Strukturelle und biophysikalische Charakterisierung der Oligomerisierung des humanen Guanylat-bindenden Proteins 1 Dissertation Zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der Naturwissenschaften der Fakultät für Chemie und Biochemie an der Ruhr-Universität Bochum vorgelegt von Adrian Syguda aus Kattowitz Bochum 2008 Die vorliegende Arbeit wurde in der Zeit vom September 2004 bis zum Juni 2008 an der Fakultät für Chemie und Biochemie an der Ruhr-Universität Bochum unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Christian Herrmann angefertigt. Tag der mündlichen Prüfung: Referent: Prof. Dr. Christian Herrmann Koreferent: Prof. Dr. Hermann Weingärtner Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis 1 2 Einleitung 1 1.1 T-Zell-vermittelte Immunität 1 1.2 Regulatorische, GTP-bindende Proteine 3 1.3 Große, Dynamin verwandte, GTPasen 6 1.3.1 Dynamin 7 1.3.2 Dynamin-verwandte Proteine 1 1.3.3 Mx-Proteine 12 1.3.4 Guanylate-bindende Proteine 14 1.4 Das humane Guanylate-bindende Protein 1 19 1.5 Zielsetzung 25 Material und Methoden 2.1 2.2 26 Material 26 2.1.1 Chemikalien 26 2.1.2 Enzyme und Marker 26 2.1.3 Reagenzienkits 27 2.1.4 Säulenmaterialien 27 2.1.5 Mikroorganismen 27 2.1.6 Vektoren 28 2.1.7 Antibiotika 29 2.1.8 Oligonukleotide 29 2.1.9 Nährmedien 30 Molekularbiologische Methoden 32 2.2.1 Isolierung von Plasmid-DNA 32 2.2.2 Polymerase-Kettenreaktion 33 I Inhaltsverzeichnis 2.3 2.4 2.2.3 Sequenzierung 33 2.2.4 Herstellung kompetenter Zellen 34 2.2.5 Transformation 34 2.2.6 Agarosegelelektrophorese 34 2.2.7 Isolierung von DNA aus Agarosegelen 35 2.2.8 Restriktionsenzymatischer Verdau von DNA 35 2.2.9 Ligation 35 2.2.10 Isolation von Gesamt-RNA aus HUVEC 35 2.2.11 Darstellung einer cDNA-Bank aus INF-γ stimulierten HUVECs 36 2.2.12 Darstellung kompetenter Hefen 37 2.2.13 Transformation in Hefen 37 2.2.14 Hefe 2-Hybrid Screen 38 Proteinbiochemische Methoden 39 2.3.1 Präparative Proteinexpression und Ultraschallaufschluss 39 2.3.2 Glutathion-Affinitätschromatographie 39 2.3.3 Nickel-NTA-Affinitätschromatographie 40 2.3.4 Größenausschlußchromatographie 40 2.3.5 Aufkonzentrieren durch Ultrafiltration 40 2.3.6 Denaturierende SDS-Gelelektrophorese 40 2.3.7 Konzentrationsbestimmung nach Gill & von Hippel 41 2.3.8 Markierung von Proteinen mit Fluoreszenzfarbstoffen 41 Biophysikalische Methoden 42 2.4.1 Bestimmung von Nukleotidkonzentrationen 42 2.4.2 Analyse von Nukleotiden mittels reversed-phase HPLC 42 2.4.3 Messungen der Nukleotidhydrolyse 43 II Inhaltsverzeichnis 3 Stopped-flow Kinetik 44 2.4.5 Fluoreszenztitration mit mant-Nukleotiden 45 2.4.6 Größenausschlusschromatographie 45 2.4.7 Dynamische Lichtstreuung 46 2.4.8 Temperatursprung 46 2.4.9 FRET (Fluoreszenz-Resonanz-Energie-Transfer) 48 Ergebnisse 3.1 3.2 3.3 4 2.4.4 49 hGBP1 49 3.1.1 Identifizierung einer elektrostatischen Interaktionsstelle 49 3.1.2 Proteinaufreinigung 52 3.1.3 Dynamische Lichtstreuung 52 3.1.4 Analytische Größenausschlusschromatographie 58 3.1.5 Nukleotidaffinität 64 3.1.6 Dynamik der Nukleotidbindung 66 3.1.7 Nukleotidhydrolyse 68 3.1.8 Kinetik der Dimerisierung an der helikalen Domäne 73 Identifizierung eines hGBP1 Interaktionspartners 77 3.2.1 Darstellung einer INF-γ induzierten HUVEC cDNA-Bank 78 3.2.2 Hefe 2-Hybrid-Screen 79 Biochemische Charakterisierung von hGBP2 3.3.1 Nukleotidabhängige Oligomerisierung 81 3.3.2 Konzentrationsabhängige Nukleotidhydrolyse 82 3.3.3 Dynamik der Nukleotidbindung 84 3.3.4 Interaktion von hGBP1 und hGBP2 86 Diskussion 92 III Inhaltsverzeichnis 5 Zusammenfassung 110 6 Literaturverzeichnis 113 7 Anhang 122 7.1 Abkürzungsverzeichnis 122 7.2 Abbildungsverzeichnis 124 7.3 Tabellenverzeichnis 125 IV Einleitung 1 Einleitung 1.1 T-Zell-vermittelte Immunität Das angeborene Immunsystem ist für eine schnelle Verteidigung gegen Pathogene zuständig und bildet die erste Verteidigungslinie während einer Infektion. Interferone (IFN), Chemokine, Hämatopoetine und die Mitglieder der Tumornekrosefaktor-Familie gehören aufgrund ihrer strukturellen Ähnlichkeit zu der Familie der Cytokine. Sie werden von T-Zellen nach Antigenerkennung de novo synthetisiert und beeinflussen das Verhalten oder die Eigenschaft dieser und anderer Zellen. Eines der wichtigsten Cytokine, das von CD8-T-Effektorzellen freigesetzt wird, ist das Interferon-γ (IFN-γ). Seine Aufgabe ist es, die virale Replikation zu hemmen und sorgt darüber hinaus dafür, dass das Virus aus infizierten Zellen völlig eliminiert wird ohne diese Zelle zu töten. Diese wichtige antivirale Bedeutung der Interferone konnte an knock-out Mäusen demonstriert werden, Abbildung 1-1: Humanes Interferon-γ Darstellung des humanen Interferon-γ im Bändermodell (PDB: 1HIG). Das in Lösung als Dimer vorliegende Protein ist hauptsächlich αHelikal aufgebaut und besitzt keine βFaltblätter (Ealick, S.E et al., 1991). denen die Rezeptoren für INFα/β und INF-γ fehlen (van den Broek et al., 1995). Viele Cytokine wirken aber auch lokal und unterstützen Effektoren. dabei Diese membrangebundene membrangebundenen Effektoren können nur Rezeptoren einer Zelle binden, die mit ihnen in Kontakt sind. So hat das von TH1-Zellen gebildete IFN-γ und der Tumornekrosefaktor (TNF) auf einige Zellen eine cytotoxische Wirkung, da sie Makrophagen aktivieren, welche gezielt infizierte Zellen vernichten können. Cytokine beeinflussen ihre Zielzellen, indem sie spezifisch an zwei unterschiedlichen Rezeptoren binden. Einer dieser Rezeptoren wird, da alle Interferone des Typs I an ihnen binden, Typ I Interferon Rezeptor genannt. Er ist aus zwei Untereinheiten aufgebaut, dem IFNαR1 und IFNαR2, die cytosolisch mit janus activated kinase (JAK) und tyrosine kinase 2 (TYK2) assoziiert sind. Der zweite Rezeptortyp ist ebenfalls aus zwei -1- Einleitung Untereinheiten aufgebaut (INFGR1 und INFGR2) und wird Typ II Interferon Rezeptor genannt. Aktiviert wird er von Interferonen des Typs II (Platanias, 2005). Diese Rezeptoren dimerisieren nach Bindung und aktivieren so die cytoplasmatischen Domänen, indem sie sich gegenseitig phosphorylieren (Shuai et al., 1994). Abbildung 1-2: JAK-STAT-Signalweg. Die Dimerisierung der Rezeptoren nach Bindung von Typ I oder Typ II Interferonen führt zu einer Tyrosin Phosphorylierung von STAT1 bzw. STAT2 und folglich zu ihrer Aktivierung. Die Aktivierung von STAT1 und STAT2 führt zur Bildung von STAT1 Homodimeren oder zur Heterodimerisierung von STAT1 und STAT2 welche dann an IRF9 (INF-regulatory faktor 9) binden. Diese Komplexe sind in der Lage in den Zellkern einzudringen um dort an die Promotorelemente ISRE bzw. GAS für die Aktivierung nachgeschalteter Gene zu binden (Abbildung entnommen aus Platanias, 2005). -2- Einleitung Diese cytoplasmatischen Kinasen gehören zu den Janus-Kinasen, die aus einer Gruppe naher verwandter Enzyme bestehen, die man als Jak1, Jak2, Jak3 und Tyk2 bezeichnet. Diese Kinasen aktivieren wiederum Proteine die man als Signal Transducers and Activators of Transcription (STAT) bezeichnet (Darnell, J.E. et al., 1994). In Säugetieren gehören ihrer Familie sieben Mitglieder an (STAT1, STAT2, STAT3, STAT4, STAT5a, STAT5b und STAT6). Bei Aktivierung des Rezeptors kommt es, abhängig von Rezeptor und Ligand, zur Homo- oder Heterodimerisierung bestimmter STATs. Ebenso sind liganden- und rezeptorspezifische JAKs beteiligt. So führt Interferonγ unter Beteiligung von JAK1 und JAK2 zur Homodimerisierung von STAT1. Interferon α und β führen, unter Beteiligung von JAK1 und TYK2, zu einer Heterodimerisierung von STAT1 und STAT2. Nach Aktivierung sind diese Komplexe fähig in den Zellkern einzudringen, um dort durch Bindung an interferon response element (ISRE) genannte Abschnitte der DNA, die Transkription bestimmter Gene in Gang zu setzten (Darnell, J.E. et al., 1994) Es wurden bereits weit über 1000 Gene identifiziert, deren Transkription so Aktiviert wird. Darunter sind drei Klassen von GTP-bindenden Proteinen: Die MxGTPasen, die p47 GTPasen und die p65 GTPasen, zu denen auch die humanen Guanylatbindenden Proteine gehören. 1.2 Regulatorische, GTP-bindende Proteine An vielen fundamentalen, zellulären Prozessen nehmen GTP-bindende Proteine teil, so wie zum Beispiel an der intrazellulären Signalweiterleitung, der Proteinbiosynthese, der Organisation des Cytoskeletts oder dem vesikulären Transport (Bourne HR. et al., 1990). Aufgrund von Sequenzhomologien lassen sich die GTP-bindenden Proteine in mindestens fünf Superfamilien einteilen: -3- Einleitung Heterotrimere G-Proteine Signalerkennungs partikel Die fünf Superfamilien der regulatorischen GTPasen SRP54 SR Ffh Ras-homologe kleine GTPasen Ras Rho Ran Rab Arf Faktoren für die Proteinsynthese EF-Tu EF-G IF-2 RF-3 Gαs Gαi Gαq Gα12 Große, Dynamin verwandte, GTPasen Dynamin Mx-Proteine Mitofusine GBP Atlastin Allen regulatorischen GTPasen gemeinsam ist die Mg2+-abhängige Bindung von Guaninnukleotiden und die Hydrolyse von GTP zu GDP und freiem Orthophosphat, die durch konservierte Sequenzmotive vermittelt wird (Bourne et al., 1991). Die größte Gruppe unter den Guaninnukleotid-bindenden Proteinen (GNBPs), stellt die RasSuperfamilie dar. Es sind kleine monomere GTPasen mit einem Molekulargewicht von 2030kDa. Die biologische Aktivität der Ras-homologen GTP-bindenden Proteine wird durch den Nukleotidzustand reguliert (Abbildung 1-3). Die GTP-bindenden Proteine sind im GDPgebundenen Zustand inaktiv. Die Dissoziation des GDP führt zu einem nukleotidfreien Zustand, der wegen der hohen GTP-Konzentration in der Zelle nur als kurzlebiges Intermediat auftritt. Die Bindung von GTP induziert eine Konformationsänderung des Proteins, das daraufhin mit seinen Effektoren interagieren kann. Die Hydrolyse des GTP zu GDP und Orthophosphat versetzt das Protein wieder in den inaktiven Zustand. -4- Einleitung Pi Ras*GDP GEF GAP H2O GTP Ras*GTP GDP Effektorbindung Abbildung 1-3: GTPase-Zyklus von Ras. Schematische Darstellung des GTPase-Zyklus. Der aktive Zustand des Ras-Proteins wird durch die GTP-beladene Form dargestellt, der inaktive durch die Beladung mit GDP. Die GTP-Hydrolyse kann durch GAPs, der Nukleotidaustausch durch GEFs beschleunigt werden. Durch verschiedene Regulatoren ist eine Modulation der GTPase Aktivität möglich. Der Guaninnukleotid Austauschfaktor (GEF), beschleunigt den Austausch von GDP zu GTP und bewirkt so eine beschleunigte Aktivierung des Proteins. Es besteht bei einigen GTPasen (Rho, Rab) ebenfalls die Möglichkeit den Austausch zu verlangsamen, indem ein Guaninnukleotid-Dissoziationsinhibitor (GDI) bindet. Die Inaktivierung der GTPase, die durch die Hydrolyse von GTP zu GDP und Orthophosphat (Pi) erfolgt, kann durch GTPase-aktivierende Proteine (GAP) beschleunigt werden. Mutationen, welche die Interaktion mit GEFs oder GAPs inhibieren, unterbrechen den Reaktionszyklus und führen zu permanent inaktiven bzw. aktiven GNBPs. Beispielsweise ist ein aufgrund einer Mutation in der Switch II-Region oder P-Schleife, konstitutiv aktiviertes Ras-Protein der auslösende Faktor in etwa 10 bis 20% aller menschlicher Tumoren. Die bis heute bekannten Kristallstrukturen von Guaninnukleotid-bindenden Proteinen (GNBPs) zeigen ein sehr homologes Bild der Guaninnukleotid-bindenden Domäne und geben einen Hinweis darauf, dass diese Domänen einen gemeinsamen evolutionären Ursprung haben müssen (Bourne, et al., 1990; Bourne, et al., 1991) Vergleicht man die Struktur GTP-bindener Proteine miteinander, kann die Guaninnukleotid-bindende Domäne auf eine minimale GTPase-Domäne reduziert werden. Diese minimale GTPase-Domäne -5- Einleitung besteht aus ca. 170 Aminosäuren die strukturell sechs β-Faltblätter und fünf α-Helices bilden (Milburn et al., 1990). Eine weitere Gemeinsamkeit neben der Struktur sind die stark konservierten Bindungsmotive, die einen Teil der Nukleotid- Bindungstasche bilden (Bourne et al., 1991). Das G1-Motiv, oder auch P-loop genannt, enthält die Konsensussequenz GX4GK(S/T). Diese Region bildet strukturell eine Schleife, bei denen die Amidprotonen des Proteinrückgrads und die ε-Aminogruppe des Lysins für die Koordination der α- und β-Phosphate vom GTP bzw. GDP zuständig sind (Saraste et al., 1990, Walker et al., 1982). Ein konserviertes Threonin im G2-Motiv, auch switch I genannt, ist in die Hydrolyse des GTP involviert. Dabei geht die Seitenkette einen H-Brückenkontakt zum γ-Phosphat und zum Mg2+-Ion ein und hilft so, den GTP-Mg2+-Komplex im aktiven Zentrum korrekt zu positionieren. Durch die korrekte Positionierung des Mg2+-Ions werden die Ladungen vom β- und γ-Phosphat vom GTP abgeschirmt und somit ein nukleophiler Angriff von Wasser an diesen Phosphatresten ermöglicht. Das G3-Motiv (switch II) enthält die Sequenz DXXG, bei der das Glycin eine Wasserstoffbrückenbindung zu dem γ-Phosphat vom GTP ausbildet. Das Aspartat bindet durch ein Wassermolekül an das katalytisch aktive Mg2+. Das vierte Motiv (G4) enthält die Sequenz N/TKXD und konnte zuerst bei dem Protein Ras gezeigt werden. Das Aspartat bildet eine Wasserstoffbrückenbindung zur Guaninbase aus, und ist somit für die spezifische Erkennung der Guaninbase zuständig. 1.3 Große, Dynamin verwandte, GTPasen Die Familie der großen, Dynamin verwandten, GTPasen beinhaltet Proteine die zwar eine hohe strukturelle Ähnlichkeit zu den kleinen Ras-homologen Proteinen aufweisen, aber einen deutlichen Unterschied in ihrer Funktion zeigen (Smirnova et al., 1999; Danino et al., 2001; Praefcke and McMahon, 2004; Song et al., 2002). Die Dynamin verwandten GTPasen haben eine molekulare Masse zwischen 60 und 100kDa und eine recht ähnliche strukturelle Zusammensetzung. Allen gemeinsam ist die GTPase Domäne, dessen Aufbau der minimalen Ras-GTPase Domäne entspricht, wobei zusätzlich Sekundärstrukturelemente insertiert sind. Carboxyterminal folgt eine Mitteldomäne und eine GTPase-Effektor Domäne (GED). Diese Domänen sind weniger stark konserviert und -6- Einleitung spielen eine wichtige Rolle in der intramolekularen Faltung (Schumacher und Staeheli, 1998) und der Selbstassemblierung von Mitgliedern der Dynamin-Superfamilie (Ramachandran et al., 2007; Praefcke and McMahon, 2004). Die Selbstassemblierung ist ein Weg die Geschwindigkeit der GTPase-Aktivität zu erhöhen, ohne damit zusätzlich auf GAPs oder GEFs angewiesen zu sein, wie es z.B. bei Ras der Fall ist (Danino et al., 2001). Über die Pleckstrin-Homologie Domäne (PH-Domäne), sind einiger Mitglieder der Familie in der Lage mit Phospholipiden zu interagieren und sie ist somit wichtig für die Endocytose (Zheng et al., 1996; Vallis et al., 1999; Lee et al.; 1999). Mitglieder der Dynamin-Superfamilie konnten bereits in vielen unterschiedlichen eukaryontischen Organismen identifiziert werden. Darunter H.sapiens, D. melanogaster, C.elegans, S.Pombe, S.cerevisiae, A.thaliana und D. discoideum. Ein weiteres, einfacheres Dynamin-ähnliches Protein, konnte in der Rotalge C. merolae gefunden werden, ist aber noch nicht näher charakterisiert (Nishida et al., 2003). 1.3.1 Dynamin Erstmalig wurde Dynamin aus Rinderhirn als 100kDa großes, Mikrotubulin assoziiertes Protein extrahiert (Shpetner HS et al., 1989). Weitere Analysen der Sequenz weisen eine hohe Sequenzhomologie des N-Terminalen Bereichs zu anderen GTPasen, wie Mx oder Vps1p, auf (van der Bliek et al., 1999). Die wichtigen GTPBindungsmotive identifiziert konnten werden. bei Dynamin Dynamin spielt eine essentielle Rolle in der Endocytose von Clathrin umhüllten Vesikeln. Dabei übernimmt das Protein die Aufgabe, die Vesikel von der Membran abzuschnüren (Koenig und Ikeda, 1989; Damke et al., 1994). Diese wichtige Funktion konnte erstmals bei der Abbildung 1-4: Elektronenmikroskopische Aufnahme der Ringbildung um Lipidnanoröhren. Aufgereinigtes Dynamin wurde mit Lipidnanoröhren unter physiologischen ionischen Bedingungen inkubiert. Daraufhin bilden sich Ringe um die Röhren (aus Stowell et al., 1999). temperatursensitiven Mutante shibire in Drosophila melanogaster beobachtet werden, die bei einer bestimmten Temperatur reversibel gelähmt wird (Grigliatti et al., 1973). Die -7- Einleitung Ursache für die Lähmung ist ein Defekt in der Endocytose, bei der die Vesikel an den Membranen der Synapsen persistieren. Die Folge ist eine Verarmung an Neurotransmittergefüllten Vesikeln und damit eine Unterbrechung der synaptischen Signalweiterleitung. Die Unterbrechung der Endocytose konnte durch einen Fehler im Mechanismus der Abschnürung der Vesikel erklärt werden (Koenig und Ikeda, 1989). Einen ähnlichen Effekt auf die Vesikelabschnürung beobachtet man, wenn Synapsen mit dem nicht hydrolysierbaren GTP Analogon GTPγS inkubiert wird (Takai et al., 1995). Dabei bilden sich lange röhrenförmige Membraneinstülpungen die mit Hilfe eines Elektronenmikroskop sichtbar gemacht werden kann. Diese Röhren sind dabei mit Ringen umgeben, die aus Dynamin bestehen. Diese Ringe können auch in vitro erhalten werden, wenn Dynamin mit Lipidnanoröhren unter physiologischen ionischen Bedingungen inkubiert wird (Hinshaw et al., 1997). Die elektronenmikroskopische Aufnahme der mit Dynaminringen umschlossenen Lipidnanoröhren ist in Abbildung 1-4 zu sehen. Alle zurzeit bekannten Dynamine sind aus fünf Domänen aufgebaut. Die N-terminal gelegene GTPase-Domäne zeigt alle klassischen Sequenzmotive der G-Proteine. Die Kristallstruktur der GTPaseDomäne von Dynamin A aus Dictyostelium discoideum konnte im nukleotidfreien Zustand und in Komplex mit GDP gelöst werden (Abbildung 1-5) (Niemann et al., 2001). Strukturell unterscheidet sich die GTPase-Domäne durch mehrere Insertionen von der minimalen GTPase-Domäne von Ras. Carboxyterminal von der GTPase- Domäne schließt sich die Mitteldomäne an, gefolgt von der PH-Domäne , der GED und der PRD die als Domäne für Interaktionspartner von Dynamin zur Verfügung steht (Abbildung 1-6). Abbildung 1-5: Kristallstruktur der GTPaseDomäne von Dynamin A. Abgebildet ist die Kristallstruktur der GTPaseDomäne von Dynamin A aus Dictyostelium discoideum im Bändermodell. Die Struktur unterscheidet sich durch mehrere Insertionen zur minimalen GTPase-Domäne von Ras. Der genaue Mechanismus Vesikelabschnürung Vergangenheit wurde kontrovers in der der diskutiert. Durch die Kombination von Röntgenstrukturanalyse und Kryo-ElektronenMikroskopie wurde vor kurzem ein Modell für die Dynamin-vermittelte Membran-Abschnürung veröffentlicht. (Mears et al., 2007). In Lösung liegt Dynamin als Tetramer vor, bevor es in Gegenwart von GTP zu großen helikalen Strukturen assembliert (Binns et al., 1999; Muhlberg et al., 1997; Carr -8- Einleitung und Hinshaw, 1997). Diese Dynaminhelix legt sich um den Hals entstehender Vesikeln. Durch die Hydrolyse des GTPs kommt es zur Konformationsänderungen, welche die gleichzeitige Stauchung und Verengung der Dynaminhelix zur Folge hat und die Abschnürung des Vesikels bewirkt (Mears et al., 2007). Dynamin zeigt damit das Verhalten einer molekularen Maschine bei dem die Energie der Nukleotidhydrolyse in mechanische Arbeit umgewandelt wird. GTPase Middle PH GED PRD Abbildung 1-6: Anordnung der Domänen von Dynamin Das 100kDa große Dynamin teilt wird in fünf verschiedene Domänen unterteilt. Carboxyterminal von der GTPase-Domäne schließt sich die Mitteldomäne an, gefolgt von der PH-Domäne (Pleckstrin homolog), der GED (GTPase Effektor Domäne) und der PRD (Prolinreiche-domain). (Entnommen aus Praefcke und McMahon, 2004.) Für die Selbstassemblierung von Dynamin konnte die Mitteldomäne als wichtigste Interaktionsfläche identifiziert werden (Ramachandran et al. 2007). Durch Mutationen zweier Arginine zu Alaninen in der Mitteldomäne konnte die tetramere Struktur von Dynamin gestört und die Bildung höherer oligomere Strukturen verhindert werden. Aber auch die GED-Domäne scheint eine zentrale Rolle bei der Selbstassemblierung zu spielen (Muhlberg et al., 1997). Es wurde weiterhin vermutet, dass die GED von Dynamin bei Selbstassemblierung einen positiven Effekt auf die GTPase-Aktivität besitzt (Muhlberg et al., 1997; Warnock et al., 1996). Aber die Funktion der GED von Dynamin als ein GAP, welches wie bei Ras ein katalytisches Arginin in die richtige Position bringt, konnte nicht bestätigt werden (Marks et al., 2001). Vielmehr konnten durch die Mutationen R361S und R399A in der Mitteldomäne gezeigt werden, dass diese Domäne neben dem Oligomerisierungsverhalten auch die Stimulation der GTPase Aktivität beeinflusst (Ramachandran et al. 2007). Eine genaue Beschreibung der Mechanismen der Oligomerisierung und der Stimulation der GTP-Hydrolyse sind noch nicht bekannt. -9- Einleitung 1.3.2 Dynamin-verwandte Proteine Neben den echten Dynaminen gibt es auch die Dynamin-verwandten Proteine, die zwar eine strukturelle Homologie aufweisen, aber deren Funktion und Lokalisation sich von Dynamin unterscheidet. Strukturell unterscheiden sich die Dynamin-verwandten Proteine von den klassischen Dynaminen durch das Fehlen der PH-Domäne und/oder der PRDomäne. Allen gemein ist jedoch die GTPase Domäne mit den konservierten Sequenzmotiven GTP-bindender Proteine. Aufgrund ihrer zellulären Funktion werden die Mitglieder der Dynamin-verwandten Proteine in Unterfamilien geordnet. Neben dem klassischen Dynamin ist auch das Vps1p (Vacuolar-Protein-Sorting-1-Protein) aus S. cerevisiae in den vesikulären Transport involviert (Rothman et al., 1990). Strukturell unterscheidet sich das Vps1p von Dynamin durch das fehlen der PH- und PRDomäne, besitzt aber zusätzliche Insertionen in der GTPase-Domäne und zwischen der Mitteldomäne und der GED. Es kontrolliert den Transport zwischen dem trans-Golgi Netzwerk (TGN) und Endosomen. Für diesen Transport scheint die GTPase-Domäne alleine ausreichend zu sein, wobei der C-terminale Teil des Proteins mit der GolgiMembran interagiert (Ekena et al., 1993; Vater et al., 1992; Wilsbach et al., 1993). Das 79kDa große Vps1p ist Teil eines Multiproteinkomplexes, welcher für die Sortierung von Proteinen in die Vesikel (Ekena et al., 1993)zuständig ist. Weiterhin scheint Vps1p einen Einfluß auf die Anzahl von Peroxisomen zu haben (Hoepfner et al., 2001). Andere Mitglieder der Dynamin-verwandten Proteine sind in die mitochiondriale Morphologie involviert. Zu dieser Gruppe zählt das im Menschen und im C.elegans gefundene Dynamin-related protein 1 (Drp1), das auch als Dynamin related (Dnm1p) aus S. cerevisiae und Dynamin-like protein1 (Dlp1) bekannt ist. Das Dlp1 ist ein 80kDa großes Protein, welchem im Vergleich zum Dynamin die PR-Domäne fehlt. Dlp1 konnte in Lokalisationsstudien an Mitochondrien und anderen Organellen wie z.B. an Peroxisomen gefunden werden (Yoon et al., 1998; Pitts et al., 1999). Wie auch das Dynamin, liegt Dlp1 unter physiologischen Bedingungen als Homotetramer vor. Das Dlp1 ist für die Spaltung von Mitochondrien notwendig. Desweiteren konnte auch die Spaltung von Peroxisomen und eine Assoziation am endoplasmatischen Retikulum gezeigt werden (Koch et al., 2003; Pitts et al., 1999). Das 100kDa Protein Mitochondrial genome maintenance 1-protein (Mgm1) aus S. cerevisiae, welches im Menschen als Optic atrophy type I (Opa1) und in S. pombe als - 10 - Einleitung Msp1 bekannt ist, wird ebenfalls mit der Morphologie von Mitochondrien in Verbindung gebracht. Diese Proteine haben die gleiche Domänenarchitektur wie Dlp1 mit dem Unterschied einer zusätzlichen, aminoterminal gelegenen mitochondrialen Importsequenz (Guan et al., 1993). Diese Sequenz lokalisiert die Proteine an der inneren und äußeren Mitochondrienmembran. Im Gegensatz zu den Dlp´s sind diese Proteine an der Mitochondrienfusion beteiligt und gelten daher als Dlp Antagonisten (Olichon et al., 2002; Satoh et al., 2003). Mutationen in Mgm1 bzw. Msp1 führen zu einer Fragmentierung von Mitochondrien (Wong et al., 2003), die auch bei Expression von dominant negativen Drp1 Mutanten beobachtet wird. Die humanen Proteine Mitofusin 1 und 2 (Mfn1/2) sind an der äußeren Membran von Mitochondrien lokalisiert und ebenfalls essentiell für eine GTP abhängige Mitochondrienfusion (Eura et al., 2003; Chen et al., 2003). Zwei weitere Mfn-Homologe Proteine sind in D. melanogeaster (FZO) und der Hefe (Fzo1) zu finden. Die Proteine plant-dynamin like (PDL) aus der Sojabohne und arabidopsis dynamin-like 1 (ADL1) aus Arabidopsis thaliana sind ebenfalls homologe Dynamin-verwandte Proteine die in Pflanzen gefunden werden konnte. Das 68kDa große PDL ist während der Zellteilung an Vesikeln der Zellplatte lokalisiert (Gu et al., 1997). Das ArabidopsisDynamin like protein 1 (ADL1) konnte an Thylakoidmembranen von Chloroplasten gefunden werden (Park et al., 1998). Abbildung 1-7: Kristallstruktur des dimeren BDLP in GDP-gebundenem Zustand. Die Bindung von GDP induziert die Homodimerisierung des bacterial dynamin-like protein (BDLP), indem die GTPase-Domänen und die „Spitzen“ der eingeklappten helikalen Domäne miteinander Interagieren. Aminoterminal von der GTPase-Domäne (Rot) liegt noch ein 67 Aminosäuren großes Helixelement (Blau). Die C-terminal gelegene, helikale Domäne (Grün) interagiert nach einer Wende mit der GTPase-Domäne. (PDB: 2j68) - 11 - Einleitung In den Genomen mehrerer Prokaryonten konnten ebenfalls offene Leserahmen entdeckt werden, die für Dynamin-verwandte Proteine kodieren (van der Bliek et al., 1999). Kürzlich konnte ein DLP aus dem Cyanobakterium N. punctiforme isoliert werden (Low, Löwe, 2006). Das bacterial dynamin-like protein (BDLP) genannte Protein zeigt in Anwesenheit von GppNHp und Lipidextrakt aus E.coli die Bildung von langen röhrenförmigen Membraneinstülpungen, die mit Hilfe eines Elektronenmikroskops sichtbar gemacht werden konnten. Diese Röhren sind dabei mit Ringen umgeben, die aus BLDP´s bestehen, analog zu den Beobachtungen, die bei Dynamin gemacht wurden (Sweitzer et al., 1998). Dieses Protein konnte mittlerweile in nukleotidfreier und GDPgebundener Form kristallisiert werden (Abbildung 1-7). Es konnten klassische Dynamin Strukturelemente wie die GTPase Domäne, die Mitteldomäne und die GED gefunden werden. Der Sequenzvergleich zeigt die höchste Homologie zu Mitofusinen, wie das Fzo aus D. melanogoaster und dem FZL aus A. thaliana. 