gutachten bauprojekt breite volksabstimmung vom 26. märz 2017

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GUTACHTEN BAUPROJEKT BREITE
VOLKSABSTIMMUNG VOM 26. MÄRZ 2017
Lebensqualität pur.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
Das wichtigste in Kürze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
Ausgangslage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
Projektbeschrieb der Architektin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
Grundrisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Provisorium . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Photovoltaikanlage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
Antworten auf die Kernprobleme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
Kostenübersicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Anträge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
Stellungnahme der Geschäftsprüfungskommission . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Fragen und Antworten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
Gute Gründe für eine sinnvolle Investition . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
Terminplan . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
2
VORWORT
Geschätzte Mitbürgerinnen und Mitbürger
Die Gemeinde Waldkirch ist fortschrittlich und modern. Wir
möchten auch für die Zukunft eine attraktive und bürger­
freundliche Gemeinde für alle Generationen bleiben. Dazu
braucht es Standortvorteile und zielgerichtete Investitionen.
Wir haben einen attraktiven Steuerfuss, gute Infrastrukturen
für alle Generationen, Schulen und aktive Vereine sowie eine
vielfältige Landschaft mit wertvollen Naherholungsgebieten
und dazu schöne Wohnquartiere und vielseitige Gewerbe­
betriebe.
Man kann in «alte» Infrastrukturen investieren oder aber neue
Infrastrukturen bauen und damit Arbeitsabläufe und Prozesse
optimieren und erleichtern. Der Gemeinderat, der Schulrat
und die Baukommission sind überzeugt, dass der Neubau
Schulhaus Breite eine notwendige und zukunftsgerichtete
Investition darstellt. Insbesondere darum, weil die heutigen
Räumlichkeiten im Schulhaus Steig und Altbau Breite nicht
mehr dem Bedarf und den Anforderungen moderner Unter­
richtsformen genügen. Dazu kommt, dass unsere sehr aktiven
und erfolgreichen Vereine mit den bestehenden Räumlichkei­
ten seit Jahren an die Grenzen ihrer Trainingsmöglichkeiten
stossen. Vereine sind in unserer Gemeinde wichtig und stellen
einen grossen und bedeutenden Bestandteil in der Jugend­
förderung dar. Mit dem neuen Schulhaus unterstützen wir die
modernen Unterrichtsformen, können zusätzlichen Schul­
raum schaffen und somit als Schule Waldkirch-Bernhardzell
weiterhin erfolgreich unterrichten. Durch den geplanten
Mehrzwecksaal können zudem für Sport- aber auch für Kulturund Freizeitvereine attraktive Räumlichkeiten angeboten
werden, welche den Engpass in der Raumbelegung in der
Gemeinde entlasten kann. Die Investitionen von mehreren
Millionen Franken werden ohne Steuerfusserhöhung möglich
sein, dies aufgrund der aktuell guten Finanzlage.
«Zukunft wird in der
Gegenwart gestaltet.»
Exler, Georg Wilhelm
Ich danke dem Gemeinde- und Schulrat, der Baukommission
mit Vertretern aus Behörden, politischen Gremien, Vereinen
und Baufachleuten für die Arbeiten und Vorbereitungen rund
um das Projekt Schulhaus Breite. Mit viel Engagement haben
sie das Projekt inhaltlich überprüft, optimiert und somit die
Grundlagen geliefert, damit der Bürgerschaft ein umfangrei­
ches und transparentes Gutachten vorgelegt werden kann.
Der Schulrat hat keine Mühen gescheut, regelmässig und
lückenlos über den Stand der Arbeiten, die Herausforderungen
und die Möglichkeiten in separaten Infoblättern und auf der
eigens dafür eingerichteten Website (www.breite.info) zu
informieren.
