarkeit bietet in seinen verschiedenen Formen (und damit auch unterschiedlichen Graden sprachlicher Schwierigkeit) eine praktikable Basis für eine kulturorientierte Didaktik. Studierendenkonferenz „Werbung in der Slavia“ (TUD 22.-23.06.2007) 5 2. Fremdsprachendidaktik und interkulturelles Lernen: Faktoren der Lehrsituation und Typen von Lernergruppen Roche (2001, 49) sieht vier Faktoren an der interkulturellen Kommunikation im Unterricht beteiligt: die Lerner, den Lehrer, das Lehrmaterial und die Fremdkultur der unterrichteten Sprache. Lerner Lehrer Lehrmaterial Fremdkultur Abb. 1: Vier Faktoren des Fremdsprachenunterrichts nach Roche (2001) Aus diesen vier Faktoren ergeben sich, so Roche (ebd.), vier mögliche Konstellationen konkreter Unterrichtssituationen: • • • • Lehrer und Lerner teilen den selben kulturellen Code, der Lehrer (z.T.) auch den der Fremdkultur und der Lehrmaterialien. Die Schüler kennen den Code der Fremdkultur nur rudimentär (Stereotypen). Der Lehrer kennt den Code der Fremdkultur und der Lehrmaterialien (Muttersprachler), die Schüler nicht. Lehrer und Lerner haben nicht den selben kul-turellen Code. Der Lehrer gehört weder zur Zielkultur noch zur Ausgangskultur (der Schüler). Alle Faktoren gehören einer anderen Kultur an. Für den Russischunterricht heute ist über diese vier Konstellationen hinaus eine wesentliche Erweiterung zu machen. • die Schüler haben einen unterschiedlichen kulturellen Hintergrund. Holger Kuße (TU Dresden): Werbung und Kulturverstehen 6 Aufgrund dieser Erweiterung ist zwischen zwei Lernergruppen zu unterscheiden, derer, die unmittelbar aus der Umgebungskultur stammen, und derer, die zumindest einen kulturellen Hintergrund in der Zielkultur des Unterrichts haben. Die gegenseitigen Beeinflussungen und notwendigen Rücksichtnahmen werden dadurch wesentlich komplizierter: Lehrer Lerner 1 (aus der Umgebungskultur) Lerner 2 (aus der Zielkultur) Umgebungskultur Zielkultur Lehrmaterial Abb. 2: An der interkulturellen Kommunikation im Unterricht beteiligte Faktoren (Modell für kulturell gemischte Gruppen) Studierendenkonferenz „Werbung in der Slavia“ (TUD 22.-23.06.2007) 7 Aus diesen Faktoren ergeben sich mehr mögliche Konstelletaionen, die für das Unterrichtsgeschehen relevant werden können. Wesentlich ist vor allem, dass die Beziehungen der beiden Lernengruppen konfliktär sein können. Grundsätzlich lassen sich die Lernersituationen von Nicht-Muttersprachlern im Fremdsprachenunterricht (A) – der ‚klassische’ Fall der Fremdsprachendidaktik –, Muttersprachler im muttersprachlichen Unterricht, der aber in eiem nichtmuttersprachlichen Schulkontext stattfindet (B), und gemischte Gruppen (C) im Fremdsprachenunterricht unterscheiden. Bei den gemischten Gruppen kann die gefühlte kulturelle Differenz gering sein (C1), aber auch eine starke und oft konfliktäre Ausprägung erfahren (C2). Bei C1-Gruppen besteht die Hauptaufgabe des Fremdsprachenlehrers hinsichtlich der sinnvollen Arbeit mit der ganzen Gruppe vor allem in der Bewältigung des unterschiedlichen Sprachniveaus von (Beinahe-)Muttersprachlern und Anfängern (zur differenzierten Einschätzung der Bezeichnung Muttersprachler s. Raecke 2007). In C2-Gruppen ist darüber hinaus eine produktive Gruppenbildung zu leisten, damit überhaupt eine Bereitschaft und Fähigkeit zum produktiven interkulturellen Ausstausch besteht. Die nachstehende