Antwort in extrovertierter Form

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Antwort in
extrovertierter Form
Bauaufgabe war es, auf einem teils brachliegenden, teils
als Parkplatz eines angrenzenden Supermarktes genutzten Grundstück ein Gebäude mit gemischter Nutzung zu
errichten. Neben einem Drogeriemarkt im Erdgeschoss
sollten Räumlichkeiten für Praxen und Büros geschaffen
werden. Zudem galt es, die zergliederte städtebauliche
Situation zu ordnen. Eine Kubatur als Parallelogramm mit
strukturierter Fassade war die Antwort der Planer vom
Büro Format Architektur, Köln auf diese Aufgabenstellung.
Diese ungewöhnliche Grundrissgeometrie ist somit eine
planerische Antwort auf den ungewöhnlichen Grundstückszuschnitt, die städtebauliche Situation, sowie die gesetzten
Flächenbedürfnisse des Ankermieters im Erdgeschoss.
Außerdem mussten die benötigten Stellplätze sowohl für das
neue Gebäude, als auch für den bestehenden Supermarkt auf
dem engen Grundstück untergebracht werden. Die extrovertierte Form des Parallelogramms, wird durch das in Teilen
eingezogene Erdgeschoss und das auskragende Flugdach des
Staffelgeschosses, weiter plastisch herausgearbeitet.
Auskragendes Obergeschoss
Die beiden Zugänge des Gebäudes liegen in durch das
auskragende Obergeschoss überdeckten Bereichen, die
als Arkade ausgebildet sind. Die Anlieferung des Marktes
und die Tiefgaragenzufahrt sind getrennt von der Erschließung der Kundenparkplätze. Dies führt zu einer deutlichen
Reduktion der Lärmimmission für die Nachbarschaft. Die
Eingänge zum Drogeriemarkt und zu den Praxen und Büros
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fassadentechnik 4/2016
Bilder: Ulrich Deimal, Deimel+Wittmar Fotografie, Essen
orientieren sich zum gemeinsamen Parkplatz, an dem sich
das Ensemble aus dem bestehenden Supermarkt und dem
Gesundheitshaus gegenüberstehen.
Über das großzügige, auf seinen drei Ebenen unterschiedlich gestaltete und natürlich belichtete Treppenhaus, werden vier Einheiten im
Obergeschoss und drei Einheiten
Auskragungen und
im Dachgeschoss erschlossen.
Arkaden strukturieren
Die barrierefreie Nutzung des
den Baukörper und akGebäudes ist durch einen Aufzug
zentuieren Zuwegungen
sichergestellt.
und Eingangsbereich.
Energie und Technik
Das gesamte Gebäude ist in Massivbauweise errichtet. Die
kassettierten Fassadenbleche werden in eine Unterkonstruktion eingehängt. Der Gebäudeentwurf wurde energetisch an den
KFW 70 Standard angelehnt. Der sommerliche Wärmeschutz
wird mittels Dreischeiben-Sonnenschutzverglasung erreicht.
Das Gebäude wird durch Luftwärmepumpen – für jeden Raum
einer Nutzungseinheit individuell steuerbar – sowohl geheizt
als auch kontrolliert belüftet und gekühlt. Ein durch den
Hersteller der Anlage installiertes Mess- und Auswertungssystem setzt einerseits Nutzer in die Lage, ihre energetischen
Verbräuche kontinuierlich und tag-genau zu überprüfen, um
einen Selbstlernprozess zur eigenverantwortlichen Optimierung ihres Energieeinsatzes zu unterstützen.
Andererseits stehen dem Wartungsunternehmen kontinuierlich Daten über den aktuellen Betriebsstatus und den Betriebsverlauf jeder Einheit zur Verfügung, so dass schleichende Systemineffizienzen zeitnah erkannt und behoben werden.
Durch den Einsatz regenerativer Energie und die technische
Begleitung des Betriebes wird der Gesamtenergieverbrauch
niedriger ausfallen, als bei einem möglicherweise kostengünstiger errichteten Gebäude mit konventioneller Technik.
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Detailschnitt
der Fassade
Bild: Format Architektur, Köln
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Die Fassade: Feine Gliederung hinter Großform
Die Wahl des Materials für die vielschichtig gegliederte Fassade erfolgte aus dem Ensemble-Gedanken des Städtebaus
heraus. Die Fassade des benachbarten Supermarkts ist mit
pulverbeschichteten schwarzen Blechkassetten bekleidet.
Bei der Planung des Gesundheitshauses fiel die Entscheidung deshalb ebenfalls auf eine Metallfassade. Hier jedoch
als gegliederte, eloxierte Aluminiumfassade im Farbton
dunkelbronze (E6/C34). Realisiert wurde die Gebäudehülle
gemeinsam mit dem Fassaden-Fachplanungsbüro Dreising,
Messingen.