Geschätzte Mitbürgerinnen und Mitbürger:
Der Gemeinderat, der Schulrat und die Baukommission sind
von dieser Vorlage überzeugt und stehen hinter diesem Projekt. Wollen wir auch für die Zukunft mit einer modernen und
leistungsstarken Schule und Schulbildung überzeugen, ist
ein klares Bekenntnis dazu mit einem JA zum Projekt Schulhaus Breite unumgänglich.
Ich danke Ihnen herzlich für die Unterstützung und das
Vertrauen.
Ihr Gemeindepräsident
Aurelio Zaccari
3
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
Der Gemeinderat plant, an der Stelle des alten Teils des Schul­
hauses Breite einen Neubau zu errichten. Das neue Schulhaus
ist nicht nur ein reines Schulhaus; es sollen weitere Räume
(wie ein Mehrzwecksaal und die Gemeindebibliothek) für die
öffentliche Benutzung errichtet werden. Eine Photo­
voltaikanlage soll im Dach integriert werden.
Das Schulhaus bietet Platz für vier Kindergärten und sechs
Klassen der Primarschule mit zusätzlichen Gruppenräumen
sowie Räume für Werken und Handarbeit. Der Musikschule
sollen vier akustisch optimal ausgebaute Räume zur Verfü­
gung gestellt werden. Im Weiteren wird die Schulverwaltung,
die Schulsozialarbeit sowie die Förderung im neuen Gebäude
integriert.
Die Vorlage geht von Kosten für den Schulhausbau von total
CHF 17,5 Mio. und von Zusatzkosten für die Photovoltaik­
anlage von CHF 0,4 Mio. aus. Die beiden Anträge werden Ihnen
einzeln unterbreitet. Die Abschreibungen nach den Vorgaben
des Abschreibungsreglements über 25 Jahre für dieses Bau­
vorhaben sind gemäss Finanzplanung vom Finanzhaushalt
absorbierbar und führen gemäss aktuellem Wissensstand zu
keiner Steuerfusserhöhung.
Der geplante Neubau ersetzt das über 100-jährige Schulhaus
Steig, das Gebäude der Schulverwaltung sowie den rund
60-jährigen Teil des Schulhauses Breite. Die Gebäude
sind abgeschrieben. Die weitere Verwendung der beiden erst­
genannten Gebäude ist noch offen und in Bearbeitung beim
Gemeinderat.
Kernprobleme
• Fehlende Räume Musikschule
• Fehlende Räume für die neuen Schulformen
• Gebäudezustand und Grundstruktur Schulhaus Steig und
Altbau Breite (Feuchtigkeit im UG)
Die adressierten Kernprobleme können durch das vorliegende
Raumprogramm gelöst werden. Ebenfalls ist dem Grundsatz
der multifunktionalen Verwendung der Räume nachgelebt
worden.
Der geplante Mehrzwecksaal ist ein mehr als adäquater Ersatz
der alten Turnhalle Breite und kann für verschiedenste Benut­
zungsmöglichkeiten verwendet werden. Die neue Gemeindeund Schulbibliothek komplettiert den Neubau.
Während der rund 20-monatigen Bauzeit wird im südwestli­
chen Teil der Parzelle eine zweistöckige Containerlandschaft
für fünf Klassenzimmer sowie weitere Räumlichkeiten einge­
richtet. Weitere Räume werden im neuen Teil des Schulhaus
Breite sowie im OZ Bünt untergebracht. Mit der Container­
lösung kann die Sicherheit des Schulbetriebs gewährleistet
werden.
Die geplante Photovoltaikanlage soll auf einer Fläche von
rund 1’100 m2 ca. 170’000 kWh/Jahr Strom produzieren.
Im Rahmen der Energiestadt ist dieses Vorhaben eine sinn­
volle Ergänzung zu den bestehenden Anlagen.
4
AUSGANGSLAGE
Nach erfolgter Bildung der Einheitsgemeinde wurde unter
anderem eine Analyse zu den Raumverhältnissen gestartet.
Gleichzeitig zeigte die neue Strategie 2017+ den päda­
gogischen und infrastrukturellen Weg der Schule auf.
