PROJEKTBERICHT ARCHITEKTUR Der Diskurs zwischen Alt und

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WETTBEWERB ZU-UND UMBAU BUNDESSCHULZENTRUM [BSZ]
AMSTETTEN
PROJEKTBERICHT ARCHITEKTUR Der Diskurs zwischen Alt und Neu wird mit der ansteigenden Zahl von Erweiterungen und Sanierungen von öffentlichen Gebäuden zu einem immer wichtigeren Faktor in der europäischen Baukultur. Die Adaption des Schulgebäudes des BSZ AMSTETTEN ist in diesem Lichte zu betrachten. Der akute Raumbedarf und eine zeitgemäße ökologische Sanierung verlangen einen Eingriff in die bestehende Substanz, welcher dem Gebäude ein neues Erscheinungsbild verleihen wird. Trotzdem war es uns wichtig den grundsätzlichen Charakter des BSZ AMSTETTEN in seinem örtlichen Kontext – als signifikantes Ensemble südöstlich des Zentrums von Amstetten und als ein Stück Erinnerung vieler ehemaliger Schüler und Lehrer ‐ zu erhalten. Der österreichische Schulbau befindet sich im Umbruch und neue Schulbaukonzepte versuchen den gesellschaftlichen Wandel und die ausufernden Wissensansprüche an die heutige Jugend in Einklang zu bringen. In diesem Sinne entschlossen wir uns die Eingriffe im Bestand auf ein Minimum zu reduzieren, um die vorhandenen Qualitäten der Aufenthaltsflächen wieder freizulegen. Dahingehend wird die bestehende Situierung des Zuganges erhalten und durch eine wiedergewonnene Blickachse in den neugeschaffenen Innenhof aufgewertet. Später erfolgte Einbauten werden abgebrochen und die großzügigen Pausenflächen in beiden Schulen werden reaktiviert. Die Sichtbarkeit und die Wahrnehmung der HAK wird durch die Wandabschrägung der Bibliothek und durch einen „Zebrastreifen“ als Bodenmarkierung wesentlich verstärkt. An den beiden östlichen, fensterlosen Giebelwänden der HLW und der HAK wird jeweils ein zweigeschossiger Zubau angekoppelt. In diesen Zubauten befinden sich die neuen, lichtdurchfluteten Klassenräume mit ihren großzügigen Vorzonen, welche den SchülerInnen offene Lernzonen und frei nutzbare Arbeits‐ und Aufenthaltsräume bzw. Gruppenräume anbieten. Diese sind auch unmittelbaren Freiräumen in Form von Balkonen und Loggien zugeschaltet, die den Raum dahingehend erweitern können. Die Pausenflächen im Bestand werden durch die neuen Buffets im Obergeschoss aufgewertet. Der Hauptteil der Klassenräume befindet sich im ersten Obergeschoss, nur ein Teil der HAK‐Klassenräume befindet sich im Erdgeschoss mit Blick auf den neuen Sportplatz. Im restlichen Erdgeschoss werden die Verwaltung, die Küche, die EDV der HLW, die betriebswirtschaftlichen Zentren und die Allgemeinbereiche situiert. Der Küchenbereich der HLW wird im Osten um eine, von zwei Seiten belichtete, Einzelplatzküche erweitert. Die EDV der HAK ist separat im zweiten Obergeschoss untergebracht. Die Mehrzweckräume und die Bibliothek befinden sich an der Schnittstelle der Schulen und können gemeinsam genutzt werden. Die Mehrzweckräume sind im Falle einer Veranstaltung zu einem Großraum koppelbar und sind von beiden Seiten begehbar. Durch die Situierung der Mehrzweckräume zwischen den beiden Schulgebäuden als „freistehender“ Pavillon entsteht ein ruhiger Lernhof, zu welchem sich die neue Bibliothek und die Terrassen öffnen. Man betritt also die Schule und sieht in den neuen Schulhof mit dem Mehrzweckpavillon. Die Freiräume am gesamten Gelände werden in Streifen von Ost nach West gegliedert und nehmen so die Geste der neuen Bebauung formal auf. Dem folgend gliedern sich auch die Zonen der Sportbereiche und fügen sich mit den Lernbereichen für Freiklassen und großzügigen Pausenbereichen, in das Gesamtbild des Schulgeländes ein. PROJEKTBERICHT TGA ÖKONOMISCHE UND ÖKOLOGISCHE ASPEKTE
