Umsteigen in die Zukunft Der neue Kö Gespräch mit Dr. Kurt Gribl, Oberbürgermeister der Stadt Augsburg »Wir legen heute das Fundament für die Zukunft unserer Stadt.« Die Entwicklung einer lebendigen und gut erreichbaren Innenstadt mit einer umweltfreundlichen Mobilität ist eine zentrale Aufgabe für unsere Stadt. Denn diese Punkte sind entscheidend bei der Wahl des Wohn- und Standortes für Menschen und Unternehmen. Augsburg stellt sich dieser Aufgabe frühzeitig. Mit projekt augsburg city, dem umfangreichsten städtebaulichen Projekt der letzten Jahrzehnte, legen wir das Fundament für die erfolgreiche Zukunft unserer Stadt. Der Umbau des Königsplatzes und die Modernisierung des Hauptbahnhofs machen den öffentlichen Nahverkehr zukunftsfähig. Auch die Innenstadt erlebt eine bedeutende Aufwertung: Fußgängerzone, Maximilianstraße, Hall-Campus und Elias-Holl-Platz werden neu gestaltet, zwischen Königsplatz und Stadttheater entsteht ein neuer, grüner und attraktiver Boulevard. Wie wichtig ist projekt augsburg city für die Zukunft unserer Stadt? Was sind die wichtigen Trends für Städte? Ich bin sehr erleichtert, dass wir uns für eine umfassende Betrachtung der Ziele der Innenstadt entschieden haben, statt uns nur auf das Umsteigedreieck am Kö zu konzentrieren. Stichwort »Reurbanisierung«. Die Menschen ziehen wieder in die Städte. Sie erwarten urbane Lebensqualität, eine breite Infrastrukturausstattung, sowie ein modernes Mobilitätsangebot und gute Erreichbarkeit. Heute wissen wir, das wäre zu kurz gesprungen. Wir stehen, wie viele andere Städte, durch den demografischen und strukturellen Wandel vor großen Herausforderungen. Und wir stehen als Stadt im Wettbewerb um die Gunst von Menschen und Unternehmen. Die Reurbanisierung hat natürlich auch einen Einfluss auf den Arbeitsmarkt und den Standort: Für Unternehmen macht das Angebot an Fachkräften die Attraktivität einer Stadt aus. Und für Fachkräfte ist wiederum die Attraktivität der Stadt entscheidend: Es geht um Lebensqualität, attraktive Arbeitsplatzangebote und Wohnmöglichkeiten. Es geht um gute Kinderbetreuung und Bildungseinrichtungen. Und es geht um die Dynamik, die eine Stadt ausstrahlt. Für viele dieser Punkte ist projekt augsburg city ein zentraler Baustein. 2012 ist ein zentrales Jahr für projekt augsburg city. Warum? In diesem Jahr werden wir in der Tat am offenen Herzen operieren. Der Umbau am Kö ist gestartet und die Modernisie- rung der Fußgängerzone und der Maxstraße läuft auf Hochtouren. Wir haben uns bewusst für einen Zeitpunkt parallel zum Kö-Umbau entschieden, um die Baustellenphase so komprimiert und dadurch so kurz wie möglich zu halten. Was ist das Ziel des neuen Kö? Der neue Königsplatz mit dem neuen modernen Gebäude ist das zentrale Element von projekt augsburg city. Er ordnet die Stadt neu, denn durch die veränderte Verkehrsführung ergeben sich neue gestalterische Möglichkeiten für die Innenstadt. Städtebaulich gesehen schafft er eine direkte, komfortable Verbindung zwischen Innenstadt und Hauptbahnhof – übrigens auch für Autofahrer. Nicht zuletzt soll der neue Kö Identifikationsort für Augsburg werden. Meine Generation erinnert sich noch gerne an den »Pilz«. Die neuen Generationen hoffentlich an den neuen Kö. Die Bilder zeigen im Uhrzeigersinn von oben links • Die neue Innenstadt • Der neue Königsplatz • Der neue Hauptbahnhof »In Zukunft werden wir alle intelligenter unterwegs sein.