Dies waren die Auslöser für eine intensive Auseinander­
setzung des Schulrates mit dem Thema «Raumplanung an
den Standorten».
Am Standort Bernhardzell wurde im Jahr 2010 mit der Schaf­
fung von einem zusätzlichen Klassenzimmer mit Gruppen­
raum im alten Feuerwehrdepot der damalige zusätzliche
Bedarf abgedeckt. Im Weiteren steht in der Zwischenzeit die
Hauswartwohnung für den Schulbetrieb zur Verfügung.
Die Strategie 2017+ der Schule Waldkirch-Bernhardzell unter­
stützt die Standortattraktivität für unsere Gemeinde. Nebst
pädagogischen modernen Inhalten benötigt unsere Schule
ebenfalls eine adäquate Infrastruktur, um als attraktiver Ar­
beitgeber und Dienstleistungserbringer bei Eltern, Schülern
und Angestellten überzeugen zu können.
Kernprobleme (Bedürfnisse)
Als einer der ersten Schritte hat der Schulrat die verschiede­
nen Puzzleteile zusammengetragen mit dem Ziel, eine umfas­
sende Ausgangslage zu erhalten, in welcher sich die Kern­
probleme herauskristallisierten. Die Analyse ergab folgende
Problemstellungen:
Entwicklung
Schüler und
Schulklassen
Kindergarten
Entwicklung
Schüler und
Schulklassen
Primarschule
Die Schülerzahlen zeigen in der Vergangenheit wie auch in der Zukunft eine gewisse Schwankungsbreite auf.
Trotzdem ist die Anzahl Klassen stabil geblieben oder wird stabil bleiben. Der Schulrat hat sich bewusst für die
Führung von kleinen Klassen im Kindergarten wie auch in der Primarschule ausgesprochen. Dies, um im Förderbe­
reich den Unterstützungsaufwand zu optimieren.
5
a) Räumlichkeiten Musikschule
Die Musikschule ist eine freiwillige Dienstleistung unserer
Schule, die von rund 170 Schülerinnen und Schülern sowie
Jugendlichen aktiv genutzt wird. Heute müssen die Musik­
lehrpersonen in Räumlichkeiten unterrichten, die gerade vom
Schulbetrieb oder von den Vereinen nicht benutzt werden. Die
Räumlichkeiten sind akustisch (Schall) nicht auf einen Musik­
unterricht ausgerichtet und stören den Unterricht in den
anliegenden Räumen.
b) Neue Schulformen
In den letzten Jahrzehnten hat sich die Unterrichtsform den
Bedürfnissen und Entwicklungen angepasst. Wo früher Unter­
richt mit 40 Kindern im Frontalunterricht im Vordergrund
stand, ist heute ein differenzierter Umgang mit den Schüle­
rinnen und Schülern in altersdurchmischten kleineren Klassen
angesagt. Die bestehenden Räumlichkeiten in den Schulhäu­
sern Steig und alter Teil der Breite sind auf diese Anforderun­
gen nicht ausgelegt oder gar nicht vorhanden.
c) Gebäudezustand
Das Schulhaus Steig ist über 100 Jahre alt. Die Bausubstanz
erscheint grundsätzlich gut. Es stehen Sanierungen im grösse­
ren Rahmen in nächster Zukunft an. Kurzfristig müssten rund
CHF 1,6 Mio. für die notwendigsten Sanierungen eingesetzt
werden (Quelle: HEV-Studie 2012). Vor allem im Bereich der
Reduktion des Energieverbrauchs sind zusätzliche weiterge­
hende Massnahmen dringend notwendig.
