Passivhaus Objektdokumentation - Hems

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Passivhaus
Objektdokumentation
PLUSHAUS IN PASSIVHAUSBAUWEISE
EINFAMILIENHAUS IN AUGSBURG
Verantwortlicher Planer
Werner Friedl, Dipl.-Ing. (FH)
www.architekt-friedl.de
Architekturbüro Friedl
[email protected]
Das überdurchschnittlich ausgestattete PLUSHAUS in Passivhausbauweise wurde für eine Familie mit
drei Kindern im innerstädtischen Bereich von Augsburg errichtet. Bezogen auf den
Jahresheizwärmebedarf produziert das zweigeschossige Einfamilienhaus mit beheiztem Keller einen
jährlichen Energieüberschuss von ca. 35%. Eine weitere Besonderheit ist der bilanziert betrachtete
„negative Primärenergiekennwert“ für Warmwasser, Heizung und Hilfsstrom. Dieser „negative
Primärenergiekennwert“ für das Passivhaus wird erreicht durch den Einsatz von Biomasse in
Kombination mit solarer Heizungsunterstützung und einer Fotovoltaikanlage.
Besonderheiten:
Plusstandard durch Fassadenkollektoren u. Fotovoltaik, Biomasse zur
Restbeheizung, Regenwassernutzung, ….
U-Wert Außenwand
0,103 W/(m²K)
PHPP Jahres-
U-Wert Bodenplatte
0,103 W/(m²K)
Heizwärmebedarf
U-Wert Dach
0,076 W/(m²K)
PHPP Primärenergie
48 / 8* / - 8**
U-Wert Fenster
0,76 W/(m²K)
*ohne Haushaltsstrom
kWh/(m²a)
12 kWh/(m²a)
**Bilanziert m. PV
Wärmerückgewinnung
88 %
PLUSHAUS in Passivhausbauweise
Drucktest n50
1
0,2 h-1
www.ARCHITEKT-FRIEDL.de
(Fotos und Pläne © Architekt Friedl / Objektdokumentation © Architekt Friedl & Passivhausinstitut)
(Stand April 2008)
Inhalt
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1 Kurzbeschreibung ........................................................................................................................ 2 2 Die wichtigsten Kennwerte ......................................................................................................... 4 3 Ansichten außen .......................................................................................................................... 5 3.1 Gebäudeansichten ................................................................................................................... 5 3.2 Ansichten im Detail ................................................................................................................. 6 4 Innenraum ................................................................................................................................... 8 5 Schnittzeichnungen ..................................................................................................................... 9 6 Grundrisse ................................................................................................................................. 10 6 Konstruktionsdetails der Passivhaus ‐Hülle und ‐Technik ......................................................... 13 6.1 Konstruktion inkl. Dämmung der Bodenplatte mit Anschlusspunkten zu AW / IW .............. 13 6.2 Konstruktion inkl. Dämmung der Außenwände mit Anschlussp. zu ander. Wänden ........... 14 6.3 Konstruktion inkl. Dämmung des Daches mit Anschlusspunkten zu AW / IW ...................... 17 6.4 Fensterschnitte inkl. Einbauzeichnung, Fenstertyp / Kennwerte ......................................... 19 6.5 Beschreibung der luftdichten Hülle, Dokumentation des Drucktestergebnisses ................. 20 6.6 Lüftungsplanung Kanalnetz ................................................................................................... 25 6.7 Lüftungsplanung Zentraleinheit ............................................................................................ 27 6.7 Wärmeversorgung ................................................................................................................. 27 7 Baukosten des Plushauses ‐ Baujahr ‐ Bauzeit ........................................................................ 29 8 Kurzdokumentation wichtiger PHPP Ergebnisse ....................................................................... 30 9 Projektbeteiligte ........................................................................................................................ 31 10 Erfahrungen der Bewohner / Verbrauchswerte .................................................................... 32 11 Veröffentlichungen ................................................................................................................ 32 12 Tag des Passivhauses ............................................................................................................. 33 Kurzbeschreibung
Im Jahr 2005 wurde das Architekturbüro Friedl aus Adelzhausen mit der Planung des Passivhauses in
Augsburg-Hochzoll für eine Familie mit drei Kindern beauftragt. Die Bauherrenfamilie wurde durch
eine Veröffentlichung des Architekten im Buch „Neue Passivhäuser“, erschienen bereits 2003 im
Callwey-Verlag, auf das Architekturbüro aufmerksam. Von Anfang an stand fest ein Passivhaus zu
bauen. Im Zuge der Entwurfsplanung und der energetischen Optimierung der Gebäudehülle und
Anlagentechnik wurde der Plusstandard realisiert. Es handelt sich um das erste „Qualitätsgeprüfte
zertifizierte Passivhaus“ in Augsburg.
Aus ökologischer Sicht kam für den geringen Restheizbedarf zur Abdeckung von Spitzenlasten als
Energieträger nur ein nachwachsender Rohstoff in Betracht. Mittels eines kleinen Pellet-Primärofens
wurde dies realisiert. Eine Wärmepumpe wurde aus ökologischer Sicht abgelehnt. Im Gespräch war
kurzzeitig ein mit Pellets betriebenes Mini-BHKW. Der Hersteller konnte aber kein funktionstüchtiges
Gerät garantieren, bis heute nicht.