Vertikale Lisenen und horizontale Kantungen rhythmisieren nun die Fassade, so dass hinter der Großform eine
feine Gliederung sichtbar wird. Ziel war es, zusammen mit
dem Schattenwurf der scharfkantigen, horizontalen und
vertikalen Gliederungen und der lebendigen Eloxierung ein
je nach Blickwinkel und Sonneneinstrahlung immer wieder
unterschiedlich wirkendes Gebäude zu entwickeln. Besonders im Streiflicht kommt es zu einem Farbspiel, das bei der
ansonsten homogen erscheinenden Fassade überrascht.
…in Fenster aufgelöst
Für das Gesundheitshaus galt es, die unterschiedlichen
Ansprüche der Nutzung im Erdgeschoss und in den Obergeschossen miteinander zu vereinen. Der Drogeriemarkt
benötigt minimal geöffnete Fassaden, wohingegen für die
Nutzungen in den Obergeschossen ein höherer Fensteranteil nötig ist. Für diese Anforderungen wurde ein geschlossenes Sockelgeschoss mit einzelnen, sorgfältig platzierten
und dafür großen Öffnungen entwickelt. Die Fassade des
Obergeschosses wird hingegen fast vollständig in Fenster
aufgelöst. Das Dachgeschoss springt umlaufend in unterschiedlichen Tiefen zurück und ermöglicht so großzügige
Terrassen, teils plattiert, teils begrünt.
Sowohl aus den großen Fensteröffnungen des Obergeschosses als auch von den umlaufenden Terrassen des Staffelgeschosses haben die Nutzer im Süden und Westen einen
freien Blick auf die Ruhr und die bewaldeten Ausläufer der
Ruhrhöhen.
Fassadendetails
Bei der Fassade handelt es sich um eine vorgehängte hinterlüftete Einhang-Blechkonstruktion mit flächiger, gekanteter
Aluminiumfassade aus 3 mm starken Blechen. Die U-Profile
sind wasserführend ausgebildet. Die Halter der Unterkonstruktion sind thermisch getrennt. An einigen Stellen wurde
diese Konstruktion auch als Unterdecke ausgeführt.
Für die Wärmedämmung kam 160 mm dicke, vlieskaschierte Mineralwolle mit WLG 035 in nichtbrennbar Ausführung A1 zum Einsatz. Die vertikale und horizontal teils weit
vorstehenden Zargen und Lisenen wurden aus 2 mm dicken,
gekanteten Aluminiumblechen stumpf gestoßen und mit
Stoßblechen hinterlegt.
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Gemeinsame Visualisierung von Gebäude
Bild: Ulrich Deimal, Deimel+Wittmar Fotografie, Essen
und Schnitt.
Die Gerüstanker wurden verdeckt liegend in die Fugen
integriert, die Dach-Notüberläufe durch die Fassadenbleche geführt. Beim Flugdach kamen verzinkte, auskragende
Stahlschwerter mit L=1,50m zum Einsatz. Bekleidet wurde
es mit 3 mm gekanteten Aluminium- und Stoßblechen.
Fenster und Türen
Die Fensterelemente bestehen aus hochwärmegedämmten
Aluminiumprofilen mit 75 mm Bautiefe, die teilweise einbruchhemmend in RC2 ausgeführt wurden. Als Verglasung
wurde eine absturzsichende Dreifach-Isolierverglasung mit
thermisch verbessertem Randverbund und integriertem
Sonnen- und Wärmeschutz montiert. Auch hier kamen zum
Teil einbruchhemmende Elemente der Widerstandsklasse
P4A zum Einsatz. Da in Teilbereichen die Fensterbrüstung
nur zirka 25 cm hoch ist, wurden vor den öffenbaren Dreh-/
Kippfenstern absturzsichernde Glasbrüstungen eingebaut.
Für die Türelemente kamen ebenfalls hochwärmegedämmte Aluminiumprofile mit 75 mm Bautiefe zum Einsatz.
Auch hier wurde teilweise eine einbruchhemmend Ausführung der Widerstandsklasse RC3 gewünscht.
Malte Schnetger, Köln
1981) studierte Architektur an der TU Kaiserslautern. Er absolvierte sein Diplom als Jahrgangsbester und wurde mit dem Bauweltstipendium
ausgezeichnet. Mitarbeit in den Büros Jessenvollenweider, Basel; Lorenz Architekten, Basel; Jutta
Heinze, Duisburg. Seit 2009 ist er Projektarchitekt
im Büro Format Architektur in Köln.
Bild: Format Architektur
Malte Schnetger, Dipl.-Ing Architekt, (Jahrgang
Bauherr: McDonald´s Kinderhilfe Stiftung, München
Architekt: Entwurf – GRAFT, Berlin
Ausführungsplanung – Springmann Architektur, Esslingen
Fotos: Jan Kraege, Tobias Hein
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