Der alte Teil der Schulanlage Breite ist rund 60 Jahre alt und
ebenfalls in die Jahre gekommen. Auch zeigen sich hier ähnli­
che altersbedingte Symptome wie im Schulhaus Steig. Zum
einen kann infolge schlechter Schallisolation die Turnhalle
und der darunterliegende Mehrzweckraum nicht gleichzeitig
genutzt werden. Zum andern besteht Sanierungsbedarf bei
den elektrischen Installationen, bei den Duschen sowie bei
der Heizeffizienz und der Feuchtigkeit im Untergeschoss.
Projekt- und Machbarkeitsstudien
Nach Vorliegen der Raumanalyse sowie der Beurteilung der
Gebäude wurden verschiedene Projektstudien in Auftrag ge­
geben. Diese Studien sollten Varianten für die Lösung des
zusätzlichen Raumbedarfs oder der geänderten Nutzungs­
form am Standort Breite und/oder OZ Bünt darstellen.
Die Projektvarianten mit dem Anbau von einzelnen zusätzli­
chen Räumen an die bestehenden Gebäudehüllen am Schul­
haus Breite oder am OZ Bünt waren nicht zielführend, da sie
die Hauptprobleme nicht gelöst hätten. Zusätzlich hätte für
den Kindergarten auf dem Areal Breite ein Neubau aufgestellt
werden müssen.
Der Schul- und Gemeinderat haben sich nach Bewertung der
Varianten für einen Neubau am Standort des alten
Schulhausteils Breite sowie für den räumlichen Zusammenzug
von Kindergarten und Primarschule ausgesprochen.
Projektwettbewerb
Nachdem sich der Schul- und Gemeinderat für einen Neubau
am Standort des alten Teiles Breite sowie für den räumlichen
Zusammenzug von Kindergarten und Primarschule ausgespro­
chen hatten, wurde im Jahr 2015 ein zweistufiger Wettbewerb
für das neue Schulhaus öffentlich ausgeschrieben.
Auf die Ausschreibung gingen 105 Bewerbungen ein.
15 davon wurden zur eigentlichen Projektierung eingeladen
und 11 Bewerber reichten der Jury dann fristgerecht ein
konkretes Projekt ein.
Die Jury (Preisgericht) setzte sich aus Vertretern der politi­
schen Gemeinde, der Schule, des Gewerbes sowie aus exter­
nen Fachjuroren zusammen.
Aktuell ist noch ein Rekurs eines Architekturbüros gegen den
Ausschluss aus dem Projektwettbewerb aufgrund zu später
Einreichung des Wettbewerbsbeitrages beim Bundesgericht
hängig. Das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen hat den
Entscheid des Gemeinderates geschützt. Sollte das Bundesge­
richt die Beschwerde wider Erwarten schützen, würde der
Projektwettbewerb nicht mehr neu durchgeführt werden. Es
könnte je nach Entscheid maximal zu einer allfälligen finanzi­
ellen Entschädigung von rund CHF 115’000 zzgl. MwSt, Ent­
scheidgebühr und Parteienentschädigung kommen, die über
die Projektreserve abgefedert werden müsste.
Das Preisgericht empfahl dem Gemeinderat das Projekt «Das
doppelte Lottchen» der Architekten Birchmeier Uhlmann und
Rabinovich Architekten AG, Zürich, zur Weiterbearbeitung. Der
Gemeinderat ist dieser Empfehlung gefolgt.
Die eingereichten Projekte wurden am 22./23. Januar 2016 der
Öffentlichkeit präsentiert. Die Baukommission überarbeitete
in der ersten Hälfte des Jahres 2016 in Subkommissionen – un­
ter Einbezug von weiteren betroffenen Personen und Verei­
nen – das Raumprogramm und die Raumeinteilungen, sodass
alle Bedürfnisse und Kritikpunkte mit dem neuen Schulhaus
abgedeckt werden können.
6
PROJEKTBESCHRIEB DER ARCHITEKTIN
Die ländliche Gemeinde Waldkirch liegt eingebettet in der
hügeligen Landschaft des Fürstenlandes und ist Teil einer
traditionellen Baustruktur, welche in seinem Ursprung auf
das 8. Jahrhundert zurückreicht. Die Bebauung des Ortes ent­
wickelt sich entlang der Hauptstrasse und schafft durch
vor- resp. rückspringende Baukörper parallel zur Strasse wie­
derkehrende Raumausweitungen, welche die öffentlichen
Orte und Plätze kennzeichnen.
