„Trauermarsch von Gustav Mahler“ nach der Konzeption der

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WiSe 07/08
Fachdidaktik Musik II: Konzeptionen in der Musikdidaktik
Hans Jünger
19.12.2007
Katharina Wiechert
Carolin Hilmer
Entwurf einer Unterrichtsepisode zum Thema
„Trauermarsch von Gustav Mahler“ nach der Konzeption
der Didaktischen Interpretation
1.
Bedingungsanalyse
1.1.
Lernvoraussetzungen
Bei der Lerngruppe handelt es sich um einen Musikgrund- bzw. -leistungskurs der
Oberstufe. Die SchülerInnen sind geübt im Lesen von Partituren und bereits vertraut
mit einigen Orchesterwerken durch den voran gegangenen Unterricht. Das
Notenlesen bereitet ihnen keine Schwierigkeiten und es ist geringes Basiswissen der
Harmonielehre vorhanden. Da auch in den vorherigen Stunden der Schwerpunkt auf
das Hören, Analysieren und Interpretieren von Musik gelegt wurde, sind die
SchülerInnen bereits mit ähnlichen Aufgabenstellungen in Kontakt gekommen und
können gut einschätzen, was von ihnen erwartet wird. Mit einem komplexen Werk,
wie der Musik von Gustav Mahler sind die SchülerInnen noch nicht konfrontiert
worden. Da einige der SchülerInnen ein Orchesterinstrument spielen, haben sie
Interesse an klassischen Orchesterwerken, auch wenn sie in ihrer Freizeit eher Popund Rockmusik hören.
1.2.
Fachliche Vorgaben
Bei dem „Trauermarsch“ von Gustav Mahler handelt es sich um den 1.Satz seiner
5.Sinfonie. Dieser gliedert sich in fünf Abschnitte, wobei zunächst nur der erste
Abschnitt, der „Marsch“-Teil Unterrichtsgegenstand sein wird. Der Marsch ist geprägt
von drei Themen. Der Schwerpunkt des Unterrichts wird auf dem Fanfarenthema
(1.Thema) und dem Klagegesang (2.Thema) liegen.
2.
Didaktische Strukturierung
2.1.
Lehrziele
Zunächst möchten wir die SchülerInnen mit einem komplexen Orchesterwerk vertraut
machen und durch das Hören ohne Noten ihre Konzentration auf die Wirkung der
Musik lenken. Durch die spätere Analyse mit der Partitur soll eine Verknüpfung von
Wirkung und der Verwendung der musikalischen Mittel hergestellt werden. Die
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Hans Jünger
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Katharina Wiechert
Carolin Hilmer
Analyse der Struktur des Satzes und der einzelnen Themen, sowie Informationen zur
Entstehungszeit des Werkes sollen zu einem Verständnis der Musik beitragen und
Möglichkeiten aufzeigen, wie man zu einer Interpretation eines komplexen Werkes
gelangen kann.
2.2.
Inhalts- und Methodenentscheidung
Wir haben uns für den Trauermarsch von Mahler entschieden, da dieser ein Beispiel
für ein komplexes Werk der Kunstmusik darstellt, welches mit dem Thema Tod und
Abschied verbunden ist und so an den Erfahrungen der SchülerInnen anknüpfen
kann. Da jede SchülerIn eigene Hörvoraussetzungen mitbringt, haben wir uns
zunächst für das Hören ohne Noten und ohne vorherige Informationen über das
Werk entschieden, da sie sich dann besser auf die persönliche Wirkung
konzentrieren können, die die Musik auf sie hat. Je nach ihren persönlichen
Erfahrungen wird die Musik unterschiedliche Assoziationen wecken, über die sich der
Kurs dann austauschen soll. Der Austausch über die Hörerfahrung soll bei den
SchülerInnen das Bewusstsein wecken, dass Musik auch individuell aufgefasst
werden kann. Im Anschluss werden wir kurz einige Informationen über die
Entstehungszeit des Werkes und den Komponisten geben, um den SchülerInnen
eine Idee über die Intentionen des Komponisten zu geben und sie auf die folgende
Gruppenarbeit vorzubereiten.
In Kleingruppen erarbeiten die SchülerInnen, wodurch die Wirkung der Musik erzeugt
wird. Im Notentext sollen sie die von Mahler verwendeten musikalischen Mittel
erkennen und später im Plenum vorstellen und diskutieren. suche. Dazu steht ihnen
die Partitur und die Aufnahme zur Verfügung.