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Städtebaulich betrachtet liegt das Baugrundstück im innerstädtischen Bereich von Augsburg-Hochzoll.
Der Lech liegt in unmittelbarer Blickrichtung vom Gebäude. Man kann das Rauschen des fließenden
Wassers hören. Eine „Welle des Lechs“ hat dem Gebäude das Erscheinungsbild der Wellenform
gegeben. So beruhigend das Wasserrauschen am Tage auch sein mag, abends könnte man sich
gestört fühlen. Aber im Passivhaus bleiben bekanntlich die Fenster geschlossen und somit ist für
erholsamen Schlaf gesorgt.
Die Nachbarbebauung besteht aus Wohngebäudebestand und neuen Reihen- und Einzelhäusern.
Das exklusive Baugrundstück wurde optimal bebaut. Der Carport ist ein Grenzbau und bildet durch
den fließenden Übergang zum Wohngebäude eine Einheit. Baurechtlich wurden ausnahmslos alle
Belange eingehalten. Durch die dichte Nachbarbebauung war die Schaffung von öffentlichen,
halböffentlichen und privaten Zonen im Außenbereich wichtig.
Profitiert haben die Bauherren von der langjährigen Passivhauserfahrung des Architekten. Es wurden
die Varianten Massivbau und Holzbau untersucht. Ebenso wurden in der Anlagentechnik
verschiedene innovative Konzepte besprochen.
Wert wurde auf einen überdurchschnittlichen Wohnkomfort gelegt. Deshalb kam eine
kostengünstigere Zuluftheizung im Lüftungssystem nicht in Frage. Dieser Ansatz „Beheizung im
Lüftungssystem“ entspräche eher dem kostengünstigen sozialen Wohnungsbau mit all den
Nachteilen, wie zum Beispiel der Gefahr von zu trockener Raumluft oder kalten Bodenbelägen (z.B.
bei Fliesen). Beheizt wird nur über Flächenheizungen im Fußbodenbereich. Somit können auch
Schlafräume und Bäder unterschiedlich temperiert werden. So wurde speziell für den im Wohnzimmer
aufgestellten Pelletofen ein automatisches Beschickungssystem zur Komfortverbesserung entwickelt.
Das Pelletlager im Keller reicht vollgefüllt über viele Jahre.
Eine hochwertige Videosprechanlage ist ebenfalls vorhanden.
Das Regenwasser wird auf dem Grundstück in einem ca. 7.000 Liter fassenden Erdspeicher
gesammelt und für die 4 Toiletten zur Spülung benutzt. Die beiden Außenwasserhähne sind an das
Regenwassernetz angeschlossen. Ist der Regenspeicher leer, dann erfolgt eine automatische
Umschaltung an das reguläre Trinkwassernetz.
Besonderen Wert wurde auf den sommerlichen Wärmeschutz gelegt. Das Architekturbüro hatte
bereits Passivhauserfahrungen in Holz- und auch in Massivbauweise. Ein „kühles“ Gebäude ist bei
Passivhäusern in Massivbauweise im Sommer einfacher sicherzustellen. Die Temperaturen des
gebauten Plushauses werden bei korrekt funktionierendem Sonnenschutz und korrekter
Sommerlüftung im Sommer unter 24 ° C bleiben.
Das Highlight des Passivhauses ist der Plusstandard. Bezogen auf den Jahresheizwärmebedarf
produziert das Gebäude bilanziert betrachtet ca. 35 % überschüssige Energie. Diese überschüssige
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Energie wird als Strom ins Netz eingespeist und vergütet. Besonderheit ist der bilanziert betrachtete
„negative Primärenergiekennwert von – 8 kWh/(m²a)“ für Warmwasser, Heizung und Hilfsstrom.
Erreicht wird dies durch den Einsatz von Biomasse als Energieträger in Kombination mit einer solaren
Heizungsunterstützung und in Verbindung mit einer Fotovoltaikanlage. Sinnvollerweise wurde die
Spülmaschine und die Waschmaschine direkt an das Warmwassernetz des 750 Liter Pufferspeichers
angeschlossen. Dadurch wird weitere elektrische Energie eingespart, was sich primärenergetisch
betrachtet ebenfalls positiv auswirkt.
Besonderheiten:
• Plusstandard in Passivhausbauweise (bezogen auf den Jahresheizwärmebedarf)
• „Negativer Primärenergiekennwert“ (bezogen auf WW, Heizung und Hilfsstrom)
• „Flexible Fotovoltaikanlage“ dem 3-dimensional gekrümmten Dachverlauf folgend
• Großflächige Fassadenkollektoren zur solaren Wärmegewinnung
• Dachbegrünung im sichtbaren Bereich
• Regenwassernutzung für WC und Garten
• Biomasse für die Wärmeerzeugung zur Spitzenlastabdeckung
• Erhöhter sommerlicher Wärmeschutz durch die Massivbauweise
• …..