1.3.3 Mx-Proteine Die Mx-Proteine nehmen eine Schlüsselrolle ein bei der Typ I Interfron induzierten antiviralen Immunantwort (Haller et al., 1998). Im Laborversuch an Mäusen konnte die zentrale Rolle bei der Immunabwehr von RNA-Viren gezeigt werden (Haller und Kochs, 2002). Die Mx-Proteine haben eine Masse von 70-80kDa und besitzen eine hohe Homologie zum humanen Dynamin und den Vps1 aus der Hefe. Im Vergleich zum klassischen Dynamin besitzen die Mx-Proteine keine PR und PH-Domäne. Im Menschen konnten zwei Isoformen identifiziert werden, die beide auf Chromosom 21 lokalisiert sind und mit MxA und MxB bezeichnet werden (Haller et al., 2002). Es konnte nur für MxA eine antivirale Aktivität nachgewiesen werden. Das MxA hat eine Masse von 76kDa, liegt cytoplasmatisch vor und besitzt eine antivirale Aktivität gegen Mitglieder der Bunyaviren, Togaviren, Orthomyxoviren, Paramyxoviren, Rhabdoviren, Picornaviren und Hepatitis B Viren (Zurcher et al., 1992; Hefti et al., 1999; Landis et al., 1998; Haller et al., 2002). Die Lokalisation der Mx-Proteine variiert je nach Isoform und Virusbefall der Zelle zwischen cytoplasmatisch und nukleär. Für MxA konnte eine Assoziation mit dem glatten endoplasmatischen Retikulum nachgewiesen werden (Accola et al., 2002). Frühere Vermutungen, in denen MxA mit Aktin und dem Zytoskelett assoziiert ist, konnten nicht - 12 - Einleitung bestätigt werden. MxA zeigt analog zu Dynamin eine relativ niedrige Nukleotidaffinität im mikromolaren Bereich und neben der hohen GTPase Aktivität auch die Fähigkeit zur Selbstassemblierung (Richter et al., 1995; Nakayama et al., 1993). In Experimenten unter physiologischen Salzbedingungen, zeigte MxA eine lange filamentöse Struktur, die unter dem Elektronenmikroskop sichtbar gemacht werden kann. In Gegenwart von Guaninnukleotiden zeigte sich analog zu Dynamin eine Assemblierung zu einer ringförmigen Struktur (Kochs et al., 2002). Da das Protein nach der INF-Stimulation nur für eine sehr kurze Zeit expremiert wird, wird angenommen das eine Homooligomerisierung ein Weg ist, einen stabilen intrazellulären Pool von MxA zu schaffen, um das Protein für einen längeren Zeitraum verfügbar zu machen. Das monomere MxA könnte möglicherweise nach Dissoziation vom homooligomeren Komplex aktiv in der antiviralen Abwehr werden (Janzen et al., 2000; Haller and Kochs, 2002). Abbildung 1-8: Gegenwärtiges Modell der MxA Aktivität. Das MxA assembliert wahrscheinlich zu einem homooligomeren Komplex, wenn keine antivirale Aktivität erforderlich ist. Diese Form der „Lagerung“ ermöglicht das Protein für einen längeren Zeitraum verfügbar zu halten. Erst das monomere Protein ist aktiv und in der Lage sich ein virales Ziel zu suchen. Dieses Ziel kann ein virales Nukleokapsid oder Nukleokapsid ähnliches Objekt sein, an dem MxA bindet um so einen intrazellulären Transport zu inhibieren (entnommen aus Haller and Kochs, 2002) In die Selbstassemblierung von MxA ist die Mitteldomäne und die GED beteiligt und bei Deletion der GED ist eine verminderte GTPase-Aktivität zu beobachten (Schwemmle et al., 1995). Beide Domänen, sowohl die GED als auch die Mitteldomäne sind für die antivirale Aktivität wichtig. Es konnte weiterhin gezeigt werden, dass diese Domänen an - 13 - Einleitung der Bindung von viralen Nukleokapsid-Proteinen beteiligt sind. Anhand dieser Daten konnte ein vorläufiges Modell der MxA Aktivität erstellt werden (Abbildung 1-8.) Weiterhin scheint MxA in der Lage zu sein in Abwesenheit von einer Lipid interagierenden Domäne an Membranen zu binden und diese zu tubulären Strukturen zu formen (Accola et al., 2002). Für das humane MxB konnte bis heute keine antivirale Funktion nachgewiesen werden. Es zeigte sich das MxB ausschließlich extrazellulär vorliegt und hauptsächlich auf der zytoplasmatischen Seite von Kernporen zu finden ist, was auf seine Funktion hindeutet. Durch Expression einer dominant negativen MxB Mutante konnte tatsächlich eine Blockierung des Zellkern-Imports beobachtet werden (King et al., 2004). Ein weiterer Effekt der Mutation war die Blockierung des Zellzyklus zwischen der G1 und der S-Phase. Mit Hilfe der RNAi-Technologie konnte in einem anderen Experiment das Gen für MxB ausgeschaltet werden. Es konnte zwar ebenfalls eine Blockierung des Zellzyklus, aber nicht der Effekt auf den Zellkernimport beobachtet werden (King et al., 2004). 1.3.4 Guanylat-bindende Proteine Nach der Behandlung von humanen Fibroblasten mit Interferonen konnte gezeigt werden, dass eine Replikation von vesicular stomatitis virus (VSV) in den Zellen inhibiert ist. Der anschließende Vergleich des Zelllysats mit dem von unbehandelten Zellen zeigte die Expression von vier unterschiedlichen Proteinen mit einer Masse von 44kDa bis 68kDa, die wahrscheinlich für den Replikations-inhibierenden Effekt verantwortlich sind (Knight and Korant, 1979). Für zwei dieser Proteine konnte die Bindung an Agaroseimmobilisiertes Guaninnukleotid nachgewiesen werden. Die Bindung an andere Nukleotide konnte nicht gezeigt werden (Cheng et al., 1982). Bei diesen Versuchen zeigte sich, dass sich die Affinitäten, mit denen GMP, GDP und GTP gebunden wurden, keine Unterschiede aufwiesen. Nach ihrer Eigenschaft und ihrer Größe wurden die beiden Proteine 67k GBP und 56k GBP (Guanylate-Binding-Proteins) genannt (Cheng et al., 1985; Cheng et al., 1991). Bei der Klonierung der cDNA konnten zunächst zwei 67k GBP Isoformen im Menschen und eins in der Maus gefunden werden (Cheng et al., 1991). Im Menschen wurden mittlerweile sieben GBP-Isoformen identifiziert (Cheng et al., 1991; Fellenberg et al., 2004; Olszewski et al., 2006; Tripal et al., 2007). Alle sieben humanen - 14 - Einleitung GBP´s und ein Pseudogen (ψGBP1) sind innerhalb eines Clusters auf Chromosom 1 lokalisiert (Olszewski et al., 2006). Des Weiteren konnten sechs Maus-Isoformen (mGBP1-mGBP6), und je eins in der Ratte (Asundi et al., 1994) und im Huhn (Schwemmle et al., 1996) gefunden und kloniert werden. Des Weiteren wurden GBPhomologe im Affen, Hund, Schaf, Kuh sowie in verschiedenen Fischen gefunden, aber nicht in Invertebraten, was darauf schließen lässt, dass die GBP´s sich ausschließlich in Vertebraten entwickelt haben könnten (Olszewski et al., 2006). Durch die Analyse des humanen GBP Gencluster auf Chromosom 1 konnten mehrere Promotorelemente identifiziert werden, die für die Transkription der GBP´s verantwortlich sind. Darunter ein interferon-stimmulated response element (ISRE) welches für die Initiierung der Transkription durch INF-α verantwortlich ist und ein gamma-interferon activation side (GAS) welches durch INF-γ gesteuert wird (Lew et al., 1991; Decker et al., 1991). Die Überlappung der beiden Elemente konnte bei hGBP1 festgestellt werden und ist verantwortlich für eine maximale Expression durch INF-γ (Lew et al., 1991). Kürzlich konnte auch ein NF-κB (nuclear factor κB) Promotor gefunden werden, der zusammen mit ISRE für die Expression durch Interleukin-1β, Interleukin-β und TNF-α verantwortlich ist (Lubeseder-Martellato et al., 2002; Guenzi et al., 2001; Naschberger et al., 2004). Über die zelluläre Funktion der GBP´s ist bis heute noch nicht viel bekannt. Eine antivirale Funktion der GBP aufgrund der inflammatorischen Cytokin-vermittelten Expression ist jedoch zu vermuten. Experimente mit HeLa-Zellen, in denen hGBP1 stabil exprimiert wurde, konnten die Replikation des VS-Virus und des EMC-Virus (encephalomyocarditis virus) hemmen (Anderson et al., 1999). Dieser antivirale Effekt konnte auch für das mGBP2 beobachtet werden (Carter et al., 2005). Jedoch ist der beobachtete antivirale Effekt von hGBP1 im Vergleich zu dem von MxA deutlich geringer. Einen Zusammenhang zwischen hGBP1 und einer antibakteriellen Immunantwort konnte ebenfalls hergestellt werden. Bei der Untersuchung des cerebralen Spinalfluids von Patienten mit bakterieller Meningitis, konnte eine erhöhte Konzentration von hGBP1 im Vergleich zu Kontrollpatienten, beobachtet werden. Es zeigte sich dabei, dass etwa 27% des gesamten hGBP1 über einen nicht-klassischen, möglicherweise ABC-Transporterabhängigen Weg sekretiert wird. Für die Sekretion ist weder die Bindung und Hydrolyse von GTP, noch die Farnesylierung des Proteins notwendig. Die Funktion von hGBP1 bei bakterieller Meningitis konnte jedoch noch nicht geklärt werden (Naschberger et al., 2006). - 15 - Einleitung Die inflammatorische Cytokin abhängige Expression von hGBP1 konnte in vivo bereits in vaskulären Endothelzellen unterschiedlicher Organe, wie Herz, Lunge, Uterus und Milz, beobachtet werden. Dagegen konnte in vitro die Expression von hGBP1 auch in anderen Zellsorten gezeigt werden (Lubeseder-Martellato et al., 2002). Bei der Lokalisation von hGBP1 in Endothelzellen, zeigte sich bei einer INF-γ induzierten Überexpression eine diffuse granuläre Verteilung im Cytoplasma. Im Zellkern dagegen konnte kein hGBP1 gefunden werden. Bei der gleichzeitigen Gabe von INF-γ und Aluminiumfluorid zeigt sich eine Translokation von hGBP1 am Golgi-Apparat (Lubeseder-Martellato et al., 2002; Modiano et al., 2005, Tripal et al., 2006). Diese Umverteilung von hGBP1 in der Zelle ist abhängig von der Farnesylierung, da bei der Verwendung einer CaaX-Box defizienten Mutante keine Golgi-Lokalisation beobachtet werden konnte. Jedoch ist für die Rekrutierung an den Golgi-Apparat noch ein weiterer INF-γ induzierter Faktor notwendig, da hGBP1 in Abwesenheit von INF-γ im Cytosol verbleibt (Modiano et al., 2005). Werden Endothelzellen mit inflammatorischen Cytokinen wie INF-γ, TNFα oder IL-1β behandelt, wird ein anti-proliferativer und wachstumshemmender Effekt beobachtet. Es konnte gezeigt werden, dass dieser Effekt mit der Expression von hGBP1 korreliert. Interessanterweise ist der anti-proliferative Effekt unabhängig von der GTPase-Aktivität und wird ausschließlich durch die Anwesenheit der helikalen Domäne vermittelt. Eine Farnesylierung des Proteins scheint nicht notwenig zu sein (Guenzi et al., 2001). Für mGBP2 wurde ebenfalls eine Korrelation zwischen Expression und Proliferation gefunden (Gorbacheva et al., 2002). Wurde jedoch mGBP2 konstitutiv in Fibroblasten des Typs NIH 3T3 exprimiert, zeigte sich eine um 50% erhöhte Wachstumsrate, was ein gegensätzliches Bild zu hGBP1 in Endothelzellen zeigt. Ein weiterer Unterschied ist, das für die Stimulation der Proliferation in Fibroblasten eine funktionierende GTPase-Domäne notwendig ist. Wird die Hydrolysegeschwindigkeit durch die Punktmutation S52N herabgesetzt, führt dies zu einer verminderten Wachstumsgeschwindigkeit (Gorbacheva et al., 2002). Für die Angiogenese ist neben der Proliferation auch das Eindringen von Endothelzellen in die extrazelluläre Matrix eine wichtige Funktion. Diese Invasion der Endothelzellen ist ein mehrstufiger Prozess, bei dem die Zellbeweglichkeit und die Proteolyse miteinender verknüpft sind. Die angiogenetische Proteolyse ist abhängig von Matrixmetalloproteasen (MMP), einer Familie die strukturell mit Zink-abhängigen Peptidasen verwandt ist. Es konnte gezeigt werden, dass bei der Expression von hGBP1 selektiv die Expression von - 16 - Einleitung MMP-1 inhibiert wird. Für diesen Effekt ist die GTPase-Aktivität essentiell (Guenzi et al., 2003). Für das Maus Ortholog mGBP2 konnte ein ähnlicher Effekt beobachtet werden. Die Expression von mGBP2 oder die Behandlung mit INF-γ inhibiert die Ausbreitung von Fibroblasten auf Fibronektin. Die Inhibition der Ausbreitung ist dabei begleitet von einer verminderten Synthese von MMP-9, kann jedoch durch die Überexpression von MMP-9 wieder rückgängig gemacht werden (Vestal 2005). Bei einem Vergleich der Aminosäuresequenzen aller humanen GBP´s ist eine hohe Sequenzhomologie untereinander zu beobachten (Abbildung 1-9). Dabei zeigt sich die größte Sequenzidentität zwischen hGBP1 und hGBP3, die bei etwa 87% liegt. Die Gene der beiden GBP´s liegen im Gencluster auf Chromosom 1 direkt beieinander (Olszewski et al., 2006). Die größten Homologien zwischen den humanen GBP´s liegen bei den N-Terminal lokalisierten LG-Domänen. In allen sieben hGBP´s sind die vier Sequenzmotive GTPbindender Proteine zu finden. Der P-Loop (GxxxxGKS), das Threonin in Switch II und DxxG-Motix sind sogar in allen sieben hGBP´s identisch. Das vierte Motiv, das bei hGBP1 abweichend als (T/A)xRD-Motiv bekannt ist, ist in den meisten GTP-bindenden Proteine als NKxD-Motiv bekannt. Die größte Diversität unter den sieben humanen GBP´s liegt im C-terminalen Teil der Proteine. Dabei fällt auf, dass nur hGBP1, hGBP2 und hGBP5 das CaaX-Motiv für die posttranslationale Isoprenylierung besitzen. Bei dieser posttranslationalen Modifikation wird eine C15-Farnesylgruppe oder eine C20Geranylgeranylgruppe durch eine Thioether-Bindung an das Cystein des CaaX-Motivs gebunden (Nantais et al., 1996). Über das an das Protein gebundene Isoprenoid können Proteine an die Zellmembran oder an Membranen von Zellkompartimenten gebunden werden. Experimentell konnte eine Isoprenylierung für hGBP1 (Nantais et al., 1996), mGBP1 (Stickney et al., 2000), mGBP2 (Vestal et al. 1998) und beim p67 GBP aus der Ratte nachgewiesen werden (Asundi et al., 1994). Bei in vivo Studien zur Zelllokalisation von hGBP1-5, konnte für hGBP5 eine konstitutive Assoziation an den Golgi-Apparat gezeigt werden. - 17 - Einleitung Abbildung 1-9: Sequenzvergleich der sieben humanen GBP´s. Abgebildet sind die Aminosäuresequenzen aller sieben hGBP´s. Schwarz markiert sind die Aminosäuren, die zwischen den hGBP´s identisch sind, graue Markierungen implizieren Aminosäuren die homolog zueinander sind. Die Markierungen mit einem Stern oder einem Kreuz kennzeichnen Aminosäuren, die in den humanen und den GBP´s aus der Maus invariant bzw. fast invariant sind. Angegeben sind auch die konservierten Sequenzmotive GTP-bindender Proteine wie die des P-Loops, des DxxG-Motifs und das (T/A)xRD-Motif, welches zwischen den hGBP´s Unterschiede aufweist. Das C-Terminale CaaX-Motiv, welches für die posttranslationale LipidModifikation wichtig ist, ist nur in drei humanen GBP´s zu finden. (Entnommen aus Olszewski et al. 2006) Die Assoziation von hGBP1 und hGBP2 an den Golgi-Apparat trat aber erst nach Stimulation der Zellen mit INF-γ und gleichzeitiger Gabe von Aluminiumfluorid auf. In unstimulierten Zellen liegt hGBP1 und hGBP3 cytosolisch vor, wogegen hGBP2 und hGBP4 im Zellkern und im Cytoplasma lokalisiert werden konnten (Tripal et al., 2006; Modiano et al., 2005; Stickney et al., 2000). Die Zelllokalisation von mGBP1 und mGBP2 - 18 - Einleitung konnte ebenfalls in in vivo Experimenten geklärt werden. Das mGBP1 zeigte dabei eine homogene Verteilung im Cytoplasma, wogegen mGBP2 im Cytoplasma in Vesikeln unterschiedlicher Größe vorgefunden wurde (Vestal et al., 2000). 1.4 Das humane Guanylat-bindende Protein 1 Das bisher am besten biochemisch und strukturell charakterisierte Mitglied aus der Familie der großen Guanylat-bindenden Proteine ist das hGBP1. Die Kristallstruktur des full length hGBP1 (Abbildung 1-10) konnte bereits in Nukleotid-freier Form und im Komplex mit GppNHp gelöst werden (Prakash et al., 2000a; Prakash et al., 2000b). Das hGBP1 besteht aus einer kompakten, globulären large GTP-binding (LG-Domäne) und einer lang gezogenen helikalen Domäne. Die N-terminal gelegene LG-Domäne ist ca. 30-kDa groß und besteht aus einem achtsträngigen β-Faltblatt, das von neun α-Helices umgeben ist. Diese Domäne ist bei allen GTPasen der Dynamin-Familie sehr ähnlich (Haller et al. 2002), unterscheidet sich aber von den G-Domänen aus anderen Familien der GTPbindenden Proteine aufgrund von Sequenzinsertionen. Die Nomenklatur der Sekundärstruktur von hGBP1 baut auf der von Ras auf, die aus einem sechsträngigen βFaltblatt besteht, das von fünf α-Helices umgeben ist. Hinzu kommen N-terminal die Elemente β0, α0 und β1 und die Helices α3´ (I3) und α4´(I4). Neben der kleinen Insertion (I1) in Bereich des switch I gibt es noch große loop Insertionen zwischen dem 97DxxG100 Motiv und α2 (I2) und zwischen β6 und α5 (I5) (Prakash et al., 2000). Die helikale Domäne besteht aus sieben α-Helices (α7-α13)und kann in die Subdomänen α7-11 und α12-13 unterteilt werden. Die Helices α7 bis α11 bilden zwei Helix-Bündel, wobei α9 Bestandteil beider Bündel ist. Diese zwei Dreierhelixbündel geben dem hGBP1 eine charakteristische langgezogene Form. - 19 - Einleitung α12-13 C α7-11 LG-Domäne N Abbildung 1-10: Darstellung der Kristallstruktur von hGBP1 im Bändermodell. Dargestellt ist die Kristallstruktur vom nukleotidfreien hGBP1 im Bändermodel (PDB:1dg3). Rot eingefärbt ist die aminoterminal gelegene LG-Domäne, die topologisch Ähnlichkeiten zu Ras aufweist, aber um ca. 100 Aminosäuren vergrößert ist. Der Rest des Proteins ist α-helikal und kann in zwei Subdomänen eingeteilt werden. Die erste Subdomäne (blau) besteht insgesamt aus fünf Helices und bildet zwei Helix-Bündel, wobei α9 Bestandteil beider Bündel ist. Angeschlossen an diese Bündel ist die 120Å lange Helix α12, die das gesamte Protein flankiert und auch mit der LGDomäne interagiert (grün). An die Helix α12 schließt sich nach einer Kehre die Helix α13 an, die das CaaX-Motiv für die posttranslationale Farnesylierung trägt. Angeschlossen an diese Helixbündel ist die 120Å lange Helix α12, die das gesamte Protein flankiert und auch mit der LG-Domäne interagiert. An die Helix α12 schließt sich nach einer Kehre die Helix α13 an, die zusammen eine kurze Coiled-Coil bilden. Betrachtet man das elektrostatische Oberflächenpotential der helikalen Domäne wenn die Helices α12-13 ausgeblendet ist, erkennt man dass die exponierten Aminosäuren überwiegend polar sind aber durch die Anwesenheit von α12 maskiert werden. (Abbildung 1-11). Die Kontakte zwischen dem Helixbündeln und α12 sind relativ schwach und liegen hauptsächlich am ersten Helixbündel und der LG-Domäne (Pakash et al., 2000a). Das zweite Helixbündel hat keinen Kontakt zur α12, die aber durch mehrere elektrostatische Kontakte mit der Helix α4´ an die LG-Domäne gebunden ist. - 20 - Einleitung Abbildung 1-11: Interaktion des Cteminalen Helixmotiv α12/13 mit der Helikalen- und LG-Domäne. Das elektrostatische Oberflächenpotential zeigt dass die Regionen mit vielen polaren Aminosäuren durch die Helices α12und α13 maskiert werden (Abbildung entnommen aus Prakash et al., 2000a). Die letzten zehn Aminosäuren des Proteins am C-teminus sind ungeordnet. Sie enthalten unter anderem die CaaX-Box, die Erkennungssequenz für die Farnesylierung des Proteins (Prakash et al., 2000a). hGBP1 zeigt, wie auch andere Mitglieder der Familie großer, Dynamin ähnlicher GTPasen, eine nukleotidabhängige Oligomerisierung, die eine Stimulation der GTPase Aktivität zur Folge hat. Einzigartig bei hGBP1 ist seine Fähigkeit GTP nicht nur zu GDP, sondern sukzessiv zu GMP hydrolysieren zu können, wobei das Produktverhältnis temperaturabhängig ist (Schwemmle et al., 1994). Das Hauptprodukt der Hydrolyse von GTP durch hGBP1 ist bei 37°C, mit über 80% das GMP (Kunzelmann et al., 2006), verschiebt sich aber bei kleiner werdenden Temperaturen auf die Seite des GDP´s (Praefcke et al., 1999). Die GTPase-Aktivität ist konzentrationsabhängig und erhöht sich um das achtfache in Messungen bei 37°C. Dieser kooperative Mechanismus konnte ebenfalls für Dynamin gezeigt werden (Warnock et al., 1996) und deutet auf eine intermolekulare Interaktion von hGBP1 hin. Mit Hilfe der analytischen Größenausschlußchromatographie und analytischer Ultrazentrifugation, konnte eine nukleotidabhängige Oligomerisierung nachgewiesen werden. Es zeigte sich, dass hGBP1 im nukleotidfreien Zustand als Monomer vorliegt. In Gegenwart der nicht hydrolysierbaren GTP-Analoga GppNHp bzw. GTPγS bildet es ein Dimer. Im Komplex mit GDP und Aluminiumfluorid assembliert hGBP1 zu einem Tetramer (Prakash et al., 2000; Praefcke et al., 2004). - 21 - Einleitung Monomer I Monomer II Abbildung 1-12: Kristallstruktur des LG-Domänen Dimers in GppNHp-gebundener Form. Abgebildet ist die Bänderdarstellung des GppNHp-gebundenen Dimers der LG-Domänen (PDB: 2bc9). Die Interaktionsfläche des Dimers ist etwa 4000Ų groß. In die Dimerisierung sind die Guaninkappe, switch I und switch II involviert. Die Kristallisation des full length hGBP1 in einem assemblierten dimeren- oder tetrameren Zustand ist bis heute nicht gelungen. Jedoch konnten die Kristallstrukturen der isolierten LG-Domänen von hGBP1 in unterschiedlichen Nukleotid-gebundenen Zustanden gelöst werden (Ghosh et al., 2006). Es zeigte sich, dass die LG-Domänen im Komplex mit GppNHp, GMP*ALF3 und GDP*AlF4- als Dimer kristallisierten (Abbildung 1-12). Für die Bildung von Tetrameren ist jedoch die Anwesenheit der helikalen Domäne erforderlich. Experimente mit dem Hefe-2-Hybrid System und analytischer Größenausschlusschromatographie zeigten eine Interaktion der helikalen Domäne die über die Helices α12 und α13 vermittelt wird (Dissertation Benscheid, 2005). Für die Stimulierung der GTPase Aktivität ist jedoch die Interaktion der LG-Domänen ausreichend (Ghosh et al., 2006; Praefcke et al.; 2001). Anhand der Kristallstrukturen der dimeren LG-Domäne konnte erstmals der Mechanismus der sukzessiven Spaltung von GTP zu GMP und die Beschleunigung der GTP- und GDP-Hydrolyse erklärt werden. Eine Dimerisierung hat zur Folge, dass das im P-loop gelegene Arginin 48 eine Bewegung in Richtung Nukleotid-Bindungstasche macht. Im monomeren, nukleotidfreien Protein dagegen, zeigt das Arg48 vom Nukleotid weg (Ghosh et al., 2006). Dieses Arginin ist - 22 - Einleitung wichtig für die Beschleunigung der GTPase-Aktivität und ist vergleichbar mit dem Arginin des RasGAP, welches in die Nukleotid-Bindungstasche von Ras orientiert wird, um dessen Aktivität zu steigern (Scheffzek et al., 1997). Eine weitere Konformationsänderung im Zuge der Dimerisierung ist beim switch I zu beobachten. Das dort gelegene Serin 73 orientiert sich nach der Dimerisierung so um, dass ein Wassermolekül in die Nähe des γ-Phosphat vom Nukleotid positioniert wird und dieses somit für einen nukleophilen Angriff positioniert und/oder aktiviert wird (Ghosh et al., 2006). Dass diese beiden Aminosäuren essentiell für die Aktivität von hGBP1 ist, konnte durch die Punktmutanten R48A und S73A gezeigt werden. Die R48A Mutante hatte eine im Vergleich zum Wildtyp, 100fach niedrigere maximale Hydrolyseaktivität und zeigte kein kooperatives Verhalten mehr (Praefcke et al., 2004). Die Punktmutation S73A dagegen zeigte im Vergleich zum Wildtyp nur eine zehnfach kleinere maximale Hydrolysegeschwindigkeit war, aber ebenfalls nicht mehr kooperativ (Ghosh et al., 2006). Diese Beobachtungen konnten sowohl für das full length Protein als auch für die isolierte LG-Domäne gemacht werden. Eine weitere wichtige Aminosäure ist das Aspartat 184 aus dem vierten GTPSequenzmotiv, das in allen GTP-bindenen Proteinen für die Spezifität der Base zuständig ist. Die Punktmutante D184N im hGBP1, änderte die Substratspezifität von Guanin- zu Xanthinnukleotiden. Das Motiv, welches für die Spezifität der Guaninnukleotide verantwortlich ist, wurde erst nachträglich als 181 TLRD184 Motiv gefunden, da es von den üblichen N/TKxD-Motiven aus z.B. Ras, abweicht (Praefcke et al. 1999). Ein weiteres wichtiges Merkmal bei hGBP1 ist die Position der Guaninbase in der Bindungstasche. Abweichend zu Proteinen wie z.B. EF-Tu, den Gα Untereinheiten, aber auch den Rasähnlichen Proteinen ist der N-glykosidische Bindungswinkel, verändert. Als Konsequenz dieser Änderung zeigt sich eine abweichende Interaktion zwischen dem Nukleotid und dem Protein. In hGBP1 wird die Nukleotidbindungstasche im Gegensatz zu Ras vom Lösungsmittel abgeschirmt. Dafür zuständig sind die Guaninkappe und die Phosphatkappe die aus Insertionen bezogen auf die Topologie von Ras gebildet werden. Interessanterweise sind beide Regionen in die Dimerisierung der LG-Domänen involviert. Eine Besonderheit der isolierten LG-Domäne ist, dass sie in der Lage ist aus der Lösung heraus GDP zu binden und in relativ hoher Geschwindigkeit zu hydrolysieren. Dagegen ist die maximale spezifische GTPase-Aktivität der LG-Domänen jedoch kaum höher als im full length Protein. Weiterhin bildet die LG-Domäne im Komplex mit GDP*AlFx und im - 23 - Einleitung Gegensatz zum full length Protein, sogar mit GMP*AlFx Dimere (Ghosh et al., 2006; Praefcke et al., 2001). Durch Überlagerung der beiden LG-Domänen Strukturen im GMP*AlFx und GDP*AlFx gebundenen Zustand, die den Übergangszustand der GTP- und der GDP-Hydrolyse simulieren, zeigte sich, das dass Aluminiumfluorid in beiden Fällen eine ähnliche Position einnimmt. Es wird angenommen, dass die Abspaltung des γPhosphats eine Positionsänderung des Nukleotids im aktiven Zentrum zur Folge hat, damit das β-Phosphat mit den gleichen Seitenketten wie das γ-Phosphat interagieren kann. Der zweite Hydrolyseschritt kann somit durch die gleichen Aminosäuren katalysiert werden (Ghosh et al., 2006). Durch den Einsatz verschiedener transienter kinetischer Methoden konnte die Kinetik der Nukleotidhydrolyse von hGBP1 detailliert untersucht werden. Dabei konnten einzelne Reaktionsschritte, der Substratbindung, Dimerbildung, GTP und GDP Hydrolyse sowie die Produktdissoziation ermittelt werden (Abbildung 1-13) 2E + 2GTP k GTP 2E + 2GDP -1 on = 2,5 µM s -1 2E·GTP kGDPoff = 26s-1 2E·GDP k1 = 0,45s-1 (E·GDP)2 kGMPoff = 20s-1 2E·GMP k3 = 0,87s schnell (E·GTP)2 2E + 2GMP -1 k2 = 2,2s-1 k4 = 0,26s-1 (E·GMP)2 Abbildung 1-13: Reaktionsmodell der Nukleotidhydrolyse durch hGBP1. Es konnte gezeigt werden, dass die Geschwindigkeit der GTP-Hydrolyse (k1) langsamer ist als die der GDP-Hydrolyse (k2). Dieses Ergebnis ist ein Hinweis darauf, dass die Verschiebung des Nukleotids innerhalb des katalytischen Zentrums sehr schnell sein muss. Die Bildung eines Dimers nach der GTP-Bindung ist ein sehr schneller Vorgang und nicht Geschwindigkeits-limitierend. Ausserdem ist, im Gegensatz zum GTP-Dimer, die Dissoziation des GDP- und GMP-gebundenen Dimers irreversibel. (Entnommen aus Kunzelmann et al., 2006) Die Geschwindigkeit der Hydrolyse von GTP zu GDP im dimeren hGBP1 liegt bei 0,45s-1 (k1) und ist damit langsamer als die Umsetzung von GDP zu GMP, die bei 2,2s-1 (k2) liegt. Die Spaltung von GDP ist etwa 5-fach schneller als die GTP-Spaltung. Dieses Ergebnis ist ein Hinweis darauf, dass die Verschiebung des Nukleotids innerhalb des katalytischen Zentrums sehr schnell sein muss. - 24 - Einleitung In weiteren Experimenten zur Kinetik der Abspaltung des γ-Phosphats, konnte ein phosphate burst beobachtet werden, was auf einen Geschwindigkeitsbestimmenden Schritt nach der Abspaltung des ersten Phosphats hinweist. Der langsame Schritt wurde als Übergang des GMP-gebundenen Dimers zum GMP-gebundenen Monomer vorgeschlagen. Weiterhin wurde festgestellt, dass im Gegensatz zum GTP-gebundenen Dimer die Dissoziation des GDP- und GMP-gebundenen Dimers irreversibel ist (Kunzelmann et al., 2006). 1.5 Zielsetzung Die Selbstassemblierung von Proteinen der Dynamin Familie ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Funktion. Vorrangegangene Arbeiten konnten bereits für das hGBP1 eine Assemblierung zu einem dimeren Komplex beobachtet werden, die eine starke Beschleunigung der Hydrolyse zur Folge hat. Des Weiteren konnte auch die Oligomerisierung zu einem tetrameren Komplex gezeigt werden, in der die Helices α12/13 als Interaktionsdomäne dient. Ziel dieser Arbeit war es, unter biophysikalischen und biochemischen Gesichtspunkten, die Selbstassemblierung von hGBP1 zu untersuchen und die Rolle der helikalen Subdomäne α12/13 innerhalb dieses Vorgangs zu klären. Des Weiteren sollte in dieser Arbeit eine c-DNA-Bank aus INF-γ induzierten HUVECs hergestellt werden, um mit dieser und der Hilfe des Hefe 2-Hybrid-Systems einen Interaktionspartner von hGBP1 zu identifizieren. Diese Arbeit beschäftigte sich ebenfalls mit der biochemischen Charakterisierung von hGBP2 und gibt die ersten Hinweise auf eine Interaktion zwischen hGBP1 und hGBP2. - 25 - Material und Methoden 2 Material und Methoden 2.1 Material 2.1.1 Chemikalien Alle Chemikalien wurden von den Firmen Sigma-Aldrich (Deisenhofen), AmershamPharmacia (Freiburg), Applichem (Darmstadt), Baker (Deventer, Niederlande), Boehringer Mannheim (Mannheim), Fermentas (St. Leon-Rot), Fluka (Neu-Ulm), GERBU (Gaiberg), Merck (Darmstadt), Qiagen (Hilden), Riedel-de Haen (Seelze), Roth (Karlsruhe) und Serva (Heidelberg) in jeweils höchster Reinheit bezogen. 