2.3.
Didaktische Konzeption
Die Unterrichtsepisode orientiert sich an der Konzeption der Didaktischen
Interpretation
nach
Ehrenforth
und
Richter
(1971/1976).
Die
Didaktische
Interpretation kann als Weiterentwicklung des Kunstwerkorientierten Unterrichts von
Alt verstanden werden. Noch immer ist die Kunstmusik und zwar ausschließlich die
Kunstmusik Unterrichtsgegenstand. Doch „die Eigenständigkeit der didaktischen
Interpretation nun liegt darin, dass sie weder das Musik- bzw. Werkverständnis
voraussetzen noch den Sachanspruch des zu interpretierenden Werkes rücksichtslos
zur Geltung bringen kann, sondern dass die den Hörer voll im Auge behält und ihn
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Katharina Wiechert
Carolin Hilmer
dort ‚abholt’, wo er nach Hörerwartung und Rezeptionsvermögen vermutet werden
muss.“1 Da die SchülerInnen bereits mit Orchestermusik vertraut sind und in einem
Alter sind, in dem sie vermutlich schon mit zahlreichen Abschieden und eventuell
auch dem Tod konfrontiert wurden, ist hier der Anknüpfungspunkt an die
Erfahrungswelt der Schüler. Durch die persönliche Wirkung des Stückes geht es
nicht nur um den Sachanspruch, den das Werk transportiert, sondern auch um die
Menschen, die die Musik rezipieren. Somit wird die Unterrichtsgestaltung dem
Anspruch der Didaktischen Interpretation gerecht, „Raum für die persönliche
Erfahrung
und
Aneignung
und
das
Engagement
des
Mitspielers
„Hörer“
offenzuhalten.“2
3.
Geplanter Verlauf der Stunde
3.1.
Lehreraktivitäten
3.2.
Medieneinsatz
3.3.
Schüleraktivitäten
3.4.
Sozialform
CD Musik:
Trauermarsch
von Mahler
Hören
Frontalunterricht
Begrüßung der
SchülerInnen
Konzentriert euch
beim Hören auf die
Wirkung und
hervorgerufene
Assoziationen!
Wirkung/Assoziationen Tafel
zusammentragen und
an der Tafel notieren
Berichten von der
Wirkung
Gibt Informationen
über den Namen des
Werkes, den
Komponisten und die
Entstehungszeit
Hören zu
Erklärt die Gliederung
des ersten Marsches
1
2
Partituren
Nachvollziehen
der Gliederung,
Notieren der
Gliederung
Ehrenforth 1971, S.5
Ehrenforth, 1971, S.42-47
3
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Hans Jünger
Einteilung der
Gruppen, stellt
Aufgabe (siehe
Anhang)
CD
19.12.2007
Katharina Wiechert
Carolin Hilmer
Hören Musik und
lesen in der
Partitur
Gibt nach Bedarf
Hilfestellungen
Untersuchen die
Gruppenarbeit
Partitur auf
musikalische Mittel
Ergebnisse vortragen!
Stellen Ergebnisse Plenum
der Gruppenarbeit
vor und diskutieren
diese gemeinsam
4.
Anhang
Aufgabenstellung und Gliederung des Marsches für die Gruppenarbeit
Gliederung:
1-33
34-59
60-87
88-118
1.Thema
2.Thema
1.Thema
2.Thema
Aufgabenstellung:
Wodurch wird die Wirkung erzeugt, die der Abschnitt (siehe oben) auf euch hat?
Benennt die musikalischen Mittel, die Mahler verwendet hat um diese Wirkung zu
erzeugen.
Literatur
Ehrenforth, Karl Heinrich: Verstehen und Auslegenh = Richard Jakoby (Hg.):
Schriftenreihe zur Musikpädagogik, Frankfurt/M (Diesterweg) 1971
Richter, Christoph: Theorie und Praxis der didaktischen Interpretation von Musik =
Richard Jakoby (Hg.): Schriftenreihe zur Musikpädagogik, Frankfurt/M (Diesterweg)
1976
Helmholz, Brigitta: Musikdidaktische Konzeptionen in Deutschland nach 1945, Essen
(Blaue Eule) 1996
4
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