« Unsere Gesellschaft wird immer mobiler. Der Mobilitätskonsum des Einzelnen steigt weiter und damit der Verkehrsdruck auf die Städte. Die Gefahr einer weiteren Steigerung der Lärm- und Schadstoffbelastung in den Innenstädten wächst. Mit Blick auf eine immer älter werdende Bevölkerung wird die Bedeutung eines attraktiven, zuverlässigen und barrierefreien öffentlichen Nahverkehrs deutlich ansteigen. Eine moderne und umweltfreundliche Mobilität ist also die zentrale Voraussetzung für die soziale und kulturelle Entwicklung einer Stadt. Diese Prognose stellt Augsburg des Königsplatzes. Mit dem Umbau des zentralen Umsteivor neue Fragen und Herausforderungen, die wir mit geknotens am Kö wird der öffentliche Nahverkehr für seine projekt augsburg city schon heute beantworten. Ein zukünftige Rolle gestärkt. Ein barrierefreies, komfortables und Kernprojekt ist die Modernisierung und Neuorganisation sicheres Mobilitätsangebot für junge und ältere Menschen ist eine der zentralen Aufgaben unserer Stadt. Norbert Walter, Geschäftsführer der Stadtwerke Augsburg, zur Zukunft der Mobilität. Gespräch mit Norbert Walter, Geschäftsführer der Stadtwerke Augsburg Der Umbau des Kös ist bereits im vollen Gange. Wie wichtig ist dieser Schritt? Wie wird sich unser Mobilitätsverhalten verändern? Was bedeutet der neue Königsplatz zukünftig für unsere Mobilität? Und was bedeutet der neue Kö für Augsburg? Es ist ein Meilenstein. Mit dem Umbau des historischen Umsteigeknotens läuten wir ein neues Mobilitätszeitalter in Augsburg ein. 2011 sind 57 Mio. Fahrgäste mit unseren Linien gefahren. Und es werden noch mehr. Unsere Gesellschaft steht am Beginn des größten Mobilitätswandels seit der Erfindung des Automobils. In den Städten der Zukunft werden weniger Autos fahren. Zu viele Autos bringen neben ökologischen und ökonomischen auch praktische Probleme mit sich. In der Stadt von morgen gibt es keinen Raum für zusätzliche Straßen und Parkplätze. Das heißt nicht, wir werden weniger unterwegs sein, sondern intelligenter und umweltfreundlicher: Wir fahren mit Bus und Bahn in die Stadt und bewegen uns dort beispielsweise mit Leihfahrrädern weiter. Mobilität bestimmt das Leben jedes Einzelnen. Sie ist die Basis für soziale Teilhabe, gesellschaftlichen Fortschritt, wirtschaftliches Wachstum, Selbstverwirklichung und Erfolg. Darum ist es uns wichtig, den größten Umsteigeknoten Augsburgs barrierefrei zu gestalten. Damit wirklich alle – ob Rollstuhlfahrer, Geh- oder Sehbehinderte, Familien mit Kinderwägen oder ältere Personen – ein mobiles Leben führen können. Der neue Kö ist der zentrale Umsteigepunkt in unserer Stadt und das wird man in Zukunft deutlich erkennen. Das moderne, strahlende Gebäude zeigt, welchen Stellenwert der öffentliche Nahverkehr für Augsburg hat. An diesem zentralen Ort vereinen sich harmonisch öffentliche Bereiche wie das swa Kundencenter und nicht öffentliche wie der Aufenthaltsbereich für unsere Fahrer. Das war eine echte Herausforderung für die Architekten. Ebenso unsere Forderung nach größtmöglicher Barrierefreiheit. Besonders beeindruckend wird der Kö bei Nacht: Das