Abbildung zeigt die verschiedenen Lernergruppen im Überblick. Die erfolgten und folgenden Überlegungen zum Einsatz von Werbung als Unterrichtsmaterial beziehen sich an dieser Stelle allerdings in erster Linie auf C2-Gruppen. Holger Kuße (TU Dresden): Werbung und Kulturverstehen 8 Lerner A B Nicht-Muttersprachler im Fremdsprachenunterricht Muttersprachler im muttersprachlichen Unterricht im nichtmuttersprachlichen Schulkontext C gemischte Gruppe C1 geringe gefühlte kulturelle Differenz zwischen Muttersprachlern und Nicht-Muttersprachlern C2 starke (& konfliktäre) gefühlte kulturelle Differenz zw. Muttersprachlern und Nicht-Muttersprachlern Gruppenbildung: Bereitschaft und Fähigkeit zum produktiven interkulturellen Austausch erzeugen Bewältigung des unterschiedlichen Sprachniveaus Bewältigung des unterschiedlichen Sprachniveaus produktiver interkultureller Austausch produktiver interkultureller Austausch Abb. 3: Typologie der Lernergruppen im Sprachenunterricht Studierendenkonferenz „Werbung in der Slavia“ (TUD 22.-23.06.2007) 9 3. Gespräche beginnen: Werbung im Unterricht und die Lehrkunstdidaktik Was soll und kann Werbung in der kulturbezogenen und ggf. interkulturellen Sprachlehre leisten? Im ersten Schritt liefert sie für die gesamte Gruppe C1 oder auch C 2 authentisches Material, das sprachlich auch für Anfänger zu bewältigen ist (Wortspiele, besondere Konnotationen usw., die in Werbetexten oft anzutreffen sind, können im Unterrichtsgespräch ggf. von den MuttersprachlerInnen erklärt werden), so dass eine sprachliche Niveauanpassung zwischen beiden Lernergruppen zu leisten ist, ohne künstliches und nicht selten für Lerner mit fortgeschrittenen Sprachkenntnissen langweiliges Lehrbuchmaterial verwenden zu müssen. Aber das ist noch nicht entscheidend, sondern nur ein erster Schritt. Der didaktische Erfolg für den Einsatz von Werbung im Unterricht hängt wesentlich von der Lerngruppe und von dem didaktischen Konzept ab, in dem der Einsatz von Werbung seine Motivation erfährt. Im Falle gemischter Gruppen aus Muttersprachlern und Nichtmutersprachlern, begegnen sich Lernende mit verschiedenem sprachlich-(ethnisch)kulturellem Hintergrund. In der Werbung mit ihren standardisierten diskursiven Praktiken haben beide gleichwohl eine gemeinsame Rezeptionserfahrung und teilen weitgehend die Erwartungen, die der Rezeption eines Werbetextes vorausgehen. Auf der Basis dieser Gemeinsamkeit heben sich Differenzen und Besonderheiten der „fremden“ ethnischen Kultur deutlich ab. Fremdheitserfahrungen lassen sich austauschen, weil sie auf Gemeinsamkeiten zurückgreifen können: Bei uns ist das so (in dieser Kommunikationssituation, diesem Diskurs etc.), bei euch eher so ... Werbung kann das Gespräch auf unterschiedliche Werte in den Kulturen lenken (z.B. über den genannten Cartoon aus „Liza“), ggf. zu unterschiedlichen Textwelten (Anspielungen an Literatur, Filme, Musik usw.) führen oder auch kulturtypische Artefakte zeigen wie in der folgenden Werbeanzeige der russischen Bahnen mit der Headline »В добрый путь« („Gute Reise!