2
Die wichtigsten Kennwerte
•
PHPP Jahres-Heizwärmebedarf
•
Drucktest n50
•
U-Wert Außenwand
ƒ EG/OG
ƒ KG gegen Erdreich
ƒ Souterrain
ƒ Wandscheibe
Bodenplatte
Dächer
ƒ Hauptdach
ƒ Erkerdach
Öffnungen
ƒ Fenster
ƒ Fenster g-Wert
ƒ Haustüre
Wärmerückgewinnung
Biomasse als Energieträger für Spitzenlasten
Solarer Wärmebeitrag d. Fassadenkollektoren
Einsparung durch Solarstromerzeugung
Primärenergiekennwerte
a) WW, Heizung, Hilfs- u. Haushaltsstrom
•
•
•
•
•
•
•
•
12 kWh/(m²a)
0,2 h-1
0,103 W/(m²K)
0,160 W/(m²K)
0,135 W/(m²K)
0,095 W/(m²K)
0,103 W/(m²K)
0,076 W/(m²K)
0,127 W/(m²K)
0,76 W/(m²K)
54 %
0,71 W/(m²K)
88 %
2 461 kWh/a
2 135 kWh/a
b) WW, Heizung u. Hilfsstrom
ƒ Einsparung durch solar erzeugten Strom
Bilanziert betrachtet:
PLUSHAUS in Passivhausbauweise
=> „Negativ“
4
+ 48 kWh/(m²a)
+ 8 kWh/(m²a)
- 16 kWh/(m²a)
- 8 kWh/(m²a)
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3.1
Ansichten außen
Gebäudeansichten
Ansicht von Südwest mit Ausrichtung auf den naheliegenden Lech.
Die Außenanlagen wurden zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgeführt.
Ansicht von Südost im Sichtbereich der Dachwelle extensiv begrünt..
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Ansicht von Nordost mit dem Geräteschuppen zur Raumbildung.
Letzte Malerarbeiten wurden zu diesem Zeitpunkt ausgeführt.
3.2
Ansichten im Detail
Ansicht von Südwest mit dem dunklen Erker zur Höhenstaffelung des Bauwerks.
Im rechten Bild sind die Fassadenkollektoren von den Passivhausfenstern eingerahmt.
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Im Sichtbereich
extensiv begrünt.
wurde
die
„Welle“
Die Verlegezeit für die Vegetationsmatten
betrug
nur
einen
halben
Tag.
Die
Vegetationsmatten
kamen
auf
Trägermaterial
vorkultiviert,
um
aufwendige
Schubsicherungen
einzusparen.
Detailansicht der Dachbegrünung
Eine weitere Besonderheit sind die
„flexiblen“
in
die
Dachabdichtung
integrierten Fotovoltaikmodule. Diese
Module passen sich dem dreidimensional
gekrümmten Dach optimal an und
wandeln solare Strahlungsenergie direkt
in elektrischen Strom um.
Detailansicht der
„flexiblen Fotovoltaikanlage“
Die 13,80 m2 wirksame Fassadenkollektorfläche
erwärmt den Pufferspeicher. Aus dem Pufferspeicher
wird die erforderliche Energie für Beheizung und zur
Warmwasserbereitung bezogen.
Die wärmebrückenfreie Befestigung an der mit
300mm
gedämmten
Außenwand
erforderte
Sonderkonstruktionen.
Detailansicht eines
Fassadenkollektors
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Innenraum
Als einziger Wärmeerzeuger im Haus
wurde zur Abdeckung von Spitzenlasten
ein innovativer geräuschloser PelletPrimärofen-Kessel eingebaut.
Einzig die Pellets hört man in den
Brennertopf fallen. Man kann praktisch die
erforderliche
„Energie
sehen
und
genießen“. Aber in diesem PLUSHAUS
fallen die Pellets bekanntlich nicht so
häufig in den Brennertopf.
Zum Einsatz kam außerdem ein eigens
entwickeltes automatisches Befüllsystem
für die Pellets. Mehr hierzu in den
Konstruktionsdetails.
Detailansicht des Pelletofens
Wohn- / Essbereich, im Hintergrund der Pellet-Primärofen
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Schnittzeichnungen
Längsschnitt
Gut erkennbar ist die gedämmte und luftdichte „Thermische Hülle“. Die Dämmschalen sind im Schnitt
gelb dargestellt.
Der Keller befindet sich komplett innerhalb des beheizten Bereiches. Deshalb sind auch keine
Anforderungen bezüglich der Luftdichtheit vom Keller- ins Erdgeschoß einzuhalten. Im Westbereich
wird der Keller durch das Souterrain mit Tageslicht versorgt.
Bis auf das Dachtragwerk und der (roten) Wandscheibe im Erdgeschoss handelt es sich beim
Gebäude um einen Massivbau mit davorliegender Superdämmschale. Im Erd- und Obergeschoss,
bestehend
aus
tragender
175mm
Kalksandsteinwand
mit
300mm
starkem
Wärmedämmverbundsystem. Die Bodenplatte ist unterseitig mit XPS-Dämmstoff lückenlos gedämmt.
Für die untypische dreidimensional gekrümmte Dachform haben alle Holzstegträger
unterschiedliche Auflagerhöhen erhalten. Die entsprechenden unterschiedlichen Auflagerhöhen
wurden vom Betonbauer zentimetergenau hergestellt.
Die Hebeanlage im Bereich der Bodenplatte wurde im Rahmen der Bauausführung ohne
Pumpensumpf realisiert. Diese Vereinfachung bringt nochmals eine verbesserte Dämmhülle mit sich.
Nach Abwägung der Vor- und Nachteile von Holzbauweise zur Massivbauweise entschlossen sich die
Bauherren schließlich für die Massivbauweise. Grund hierfür ist der erheblich bessere sommerliche
Wärmeschutz.
