LeistungssPeKtrum Moderne Strahlentherapie

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leiStungsspektrum
Moderne Strahlentherapie
Highlights der letzten 10 Jahre
Die Strahlentherapie hat in den letzten 10 Jahren eine unglaubliche technische Entwicklung in allen Bereichen erfahren und
ist heutzutage ein zentraler Bestandteil der onkologischen Therapie gynäkologischer Tumore. Die Klinik für Strahlentherapie
und Radioonkologie des Klinikums der Universität München (Direktor: Prof. Dr. med. C. Belka) verfügt über modernste
Bestrahlungsgeräte der neuesten Generation und kann aus dem gesamten Spektrum der heute verfügbaren und etablierten
Bestrahlungsverfahren auswählen und jeder Patientin mit Mammakarzinom oder gynäkologischen Tumoren eine individuelle
und optimale Strahlentherapie – ambulant wie stationär – anbieten.
Mammakarzinom
unter Verwendung tangentialer Gegenfelder stellt sich jedoch
zunehmend differenzierter dar. Die Klinik für Strahlentherapie
und Radioonkologie bietet eine Vielzahl moderner Verfahren auf
höchstem Niveau an:
Die intraoperative Bestrahlung (INTRABEAM®-System)
ermöglicht eine sehr präzise und hochdosierte Bestrahlung
des Tumorbetts direkt nach Entfernung des Tumors im Rahmen
der Primäroperation. Bei ausgewählten älteren Patientinnen
stellt diese einmalige, zielgerichtete Bestrahlung eine adäquate
alleinige Behandlungsform dar; alternativ kann die intraoperative
Bestrahlung einen Teil der externen Bestrahlung (Boost)
ersetzen. Der Vorteil ergibt sich aus der direkten Sicht auf das
Hochrisikogebiet und der damit sicheren Applikation der Dosis
zu einem frühestmöglichen Zeitpunkt.
Neuer Beschleuniger am Campus Innenstadt
Das Mammakarzinom ist nicht nur die häufigste Tumorerkrankung
der Frau, sondern aufgrund kontinuierlicher Verbesserungen
der Behandlung auch eine der größten Erfolgsgeschichten der
modernen Medizin. Viele Aspekte von personalisierter Medizin
und Präzisionsmedizin konnten beim Mammakarzinom bereits
implementiert werden und ermöglichen die mittlerweile sehr
hohen Heilungsraten. Darüber hinaus ist das Mammakarzinom
ein Musterbeispiel für die interdisziplinäre Medizin und eine
multimodale Herangehensweise. Neben den klassischen Säulen
der Behandlung, Operation, Strahlentherapie und Chemobzw. Antihormontherapie finden zunehmend zielgerichtete
und immunmodulatorische Substanzen Eingang in die
stadiengerechte Therapie. Während vor 20 Jahren unter dem
Begriff „Mammakarzinom“ eine einzige Erkrankung subsumiert
wurde, ist mittlerweile klar, dass sich verschiedene biologische
Erkrankungen mit jeweils eigenen Risikogruppen hinter diesem
Begriff verbergen. Mit dieser Erkenntnis ist klar geworden, dass
auch in der Strahlentherapie eine Therapie nach dem Muster
„Eine Therapie für alle“ niemals zu optimalen Ergebnissen führen
kann. Es gilt, den Nutzen der etablierten Verfahren regelmäßig
auf den Prüfstand zu stellen und neue Bestrahlungstechniken zu
erforschen und im klinischen Alltag zu etablieren. Seit Einführung
der brusterhaltenden Therapien in den 70er Jahren des 20.
Jahrhunderts ist die Nachbestrahlung der Brust ein unabdingbarer
Baustein der Therapie. Die klassische Bestrahlung der Brust
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Gleichermaßen sieht man eine zunehmende Differenzierungsmöglichkeit auch bei der Fraktionierung. War eine Einzeldosis
von 1,8 bis 2,0 Gy über Jahre das unangetastete StandardFraktionierungsschema bei der Bestrahlung der Brust, legen
die im Wesentlichen in England und Kanada durchgeführten
Studien zur Hypofraktionierung ein kürzeres Therapieschema
nahe. Bei der Hypofraktionierung wird die biologisch
Moderne intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT/VMAT) mit simultan
integriertem Boost
wirksame Dosis in kürzerer Zeit unter Verwendung von höheren
Einzeldosen und reduzierter Gesamtdosis appliziert – die
Behandlungszeit kann dadurch auf etwa drei Wochen verkürzt
werden. Die hypofraktionierte Bestrahlung ist ein sicheres
Verfahren und stellt für viele Patientinnen eine Alternative zur
konventionellen Bestrahlung dar. Ist eine zusätzliche Bestrahlung
des Operationsgebietes (Boost) notwendig, kann dies direkt im
Anschluss erfolgen.