Diese Zuwendung zum öffentlichen Raum bildet
das einfache Prinzip, welches auch für den Vorschlag der
Schulhauserweiterung aufgenommen wird.
Der Neubau schafft über einen vor- und rückspringenden
Baukörper einen kleinen Vorplatz entlang der Arneggerstrasse
und verleiht dem Schulhaus mit dieser Geste die gewünschte
öffentliche Präsenz.
Der vorgeschlagene Neubau steht parallel zur Strasse und
bildet zusammen mit dem bestehenden Schulhaus der Mittel­
stufe ein neues Ensemble. Der gegenüber der Strasse erhöhte
Platz schafft die neue Mitte und bindet die beiden Schulbau­
ten der Primarstufe zusammen. Der gemeinsame Pausenplatz
ist als Teil der Raumabfolge Pausenplatz, Spielplatz (Kinder­
garten), Spielwiese und Sportplatz zu verstehen. Mit Vor- und
Rücksprüngen werden verschiedene Orte und Zonen geschaf­
fen; trotzdem bleibt die Weite und Offenheit der Anlage erhal­
ten. Die westlich gelegene Wiese des Schulareals bleibt als
offener, nicht weiter definierter Freiraum als Bindeglied zum
Oberstufenzentrum bestehen.
Dies ermöglicht einen selbstverständlichen und angemesse­
nen Zugang zur Schulanlage und schafft auch einen Bezug
zwischen den beiden Schularealen.
Kindergarten
7
Erschliessung
Die Haupterschliessung der Schule erfolgt von Süden und
Osten über die Sportanlage sowie von Norden über den neuen
Treppenaufgang zum gemeinsamen Pausenplatz. Für die
ausserschulischen Nutzungen (Bibliothek, Mehrzwecksaal)
wird ein zweiter, untergeordneter Zugang geschaffen, der
direkt vom Niveau der Arneggerstrasse erreichbar ist. Beide
Zugänge führen in zwei einladende Foyers, welche über eine
grosszügige Treppe an die halbgeschossig versetzten Niveaus
der Klassenzimmer angeschlossen sind. Mit dieser Anordnung
der Geschosse wird dem bestehenden Geländeverlauf ideal
Rechnung getragen und räumlich eine Analogie zum bestehen­
den Schulhaus der Mittelstufe geschaffen. Der Gedanke des
neuen Ensembles wird gestärkt.
Nutzung
Die Nutzungsverteilung wird im Vergleich zum bestehenden
Unterstufenschulhaus gespiegelt. Die öffentlichen bzw.
allgemeinen Räume der Schulanlage wie der Mehrzwecksaal,
der Multifunktionsaal sowie die Bibliothek bilden
den Kopf des Gebäudes respektive das Scharnier zwischen
der Unter- und der Mittelstufe. Die Klassenzimmer im 1. und
2. Obergeschoss sind alle nach Süden zum ruhigen Grünraum
orientiert. Die Räume des Kindergartens befinden sich im
Erdgeschoss mit direktem Zugang zum Aussenraum.
Die Wege lassen sich einfach trennen und ermöglichen zu­
künftige ändernde Schulmodelle ohne grosse Anpassungen.
Die Räume für die Lehrpersonen, die Therapieräume sowie
die Werk- und Musikzimmer sind in der schmaleren Raum­
schicht zur Strasse hin orientiert.
Materialisierung
Die Schule wird als Lernwerkstatt interpretiert und soll mög­
lichst nachhaltig und robust materialisiert werden.