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Querschnitt
Die Schnittebene zeigt den Flurbereich im Obergeschoss mit der geringsten lichten Raumhöhe. Die
Dachentwässerung erfolgt im Sickenbereich des Hauptdaches in eine Kastenrinne. Im Bereich des
Carportes erfolgt die Dachentwässerung in die traufseitige Kastenrinne an der Grundstücksgrenze.
Auch im Querschnitt ist die „Thermische Hülle“ deutlich erkennbar.
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Grundrisse
Auf dem 525 m2 Grundstück sollte vom Architekten ein „großes Raumprogramm“ realisiert werden.
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Um eine „menschliche Architektur“ sicherzustellen wurde im Entwurf Wert auf eine „Leichtigkeit in der
Architektur“ gelegt. Deshalb gibt es auch keine geschlossene Garage um die sichtbare Baumasse zu
verringern. Vielmehr gibt die Transparenz des Carportbereiches mit dem darüber liegenden
Bogendach dem Baukörper erst die “Dynamik der Welle” und die gewünschte “Leichtigkeit”.
Außerdem ist vorgesehen den überdachten Carportbereich als multifunktionalen Freiraum zum
Spielen für die Kinder oder für Sommernachtsfeste zu nutzen.
Bei dem Wohngebäude handelt es sich um einen “einhüftigen” Grundriss mit Erschließungszone im
Norden sowie Wohn- / Schlafbereich im Süden.
Besonders wichtig war der offene Koch-/Ess- und Wohnbereich. Jedes Familienmitglied ist in diesen
offenen Räumen Teil des ganzen Familienverbundes und kann sich diesem nicht entziehen.
Individualräume sind im Obergeschoss ausreichend vorhanden. Ein hochwertiger Heimkinoraum mit
Großbildleinwand ist im Keller vorgesehen.
Im Obergeschoss befinden sich die Individualräume für drei Kinder und für die Eltern. Besonders
attraktiv ist das Elternschlafzimmer mit unverbaubarem Blick auf den Lech mit davorliegender
Parklandschaft. Den Kindern und den Eltern wurde je eine Sanitäreinheit zugeordnet. Im Grundriss ist
der eingeschossige begrünte Carportbereich als Draufsicht gut erkennbar.
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Im beheizten Kellergeschoss befinden sich der Technikraum, der Pelletbunker mit Vorratsmenge für
viele Jahre. Der Hobbyraum wird mit Tageslicht über das Souterrain versorgt und ist als
Heimkinoraum vorgesehen. Eine weitere Sanitärzelle mit Dampfdusche und ein Hauswirtschaftsraum
sind ebenfalls vorhanden. Die Entwässerung im Kellergeschoss erfolgt über eine Hebeanlage. Die
Hebeanlage ist durch die “Hebeschleife” luftdicht ans öffentliche Kanalnetz angeschlossen. Sichtbar
ist auch der Lufterdreichwärmetauscher in DN 200. Die Leitungslänge des Erdreichwärmetauschers
beträgt etwa 65 Meter.
Von oben betrachtet sieht man die Fotovoltaikanlage mit 2,4 kWp Leistung. Im von unten sichtbaren
Dachbereich ist eine extensive Dachbegrünung ausgeführt.
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Konstruktionsdetails der Passivhaus -Hülle und -Technik
6.1
Konstruktion inkl. Dämmung der Bodenplatte mit
Anschlusspunkten zu Außen- und Innenwänden
Die Bodenplatte wurde unterseitig zweilagig
mit 2 x 120 mm XPS-Dämmung ausgelegt.
Die zulässige Ausführung der mehrlagigen
Dämmung unterhalb der Bodenplatte wurde
vom Hersteller für dieses Bauvorhaben
freigegeben. Die statische Belastung der
Bodenplatte liegt in allen Bereichen deutlich
unter den zulässigen Druckwerten der
eingebauten Dämmung. In 50 Jahren wird die
Dämmung nur etwa um 3 mm zusammengedrückt.
Um die konstruktiv bedingten Wärmebrücken
noch geringer zu halten, werden die
Kellerinnenwände in der untersten Steinreihe
mit
KS-ISO-Kimmstein
mit
guter
Materialdämmung vermauert. Die Bodenplatte
ist somit unterhalb und oberhalb homogen
gedämmt.
Im Bild links ist die von der Planung
abweichende Ausführung der Hebeanlage zu
sehen. Statt des Pumpensumpfes und der
schwierig zu dämmenden Bereiche unterhalb
des Pumpensumpfes wurde die Hebeanlage
in
die
Bodenplatte
integriert.
Alle
Gussleitungen zur Hebeanlage verlaufen
zwischen den beiden Stahlbewehrungslagen
der Bodenplatte. Die Bodenplatte ist dadurch
homogen mit 240 mm unterseitig gedämmt.
Die
Kellerfenster
sind
zertifizierte
Passivhausfenster. Um Wärmeströme zu
unterbinden sind die Fenster vor der
Kellerwand
montiert
und
luftdicht
angeschlossen. Durch die nachträgliche
Dämmung der Kellerwand konnten die
Kellerfensterrahmen ausreichend überdämmt
werden. Alle weiteren Auflager, wie z.B. das
Hauseingangspodest sind thermisch von der
Fassade entkoppelt.