Bauwerk wird zu einer einzigartigen Lichtskulptur – so eine Architektur ist neu, nicht nur für Augsburg. Der Kö von gestern bis mo rgen 1881 Es kommt Bewegung in die Stadt – die Pferdebahn Im Mai 1881 ging die erste Strecke der Pferdebahn als privates Unternehmen in Betrieb. Zwischen dem Perlach und Bahnhof konnte man auf von Pferden gezogene, auf Schienen fahrende Wagen aufsteigen. Ein halbes Jahr später wurde das 16.4 Kilometer umfassende Netz bedient. Haltestellen gab es keine, die Wagen hielten per Handzeichen an. 60 Mitarbeiter, 99 Pferde und 30 Wagen waren für die rund 1.3 Mio. Fahrgäste pro Jahr im Einsatz. Die Strecken der Pferdebahn sind übrigens noch immer die Grundlage des heutigen Straßenbahnnetzes. 1914 Wir treffen uns am Pilz Im Gleisdreieck des damaligen Umsteigeknotens stand von 1914 bis Mitte der 70er Jahre der berühmte Pilz, ein beliebter Treffpunkt bei Jung und Alt. Nicht erst mit der Einführung der Omnibusse 1926 wuchs das Verkehrsaufkommen stetig an, so dass bereits Anfang der 30er Jahre Umbaupläne entstanden. Mitte der 70er Jahre musste endgültig eine neue Lösung gefunden werden. Das Umsteigedreieck wurde in die Parkanlage verlegt. 1898 1898 Augsburg unter Strom – die Ära der elektrischen Tram EineEine moderne Großstadt wurdewurde Augsburg 1898.1898. Effiziente moderne Großstadt Augsburg Effiziente elektrische Straelektrische Straßen­ bahnen wieund in Paris Berlin bedienten ßenbahnen wie in Paris Berlinund bedienten die Strecken zwischen Oberdie Strecken zwischen Oberhausen sowie hausen und Göggingen sowieund demGöggingen Perlach und Lechhausen. dem Perlach und Lechhausen. 40 Motor- und sechs Anhängewagen mit je 14 Sitz- und 14 Stehplätzen 40 MotorAnhängewagen mit jemit28etwa Plätzen waren und auf sechs insgesamt vier Linien und 30 wa­ Kilometer/h unterwegs. ren auf mit 30 im km/h unterwegs. 5.5 sich Mio.über Fahr-einen 5-Minuten-Takt in 5.5vier MioLinien Fahrgäste ersten Jahr freuten gäste freuten sich über 5-Minuten-Takt in deraußerhalb. Innenstadt der Innenstadt undeinen einem 10-Minuten-Takt und einem 10-Minuten-Takt außerhalb. 1977 Kind der 70er – das Umsteigedreieck am Kö 1977 wurde das neue Gleisdreieck in Betrieb genommen. Das pavillonartige Gebäude erfüllte damals alle Ansprüche an Komfort und Design. 35 Jahre lang bot das Gebäude Wartenden einen Unterstand mit verschiedenen Service- und Essensangeboten. Auch die Fahrer der Straßenbahnen und Bussen hatten hier Kantine und Warteraum. 1905 Der neue Drehund Angelpunkt – der Kö Mit dem Abriss des Gögginger Tors und der Bastion wurde 1862 eine Direktverbindung zwischen Altstadt und dem bereits 1846 fertiggestellten neuen Hauptbahnhof auf dem Rosenauberg hergestellt. Der parkähnliche Göggingertorplatz wurde 1869 zu Ehren König Ludwig II. in Königsplatz umgetauft. Seine Bedeutung als Dreh- und Angelpunkt des öffentlichen Nahverkehrs erhielt der Kö mit der neugestalteten Bürgermeister-Fischer-Straße. 