Die einfache Struktur soll in einer gewissen Direktheit gelesen
werden können, welche sich in Form von Sichtbetondecken
mit Akustikeinlagen und weiss geschlämmten Mauerwerk­
wänden zeigt. In der Erschliessung sowie in der Eingangshalle
schafft ein Tonklinkerbelag eine warme Empfangssituation.
Zwei Klassenzimmer bilden jeweils mit einem Gruppenraum
eine Einheit und versprühen eine Atelierstimmung.
Die gläsernen Abschlüsse der Gruppen-/Therapieräume unter­
stützen diese Stimmung, lassen eine pädagogische Transpa­
renz erwarten und fördern die Tageslichtsituation. Der Lino­
leumboden garantiert eine Behaglichkeit und lädt die
Benutzer zum Arbeiten am Boden ein. Die Schrankwand wie
auch der Arbeitssims sind aus mehrschichtigen Spanplatten,
welche Wärme und Wohligkeit in die Räume bringen.
Die Kindergärten, Therapieräume und Lehrerbereiche werden
analog zu den Schulräumen materialisiert.
Die Kindergärten besitzen ihren eigenen, abgegrenzten Be­
reich. Dort beinhaltet jeder Kindergartenraum einen eigenen
Gruppenraum. Der Erschliessungsbereich kann als Erweite­
rung verstanden und auch zum Spielen genutzt werden.
Farblich sollen die erwähnten Räume möglichst zurück­
haltend gestaltet sein, damit die Kinder mit den Lehrpersonen
und ihren Arbeiten die Farben in die Räume tragen können.
Auch der grosszügige Mehrzwecksaal im 2. Obergeschoss zeigt
sich in Direktheit und Robustheit mit Sichtbetonwänden und
einer sichtbaren Holzbalkendecke. Ein umlaufendes Band aus
mehrschichtigem Sperrholz beinhaltet die Schrankwand so­
wie die Eingangsfront und unterstützt den Raum atmosphä­
risch und akustisch. Durch den Sportbodenbelag ist der Raum
flexibel für jegliche Veranstaltungen.
Die Untersicht des Holzdaches zeigt sich mittels Holzbalken
sichtbar in allen Räumen (ausser im Erschliessungsbereich).
Fassade
Der Neubau hat, in Anlehnung an den Bestand, eine den Kör­
per umfassende Hülle erhalten. Vorgesehen ist eine Haut aus
vertikal strukturierten Eternitplatten. Diese Vertikalität
schafft zu den horizontalen Fensterbändern eine atmosphäri­
sche Ausgewogenheit und verleiht dem Bau Leichtigkeit und
Eleganz. Die Fenster in Holzmetall schaffen eine stimmige und
unterhaltsarme Gebäudehülle. Der einfache Aufbau garantiert
den Bau eines nachhaltigen und ökologischen Gebäudes.
8
Der innere Aufbau im Split ist nach aussen ablesbar; horizon­
tale Bänder charakterisieren den Schulhaustrakt sowie den
Kopfbau. Durchsetzt sind diese mit einzelnen Lochfenstern.
Im Schulhaustrakt besitzen die raumhohen Bandfenster Lüf­
tungsflügel für natürliche Belüftung und Nachtauskühlung.
Auch der Kopfbau ist mit Lüftungsflügeln ausgestattet, wird
jedoch mechanisch be- und entlüftet. Die Oberflächenbeschaf­
fenheit/Farbe der hinterlüfteten Fassade in einem hellen
Blaugrau und dem aussenliegenden Sonnenschutz in
altrosabeige wird im Bauprojekt vertieft ausgearbeitet und
bemustert.
Umgebung
Der Aussenraum erfährt über einige präzise Eingriffe eine
leichte Anpassung.
Entlang der Arneggerstrasse entsteht durch den
rückspringenden Baukörper ein kleiner Vorplatz, welcher zur
Strasse hin durch einen Baumhain und Sitzgelegenheiten
abgegrenzt wird. Diesem Platz angegliedert ist der direkte
Eingang zur Bibliothek und Musikschule.