“). Hier fungieren die Teegläser der jungen Reisegruppe als Erkennungsmerkmal des Russischen, bekommen also über den praktischen (in russischen Bahnen wird im Fernverkehr bekanntlich Tee in eben diesen Gläsern ausgeschenkt) einen symbolischen Wert. Holger Kuße (TU Dresden): Werbung und Kulturverstehen 10 SchülerInnen im Erstkontakt zum Russischen und der russischen Kultur sind auch eine Trivialität wie die Teegläser neu, die für russisch sozialisierte SchülerInnen selbstverständlich sein können. In der externen Reflexion ist die betrachtete Kultur bzw. das betrachtete kulturelle Phänomen auf der Ebene eines Werbetextes allerdings für alle Seiten „fremd“, da sie in der bewussten Reflexion der kulturellen Selbstverständlichkeit entrissen wird. Lernen in der Reflexion auf Werbetexte operiert somit grundsätzlich mit dem Merkmal der Fremdheit des (allzu) Vertrauten. „Kultur“ wird in ihrer Zeichenhaftigkeit bewusst, indem das unerkannte, weil vertraute kulturelle Objekt unvertraut wird. Studierendenkonferenz „Werbung in der Slavia“ (TUD 22.-23.06.2007) 11 Lehrkunstdidaktik Das didaktische Verfahren der Fremdwerdung des Vertrauten knüpft methodisch an die Lehrkunstdidaktik von Martin Wagenschein (1896-1988) oder auch Horst Rumpf (*1930) an (vgl. Wagenschein 1988; 1989; 1997; 2002; Rumpf 1987). In ihr wird neues Wissen über die Erfahrung der Unvertrautheit des scheinbar Vertrauten erworben. In dem von Wagenschein zunächst und primär für den naturwissenschaftlichen Unterricht entwickelten Konzept sollen Selbstverständlichkeiten als unverstanden und (er)klärungsbedürftig erkannt, Sicherheiten durch Verunsicherung ersetzt und schließlich in Erklärung und Verstehen überführt werden: Eine bemerkenswerte Überschriftzeile in Wagenschein (2002, 58) lautet: Notwendige Eigenschaften des Problems („Immer wieder sonderbar“) Martin Wagenschein (1896-1988) Wagenschein (1997, 75-124) beschreibt die Kunst des Lehrens, die die Didaktik sein soll, als eine genetisch-sokratisch-exemplarische Methode, deren allgemeines pädagogisches Prinzip wiederum genetisch ist (das unterrichtsbezogene didaktische Merkmal fungiert also zugleich als pädagogischer Oberbegriff): Genetisch genetisch-sokratisch-exemplarisch „Genetisch“, sagt Wagenschein, „gehört zur Grundstimmung des Pädagogischen überhaupt. Pädagogik hat mit dem Werdenden zu tun: mit dem werdenden Menschen und – im Unterricht, als Didaktik – mit dem Werden des Wissens in ihm“ (Wagenschein 1997, 75). Diesem Grundprinzip ist das sokratische Lehren und Lernen zugeordnet, da sich das Werden des Wissens am wirksamsten im Gespräch vollziehe und – sokratisch nicht zu vergessen – in Bewegung gerät in der produktiven Verunsicherung durch das Staunen „darüber, dass man zu wissen meint, was man nicht weiß“. Da sich aber das genetisch-sokratische Verfahren auf „muße-fordernde“ (nicht „zeitraubende“) Themen und Themenkreise beschränken muss, denn wie an- Holger Kuße (TU Dresden): Werbung und Kulturverstehen 12 ders könnte sonst Werden zugelassen und Gespräch geübt werden, ist die Methode notwendig exemplarisch (Wagenschein 1997, 75f., 95). Damit ist nun nicht gemeint, das nicht auch Stoff informativ dargelegt und zügig „durchgenommen“ werden kann und sollte. „Wagenschein war nie ein Vertreter einer Monokultur des Lernens“, stellt Rumpf (2002, 17) fest. Entscheidend ist jedoch, das die Fähigkeit des Entdeckens und des Verstehens im Akt des Verweilens und seinen „Wissenstugenden der Aufmerksamkeit“ wie „Inständigkeit, Gelassenheit, Treue zum Phänomen“ entwickelt und gegen ein Lehren und Lernen als „Erledigungsmaschinerie“ zur Produktion von „Scheinwissen“ behauptet werden (ebd., 11; vgl. Wagenschein 1989, 