2.1.2 Enzyme und Marker Pepsin Sigma (Deisenhofen) Trypsin Serva Electrophoresis (Heidelberg) DNA Polymerase I Novagen (Madison, USA) T4-DNA Polymerase Novagen (Madison, USA) T4 Polynukleotid Kinase Novagen (Madison, USA) Alkaline Phosphatase Novagen (Madison, USA) RNase H Novagen (Madison, USA) BamHI Fermentas (St. Leon-Rot) DpnI Fermentas (St. Leon-Rot) EcoRI Fermentas (St. Leon-Rot) Pfu-DNA-Polymerase Fermentas (St. Leon-Rot) Taq-DNA-Polymerase Fermentas (St. Leon-Rot) SalI Fermentas (St. Leon-Rot) NcoI Fermentas (St. Leon-Rot) T4 DNA-Ligase Fermentas (St. Leon-Rot) Thrombin (Serva, Heidelberg) Protein molekular weight marker: 14,4; 18,4; 25; 35; 45; 66; 116 kDa Fermentas (St.Leon-Rot) MassRuler DNA-Leiter High-Range Fermentas (St.Leon-Rot) MassRuler DNA-Leiter Low-Range Fermentas (St.Leon-Rot) - 26 - Material und Methoden Presicion Plus Protein Standard: Mg: 10; 15; 20; 25; 37; 50; 75; 100; 150; 250 kD Biorad (München) DNA-Marker 100Bp-Leiter Sigma (Deisenhofen) 2.1.3 Reagenzienkits QIAprep Spin Miniprep Kit Qiagen (Hilden) Plasmid Midi- und Maxiprep Kit Qiagen (Hilden) QIAquick Gel Extraction Kit Qiagen (Hilden) RNeasy Midi Kit Qiagen (Hilden) Oligotex mRNA Kit Qiagen (Hilden) OrientExpress Oligo(dT) cDNA Synthese Kit Promega 2.1.4 Säulenmaterialien Nickel-NTA-Agarose Superflow, Qiagen (Hilden) Superdex® 75, Amersham-Pharmacia (Freiburg) Superdex® 200, Amersham-Pharmacia (Freiburg) GSH-Sepharose Superflow, Amersham-Pharmacia (Freiburg) HisPur Cobald Resin, Pierce (Rockford,USA) 2.1.5 Mikroorganismen E.coli TG1: supE, hsdD5, thi, D (lac-proAB), F‘[traD36, proAB+, lacIq, lacZDM15], (Gibson, 1984) E.coli XL1-Blue: recA1, end A1, gyrA96, thi-1, hsdR17, supE44, relA1, lac, [F‘, proAB, lacIqZDM15, Tn10 (Tetr)], (Bullock et al., 1981) E.coli BL21 (DE3): B, F-, hsdS (rB-, mB-), gal, dcm, ompT, l(DE3), (Studier & Moffatt, 1986) - 27 - Material und Methoden 2.1.6 Vektoren pGEX 4T3 Der pGEX 4T3 Vektor hat eine Größe von 4950 bp. Er beinhaltet eine Ampicillin Resistenz (Ampr) und einen durch IPTG induzierbaren lac Promotor (Lac). N-Terminal von der MCS (multiple cloning site) liegt das Gen, das für die Glutathion-S-Transferase (GST) kodiert, welche für die Aufreinigung des Proteins über eine Gluthathion-SepharoseSäule benötigt wird. Für die spätere Abspaltung des GST liegt dahinter eine Schnittstelle für die Protease Thrombin. pProEx HTb (Invitrogen, Carlsbad, USA) Der pProEx HTb Vektor hat eine Größe von 4779 bp. Er beinhaltet eine Ampicillin Resistenz (Ampr) und einen IPTG induzierbaren lac Promotor (Lac). N-Terminal von der MCS werden 6 Histidine codiert, die als Fusionspartner für das inserierte Protein fungieren. Mit dem Histidin-Tag kann das Protein über eine NickelNTA-Agarose-Säule aufgereinigt werden. Um den His-Tag abzuspalten, liegt davor eine aus sechs Aminosäuren bestehende Erkennungssequenz für die Protease TEV. pQE9 (Qiagen, Hilden) Der pQe9 Vektor hat eine Größe von 3,4 kb. Er beinhaltet eine Ampicillin Resistenz (Ampr) und einen IPTG-induzierbare T5-Promotor/Lac-Operator-Element. N-Terminal von der MCS werden 6 Histidine codiert, die als Fusionspartner für das insertierte Protein fungieren. Mit dem Histidin-Tag kann das Protein über eine imobillisierte Nickel-Säule aufgereinigt werden. pGBKT7 (Clonetech, Mountain view, USA) Der Vektor pGBKT7 exprimiert Proteine welche an eine verkürzte GAL4 DNA Bindedomäne fusioniert sind. In Hefen werden diese Proteine in einem hohen Level, durch den konstitutiven ADH1 Promotor (PADH1) exprimiert. Die Transkription wird durch ein T7 und ein ADH1- transkriptions-terminations Signal beendet. Der Vektor besitzt außerdem einen T7-Promotor und ein c-Myc Epitop Tag Der Vektor repliziert sich autonom sowohl in E.coli als auch in S.cerevisiae durch pUC und 2µ Ori. Der Vektor trägt eine Kanamycin-Resistenz für E.coli und einen TRP1 Selektionsmarker für Hefen. - 28 - Material und Methoden pGADT7 (Clonetech, Mountain view, USA) Der Vektor pGADT7 exprimiert Proteine welche an eine verkürzte GAL4-DNAAktivierungs- Domäne fusioniert sind. In Hefen werden diese Proteine in einem hohen Level durch den konstitutiven ADH1-Promotor (PADH1) exprimiert. Die Transkription wird durch ein ADH1-transkriptions-terminations Signal beendet. Das Fusionsprotein wird mit Hilfe des SV40 Kern-Lokalisationssignal in den Kern transportiert. Der Vektor besitzt außerdem einen T7 Promotor und ein HA-Epitop-Tag Der Vektor repliziert sich autonom sowohl in E.coli als auch in S.cerevisiae durch pUC und 2µ Ori. Der Vektor trägt eine Ampicillin Resistenz für E.coli und einen LEU2 Selektionsmarker für Hefen. 2.1.7 Antibiotika Ampicillin GERBU Biotechnik (Gaiberg) Tetracyclin Sigma (Deisenhofen) Kanamycin GERBU Biotechnik (Gaiberg) Die Antibiotika wurden den Medien in Konzentrationen von 100mg/l (Ampicillin), 50mg/l (Kanamycin) und 12,5mg/l (Tetracyclin) zugesetzt. 2.1.8 Oligonukleotide Alle Oligonukleotide wurden von der Firma MWG Biotech (Ebersberg) bezogen. Die Sequenzen sind in 5´-3´-Richtung angegeben und bezüglich ihrer Leserichtung mit s (sense) oder as (antisense) gekennzeichnet. Die für die Sequenzierprimer angegebenen Zahlen beziehen sich auf die Nukleotidsequenz von hGBP1, bzw. hGBP2. Für Mutagenesen: hGBP1-R227E-s CCTGCCCAGA CTCTGTATCG AGAAATTCTT CCCAAAG hGBP1-R227E-as CTTTGGCAAG AATTTCTCGA TACAGAGTCT GGGCAGG hGBP1-K228E-s CCCAGACTCT GTATCCGGGA ATTCTTCCCA AAG hGBP1-K228E-as TCCTGGGAAG AATTCCCGGA TACAGAGTCT GGG hGBP1-E563R-s GCAACTACTA AAACGCGGAT TTCAAAAAGA AAGC hGBP1-E563R-as GCTTTCTTTT TGAAATCCGC GTTTTAGTA GTTG - 29 - Material und Methoden Für Sequenzierungen: pQE-s GTATCACGAG GCCCTTTCGT CT pQE-as CATTACTGGA TCTATCAACA GGAG hGBP1 300-319-s ATCTGGATGT CGTGTGTGCC hGBP1 300-319-as CGCACACACC ACATCCAGAT hGBP1 570-589-s TCAGCTGACT TTGTGAGCTT hGBP1 570-589-as AAGCTCACAA AGTCAGCTGA hGBP1 1000-1018-s GCATGGAGAA CGCAGTTCCT hGBP1 1000-1018-as AGGACTGCGT TCTCCATGC hGBP2 500s CTGTAGACGA CTCAGCTGAC TTTGTGAGC hGBP2 1000s CAGCAGATGG GCCAGAAGGT GCAGGTCC pProEx-s AGCGGATAACAATTTCACACAGG pProEx-as TTCTCTCATCCGCCAAAACAGCCAAG pGBKT7-s GAGGAGCAGAAGCTGATCTCAGAG pGBKT7-as GCGCGCAAAAAACCCCTCAAGACCC pGex-s ATAGCATGGCCTTTGCAGG pGex-as GAGCTGCATGTGTCAGAGG 2.1.9 Nährmedien LB-Medium: 10g/l Bacto-Trypton 5g/l Hefeextrakt 10g/l NaCl pH 7,4 mit NaOH LB-Agar-Medium: LB-Medium 12g/l Agar TB-Medium: 12g/l Bacto-Trypton 24g/l Hefeextrakt 4ml/l Glycerol - 30 - Material und Methoden 0.17mM KH2PO4 0.072mM K2HPO4 YPD-Medium (Vollmedium): 20g/l BactoPepton 10g/l Hefeextrakt 2% Glucose 18g/l Agar (bei festem Nährmedium) pH 5,8 Yeast Nitrogen Base (YNB): 1g/l Kaliumphosphat 0,5g/l Magnesiumsulfat 0,1g/l Natriumchlorid 0,1g/l Calciumchlorid 0,002mg/l Biotin 0,4mg/l Calciumphatothenat 0,002mg/l Folsäure 2mg/l Inositol 0,4mg/l Nicotinsäure 0,2mg/l 4-Aminobenzoesäure 0,4mg/l Pyridoxin 0,2mg/l Riboflavin 0,4mg/l Thiamin 0,5mg/l Borsäure 0,04mg/l Kupfersulfat 0,1mg/l Kaliumiodid 0,2mg/l Eisenchlorid 0,4mg/l Mangansulfat 0,2mg/l Natriummolybdat 0,4mg/l Zinksulfat 5g/l Ammoniumsulfat 20g/l Dextrose - 31 - Material und Methoden SD-Medium: 20mg/l Arginin 30mg/l Isoleucin 30mg/l Lysin 20mg/l Methionin 50mg/l Phenylalanin 200mg/l Threonin 30mg/l Tyrosin 20mg/l Uracil 150mg/l Valin 20mg/l Adenin 20mg/l Histidin 100mg/l Leucin 20mg/l Tryptophan Selektionsmedium: THL- SD-Medium ohne Tryptophan, Histidin und Leucin Die Nährmedien wurden vor Verwendung 15 Minuten lang bei 121°C autoklaviert. 2.2 Molekularbiologische Methoden 2.2.1 Isolierung von Plasmid-DNA Für die Isolierung von Plasmiden aus E-coli Zellen wurde ein Präparationskit der Firma Qiagen (Hilden) verwendet. Die Durchführung geschah nach Angaben des Herstellers. Dabei werden 1,5 ml Zellen einer Übernachtkultur durch alkalische Lyse aufgeschlossen und nach Fällung der Proteine mit Natrium-Dodecylsulfat über eine Anionenaustauschersäule aufgereinigt. Die Plasmid-DNA wird somit hochrein in einem Tris-Puffer (pH 7,5) erhalten. - 32 - Material und Methoden 2.2.2 Polymerase-Kettenreaktion Zur Amplifikation von Genfragmenten wurde die Polymerase-Kettenreaktion (PCR, polymerase chain reaction) verwendet. Die selektive Vervielfältigung wurde unter Verwendung hitzestabiler DNA-Polymerasen sowie zweier Oligonukleotide vollzogen. Die Primer für die Amplifizierung wurden von der Firma MWG-Biotech (Ebersberg) bezogen. Die PCR-Ansätze waren wie folgt zusammen gesetzt: PCR-Ansatz (für 50 µl Gesamtvolumen): 30–500 ng Template DNA 1 µl 5’-Primer (sense) (100 µM) 1 µl 3’-Primer (anti-sense) (100 µM) 2,5 µl dNTP-Mix 5 µl 10x Taq-Polymerase Puffer 3 µl MgCl2 1 µl Taq-Polymerase (5U) Die PCR-Zyklen wurden mit einem PCR-Gerät von Eppendorf wie folgt durchgeführt: Initiale Denaturierung bei 95°C für eine Minute, 25-35 Zyklen mit einer Minute bei 95°C, 1 Minute bei 54°C (Primer Anlagerung), 1-16 Minuten bei 72°C (Synthese). 2.2.3 Sequenzierung Die Sequenzierung der DNA wurde am Lehrstuhl für Biochemie II an einem ABI 3130xl (Applied Biosystems, Foster City, USA) durchgeführt. Dazu wurde das Plasmid isoliert und eine Probe von 5µl in ein Reaktionsgefäß pipettiert. Die beiden Sequenzierprimer wurden auf 10pmol/µl verdünnt und jeweils zu 5µl mitgeschickt. - 33 - Material und Methoden 2.2.4 Herstellung kompetenter Zellen Für die Herstellung kompetenter Zellen (E-coli TG1, XL1-blue und BL21 (DE3)) wurden 5 ml Übernachtkulturen angesetzt. Je 1 ml wurden am nächsten Tag auf 100 ml LBMedium übergeimpft und bei 37°C bis zu einer OD600 von 0,5 – 0,6 herangezogen (1-3 Stunden). Die Bakteriensuspension wurde dann für 20 Minuten auf Eis gestellt und anschließend bei 4°C 5 Minuten bei 8000 U/min sedimentiert. Das Pellet wurde in 10 ml eisgekühltem TSS-Puffer (10% PEG 8000, 5% DMSO, 50mM MgCl2 in LB ohne NaOH pH6,5 ) resupendiert. Nach Zugabe von 1,5 ml 15%igen Glycerin wurden 300 µl Aliquots hergestellt und diese direkt in flüssigem Stickstoff schockgefroren. Die Lagerung erfolgte bei -80°C. 2.2.5 Transformation Für die Transformation von E-coli Zellen wurden 250 µl kompetenter Zellen langsam auf Eis aufgetaut. Danach wurden 5-20 µl eines Ligationsansatzes mit den 250µl kompetenter Zellen versetzt und für eine Stunde auf Eis inkubiert. Anschließend wurde der Ansatz einem Hitzeschock unterzogen, indem eine Inkubation für 60 Sekunden bei 42°C erfolgte. Nach 2 Minuten Abkühlung auf Eis wurden dem Ansatz 900 µl Antibiotika-freies LBMedium zugefügt, und der Ansatz eine Stunde bei 37°C inkubiert. Die Zellen wurden dann bei 14000 UpM zentrifugiert und in 150 µl des Überstandes resuspendiert. Diese Suspension wurde dann auf Antibiotika haltige Agar-Nährböden verteilt und über Nacht bei 37°C im Brutschrank inkubiert. 2.2.6 Agarosegelelektrophorese Zur Analytischen und präparativen Trennung der DNA-Proben wurden diese mit Probenpuffer (0,25% (w/v) Bromphenolblau, 30% (v/v) Glycerol, 0,25% (w/v) XylenCyanol pH 8,0) versetzt und auf ein einprozentiges Agarosegel aufgetragen. Die Elektrophorese erfolgte bei einer Spannung von 100 V und einer Laufzeit von ca. 60 min. Nach Färbung mit 0,001%igen Ethidiumbromid konnten die DNA-Banden auf einem UVSchirm (320nm) detektiert werden. - 34 - Material und Methoden 2.2.7 DNA-Isolierung aus Agarosegelen Die Isolierung von DNA-Fragmenten aus Agarosegelen erfolgte mit dem Gelelutions Kitsystem der Firma Qiagen (Hilden) nach Angaben des Herstellers. Sie beruht auf der Auflösung der Agarose in Puffer bei 50 °C und anschließender Reinigung der DNA über Anionenaustauschersäulen. Die Elution der DNA erfolgte mit 30µl eines 10 mM Tris-HCl Puffers. 2.2.8 Restriktionsenzymatischer Verdau von DNA Die enzymatische Spaltung von Plasmiden und DNA-Fragmenten durch spezifische Restriktionsenzyme wurde in einem Gesamtvolumen von je 40 µl durchgeführt. Da die Enzyme bei unterschiedlichen Puffern auch unterschiedliche Aktivitäten besitzen, muss gerade bei einem Doppelverdau auf die Menge und Art des Puffers und die Länge der Inkubation geachtet werden. Die Inkubation erfolgte bei 37°C im Brutschrank gemäß den Angaben der Hersteller der Enzyme. Vor der weiteren Verwendung der geschnittenen Fragmente wurde zur Reinigung der gesamte Ansatz auf ein 1%iges Agarosegel aufgetragen und nachher die benötigten Fragmente aus dem Gel extrahiert. 2.2.9 Ligation Zur Ligation wurden Vektor-DNA und die DNA des Fragments, das eingesetzt werde soll, in einem Mengenverhältnis von 1:4 gemischt. Bei der Ligation mit überlappenden Enden wurden die Fragmente in einem Endvolumen von 20 µl mit 1 U T4-DNA Ligase und 5µl eines Ligase-Puffers (10x) des Herstellers Fermentas (St. Leon-Rot) über Nacht bei 16 °C inkubiert. 2.2.10 Isolation von Gesamt-RNA aus HUVEC Für die Darstellung einer cDNA-Bank aus INF-γ stimulierten HUVEC (humane Endothelzellen der Nabelschnurvene) musste im Vorfeld die gesamte RNA aus den Zellen isoliert werden. Es wurden HUVEC in insgesamt 7 Zellkulturschalen (T75) bis zur Konfluenz wachsen gelassen. Sechs dieser Schalen wurden dann mit 100U/µl INF-γ induziert. Nach jeweils 5, 12 und 24 Stunden wurden Zellen von je zwei Platten mit - 35 - Material und Methoden geerntet. Die Zellen wurden in einem 2ml Reaktionsgefäß mit 1 ml Trizol versetzt. Mit Hilfe einer Kanüle wurde die Lösung mehrfach eingezogen und abgelassen, um genomische DNA zu scheren. Durch die Zugabe von Chloroform und nachfolgender Zentrifugation (10 Minuten bei 10000g) wurden die Proteine abgetrennt und durch Isopropanol die RNA präzipitiert. Die RNA wurde nachfolgend mit 75% Ethanol/DEPCH2O gewaschen. Der Überstand wurde vollständig abgenommen und das RNA-Pellet getrocknet. 2.2.11 Darstellung einer cDNA-Bank aus INF-γ stimulierten HUVECs Die zur Isolation der RNA verwendeten Zellen wurden vor der Ernte mit 100U/ml INF-γ stimuliert. Inkubationszeiten von 0, 5, 12 und 24 Stunden wurden gewählt, um unterschiedliche Expressionsstadien abzudecken, da nicht bekannt ist, zu welchem Zeitpunkt ein möglicher Interaktionspartner von hGBP1 exprimiert wird. Die erhaltene Gesamt-RNA wurde auf ihre Integrität hin kontrolliert und die Konzentration bestimmt. Je 30µg der Gesamt-RNA wurde in einem großen Ansatz vereinigt und mit Hilfe eines Oligotex mRNA-Kits (Qiagen, Hilden) die mRNA aufgereinigt. Für die Aufreinigung von mRNA wurde eine Säulenmatrix benutzt, an der kovalent (dT)Oligonukleotide immobilisiert sind. Die so aufgereinigte mRNA wurde dann als Matrix für die cDNA Synthese benutzt. Für die Synthese der cDNA wurde das Sythese-Kit OrientExpress der Firma Promega verwendet. Für die Erststrangsynthese wurden 30µl der aufgereinigten mRNA mit 3µg Oligo(dT)Primern in DEPC-H2O bei 70°C für 10 Minuten vorinkubiert. Nach kurzen Abkühlen auf Eis wurden 12µl Erststrangpuffer (5x), 6mM DTT, 100µM dNTP-Mix (methyliert) und 800U MMLV reverse Transskriptase hinzugefügt. Die Inkubation erfolgte bei 37°C für eine Stunde, gefolgt von 70°C für 10 Minuten. Für die Zweitstrangsynthese wurden 50µl eines Zweitstrangpuffers (5x), 6µl DTT, 100µM dNTP (methyliert), 50U DNAPolymerase I und 1,6U RNaseH hinzugefügt. Nach 90 Minuten bei 15°C wurde der gesamte Ansatz mit Hilfe des PCR-Purification-Kits (Qiagen, Hilden) aufgereinigt. Um die cDNA erfolgreich in einen Vektor klonieren zu können, wurden die Enden der cDNA modifiziert. Dazu wurde die cDNA mit 2,5U einer T4 DNA-Polymerase bei 11°C für 20 Minuten inkubiert. Um den Puffer zu wechseln und die T4 DNA-Polymerase zu entfernen, wurde abermals eine Aufreinigung durch ein PCR Purifikations Kit vorgenommen. - 36 - Material und Methoden Um Schnittstellen einzufügen, wurden EcoRI-Linker verwendet. Diese Oligonukleotide waren doppelsträngige palindromische Dodecamere, welche in ihrer Mitte eine EcoRI Schnittstelle trugen. Durch Phosphorylierung durch eine T4-Polynukleotid-Kinase und nachfolgender Verwendung einer T4 DNA Ligase wurden diese Linker an die doppelsträngige cDNA ligiert. Nachdem Vektor und cDNA mit EcoRI restringiert worden waren, wurde der Vektor (pGBKT7) durch alkalische Phosphatase dephosphoryliert und die cDNA durch T4 Polynucleotid-Kinase phosphoryliert, um die Ligationseffizienz zu erhören. Nach der Ligation wurde der Vektor in kompetente Zellen (E.coli, Nova Blue) transformiert und auf 150 LB-Platten mit Kanamycin ausplattiert. 2.2.12 Darstellung kompetenter Hefen Für die Methode der Co-Transformation wurde die LiAc-Methode nach Ito et al. (1983) gewählt, in der die DNA mit einer Carrier-DNA in LiAc inkubiert wird. Die cDNA-Bank und der Vektor mit dem Köder wurden simultan in den Hefestamm AH109 transferiert. Dabei ist die Transfereffizienz zwar um eine Größenordnung kleiner gegenüber der sequenziellen Transformation, aber es besteht sonst das Risiko, dass das erste Plasmid für ein toxisches Protein kodiert. Um eine möglichst große Transformationseffizienz zu erreichen, wurden die kompetenten Hefezellen direkt vor der Transformation hergestellt. Dazu wurden aus dem Glycerol-Stock einige Hefezellen entnommen, diese in ca. 500µl YPD Puffer gelöst und auf einer YPD-Agar Platte ausgestrichen. Von den gewachsenen Kolonien wurde eine Kolonie in 3ml YPD-Medium resuspendiert und über Nacht bei 30°C, 180 UpM inkubiert. Diese wurde am nächsten Tag auf 50ml YPD-Medium verdünnt und bei 30°C, 180 UpM inkubiert, bis zu einer Zelldichte von OD600 = 0,15-0,3. Anschließend wurden die Hefen bei 700xg in 5min bei Raumtemperatur sedimentiert, einmal mit 60ml TE/LiAc-Puffer gewaschen und erneut sedimentiert und abschließend in 8 ml TE/LiAc-Puffer resuspendiert. Danach erfolgte eine finale Inkubation bei RT für mindestens 10 min. 2.2.13 Transformation in Hefen Für die Transformation wurden dann zu 1ml Zellen 20 mg Lachs-Sperma DNA, 1mg HUVEC-cDNA, 0,3mg hGBP1-pGADT7 DNA und 60 ml TE/LiAc-Puffer gegeben. Nach - 37 - Material und Methoden 30 Minuten Inkubation bei 30°C und 200 UpM wurden 7ml DMSO hinzugefürt. Anschließend erfolgte bei 42°C für 20 min der Hitzeschock. Die abschließend sedimentierten Hefen (1000xg, 5min, RT) wurden in 10ml YPD-Medium aufgenommen und 1 h bei 30°C, 180 UpM regeneriert. 2.2.14 Hefe 2-Hybrid Screen Der Transformationsansatz wurde auf YPD-Agar-Platten ausplattiert, denen die Aminosäuren Histidin, Tryptophan und Leucin fehlten, um die Transformanten auf eine HIS3-Expression hin zu testen. Um das Histidin-Basallevel zu unterdrücken, wurde zu dem Medium außerdem noch 20µM 3-Amino-1,2,4-Triazol (3-AT) gegeben. Die erhaltenen Kolonien wurden dann auf Platten umgesetzt, denen zusätzlich noch die Aminosäure Adenin fehlte, um die Stringenz weiter zu erhöhen. Die hier erhaltenen Kolonien wurden darüber hinaus auf die Expression des lacZ-Gens bzw. auf die Aktivität der ß-Galactosidase getestet. Dazu wurde ein Rundfilter auf die Platten gelegt und angedrückt, um einen Teil der Zellen auf den Filter zu übertragen. Diese Filter wurden für ein paar Sekunden in flüssigen Stickstoff gehalten und dann mit einer XGAL-Lösung getränkt. Sofern das (künstliche) Substrat X-Gal durch die ß-Galactosidase umgesetzt wurde, zeigten die entsprechenden Kolonien eine Blaufärbung. Um die Hefezellen auf ihre Kompetenz hin zu testen, wurden vor der Transformation der Bibliothek einige Zellen entnommen und mit den Vektoren pGBKT7-T (Large T-Antigen) und pGADT7-p53 kotransformiert. Diese wurden dann auf YPD-Nährböden ausplattiert, denen die Aminosäuren Tryptophan und Leucin fehlten. Da die Proteine p53 und Large TAntigen interagieren, konnte durch das Umsetzten der erhaltenen Kolonien auf Nährböden ohne Tryptophan, Leucin, Histidin und Adenin das 2-Hybrid System auf seine Funktionsfähigkeit hin überprüft werden. Für die Analyse der DNA aus den positiven Klonen wurde eine Plasmid-Extraktion vorgenommen. Dazu wurden die Hefezellen in 4 ml Puffer resuspendiert, anschließend mit 5mg Lytikase versetzt und 60 Minuten bei 37°C inkubiert. Durch den Verdau der Zellwände durch die Lytikase konnte die DNA-Extraktion nachfolgend mit Hilfe eines DNA Extraktions Kits der Firma Qiagen (Plasmid Mini Kit, Qiagen, Hilden) erfolgen. Die Analyse des Inserts erfolgte durch eine PCR mit Hilfe von Standard-Vektor-Primern für den Vektor pGADT7. - 38 - Material und Methoden 2.3 Proteinbiochemische Methoden 2.3.1 Präparative Proteinexpression und Ultraschallaufschluss Um größere Mengen eines Proteins herstellen zu können, wurden bis zu 10 Liter eines entsprechenden antibiotikumhaltigen Nährmediums (TB-Medium) benötigt, welches mit einer Übernacht-Kultur von 1/100 des Nährmedien-Volumen angeimpft wurde. Nach ca. 56 Stunden Inkubation bei 37°C bzw. einer OD600 von 0,5 bis 0,6 wurde die Temperatur auf 25°C reduziert und nach Erreichen der Temperatur mit 100µM IPTG induziert und die Inkubation über Nacht bei 25°C und 150upm weitergeführt. Die Zellen wurden durch 10minütige Zentrifugation bei 7000g und 4°C geerntet, der Überstand verworfen und das Sediment bei -80°C gelagert. Zur Isolation des Proteins wurde das Pellet in Lysepuffer (50mM Tris-HCl pH 7,9, 5mM MgCl2, 1mM PMSF, 4ml Triton X100) resuspendiert und so langsam aufgetaut. Der Zellaufschluß erfolgte mit Hilfe eines Ultraschallgeräts unter Eiskühlung. Dauer und Stärke der Beschallung richteten sich nach der Menge des Zellpellets (ca. 10 Minuten bei 250ml Zellsuspension). Schließlich wurde die Suspension 30 Minuten lang bei 23000upm (SC-300 Rotor) und 4°C in einer Zentrifuge (Sorvall Evolution RC) zentrifugiert. 2.3.2 Glutathion-Affinitätschromatographie Die affinitätschromatographische Aufreinigung von GST-Fusionsproteinen wurde mit einer GSH-Sepharose-Fastflow-Säule, 25 ml Säulenvolumen, (Amersham-Pharmacia, Freiburg) durchgeführt. Auf die zuvor mit 10 mM Tris/HCl pH 7,4, 500 mM NaCl und 2 mM DTE äquilibrierte Säule wurde der Überstand bei einem Fluss von 2 ml/min aufgetragen und anschließend mit 4 Säulenvolumen Tris-Puffer (10mM) gewaschen. Die Spaltung des Fusionsproteins erfolgte durch Auftragen von 250U Thrombin in 10 ml TrisPuffer und nachfolgender Inkubation über Nacht. Das gespaltene Protein wurde mit ca. 125 ml Tris-Puffer mit 500 mM NaCl und 2mM DTE von der Säule eluiert und die Säule mit 4 Säulenvolumen Tris-Puffer mit 20mM Glutathion, und 4 Säulenvolumen 6 M GuanidinHCl gereinigt. - 39 - Material und Methoden 2.3.3 Zur Nickel-NTA-Affinitätschromatographie affinitätschromatographischen Reinigung von N-terminal Histidin-markierten Proteinen, wurde der Überstand des Aufschlusses auf eine in 50mM Tris/HCl pH 8,0, 500mM NaCl, 5mM MgCl2, 2mM Imidazol äquilibrierte HisPur-Cobalt Resin mit 25 ml Säulenvolumen bei einem Fluß von 4 ml/min aufgetragen. Anschließend wurde die Säule mit 5 Säulenvolumina 50 mM Tris/HCl (pH 8,0), 500mM NaCl, 5mM MgCl2 und 10mM Imidazol, sowie 5 Säulenvolumina 20mM Tris/HCl pH 8,0, 100mM NaCl, 5mM MgCl2, 10mM Imidazol gewaschen. Die Elution des Proteins erfolgte durch einen Imidazolgradienten von 10mM bis 150mM in 20mM Tris/HCl pH 8,0, 100mM NaCl, 5mM MgCl2. 2.3.4 Größenausschlußchromatographie Für die weitere Aufreinigung der Proteine wurde eine Größenausschlusschromatographie durchgeführt. Für die zu trennenden Proteine wurde das Säulenmaterial Superdex® 75 (26/60) oder Superdex® 200 (26/60) verwendet (Amersham-Pharmacia, Freiburg). Die Säule wurde mit 3 Säulenvolumen 50mM Tris/HCl, 2mM MgCl2, 2mM DTE äquilibriert, bevor die Proteine über Nacht mit einem Fluss von 0,5 ml/min aufgetragen wurden. Der Durchfluss wurde durch einen Probensammler in 4 ml Fraktionen aufgefangen. 2.3.5 Aufkonzentrieren durch Ultrafiltration Mit Hilfe von Zentrifugationsröhrchen (Vivascience, USA) wurden die Proteinlösungen aus der Gelfiltration aufkonzentriert. Die Porengröße der Membran lag, je nach Proteingröße, bei Mw = 10kDa bis Mw = 100kDa. Durch Zentrifugation bei 4000 upm und 4°C wurden alle Bestandteile, die kleiner als die Membranporen waren, durch diese durchgedrückt, und es verblieb die aufkonzentrierte Proteinlösung. 2.3.6 Denaturierende SDS-Gelelektrophorese Proteine wurden entsprechend ihrem Molekulargewicht in einem denaturierenden Polyacrylamidgel aufgetrennt (Schägger und von Jagow 1987). Dazu wurde ein vertikales Gelelektrophoresesystem (BioRad, München) verwendet. Die Trenngele enthielten je nach Molekulargewicht der aufzutrennenden Proteine 6-18% Acrylamid. - 40 - Material und Methoden Die Proteinproben wurden mit Probenpuffer (125 mM Tris-HCl, pH 6.8, 50 % Glycerin, 10 % SDS, 10 mM ß-Mercaptoethanol und 0.01 % Bromphenolblau) versetzt. Die Elektrophorese erfolgte bei einer Spannung von 100-120 V. Das Gel wurde für 15 min in der Färbelösung (0,1 % (w/v) Coomassie Brilliant Blue G250, 0,1 % (w/v) Coomassie Brilliant Blue R250, 40 % Ethanol (v/v), 10 % Essigsäure (v/v)) gefärbt. Nicht an Protein gebundener Farbstoff wurde mit Wasser ausgewaschen. 2.3.7 Konzentrationsbestimmung nach Gill & von Hippel Die Proteinbestimmung nach Gill und Hippel (1989) beruht auf der Bestimmung des molaren Extinktionskoeffizienten bei Wellenlängen um 280 nm. Der Extinktionskoeffizient des Proteins kann aus der Anzahl der Tryptophan-, Tyrosin und Phenylalaninreste pro Molekül bestimmt werden. Die Konzentration der Lösungen wurde nach dem Lambert-Beerschen Gesetz ermittelt: A = a*c*d Das Protein wurde in 20mM Kaliumphosphat, 6M Guanidiniumhydrochlorid (GuaHCl), pH6,5 verdünnt, so dass die Extinktion zwischen 0,3 und 0,8 lag. Die Absorption wurde gegen 20mM Kaliumphosphat, 6M GuaHCl, pH6,5 gemessen. Der Extinktionskoeffizient konnte mit Hilfe des Internetprogramms (http://www.expasy.ch/tools/protparam.html) Absorptionsmessungen wurden im berechnet UV-Bereich „ProtParam„ werden. mit dem Die Zweistrahl- Absorptionsspektrometer (Specord 200, Analytik Jena) durchgeführt. 2.3.8 Markierung von Proteinen mit Fluoreszenzfarbstoffen Die Markierung von Proteinen wurde mit Maleinimid- gekoppelten Fluoreszenzfarbstoffen durchgeführt, die unter Bildung eines Thioethers selektiv an Cysteine binden. Um einen Fluoreszenz-Energie Transfer zu erhalten, wurden die beiden FRET-Paare Fluorescein und Coumarin zum Markieren verwendet. Alle Fluoreszenzmarker wurden von der Firma MoBiTec GmbH (Göttingen) bezogen. Die Markierungsreaktion erfolgte in einem gegenüber dem Protein zweifachen Überschuss an Fluorophor in 50mM Tris-HCl pH 7,4, 5mM MgCl2 und wurde bei 4°C durchgeführt. Um die Kopplungsreaktion zu stoppen, wurden zu der Probe 2mM Dithioerytrithol (DTE) hinzugefügt. Zum Abtrennen von überschüssigem Fluorophor wurde der Reaktionsansatz - 41 - über eine NAP-5 Material und Methoden Gelfiltrationssäule (GE Healthcare, München) aufgereinigt und anschließend aufkonzentriert. Der Reaktionsansatz wurde dann mit Hilfe von Absorptionsmessungen hinsichtlich seiner Markierungseffizienz (Menge an Fluorophor pro Protein) überprüft. Dazu wurde die Kontentration an Fluorophor mit Hilfe des jeweiligen Extinktionskoeffizienten bestimmt (Fluorescein λmax= 492nm, ε=83000M-1cm-1; Cumarin λmax=384nm, ε=18464M-1 cm-1) und in Relation zur Proteinkonzentration gesetzt. 2.4 Biophysikalische Methoden 2.4.1 Bestimmung von Nukleotidkonzentrationen Die Konzentration von Guaninnukleotiden wurde durch Absorptionsmessungen bei 253nm in 20mM Tris-HCl bei pH 7,9 durchgeführt. Für unmodifizierte Guaninnukleotide wurde der molare Extinktionskoeffizienz von ε253=13700 M-1cm-1verwendet. Für Guaninnukleotide, die mit einer 3´-O-(N-Methyl-anthraniloyl)-Gruppe (mant-) gekoppelt sind, wurde der molare Extinktionskoeffizient von ε253=22500 M-1cm-1verwendet (Hiratsuka, 1983). 