1905 wurden 30 Häuser abgerissen, um eine direkte Verbindung zwischen Moritzplatz und Kö zu schaffen. Ab diesem Zeitpunkt liefen am Kö drei Tram-Linien zusammen und er löste den Rathausplatz als Umsteigezentrum ab. 2012 Es wird Zukunft – der neue Kö Am 20. März 2012 wurde mit dem Abriss des Kö-Pavillons begonnen. An seiner Stelle entsteht bis Ende 2013 ein neuer, größerer, komfortablerer, sicherer und vor allem barrierefreier Umsteigepunkt. Es wird Zukunft. Klicken und gucken. Mit unserer Kö-Cam schauen Sie live zu, wie aus dem Kö Zukunft wird. Hier ist die Zukunft zu Hause Der neue Kö erfüllt bestens alle Funktionen, ist modern und attraktiv. Den Mittelpunkt des Ensembles bildet ein zentrales Bauwerk, das der Dreiecksform des wie Geldautomaten und Telefonzellen sowie eine Kantine Platzes entspricht. Hier sind das swa und Aufenthaltsräume für die swa Fahrer untergebracht. Kundencenter, vier Ladengeschäfte, ein Mit seiner hellen Gestaltung als gläserner Pavillon wirkt es öffentliches WC, Serviceeinrichtungen transparent und einladend. Viel Licht strahlt Sicherheit aus • Darum ist der neue Kö nachts nicht nur bestens ausgeleuchtet, das Gebäude wird zusätzlich mit Strahlern – sogenannten Wallwashers – inszeniert. Im Dach befinden sich zahlreiche Downlights, die die Bahnsteige gleichmäßig ausleuchten. Das gibt den Wartenden ein sicheres Gefühl, auch bei Dunkelheit. Zahlreiche ins Dach eingelassene Leuchten sorgen für eine angenehme, gleichmäßige Lichtstimmung und verhindern Angsträume. In den Ladenlokalen wird der gleiche robuste und langlebige Naturstein wie im neuen Hauptbahnhof Berlin verlegt. Die äußeren Bahnsteige sind viereinhalb bis fünf Meter breit, die inneren Bahnsteige großzügige zehneinhalb Meter. Im zweiten Geschoß befinden sich die swa Fahrerkantine, Aufenthaltsbereiche und Büroräume. Im Erdgeschoß sind alle öffentlichen Einrichtungen wie swa Kundencenter, Ladengeschäfte, öffentliches WC barrierefrei von außen zugänglich. Die Glasfassade wirkt einladend und transparent. Weiße, unterschiedlich breite horizontale Siebdruck-Streifen geben der Gebäudehülle eine interessante, differenzierte Struktur. Die gläserne Außenhaut wirkt als Reflexionsfläche und Spiegel des Lebens am neuen Kö. Alles unter einem Dach Das weit ausladende Dach kragt elf Meter bis zu den Bahnsteigkanten aus und schützt somit den gesamten Wartebereich sowie das Gebäude vor direkter Sonneneinstrahlung und Regen. Die Dachspitze gestalteten Königsplatz und die Fußgängerzone. Am neuen Kö sind vom swa Kundencenter in Richtung alle zehn Bahnsteige nahezu vollständig überdacht. Verglaste, windInnenstadt ist 29 Meter lang und schafft geschützte Steh- und Sitzbereiche machen das Warten angenehmer, so eine optische Anbindung an den neuselbst bei schlechtem Wetter. Selbstständiges Umsteigen für Sehbehinderte • Mit einem taktilen Leitsystem im Fußboden ermöglicht der neue Kö allen Sehbehinderten ein sicheres und selbständiges Umsteigen. Zusätzliche taktile Bodenplatten am Bahnsteig markieren die Position der ersten Fahrzeugtür. Per Knopfdruck an einer Säule erhalten Sehbehinderte alle wichtigen Fahrplaninformationen auch akustisch. Das Spaltmaß zwischen Bahnsteigkante und Einstieg wurde auf ein Minimum reduziert und ermöglicht ein barrierefreies Einsteigen an den Fahrzeugtüren. Das einen Meter hohe, umlaufende Band wird mit LED-Strahlern hinterleuchtet und macht den Kö schon von weitem gut sichtbar. Die Bahnsteigüberdachungen erstrecken sich mit bis zu 66 Metern Länge nahezu über die komplette Länge der Bahnsteige. Der neue Identifikationspunkt der Stadt Der Kö war