107). Denn, so Rumpf weiter über Wagenscheins didaktische Begründung: „wer nicht irgendwo verstanden und erlebt hat, was wirklich passiert, wenn einem etwas aufgeht oder nahe kommt, der weiß nicht, was er tut, wenn er informative Überblicke häuft oder Stoffe paukt“ (Rumpf 2002, 17f.). Diese Forderungen einer schulpraktisch aus den Erfahrungen der Reformpädagogik, wie sie in den zwanziger Jahren an der hessischen Odenwaldschule geübt wurde, und theoretisch in der Phänomenologie beheimateten Didaktik Wagenscheins sind heute nicht weniger aktuell als vor einem halben Jahrhundert; ja in manchem vielleicht sogar noch dringlicher als zur Zeit ihrer „unmittelbaren Aktualität“: „Wissen, Erkenntnisse im eigenen Kopf, durch Nachdenken, im Gespräch entstehen zu lassen, das scheint im Zeitalter der sich steigernden Wissensproduktion durch Experten und der sich gleichfalls beschleunigenden Techniken, Wissen auszubreiten, nicht mehr recht aktuell“ (Rumpf 2002, 8). Aber: „Je leichter Wissen zugänglich wird, umso dringlicher wird die Besinnung auf seine Eigenarten und auf die Umgangsformen mit diesem Wissen“ (ebd.). Daran lässt sich – für den Sprach- und Kulturunterricht – anschließen: Gerade weil wir alltagsweltlich von Massenprodukten des schnellen Augen- und Ohrenkonsums umgeben sind, die einschnappen, aber nicht erfahren, ja im strengen Sinne des Wortes nicht einmal wahrgenommen werden wollen, muss die Aufgabe der Didaktik – ganz im Gegensatz zur bildungspolitischen Beschleunigungsrhetorik nach dem „Pisaschock“ – die kontrollierte, wahrnehmungsschärfende und Erkenntnis/Verstehen ermöglichende Verlangsamung sein. Fremdsprachendidaktik Wagenschein dachte und schrieb für die Didaktik des Physik- und des Mathematikunterrichts (z.B. Wagenschein 1988), kultur- und sprachbezogene Fächer blieben ihm weitgehend fremd. Das hat seinen Grund sicher in der fachwissenschaftlichen Ausrichtung: Wagenschein war eben Physiker und Mathematiker. Der zweite Grund der kulturwissenschaftlichen Abstinenz ist, von Wagenschein selbst meines Wissens nie explizit reflektiert, die Sprachlichkeit und Kulturalität der Phänomene selbst, mit denen wir es in den geisteswissenschaftlichen Fächern zu tun haben. Wenn Wagenschein sagt: „Rettet die Phänomene!“ – wie ein Kapitel in den autobiographischen „Erinnerungen für morgen“ überschrieben ist (Wagenschein 1989, 108; s. auch 1988, 90ff.) –, so meint er die Phänomene der Natur, die durch sprachlich-kulturelle Überformung der staunenden Wahrnehmung unzugänglich geworden sind. Übertragen wir die Forderung auf die Lehre von Fremdsprachen, von Literatur, Geschichte und Studierendenkonferenz „Werbung in der Slavia“ (TUD 22.-23.06.2007) 13 Kultur im weitesten Sinne, so kommt es notgedrungen zu einer Dopplung: Die Phänomene, deren Wahrnehmung durch sprachlich-kulturelle Stereotypisierung verdunkelt wird, sind selbst sprachlich-kulturell. Diese „Rückkopplung“ von Phänomen und Repräsentation des Phänomens – in der Nachfolge der Phänomenologie seit den sechziger Jahren wurde sie nicht zufällig zu dem Thema intellektueller Strömungen wie dem „Neostrukturalismus“, „Dekonstruktivismus“ usw. (Foucault, Deleuze, Guatarri, Derrida u.a.) – , verlangt eine angepasste Form der Lehrkunst, nötigt aber keinesfalls zu einer Abkehr von der genetischsokratisch-exemplarischen Methode. Im Falle der Fremdsprachendidaktik kommt der