2.4.2 Analyse von Nukleotiden mittels reversed-phase HPLC Die Bestimmung der Reinheit und die Analyse von Nukleotidgemischen erfolgte mittels reversed-phase HPLC nach der Methode von Lenzen et al. (Lenzen et al., 1995). Die Methode beruht auf der Interaktion der hydrophoben stationären Phase mit dem Ionenpaar aus Nukleotid und dem Tetrabutylammoniumbromid-Ion (TBA-Br) in der mobilen Phase. Die Menge an gebundenen TBA richtet sich nach der Menge an vorhandenen Phosphatgruppen wodurch sich entsprechend die Retentionszeit verlängert. Die zu untersuchende Probe wurde mit Hilfe einer BT4100 HPLC-Pumpe (Jasco, GrossUmstadt) auf die Säule aufgetragen. Die Trennung erfolgte durch eine 25cm Reprosil 100 C18 Säule (Dr. Maisch, Ammerbuch-Entringen). Denaturierte Proteine wurden an einer Nucleosil 100-5 C18 Vorsäule absorbiert. Der verwendete Laufpuffer enthielt 100mM - 42 - Material und Methoden Kaliumphosphat (pH6,5), 10mM TBA-Bromid, 0,3mM Natriumazid und 7,5% Acetonitril. Die Detektion erfolgte über die Absorption bei Wellenlängen zwischen 200 und 370nm mit Hilfe des Photodiodenarray-Detektors MD-2010 (Jasco, Gross-Umstadt). 2.4.3 Messungen der Nukleotidhydrolyse Die steady-state Hydrolysegeschwindigkeiten von GTP und GDP durch GBP´s wurde mittels reversed-phase HPLC gemessen. Dabei wurden die Proteine in Puffer (50mM TrisHCl, 5mM MgCl2, 2mM DTE) mit 350µM GTP bzw. GDP und 50µM BSA bei 25°C inkubiert. Nach verschieden Zeitpunkten wurden 20µl der Probe auf die HPLC-Anlage aufgetragen und die Nukleotide getrennt. Die Anteile an GTP, GDP und GMP konnten dann dem Elugramm entnommen werden. Der Anteil am nicht umgesetzten Substrat wurde dann gegen die Reaktionszeit aufgetragen und die Anfangsgeschwindigkeit in einem Bereich bis 40% Substratumsatz durch lineare Regression angepasst. Der Quotient aus Anfangsgeschwindigkeit und Proteinkonzentration liefert die spezifische Aktivität. Durch Auftragung der Änderung der spezifischen Aktivität gegen die Proteinkonzentration wurde die Kooperativität der Hydrolyse bestimmt. An diese Daten wurde entweder eine quadratische Bindungskurve (Formel 2-1) oder ein modifizierte Hill-Funktion angepasst (Formel 2-2) Formel 2-1: k = k 0 + (k max − k 0 ) Formel 2-2: k = k 0 + (k max − k 0 ) 2[E ] + K D − (2[E ] + K D )2 − 4[E ]2 2[E ] 1 1 + ([E ] / K ) n Dabei ist k die spezifische Aktivität bei der Enzymkonzentration E in mol/l, k0 die spezifische Aktivität bei unendlich hoher Verdünnung von E, kmax ist die maximale Erhöhung der spezifischen Aktivität, n der Hill-Parameter für das Maß der Kooperativität und KD die Gleichgewichtskonstante der Dissoziation des Dimers in mol/l. - 43 - Material und Methoden 2.4.4 Stopped-flow Kinetik Für die Betrachtung schneller, im Millisekunden-Bereich liegender Reaktionen wurden zeitaufgelöste Fluoreszenzmessungen an einem SFM400 stopped-flow Gerät (Bio-Logic, Grenoble, Frankreich) durchgeführt. Für diese Messungen wurden zwei Reaktanden bei einer Flussrate von 14ml/s in einer Probenküvette (FC08) gemischt und die zeitliche Änderung der Fluoreszenzintensität detektiert. Die Totzeit des Systems betrug bei diesen Bedingungen 1,1ms. Für die Auswertung wurde über mindestens drei einzelne Messungen gemittelt. Mit dieser Methode wurden Assoziations- und Dissoziationskinetiken von mantNukleotiden (mGMP, mGDP, mGppNHp) bestimmt. In diesen Experimenten wurden die mant-Guaninnukleotid-Konzentrationen konstant bei 0,5µM gehalten und Proteinkonzentrationen zwischen 5µM und 40µM variiert. Der hohe Proteinüberschuss wurde verwendet, um eine Bindungskinetik pseudo-erster Ordnung zu erhalten. Die Anregung der mant-Fluorophore erfolgte bei 366nm und die Emission wurde, um das Streulicht herauszufiltern, mit Hilfe eines Kantenfilters oberhalb von 420nm detektiert. Aus einer einfach exponentiellen Anpassung an die zeitliche Fluoreszenzänderung wurde kobs, die beobachtete Geschwindigkeitskonstante, erhalten. Bei Auftragung der erhaltenen Geschwindigkeitskonstante (kobs) gegen die Konzentration (B0) zeigte sich die lineare Abhängigkeit (Formel 2-3). Formel 2-3 k obs = k ass [B ]0 + k diss Die Geschwindigkeitskonstante der Assoziation (kass) und die Geschwindigkeitskonstante der Dissoziation (kdiss) wurde aus der Steigung und dem Achsenabschnitt bestimmt. Für eine genauere Bestimmung der Dissoziationsgeschwindigkeit wurden Verdrängungsexperimente vorgenommen. Dabei wird ein Komplex aus Protein und mantNukleotid vorgelegt. Durch einen großen Überschuss an nicht markierten Nukleotid wird dann das mant-Nukleotid aus dem Komplex verdrängt. - 44 - Material und Methoden 2.4.5 Fluoreszenztitration mit mant-Nukleotiden Fluoreszenztitrationen zur Bestimmung von Nukleotidaffinitäten wurden an einem Kontron SFM25 Spektrofluorometer bei 25°C durchgeführt. Dafür wurden 0,5µM mantGuaninnukleotid in einer Fluoreszenzküvette vorgelegt und in kleinen Schritten bis zu 250µl einer Proteinlösung hinzutitriert, in der auch 0,5µM mant-Nukleotid vorlag, um den Verdünnungseffekt zu umgehen. Nach jedem Titrationsschritt wurde bis zu Einstellung des Gleichgewichts gewartet, um ein konstantes Fluoreszenzsignal zu erhalten. Die Titration wurde beendet, sobald eine Sättigung zu beobachten war. Die Anregung der mantFluoreszenz erfolgte bei 366nm und die Emission wurde bei 435 nm detektiert. An die Auftragung der relativen Fluoreszenz gegen die Proteinkonzentration wurde eine quadratische Bindungskurve (Formel 2-4) angepasst. Formel 2-4 [E ]0 * [L]0 * K D − ([E ]0 + [L]0 + K D ) 2 − 4[E ]0 [L]0 F = F0 + ΔFmax 2[E ]0 Dabei ist F die Gesamtfluoreszenz, F0 die Grundfluoreszenz, ΔFmax die maximale Fluoreszenzerhöhung, [E]0 die Konzentration des vorgelegten Fluorophors, [L]0 die Gesamtkonzentration des hinzutitrierten Reaktionspartners und KD die Dissoziationskonstante. Aus dieser Anpassung wurde die Gleichgewichtskonstante der Dissoziation (KD) erhalten. 2.4.6 Die Größenausschlusschromatographie analytische, größenspezifische Trennung von Proteinen erfolgte durch Größenausschlusschromatographie. Dazu wurde die Säule (Superdex S200 10/30, GE Healthcare) mit 2 Säulenvolumen Puffer (50mM Tris-HCl, pH7,9, 5mM MgCl2, 2mM DTE) equilibriert. Diese Puffer enthielten, je nach Experiment, 200µM eines Guaninnukleotids (GMP, GDP, GppNHp). Um das Oligomerisierungsverhalten der Proteine im Übergangszustand der Nukleotidhydrolyse zu analysieren, wurde ein Puffer verwendet, in dem 200 µM eines Guaninnukleotids (GMP oder GDP) und AlFx hinzugegeben wurden (300µM AlCl3, 10mM NaF, 50mM Tris-HCl, pH7,9 ,5mM MgCl2, 2mM DTE). - 45 - Material und Methoden Bei einer Flussrate von 0,5ml/min wurden 200µl der vorinkubierten Probe auf die Säule aufgetragen. Die Detektion erfolgte mit einem Photodiodenarray-Detektor MD-2010 (Jasco, Gross-Umstadt) zwischen 200nm und 600nm. Die Kalibrierung der analytischen Gelfiltrationssäule erfolgte mit Standardproteinen (Cytochrom C (12,4kDa), Carboanhydrase (29kDa), Albumin (66kDa), ADH (150kDa) und β-Amylase (200kDa)) und einem hochmolekularen Farbstoff (Dextran Blue), um das Ausschlussvolumen zu bestimmen (MW-GF-200, Sigma-Aldrich, Deisenhofen). 2.4.7 Dynamische Lichtstreuung Bei der Methode der dynamischen Lichtstreuung wird Laserlicht (He-Ne-Laser, 632,8nm) auf eine Küvette fokussiert, in der ein im Puffer gelöstes Protein vorliegt. Das dabei entstehende Streulicht wird in einem Winkel von 90° zum Strahlengang detektiert. Durch die Brownsche Molekularbewegung der Proteine wird die Wellenlänge des Streulichts so verändert, dass eine Schwankung in der Streuintensität resultiert. Aus den detektierten Fluktuationen des Streulichts berechnet ein digitaler Korrelator in Echtzeit eine Korrelationsfunktion. Diese Korrelationsfunktion beschreibt die Ähnlichkeit der Intensitäten des detektierten Streulichts in Relation zur Korrelationszeit τ. Dadurch lässt sich nun die Diffusionsgeschwindigkeit des Makromoleküls in Lösung ableiten. Mit Hilfe des Diffusionskoeffizienten und der Viskosität des Lösungsmittels lässt sich so, auf Grundlage der Stokes-Einstein-Gleichung, der hydrodynamische Radius des einzelnen Proteins bestimmen. Für die Analyse des Oligomerisierungsverhaltens von hGBP1 und hGBP2 wurden 20µM des jeweiligen Proteins in Puffer (50mM Tris-HCl pH7,9, 5mM MgCl2, 2mM DTE) gelöst, und durch einen 0,2µm Spritzenfilter in die Küvette gefüllt. Um den nukleotidabhängigen Oligomerisierungsstatus zu überprüfen, wurden jeweils 200µM eines Guaninnukleotids (GMP, GDP, GppNHp, GDP*AlFx) hinzugegeben. 2.4.8 Temperatursprung Die Temperatursprung-Methode (T-Jump) ist eine Methode, in der ein System, in diesem Fall ein Monomer-Dimer-Gleichgewicht, durch eine kontrollierte Temperaturänderung aus dem Gleichgewicht gebracht wird. Das Einstellen des neuen Gleichgewichts kann dann - 46 - Material und Methoden durch unterschiedliche Methoden (Anisotropie, Absorption oder Fluoreszenz) detektiert werden. Die Temperaturänderung wird erreicht, indem zwei Lösungen unterschiedlicher Anfangstemperaturen sehr schnell miteinander vermischt werden. Die Endtemperatur ergibt sich aus den Anfangstemperaturen der beiden Lösungen und dem Mischungsverhältnis. Als Grundlage für den experimentellen Aufbau dient eine stopped flow Anlage (Bio-Logic, Grenoble, Frankreich), die um ein Element für die Temperaturregelung der Proben erweitert wurde. Die Temperaturregelung erfolgt durch drei Peltier-Elemente, welche eine schnelle und genaue Temperaturanpassung gewährleisten. Mit dieser Methode wurden die Affinitäten der Deletionsmutanten α12-13, α7-13 und der Doppelmutante hGBP1-R227E/K228E analysiert. Dazu wurden diese Proteine mit Fluoreszenzmarkern versehen, die bei einer Interaktion der Proteine ein FRET-Signal liefern. Der Donor und der Akzeptor wurden in equimolaren Konzentrationen in eine Spritze gegeben und gewartet, bis die Lösungen die jeweiligen Temperaturen angenommen hatten. In die andere Spritze wurde der Puffer (50mM Tris-HCl pH7,9 ,5mM MgCl2, 2mM DTE) ohne Protein vorgelegt. Dabei wurde, ausgehend von der Zieltemperatur von 25°C, eine Temperatur von 10°C für die Proteinlösung und 40°C für den Puffer gewählt. Es wurden Proteinkonzentrationen zwischen 1µM und 20µM verwendet. Nach dem Mischen der beiden Lösungen, konnte die Einstellung des neuen Gleichgewichts durch die Fluoreszenzänderung detektiert werden. Die Datenpunkte wurden mit Hilfe der Gerätesoftware (Bio-Kine32, Bio-Logic, Grenoble, Frankreich) angepasst. Formel 2-5 k obs = k ass 2 [B ]0 + k diss Die resultierenden Geschwindigkeitskonstanten wurden gegen die Konzentration aufgetragen und eine lineare Anpassung der Datenpunkte vorgenommen (Formel 2-5) Die Geschwindigkeitskonstante der Assoziation (kass) und die Geschwindigkeitskonstante der Dissoziation (kdiss) wurden aus der Steigung und dem Achsenabschnitt bestimmt. - 47 - Material und Methoden 2.4.9 FRET (Fluoreszenz-Resonanz-Energie-Transfer) Die Methode des Fluoreszenz-Resonanz-Energie-Transfer (Förster 1946), kann eingesetzt werden, um auf molekularer Ebene sowohl Interaktionen als auch Distanzen quantitativ in zellfreien oder zellulären Systemen zu bestimmen. Sie eignet sich zur Bestimmung von Interaktionen zwischen löslichen Proteinen, Membranproteinen sowie Lipidkomponenten von Membranen oder Nukleinsäuren. Grundlage dieser Methode ist der strahlungslose Energietransfer von einem angeregten Energiedonor auf einen Energieakzeptor (Flurophorenpaar) mittels einer intermolekularen long range Dipol-Dipol-Kopplung (Förster 1946). Voraussetzungen für diesen Energietransfer sind u.a. die Überlappung des Fluoreszenzemissionsspektrums des Donors und des Absorptionsspektrum des Akzeptors, sowie ein geringer Abstand zwischen dem Paar. Der Abstand sollte innerhalb des FörsterRadius liegen, der für jedes Donor-Akzeptor-Paar unterschiedlich ist (Clegg et al. 1995). Der angeregte Donor übermittelt dann seine Energie strahlungslos auf den Akzeptor, der seinerseits angeregt wird. Im Zuge des Energietransfers findet ein Quenching der Fluoreszenz des Donors statt, dagegen wird die Fluoreszenz des Akzeptors verstärkt angeregt. Die Analyse der Oligomerisierung von hGBP1 Deletionsmutanten, α12/13, α7-13 und der Doppelmutante hGBP1-R227E/K228E, wurde mit dem eYFP/eCFP-System oder einem System bestehend aus Fluorescein und Coumarin vorgenommen. Das eYFP hat sein Absorptionsmaximum bei 514nm und das Emissionsmaximum bei 525nm und fungiert als Akzeptor. Das eCFP, das in diesem System als Donor agiert, besitzt sein Absorptionsmaximum bei 453nm und emittiert maximal bei einer Wellenlänge von 475nm. Das Coumarin hat sein Absorptionsmaximum bei 384nm und sein Emissionsmaximum bei 472nm. Das Fluorescein hat sein Absorptionsmaximum bei 492nm und sein Emissionsmaximum bei 521nm. Aufgrund der guten Überlappung des Emissionsspektrums von Coumarin und dem Absorptionsspektrum von eYFP war es möglich, diese beiden Fluorophore als FRETSystem zu verwenden. - 48 - Ergebnisse 3 Ergebnisse 3.1 hGBP1 3.1.1 Identifizierung einer elektrostatischen Interaktionsstelle In vorangegangenen Arbeiten konnten unter anderem die Kristallstrukturen der LGDomäne von hGBP1 im GMP (PDB: 2d4h) gebundenen Zustand und im Komplex mit GDP und AlFx (PDB: 2b92) gelöst werden (Ghosh et al., 2006). Die Überlagerung dieser beiden Strukturen zeigte große Unterschiede in der Position der Helix α4´. Diese Helix α4´ bewegt sich in der GDP*AlFx-gebundenen Struktur weg von der Nukleotidbindungstasche (Abbildung 3-1) α4´ hGBP1 LG • GMP hGBP1 LG • GDP*AlFx Abbildung 3-1: Konformationsänderung der LG-Domäne von hGBP1. Die Abbildung zeigt die Überlagerung der Kristallstrukturen der LG-Domäne von hGBP1 im GMP (rot, PDB: 2d4h) und GDP*AlFx-(blau, PDB: 2b92) gebundenen Zustand. Die Überlagerung dieser beiden Strukturen zeigt große Unterschiede in der Position der Helix α4´. - 49 - Ergebnisse α12-13 α4´ Abbildung 3-2: Darstellung des elektrostatischen Kontakts zwischen LG-Domäne und α12-13. Die LG-Domäne interagiert mit den Helices α12-13 aufgrund einer elektrostatischen Bindung zwischen einem Lysin (K228) und einem Arginin (R227) auf Seite der Helix α4´ und mehreren Glutaminsäuren (E563, E568, E556 und E575) auf Seiten von α12-13. In einer detaillierten Betrachtung der full length Struktur ist zu erkennen, dass die Helix α4´ mit den Helices α12-13 interagiert. Diese Interaktion zwischen der LG-Domäne und dem C-Terminus ist ein elektrostatischer Kontakt bestehend aus einem Lysin (K228) und einem Arginin (R227) auf Seite der Helix α4´ und mehreren Glutaminsäuren (E563, E568, E556 und E575) auf Seiten von α12-13 (Abbildung 3-2). Die Bewegung der Helix α4´ um ca. 7Å hat auch Folgen für die beiden Aminosäuren Arginin 227 und Lysin 228, die bei näherer Betrachtung der Kristallstruktur die einzigen Interaktionspunkte der LG-Domäne zu den Helices α12-13 darstellen. Das Arginin 227 wird um 3Å in seiner Position verändert. Die Bindungsabstände zu dem Interaktionspartner E563 erhöht sich auf über 4,5Å, was für eine polare Bindung eine Schwächung bedeutet. Beim E556, dem zweiten Interaktionspartner von R227, wird der Abstand auf unter 2Å verkürzt. Das Lysin 228 ist durch Positionsänderung von α4´ um 5Å zur vorherigen Position verschoben. Die Entfernung zu den Bindungspartnern E568 und E575 liegen bei über 8Å bzw. 5Å. - 50 - Ergebnisse α12-13 α4´ 7Å Abbildung 3-3: Darstellung des elektrostatischen Kontakts zwischen LG-Domäne und α12-13 vor und nach Konformationsänderung von α4´. Die Abbildung zeigt den elektrostatischen Kontakt zwischen der LG-Domäne und α12-13 im nukleotidfreien Zustand des Proteins (grün, PDB: 1DG3). Durch eine Konformationsänderung der α4´, die durch die Bindung von GDP und AlFx induziert wird (transparent, PDB: 2b92), verändern sich auch die Positionen der Aminosäuren R227 und K228. Aufgrund dieser Positionsänderungen liegen die an der Bindung beteiligten Aminosäuren für die Aufrechterhaltung der Interaktion zu weit auseinander. Als Konsequenz wird die Bindung der α12-13 zur LG-Domäne unterbrochen und steht möglicherweise dadurch für eine intermolekulare Interaktion zur Verfügung. Weiterhin ist zu beachten, dass durch die Positionsänderung um 7Å ein sterischer Konflikt zwischen der α4´ und den Helices α12-13 hervorgerufen würde. Dadurch werden die Helices α12-13 von der LG-Domäne weggedrückt. Zusammengenommen werden möglicherweise durch diese Positionsänderungen die Bindungsabstände zwischen den an der Interaktion beteiligten Aminosäuren so weit erhöht, dass sie unterbrochen werden. Das hätte zur Konsequenz, dass die Helices α12-13 nicht mehr an der LG-Domäne fixiert sind (Abbildung 3-3). Der C-terminale Teil des Proteins wäre somit flexibel und könnte für eine intermolekulare Interaktion zur Verfügung stehen. Durch den Übergangszustand der Hydrolyse werden diese strukturellen Änderungen der LG-Domäne induziert, welche nachfolgend auf die Helices α12-13 übertragen werden - 51 - Ergebnisse könnten. Es ist aber bis heute keine full length Struktur im GDP und AlFx gebundenen Zustand verfügbar, so dass diese Annahme anhand der Struktur nicht bewiesen werden kann. Um zu zeigen, dass für eine Interaktion am C-terminus die Fixierung an der LGDomäne unterbrochen sein muss, wurden die beteiligten Aminosäuren so mutiert, dass eine Ladungsumkehr resultiert und die Helices voneinander abgestoßen werden. Die eingefügten Mutationen waren R227E, K228E, E563R und die Doppelmutante R227E/K228E. 3.1.2 Proteinaufreinigung Die Aufreinigung der Proteine erfolgte affinitätschromatographisch mit nachfolgender Größenausschlusschromatographie. Dafür wurden die Proteine, die N-terminal mit einem (His)6-Tag versehen sind, im E.coli Expressionsstamm BL21 expremiert. Um eine ausreichende Menge an Protein zu erhalten, erfolgte die Expression in einer 10L-Kultur. Nach der Zellernte wurden die Zellen durch Ultraschall aufgeschlossen. Durch Zentrifugation wurden die nicht löslichen Bestandteile abgetrennt und der lösliche Überstand auf eine HisPur Cobalt-Säule aufgegeben. Die Säule wurde mit Puffer, welcher 10mM Imidazol enthielt, gespült, um unspezifisch gebundenes Protein von der Säule zu entfernen. Anschließend wurde das Protein mit 150mM Imidazol eluiert und in Fraktionen von je 4 ml gesammelt. Die proteinhaltigen Fraktionen wurden vereinigt, mit 3M Ammoniumsulfat gefällt und das gefällte Protein sedimentiert. Das Sediment wurde mit Puffer C (50mM Tris-HCl, pH7,9, 5mM MgCl2, 2mM DTE) gelöst und auf eine Superdex S200 Gelfiltrationssäule aufgetragen. Der Durchfluss der Säule wurde wiederum in Fraktionen von je 4ml gesammelt. Die proteinhaltigen Fraktionen wurden gelelektrophoretisch analysiert und entsprechend höchster Reinheit vereinigt und aufkonzentriert. 3.1.3 Dynamische Lichtstreuung Durch die dynamische Lichtstreuung gelingt es, den Diffusionskoeffizienten und damit den hydrodynamischen Radius eines Proteins zu ermitteln. Durch den hydrodynamischen - 52 - Ergebnisse Radius kann der Grad der Selbstassemblierung der GBPs in unterschiedlichen Nukleotidgebundenen Zuständen analysiert werden. Da die Kristallstruktur von hGBP1 bereits gelöst werden konnte, ist es möglich über das Programm HydroPro (Carrasco et al. 1999) den theoretischen Diffusionskoeffizient von hGBP1 inklusive seiner Hydrathülle zu bestimmen. Dazu wird die Röntgenstruktur des nukleotidfreien Monomers von hGBP1 (1dg3) aus der Proteindatenbank (RCSB.org) verwendet. Durch HydroPro wird mit diesen Daten ein theoretischer Diffusionskoeffizient von hGBP1wt, inklusive Hydrathülle, von 4,74•10-7 cm2•s-1 erhalten. Dieser liegt nahe am experimentellen über die DLS-Messungen erhaltenen Wert von 4,98•10-7 cm2•s-1. Mit dem Diffusionskoeffizienten und der Stokes-Einstein-Beziehung (Formel 3-1) kann der hydrodynamische Radius von hGBP1 berechnet werden. Dabei ist k die BoltzmannKostante, T die Messtemperatur, D der Diffusionskoeffizient und η die Viskosität des Lösungsmittels bei 298,15K. Formel 3-1: D= k ∗T 6π ∗η ∗ r Mit den aus HydroPro erhaltenden Diffusionskoeffizienten und der Stokes-EinsteinnBeziehung erhält man somit einen Wert für den theoretischen hydrodynamischen Radius von 4nm. Durch die Messungen mit der DLS-Apparatur wird ein hydrodynamischer Radius von 4,3nm erhalten. Da die Stokes-Einstein-Beziehung die Diffusion eines sphärischen Objekts beschreibt erhält man mit dem aus den DLS-Messungen erhaltenen hydrodynamischen Radius ein mit einer Sphäre korrespondierendes Volumen von 322nm³. Bei der Annahme einer durchschnittlichen Hydrathüllenstärke von 0,3nm, erhält man für das mit einer Sphäre korrespondierende Volumen ohne Hydrathülle einen Wert von 248nm³. Jedoch ist zu beachten, dass hGBP1 geometrisch eher als Ellipsoid zu betrachten ist (Abbildung 3-4). Das reelle Volumen des Proteins mit und ohne Hydrathülle konnte durch das Programm HydroPro, anhand der Röntgenstruktur errechnet werden und liegen bei 118nm³ (mit Hydrathülle) bzw. 78nm³ (ohne Hydrathülle). - 53 - Ergebnisse b a c Abbildung 3-4: Darstellung des Oberflächenmodells von hGBP1. Abgebildet ist die Röntgenstruktur von hGBP1 als Oberflächenmodell. Für die Volumenberechnung von hGBP1 kann das Molekül nährungsweise als Ellipsoid behandelt werden. Die drei Radien (a,b,c) wurden durch das Programm PyMOL bestimmt und liegen bei 6,1nm•1,9nm•2nm. Betrachtet man hGBP1 nährungsweise als Ellipsoid (V = a•b•c), können die Halbachsen für die Volumenberechnung durch das Programm PyMol aus der Röntgenstruktur mit 6,1nm•1,9nm•2nm abgeschätzt werden (Abbildung 3-4). Damit ergibt sich ein mit einem Ellipsoid korrespondierendes Volumen (4/3π•a•b•c) für das Protein ohne Hydrathülle, von 97nm³. Dieser Wert weicht nur gering von dem über HydroPro interpolierten Volumen von 78nm³ ab. Mit diesem Volumen (78nm³) und einer Proteindichte von 1,4g/cm³ (Quillin et al. 2000) kann die Masse des Proteins mit 65,8kDa berechnet werden. Dieses Ergebnis stellt nur eine geringe Abweichung von der tatsächlichen Masse von hGBP1 (69kDa) dar. Bei Addition von jeweils 0,3nm auf die drei Halbachsen (6,4nm•2,2nm•2,3nm), kann das Volumen des Proteins inklusive einer Hydrathülle mit 136nm³ berechnet werden, was ebenfalls relativ nah and dem von HydroPro errechneten Wert von 118nm³ liegt. - 54 - Ergebnisse Volumen Volumen Masse (ohne Hydrathülle) (inkl. Hydrathülle) (g/mol) HydroPro/Interpoliert 78nm³ 118nm³ 65,8 PyMol/Ellipsoid 97nm³ 136nm³ 81,8 Sphäre 248nm³ 322nm³ 209 Diese Berechnungen zeigen deutlich, dass die Annahme einer ellipsoiden Proteingeometrie viel exakter ist als die einer sphärischen. Das mit einer Sphäre korrespondierende hydrodynamische Volumen liegt für das Monomer bei 322nm³ und ist damit 2,7mal größer als das tatsächliche, durch HydroPro berechnete Volumen. Jedoch ist für einen relativen Vergleich des Assemblierungsstatus die vereinfachte Berechnung der sphärischen hydrodynamischen Volumina ausreichend. In der Abbildung 3-5 sind die aus den gemessenen hydrodynamischen Radien errechneten Volumina aufgetragen. Dabei wurde zunächst vereinfacht angenommen, dass hGBP1 eine sphärische Form besitzt. Für des monomere und nukleotidfreie hGBP1 konnte experimentell ein Radius von 4,25nm erhalten werden. Das mit einer Sphäre korrespondierende Volumen liegt damit bei 320nm³. Bei der Zugabe von 200µM GppNHp, einem nicht hydrolysierbaren GTP-Analogon, erhöht sich der hydrodynamische Radius von hGBP1 auf 5,33nm und damit das Volumen auf 634nm³. Die Verdoppelung des Volumens zeigt, dass der Wildtyp von hGBP1 im GppNHp gebundenem Zustand zu einem Dimer assembliert. In einem Komplex aus GDP und AlFx (50mM Tris-HCl, 5mM MgCl2, 2mM DTE, 300µM AlCl3, 10mM NaF, 200µM GDP) liegt der Wert für den hydrodynamischen Radius bei 6,5nm, was einem Kugelvolumen von 1161nm³ entspricht. Dies entspricht in etwa dem vierfachen Volumen einer monomeren Einheit und zeigt, dass hGBP1 im Komplex mit GDP und AlFx als Tetramer vorliegt. Diese Ergebnisse der nukleotidabhängigen Oligomerisierung bestätigen das Modell von Praefcke et al. (2004). - 55 - Ergebnisse 2500 Volumen (nm³) 2000 1500 1000 500 0 hGBP1 wt E563R K228E R227E/K228E R227E Abbildung 3-5: Dynamische Lichtstreuung von hGBP1 und Mutanten. Für die Analyse des Oligomerisierungsverhaltens von hGBP1 und seinen Mutanten, wurden 20µM des jeweiligen Proteins in Puffer (50mM Tris-HCl pH7,9, 5mM MgCl2, 2mM DTE) gelöst, und durch einen 0,2µm Spritzenfilter in die Küvette der DLS-Apparatur gefüllt. Der erhaltene hydrodynamische Radius wurde in ein sphärisches Volumen umgerechnet und aufgetragen. Die gelbe Säule zeigt das theoretische Volumen des hGBP1-Wildtyps, welches durch HydroPro unter Verwendung der PDB-Datei „1dg3“ errechnet wurde. Aufgetragen sind die Volumina von hGBP1wt (Blau), E563E (Cyan), K228E (Rot), R227E/K228E (Magenta) und R227E (Grün). Die Säulen einer Farbe stellen (von links nach rechts) die Volumina der unterschiedlichen Proteine im nukleotidfreien, im GppNHp-gebundenen Zustand und im Komplex mit GDP und AlFx dar. Für die Doppelmutante hGBP1-R227E/K228E (Abbildung 3-5; Magenta), konnte ein verändertes Oligomerisierungsverhalten gegenüber dem Wildtyp in der DLS beobachtet werden. Die hGBP1 Doppelmutante, R227E/K228E, zeigt im nukleotidfreien Zustand einen hydrodynamischen Radius von 5,0nm, was ungefähr dem Radius des Wildtyps im GppNHp- gebundenem Zustand entspricht. Diese Mutante liegt bereits im nukleotidfreien Zustand als Dimer vor. Der GppNHp gebundene Zustand der R227E/K228E besitzt einen hydrodynamischen Radius von 6,5nm. Dieser Wert entspricht dem des GDP*AlFxgebundenen Wildtyps. - 56 - Ergebnisse Wildtyp E563R K228E R227E/K228E R227E rH (nm) Volumen (nm³) P.D.I Nt-frei 4,2 ± 1,0 322 0,0562 GppNHp 5,3 ± 0,9 634 0,043 GDP*AlFx 6,5 ± 1,5 1161 0,064 Nt frei 4,4 ± 1,1 357 0,0556 GppNHp 5,4 ± 1,2 660 0,052 GDP*AlFx 7,1 ± 1,9 1499 0,0723 Nt frei 4,3 ± 1,0 333 0,0499 GppNHp 5,4 ± 1,1 660 0,076 GDP*AlFx 6,6 ± 1,6 1204 0,0564 Nt frei 5,0 ± 1,2 524 0,055 GppNHp 6,5 ± 1,5 1150 0,068 GDP*AlFx 6,9 ± 1,6 1376 0,068 Nt frei 5,4 ± 2,2 660 0,179 GppNHp 7,5 ± 2,6 1767 0,134 GDP*AlFx 7,6 ± 2,1 1839 0,15 Tabelle 3-1: Zusammenfassung der DLS-Ergebnisse von hGBP1 und Mutanten. Der erhaltene hydrodynamische Radius (rH) wurde in ein sphärisches Volumen umgerechnet. Der Polydispersitätsindex (P.D.I.) gibt die Molekulargewichtsverteilung in der gemessenen Probe an. Ein Wert von unter 0,1 bedeutet, dass hauptsächlich Moleküle einer Molmasse in der Probe vorliegen. Die hydrodynamischen Radii der Punktmutante hGBP1-R227E (Abbildung 3-5; Grün) zeigten ebenfalls ein abweichendes Bild gegenüber dem Wildtyp. Im nukleotidfreien Zustand zeigt hGBP1-R227E einen Radius welcher dem des Wildtyp Dimer entspricht. Im GppNHp- und GDP*AlFx-gebundenem Zustand liegen die Werte des hydrodynamischen Radius bei 7,5nm bzw. 7,6nm. Diese Radien liegen über denen des GDP*AlFx gebundenem Wildtypproteins. Auffallend bei den Messungen der R227E-Mutante war aber ein vergleichsweise hoher Polydispersitätsindex (P.D.I.). Wahrscheinlich liegt das Protein in verschiedenen oligomeren Zuständen vor Die hGBP1-Punktmutanten K228E (Abbildung 3-5; rot) und E563R (cyan) wiesen gegenüber dem Wildtyp kein verändertes Oligomerisierungsverhalten auf. Im GppNHpgebundenem Zustand liegt bei beiden Mutanten der Radius bei etwa 5,4nm, was einem sphärischen Volumen von 660nm³ entspricht. Die Radii der Mutanten im Komplex mit - 57 - Ergebnisse GDP und AlFx liegen für E563R bei 7,1nm und für K228E bei 6,6nm und bewegen sich somit im Bereich eines tetrameren Proteins. 