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Aufbau der Bodenplatte:
Bodenplatte
6.2
Fliesen – Zementestrich – Trittschall PS – 100mm XPS Dämmung – Abdichtung –
250mm Stahlbetonplatte mit Trennlage – 240 mm XPS Dämmung –
Sauberkeitsschicht Beton – Kiesunterbau
U-Wert
0,103
W/(m²K)
Konstruktion inkl. Dämmung der Außenwände
mit Anschlusspunkten zu anderen Wänden
Die 175mm Kalksandstein-Außenwände wurden
mit 300 mm WDVS kaltseitig gedämmt. Zum
Einsatz kamen Polystyrol-Dämmplatten mit
einer Wärmeleitgruppe von 0,32 (Grundstoff
“Neopor von BASF”). In linker Skizze ist der
Sockelbereich dargestellt. Die 60 mm starke
Aufdoppelung dient zum Ausgleich von
Bautoleranzen. Architektonisch unerwünscht ist
eine sichtbare Sockelkante. Vielmehr soll das
Gebäude nahtlos aus dem Erdreich “wachsen”.
Ein abweichender Wandaufbau kam im
Bereich der “Roten Wandscheibe” zum
Einsatz. Technisch ist es kaum möglich die
Wandscheibe architektonisch ansprechend
und filigran über die “Thermische Hülle”
überstehen zu lassen. Die Wandscheibe zieht
sich bis in den Souterrainbereich. Von außen
betrachtet ist der hohe technische Aufwand
der Wandscheibe nicht ersichtlich. Im Detail
sieht man die komplexen Übergänge.
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Aufbau der Regel-Außenwand
Außen-
Kalkgipsputz – 175 mm Kalksandsteinmauerwerk -
U-Wert
wand im
300 mm WDVS mit WLG032 - WDVS Außenputz mit Gewebespachtelung
0,103
W/(m²K)
EG / OG
Alle Durchdringungen wurden, soweit technisch
möglich, wärmebrückenfrei ausgeführt. Im Bild
links ist der Anschluss des Antennenmastes an
den Ringanker dargestellt. Zur Entkoppelung
wurden Kunststoffhülsen zwischen Kopfplatte
und Beton vorgesehen eingebaut.
Im Bereich der Türsprechstelle wurden
thermisch getrennte Aufdoppelungselemente
der Firma Kaiser eingebaut. Der Holzrahmen
wurde
später
noch
durch
einen
Kunststoffeinbaurahmen
ersetzt.
Die
Elektroleerrohre wurden außen luftdicht
verstöpselt.
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Im Bild rechts sind die Durchdringungen für
den Primärofen zu sehen. Im oberen Bereich
wurde die Außenwand mit nichtbrennbarer
300mm starken Mineralwolle für den
Schornsteinanschluss ausgeführt. Die untere
Durchdringung dient der Frischluftzufuhr für
den dahinterstehenden Primärofen. Beide
Öffnungen
sind
mit
innenliegenden
Dichtklappen verschlossen und öffnen nur bei
Betrieb des Ofens.
Im linken Bild ist die 300 mm Dämmdicke
dokumentiert.
In den Bildern unterhalb sieht man das
gedämmte aber noch unverputzte Passivhaus.
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6.3
Konstruktion inkl. Dämmung des Daches
mit Anschlusspunkten zu Außen- und Innenwänden
Damit das „Wasser der Dachwelle” weiß, wohin es entwässern soll haben alle 28 Holzstegträger
unterschiedliche Auflagerhöhen an Traufe und First erhalten, also 56 unterschiedliche Höhen!
Zehn gebogene Brettschichträger überspannen den Carportbereich.
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Die 406 mm hohen Holzstegträger schließen außen bündig mit der Kalksandsteinwand ab. Das mit
300 mm dimensionierte Wärmedämmverbundsystem (WDVS) überdämmt den Anschlussbereich
nochmals. Die luftdichte Ebene ist die innenseitige OSB-Platte und auch nochmals die
feuchteadaptive Dampfbremse. Es sind zwei luftdichte Ebenen im Dachbereich ausgeführt. Der
erfolgreiche Drucktestwert mit 0,2 h-1 spiegelt den hohen Aufwand wider. Die feuchteadaptive
Dampfbremse mit jahreszeitlich unterschiedlichen Dampfbremswiderständen lässt das außenseitig
dampfdichte Dach nach Innen austrocknen. Die Dachhaut besteht aus einer Kunststoffdachbahn mit
eingeschweißter flexibler Fotovoltaikbahn.
Aufbau des Hauptdaches
Dach
2 x Gipskartonplate – 40mm gedämmte Installationsebene - OSB Platte als erste
luftdichte Ebene – Dampfbremse als zweite luftdichte Ebene 406mm Holzstegträger bzw. Zellulosedämmung – 25 mm Mehrschichtplatte 30 mm Mineralwolle – Abdichtung aus Kunststoff mit integrierter PV-Anlage
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U-Wert
0,076
W/(m²K)
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6.4
Fensterschnitte inkl. Einbauzeichnung, Fenstertyp / Kennwerte
Die Fenster im EG und OG sind zertifizierte
Passivhausfenster. Die Fenster sind vor der
Kalksandsteinwand montiert. Innen luftdicht
angeschlossen um Wärmeströme zu
unterbinden. Das WDVS überdämmt den
bereits gedämmten Fensterrahmen nochmals.