Gegenstand, die jeweils fremde Sprache, dem genetischen Prinzip sogar entgegen, wenn die natürliche Fremdheit nicht als Übelstand, sondern als Reiz und exemplarische (exemplarisch auch für andere Fächer) Lehr- und Lernchance aufgefasst und aufgenommen wird. Die natürlich gegebene Verlangsamung des VerstehenKönnens, die Hemmnis eines schnellen, aber vermeintlichen Begreifens und Abspeicherns von Scheinwissen schafft die natürliche Voraussetzung zur lehrkunstdidaktisch eingeforderten Verlangsamung des Blicks, der Wahrnehmung, des Verständnisses. Die Fremdsprachendidaktik ist deshalb ein ideales Terrain zur Einführung in die Praxis der genetischen Methode. Im Folgenden soll es vor allem um die geschärfte Wahrnehmung von Kultur und die daraus erwachsende Fähigkeit zum Kulturverstehen im und durch den Fremdsprachenunterricht gehen. Ich komme zum Eingangsbeispiel, zur „Einkaufseite“ aus „Lisa“ zurück. Wird eine Seite wie diese zum Gegenstand des Fremdsprachenunterrichts, in dem Texte erst einmal übersetzt werden müssen, so findet eine Verlangsamung der Wahrnehmung eines typischen „Minutenprodukts“ der medialen und konsumistischen Massen- und Schnellwahrnehmungswelt statt, durch die der Blick auf kulturelle Bruchstellen oder auch die Spitzen der Eisberge der Alltagskultur gelenkt wird – je nachdem, ob wir das gegebene Phänomen inter- oder intrakulturell betrachten. Ich komme damit speziell zur Kulturvermittlung im Fremdsprachenunterricht. Die genetisch-sokratische-exemplarische Lehrkunst lenkt den Blick auf das Unvertraute und Unverstandene im Vertrauten, auf die „immer wieder sonderbaren“ notwendigen Eigenschaften des Problems (s.o.): Was gibt es zu entdecken? Was ist nicht verstanden? In der Kultur: Welche verdeckten kulturellen Markierungen, Voraussetzungen oder auch impliziten Botschaften, die – in Sekundenschnelle – einfach so „mitkonsumiert“ werden, nimmt die verlangsamte Wahrnehmung wahr? Welche kulturspezifischen Eigenheiten und Differenzen zu uns selbst werden sichtbar? Dieses Verfahren lässt sich sehr gut auch auf sprachliche und im weiten Sinne kulturelle Gegenstände übertragen. Ich hatte schon damit begonnen: Vertraut ist die Illustriertenseite, und es ist nicht gleich ersichtlich, was kulturell daraus zu lernen ist. Unvertraut wird die Seite durch den gelenkten Blick: Wenn wir fragen: Warum wird bei Flechtkörben zuallererst an Pilze gedacht? – und weiter: Warum sind Pilze eine kulturelle Selbstverständlichkeit in Russland, in Deutschland (in weiten Teilen zumindest) aber nicht? Was verbindet sich mit Pilzesammeln usw.? Holger Kuße (TU Dresden): Werbung und Kulturverstehen 14 4. Bearbeitungsmöglichkeiten. Aufgabenstellungen Die Seite „Lisa geht Einkaufen“ ist in ihrem Aufbau vermutlich allen SchülerInnen vertraut. Die Aufgabe lautet nun: • Was ist aus deutscher Sicht auffällig. Was ist „typisch russisch“? Auf folgende Textteile kann als Basis für Unterrichtsgespräche die Aufmerksamkeit der SchülerInnen gelenkt werden. • • • Fließtextbeschreibung der Flechtkörbe Cartoon am Seitenrand Die Adressen von Geschäften unter den einzelnen Artikeln: „Robinson“ im GUM, 1. Etage „Chicco“ an der Metrostation „Kuzneckij most’“ usw. Bearbeitungsmöglichkeiten: • Diskussion eines Soziofakts („Pilzesammeln“) als primäre Assoziation zu bestimmten Artefakten sowie als nationaler Wert und Identitätssymbol. • Fortführung des