Die Baukörper sind kompakt gehalten und haben ein günstiges Verhältnis von Oberfläche zu Volumen, was den Wärmeverlust verringert und sich günstig auf die Betriebskosten auswirkt. Alle Räume mit Ausnahme einzelner Sanitärräume sind natürlich belüftet und belichtet. Unerwünschter Wärmeeintrag in den Sommermonaten wird durch außenliegende Jalousien abgehalten, während in den Wintermonaten die Glasflächen zur passiven Nutzung der Sonnenenergie genutzt werden. Die massive Tragkonstruktion des Gebäudes bietet ausreichend Speichermasse für den Temperaturausgleich. Die Tageslichtversorgung über die Fenster ist, trotz der großen Raumtiefen, optimal. Bei Klassenräumen ist im Bestand die Verglasung der Parapete vorgesehen. Damit ist nur geringe Zusatzbeleuchtung notwendig. Leuchtmittel und Lichtintensität werden durch Photozellen entsprechend dem einfallenden Sonnenlicht geregelt und zusätzlich durch Betriebszeitenprogramme gesteuert. Alleine durch die automatische Regelung wird eine 25%‐ige Energieeinsparung bei der Beleuchtung erreicht. Ungewollter Energieverbrauch für Beleuchtung wird verhindert und die geringere Abgabe von Wärme aus der Beleuchtung wirkt sich positiv auf das Raumklima aus. Mechanische Lüftung für geringeren Wärmeverlust und bessere Luftqualität: Auf Wunsch und wenn die Mehrkosten vom Bauherren wirtschaftlich vertreten werden, kann eine mechanische Zu‐ und Abluftanlage installiert werden, die den hygienischen Lüftungswärmebedarf gegenüber einer konventionellen Fensterlüftung um mehr als die Hälfte senkt. Die Raumluftqualität kann damit wesentlich verbessert werden, was das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit steigert. Der Wärmerückgewinnungsgrad beträgt bis zu 55%. Solarkollektoranlagen auf den Flachdächern werden für die Warmwasserbereitung eingesetzt. Die gewonnene Solarenergie wird in einem Pufferspeicher zwischengespeichert. Die Warmwasserbereitung ist in der Folge über Wasser/ Wasser – Wärmetauscher im „Durchfluss‐TWE“ vorgesehen. Dadurch werden die Warmwassermengen „just in time“ mit der gewünschten Temperatur erzeugt. Die Beheizung soll mit Flächenheizsystemen erfolgen, da diese mit sehr niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden können und daher größtmögliche Energieeffizienz garantieren. Die Gebäudetechnik regelt und steuert dabei die Anlage, so dass höchstmögliche Effizienz erreicht wird. Die Leittechnik wird auch genützt um Laufzeiten von Anlagen und Beleuchtungszeiten zu optimieren und um die Technik der Gebäude zu überwachen. PROJEKTBERICHT STATIK
BAUTECHNISCHE ASPEKTE
Tragkonstruktion besteht aus einem Stahlbetonskelett, Stützen, Scheiben und Flachdecken. Außenwände sind massiv mit außenliegender hochwärmedämmender Dämmung und verschiedenen Wandverkleidungen. Fensterkonstruktion mit hochwertigen Isolierglas und außenliegendem Sonnenschutz mit Lichtlenkeigenschaft. Im nördlichen Bereich 3‐Scheiben‐, im südlichen Bereich 2‐
Scheibenisolierverglasung. Es sind vorwiegend Fixverglasungen mit den notwendigen Lüftungs‐ und Reinigungsöffnungen vorgesehen. Flachdächer werden mit Bitumen‐ oder Foliendach mit Gefälledämmplatten, begrünt und mit Solarkollektoren ausgestattet. Innenwände teilweise massiv, teilweise aus Gipskarton, Glas und Holz. Fußbodenbeläge Klassen: Linoleum Verkehrsflächen: Terrazzo oder Steinzeug / Kautschuk (Sitzbereiche) Decken Beton gespachtelt, Gipskartonakustikdecken Türen Vollbautüren aus Holz 
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