schon immer mehr als nur ein Umsteigeknoten: er war Treffpunkt und Ort der Identifikation. Das wird er auch in Zukunft sein. Mit dem weithin sichtbaren und nachts hinterleuchteten Dach der Gleise verringern potenzielle Angsträume und sorgen für ein entfaltet er seine städtebauliche Wirkung. Er bietet Orientierung in der Stadt sicheres Gefühl. Der Kö als moderne Lichtskulptur zeigt, welchen und markiert deutlich den zentralen Um- Stellenwert der umweltfreundliche öffentliche Nahverkehr in Augsburg in steigeknoten. Die homogene Fassade des Gebäudes und die übersichtliche Anordnung Zukunft haben wird. Einfach, klar, selbsterklärend • Die Orientierung am neuen Kö wird klar und übersichtlich. Dazu wird neben der architektonischen Gestaltung auch ein individuell für das Umsteigedreieck entwickeltes Informations- und Wege-Leitsystem beitragen. In Abstimmung mit allen Verantwortlichen wird derzeit ein ganzheitliches Konzept erstellt. Dabei wird genau analysiert: Wo ist Information nötig, was muss erklärt werden und in welcher Form geschieht dies am Besten. Ziel ist es, dass sich am neuen Kö alle gut zurechtfinden, wenn er Ende 2013 wieder als zentraler Umsteigepunkt der Stadt in Funktion tritt. Große Beschriftungen erleichtern die Orientierung. Die Bahnsteige sind ausgestattet mit windgeschützten Sitzgruppen sowie Fahrgastinformationen und Automaten. Ein überdachtes Lichtband sorgt für Helligkeit auch unter dem Dach. Die schlanken Stützen verleihen dem Dach einen schwebenden, leichten Charakter. Die Dachspitze Richtung Innenstadt ist 29 Meter lang und schafft so eine Anbindung an den neugestalteten Königsplatz und die Fußgängerzone. Das sieben Meter hohe Dach kragt elf Meter weit bis zu den Bahnsteigkanten aus und schützt Wartebereich und Gebäude vor direkter Sonneneinstrahlung und Regen. »Die Orientierung am neuen Kö wird in Zukunft einfacher sein.« und großzügige Situation, die wesentlich übersichtlicher sein wird als bisher. Hier wird es nachts keine Angsträume mehr geben. In den nächsten zwei Jahren entsteht der neue Königsplatz. Von Philipp Koch (atelier pk, Berlin) stammt der Entwurf für das Herzstück des Umbaus, den neuen Hochbau. projekt augsburg city sprach mit dem Berliner Architekten über das Konzept, dem der leicht modifizierte Siegerentwurf der beiden Architektur-Wettbewerbe von 2007 und 2010 zugrunde liegt. Was wird denn neu sein am neuen Kö? Der Maßstab ändert sich: Bislang gab es am Königsplatz eine umlaufende Dachkonstruktion mit eingestellten Verkaufsständen. Nun schaffen wir ein modernes Verkehrsbauwerk, das sich in drei verschiedene Elemente gliedert: eine großzügige, dreiecksförmige Dachkonstruktion, in der Mitte ein gläsernes Gebäude und als drittes Element die äußeren Bahnsteigüberdachungen, die sich um das Umsteigedreieck herum anordnen. Die Dachkonstruktion in sieben Metern Höhe schafft aber nicht nur den angemessenen Witterungsschutz für das Umsteigedreieck, sondern setzt vor allem einen starken städtebaulichen Akzent. Dieser signalisiert klar, welch große Bedeutung die Stadt Augsburg dem ÖPNV in Zukunft einräumt. Zweite Idee: Eine schwebende Dachkonstruktion auf möglichst schlanken Stützen, die den öffentlichen Raum überspannt und markiert. Dritte Idee: Die äußeren Bahnsteigüberdachungen