Themas mit anderen Texten; z.B. (aus einer Moskauer Restaurantzeitung, 2006): Любителям шампионов – совет от наших шеф-поваров: используйте отечественные грибы. Они выращиваются на натуральном субстрате, поэтому, в отличие от польских, практически не ужариваются и на вкус гораздо нежнее. А всем любителям лесных грибов – удачи на тихой охоте, сезон которой в самом разгаре! (Gde est’, Moskau 09-2006) Den Freunden von Champignons raten unsere Chefköche: Nehmen Sie einheimische Pilze. Da sie auf natürlichem Nährboden gezogen sind, schrumpeln sie – im Unterschied zu den polnischen – beim Braten praktisch nicht ein und haben einen entschieden zarteren Geschmack. Und allen Freunden von Waldpilzen: Viel Glück bei der stillen Jagd. Es ist Hochsaison. • Diskussion des Cartoons und seines spezifisch russischen Witzes als Einstieg in Fragen des kulturellen Umbruchs und seiner sozialen Erscheinungen („Neue Russen“). • Fremdsprachendidaktisch: Grammatische und pragmalinguistische Diskussion: Instrumentalgebrauch, Vergleich mit der Wortverbindung snikkersy i marsy für „billiger Kleinkram“ (s. Ertelt-Vieth 2005, 259). Studierendenkonferenz „Werbung in der Slavia“ (TUD 22.-23.06.2007) 15 • Süßigkeiten und Emotionen: Welche Süßigkeiten sind besonders wichtig in Erinnerung und persönlicher Lebensgegenwart (interkultureller Austausch). • Landeskundlich: Zuordnung der Adressen auf dem Moskauer Stadtplan. Heute sieht die analoge Rubrik zu „Lisa geht Einkaufen“ anders aus. Das Papier der Zeitung hat insgesamt eine höhere Qualität, der Druck ist klarer und das Design (in Maßen) frecher. In einer Nummer des Jahres 2007 finden wir das Nippes-Sammelsurium thematisch dem Gesundheitsbereich zugeordnet und unter die Überschrift «В гости к Αйболиту» („Zu Gast zu Ajbolit“) gesetzt. Daraus ergibt sich die Aufgabe, Zeitungsausgaben zu vergleichen und ggf. auch auf den sozialen Wandel in Russland einzugehen (dies im Unterrichtsgespräch vor allem dann, wenn die Schülerinnen und Schüler der „muttersprachlichen“ Lernergruppe eigenes Erfahrungswissen einbringen können). Die Figur des Doktor Ajbolit kann den Anlass zu einem Gespräch über verschiedene Kinderbuchfiguren in Deutschland und Russland geben. Holger Kuße (TU Dresden): Werbung und Kulturverstehen 16 5. Weitere Beispiele Werbung aus einer russischen Ausgabe der Zeitschrift „Lisa“ (2006) Aufgaben • Übersetzung der Werbetexte sowie analoger deutsche Texte ins Russische (eventuell jeweils mit Hilfe der russischen bzw. deutschen Vergleichstexte). Schülergruppen fragen gegenseitig, ob der Sinn und der Werbecharakter durch die Übersetzungen getroffen wurde. • Diskussion über verschiedene Raumerfahrungen (Weite, Entfernungen etc.) in Deutschland und Russland sowie über die Opposition von „Fremde“ und „Heimat“ anhand des Fließtextes: В таком виде вы можете не только исследовать чужие страны, но и путешествовать по родным просторам. In diesem outfit können Sie fremde Länder erforschen, sondern über unsere heimischen Weiten bereisen. Studierendenkonferenz „Werbung in der Slavia“ (TUD 22.