3.1.4 Analytische Größenausschlusschromatographie Das Oligomerisierungsverhalten von hGBP1 und seinen Mutanten wurde in Gegenwart verschiedener Nukleotide mittels analytischer Größenausschlusschromatographie analysiert. Die dafür verwendete Säule (Superdex S200 10/30 HR) wurde im Vorfeld durch Standardproteine (MW-GF-200, Sigma-Aldrich, Deisenhofen) nach Herstellerangaben kalibriert (Abbildung 3-6). molekulare Masse (kDa) 100 10 1 1,2 1,4 1,6 1,8 2,0 2,2 2,4 Ve/V0 Abbildung 3-6: Kalibrierung der analytischen Größenausschlusschromatographiesäule. Die Kalibrierung erfolgte durch fünf Standardproteine und einen hoch-molekularen Farbstoff zur Messung des Ausschlussvolumens V0. Die Säule wurde gemäß Herstellerangaben (50mM TrisHCl, pH 7.5, 100mM KCl) equilibriert und die Proteine in Konzentrationen zwischen 2mg/ml und 10mg/ml aufgetragen. Die Detektion erfolgte über die Absorption bei 280nm. Für die Messungen von hGBP1 und seinen Mutanten wurde die Säule vorher mit dem Messpuffer equilibriert (50mM Tris-HCl, 5mM MgCl2, 2mM DTE). Für die Messungen - 58 - Ergebnisse mit Nukleotiden wurde dem Puffer 200µM des jeweiligen Nukleotids (GDP, GMP, GppNHp) beigefügt. 320kDa 148kDa 100kDa 1,0 rel. Absorption 0,8 0,6 0,4 0,2 0,0 1,0 1,2 1,4 1,6 1,8 2,0 Ve/V0 Abbildung 3-7: Analytische Größenausschlusschromatographie vom hGBP1 Wildtyp. Die normierten Elutionsprofile zeigen, dass hGBP1 im nukleotidfreien Zustand mit einer Molmasse von 100kDa als Monomer eluiert (Blau).Die Abweichung zur reellen Monomermasse von 70kDa wird durch die geringe Ionenstärke des Laufpuffers verursacht. In Gegenwart von GppNHp liegt der Wildtyp mit einer Molmasse von 148kDa als Dimer (rot), und in Gegenwart von GDP und AlFx, mit einer Molmasse von 320kDa als Tetramer (Schwarz) vor. Der Puffer für die AlFx Messungen beinhaltete zusätzlich 300µM AlCl3 und 10mM NaF. Das Elutionsverhalten des hGBP1 Wildtyps (Praefcke et al. 2004) ist in Abbildung 3-7 gezeigt. In einem nukleotidfreien Puffer eluiert der hGBP1-Wildtyp als Monomer bei ca. 100kDa. Diese Masse liegt um 30kDa über der reellen Masse vom monomeren hGBP1. Die Ursache liegt in der geringen Ionenstärke der verwendeten Laufpuffers (Masterarbeit, M. Wehner, 2007). Fügt man dem Laufpuffer 500mM NaCl hinzu, eluiert das Protein mit einer Masse von 70kDa. - 59 - Ergebnisse In Gegenwart des nicht hydrolysierbaren GTP-Analogon GppNHp eluiert das Protein schneller und liegt mit ca. 148kDa als Dimer vor. Die Bindung des Komplexes bestehend aus GDP und AlFx, lässt hGBP1 bei noch höheren Massen eluieren und liegt mit ca. 320kDa bei einer Masse, die in etwa einem Tetramer entspricht (Praefcke et al. 2004). Bei Betrachtung des Elutionsprofils der Mutante hGBP1-R227E/K228E zeigt sich ein im Vergleich zum Wildtyp verändertes Elutionsverhalten (Abbildung 3-8). 320kDa 148kDa 100kDa 1,0 rel. Absorption 0,8 0,6 0,4 0,2 0,0 1,0 1,2 1,4 1,6 1,8 2,0 Ve/V0 Abbildung 3-8: Analytische Größenausschlusschromatographie der Mutante hGBP1 R227E/K228E. Aufgetragen sind die Elutionsprofile der hGBP1-Doppelmutante R227E/K228E, nukleotidfrei und im Komplex mit GppNHp bzw. GDP*AlFx. Die senkrechten Linien zeigen den Vergleich zum hGBP1 Wildtyp. Sie entsprechen den Positionen der Elutionsmaxima des Wildtyps im nukleotidfreien Zustand (blau) und im Komplex mit GppNHp (rot) bzw. GDP*AlFx (schwarz). Im Vergleich zeigen die Elutionsprofile von R227E/K228E, dass diese Mutante im nukleotidfreien Zustand wahrscheinlich als Monomer/Dimer Gemisch eluiert (blau). Neben dem Hauptpeak ist bei dem nukleotidfreien Protein auch eine kleine Schulter bei ca. 310kDa zu beobachten. In Gegenwart von GppNHp (rot) und dem Komplex aus GDP und AlFx (schwarz) eluiert diese Mutante mit derselben Masse wie der tetramere Wildtyp. Die Elution der nukleotidfreien Mutante erfolgt bei einer Masse von ca. 120kDa. Dieser Wert liegt genau zwischen den Massen des nukleotidfreien (100kDa) und GppNHp - 60 - Ergebnisse gebundenen (140kDa) hGBP1-Wildtyps. Möglicherweise eluiert das Protein in einem Monomer/Dimer Gemisch. Neben dem Hauptpeak ist bei dem nukleotidfreien Protein auch ein kleiner Peak bei ca. 310kDa zu beobachten. Die Mutante R227E/K228E eluiert im GppNHp gebundenen Zustand und im Komplex mit GDP*AlFx bei sehr ähnlichen Massen von 333kDa (GDP*AlFx) bzw. 310kDa (GppNHp). Diese Massen entsprechen ungefähr denen des tetrameren hGBP1-Wildtyps, der bei ca. 320kDa eluiert. Die Durchführung der Größenausschlusschromatographie mit der Mutante hGBP1 R227E ergab ein sehr ähnliches Elutionsverhalten im Vergleich zur Doppelmutante R227R/K228E (Abbildung 3-9). Das nukleotidfreie Protein hGBP1 R227E eluiert bei einer Masse von 114kDa. Diese Masse liegt zwischen den Massen des nukleotidfreien und des GppNHp-gebundenem Wildtyps.. 320kDa 148kDa 100kDa 1,0 rel. Absorption 0,8 0,6 0,4 0,2 0,0 1,0 1,2 1,4 1,6 1,8 2,0 Ve/V0 Abbildung 3-9: Analytische Größenausschlusschromatographie der Mutante R227E. Die Elutionsprofile zeigen, dass R227E im nukleotidfreien Zustand als Monomer eluiert (blau). Neben dem Hauptpeak ist bei dem nukleotidfreien Protein auch ein kleiner Peak bei ca. 310kDa zu beobachten. In Gegenwart von GppNHp (schwarz) und dem Komplex aus GDP und AlFx (rot) liegt diese Mutante als Tetramer vor. Die senkrechten Linien zeigen den Vergleich zum hGBP1 Wildtyp. Sie entsprechen den Positionen der Elutionsmaxima des Wildtyps im nukleotidfreien Zustand (blau) und im Komplex mit GppNHp (rot) bzw. GDP*AlFx (schwarz) - 61 - Ergebnisse Eine mögliche Erklärung dafür könnte sein, dass diese Mutante in einem Gemisch aus Monomer und Dimer eluiert. Bei der R227E ist wie auch bei der Doppelmutante R227E/K228E ein kleiner Peak bei höheren Massen (ca.280kDa) zu beobachtenBei der Mutante R227E ist ein ähnliches Laufverhalten im GppNHp- und GDP*AlFx-gebundenem Zustand zu beobachten wie bei der Doppelmutante R227E/K228E. Im Komplex mit GppNHp eluiert das Protein bei einer Masse von ca. 295kDa. Im GDP*AlFx gebundenen Zustand liegt die beobachtete Masse bei 330kDa. Dieses Oligomerisierungsverhalten ist vergleichbar mit dem des GDP*AlFx gebundenen hGBP1 Wildtyp. Diese Beobachtungen der Mutanten R227E und R227E/K228E bestätigen die Daten der hydrodynamischen Radii, welche in der dynamischen Lichtstreuung beobachtet werden konnten. Die Punktmutante K228E eluiert im nukleotidfreien Zustand bei einer Masse von 108kDa, was ungefähr der Masse des nukleotidfreien Wildtyp Protein entspricht (Abbildung 3-10). 320kDa 148kDa 100kDa 1,0 rel. Absorption 0,8 0,6 0,4 0,2 0,0 1,0 1,2 1,4 1,6 1,8 2,0 Ve/V0 Abbildung 3-10: Analytische Größenausschlusschromatographie der Mutante R228E. Die Elutionsprofile zeigen, dass R228E im nukleotidfreien Zustand mit einer Masse von 108kDa als Monomer eluiert (blau). In Gegenwart von GppNHp (schwarz) eluiert das Protein bei 155kDa, wobei eine Schulter bei 271kDa zu beobachten ist. In dem Komplex aus GDP und AlFx (rot) eluiert diese Mutante als Tetramer bei einer Masse von 325kDa. Die senkrechten Linien zeigen den Vergleich zum hGBP1 Wildtyp. Sie entsprechen den Positionen der Elutionsmaxima des Wildtyps im nukleotidfreien Zustand (blau) und im Komplex mit GppNHp (rot) bzw. GDP*AlFx (schwarz). - 62 - Ergebnisse Der Komplex von GppNHp und der Mutante K228E eluiert bei etwa 155kDa, wobei eine ausgeprägte Schulter bei 271kDa zu beobachten ist. Die Mutation K228E zeigt in Gegenwart von GDP und AlFx eine Masse von 325kDa, was in etwa der Masse des tetrameren Wildtyps entspricht. 320kDa 148kDa 100kDa 1,0 rel. Absorption 0,8 0,6 0,4 0,2 0,0 1,0 1,2 1,4 1,6 1,8 2,0 Ve/V0 Abbildung 3-11: Analytische Größenausschlusschromatographie der Mutante E563R. Das Elutionsprofil der Mutante E563R zeigt im nukleotidfreien Zustand mit einer Masse von 102kDa einen Monomeren Zustand (Blau). In Gegenwart von GppNHp (Schwarz) eluiert das Protein bei 178kDa. In einem Komplex aus GDP und AlFx (Rot) eluiert diese Mutante bei einer Masse von 276kDa. Die senkrechten Linien beschreiben die Elutionsmaxima des Wildtyps nukleotidfrei (Blau) und in Gegenwart von GppNHp (Schwarz) bzw. GDP und AlFx (Rot). Die Punktmutante hGBP1 E563R (Abbildung 3-11) eluiert im nukleotidfreien Zustand mit einer Masse von 102kDa. Im GppNHp-gebundenem Zustand assembliert diese Mutante zu einem Dimer und eluiert mit einer Masse von 178kDa. Dieser Wert zeigt damit im Vergleich zum Wildtyp (148kDa) eine Verschiebung zu höheren Massen. Im Komplex mit GDP und AlFx eluiert diese Mutante bei einer Masse von 276kDa. Dies stellt, im Vergleich zum Wildtyp-Tetramer, eine Verschiebung zu kleineren Massen dar. - 63 - Ergebnisse 3.1.5 Nukleotidaffinität Zur Bestimmung der Affinitäten von mant-Nukleotiden wurden Fluoreszenztitrationen am Fluoreszenzspektrometer (Kontron SFM25) durchgeführt. Dabei wurden in einer Küvette 0,5µM mant-Nukleotid vorgelegt und dazu eine Proteinlösung, die ebenfalls 0,5µM mantNukleotid enthielt, hinzutitriert. Die Anregungswellenlänge lag bei 366nm und die Emission wurde bei 435nm detektiert. An die Auftragung der Fluoreszenz gegen die Proteinkonzentration wurde eine quadratische Bindungskurve (Formel 2-4) angepasst und somit die Dissoziationskonstante erhalten. Mit dieser Methode wurden die Affinitäten der Nukleotide mGMP, mGDP und mGppNHp von verschiedenen Mutanten bei 25°C gemessen. Die Ergebnisse der Fluoreszenztitrationen sind in der Abbildung 3-12 (A-E) zu sehen. Die ermittelten Gleichgewichtskonstanten der Dissoziation aller untersuchten Mutanten zeigen im Vergleich zum Wildtyp keine signifikanten Unterschiede. Die Kontaktregion von α1213 und α4´ hat keinen Einfluss auf die mant-Nukleotid-Bindung. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Fluoreszenztitrationen des Wildtyps von hGBP1 und den Mutanten R227E, K228E, R227E/K228E und E563R sind in der Tabelle 3-2 gezeigt. KD(µM) mGMP mGDP mGppNHp Wildtyp 0,56 3,53 1,67 R227E 0,88 3,5 1,53 K228E 0,7 3,94 2,16 R227E/K228E 1,0 3,75 2,49 E563R 0,54 4,05 1,74 Tabelle 3-2: Gleichgewichtskonstanten von mant-Nukleotiden an hGBP1 und Mutanten. Die Gleichgewichtskonstanten der Bindung von mant-Nukleotiden an hGBP1 und verschiedene Mutanten des hGBP1 wurden durch Gleichgewichtstitrationen bei 25°C im Fluoreszenzspektrometer bestimmt. Dabei wurden in einer Küvette 0,5µM mant-Nukleotid in Puffer (50mM Tris-HCl pH 7,9, 5mM MgCl2, 2mM DTE) vorgelegt, und dazu eine Proteinlösung, ebenfalls mit 0,5µM mant-Nukleotid, hinzutitriert. Die Anregungswellenlänge lag bei 366nm und die Emission wurde bei 435nm detektiert. An die Auftragung der rel. Fluoreszenz gegen die Proteinkonzentration wurden quadratische Bindungskurven (Formel 2-4) angepasst und somit die Dissoziationskonstanten erhalten. - 64 - Ergebnisse 4 4 B rel. Fluoreszenz rel. Fluoreszenz A 3 2 1 3 2 1 0,01 0,1 1 10 100 0,01 0,1 [hGBP1 wt] (µM) 4 10 100 4 C D rel. Fluoreszenz rel. Fluoreszenz 1 [hGBP1 R227E/K228E] (µM) 3 2 1 3 2 1 0,01 0,1 1 10 100 0,01 [hGBP1 K228E] (µM) 0,1 1 10 100 [hGBP1 R227E] (µM) 4 rel. Fluoreszenz E 3 2 1 0,01 0,1 1 10 100 [hGBP1 E563R] (µM) Abbildung 3-12: Bestimmung der mant-Nukleotidaffinitäten durch Fluoreszenz-titrationen. Aufgetragen sind die Fluoreszenztitrationen vom hGBP1 Wildtyp (A) und den Mutanten R227E/K228E (B), K228E (C), R227E (D) und E563R (E) mit mGMP (●), mGDP (○) und mGppNHp (□).Dabei wurden in einer Küvette 0,5µM mant-Nukleotid vorgelegt, und dazu eine Proteinlösung, ebenfalls mit 0,5µM mant-Nukleotid, hinzutitriert. Die Dissoziationskonstanten wurden durch Anpassung an eine quadratische Funktion erhalten. - 65 - Ergebnisse 3.1.6 Dynamik der Nukleotidbindung Mit Experimenten an der stopped flow-Apparatur wurden Assoziations- und Dissoziationskinetiken von mant-Nukleotiden (mGMP, mGDP, mGppNHp) bestimmt. Die mant-Nukleotid Konzentrationen wurden konstant bei 0,5µM gehalten und Proteinkonzentrationen zwischen 5µM und 40µM variiert. Der hohe Proteinüberschuss wurde verwendet, um eine Bindungskinetik pseudo-erster Ordnung zu erhalten. Die Anregung der mant-Fluorophore erfolgte bei 366nm und die Emission wurde, um das Streulicht heraus zu filtern, mit Hilfe eines Kantenfilters oberhalb von 420nm detektiert. Aus einer einfach exponentiellen Anpassung an die zeitliche Fluoreszenzänderung wurde kobs, die beobachtete Geschwindigkeitskonstante, erhalten. Bei Auftragung der erhaltenen Geschwindigkeitskonstante (kobs) gegen die Konzentration (B0) zeigte sich eine lineare Abhängigkeit (Formel 2-3). Die Geschwindigkeitskonstante der Assoziation (kass) und die Geschwindigkeitskonstante der Dissoziation (kdiss) wurde aus der Steigung und dem Achsenabschnitt bestimmt. Für eine genauere Bestimmung der Dissoziationskonstante wurden Verdrängungsexperimente vorgenommen (kdiss*). A B 150 100 kobs (s-1) kobs (s-1) 150 100 50 50 0 0 0 10 20 30 40 0 50 [hGBP1wt] (µM) 10 20 30 40 50 [hGBP1-R227E/K228E] (µM) Abbildung 3-13: Kinetik der Bindung von mant-Nukleotiden an hGBP1wt und hGBP1 R227E/K228E. Die Kinetik der Assoziation von mant-Nukleotiden an hGBP1 wt (A) und die Doppelmutante R227E/K228E (B) wurde mit 0,5µM mant-Nukleotid und unterschiedlichen Proteinkonzentration bei 25°C gemessen. Aus der Anpassung einer einfach exponentiellen Funktion wurde die Geschwindigkeitskonstante pseudo-erster Ordnung erhalten, die gegen die Proteinkonzentration aufgetragen wurde. Die Anpassung der linearen Funktion lieferte die Geschwindigkeitskonstante der Dissoziation (kdiss) und Assoziation (kass). Gemessen wurden die Bindungskinetiken von mGMP(○), mGDP(●) und mGppNHp(□). - 66 - Ergebnisse Eine Zusammenfassung der Ergebnisse aus den stopped-flow Experimenten ist in Tabelle 3-3 zu finden. Aus dem Verhältnis kdiss*/ kass wurden die Dissoziationskonstanten bestimmt. Dabei zeigt sich, dass zwischen dem hGBP1 Wildtyp und den verschiedenen Mutanten keinen signifikanten Unterschied bei den Dissoziationskonstanten festzustellen ist. Die ermittelten Geschwindigkeitskonstanten der Dissoziation, aus den Verdrängungsexperimenten (kdiss*) und dem Achsenabschnitt bei der Auftragung von kobs gegen die Konzentration (kdiss ), sind bei mGDP und mGppNHp sehr ähnlich. Wogegen bei mGMP bei allen Messungen ein Unterschied im Bereich einer Großenordnung festzustellen war. Wildtyp R227E/ K228E R227E K228E E563R kass(µM-1s-1) kdiss(s-1) kdiss*(s-1) KD*(µM) KD (µM) mGMP 3,36 11,43 1,3 0,25 0,56 mGDP 1,9 9,9 8,2 3,57 3,53 mGppNHp 1,2 1,68 0,66 1,43 1,67 mGMP 3,6 16,3 1,67 0,46 1,0 mGDP 2,8 8,0 6,98 2,49 3,75 mGppNHp 0,5 2,1 0,77 1,57 2,49 mGMP 6,5 21,1 2,4 0,37 0,88 mGDP 2,9 9,8 14,1 4,86 3,5 mGppNHp 0,8 1,5 1,46 1,85 1,53 mGMP 6,4 17,6 1,57 0,25 0,7 mGDP 2,8 14,2 10,82 3,93 3,94 mGppNHp 0,7 3,4 1,1 1,64 2,16 mGMP 3,5 16,5 1,55 0,44 0,54 mGDP 3,3 11,2 13,27 4,02 4,05 mGppNHp 1,2 0,5 1,52 1,32 1,74 Tabelle 3-3: Kinetik der Bindung von mant-Nukleotiden an hGBP1 und Mutanten. Die Geschwindigkeitskonstanten für die Assoziation und die Dissoziation wurden mit Hilfe der stopped-flow Apparatur bei 25°C bestimmt. Die Geschwindigkeitskonstante der Dissoziation wurde aufgrund der höheren Genauigkeit separat durch Verdrängungsexperimente bestimmt (kdiss*). Die KD*-Werte wurden aus dem Verhältnis kdiss*/kass bestimmt. Die KD Werte sind die Gleichgewichtskonstanten der Dissoziation, die aus den Fluoreszenztitrationen erhalten wurden. - 67 - Ergebnisse Im Vergleich zwischen den Gleichgewichtskonstanten der Fluoreszenztitration und der kinetischen Messung sind keine signifikanten Unterschiede zu erkennen. Auch die Tendenz der Bindungsstärke stimmt in beiden Methoden gut überein, in der mGMP am stärksten und mGDP am schwächsten gebunden wird. Diese Beobachtungen bestätigen vorherige Messungen des Wildtyps (Praefcke et al., 2001; Praefcke et al., 2004). 3.1.7 Nukleotidhydrolyse Die konzentrationsabhängige Nukleotidhydrolyse wurde für den Wildtyp von hGBP1 und alle hGBP1-Mutanten mittels reversed-phase HPLC gemessen. Nach Inkubation des Proteins mit 350µM GTP (bzw. GDP) bei 25°C wurde nach bestimmten Zeitpunkten eine Probe auf ihre Nukleotid Zusammensetzung hin analysiert. Der Anteil an nicht umgesetzten Substrat wurde dann gegen die Reaktionszeit aufgetragen und die Anfangsgeschwindigkeit in einem Bereich bis 40% Substratumsatz durch lineare Regression angepasst. Der Quotient aus Anfangsgeschwindigkeit und Proteinkonzentration liefert die spezifische Aktivität. spezifische Aktivität (min-1) 40 30 20 10 0 0 1 2 3 4 [hGBP1 R227E/K228E](µM) Abbildung 3-14: Konzentrationsabhängigkeit der GTP-Hydrolyse von hGBP1 R227E/K228E. Auftragung der spezifischen Aktivität der Hydrolyse gegen die Proteinkonzentration. Die Inkubation erfolgte zusammen mit 350µM GTP in 50mM Tris-HCl pH7,9, 5mM MgCl2, 2mM DTE, 100µM Rinderserumalbumin bei 25°C. Aufgetragen ist die konzentrationsabhängige spezifische Aktivität von hGBP1-R227E/K228E. Die Datenanpassung erfolgte durch eine modifizierte Hill-Funktion. - 68 - Ergebnisse Durch Auftragung der Änderung der spezifischen Aktivität gegen die Proteinkonzentration wurde die Kooperativität der Hydrolyse bestimmt. An diese Daten wurde entweder eine quadratische Bindungskurve (Formel 2-1) oder eine modifizierte Hill-Funktion angepasst (Formel 2-2). spezifische Aktivität (min-1) 40 30 20 10 0 0 1 2 3 4 [hGBP1](µM) Abbildung 3-15: Konzentrationsabhängigkeit der GTP-Hydrolyse von verschiedenen hGBP1 Mutanten. Auftragung der spezifischen Aktivität der Hydrolyse gegen die Proteinkonzentration. Die Inkubation erfolgte zusammen mit 350µM GTP in 50mM Tris-HCl pH7,9, 5mM MgCl2, 2mM DTE, 100µM Rinderserumalbumin bei 25°C. Abgebildet sind konzentrationsabhängig die spezifischen Aktivitäten der hGBP1 Punktmutanten R227E(Δ), K228E (□) und E563R (●). Die maximalen Hydrolysegeschwindigkeiten zeigen zwischen den drei Mutanten keinen signifikanten Unterschied und liegen bei etwa 37min-1. Die dargestellten Kurven wurden durch Anpassung mit Formel 2-1 erhalten. Die in Abbildung 3-14 gezeigte Auftragung der spezifischen Aktivität der GTP Hydrolyse der hGBP1 Doppelmutante R227E/K228E zeigt einen sigmoidalen Verlauf. Die Datenpunkte wurden durch eine modifizierte Hill-Funktion angepasst, welche einen Wert für die kooperativen Einheiten von n=2,6 liefert. Die spezifische Aktivität zeigt eine Basalaktivität von k0=11,1min-1 und steigt dann mit 36,2min-1 auf das 3-fache an. Dieser Verlauf zeigt einen deutlichen Unterschied zum Wildtyp, bei dem eine 16-fache Selbstaktivierung zu beobachten ist (Kunzelmann et al., 2006). Einen weiteren Unterschied zum Wildtyp stellt das Produktverhältnis dar. Beim Wildtyp ist bei 25°C das Hauptprodukt der GTP Hydrolyse mit 60% das GDP, bei der Doppelmutante R227E/K228E liegt das Hauptprodukt mit 78% jedoch auf der Seite des GMPs. Das liegt - 69 - Ergebnisse wahrscheinlich an der Besonderheit, dass die Doppelmutante in der Lage ist, GDP als Substrat in hoher Geschwindigkeit zu hydrolysieren. Die Geschwindigkeit der GDPHydrolyse bei 25°C ist in (Abbildung 3-16) gezeigt. Die Geschwindigkeit der GDPHydrolyse hängt zwar ebenfalls von der Proteinkonzentration ab, jedoch muss für die maximale Aktivität eine sehr viel höhere Konzentration verwendet werden. Ähnliche Beobachtungen konnten bei der Deletionsmutante hGBP1 1-481 und der isolierten LGDomäne gemacht werden, die ebenfalls eine erhöhte GMP-Produktion besitzen und in der Lage sind GDP aus der Lösung umzusetzen (S. Kunzelmann, Dissertation; Praefcke et al., 2001). spezifische Aktivität (min-1) 0,6 0,4 0,2 0 0 5 10 15 20 [hGBP1 R227E/K228E](µM) Abbildung 3-16: GDPase-Aktivität von hGBP1 R227E/K228E. Auftragung der spezifischen Aktivität der Hydrolyse von GDP gegen die Proteinkonzentration. Die Geschwindigkeit der GDP Hydrolyse wurde mit 350µM GDP bei 25°C gemessen. Die Anpassung an die Daten lieferte eine maximale Hydrolysegeschwindigkeit von 0,73min-1. Die in Abbildung 3-15 aufgetragenen spezifischen Hydrolyseaktivitäten der Punktmutanten R227E, K228E und E563R zeigen in ihrem Verlauf keine signifikanten Unterschiede. Die maximalen Geschwindigkeiten liegen bei 37min-1 und es war bei allen drei Punktmutanten keine Basalaktivität feststellbar. Das Hauptprodukt der Hydrolyse ist hier ebenfalls GMP und liegt bei etwa 66%. Die Mutanten K228E und E563R zeigen beide keine messbare GDPase-Aktivität, die R227E (Abbildung 3-17) jedoch zeigt, wie - 70 - Ergebnisse auch schon die Doppelmutante R227E/K228E (Abbildung 3-16), eine erweiterte Substratspezifität. spezifische Aktivität (min-1) 0,8 0,6 0,4 0,2 0 0 5 10 15 20 25 30 [hGBP1 R227E](µM) Abbildung 3-17: GDPase-Aktivität von hGBP1 R227E. Auftragung der spezifischen Aktivität der Hydrolyse von GDP gegen die Proteinkonzentration. Die Geschwindigkeit der GDP Hydrolyse wurde mit 350µM GDP bei 25°C gemessen. Die Anpassung an die Daten lieferte eine maximale Hydrolysegeschwindigkeit von 0,94min-1. Für eine bessere Datenanpassung wurde die spezifische Aktivität für gegen Null gehende Konzentrationen gleich Null gesetzt. Ob diese Annahme zutrifft, konnte experimentell nicht bestimmt werden, da bei sehr kleinen Konzentrationen die Inkubationsdauer zu hoch war. Der Vergleich der GDPase Aktivitäten der Mutanten R227E und R227E/K228E zeigt keine signifikanten Unterschiede sowohl in der maximalen spezifischen Aktivität als auch bei der apparenten Gleichgewichtskonstanten der Dissoziation. - 71 - Ergebnisse Kdapp(µM) kmax(min-1) kmin(min-1) GMP(%) GTP 0,032 22,8 n.b. 40 GTP 0,74(Hill) 36,2 11,1 78 GDP 1,93 0,73 n.b. GTP 0,038 40,4 n.b. GDP 2,6 0,94 n.b. K228E GTP 0,06 37,6 n.b. 64 E563R GTP 0,05 37,9 n.b. 66 Wildtyp R227E/K228E R227E 67 Tabelle 3-4: Konzentrationsabhängige Hydrolyse von hGBP1 und Mutanten des hGBP1. Die Hydrolysegeschwindigkeiten wurden bei 25°C in Gegenwart von 350µM GTP bzw. GDP und verschiedenen Proteinkonzentrationen gemessen. Die Anpassung der durch Auftragung der Änderung der spezifischen Aktivität gegen die Proteinkonzentration erhaltenen Datenpunkte lieferten die apparenten Gleichgewichtskonstanten (Kdapp) sowie die Werte der maximalen (kmax) und minimalen (kmin) Aktivitäten. Das Produktverhältnis wurde im steady state der GTP Hydrolyse ermittelt. Die Kurvenanpassung der Daten für die GTP-Hydrolyse der Mutante R227E/K228E erfolgte durch eine modifizierte Hill-Funktion. Aus diesem Grund ist der Wert für die apparente Dissoziationskonstante nicht mit dem der anderen Mutanten vergleichbar. (n.b. = nicht bestimmt) Eine Zusammenfassung aller Ergebnisse der steady state-Hydrolyse von hGBP1wt und Mutanten ist in der Tabelle 3-4 zu sehen. Die Daten für die Messungen am Wildtyp wurden der Dissertation von Simone Kunzelmann entnommen. Die apparenten Dissoziationskonstanten der Selbstassemblierung Kdapp sowie die Werte der maximalen (kmax) und minimalen (kmin) Aktivitäten wurden aus den Kurvenanpassungen abgeleitet. Dabei ist zu beachten, dass der Wert für die apparente Dissoziationskonstante der Doppelmutante aus einer Hill-Funktion abgeleitet ist und somit mit den anderen Werten nicht vergleichbar ist. Die maximalen Geschwindigkeiten der Hydrolyse der vier Mutanten sind um ca. 30%, gegenüber der maximalen Geschwindigkeit des Wildtyps erhöht. Das Hauptprodukt der Hydrolyse ist bei allen Mutanten GMP, wobei der Anteil zwischen 78% (R227E/K228E) und 64% (K228E) liegt. Beim Wildtyp liegt der GMP-Anteil bei 40%. Interessanterweise ist bei der Mutante R227E/K228E das GDP/GMP-Produktverhältnis im verwendeten Messbereich konzentrationsunabhängig. Dagegen zeigt sich im Wildtyp eine Erhöhung des GMP-Anteils mit zunehmender Proteinkonzentration. - 72 - Ergebnisse 3.1.8 Kinetik der Dimerisierung an der helikalen Domäne Für die Analyse der Kinetik der Dimerisierung an der helikalen Domäne von hGBP1 wurde die Methode des Temperatursprungs gewählt. Die verwendeten Proteine wurden mit luoreszenzmarkern versehen, um die Gleichgewichtseinstellung durch einen Fluoreszenz- Energie-Transfer (FRET) sichtbar zu machen. Es wurden zwei unterschiedliche FRET-Systeme verwendet. eYFP-Fusionsproteine wurden als Akzeptor (Excitation: 495nm, Emission: 525nm), in einem FRET-System verwendet, in dem Coumarin (Excitation: 384nm, Emission: 472nm) als Donor fungiert. Als Alternative für eYFP als Akzeptor wurde Fluorescein verwendet (Excitation: 497nm, Emission: 523nm). Das Coumarin und das Fluorescein wurden jeweils in einer Kupplungsreaktion an die Cysteine des Proteins gekoppelt. Nachdem die Reaktion abgeschlossen war, wurde überschüssiger Farbstoff über eine NAP5-Säule nach Herstellerangaben abgetrennt und die Zahl der markierten Cysteine aus dem Verhältnis der Absorption von Protein zu Fluorophor (280nm/495nm bzw. 280nm/384nm) bestimmt. Fluoreszenzmarker Kupplungseffizienz Konzentration hGBP1-α12-13 CPM 80% 824µM hGBP1-α7-13 Fluorescein 40% 240µM hGBP1-α7-13 CPM 84% 176µM hGBP1-R227E/K228E CPM 400% 123µM Tabelle 3-5: Effizienz der Kupplung von Fluoreszenzmarkern an hGBP1 Deletions- und Punktmutanten. Die Markierung von Proteinen wurde mit Maleinimid-gekoppelten Fluoreszenzfarbstoffen durchgeführt, die unter Bildung eines Thioethers selektiv an Cysteine binden. Nachdem die Reaktion abgeschlossen war, wurde die Effizienz der Kupplung spektroskopisch erfasst. Die Effizienz der Kupplung von Fluoreszenzfarbstoffen an Cysteinen von hGBP1 konnte von Tobias Vöpel im Rahmen seiner Diplomarbeit bestimmt werden. Dabei zeigte sich, dass von den neun vorhandenen Cysteinen in hGBP1wt nur vier für die Kupplungsreaktion zugänglich sind. Es handelt sich um die Cysteine an den Stellen C12, C82, C225 und C589. Dabei ist zu beachten, dass die Cysteine an den Stellen C12, C82 und C225 in der LG-Domäne liegen. Für die Deletionsmutante α12-13 bedeutet das, dass ausschließlich das Cystein des CaaX-Motivs, C589, für eine Kupplungsreaktion zugänglich ist. - 73 - Ergebnisse α12/13 LGDomäne α7-11 Abbildung 3-18: Position der Cysteine innerhalb der hGBP1 Struktur. Dargestellt ist das Bändermodell von hGBP1 und die Positionen der Cysteine. In seiner Struktur besitzt hGBP1 neun Cysteine. Fünf befinden sich in der LG-Domäne (C12, C82, C235, C270, C225; blau), zwei in der helikalen Subdomäne α7-11 (C396, C407; rot) und eins zwischen diesen beiden Domänen (C311). Das neunte Cystein liegt C-terminal an der Position 589. Dieser Bereich des Proteins konnte aber kristallographisch nicht aufgelöst werden und ist deshalb in der Struktur nicht markiert. Im Falle der Deletionsmutante α7-13 ist ebenfalls, obwohl in diesem Bereich des Proteins drei Cysteine vorhanden sind, nur das Cys589 für eine Fluoreszenzmarkierung zugänglich. Die Effizienz der Kopplung von CPM an die Doppelmutante R227E/K228E war sehr hoch und mit einem Wert von 400% konnten alle vier zugänglichen Cysteine mit dem Fluoreszenzfarbstoff markiert werden. Bei hGBP1-α12-13 und hGBP1-α7-13 wurden lediglich 80% Kopplungseffizienz erreicht, was bedeutet, dass nicht jedes Protein mit einem Fluorophor versehen ist. Die Kopplung von hGBP1-α7-13 mit Fluorescein erreichte nur eine sehr geringe Effizienz von 40%. Für die Messungen an der Temperatursprung Apparatur wurde jeweils Donor und Akzeptor markiertes Protein in aufsteigenden Konzentrationen equimolar miteinander vermischt und in der Apparatur auf 10°C temperiert. Durch die 1:1 Vermischung der 10°C warmen Proteinlösung mit 40°C warmer Puffer wurde ein Temperatursprung auf 25°C erzielt. Die dadurch hervorgerufene Einstellung des neuen Gleichgewichts wurde durch einen Kantenfilter oberhalb von 515nm detektiert. - 74 - Ergebnisse 6 1,2 B 4 kobs (s-1) rel. Fluoreszenz A 1,1 2 1 0 0 1 2 0 t (s) 2 4 6 8 [hGBP1 α7-13 + hGBP1 R227E/K228E] (µM) Abbildung 3-19: Kinetik der Dimerisierung von hGBP1 α7-13 und hGBP1 R227E/K228E. Die Proteine hGBP1 α7-13 und hGBP1 R227E/K228E, die jeweils mit einem FRET-Partner markiert waren, wurden in einer äquimolaren Mischung bei 10°C in der TemperatursprungApparatur inkubiert. Durch das schnelle Mischen mit 40°C warmer Puffer wurde die Einstellung der neuen Gleichgewichtslage der Dimerisierung bei 25°C anhand des FRET-Signals oberhalb von 515nm beobachtet. (A) Die zeitliche Änderung der Fluoreszenz nach einer schnellen Temperaturerhöhung von 10°C auf 25°C. Die