ordnen sich dem großen Dachtragwerk unter und nehmen sich in Höhe, Material und Gestaltung zurück. Welche Rolle wird dabei die Beleuchtung spielen? Wie werden die täglich rund 100.000 Nutzer davon profitieren? Die Orientierung wird nun einfacher, weil es nur noch ein Gebäude in der Mitte gibt, das alle Funktionen vereint. Außen herum bleiben knapp elf Meter Bahnsteig frei für die Fahrgäste, überspannt von einer breiten Dachkonstruktion. Eine wettergeschützte, attraktive, barrierefreie Eine sehr große: Die Dachkonstruktion erhält ein komplett umlaufendes, ein Meter hohes, weiss hinterleuchtetes Lichtband. Das unterstreicht auch nachts die übergeordnete Bedeutung des neuen Umsteigedreiecks. Das Gebäude wird ebenfalls zur Lichtskulptur. Um eine ausreichende Reflexionsfläche für das Anstrahlen zu schaffen, wird die gläserne Haut mit einem weißem, linearen Siebdruck überzogen. Aus der Dachfuge heraus kann das Gebäude in beliebiger Farbe illuminiert werden. Es war unser Ziel, einen lebendigen, attraktiven Ort hier am Königsplatz zu schaffen – tagsüber, aber auch nachts. Auf welcher Basis ist Ihr Kö-Entwurf entstanden? Wir entwickeln die Entwürfe meistens aus der Funktion heraus. Hier am Kö entsteht ein neues Haltestellendreieck, das sehr gut funktionieren muss. Für uns als Planer gibt es vielfältige Wegebeziehungen zu Klicken und gucken. Gespräch mit Philipp Koch, Architekt. Sein Entwurf wird am Kö gebaut. beachten, Logistik spielt eine Rolle sowie die Taktung von Straßenbahnen und Bussen. Insgesamt eine anspruchsvolle Aufgabe: Einen reibungslosen Betrieb Ganz persönlich informiert. Der Architekt erläutert sein Gestaltungs­ konzept. ermöglichen und gleichzeitig Gestaltung und Aufenthaltsqualität nicht aus den Augen verlieren. Unser finaler Entwurf wird aus unserer Sicht allen diesen Anforderungen gerecht. Finden Sie, Ihr finaler Entwurf ist eine zeitgemäße architektonische Antwort für den Kö? Was heute zeitgemäß ist, ist bekanntlich morgen schon wieder überholt. Deshalb versuchen wir modische Aspekte in unseren Entwürfen zeitig auszusortieren. Wir entwickeln aus der Funktion heraus ein, zwei, drei Grundideen, und diese werden dann mit wenigen, aber gut durchgearbeiteten Details angereichert. Erste Idee am Kö: Die Entscheidung für ein kompaktes, mittig positioniertes Gebäude, in dem die verschiedenen Funktionen unter einer Hülle vereint werden. Glauben Sie, dass eine grundlegend neue Architektur wie am Kö sich auch auf die Menschen auswirken wird? Ich denke schon, dass so etwas positiv ausstrahlt. Jeder Bewohner und Besucher einer Stadt nimmt sehr wohl zur Kenntnis, ob Politik und Verwaltung sich für die Stadt engagieren und sie zukunftsfähig machen. Der Umbau des öffentlichen Raumes und des ÖPNV im Rahmen von projekt augsburg city hat meiner Meinung nach das Potenzial zu einem nationalen wie internationalen Vorzeigeprojekt. Zentral wichtig – das neue Kö-Dreieck Der Umbau des Königsplatzes ist seit Jahren notwendig und wird nun endlich realisiert. Seit 1990 ist die Fahrgastzahl um 25 Prozent gewachsen. Für knapp 60 Mio. Fahrgäste war das alte Kö-Dreieck nicht ausgelegt und von dem Andrang des Hauptbahnhofes wird das Fahrgastaufkomüberfordert. Es war zu eng, zu unkommen in Zukunft noch steigen. fortabel