-23.06.2007) 17 Werbeanzeigen, die zu gesellschaftsbezogenen Themenstellungen hinführen Российское значит отличное. Первый персональный компьютер с квантовым процессором «Александр III». Russisch (Russländisch) bedeutet hervorragend. Der erste PC mit dem Quantenprozessor „Aleksandr III“. Die Anzeige ist ungewöhnlich, da High-Tech-Produkte in der Regel nicht mit nationalen kulturellen Artefakten und Werten beworben werden (vgl. Dmoch 2003), hier der PC jedoch mit nationalen russischen bzw. sowjetischen Attributen (Artefakten), dem Teeglas und einer Papirosa, zusammen vorkommt. Daraus ergeben sich Themen für Unterrichtsgespräche: • • • Historischer Hintergrund: Wer war Aleksandr III.? Landeskundlich: Was verbinden die SchülerInnen mit dem Teeglas und der Zigarette? Welche nationalen Artefakte kennen Sie noch? Aktuell: Welche Einstellung haben die SchülerInnen zu Patriotismus und nationaler Nostalgie (hier: Sowjetnostalgie in Verbindung mit Erinnerungen an die Zarenzeit!) Holger Kuße (TU Dresden): Werbung und Kulturverstehen 18 An eine Anzeige wie die für den Quantenprozessor „Aleksandr III“ kann die Arbeit mit einer Anzeige wie der folgenden anknüpfen: Стиль определяет качество [Русский стиль] Der Stil bestimmt die Qualität [Russischer Stil] • Geschichtlicher Hintergrund: Erkennen der Anspielung in der Headline an die marxistische Losung „Das Sein bestimmt das Bewusstsein“ Fragestellungen: • • • Was wird mit Modernität, Aktualität, aber auch mit ästhetischen Werten in Russland heute verbunden? Lässt sich die gleiche Werbung (mit einer deutschen Zigarettenmarke) und der Headline „Deutscher Stil“ vorstellen? Welche Rolle des Rauchens wird suggeriert? Welche Männerrolle? Studierendenkonferenz „Werbung in der Slavia“ (TUD 22.-23.06.2007) 19 Mit der nächsten Anzeige ist eine Thematisierung der Frauenrolle in Russland (im Vergleich zu Deutschland) in der letzten Dekade denkbar: Как ей удается все успевать? Ее семья всегда накормлена. Гости любят ее дом. Ей делают комплименты. Незнакомые мужщины оборачиваются в ее сторону. У нее есть время заняться собой. Просто она доверила рутинный домашный труд нашей технике. ГОРЕНЬЕ – продлите свой день! Wie schafft sie das alles? Ihre Familie ist immer versorgt. Die Gäste lieben ihr Haus. Man macht ihr Komplimente. Unbekannte Männer drehen sich nach ihr um. Sie hat Zeit, sich um sich selbst zu kümmern. Sie hat einfach die tägliche Hausarbeit unserer Technik anvertraut. Gorenje - verlängern Sie ihren Tag. Holger Kuße (TU Dresden): Werbung und Kulturverstehen 20 Fragestellungen: • Welche Werte werden im Text versprachlicht (Familie, Gastfreundlschaft, weibliche Attraktivität). • Was verrät die Kleidung? (Modernität, Wohlstand). An diese Anzeige könnte ein Rollspiel oder eine Geschichte anschließen: • Wie sieht die Familie aus? Welche Konflikte spielen sich im Hintergrund ab? Ist die Frau Hausfrau oder geht sie auch einem Beruf nach? Wann entschließt sich die Familie eine „guvernantka“ einzustellen? In Kursen für stark fortgeschrittene LernerInnen ist eine Anzeige aus dem hochpreisigen Bereich (Design, Innenausstattung) als Hinführung zu Aleksandr Puškins Erzählung „Der Schuss“ («Выстрел»). Классика вне времени. Александр Пушкин «Выстрел». Zeitlose Klassiker. Aleksandr Puškin „Der Schuss“. Im Zusammenhang mit der Lektüre der Erzählung lassen sich zum Beispiel folgende Fragen formulieren: • • Was entspricht der berühmten „Schussszene“ in der Erzählung? Was unterscheidet sich? Welche Artefakte (und damit Anachronismen) lassen sich erkennen? Studierendenkonferenz „Werbung in der Slavia“ (TUD 22.-23.06.2007) 21 Literaturhinweise Хоффманн, Э. 2003. 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