Anpassung einer einfach exponentiellen Funktion liefert die Geschwindigkeitskonstante kobs. (B) Auftragung der beobachteten Geschwindigkeitskonstanten kobs gegen die Konzentration des Komplexes aus der Deletionsmutante hGBP1 α7-13 und der Doppelmutante hGBP1 R227E/K228E. Aus der Steigung und dem Achsenabschnitt der linearen Anpassung wurden die Werte für die Geschwindigkeitskonstanten der Assoziation (kass) und der Dissoziation (kdiss) entnommen. Aus einer einfach exponentiellen Anpassung an die zeitliche Fluoreszenzänderung wurde die Geschwindigkeitskonstante kobs erhalten. Die resultierenden Geschwindigkeitskonstanten wurden gegen die Konzentration aufgetragen und eine lineare Anpassung der Datenpunkte vorgenommen ( k obs = k ass 2 [B ]0 + k diss ). Die Geschwindigkeitskonstante der Assoziation (kass) und die Geschwindigkeitskonstante der Dissoziation (kdiss) wurde aus der Steigung und dem Achsenabschnitt bestimmt. Für die Analyse der Kinetik der Assemblierung von hGBP1 α7-13 und hGBP1 R227E/K228E wurden die Proteine mit den Fluorophoren Coumarin und Fluorescein versehen, in einem equimolaren Verhältnis miteinander vermischt und bei 10°C inkubiert. Durch die schnelle Zugabe von 40°C warmen Puffer wurde eine Änderung des Komplexgleichgewichts induziert. Zur Detektion der Neueinstellung des Gleichgewichts wird der Energietransfer vom Coumarin auf das Fluorescein genutzt und die Emission des Fluorescein bei 515nm aufgenommen. Die Abbildung 3-19 (A) zeigt die zeitabhängige Fluoreszenzänderung nach der schnellen Temperaturerhöhung von 10°C auf 25°C von unterschiedlichen Konzentrationen des Proteinkomplexes aus hGBP1 α7-13 und hGBP1 R227E/K228E. Die Anpassung der Daten erfolgte über eine einfach exponentielle - 75 - Ergebnisse Funktion, die einen Wert für die Geschwindigkeitskonstante kobs liefert. In der Abbildung 3-19 (B) sind die erhaltenen Geschwindigkeitskonstanten gegen die verwendeten Proteinkonzentrationen aufgetragen, und mit Hilfe einer linearen Regression angepasst. Aus der Steigung und dem Achsenabschnitt der linearen Anpassung wurden die Werte für die Geschwindigkeitskonstanten der Assoziation (kass) und Dissoziation (kdiss) entnommen. Für die Analyse der Homodimerisierung der Deletionsmutanten hGBP1 α12-13 und hGBP1 α7-13 wurde eYFP und Coumarin markierte Proteine verwendet. Die verwendeten Konzentrationen der Komplexe lagen zwischen 2µM und 20µM. 6 kobs (s-1) 4 2 0 0 10 20 [Protein] (µM) Abbildung 3-20:Analyse der Homodimerisierung von hGBP1 α12-13 und hGBP1 α7-13 durch die Temperatursprung-Methode. Auftragungen der beobachteten Geschwindigkeitskonstanten gegen die Konzentrationen der homodimeren Komplexe der Deletionsmutanten hGBP1 α12-13 (○) und hGBP1 α7-13 (▲). Aus der Steigung und dem Achsenabschnitt der linearen Anpassung wurden die Werte für die Die Abbildung 3-20 zeigt die Auftragungen der beobachteten Geschwindigkeitskonstanten gegen die Konzentration. Durch lineare Anpassung der Datenpunkte wurde aus den Steigungen die Geschwindigkeitskonstanten der Assoziation und aus dem Achsenabschnitt die Geschwindigkeitskonstanten der Dissoziation erhalten. Die Gleichgewichtskonstanten der Dissoziation liegen für hGBP1 α12-13 bei 24,4µM und für α7-13 bei 9,7µM. - 76 - Ergebnisse Die Dissoziationskonstanten der Komplexe liegen bei den drei Messungen deutlich auseinander (Tabelle 3-6). Die geringste Affinität zeigt die Deletionsmutante α12-13, was an der Geschwindigkeitskonstante für die Assoziation liegt, die um eine Größenordnung verringert ist. Im Vergleich dazu weisen die Geschwindigkeitskonstanten der Dissoziation nur geringe Unterschiede auf. Die Dissoziationskonstante für die Bindung der Deletionsmutante α7-13 an die Doppelmutante R227E/K228E zeigt eine relativ hohe Affinität von 1,78µM. hGBP1 α7-13 / hGBP1 R227E/K228E hGBP1 α7-13 (Homodimerisierung) hGBP1 α12-13 (Homodimerisierung) kass (µM-1s-1) kdiss (s-1) KD (µM) 0,82 1,46 1,78 0,36 3,5 9,7 0,046 1,12 24,4 Tabelle 3-6: Gleichgewichts- und Geschwindigkeitskonstanten der Assemblierung an der helikalen Domäne. Untersucht wurde die Homodimerisierung der Deletionsmutanten α12-13 und α7-13 und die Heterodimerisierung zwischen α7-13 und der Punktmutante R227E/K228E von hGBP1 mittels Temperatursprung. Die Werte für die Geschwindigkeitskonstanten der Assoziation (kass) und Dissoziation (kdiss) wurden der Steigung und dem Achsenabschnitt der linearen Anpassung der Auftragungen der beobachteten Geschwindigkeitskonstanten gegen die Konzentrationen entnommen. 3.2 Identifizierung eines hGBP1 Interaktionspartners Über die zelluläre Funktion von hGBP1 ist bis heute noch nicht viel bekannt. Bisher konnte zwar eine antivirale und eine anti-proliferative Wirkung von hGBP1 in Zellkulturexperimenten nachgewiesen werden, aber über die Signaltransduktion ist nichts Genaues bekannt. Dementsprechend sind auch keine Proteine bekannt, die mit hGBP1 interagieren. Die Verwendung des Hefe 2-Hybrid Systems und einer embryonalen full mouse cDNA-Bank führte in der Vergangenheit nicht zur Identifizierung eines Interaktionspartner (Dissertation, Benscheid, 2005). Für die Suche nach einem Interaktionspartner von hGBP1 mit Hilfe des Hefe 2-Hybrid Systems, wurde im Rahmen - 77 - Ergebnisse dieser Arbeit erstmals eine INF-γ-induzierte cDNA Bank aus humanen Zellen hergestellt. Verwendet wurden humane Endothelzellen aus der Nabelschnurvene (HUVEC), welche freundlicherweise von Prof. Dr. M. Stürzl (Universität Nürnberg-Erlangen) zur Verfügung gestellt wurden. Aufgrund einer starken Expression von hGBP1 in HUVECs nach Stimulation mit INF-γ (Lubeseder-Martellato et al., 2002), wurde die mRNA aus Zellen isoliert, welche im Vorfeld mit 100U/ml INF-γ versetzt wurden. Da nicht bekannt ist, in welchem Expressionsstadium von hGBP1 der potentielle Interaktionspartner erscheint, wurde die mRNA zu unterschiedlichen Zeitpunkten nach Induktionsstart entnommen, um unterschiedliche Expressionsstadien der Zelle zu erfassen. 3.2.1 Darstellung einer INF-γ induzierten HUVECs cDNA-Bank Für die Darstellung einer cDNA-Bank aus mit INF-γ stimulierten HUVECs (humane Endothelzellen der Nabelschnurvene) musste im Vorfeld die Gesamt-RNA aus den Zellen isoliert werden. Es wurden HUVEC in insgesamt 8 Zellkulturschalen (T75) bis zur Konfluenz wachsen gelassen. Sechs dieser Kulturschalen wurden dann mit 100U/µl INF-γ versetzt. Nach jeweils 5, 12 und 24 Stunden wurden Zellen von je zwei Platten geerntet. Die beiden anderen Schalen wurden nicht mit INF-γ induziert und direkt geerntet. Durch die Entnahme der mRNA zu unterschiedlichen Zeitpunkten können unterschiedliche Expressionsstadien der Zellen untersucht werden. Nach der Zellernte und der Extraktion der Gesamt-RNA wurde die Konzentration mittels UV-Absorption bei 254nm bestimmt und die Integrität der RNA überprüft (Abbildung 3-6). Dazu wurde die RNA der unterschiedlichen Erntezeitpunkte separat auf ein Agarosegel aufgetragen. Die Integrität wird durch zwei Banden bestätigt, bei denen es sich um die 28S und 18S rRNA handelt. Wenn diese Banden klar zu sehen sind, kann man davon ausgehen, dass die isolierte RNA frei von RNasen ist. Es wurden von den zwei Schalen jedes Zeitpunktes jeweils 0,70,9µg/µl Gesamt-RNA in jeweils 100µl Puffer erhalten. Die Konzentrationsbestimmung ergab: 0h = 0,9µg/µl 5h = 0,9µg/µl 12h = 0,95µg/µl 24h = 0,7 µg/µl - 78 - Ergebnisse 0 5h 12h 24h Abbildung 3-21: Integrität der isolierten Gesamt-RNA aus INF-γ induzierten HUVECs. Abgebildet ist ein 1%iges Agarosegel auf dem die Banden der 28s rRNA und 18s rRNA zu sehen sind. Die Integrität dieser Banden erlaubt eine Aussage über den Zustand der erhaltenen RNA. Die unterschiedlichen Auftragungen zeigen die RNA der vier verschiedenen Zeitpunkte (0, 5, 12, und 24 Stunden) nach denen die INF-γ induzierten Zellen geerntet wurden. 28s rRNA 18s rRNA Nach der Bestimmung der Konzentrationen wurden von den vier Proben jeweils 30µg entnommen und in einem Ansatz vereint, um daraus die polyA-mRNA zu isolieren. Die Aufreinigung erfolgte über ein mRNA Extraktions-Kit (Oligotex mRNA-Kit) der Firma Qiagen. Nachdem die mRNA zur cDNA umgeschrieben und mit Hilfe der EcoRI-Linker in den Vektor pGBKT7 kloniert worden war, wurde zur Überprüfung der Effizienz der gesamten Prozedur 1µl, 3µl und 5µl der cDNA Bank in kompetente E. coli Nova BlueZellen transformiert. Nach dem Ausplattieren auf mit Kanamycin versetzten LB-Platten wurden nach 24 Stunden Inkubation die Anzahl der Kolonien gezählt. Pro Mikroliter eingesetzter cDNA wurde auf den Platten ca. 2800 unabhängige Bakterienkolonien gezählt. Daraus resultieren, nach der Transformation der gesamten cDNA-Bank (150µl), ca. 420000 unabhängige Kolonien. Diese Kolonien wurden vereinigt und in 25% Glycerin bei -80°C gelagert. 3.2.2 Hefe 2-Hybrid-Screen Das Screenen der INF-γ induzierten HUVEC cDNA-Bank wurde in einem großen Ansatz (large scale) durchgeführt. Dabei wurden 0,3 mg der HUVEC-cDNA-Bank und 0,3mg hGBP1-pGADT7 DNA eingesetzt und gleichzeitig in den Hefestamm S. cerevisiae AH109 transformiert. Innerhalb von 5 Tagen wuchsen auf selektivem Medium THL- (ohne Tryptophan, Histidin und Leucin) ca. 1400 Klone. Alle Klone wurden manuell auf selektiveres Medium - 79 - Ergebnisse (zusätzlich ohne Adenin und mit 20mM 3-AT zur Inhibition basaler Histidinproduktion) übertragen. Daraufhin sind 174 Klone interaktionsabhängig gewachsen. Die Klone wurden jeweils separat von der Platte gepickt und in ca. 5ml YPD –His-AdeTrp-Leu resuspendiert. Nach Inkubation über Nacht bei 30°C und 200upm wurden von diesen Kulturen 25%ige Glycerin-Stocks hergestellt. Die verbliebenen Klone wurden daraufhin analysiert, indem die Vektoren extrahiert und nachfolgend eine PCR mit Vektorprimern durchgeführt wurde. Leider lieferte die PCR keine auswertbaren Ergebnisse. - 80 - Ergebnisse 3.3 Biochemische Charakterisierung von hGBP2 Die biochemische Charakterisierung des humanen Guanylat-bindenden Proteins 2 (hGBP2) wurde bereits von Agnidipta Ghosh im Rahmen seiner Dissertation begonnen. Ziel dieser Arbeit die biochemische Charakterisierung fortzusetzen und Daten bezüglich des Oligomerisierungsverhaltens, der mant-Nukleotidaffinität und der nukleotidabhängigen GTP-Hydrolyse von hGBP2 zu erhalten. 3.3.1 Nukleotidabhängige Oligomerisierung Die Messungen der nukleotidabhängigen Oligomerisierung von hGBP2 erfolgten mittels dynamischer Lichtstreuung analog zu den Messungen von hGBP1. Durch die dynamische Lichtstreuung wurden der Diffusionskoeffizient und damit der hydrodynamische Radius von hGBP2 ermittelt. Im Gegensatz zum hGBP1 ist jedoch die Struktur von hGBP2 nicht bekannt und es kann deshalb noch keine theoretische Berechnung des Diffusionskoeffizienten mittels HydroPro erfolgen. Die ermittelten Radii und die daraus errechneten sphärischen Volumina wurden in Bezug zu den bereits ermittelten Werten für hGBP1 gesetzt. Für die Analyse des Oligomerisierungsverhaltens von hGBP2 wurden 20µM des Proteins in Puffer (50mM Tris-HCl pH7,9, 5mM MgCl2, 2mM DTE) gelöst und durch einen 0,2µm Spritzenfilter in die Küvette der DLS-Apparatur gefüllt. Die Zugabe von GppNHp bewirkt bei hGBP1 eine Zunahme des hydrodynamischen Radius die eine Verdopplung des Volumens zur Folge hat. Bei hGBP2 zeigt die Zugabe von GppNHp keine signifikante Veränderung des hydrodynamischen Radius bzw. des Volumens. Bei der Messung von hGBP1 im Komplex mit GDP und AlFx erhöht sich der Radius auf 6,5nm. Im Vergleich zum nukleotidfreien Zustand vervierfacht sich das Volumen. - 81 - Ergebnisse Volumen (nm³) Volumen (nm³) 1500 1000 500 0 hGBP1 hGBP2 Abbildung 3-22: Nukleotidabhängige Oligomerisierung von hGBP1 und hGBP2. Für die Analyse des Oligomerisierungsverhaltens von hGBP1 und hGBP2 wurden 20µM des jeweiligen Proteins in Puffer (50mM Tris-HCl pH7,9, 5mM MgCl2, 2mM DTE) gelöst, und durch ein 0,2µm Spritzenfilter in die Küvette der DLS-Apparatur gefüllt. Der erhaltene hydrodynamische Radius wurde in ein sphärisches Volumen umgerechnet und aufgetragen. Aufgetragen sind die Volumina von hGBP1wt (rot), und hGBP2 (grün). Die Säulen einer Farbe (von links nach rechts) stellen die Volumina der unterschiedlichen Proteine im nukleotidfreien, im GppNHp gebundenen Zustand und im Komplex mit GDP und AlFx dar. Die Nukleotide GppNHp und GDP wurden jeweils in Konzentrationen von 200µM verwendet. Der Radius des Komplexes aus hGBP2, GDP und AlFx liegt bei 6,13nm und ergibt damit ein Kugelvolumen von 965nm³. Dieses Volumen ist im Vergleich zum nukleotidfreien Zustand von hGBP2 dreimal größer und liegt zwischen dem hGBP1 Dimer im GppNHp gebundenem Zustand und dem Tetramer im GDP und AlFx Komplex. Es kann nicht eindeutig festgestellt werden, ob es sich im GDP und AlFx gebundenem Zustand von hGBP2 um ein Dimer, Trimer oder ein Tetramer handelt. 3.3.2 Konzentrationsabhängige Nukleotidhydrolyse Die konzentrationsabhängige Nukleotidhydrolyse wurde für hGBP2wt mittels reversedphase HPLC gemessen. Es wurden 20µM des Proteins mit 350µM GTP (bzw. GDP) bei 25°C inkubiert und nach bestimmten Zeitpunkten eine Probe auf ihre NukleotidZusammensetzung hin analysiert. Der Anteil am nicht umgesetzten GTP wurde gegen die Reaktionszeit aufgetragen und die Anfangsgeschwindigkeit in einem Bereich bis 40% - 82 - Ergebnisse Substratumsatz durch lineare Regression angepasst, Abbildung 3-23 (A). Der Quotient aus Anfangsgeschwindigkeit und Proteinkonzentration liefert die spezifische Aktivität. Durch Auftragung der Änderung der spezifischen Aktivität gegen die Proteinkonzentration wurde die Kooperativität der Hydrolyse bestimmt. An diese Daten wurde eine 12 1 8 0,8 [GTP]/[GTP]0 spezifische Aktivität (min-1) quadratische Bindungskurve (Formel 2-1) angepasst Abbildung 3-23 (B). 4 0,6 A B 0 0,4 0 2 4 0 6 20 40 50 100 150 200 t (min) [hGBP2] (µM) Abbildung 3-23: Konzentrationsabhängige Nukleotidhydrolyse von hGBP2. Auftragung der spezifischen Aktivität der Hydrolyse gegen die Proteinkonzentration. Die Inkubation erfolgte zusammen mit 350µM GTP in 50mM Tris-HCl pH7,9, 5mM MgCl2,2mM DTE, 100µM Rinderserumalbumin bei 25°C. (A) Auftragung des Anteils an nicht umgesetztem Substrat gegen die Reaktionszeit unterschiedlicher hGBP2 Konzentrationen. Die Anfangsgeschwindigkeit wurde in einem Bereich bis 40% Substratumsatz durch lineare Regression angepasst. Der Quotient aus Anfangsgeschwindigkeit und Proteinkonzentration liefert die spezifische Aktivität. (B) Auftragung der Änderung der spezifischen Aktivität gegen die Proteinkonzentration. An diese Daten wurde eine quadratische Bindungskurve (Formel 2-1) angepasst und die Kooperativität der Hydrolyse bestimmt. Im Vergleich zum hGBP1 (22,8min-1) zeigt hGBP2 (15min-1) bei 25°C eine etwas geringere GTPase-Aktivität. Dagegen unterscheidet sich hGBP2 am deutlichsten von hGBP1 dadurch, dass die Produktion von GMP nicht nachgewiesen werden konnte. Als Produkt der GTP Hydrolyse konnte demnach nur GDP detektiert werden. - 83 - Ergebnisse 3.3.3 Dynamik der Nukleotidbindung Die Dynamik der Nukleotidbindung vom hGBP2wt wurde unter Verwendung von mantNukleotiden an der stopped-flow-Apparatur gemessen. Das Protein wurde in einem Überschuss verwendet, um eine Kinetik pseudo-erster Ordnung zu erhalten. An die erhaltenen Datenpunkte wurde eine einfach exponentielle Funktion angepasst um die Geschwindigkeitskonstante kobs zu erhalten. Durch Auftragung von kobs gegen die Konzentration und linearer Anpassung wurden die Geschwindigkeitskonstanten der Assoziation (kass) erhalten (Abbildung 3-24). Die Geschwindigkeitskonstante der Dissoziation (kdiss) wurde separat durch Verdrängungsexperimente ermittelt. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 3-7 zusammengefasst. 60 kobs (s-1) 40 20 0 0 10 20 30 [hGBP2] (µM) Abbildung 3-24: Kinetik der Assoziation von mant-Nukleotiden. Die Kinetik der Assoziation von mant-Nukleotiden an hGBP2 wurde mit 0,5µM mant-Nukleotid und ansteigender Proteinkonzentration bei 25°C gemessen. Aus der Anpassung einer einfach exponentiellen Funktion wurde die Geschwindigkeitskonstante pseudo-erster Ordnung erhalten, die gegen die Proteinkonzentration aufgetragen wurde. Die Anpassung der linearen Funktion lieferte die Geschwindigkeitskonstante der Dissoziation (kdiss) und Assoziation (kass). Gemessen wurden die Bindungskinetiken von mGMP(○), mGDP(●) und mGppNHp(□). Die Geschwindigkeitskonstanten der Assoziation und Dissoziation vom mGMP zeigen gegenüber den anderen mant-Nukleotiden einen deutlichen Unterschied. Sie liegen etwa um eine Größenordnung über den Werten vom mGDP und mGppNHp. An den Werten für - 84 - Ergebnisse die Gleichgewichtskonstanten der Dissoziation ist aber zu erkennen, dass alle Nukleotide mit der gleichen Affinität gebunden werden. hGBP2 wt kass(µM-1s-1) kdiss(s-1) kdiss*(s-1) KD*(µM) KD(µM) mGMP 2,41 15,2 1,7 0,7 1,8 mGDP 0,82 1,79 0,19 0,23 0,3 mGppNHp 0,35 1,68 0,06 0,17 0,9 Tabelle 3-7: Kinetik der Bindung von mant-Nukleotiden an hGBP1 und Mutanten. Die Geschwindigkeitskonstanten für die Assoziation und der Dissoziation wurden mit Hilfe der stopped-flow Apparatur bei 25°C bestimmt. Die Geschwindigkeitskonstante der Dissoziation wurde aufgrund der höheren Genauigkeit separat durch Verdrängungsexperimente bestimmt (kdiss*). Die KD*-Werte werden aus dem Verhältnis kdiss*/ kass bestimmt. Die KD-Werte sind die Gleichgewichtskonstanten der Dissoziation, die aus den Fluoreszenztitrationen erhalten wurden. Um diese Ergebnisse zu bestätigen, wurden die Nukleotidaffinitäten zusätzlich durch Fluoreszenztitrationen bestimmt. Dabei wurden in einer Küvette 0,5µM mant-Nukleotid in Puffer (50mM Tris-HCl pH 7,9, 5mM MgCl2, 2mM DTE) vorgelegt, und dazu eine Proteinlösung, ebenfalls mit 0,5µM mant-Nukleotid, hinzutitriert. rel. Fluoreszenz 4 3 2 1 0,1 1 [hGBP2wt] (µM) 10 Abbildung 3-25: Fluoreszenztitration von mant-Nukleotiden mit hGBP2. In einer Küvette wurden 0,5µM mGMP(○), mGDP(●) bzw. mGppNHp(□) vorgelegt, und eine Proteinlösung, ebenfalls mit 0,5µM des jeweiligen mant-Nukleotids, hinzutitriert. Die Anregung erfolgte bei einer Wellenlänge von 366nm und die Emission wurde bei 435nm detektiert. An die Auftragung der rel. Fluoreszenz gegen die Proteinkonzentration wurde eine quadratische Bindungskurve angepasst, um die Dissoziationskonstante zu erhalten. - 85 - Ergebnisse Die Anregung erfolgte bei einer Wellenlänge von 366nm und die Emission wurde bei 435nm detektiert. An die Auftragung der rel. Fluoreszenz gegen die Proteinkonzentration wurde eine quadratische Bindungskurve (Formel 2-4) angepasst und somit die Dissoziationskonstante erhalten. In der Abbildung 3-25 sind die Fluoreszenztitrationen bei 25°C, von mGMP (□), mGDP (●) und mGppNHp (○) aufgetragen. Die Fluoreszenztitrationen bestätigen, dass die Gleichgewichtskonstante der Dissoziation im Fall von mGMP (○), mit 1,8µM im Vergleich zu den anderen mant-Nukleotiden größer ist. Die anderen beiden mantNukleotide, mGDP (●) und mGppNHp (□), weisen mit ca. 0,3µM und 0,9µM eine stärkere Bindung zum hGBP2 Wildtyp auf. 3.3.4 Interaktion von hGBP1 und hGBP2 Für die Analyse einer möglichen Interaktion von hGBP1 und hGBP2 wurde die Methode des Fluoreszenz-Resonanz-Energie-Transfers verwendet. Grundlage dieser Methode ist der strahlungslose Energietransfer von einem angeregten Donor auf einen Akzeptor (Flurophorenpaar), welcher eintritt, sobald die Fluorophore in räumlicher Nähe zueinander liegen. Der Abstand sollte in der Nähe des Förster-Radius liegen, welcher beim eCFP/eYFP-Fluorophorenpaar bei 4,95nm liegt. Der angeregte Donor übermittelt dann seine Energie strahlungslos auf den Akzeptor, der seinerseits angeregt wird. Im Zuge des Energietransfers findet ein Quenching der Fluoreszenz des Donors statt, dagegen wird die Fluoreszenz des Akzeptors verstärkt angeregt. Für die Analyse der Assemblierung von hGBP1 und hGBP2 wurden die Fusionsproteine hGBP1-eCFP, hGBP2-eYFP und hGBP1-α7-13-eCFP hergestellt. Dabei liegen die Fluorophore bei allen Proteinen am N-terminus. Das eYFP hat sein Absorptionsmaximum bei 514nm und das Emissionsmaximum bei 525nm und fungiert als Akzeptor. Das eCFP, das in diesem System als Donor agiert, besitzt sein Absorptionsmaximum bei 453nm und emittiert maximal bei einer Wellenlänge von 475nm. - 86 - Ergebnisse 1 rel. Fluoreszenz 0,8 0,6 0,4 0,2 0 450 500 550 600 Wellenlänge (nm) Abbildung 3-26: FRET zwischen hGBP2-eYFP und hGBP1-eCFP in Gegenwart unterschiedlicher Nukleotide. Vorgelegt wurden 200nM des Fusionsproteins hGBP1-eCFP und 2µM hGBP2-eYFP. Die Anregungswellenlänge lag bei 406nm und die Emission wurde im Bereich von 430nm bis 600nm detektiert. Die Messungen wurden nukleotidfrei (cyan) oder in Gegenwart von GMP (blau), GDP (gelb), GppNHp (rot) bzw. GDP im Komplex mit AlFx (schwarz) durchgeführt. Im Bereich von 475nm ist die Emission des Donors zu beobachten und bei 525nm Emittiert der Akzeptor. Für die Untersuchung der Nukleotidabhängigkeit der Assemblierung der Wildtypproteine von hGBP1 und hGBP2 wurden 200nM des Fusionsproteins hGBP1-eCFP und 2µM hGBP2-eYFP in einem Spektrofluorometer (50mM Tris-HCl pH7,9, 5mM MgCl2, 2mM DTE) vorgelegt. Der Donor wurde bei 407nm angeregt, um eine möglichst geringe Direktanregung des Akzeptors zu erhalten. Die Emission wurde zwischen 430nm und 600nm detektiert (Abbildung 3-26). Die Zugabe von GMP (blau), GDP (gelb) oder GppNHp (rot) zeigt im Vergleich zu dem Spektrum der nukleotidfreien Probe (cyan) keine signifikante Änderung in der Fluoreszenz. Diese Nukleotide sind entweder nicht in der Lage eine Assemblierung zu induzieren, oder die Fluorophore haben bei der Interaktion einen zu großen Abstand zueinander. Dagegen ist eine deutliche Änderung in der Fluoreszenz zu beobachten, sobald GDP und AlFx gebunden wird (schwarz). Im Bereich der Akzeptoremission von 525nm steigt die Fluoreszenz um ca. 30% an, welcher nur durch einen Fluoreszenz Resonanz Energie Transfer verursacht werden kann. Die Bindung von Nukleotiden ist demnach zwar notwendig, aber für die Assemblierung von hGBP1 und hGBP2 wird die Hydrolyse des Nukleotids benötigt. Erst der - 87 - Ergebnisse Übergangszustand der Hydrolyse, welcher durch den Komplex aus GDP und AlFx dargestellt wird, induziert eine Interaktion. Um die Assoziation von hGBP1 und hGBP2 in Gegenwart von GTP zu zeigen, wurde die Emission des Akzeptors zeitabhängig bei 525nm erfasst. Dazu wurden 200nM des Fusionsproteins hGBP1-eCFP und 2µM hGBP2-eYFP in einem Spektrofluorometer (50mM Tris-HCl pH7,9, 5mM MgCl2, 2mM DTE) vorgelegt und nach ca. 10 Sekunden 70µM GTP dazugegeben. Die Anregungswellenlänge lag bei 407nm. Die in Abbildung 3-27 gezeigte Fluoreszenzänderung zeigt einen schnellen Anstieg gefolgt von einer langsameren Phase, die kurz darauf ein Maximum erreicht. Aufgrund der durch die Hydrolyse schwindenden GTP-Konzentration dissoziiert der Komplex und die Akzeptorfluoreszenz erreicht nach ca. 220 Sekunden ihren Ausgangszustand. Der GTPUmsatz wird aufgrund der 10x höheren verwendeten Konzentration, hauptsächlich vom hGBP2 getragen. Dazu tragen zusätzlich die geringeren Nukleotidaffinitäten vom hGBP1 im Vergleich zum hGBP2 bei. rel. Fluoreszenz 0,2 0,1 0 0 50 100 150 200 t (s) Abbildung 3-27: FRET zwischen hGBP2-eYFP und hGBP1-eCFP in Gegenwart von GTP. Vorgelegt wurden 200nM des Fusionsproteins hGBP1-eCFP und 2µM hGBP2-eYFP. Die Anregungswellenlänge lag bei 406nm und die Emission wurde bei 525nm detektiert. Die Messungen wurden in Gegenwart von GTP zeitabhängig durchgeführt. Die Zugabe von 70µM GTP nach ca. 10s führt zu einer starken Erhöhung der Akzeptorfluoreszenz. Nach vollständigem Umsatz des GTPs erreicht die Akzeptorfluoreszenz wieder ihren Ausgangszustand. - 88 - Ergebnisse Max. Affinitäten Hydrolysegeschwindigkeit mGMP mGDP mGppNHp hGBP1 22,8 min-1 0,56µM 3,53µM 1,67µM hGBP2 15min-1 1,8µM 0,3µM 0,9µM Um zu zeigen, dass bei der hGBP1/hGBP2 Assemblierung die helikale Domäne von hGBP1 involviert ist, wurde das hGBP1 Wildtypprotein durch die Deletionsmutante hGBP1-α7-13 ersetzt und die Experimente wiederholt. Dabei wurde die Fusion von α7-13 mit eCFP als Donor verwendet (Abbildung 3-28). 