und zu unsicher. Durch die neue Um die Ansprüche der Zukunft zu erfüllen, muss Linie 6, die geplante Linie 5 und die Verdie Haltestellenkapazität erhöht, das Gebäude längerung der Linie 1 und dem Ausbau vergrößert und die Bahnsteige komfortabler werden. Nur so lässt sich ein reibungsloser und sicherer Betrieb garantieren. Der Meinung ist auch die Augsburger Bevölkerung, die sich in zwei Bürgerentscheiden für den neuen Kö entschieden hat. Mehr Komfort • Der Kö wird zum autofreien Platz. Schnellere Abwicklung • Durch die Neuorganisation des Königsplatzes fahren die Straßenbahnen und Omnibusse zügiger ein und aus. Mehr Barrierefreiheit • Abgesenkte Bahnsteige und ein minimiertes Spaltmaß zwischen Bahnsteig und Fahrzeug sorgen für ein komfortables Umsteigen mit Kinderwagen, Gehhilfe und Rollstuhl. Längere Bahnsteige • Bequemes Ein- und Aussteigen an allen Türen bei den langen CityFlex und Cambinos. Mehr Fahrgäste • Nach dem Abschluss des gesamten Ausbaus der Mobilitätsdrehscheibe werden täglich bis zu 4.000 neue Fahrgäste prognostiziert. Weniger Stau • Jede Straßenbahnlinie bekommt eigene Gleise in jede Richtung. Weniger Autoverkehr, mehr Leben Der neue Königsplatz Der zentrale Baustein von projekt augsburg city ist der Königsplatz. Hier vereinen sich alle Ziele: Moderne Mobilität im Einklang mit neuer Lebensqualität, lebendige Natur trifft auf urbane Innenstadt. Ein Verkehrssich Fußgänger sicher und barrierefrei zwischen zentralem raum wird zum LebensUmsteigepunkt, Bahnhofstraße und Einkaufsinnenstadt. raum. Auf dem neuen Der neue Kö-Park wird zur lebendigen grünen Oase. autofreien Kö bewegen Mit neuen Bäumen und Plätzen ohne Konsumzwang bietet er Raum und Erholung für alle. Der autofreie Kö wirkt sich positiv auf die gesamte Innenstadt aus. Durch die Unterbrechung der Achse Fuggerstraße/Konrad-Adenauer-Allee entsteht eine neue Verkehrsführung rund um den Königsplatz. Mit neuen Sitzmöglichkeiten unter Bäumen lässt sich hier zukünftig urbanes Flair genießen, es entsteht eine ganz neue Aufenthaltsqualität. Durch die neue Verkehrsführung entsteht am Königsplatz eine neue Platzfläche, die ein autofreies Flanieren vom Umsteigedreieck in die Ein­kaufsinnenstadt ermöglicht. Die autofreie Achse zwischen Bahnhofstraße und Bürgermeister-Fischer-Straße wertet die Verbindung vom Hauptbahnhof in die Innenstadt auf. Lichter, bunter und weitläufiger wird der KöPark • Als grüne Oase mit Aktiv- und Erholungsflächen spielt er in der Innenstadt eine neue Rolle. Schnell und individuell informiert Alle Beteiligten versuchen, den Ablauf so reibungslos wie möglich zu gestalten. Bitte haben Sie Verständnis, dass ein Bauprojekt in dieser Größe Unvorhersehbares mit sich bringen kann. Vielen Dank für Ihre Unterstützung. ///////////// Newsletter • Immer bestens informiert. Abonnieren Sie unseren Newsletter auf projekt-augsburg-city.de/newsletter Infobox am Kö • Mo bis Fr von 12 bis 18 Uhr und Sa von 10 bis 16 Uhr beantworten wir gerne alle Ihre Fragen. Facebook • Aktuelle Statusmeldungen rund um die Uhr halten Sie auf dem Laufenden. facebook.com/projektaugsburgcity Anwohnerinfo • Schriftliche Mitteilungen über alle Maßnahmen und Info-Abende mit den Projektverantwortlichen. 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