Hersteller: Variotec Energyframe IV
Uf = 0,73 W/m2K
Ug = 0,6
g-Wert: 54 %
Abstandshalter Thermix
Uw = 0,79 W/m2K
Die Kellerfenster sind zertifizierte
Passivhausfenster. Die Fenster sind wie im
EG und OG vor der Kellerwand montiert.
Durch die nachträgliche Dämmung der
Kellerwand konnten die Kellerfensterrahmen
ausreichend überdämmt werden.
Hersteller:
Kochs Passivhausfenster
eCO2 Kunststofffenster
Uf = 0,75 W/m2K
Ug = 0,6
g-Wert: ohne Bedeutung da im Lichtschacht
Abstandshalter Thermix
Uw = 0,80 W/m2K
Die Haustüre ist passivhauszertifiziert.
Lage und Anschlüsse wie die Fenster im
EG/OG.
Hersteller: Variotec Thermosafe 100
UD, eingebaut = 0,71 W/m2K
UD
= 0,62 W/m2K
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6.5
Beschreibung der luftdichten Hülle
Dokumentation des Drucktestergebnisses
Elektroinstallation
Im linken Bild sieht man das eingesetzte
System der Firma Kaiser. Zum Einsatz kam
die Geräte-Hohlwanddose mit flexibler
Rohreinführung als erste luftdichte Ebene.
Zusätzlich wurden Dichtungseinsätze (im Bild
links als durchsichtiger Einsatz) als weitere
luftdichte Ebene eingesetzt. Die Elektrodrähte
durchstoßen die Membran und sind damit
bereits abgedichtet.
Die durchsichtige Membran eignet sich auch hervorragend zum nachträglichen Abdichten von
undichten Gerätedosen im Bestand. Die Gerätedosen sind dabei nicht auszubauen. Das
hervorragende Drucktestergebnis bestätigte die gewählte Konstruktion. Die luftdichten Dosen kamen
nur an den Außenwänden, sowie an Innenwänden im Bereich der Außenwände zum Einsatz.
Der Innenputz stellt die luftdichte Ebene im Bereich des Kalksandsteins dar. Alle Durchdringungen
wurden sorgfältig abgedichtet. Im Bereich des Dachtragwerks wurden zwei luftdichte Ebenen
ausgeführt. Zum einen eine innere verklebte OSB-Platte und zum anderen die angrenzende
feuchteadaptive Dampfbremse. Die Installationsebene gewährleistet eine luftdichte Montage der
Leitungen.
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Luftdichtheit Primärofen
Der „Wodtke ivo.tec“ ist ein neuartiger Pellet PrimärofenKessel für den Wohnraum. Er steht für eine effiziente und
umweltschonende Energieversorgung und kann als
integraler Bestandteil moderner Heiztechnik angesehen
werden. Besonderen Wert wurde auf die Luftdichtheit beim
Anschluss des Ofens im Wohnraum gelegt. Im linken Bild
sieht man zwei Edelstahlrohre zum Ofen verlegt. Die
obere
Leitung
führt
zum
außenliegenden
Edelstahlschornstein und die untere ist für die
Verbrennungsluftzufuhr vorgesehen. Beide Leitungen sind
mit motorischen Dichtklappen (blaue Gehäuse) versehen
um Auskühlverluste zu unterbinden. Die Dichtklappen
öffnen nur bei Betrieb des Ofens.
Befüllung des Primärofens: Es wurde ein automatisches Beschickungssystem zur
Komfortverbesserung entwickelt. Das Pelletlager im Keller reicht vollgefüllt über viele Jahre. Natürlich
wäre es wirtschaftlicher gewesen die wenigen erforderlichen Säcke per Hand einzufüllen, aber
komfortabler ist es mit dem automatischen Beschickungssystem. Der Edelstahlbehälter wird mittels
einem Saugsystem vom Keller aus befüllt. Danach rieseln die Pellets durch Eigengewicht von hinten
im 45° Winkel über ein Plexiglasrohr in den Speicher des Ofens.
Drucktest:
Rohbautest: n50 = 0,27 h-1
Endtest: n50 = 0,20 h-1
Die Dichtheit wurde zweimal geprüft. Einmal im
Rohbau und einmal nach Fertigstellung des
Bauwerks. Das Messgerät wurde im
Fensterrahmen montiert um auch die
Haustüre auf Dichtheit prüfen zu können.
Für die Prüfer war es ihr bisher bestes
Messergebnis.
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(Stand April 2008)
Kritische Stellen, wie zum Beispiel an
Stülptüren oder an der Hebe-/Schiebetüre
wurden gesondert auf Dichtheit hin überprüft.
Der Innenputz als luftdichte Ebene ist bereits
ausgeführt.
Rechtes Bild: Auszug aus dem abschließenden
Drucktestprotokoll.
Endtest n50 = 0,20 h-1
Die Durchdringungen der PV-Anlage wurden
mit Spezialadapter luftdicht eingebaut.
Die Lüftungsleitungen wurden teilweise im
Bereich der Installationsebene montiert. Im
Bild zu sehen ist die zweite luftdichte Ebene
als feuchtadaptive Dampfbremse. Die erste
luftdichte Ebene als verklebte OSB-Platte
befindet sich darunter.
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(Stand April 2008)
Die Fensteranschlüsse wurden mit
geeigneten Materialien verklebt. Die
Kalksandstein-Laibungen wurden
“vorgeputzt”.