1 rel. Fluoreszenz 0,8 0,6 0,4 0,2 0 450 500 550 600 Wellenlänge (nm) Abbildung 3-28: FRET zwischen hGBP2-eYFP und hGBP1 Deletionsmutante α7-13-eCFP in Gegenwart unterschiedlicher Nukleotide. Vorgelegt wurden 200nM des Fusionsproteins hGBP1-α7-13-eCFP und 2µM hGBP2-eYFP. Die Anregungs-wellenlänge lag bei 406nm und die Emission wurde im Bereich von 430nm bis 600nm detektiert. Die Messungen wurden nukleotidfrei (Cyan), in Gegenwart von GMP (Blau), GDP (Gelb), GppNHp (Rot) oder mit GDP im Komplex mit AlFx (Schwarz) durchgeführt. Im Bereich von 475nm ist die Emission des Donors zu beobachten und bei 525nm emittiert der Akzeptor. Analog zu den Messungen mit den beiden Wildtypproteinen zeigen die Zugaben von GMP (Blau), GDP (Gelb) und GppNHp (Rot) im Vergleich zur nukleotidfreien Messung (Cyan) keine Änderung in der Fluoreszenz. Erst die Zugabe von GDP im Komplex mit - 89 - Ergebnisse AlFx (Schwarz) bewirkt eine Erhöhung in der Akzeptorfluoreszenz, was auf eine räumliche Nähe von Donor und Akzeptor, und somit eine Interaktion der Proteine schließen lässt. Ebenso scheint auch hier die Nukleotidbindung nicht ausreichend für eine Assemblierung zu sein. Erst die Darstellung des Übergangszustands der Hydrolyse durch GDP im Komplex mit AlFx, induziert eine Assemblierung der Proteine. Da anscheinend die Hydrolyse des Nukleotids eine Assemblierung hervorruft, wurde analog zu dem Experiment mit den Wildtypproteinen eine zeitabhängige Messung in Gegenwart von GTP durchgeführt. Es wurden 200nM des Fusionsproteins hGBP1-α7-13eCFP und 2µM hGBP2-eYFP in einem Spektrofluorometer (50mM Tris-HCl pH7,9, 5mM MgCl2, 2mM DTE) vorgelegt und die Messung gestartet. Nach ca. 20 Sekunden wurden 70µM GTP in die Küvette pipetiert. rel. Fluoreszenz 0,2 0,1 0 0 200 400 600 800 1000 t (s) Abbildung 3-29: FRET zwischen hGBP2-eYFP und hGBP1-α7-13-eCFP in Gegenwart von GTP. Vorgelegt wurden 200nM des Fusionsproteins hGBP1-α7-13-eCFP und 2µM hGBP2-eYFP. Die Anregungs-wellenlänge lag bei 406nm und die Emission wurde bei 525nm detektiert. Die Messungen wurden in Gegenwart von GTP zeitabhängig durchgeführt. Die Zugabe von 70µM GTP nach ca. 10s führt zu einer starken Erhöhung der Akzeptorfluoreszenz. Nach vollständigem Umsatz des GTPs erreicht die Akzeptorfluoreszenz wieder ihren Ausgangszustand. Die Zugabe von 70µM GTP wurde insgesamt viermal wiederholt. Die in Abbildung 3-29 gezeigte Fluoreszenzänderung zeigt einen sehr schnellen Anstieg gefolgt von einer langsameren Phase, die kurz darauf ein Maximum erreicht. Die Akzeptorfluoreszenz erreicht nach Umsatz des GTPs wieder den Ausgangszustand. Um zu - 90 - Ergebnisse untersuchen, ob es sich um eine reproduzierbare Assemblierung handelt, wurde nach Erreichen des Grundzustands der Akzeptorfluoreszenz erneut 70µM GTP in die Küvette pipetiert. Es erfolgte wiederum ein starker Anstieg der Akzeptorfluoreszenz bei 525nm, der nach Umsatz vom GTP zurück auf seinen Grundzustand fiel. Die Zugabe von GTP wurde insgesamt viermal wiederholt. Dabei war zu beobachten, dass das Emissionsmaximum bei jeder Messung geringer wurde. Der Grund dafür liegt in der Produktinhibierung, die deshalb auftritt, weil die Affinitäten von GMP, GDP und GTP kaum Unterschiede aufweisen. - 91 - Diskussion 4 Diskussion Die Selbstassemblierung von Mitgliedern der Dynamin Familie ist ein essentieller Bestandteil ihrer Funktion. Wie auch bei MxA und Dynamin zeigt die nukleotidabhängige Oligomerisierung bei hGBP1 eine starke Beschleunigung der GTPase Aktivität (Prakash et al., 2000, Praefcke et al., 2004). Vorangegangene Arbeiten an der isolierten LG-Domäne zeigten detailliert den Mechanismus der Dimerisierung und den Effekt auf die GTPaseAktivität (Ghosh et al. 2006). Belege für die Bildung von tetrameren Strukturen, bei denen der C-terminale Teil als Interaktionsfläche dient, konnten ebenfalls gefunden werden. Durch Interaktionsstudien mit dem Hefe 2-Hybrid-System mit den Deletionsmutante α1213 und α7-13 konnte bereits gezeigt werden, dass diese Subdomänen in der Lage sind miteinander zu interagieren (Benscheid, 2005). Studien an der Deletionsmutante 1-481, bei der die Helices α12-13 deletiert sind, zeigen dass diese Mutante im GppNHp gebundenen Zustand zwar dimerisiert, aber keine Tetramere mehr bilden kann. Des Weiteren hat die Mutante 1-481 die Eigenschaft, ebenso wie die isolierte LG-Domäne, GDP aus der Lösung zu binden und mit hoher Geschwindigkeit zu hydrolysieren (Kunzelmann, 2006). Diese Ergebnisse zeigten, dass die Helices α12-13 nicht nur einen Einfluss auf die Oligomerisierung haben, indem sie als Interaktionsdomäne funktionieren, sondern auch eine Wirkung auf die Substratspezifität haben. Ein Ziel dieser Arbeit war es den Cterminalen Teil von hGBP1 in seiner Funktion als Interaktionsdomäne und die Auswirkungen der Selbstassemblierung auf die GTPase-Aktivität zu untersuchen. Die Unterbrechung eines elektrostatischen Kontakts zwischen der LGDomäne und α12-13 verändert die nukleotidabhängige Selbstassemblierung Die Überlagerung der Kristallstrukturen der LG-Domänen von hGBP1 im GMP (PDB: 2d4h) gebundenen Zustand und im Komplex mit GDP und AlFx (PDB: 2b92) zeigt große Unterschiede in der Position der Helix α4´. Diese Helix α4´ ist in der GDP*AlFx gebundenen - 92 - Diskussion Abbildung 4-1: Konformationsänderung der LG-Domäne von hGBP1 Die Abbildung zeigt die Überlagerung der Kristallstrukturen der LG-Domäne von hGBP1 im GMP (rot, PDB: 2d4h) und GDP*AlFx (blau, PDB: 2b92) gebundenen Zustand. Die Überlagerung dieser beiden Strukturen zeigt große Unterschiede in der Position der Helix α4´. Struktur weiter weg von der Nukleotidbindungstasche positioniert (Abbildung 4-1). In einer detaillierten Betrachtung der full length Struktur ist zu erkennen, dass die Helix α4´ mit den Helices α12-13 interagiert. Diese Interaktion zwischen der LG-Domäne und dem C-Terminus des Proteins stellt einen elektrostatischen Kontakt dar, bestehend aus einem Lysin (K228) und einem Arginin (R227) in der Helix α4´ und mehreren Glutaminsäuren (E563, E568, E556 und E575) in den Helices α12-13 (Abbildung 4-2). Die Bewegung der Helix α4´ um ca. 7Å hat auch Folgen für die beiden Aminosäuren Arginin 227 und Lysin 228, die bei näherer Betrachtung der Kristallstruktur die einzigen Interaktionspunkte der LG-Domäne zu den Helices α12-13 darstellen. Das Arginin 227 wird um 3Å und das Lysin um 5Å in seinen Positionen verändert. Die Bindungsabstände zu dem Interaktionspartnern erhöhen sich auf über 4,5Å, was für eine polare Bindung eine zu große Distanz darstellt. Weiterhin ist wahrscheinlich die Positionsänderung der α4´ aus sterischen Gründen auch für eine Änderung der Position von α12-13 verantwortlich. Das würde ebenfalls seinen Teil zur Unterbrechung der polaren Bindungen beitragen, ist aber anhand der Kristallstruktur schwer zu quantifizieren. - 93 - Diskussion A B E568 E563 3,2 E575 2,8 2,7 K228 3,3 5Å 3Å E556 3,5 R227 3,5 Abbildung 4-2: Detailansicht des elektrostatischen Kontakts zwischen LG-Domäne und α12-13 Dargestellt ist die Überlagerung dem nukleotidfreien full length hGBP1 (grün, PDB: 1DG3) und der isolierten LG-Domäne im Komplex mit GDP*AlFx (transparent, PDB: 2b92). (A) Nach der Positionsänderung der Helix α4´ durch die GDP*AlFx-Bindung, wird das Lysin 228 um ca. 5Å verschoben. Die Bindungsabstände zu den beiden Glutaminsäuren E568 und E575 sind aufgrund dieser Positionsänderung nicht mehr in einem Bereich welcher eine polare Bindung zulässt (B) Durch die Positionsänderung der α4´ wird das Arginin 227 in seiner Position um 3Å verändert. Dadurch werden auch die Interaktion mit den zwei Glutaminsäuren E563 und E556 unterbrochen, da die Abstände nicht mehr innerhalb des Maximalabstands für polare Bindungen liegen. Um zu analysieren welchen Einfluss diese Interaktion zwischen α4´ der LG-Domäne und α12-13 auf das Protein hat, wurden einzelne Aminosäuren so mutiert, dass eine Ladungsumkehr resultiert und die Helices voneinander abgestoßen werden. Es wurden die Einzelmutationen R227E, K228E, E563R sowie die Doppelmutation R227E/K228E hergestellt. Nach rekombinanter Herstellung und Aufreinigung der Mutanten, wurden diese mit Hilfe von dynamischer Lichtstreuung und analytischer Größenausschlusschromatographie auf ihre nukleotidabhängige Selbstassemblierung hin untersucht. Das hGBP1wt liegt im nukleotidfreien Zustand als Monomer vor (Prakash et al., 2000). Dies ist auch bei den Mutanten K228E und E563R der Fall, deren nukleotidabhängige Selbstassemblierung, auch im Komplex mit GppNHp oder GDP*AlFx, keine Unterschiede zum Wildtyp aufweisen. Dagegen liegen die Mutante R227E und die Doppelmutante R227E/K228E in nukleotidfreier Form bereits als Dimer vor. Die Zugabe des nicht hydrolysierbaren GTP Analogon GppNHp bewirkt bei R227E und R227E/K228E die Assemblierung zu einem Tetramer, was beim Wildtyp nur im Komplex mit GDP*AlFx geschieht. - 94 - Diskussion Nukleotid frei GppNHp GDP*AlFx Wildtyp Monomer Dimer Tetramer K228E Monomer Dimer Tetramer E563R Monomer Dimer Tetramer R227E Dimer Tetramer Tetramer R227E/K228E Dimer Tetramer Tetramer 1-481 (Δ12-13) Monomer Dimer Dimer Tabelle 4-1: Übersicht des nukleotidabhängigen Oligomerisierungsverhalten von hGBP1 und Mutanten. Im nukleotidfreien Zustand liegen der Wildtyp, sowie die Mutanten K228E und E563R als Monomer vor. Dagegen liegen die Mutanten R227E und R227E/K228E bereits als Dimer vor. Die Zugabe von GppNHp bewirkt beim Wildtyp dessen Dimerisierung. Die gleiche Beobachtung konnte auch bei den Mutanten K228E und E563R gemacht werden. Die Mutanten R227E und R227E/K228E dagegen liegen im Komplex mit GppNHp bereits als Tetramer vor, was im Wildtyp erst mit GDP und AlFx beobachtet werden kann. Bei der Mutante hGBP1-1-481(Dissertation, S. Kunzelmann), in der die Helices α12-13 deletiert sind, ist eine Tetramerisierung nicht zu beobachten. Es bilden sich sowohl im GppNHp als auch im GDP*AlFx gebundenem Zustand dimere aus. Durch die Mutante hGBP1 1-481, bei der der C-terminale Teil des Proteins (α12-13) deletiert ist, konnte gezeigt werden, dass α12-13 für die Tetramerisierung von hGBP1 essentiell ist (Dissertation, S. Kunzelmann, 2006). Dieser Befund wird durch Interaktionsstudien mit den isolierten Domänen α7-13 und α12-13 erhärtet (Dissertation, U.Benscheid, 2005). Im Wildtyp kommt die Interaktion an den Helices α12-13 jedoch erst durch die Bindung von GDP und Aluminiumfluorid zustande. Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Tetramerisierung durch die Helices α12-13 erfolgt, aber eines vorher erfolgten Prozesses bedarf, welcher die Interaktionsfläche zur Verfügung stellt. Bei den Mutanten R227E und R227E/K228E scheint dieser Prozess nicht mehr notwendig für eine Interaktion an der helikalen Domäne zu sein. Die Helices α12-13 stehen dauerhaft für eine Interaktion zur Verfügung, was bereits zur Dimerisierung im nukleotidfreien Zustand führt. Die Aminosäuren Arginin 227 und Lysin 228 und somit der elektrostatische Kontakt zwischen α4´ und α12-13, scheinen daher eine zentrale Rolle im Vorgang der Tetramerisierung zu spielen. Aus diesem Grund ist möglicherweise im Wildtyp die Unterbrechung des elektrostatischen Kontakts durch die Positionsänderung von α4´ Teil des Mechanismus, welcher zur Tetramerisierung führt. Zusammengefasst bewirkt die Bindung von GDP*AlFx durch den Wildtyp eine Konformationsänderung, bei der sich die Helix α4´ verschiebt. Als Konsequenz dieser veränderten Position wird die elektrostatische Interaktion zwischen LG-Domäne und α12- 95 - Diskussion 13 gelöst. Dadurch werden die Helices α12-13 freigegeben und stehen als Interaktionsfläche zur Verfügung. Bei den Mutanten R227E und R227E/K228E ist die Konformationsänderung der α4´nicht notwendig. Diese elektrostatische Interaktion spielt demnach eine wichtige Rolle für eine Weiterleitung der Information der GTP Hydrolyse an die helikale Domäne. Die Tetramerisierung hat keinen Effekt auf die Nukleotidaffinitäten Die Analyse des nukleotidabhängigen Oligomerisierungsverhalten zeigt, dass die Mutationen R227E und R227E/K228E einen Effekt auf die Selbstassemblierung haben. Das deutet darauf hin, dass die elektrostatische Interaktion zwischen der LG-Domäne und dem C-terminalen Teil des Proteins eine wichtige Rolle in der Selbstassemblierung spielt. Die Interaktion an der helikalen Domäne kommt im Wildtyp Protein erst bei dem Übergangszustand der GTP Hydrolyse zustande, die durch den Komplex mit GDP*AlFx dargestellt werden kann. Es sollte nun weiterhin analysiert werden, ob die Mutationen auch die Dynamik der Nukleotidbindung beeinflussen. Bereits die Fluoreszenztitrationen mit mant-Nukleotiden zeigten, dass die ermittelten Dissoziationskonstanten im Vergleich zum Wildtyp keine signifikanten Unterschiede aufweisen. Dieses Ergebnis wird durch die Messungen der Dynamik der Nukleotidbindung mit der stopped flow Apparatur bestätigt. Auch die Geschwindigkeitskonstanten der Assoziation und der Dissoziation zeigen gegenüber dem Wildtyp keine signifikanten Unterschiede. Die Mutationen an der Stelle zwischen der LG-Domäne und den Helices α12-13 haben somit keinen Einfluss auf die Bindungskinetik der mant-Nukleotide. Dass die Helices α12 und α13 keinen Einfluss auf die Nukleotidbindung haben, wurde bereits durch die Mutante 1-481 gezeigt (Kunzelmann 2006), bei der der C-Terminus deletiert ist. Sowohl die Geschwindigkeitskonstanten der Assoziation als auch die der Dissoziation entsprechen den Wildtypwerten. Durch die Unterbrechung der Interaktion zwischen C-Terminus und LG-Domäne konnte nun zusätzlich gezeigt werden, dass die Tetramerisierung, also die intermolekulare Wechselwirkung an den helikalen Domänen, ebenfalls keinen Einfluss auf die Kinetik der Nukleotidbindung hat. - 96 - Diskussion Die Tetramerisierung beeinflusst die Nukleotid-Hydrolyse Einen wichtigen Hinweis auf die Kommunikation zwischen der LG-Domäne und den Helices α12 und α13 liefert die Nukleotid-Hydrolyse. In vorangegangenen Arbeiten konnte bereits gezeigt werden, dass die Anwesenheit der Helices α12-13 einen Einfluss auf die Substratspezifität von hGBP1 hat. Bei der Deletionsmutanten 1-481, aber auch bei den isolierten LG-Domänen konnte die Bindung und Umsetzung von GDP festgestellt werden (Kunzelmann 2006, Ghosh et al., 2006). Diese veränderte Substratspezifität konnte auch bei der Punktmutante R227E und bei der Doppelmutante R227E/K228E beobachtet werden. Interessanterweise zeigte sich, dass die 1-481, mit 9 min-1eine bis zu 10mal höhere maximale GDP Hydrolysegeschwindigkeit besitzt als die beiden Mutanten R227E und R227E/K228E, die ca. 0,9 min-1 erreichen. Die maximale GDPase-Aktivität vom Wildtyp-hGBP1 konnte mittlerweile ebenfalls bestimmt werden (Kunzelmann, 2006) und liegt bei unter 0,02 pro Minute. Die Anwesenheit der Helices α12-13 zeigen demzufolge einen inhibitorischen Einfluss auf die Hydrolyse von GDP aus der Lösung. Der elektrostatische Kontakt scheint dabei auch eine wichtige Rolle zu spielen, da die Unterbrechung des Kontaktes die Geschwindigkeit der GDP-Hydrolyse aus der Lösung um mehr als eine Größenordnung, im Vergleich zum Wildtyp anhebt. Die GDPaseAktivitäten sind wie bei den Deletionsmutanten abhängig von den Proteinkonzentrationen. Die apparenten Dissoziationskonstanten der Selbstassemblierung liegen sowohl bei der Deletionsmutante 1-481, mit 10µM, als auch bei den Punktmutanten R227E und R227E/K228E, mit 4µM bzw. 17,7µM, in der gleichen Größenordnung. Die Unterbrechung des Kontakts zwischen der LG-Domäne und der Helices α12-13 reicht somit für hGBP1 aus, um GDP als Substrat zu akzeptieren und nachfolgend zu hydrolysieren. Aber auch die GTP Hydrolyse wird durch die Unterbrechung des Kontakts beeinflusst. Die erhaltenen Datenpunkte aus der Messung der konzentrationsabhängigen Hydrolyse von GTP konnten im Falle der Doppelmutante R227E/K228E nur durch eine Hill-Funktion angepasst werden. Es zeigte sich eine basale Aktivität bei 11 pro Minute und der HillParameter liegt bei 2,7. Dieses Ergebnis für die Doppelmutante zeigte aber auch einen Unterschied zu der Punktmutante R227E, bei der keine Basalaktivität beobachtet wurde und die Datenpunkte durch eine quadratische Bindungskurve angepasst werden kann. Obwohl die einzelne Mutation R227E ausreichend ist, um das Oligomerisierungsverhalten - 97 - Diskussion und die Substratspezifität zu verändern, scheint die K228E zusätzlich nötig zu sein um eine Basalaktivität in der GTP-Hydrolysekurve zu verursachen. Der Grund dafür bleibt jedoch ungeklärt. Ein weiter Unterschied zwischen der Doppelmutante R227E/K228E und dem Wildtyp ist das Verhältnis der Hydrolyseprodukte. Der Wildtyp zeigt bei kleinen Proteinkonzentrationen einen GMP-Anteil von 13% welcher bei Erhöhung der Proteinkonzentrationen bis auf 73% ansteigt. Im Wildtyp wird also mit zunehmender Proteinkonzentration mehr GMP erhalten. Bei der Doppelmutante R227E/K228E konnte jedoch in dem verwendeten Konzentrationsbereich keine Änderung der Produktverhältnisse detektiert werden. Bei Proteinkonzentrationen zwischen 30nM und 4µM liegt das Hauptprodukt mit 78% konzentrationsunabhängig beim GMP. Das entspricht ungefähr dem maximalen Wert der auch für den Wildtyp experimentell bestimmt werden konnte. Im Rahmen ihrer Dissertation konnte Simone Kunzelmann ein Reaktionsmodell für die Nukleotidhydrolyse vom hGBP1 entwickeln (Abbildung 4-1). Demnach folgt der Bindung von GTP eine Konformationsänderung von einer inaktiven in eine aktive Konformation. Dadurch wird durch die richtige Positionierung des Arginin 48 erst die Möglichkeit zur Hydrolyse geschaffen. Erst die aktive Konformation ist in der Lage GTP und GDP zu spalten. Durch die Dimerisierung von hGBP1 wird diese aktive Konformation stabilisiert und die maximale Geschwindigkeit der GTP-Hydrolyse wird erreicht. Der Übergang der nach Dissoziation der GDP- und GMP- gebundener Dimere stattfindet, ist quasi-irreversibel. Daher ist die Hydrolyse von GDP aus der Lösung sehr langsam und die Bildung von GDP- oder GMP-Dimeren findet nicht statt. Die Konzentrationsabhängigkeit der Produktverhältnisse kann ebenfalls durch das Schema 4-1 beschrieben werden. Demnach ist die produzierte Menge an GMP von den Konzentrationen der Intermediate E*GDP und (E*GDP)2, und dementsprechend auch von der Dissoziationskonstante der Dimerisierung abhängig. - 98 - Diskussion 2E + 2GTP Nukleotidbindung -1 2,7s 2E + 2GDP -1 2,0 µM-1s-1 26s inaktiv 2E·GTP Konformationsänderung aktiv Dimerisierung -1 1,9 µM-1s-1 20s 2E·GDP * 15s-1 K1 = 16 2E*·GTP 2E + 2GMP 0,45s-1 4,5 µM-1s-1 2E·GMP * K2 > 6000 2E*·GDP 2,2s-1 2E*·GMP Kd = 3nM (E*·GTP)2 0,45s -1 -1 (E*·GDP)2 2,2s (E*·GMP)2 Schema 4-1: Reaktionschema der Nukleotidhydrolyse durch hGBP1. Nach der Bindung von GTP folgt eine Konformationsänderung von hGBP1 von einer inaktiven zu einer aktiven (*) Konformation. Im aktiven Zustand ist hGBP1 erst in der Lage GTP zu spalten. Im monomeren, GTP-gebundenem Zustand liegt nur ein geringer Teil in der aktiven Konformation vor und die Hydrolyse ist deshalb langsam. Die Hydrolyse wird beschleunigt indem die aktive Konformation durch die Dimerisierung stabilisiert wird. Im GDP- und GMP-gebundenem Zustand ist das Konformationsgleichgewicht, im Vergleich zum GTP-gebundenen Zustand, weiter zur inaktiven Konformation verschoben. Der nach der Dissoziation der GDP- und GMP-gebundenem Dimere Übergang in den inaktiven Zustand ist quasi-irreversibel. (Abbildung entnommen aus Dissertation, S. Kunzelmann) Dieses Reaktionsschema kann nun um den Schritt der Tetramerisierung erweitert werden (Schema 4-2). Im Zeitraum der Umsetzung von GTP zum GDP findet eine Konformationsänderung statt, welche Vorraussetzung für die Interaktion an der helikalen Domäne α12-13 ist. Abhängig von der Affinität der helikalen Interaktion, stellt sich ein Gleichgewicht zwischen dem Dimer und dem Tetramer im GDP gebundenen Zustand ein. Eine wichtige Frage die noch zu klären wäre, ist die Lebensdauer des Tetramers. Möglich wäre, dass das Tetramer bereits im GDP gebundenen Zustand wieder zerfällt. Weiterhin wäre aber auch die Dissoziation des tetrameren hGBP1 nach der Hydrolyse des GDP zum GMP möglich. Daten bezüglich der Stabilität des tetrameren hGBP1 fehlen jedoch bisher, sodass diese Vermutungen experimentell bestätigt werden müssen. Eine weitere Spezies könnte ein helikal, GDP-gebundenes Dimer sein, welches neben dem LG-Domänen-Dimer existiert. Dieses könnte nach der GTP-Hydrolyse durch das monomere hGBP1 auftreten. Die Existenz dieser Spezies konnte aber bisher nicht nachgewiesen werden. - 99 - Diskussion 4E + 4GDP 4E + 4GMP 4E·GDP 4E·GMP 4E*·GDP/P 4E*·GDP 4E*·GMP 2(E*·GDP/P)2 2(E*·GDP)2 2(E*·GMP) (E*·GDP)4 (E*·GMP)2 4E + 4GTP Nukleotidbindung 4E·GTP Konformationsänderung 4E*·GTP Intermediat Dimerisierung 2(E*·GTP)2 Tetramerisierung Schema 4-2: Erweitertes Reaktionsschema der Nukleotidhydrolyse durch hGBP1. Das Reaktionsschema der Nukleotidhydrolyse welches von S. Kunzelmann in ihrer Arbeit entwickelt wurde, ist hier um den Schritt der Tetramerisierung erweitert worden. Demnach erfolgt im Laufe der GTP-Hydrolyse eine Konformationsänderung, die die nötige Vorraussetzung für eine Interaktion an den helikalen Domänen liefert. Das Tetramer ist ein weiterer Schritt das aktive Dimer zu stabilisieren und trägt zur Erhöhung der GMP-Produktion bei. Mit Hilfe dieses erweiterten Hydrolyseschemas kann für die hohe GMP-Produktion bei der Doppelmutante R227E/K228E eine mögliche Erklärung gefunden werden. Da die nukleotidfreie Doppelmutante bereits als dimeres, über die helikale Domäne assoziiertes, Protein vorliegt führt schon die GTP-Bindung zu einer Tetramerisierung. Im Wildtyp erfolgt jedoch der Schritt der LG-Domänen-Assoziation vor der helikalen Interaktion. Diese Änderung im Ablauf der Homooligomerisierung bewirkt, dass sich die Kontaktfläche für die Interaktion an den LG-Domänen verdoppelt, da nun zwei LGDomänen für eine Assoziation bereitstehen. Daraus resultiert eine höhere Affinität, die das Verhältnis 4E*GTP/2(E*GTP)2 in die Richtung der GTP-gebundenen Dimere verschiebt. Ein weiter Grund für die höhere GMP-Produktion ist, dass das Gleichgewicht zwischen den GDP-gebundenen Dimeren und Monomeren stärker auf die Seite der Dimere liegt. Somit folgt das der quasi-irreversible Übergang des GDP-gebundenen Monomers in die inaktive Form schwieriger zu erreichen ist. Die Tetramerisierung ist eine Möglichkeit die Affinität an der LG-Domäne zu erhöhen, um somit den aktiven Zustand weiter zu stabilisieren. Dies wirkt sich auf das Produktverhältnis der Hydrolyse aus, das somit in die Richtung des GMP´s verschoben wird. Für die hohe basale Aktivität (11min-1), die bei der GTP-Hydrolyse der Doppelmutante beobachtet wurde ist scheinbar die helikalen Domäne α12-13 verantwortlich. Da bei der Deletionsmutante 1-481 in der die α12-13 fehlen, eine Basalaktivität nicht beobachtet - 100 - Diskussion werden konnte, scheinen die Helices α12-13 für diesen Effekt notwendig zu sein. Die im Vergleich zum Wildtyp später einsetzende Aktivierung ist möglicherweise in einer verminderten Affinität an der LG-Domäne begründet. Dadurch erfolgen die Assoziation an den LG-Domänen und die damit verbundene Beschleunigung der Hydrolyse erst bei höheren Proteinkonzentrationen. Die Tetramerisierung verläuft nicht nur über α12-13 Mit Hilfe der Temperatursprung-Methode wurde die Kinetik der Assemblierung der helikalen Domäne näher bestimmt. Die Messungen mit den isolierten Helices α12-13 weisen mit einer Dissoziationskonstante von 24,4µM eine relativ geringe Affinität zueinander auf. Bei der Homodimerisierung der isolierten helikalen Domäne α7-13, erhöht sich die Affinität auf 9,7µM. Diese höhere Affinität gegenüber α12-13 liegt hauptsächlich an einer um eine Größenordnung höheren Assoziationsgeschwindigkeit. Dieses Ergebnis zeigt, dass die Helices α7 bis α11 ebenfalls einen kleinen, wenn auch nur relativ kleinen, Beitrag zur Interaktion der helikalen Domänen liefern. Möglicherweise resultiert diese Erhöhung durch eine Stabilisierung der α12-13 durch die α7-11. Die Affinität wird durch die Anwesenheit der LG-Domäne weiter erhöht. Die Bindung von α7-13 an die Doppelmutante R227E/K228E ist mit 1,78µM um mehr als eine Größenordnung stärker als bei der Homodimerisierung von α12-13. Die Interaktion von hGBP1 an der helikalen Domäne ist also nicht nur auf die Helices α12-13 beschränkt. Es findet auch eine Interaktion zwischen der α12-13 des einen Interaktionspartners mit der LG-Domäne des anderen statt. Durch Messungen mit dem Hefe-2-Hybrid–System konnte keine Interaktion zwischen der isolierten LG-Domäne und der Subdomäne α12-13 bzw. α7-13 festgestellt werden (Dissertation U. Benscheid, 2006). Da aber die Detektion von schwachen Interaktionen mit dem Hefe-2-Hybrid-System sehr schwierig ist, muss eine sensitivere Methode zur Bestimmung der Interaktion zwischen den isolierten LG- und helikalen Domänen verwendet werden. - 101 - Diskussion α12-13 α7-13 R227E/K228E α7-13 9,7µM 1,78µM R227E/K228E 1,78µM α12-13 24.4µM Die Messung der Homodimerisierung der Doppelmutante konnte leider im Rahmen dieser Arbeit nicht durchgeführt werden. Möglicherweise ist die Dissoziationskonstante in Gegenwart beider LG-Domänen noch kleiner und die Bindung noch fester. Im Vergleich dazu konnte die Gleichgewichtskonstante der Dimerisierung der LG-Domänen mit 40nM bestimmt werden (Dissertation S. Kunzelmann, 2006). Die Helix α4´ ist innerhalb der hGBP´s stark konserviert Der Vergleich der Aminosäurensequenz aller sieben hGBPs zeigt eine hohe Konservierung ihrer Primärsequenz (Tabelle 4-1). Allen gemein sind die konservierten GTP-Bindemotive. Jedoch existieren weitere Bereiche, deren Sequenzen identische Aminosäuren beinhalten, die charakteristisch für die GBPs zu sein scheinen. hGBP-1 hGBP-2 hGBP-3 hGBP-4 hGBP-1 hGBP-2 hGBP-3 hGBP-4 hGBP-5 hGBP-6 hGBP-7 100% 77% 88% 56% 68% 54% 56% 100% 76% 55% 65% 54% 57% 100% 55% 68% 53% 56% 100% 52% 74% 81% 100% 52% 53% 100% 74% hGBP-5 hGBP-6 hGBP-7 100% Tabelle 4-2: Prozentualer Vergleich der Primärsequenzidentität. Die Aminosäuresequenzen der Proteine hGBP1-7 wurden miteinander verglichen und die Übereinstimmungen der Aminosäuren prozentual angegeben. Die höchste Übereinstimmung haben hGBP1 und hGBP3 (übernommen aus Olszewski et al., 2006). - 102 - Diskussion hGBP1 hGBP2 hGBP3 hGBP4 hGBP5 hGBP6 hGBP7 GxxxxGK(S/T) ---------------MASEIHMTGPMCLIENTNGRLMANPEALKILSAITQPMVVVAIVGLYRTGKSYLMNKLAGKKKGFSL ---------------MAPEINLPGPMSLIDNTKGQLVVNPEALKILSAITQPVVVVAIVGLYRTGKSYLMNKLAGKKNGFSL ---------------MAPEIHMTGPMCLIENTNGELVANPEALKILSAITQPVVVVAIVGLYRTGKSYLMNKLAGKNKGFSL MGERTLHAAVPTPGYPESESIMMAPICLVENQEEQLTVNSKALEILDKISQPVVVVAIVGLYRTGKSYLMNRLAGKRNGFPL ---------------MALEIHMSDPMCLIENFNEQLKVNQEALEILSAITQPVVVVAIVGLYRTGKSYLMNKLAGKNKGFSV ---------------MESGPKMLAPVCQVENNNEQLLVNQQAIQILEKISQPVVVVAIVGLYRTGKSYLMNHLAGQNHGFPL ---------------MASEIHMPGPVCLIENTKGHLVVNSEALEILSAITQPVVVVAIVGLYRTGKSYLMNKLAGKNKGFPL (67) (67) (67) (82) (67) (67) (67) hGBP1 hGBP2 hGBP3 hGBP4 hGBP5 hGBP6 hGBP7 T DxxG GSTVQSHTKGIWMWCVPHPKKPGHILVLLDTEGLGDVEKGDNQNDSWIFALAVLLSSTFVYNSIGTINQQAMDQLYYVTELT GSTVKSHTKGIWMWCVPHPKKPEHTLVLLDTEGLGDIEKGDNENDSWIFALAILLSSTFVYNSMGTINQQAMDQLHYVTELT GSTVKSHTKGIWMWCVPHPKKPEHTLVLLDTEGLGDVKKGDNQNDSWIFTLAVLLSSTLVYNSMGTINQQAMDQLYYVTELT GSTVQSETKGIWMWCVPHLSKPNHTLVLLDTEGLGDVEKSNPKNDSWIFALAVLLSSSFVYNSVSTINHQALEQLHYVTELA ASTVQSHTKGIWIWCVPHPNWPNHTLVLLDTEGLGDVEKADNKNDIQIFALALLLSSTFVYNTVNKIDQGAIDLLHNVTELT GSTVQSETKGIWMWCVPHPSKPNHTLVLLDTEGLGDVEKGDPKNDSWIFALAVLLCSTFVYNSMSTINHQALEQLHYVTELT GCTVKSETKGIWMWCVPHPSKPNHTLILLDTEGLGDMEKSDPKSDSWIFALAVLLSSSFVYNSMGTINHQALEQLHYVTELT (149) (149) (149) (164) (149) (149) (149) hGBP1 hGBP2 hGBP3 hGBP4 hGBP5 hGBP6 hGBP7 TLRD Helix α4´ HRIRSKSSPDENENEVEDSADFVSFFPDFVWTLRDFSLDLEADGQPLTPDEYLTYSLKLKKGTSQKDETFNLPRLCIRKFFP DRIKANSSP--GNNSVDDSADFVSFFPAFVWTLRDFTLELEVDGEPITADDYLELSLKLRKGTDKKSKSFNDPRLCIRKFFP HRIRSKSSPDENEN--EDSADFVSFFPDFVWTLRDFSLDLEADGQPLTPDEYLEYSLKLTQGTSQKDKNFNLPRLCIRKFFP ELIRAKSCP--RPDEAEDSADFVSFFPDFVWTLRDFSLDLEADGQPLTPDEYLEYSLKLTQGTSQKDKNFNLPRLCIRHFFR DLLKARNSP--DLDRVEDPADSASFFPDLVWTLRDFCLGLEIDGQLVTPDEYLENSLRPKQGSDQRVQNFNLPRLCIQKFFP LIKAKSSP--RPDGVEEDSTEFVSFFPDFLWTVRDFTLELKLNGHPITEDEYLENALKLIQGNNPRVQTSNFPRECIRRFFP ELIRAKSCP--RPDEVEDSSEFVSFFPDFIWTVRDFTLELKLDGHPITEDEYLENALKLISGKNPQIQNSNKPREWIRHFFP (231) (229) (229) (244) (229) (229) (229) hGBP1 hGBP2 hGBP3 hGBP4 hGBP5 hGBP6 hGBP7 KKKCFVFDRPVH-RRKLAQLEKLQDEELDPEFVQQVADFCSYIFSNSKTKTLSGGIQVNGPRLESLVLTYVNAISSGDLPCM KRKCFVFDWPAP-KKYLAHLEQLKEEELNPDFIEQVAEFCSYILSHSNVKTLSGGIAVNGPRLESLVLTYVNAISSGDLPCM KKKCFVFDLPIH-RRKLAQLEKLQDEELDPEFVQQVADFCSYIFSNSKTKTLSGGIKVNGPRLESLVLTYINAISRGDLPCM KRKCFVFDRPTNDKQYLNHMDEVPEENLERHFLMQSDNFCSYIFTHAKTKTLREGIIVTGKRLGTLVVTYVDAINSGAVPCL KKKCFIFDLPAH-QKKLAQLETLPDDELEPEFVQQVTEFCSYIFSHSMTKTLPGGIMVNGSRLKNLVLTYVNAISSGDLPCI KRKCFVFDRPTNDKDLLANIEKVSEKQLDPKFQEQTNIFCSYIFTHARTKTLREGITVTGNRLGTLAVTYVEAINSGAVPCL KQKCFVFDRPINDKKLLLHVEEVREDQLDSNFQMQSENFCSYIFTHAKTKTLREGILVTGNRLGMLVETYLDAINSGATPCL (312) (310) (310) (326) (310) (311) (311) hGBP1 hGBP2 hGBP3 hGBP4 hGBP5 hGBP6 hGBP7 ENAVLALAQIENSAAVQKAIAHYEQQMGQKVQLPTETLQELLDLHRDSEREAIEVFIRSSFKDVDHLFQKELAAQLEKKRDD ENAVLALAQIENSAAVEKAIAHYEQQMGQKVQLPTETLQELLDLHRDSEREAIEVFMKNSFKDVDQMFQRKLGAQLEARRDD ENAVLALAQIENSAAVQKAIAHYDQQMGQKVQLPAETLQELLDLHRVSEREATEVYMKNSFKDVDHLFQKKLAAQLDKKRDD ENAVTALAQLENPAAVQRAADHYSQQMAQQLRLPTDTLQELLDVHAACEREAIAVFMEHSFKDENHEFQKKLVDTIEKKKGD ENAVLALAQRENSAAVQKAIAHYDQQMGQKVQLPMETLQELLDLHRTSEREAIEVFMKNSFKDVDQSFQKELETLLDAKQND EDAVITLAQRENSAAVQRASDYYSQQMAQRVKFPTDTLQELLDVHAACEREAIAIFMEHSFKDENQEFQKKFMETTMNKKGD ENAMAVLAQCENSAAVQRAANHYSQQMAQQVRFPTDTLQELLDVHAVCEREAIAVFMEYSFKDKSQEFQKKLVDTMEKKKED (394) (392) (392) (408) (392) (393) (393) hGBP1 hGBP2 hGBP3 hGBP4 hGBP5 hGBP6 hGBP7 FCKQNQEASSDRCSALLQVIFSPLEEEVKAGIYSKPGGYRLFVQKLQDLKKKYYEEPRKGIQAEEILQTYLKSKESMTDAIL FCKQNSKASSDCCMALLQDIFGPLEEDVKQGTFSKPGGYRLFTQKLQELKNKYYQVPRKGIQAKEVLKKYLESKEDVADALL FCKQNQEASSDRCSALLQVIFSPLEEEVKAGIYSKPGGYCLFIQKLQDLEKKYYEEPRKGIQAEEILQTYLKSKESVTDAIL FVLQNEEASAKYCQAELKRLSEHLTESILRGIFSVPGGHNLYLEEKKQVEWDYKLVPRKGVKANEVLQNFLQSQVVVEESIL ICKRNLEASSDYCSALLKDIFGPLEEAVKQGIYSKPGGHNLFIQKTEELKAKYYREPRKGIQAEEVLQKYLKSKESVSHAIL FLLQNEESSVQYCQAKLNELSKGLMESISAGSFSVPGGHKLYMETKERIEQDYWQVPRKGVKAKEVFQRFLESQMVIEESIL FVLQNEEASAKYCQAELKRLSELLTESISRGTFFVPGGHNIYLEAKKKIEQDYTLVPRKGVKADEVLQSFLQSQVVIEESIL (476) (474) (474) (490) (474) (475) (475) hGBP1 hGBP2 hGBP3 hGBP4 hGBP5 hGBP6 hGBP7 QTDQTLTEKEKEIEVERVKAESAQASAKMLQEMQRKNEQMMEQKERSYQEHLKQLTEKMENDRVQLLKEQERTLALKLQEQE QTDQSLSEKEKAIEVERIKAESAEAAKKMLEEIQKKNEEMMEQKEKSYQEHVKQLTEKMERDRAQLMAEQEKTLALKLQEQE QTDQILTEKEKEIEVECVKAESAQASAKMVEEMQIKYQQMMEEKEKSYQEHVKQLTEKMERERAQLLEEQEKTLTSKLQEQA QSDKALTAGEKAIAAERAMKEAAEKEQELLREKQKEQQQMMEAQERSFQENIAQLKKKMERERENLLREHERLLKHKLKVQE QTDQALTETEKKKKEAQVKAEAEKAEAQRLAAIQRQNEQMMQERERLHQEQVRQ----MEIAKQNWLAEQQKMQEQQMQEQA QSDKALTDREKAVAVDRAKKEAAEKEQELLKQKLQEQQQQMEAQVKSRKENIAQLKEKLQMEREHLLREQIMMLEHTQKVQN