Bei ungünstiger Anatomie (z. B. Trichterbrust) oder bei
komplexen Zielgebieten (z. B. Bestrahlung der parasternalen
X. WISSENSCHAFTLICHES WINTERSYMPOSIUM
17. Dezember 2016 in München
Moderne intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT/VMAT)
gynäkologischer Tumore
Bestrahlung in tiefer Inspiration (deep inspiration breath-hold, DIBH)
mit Distanzierung der Herzspitze vom Brustkorb
Lymphabflusswege) kann durch den Einsatz von hochmodernen
intensitätsmodulierten Bestrahlungstechniken (IMRT) oder
Rotationsbestrahlungen mit kontinuierlich erfolgender
Intensitätsmodulation (VMAT) eine bessere Zielvolumenabdeckung
ohne wesentliche Erhöhung der Nebenwirkungen durchgeführt
werden.
Die Schonung des Herzens, insbesondere bei linksseitigem
Brustkrebs, jungen Patientinnen und nach intensiver
kardiotoxischer Systemtherapie, steht im besonderen Fokus
unserer Aufmerksamkeit. Durch eine Bestrahlungstechnik
in tiefer Inspiration im Rahmen eines Atemanhaltemanövers
(deep inspiration breath-hold, DIBH) kann die Herzbelastung
deutlich reduziert werden. Durch Verwendung modernster
Bildgebungsalgorithmen,
insbesondere
kompletter
Oberflächenscanverfahren und optischer Visualisierung der
eigenen Atemphase für die Patientin, wird die Atmung der
Patientin kontrolliert und überwacht. Somit ist es möglich,
mit geringem zeitlichem Mehraufwand dieses Risikokollektiv
exzellent zu behandeln. Dies führt dazu, dass insbesondere das
an der ventralen Herzseite in Richtung Herzspitze ziehende große
Herzkranzgefäß weniger Dosis erhält und dadurch das Risiko
für Spätfolgen weiter minimiert wird. Die DIBH-Technik ist für
den Regeleinsatz medizinisch zugelassen und wird an beiden
Standorten angeboten; Patientinnen werden jedoch gebeten, an
einer Studie (SAVE-HEART) teilzunehmen.
Gynäkologische Tumore
Die Möglichkeit der dreidimensionalen Bestrahlungsplanung
anhand der Computertomographie (CT), Kernspintomographie
(MRT) und anderen modernen bildgebenden Verfahren bietet
wesentliche Vorteile in der Zielvolumenbestimmung, in der
Wahl der Bestrahlungstechnik und in der Berechnung der
räumlichen Dosisverteilung. Aktuelle technische Fortschritte in
der Strahlentherapie gynäkologischer Tumoren (Zervixkarzinom,
Endometriumkarzinom, Vulvakarzinom, Vaginalkarzinom) sind
die intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT und VMAT)
zur weiteren Optimierung der Dosisverteilung, die bildgesteuerte
Strahlentherapie (Image-Guided-Radiotherapy – IGRT) zur
Verbesserung der Lagerungskontrolle und der Einschluss
nuklearmedizinischer Untersuchungsmethoden (PET-CT) in die
Bestrahlungsplanung. Ein besonderes Augenmerk richtet die
Klinik für Strahlentherapie auf die Vorteile einer MRT-gestützten
Bestrahlungsplanung: der Brachytherapie. Dazu wird nach
Applikatoreinlage ein MRT durchgeführt und individuell für die
Berechnung der optimalen Dosisverteilung genutzt.
Als Universitätsklinikum setzen wir an unseren beiden Standorten
am Campus Großhadern sowie am Campus Innenstadt aktuelle
wissenschaftliche Erkenntnisse in der Behandlung unserer
Patienten ein. Die Verfügbarkeit der neuesten strahlentherapeutischen Technologien, die interdisziplinäre Kooperation
mit den Nachbarfächern und die Erfahrung und Kompetenz
unseres Personals sichern bestmögliche, auf den einzelnen
Patienten zugeschnittene Behandlungskonzepte.
KONTAKT
Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Direktor: Prof. Dr. med. Claus Belka
CAMPUS GROSSHADERN
Dr. med. S. Corradini
Tel.: 089 4400 73770
Fax: 089 4400 76770
CAMPUS INNENSTADT
Dr. med. H. Scheithauer
Dr. med. M. Pazos-Escudero
Tel.: 089 4400 57561
Fax: 089 4400 57562
www.klinikum.uni-muenchen.de/Klinik-und-Poliklinik-fuerStrahlentherapie-und-Radioonkologie/de/index.html
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