Linkes Bild:
Zu beachten war, dass bereits im Rahmen
des Einbaus der eingefärbten Fertigteiltreppe
der nicht mehr zugängliche seitliche
Außenwandbereich „vorzuputzen“ war!
Bild unten im fertigen Zustand:
Es fehlen nur noch die Edelstahlseile.
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(Stand April 2008)
Beim Auflegen der Holzstegträger wurden
bereits entsprechende luftdichte
Anschlussbahnen eingebaut (blaue Folie).
Der noch ungedämmte Erdreichwärmetauscher hat ein luftdichtes Siphon erhalten.
Dieses ist auch ohne Wasserfüllung luftdicht!
Der gedämmte Erdreichwärmetauscher im
Vergleich zum oberen Bild.
Installationsschächte und
Vorwandinstallationen wurden vor Anbringen
der Verkleidungen vorgeputzt.
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(Stand April 2008)
6.6
Lüftungsplanung Kanalnetz
Das Kanalnetz wurde komplett im 3D vom Ing. Büro Kunkel projektiert. Dadurch konnte die
Leitungsführung optimal auf die Architektur abgestimmt werden. Es kamen Wickelfalzrohre zum
Einsatz um die Druckverluste gering zu halten. Im Bereich des Daches wurden Flachkanäle
eingesetzt.
Auszug aus den Planungen im Grundriss und Schnitt
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(Stand April 2008)
Steigstränge wurden mit Metallrohren in Querschnitten
bis 160 mm ausgeführt, wohingegen Flachkanäle im
Installationsbereich des Dachtragwerkes eingebaut
wurden. Ein Deckenauslass ist im Bild ersichtlich.
An allen Abluftöffnungen wurden Vorschaltfilter
vorgesehen.
Überströmöffnungen über Türspalte.
Grafik oben:
Die Auslegung des Erdreichwärmetauschers wurde
rechnerisch optimiert.
Dabei wurden Parameter
berücksichtigt, wie das Verhalten der Erdtemperatur, der
Lufttemperatur
in
der
Umgebung
und
die
Austrittstemperatur. Somit ist gewährleistet, dass die
Austrittstemperatur immer über 0°C bleibt.
Bild rechts:
Hier tritt der Erdreichwärmetaucher aus dem Erdreich. Der
Domschacht wurde noch nicht aufgesteckt.
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(Stand April 2008)
6.7
Lüftungsplanung Zentraleinheit
Auslegung:
Grundlüftung: 173,1 m3/h
Nennvolumenstrom: 225 m3/h
Belüftete Fläche: 281,60 m2/h
Nennluftwechsel: 0,3 1/h
Lüftungsgerät:
Sachsenland Bauelemente „Innoair 255 DC“
(beinahe Baugleich mit Paul Atmos 175 DC)
Wärmebereitstellungsgrad: 88 %
Max. Leistungsaufnahme: 0,45 W
Steuerung:
Programmierbare hochwertige
Zeitsteuerung
In jedem Geschoss sind Stoßtaster
vorhanden
Filter:
Außenluft: F7
Abluft: G3
6.7
Wärmeversorgung
Besonderen Wert wurde auf einen überdurchschnittlichen Wohnkomfort gelegt. Deshalb kam eine
kostengünstigere Zuluftheizung über das Lüftungssystem nicht in Frage. Beheizt wird ausschließlich
über Flächenheizungen im Fußbodenbereich. Somit können auch Schlafräume und Bäder
unterschiedlich temperiert werden.
Der geringe Wärmebedarf des Gebäudes wird über die 13,8 m2 wirksamen Fassadenkollektoren
abgedeckt. Die Wärmeenergie wird in einem 750 L fassenden Pufferspeicher gespeichert.
Nur zur Abdeckung von Spitzenlasten aktiviert sich ein
Pellet-Primärofen selbstständig. Dieser gibt zu 95% die
Wärmeenergie wasserseitig an den Pufferspeicher ab und
nur 5% werden direkt vom Ofen in den Wohnraum
abgestrahlt.
Zur
Komfortsteigerung
wurde
ein
automatisches Beschickungssystem
entwickelt. Das
Pelletlager im Keller reicht vollgefüllt über viele Jahre.
Architekt: „….die zu bezahlende Wärmeenergie kann
Pellet für Pellet als Flamme im Ofen des Wohnzimmers
genossen werden…..“
An dieser Stelle wird auf Abschnitt 6.5 mit
Detaillösungen zur Dichtheit des Ofens verwiesen.
PLUSHAUS in Passivhausbauweise
den
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Grafik: Schema des Wärmeversorgungssystems
Verlegung der Flächenheizungen.
Durch die Flächenheizungen ist eine geringe
unterschiedliche Temperierung von Räumen, wie z.B.
Schlafzimmer und Wohnzimmer möglich. Aus
bisherigen Erfahrungen werden die möglichen
Temperaturunterschiede etwa 3 Grad Celsius
betragen. Bäder können höher temperiert werden und
Fliesenbeläge sind angenehm fußwarm.
Fassadenkollektoren zum solaren Wärmebeitrag
13,8m2 wirksame Fassadenkollektorfläche wurde in die
Architektur des Bauwerks integriert. Hierzu war ein
erheblicher
konstruktiver
und
technischer
Aufwand
erforderlich.