QSDKALTAGEKAIAAKQAKKEAAEKEQELLRQKQKEQQQMMEAQERSFQENIAQLKKKMERERENYMRELRKMLSHKMKVLE (558) (556) (556) (572) (552) (557) (557) hGBP1 hGBP2 hGBP3 hGBP4 hGBP5 hGBP6 hGBP7 QLLKEGFQKESRIMKNEIQDLQTKMRRRKA-CTIS RLLKEGFENESKRLQKDIWDIQMRSKSLEPICNIL RVLKERCQGESTQLQNEIQKLQKTLKKKTKRYMSHKLKI EMLKEEFQKKSEQLNKEINQLKEKIESTKNEQLRLL-KILDMASNIMIVTLPGASKLLGVGTKYLGSRI AQLSTTFQAQNRSLLSELQHAQRTVNNDDP-CVLL DWLHEGFKKKYEEMNAEISQFKRMIDTTKNDDTPWIARTLDNLADELTAILSAPAKLIGHGVKGVSSLFKKHKLPF ELLTEGFKEIFESLNEEINRLKEQIEAAENEEPSVFSQILDVAGSIFIAALPGAAKLVDLGMKILSSLCNRLRNPGKKIIS (593) (592) (595) (641) (587) (634) (639) Arg227 Abbildung 4-3: Sequenzvergleich der humanen GBP´s 1-7. Die humanen GBP´s 1-7 weisen untereinander eine sehr hohe Aminosäurenidentität auf (Olszewski et al., 2006). Die vier konservierten Motive GTP-bindender Proteine sind schwarz hinterlegt. Die Helix α4´ ist bei hGBP1-5 ebenfalls stark konserviert (grauer Kasten). Das Arginin an der Stelle 227 (Pfeil), welches bei hGBP1 die wichtigste Kontaktstelle zwischen α4´und α12-13 darstellt, ist ebenfalls konserviert. Die einzige Ausnahme macht hGBP5, bei der das Arginin gegen ein Glutamat getauscht ist. - 103 - Diskussion Besonders ausgeprägt ist die Aminosäurenidentität zwischen hGBP1 bis hGBP7 in der LG-Domäne. Auch bei der in der LG-Domäne liegenden Helix α4´ ist zwischen den sieben hGBP´s eine hohe Homologie zu finden (Abbildung 4-3). Jedoch zeigen die beiden Proteine hGBP6 und hGBP7 von allen mit knapp über 50% die geringsten Sequenzhomologien zu den anderen Familienmitgliedern. Beim Vergleich aller Sequenzen ist auffällig, dass das Arginin 227, welches im hGBP1 für die Bindung der α12-13 an die α4´ essentiell ist, auch in allen anderen hGBP´s an gleicher Stelle zu finden ist. Als einzige Ausnahme trägt hGBP5 an dieser Stelle ein Glutamin. Nimmt man die beiden Proteine hGBP6 und hGBP7 aufgrund der geringen Sequenzhomologien (<60%) beiseite und vergleicht nur hGBP1-5, zeigt sich, dass die Helix α4´in diesen fünf Proteinen nahezu identisch sind. Möglicherweise hat diese Helix in hGBP2-4 eine ähnliche Aufgabe wie in hGBP1 und ist deswegen stark konserviert Modell der Tetramerisierung von hGBP1 Die Oligomerisierung von GTP-bindenden Proteinen ist eine essentielle Eigenschaft, die einen direkten Einfluss auf die Hydrolyseaktivität hat. Das gereinigte hGBP1 liegt nukleotidfrei als Monomer vor (Dissertation, Praefcke, 2001). Die Bindung von GTP bzw. dem Analogon GppNHp, lässt das Protein an den LG-Domänen dimerisieren. Durch die Dimerisierung wird die im Monomer Solvens-exponierte Seitenkette von Arg48 des PLoop in das aktive Zentrum orientiert, was die Hydrolyse des GTPs stark beschleunigt (Ghosh et al., 2006). Wie die full length Struktur des dimeren hGBP1 aussieht, ist noch nicht vollständig geklärt. Es konnte aber erfolgreich eine Dimerstruktur der isolierten LGDomänen im Komplex mit GppNHp gelöst werden (PDB: 2bc9), die einen Anhaltspunkt liefert wie das Dimer, bestehend aus zwei full length Molekülen, aussehen könnte. Dazu wurde an die beiden LG-Domänen aus der Dimerstruktur jeweils eine hGBP1 full length Struktur überlagert (Ghosh et al., 2006). Das resultierende Modell zeigt ein gewinkeltes Dimer, bei dem die helikale Domänen voneinander weg zeigen. Betrachtet man die putative Dimerstruktur von oben (Abbildung 4-4, B), so ist zu erkennen, dass die Helices α12-13 an entgegengesetzten Seiten der LG-Domänen liegen. - 104 - Diskussion Für eine Assemblierung von zwei Dimermolekülen an den helikalen Domänen muss die Interaktion der α12-13 gelöst werden, um die Beweglichkeit der Helices zu erhöhen (Abbildung 4-4). Die Unterbrechung der intramolekularen Interaktion zwischen der LG-Domäne und α1213 wird durch die Helix α4´ vermittelt, die durch seine Konformationsänderung die elektrostatische Bindung unterbricht. Diese Konformationsänderung wird durch die Bindung von GDP und AlFx induziert, was den Übergangszustand der Hydrolyse darstellt. Erst wenn der Übergangszustand der Hydrolyse erreicht ist, ist das Protein in der Lage die nötigen Konformationsänderung für die Tetramerisierung von hGBP1 zu vollziehen. Die Bindung des GTPs alleine reicht nicht aus. Das Zeitfenster, in dem beim hGBP1wt die Tetramerisierung stattfinden kann ist demnach klein, konnte aber bereits durch single turnover Experimente bestimmt werden. Die Geschwindigkeitskonstante des GTPUmsatzes liegt dabei bei 0,47s-1. Interessanterweise ist jedoch die nachfolgende GDPHydrolyse schneller und die ermittelte Geschwindigkeitskonstante liegt hier bei 2,2s-1 (Kunzelmann et al., 2006). Eine mögliche Begründung für den, im Vergleich zur GDPHydrolyse, langsameren GTP-Umsatz könnte in der Konformationsänderung im Zuge der Tetramerisierung liegen. - 105 - Diskussion A B α12-13 90° α12-13 Abbildung 4-4: Bänderdarstellung des dimeren hGBP1. Durch die Überlagerung der Dimerstruktur der isolierten LG-Domänen im Komplex mit GppNHp (PDB: 2bc9) und jeweils einer hGBP1 full length Struktur entsteht ein full length-dimer Modell. (A) Das resultierende Modell zeigt ein gestrecktes Dimer, bei dem die helikale Domänen voneinander weg zeigen und eine gewinkelte Konformation einnehmen. (B) Dreht man das Molekül um 90°, wird deutlich dass die Helices α12-13 an entgegen gesetzten Seiten zueinander liegen und für eine Tetramerisierung an den Helices α12-13 eine Erhöhung der Beweglichkeit notwendig ist. Möglicherweise besteht die Konformationsänderung nicht nur aus der Neuausrichtung von α4´, denn ein weiteres Problem stellt die gewinkelte Konformation des LG-DomänenDimers dar (Abbildung 4-4 A). Nach Analyse der Daten aus den mT-Jump-Messungen erfolgt die Tetramerisierung sowohl über α12-13 als auch über die LG-Domäne des Interaktionspartners. Diese Art der Interaktion ist aber bei dieser gewinkelten Dimerstellung nicht möglich und könnte bedeuten, dass die Konformationsänderung im Übergangszustand der Hydrolyse nicht nur die Helix α4´ betrifft, sondern zusätzlich der Winkel vergrößert wird. Jedoch konnte diese These anhand der Daten dieser Arbeit nicht bewiesen werden. - 106 - Diskussion = GTP α12-13 α7-13 LG-Domäne α4/ = Phosphat Im nukleotidfreien, GMP- und GDP-gebundenen Zustand liegt hGBP1 als Monomer vor. GTP-Bindung Die Bindung von GTP, nicht aber GDP oder GMP induziert eine Dimerisierung, bei der die LGDomänen das Interface stellen. Die Proteine nehmen dabei eine gewinkelte Konformation ein. Dimerisierung GTP-Hydrolyse GTP-Hydrolyse A Tetramerisierung B Die Hydrolyse von GTP zu GDP induziert Konformationsänderungen: Die Helix α4´wird in ihrer Position so verändert, dass die elektrostatische Interaktion zur LG-Domäne abbricht. Dadurch lösen sich die Helices α12-13 von der LG-Domäne und eine Interaktion mit einem anderen dimeren hGBP1 an den helikalen Domänen kann erfolgen. Für diese helikale Assoziation gibt es zwei denkbare Möglichkeiten. (A) Zum einen könnte es eine reine coiled-coil-Interaktion der Helices α12-13 geben. Dabei erhalten die Proteine ihre gewinkelte Ausrichtung. (B) Die zweite Möglichkeit ist, dass neben der helikalen coiled-coil-Interaktion, ein interrmolekularer Kontakt zwischen der α12-13 und der LG-Domäne der Interaktionspartner zustande kommt. Dafür müsste sich aber der Winkel des Dimers vergrößern und sich das Molekül „strecken“. Bei Messungen an der mT-Jump-Apparatur zeigte sich, dass die Tetramerisierung sowohl über die α12-13 als auch die LG-Domäne erfolgt. Dieses Ergebnis spricht für das Modell der Winkelvergrößerung, muss aber noch durch weitere Experimente bestätigt werden. - 107 - Tetramerisierung Diskussion Das Oligomerisierungsverhalten von hGBP2 unterscheidet sich zu dem von hGBP1 Die Analyse des nukleotidabhängigen Oligomerisierungsverhalten von hGBP2 zeigte ein verändertes Bild im Vergleich zu hGBP1. Der hydrodynamische Radius von hGBP2 im Komplex mit GppNHp zeigt keine signifikante Änderung zum nukleotidfreien Protein. Im Gegensatz zum hGBP1, welches im Komplex mit GppNHp an den LG-Domänen dimerisiert, ist hGBP2 sowohl im nukleotidfreien als auch im Komplex mit GppNHp Monomer. Obwohl die beiden Proteine gerade in der LG-Domäne eine sehr hohe Aminosäurenidentität besitzen, gibt es Unterschiede in wichtigen Aminosäuren, welche in hGBP1 die Dimer Interaktionsfläche bilden (Dissertation A. Ghosh, 2004). Vor allen das R240 und das R244 aus der Guaninkappe, welche im hGBP1 den Hauptbeitrag zur Affinität des Dimers liefern (Dissertation, S. Kunzelmann; 2006), sind im hGBP2 verändert. Das R240 aus hGBP1 ist im hGBP2 ein Tryptophan und das R244 und R245 liegen im hGBP2 als Lysine vor. Im Komplex mit GDP*AlFx liegt hGBP2 in einem höheren oligomeren Zustand vor. Im Vergleich mit hGBP1 liegt der hydrodynamische Radius bei hGBP2 in einem Bereich zwischen einem Dimer und einem Tetramer. Da aber nichts über die Faltung des Proteins bekannt ist, kann nicht eindeutig bestimmt werden, wie viele monomere Einheiten in die Assemblierung involviert sind. Dieser Unterschied in der nukleotidabhängigen Oligomerisierung von hGBP2 weist auf Unterschiede in der Biochemie zwischen hGBP1 und hGBP2 hin. Bei hGBP1 folgt auf die Bindung von GTP die Dimerisierung an den LG-Domänen und eine damit verbundene Beschleunigung der GTP-Spaltung (Ghosh et al., 2006). Das hGBP2 dagegen ist nach Nukleotidbindung weiterhin Monomer, was bedeutet, dass die Beschleunigung der Hydrolyse durch einen anderen Mechanismus als bei hGBP1 hervorgerufen wird, da auch die hGBP2-Hydrolyse einen kooperativen Verlauf hat. Beim Vergleich der apparenten Dissoziationskonstanten der Dimerisierung liegt der Kdapp von hGBP2 mit 0,76µM deutlich über den von hGBP1 mit 0,032µM. Die Messung der nukleotidabhängigen Oligomerisierung von hGBP2 zeigte in einer früheren Arbeit ein anderes Bild (Dissertation A. Ghosh, 2004). Dabei liegt hGBP2 nukleotidfrei zwar als Monomer vor, aber dimerisierte im Komplex mit GppNHp bzw. GDP*AlFx. Der Grund für diese Unterschiede ist nicht bekannt. - 108 - Diskussion Auch die konzentrationsabhängige Nukleotidhydrolyse macht die unterschiedliche Biochemie zwischen hGBP1 und hGBP2 deutlich. Zwar weisen die maximalen GTPaseAktivitäten kaum Unterschiede auf, jedoch konnte GMP bei 25°C nicht als Produkt nachgewiesen werden. Als Hauptprodukt konnte ausschließlich GDP detektiert werden. In früheren Arbeiten konnte bei der konzentrationsabhängigen GTP-Hydrolyse bei 37°C eine geringe GMP Produktion nachgewiesen werden (Neun et al., 1996). Das könnte bedeuten, dass die GMP Produktion stark temperaturabhängig ist. Interessanterweise konnten bei Messungen mit der isolierten LG-Domänen von hGBP2 bei 37°C keine Produktion von GMP festgestellt werden (Dissertation, Ghosh, 2004). Ein weiterer Unterschied zwischen hGBP1 und hGBP2 ist bei den Messungen der mantNukleotid-Affinitäten zu beobachten. Dabei sind bei hGBP2, mGDP und mGppNHp um eine Größenordung fester gebunden als bei hGBP1. Dagegen bindet mGMP bei beiden Proteinen mit derselben Affinität. Die Ergebnisse der mant-Nukleotidaffinitäten stimmen mit den Messungen überein, die A. Ghosh bereits im Rahmen seiner Dissertation vorgenommen hat. Die helikale Domäne von hGBP1 interagiert mit hGBP2 Die Sequenzanalyse zwischen hGBP1 und hGBP2 zeigt eine Sequenzidentität von ca. 77% (Olszewski et al., 2006). Die größte Sequenzidentität liegt dabei in der LG-Domäne (82%). Dagegen zeigen die C-terminalen Bereiche eine geringe Homologie. In dieser Arbeit konnte nicht nur gezeigt werden, dass hGBP1 mit hGBP2 interagiert, sondern auch dass diese Interaktion über die helikale Domäne von hGBP1 vermittelt wird. Interessanterweise findet eine Interaktion zwischen hGBP1 und hGBP2 im Übergangszustand der GTPHydrolyse statt, welcher durch den Komplex mit GDP*AlFx induziert wird. Die Bindung von GppNHp zeigt dagegen in FRET-Messungen keine Veränderung der Akzeptorfluoreszenz und damit auch keine Interaktion zwischen den Proteinen. Diese Beobachtung stellt einen Unterschied zu der Homooligomerisierung von hGBP1 dar, das bei Bindung von GppNHp über die LG-Domänen dimerisiert. Möglicherweise ist eine Interaktion an der LG-Domäne zwischen hGBP1 und hGBP2 nicht möglich. - 109 - Zusammenfasung Denn trotz der großen Homologie zwischen den LG-Domänen sind gerade die Aminosäuren die in der hGBP1 Dimerisierung den größten Beitrag leisten, im hGBP2 verändert. Das R240 aus hGBP1 ist im hGBP2 ein Tryptophan und das R244 und R245 liegen im hGBP2 als Lysine vor. Es ist zu berücksichtigen, dass bei Verwendung von GDP*AlFx dauerhaft ein Zustand dargestellt wird, der bei der Hydrolyse von GTP sehr kurzlebig ist. Um zu zeigen, dass dieser Zustand während der GTP-Hydrolyse lang genug anhält, damit die Interaktion zustande kommt, wurde der Versuch zeitabhängig unter multi turnover Bedingungen mit GTP durchgeführt. Nach der Zugabe des GTP ist eine Zunahme der Akzeptorfluoreszenz zu beobachten, die nur durch die Interaktion von hGBP1 und hGBP2 erfolgen kann. 5 Zusammenfassung Die Selbstassemblierung von Proteinen der Dynamin Familie ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Funktion. In vorangegangenen Arbeiten konnte bereits für das hGBP1 eine Assemblierung zu einem dimeren Komplex beobachtet werden, die eine starke Beschleunigung der Hydrolyse zur Folge hat. Des Weiteren konnte auch die Oligomerisierung zu einem tetrameren Komplex gezeigt werden, in der die Helices α12/13 als Interaktionsdomäne dienten. Ziel dieser Arbeit war es, unter biophysikalischen und biochemischen Gesichtspunkten die Selbstassemblierung von hGBP1 zu untersuchen und die Rolle der helikalen Subdomäne α12/13 innerhalb dieses Vorgangs zu klären. Diese Arbeit beschäftigt sich ebenfalls mit der biochemischen Charakterisierung von hGBP2 und gibt die ersten Hinweise auf eine Interaktion zwischen hGBP1 und hGBP2. In einer detaillierten Betrachtung der full length Struktur von hGBP1 ist zu erkennen, dass die Helix α4´ aus der LG-Domäne mit den Helices α12-13 interagiert. Diese Interaktion zwischen der LG-Domäne und dem C-Terminus ist ein elektrostatischer Kontakt bestehend aus einem Lysin (K228) und einem Arginin (R227) auf Seiten der Helix α4´ und mehreren Glutaminsäuren (E563, E568, E556 und E575) auf Seiten von α12-13. Durch die Bindung von GDP*AlFx durch den Wildtyp erfolgt die Tetramerisierung des Proteins. Aufgrund einer Konformationsänderung, bei der sich die Helix α4´ verschiebt, wird beim Wildtyp die elektrostatische Interaktionen zwischen der LG-Domäne und der Subdomäne - 110 - Zusammenfasung α12-13 gelöst. Dadurch stehen die Helices α12-13 als Interaktionsdomäne zur Verfügung. Um diese These zu stützen, wurde in dieser Arbeit erfolgreich eine Mutation in hGBP1 eingefügt (R227E/K228E), die diese elektrostatische Interaktion dauerhaft unterbricht. Das hat zur Folge, dass diese Mutante in nukleotidfreier Form bereits als helikal assoziiertes Dimer vorliegt. Die Bindung des nicht hydrolysierbaren GTP Analogon GppNHp bewirkt die Assemblierung zu einem Tetramer, was beim Wildtyp nur im Komplex mit GDP*AlFx geschieht. Durch die Unterbrechung des elektrostatischen Kontakts ist die Konformationsänderung der α4´nicht mehr notwendig und die Helices α12-13 stehen dauerhaft für eine Interaktion zur Verfügung. Somit kann bereits im nukleotidfreien Zustand eine Assemblierung an der helikalen Domäne stattfinden. Dadurch konnte gezeigt werden, dass diese elektrostatische Interaktion verantwortlich für eine Weiterleitung der Information der GTP Hydrolyse an die helikale Domäne ist. Diese Unterbrechung des elektrostatischen Kontakts zeigt auch einen Einfluss auf die Nukleotid-Hydrolyse. Die Konzentrationsabhängigkeit der Hydrolysegeschwindigkeit zeigt einen sigmoidalen Verlauf. Dabei ist zwar die maximale Hydrolysegeschwindigkeit der Mutante dem Wildtyp sehr ähnlich, jedoch besitzt sie schon bei geringen Proteinkonzentrationen eine relativ hohe Aktivität. Bei der Deletionsmutanten 1-481, aber auch bei den isolierten LG-Domänen konnte die Bindung und Umsetzung von GDP festgestellt werden (Kunzelmann 2006, Ghosh et al., 2006). Diese veränderte Substratspezifität konnte auch bei der Punktmutante R227E und bei der Doppelmutante R227E/K228E beobachtet werden. Jedoch ist die GDP Hydrolysegeschwindigkeit dieser Mutanten 10mal kleiner als die der Deletionsmutante 1-481, zeigt aber den Einfluss der α12-13 im Bezug auf die Substratspezifität. Um die Interaktion an der helikalen Domäne untersuchen zu können, wurden zusätzlich zur Doppelmutante R227E/K228E unterschiedliche Deletionsmutanten hergestellt und hinsichtlich ihrer Affinität an der mT-Jump-Apparatur analysiert. Dabei zeigte sich, dass die Tetramerisierung nicht nur über die Subdomäne α12/13 vermittelt wird. Bei der zusätzlichen Anwesenheit von weiteren Domänen (α7-11 bzw. LG-Domäne), sind die Affinitäten um bis zu einer Größenordnung höher. Ein weiterer Teil dieser Arbeit beschäftigte sich mit der biochemischen und biophysikalischen Charakterisierung von hGBP2. Im Gegensatz zur GTP-Hydrolyse durch hGBP1 ist bei der Hydrolyse durch hGBP2 GDP das Hauptprodukt. Die Produktion von GMP konnte nicht festgestellt werden. Auch in der nukleotidabhängigen Oligomerisierung konnten Unterschiede zum Wildtyp festgestellt werden. In Gegenwart von GppNHp liegt - 111 - Zusammenfasung hGBP2 als Monomer vor, während für hGBP1 eine Dimerisierung in Gegenwart von GppNHp beschrieben wird. Dagegen liegt hGBP2 im Komplex mit GDP*AlFx in einem oligomeren Zustand vor, welcher im Vergleich zum hGBP1 einem Trimer entspricht. Die GTP-Hydrolyse von hGBP2 ist wie die von hGBP1 kooperativ. Die maximale spezifische Aktivität von 15 min-1 bei sättigenden Proteinkonzentrationen ist allerdings niedriger als die von hGBP1 (22,8 min-1). Unter Verwendung Fluoreszenz-markierter Proteine konnte eine Interaktion zwischen hGBP1 und hGBP2 nachgewiesen werden. Diese Interaktion wird über die α12-13 von hGBP1 vermittelt. - 112 - 6 Literaturverzeichnis Accola MA, Huang B, Al Masri A, McNiven MA. The antiviral dynamin family member, MxA, tubulates lipids and localizes to the smooth endoplasmic reticulum. 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Nuclear localization of mouse Mx1 protein is necessary for inhibition of influenza virus. J.Virol. 66 (8):5059-5066, 1992. - 122 - 7 Anhang 7.1 Abkürzungsverzeichnis µl µM A Amp APS bp BSA bzw. C C-Terminus DMSO DNA DNase DTE E. coli EDTA ER FPLC FRET g G GAP GBP GDI GDP GEF Gl. GMP GppNHp GSH GTP h HPLC IPTG ITC kb KD kDa kJ LB min mM nm Mikroliter mikromolar Adenin Ampicillin Ammoniumperoxodisulfat Basenpaar bovine serum albumine beziehungsweise Cystein Carboxyterminus Dimethylsulfoxid Desoxyribonucleinsäure Desoxyribonuklease Dithioerythritol Escherichia coli Ethylendiamintetraacetat Endoplasmatisches Retikulum Fast Performance Liquid Chromatography Fluoreszenz Resonanz Energie Transfer Gramm, Erdbeschleunigung Guanin GTPase Aktivierendes Protein Guanylat-bindendes Protein Guanine Nucleotide Dissociation Inhibitor Guanosindiphosphat Guaninnukleotid Austauschfaktor Gleichung Guanosinmonophosphat Guanosin-[β/γ-imido]-triphosphat reduziertes Glutathion Guanosintriphosphat Stunde High Performance Liquid Chromatography Isopropyl-β-D-thiogalactopyranosid isothermes Titrationskalorimeter Kilobasenpaar Gleichgewichtskonstante der Dissoziation Kilodalton Kilojoule Luria Bertani Minute millimolar Nanometer - 123 - Anhang NMR nt NTA N-Terminus OD PAGE PCR PEG Pi PMSF RNA rpm RT s SDS T Tab. TBA TBK TEMED Tris Units / U UV V XTP dNTP S Å Kernspinresonanz Nukleotide Nitrilotriacetat Aminoterminus Optische Dichte Polyarcrylamidgelelektrophorese Polymerase Chain Reaction Polyethylenglycol Orthophosphat Phenylmethylsulfonylfluorid Ribonucleinsäure Umdrehungen pro Minute Raumtemperatur Sekunde Sodiumdodecylsulfate (Natriumdodecylsulfat) Tymidin Tabelle Tetrabutylammoniumbromid Triethylammonium-Bikarbonat N, N, N’, N’-Tetramethylethylendiamin Trishydroxymethylaminomethan enzymatische Aktivität Ultraviolett Volt Xanthosintriphosphat 2‘-Desoxinukleosid-5‘-triphosphat Svedbergeinheit 1 S = 10-13 s Angström (1Å = 1 • 10 −10 nm) Für die Aminosäuren wurde der Ein- und Dreibuchstabencode verwendet: A N P Q R S T V W Y x Ala Alanin Asn Asparagin Pro Prolin Gln Glutamin Arg Arginin Ser Serin Thr Threonin Val Valin Trp Tryptophan Tyr Tyrosin beliebige AS M C D E F G H I K L Met Cys Asp Glu Phe Gly His Ile Lys Leu - 124 - Methionin Cystein Asparaginsäure Glutaminsäure Phenylalanin Glycin Histidin Isoleucin Lysin Leucin Anhang 7.2 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1-1: Humanes Interferon-γ Abbildung 1-2: JAK-STAT-Signalweg. Abbildung 1-3: GTPase-Zyklus von Ras. Abbildung 1-4: Elektronenmikroskopische Aufnahme der Ringbildung um Lipidnanoröhren. Abbildung 1-5: Kristallstruktur der GTPase-Domäne von Dynamin A. Abbildung 1-6: Anordnung der Domänen von Dynamin Abbildung 1-7: Kristallstruktur des dimeren BDLP in GDP-gebundenem Zustand. Abbildung 1-8: Gegenwärtiges Modell der MxA Aktivität. Abbildung 1-9: Sequenzvergleich der sieben humanen GBP´s. Abbildung 1-10: Darstellung der Kristallstruktur von hGBP1 im Bändermodell. Abbildung 1-11: Interaktion des Cteminalen Helixmotiv α12/13 mit der Helikalen- und LGDomäne. Abbildung 1-12: Kristallstruktur des LG-Domänen Dimers in GppNHp-gebundener Form. Abbildung 1-13: Reaktionsmodell der Nukleotidhydrolyse durch hGBP1. Abbildung 3-1: Konformationsänderung der LG-Domäne von hGBP1. Abbildung 3-2: Darstellung des elektrostatischen Kontakts zwischen LG-Domäne und α12-13. Abbildung 3-3: Darstellung des elektrostatischen Kontakts zwischen LG-Domäne und α12-13 vor und nach Konformationsänderung von α4´. Abbildung 3-4: Darstellung des Oberflächenmodells von hGBP1. Abbildung 3-5: Dynamische Lichtstreuung von hGBP1 und Mutanten. Abbildung 3-6: Kalibrierung der analytischen Größenausschlusschromatographiesäule. Abbildung 3-7: Analytische Größenausschlusschromatographie vom hGBP1 Wildtyp. Abbildung 3-8: Analytische Größenausschlusschromatographie der Mutante hGBP1 R227E/K228E. Abbildung 3-9: Analytische Größenausschlusschromatographie der Mutante R227E. Abbildung 3-10: Analytische Größenausschlusschromatographie der Mutante R228E. Abbildung 3-11: Analytische Größenausschlusschromatographie der Mutante E563R. Abbildung 3-12: Bestimmung der mant-Nukleotidaffinitäten durch Fluoreszenztitrationen. Abbildung 3-13: Kinetik der Bindung von mant-Nukleotiden an hGBP1wt und hGBP1 R227E/K228E Abbildung 3-14: Konzentrationsabhängigkeit der GTP-Hydrolyse von hGBP1 R227E/K228E. Abbildung 3-15: Konzentrationsabhängigkeit der GTP-Hydrolyse von verschiedenen hGBP1 Mutanten. Abbildung 3-16: GDPase-Aktivität von hGBP1 R227E/K228E. Abbildung 3-17: GDPase-Aktivität von hGBP1 R227E. Abbildung 3-18: Position der Cysteine innerhalb der hGBP1 Struktur. Abbildung 3-19: Kinetik der Dimerisierung von hGBP1 α7-13 und hGBP1 R227E/K228E. Abbildung 3-20:Analyse der Homodimerisierung von hGBP1 α12-13 und hGBP1 α7-13 durch die Temperatursprung-Methode. Abbildung 3-21: Integrität der isolierten Gesamt-RNA aus INF-γ induzierten HUVECs. Abbildung 3-22: Nukleotidabhängige Oligomerisierung von hGBP1 und hGBP2. Abbildung 3-23: Konzentrationsabhängige Nukleotidhydrolyse von hGBP2. Abbildung 3-24: Kinetik der Assoziation von mant-Nukleotiden. Abbildung 3-25: Fluoreszenztitration von mant-Nukleotiden mit hGBP2. Abbildung 3-26: FRET zwischen hGBP2-eYFP und hGBP1-eCFP in Gegenwart unterschiedlicher Nukleotide. Abbildung 3-27: FRET zwischen hGBP2-eYFP und hGBP1-eCFP in Gegenwart von GTP. Abbildung 3-28: FRET zwischen hGBP2-eYFP und hGBP1 Deletionsmutante α7-13-eCFP in Gegenwart unterschiedlicher Nukleotide. Abbildung 3-29: FRET zwischen hGBP2-eYFP und hGBP1-α7-13-eCFP in Gegenwart von GTP. 1 2 5 7 8 9 11 13 18 20 21 22 24 49 50 51 54 56 58 59 60 61 62 63 64 66 68 69 70 71 74 75 76 79 82 83 84 85 87 88 89 90 Abbildung 4-1: Konformationsänderung der LG-Domäne von hGBP1 93 Abbildung 4-2: Detailansicht des elektrostatischen Kontakts zwischen LG-Domäne und α12-13 94 Abbildung 4-3: Sequenzvergleich der humanen GBP´s 1-7. 103 Abbildung 4-4: Bänderdarstellung des dimeren hGBP1. 106 - 125 - Anhang 7.3 Tabellenverzeichnis Tabelle 3-1: Zusammenfassung der DLS-Ergebnisse von hGBP1 und Mutanten. Tabelle 3-2: Gleichgewichtskonstanten von mant-Nukleotiden an hGBP1 und Mutanten. Tabelle 3-3: Kinetik der Bindung von mant-Nukleotiden an hGBP1 und Mutanten. Tabelle 3-4: Konzentrationsabhängige Hydrolyse von hGBP1 und Mutanten des hGBP1. Tabelle 3-5: Effizienz der Kupplung von Fluoreszenzmarkern an hGBP1 Deletions- und Punktmutanten. Tabelle 3-6: Gleichgewichts- und Geschwindigkeitskonstanten der Assemblierung an der helikalen Domäne. Tabelle 3-7: Kinetik der Bindung von mant-Nukleotiden an hGBP1 und Mutanten. Tabelle 4-1: Übersicht des nukleotidabhängigen Oligomerisierungsverhalten von hGBP1 und Mutanten. Tabelle 4-2: Prozentualer Vergleich der Primärsequenzidentität. - 126 - 57 64 67 72 73 77 85 95 102 Anhang Danksagung Zum Abschluss möchte ich mich noch bei all jenen bedanken die zum Gelingen dieser Arbeit beigetragen haben. Bei Prof. Dr. Christian Herrmann für die Möglichkeit in seiner Abteilung an diesem spannenden Forschungsthema arbeiten zu dürfen. Danke auch für die hervorragende Betreuung, die stetig offene Tür und die vielen konstruktiven Gespräche. Weiterhin bedanke ich mich bei Herrn Prof. Weingärtner für die Bereitschaft das Zweitgutachten zu übernehmen. Ein großer Dank gilt der gesamten Arbeitsgruppe für die unzähligen gemeinsamen Stunden im Labor und den vielen interessanten Diskussionen. Allen voran Agne, Andy, Christine B., Christine D., Cihan, Daniel, Diana, Klaus, Maik, Mark, Nadine, Semra, Tobias und Herrn Hostmeier. Euch allen wünsche ich viel Erfolg in eurem weiteren wissenschaftlichen Werdegang. Ein spezieller Dank gilt noch Semra Ince und Christine Dovengerds für die vielfältige Unterstützung meiner Arbeit im Labor. Christine Bee, Mark Wehner und Tobias Vöpel danke ich für das Korrekturlesen meiner Arbeit. Ich möchte mich auch bei Prof. Michael Stürzl, Dr. Michael Bauer und Dr. Philipp Tripal (Universität Erlangen-Nürnberg) für das zur Verfügung stellen der HUVECmRNA bedanken. Danke auch für die mir entgegen gebrachte Gastfreundschaft und die interessanten Einblicke in die Zellbiologie. Mein ganz persönlicher Dank gilt meiner Familie. Ohne eure Unterstützung wäre ich nie so Weit gekommen. Besonders dir Steffi danke ich für alles! - 127 - LEBENSLAUF Adrian Syguda Richard-Strauss Allee 1 42289 Wuppertal Geburtsdatum: 21. Juni 1977 Geburtsort: Kattowitz (Polen) Familienstand: verheiratet Staatsangehörigkeit: deutsch 1984 - 1988 Städt. Gemeinschaftsgrundschule Einern in Wuppertal 1988 - 1990 Städt. Realschule im Schulzentrum Ost in Wuppertal 1990 - 1994 Städt. Hauptschule Wichlinghausen-Süd in Wuppertal 1994 - 1997 Gesamtschule Wuppertal-Langerfeld 28. Mai 1997 Allgemeine Hochschulreife 1998 - 2004 Studium der Biochemie an der Ruhr-Universität Bochum Jan.2004 – Jul. 2004 Diplom an der Ruhr-Universität Bochum am Lehrstuhl für Physikalische Chemie I, AG Proteininteraktionen bei Prof. Dr. Chr. Herrmann Titel: Strukturelle und biophysikalische Charakterisierung des dimeren hGBP1 13.07.2004 Abschluss: Diplom Biochemiker Sep. 2004 – Jul. 2008 Promotion an der Ruhr-Universität Bochum am Lehrstuhl für Physikalische Chemie I, AG Proteininteraktionen bei Prof. Dr. Chr. Herrmann Titel: Strukturelle und biophysikalische Charakterisierung der Oligomerisierung des humanen Guanylat-bindenden Protein 1 - 128 -