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(Stand April 2008)
Die komplexen Übergänge Fassadenkollektor /
Fenster wurde mit handgefertigten Formteilen
ausgeführt. Besonders wichtig waren zwängungsfreie winddichte Anschlüsse zum WDVS.
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An der noch ungedämmten Fassade ist die
Unterkonstruktion, die Leitungsführung und
Verstärkung des Dachvorsprunges zu
erkennen. Ein 300mm WDVS verdeckt später
die Situation.
Baukosten des Plushauses - Baujahr - Bauzeit
Das Gebäude wurde im Frühjahr 2008 fertig gestellt:
Die Baukosten der Kostengruppen 300 und 400 nach DIN 276 betrugen inkl. 19% MWSt. etwa:
PLUSHAUS in Passivhausbauweise
•
ohne Carport, ohne PV
Wohn-/Nutzfläche: 2093 €/m2
•
BRI: 453 €/m2
-
BRI: 467 €/m2
-
BRI: 506 €/m2
ohne Carport, mit PV
Wohn-/Nutzfläche: 2160 €/m2
•
-
mit Carport, mit PV
Wohn-/Nutzfläche: 2340 €/m2
Für den sehr hohen technischen und architektonischen Ausbaustandard blieben die Baukosten im
wirtschaftlichen Rahmen. Es zeigt sich, dass bereits der Plusstandard wirtschaftlich ist.
Planungsgrundlage sollte immer das Passivhaus sein!
Planung und Vergabe: ca. 18 Monate
Bauzeit: ca. 13 Monate
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8
Kurzdokumentation wichtiger PHPP Ergebnisse
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9
Projektbeteiligte
Verantwortlicher Architekt
Werner Friedl, Dipl.-Ing. (FH)
www.architekt-friedl.de
Architekturbüro Friedl
[email protected]
Bergstraße 12
86559 Adelzhausen
Entwurf, Genehmigung, Werkplanung, Vergabe, Objektüberwachung aller Gewerke
•
Planung der Fotovoltaikanlage
•
Planung der Bauphysik
•
Berechnung des PHPP`s
•
Berechnung des Plusstandards
•
Grundlegender Entwurf der Haustechnik
•
Objektüberwachung einschl. der Haustechnik
•
….
Fachplaner für
Lüftung und Heizung
Ing. Kunkel
Leipziger Str. 176
08058 Zwickau
Planung der Lüftungs- und Heizungsanlage nach dem Konzept des Architekten,
ohne Objektüberwachung.
Tragwerksplanung
Christian Eisenhauer, Dipl.-Ing. (FH)
Schulstr. 6a
86637 Wertingen
Planung des Tragwerks nach dem Konzept des Architekten.
Objektüberwachung Tragwerksplaner und Architekt.
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Erfahrungen der Bewohner / Verbrauchswerte
Es liegen noch keine Erfahrungswerte vor, weil das Gebäude erst wenige Wochen bewohnt wird.
(Es wird auf die Internetseite des Architekten verwiesen).
11
Veröffentlichungen
Durch die erst kürzliche Fertigstellung des Gebäudes sind erst wenige Veröffentlichungen vorhanden.
Einige Verlage haben bereits großes Interesse bekundet.
=> An dieser Stelle sei auf bisher veröffentlichte Passivhäuser des Architekten verwiesen.
Ausführliche Informationen hierzu finden Sie unter www.ARCHITEKT-FRIEDL.de/PRESSE
Im Rahmen des europäischen Projektes
C.L.A.Y – (Cooperative Learning by Ambiental Activity)
wurde das PLUSHAUS in Passivhausbauweise im Sommer 2007 von den Projektbeteiligten
besichtigt. Eines der Hauptziele des EU-Projektes CLAY sollte das Passivhaus sein. Mehrere Länder
hatten sich zum EU-Projekt angemeldet (Italien, Zypern, Litauen, Portugal). Das Projekt endet im
Sommer 2008.
Ziel dieses Projektes war auch in der europäischen Erwachsenenbildung das Bewusstsein für die
Notwendigkeit zum Energiesparen zu verbessern.
Vor dem Plushaus in Augsburg - ohne Zuweisung und ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Stylianos Marrogenidis (Griechenland), Angela de Giglio (Italien), Margarita Moese (Zypern),
CLAY Koordin. Roland Schneidt, Architekt Werner Friedl, Stelios Kakos (Griechenland), Panicos
Athanassiou (Zypern). Christl Schneidt, Domenica Trentadue (Italien), Konstantinos Katrantzis,
(Griechenland), Guiseppe Angiuli (Italien), Antonio Pacifico (Italien), ….
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12
Tag des Passivhauses
Das Gebäude konnte bereits am 4.
bundesweiten Tag des Passivhauses am
11. November 2007 öffentlich besichtigt
werden. Zu diesem Zeitpunkt war das
Gebäude noch im Innenausbau. Für die
Besucher war es interessant die Technik
und die Konstruktion, welche in der
Regel hinter Verkleidungen verdeckt
wird, zu betrachten.
4. Tag des Passivhauses 2007
Architekt Friedl erklärt den Besuchern
des Passivhauses die Funktionsweise
eines solchen Hauses und stand für
Fragen zur Verfügung.
Es ist geplant auch zum 5. Tag des
Passivhauses in der Zeit von 7. bis 9.
November 2008 das Gebäude zur
Besichtigung anzumelden.
ENDE
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