Vorbei am Lichthof der Bibliothek, welcher durch eine Strauch­
bepflanzung Distanz schafft, gelangt man zu einer Treppen­
anlage oder einem gewundenen Weg, welcher auf den gemein­
samen Pausenplatz von Bestand und Neubau führt. Dieser
Aussenraum erfährt gegenüber der heutigen Situation eine
entsprechende Vergrösserung. Die einladende Auskragung,
welche als Unterstand dient, betont den Haupteingang der
Schulnutzungen und dem Mehrzwecksaal des Neubaus.
Im Anschluss öffnet sich eine grosszügige offene Wiesen­
fläche, die als Spielwiese genutzt werden kann.
Ein geschwungener Fussweg führt entlang der gesamten Länge
des Klassenzimmertraktes. Die Kindergartengruppenräume
besitzen einen direkten Aussenraumzugang mit einem Aus­
senplatz, welcher an diesen Fussweg grenzt. Folgt man dem
Fussweg um das Haus herum, wird der Eingang Kindergarten
erreicht. Vorbei an dessen Aussenbereich mit Bauminseln
stösst man über eine Aussentreppe wieder zum Vorplatz.
Die erwähnten Aussenraumplätze sind in gestampftem
Mergelbelag vorgesehen. Einzelne Baumgruppen zonieren
diese Bereiche und schaffen schattige und stufengerechte
Raumnischen. Für die Kindergärten wird ein weiterer Bereich
hinter den bestehenden Veloplätzen angelegt. Dieser bietet
Bewegungs- und Spielbereiche mit Sand und Wasserspiel oder
schafft Rückzugsraum. Der Spielplatz mit Kletter- und Schau­
kelmöglichkeiten sowie die Sportanlagen bleiben bestehen
Naturgefahren – Hochwasserschutz
Die zwei zum Teil heute schon offen geführten Bäche, der
Wannenwis- und der Mollenwisenbach, lösen nach der Natur­
gefahrenkarte auf dem Schulareal eine Gefahr durch Hoch­
wasser aus. Nach dem «Massnahmenkonzept Naturgefahren»
sind bauliche Hochwasserschutzmassnahmen (Hochwasser­
schutzgläser) vorzusehen und ins Projekt
aufzunehmen.
Anhand der Gefahrensituation sind strassenseitig der Eingang
sowie die Fenster Bibliothek, Werken und Musik
vom Wannenwisbach betroffen. An der gegenüberliegenden
Seite liegen die Ausgänge Kindergarten und der Haupteingang
Kindergarten im Gefahrengebiet Hochwasser des Mollen­
wisenbachs. Auch hier sind entsprechende bauliche Mass­
nahmen vorzusehen.
Energie
Das neue Schulhaus wir an das bestehende Fernwärmenetz
angeschlossen. Die Gebäudehülle des Neubaus wird gemäss
den Anforderungen des Minergielabels ausgeführt, jedoch
wird auf eine kontrollierte Lüftung im Klassentrakt verzichtet.
Im Kopfbau wird der Mehrzwecksaal mit einer kontrollierten
Lüftung geplant, damit bei Veranstaltungen mit grosser
Personenzahl eine gute Luftqualität gewährleistet werden
kann. Auf eine Zertifizierung wird verzichtet.
9
10
E4_Technik
Heizung/ Sanitär
40.0
E4_Technik Elektro
40.0
G2_ Lager
30.0
G1_Bibliothek
138.0
E1_Putz
23.0
Duschen
Duschen
El.
3.5
H6_Garderobe
33.0
-5.425
622.425
EINGANG
BIBLIOTHEK & MUSIKSCHULE
Pum
psch
acht
E3_Geräteräume E2_Lagerraum
45.0
75.5
D5
D4_Mehrzweckraum Musikgrundschule
G3_IV Lager
81.5
3.5
Musik
6.0
H6_Garderobe
33.0
H9_Gard./Dusche
IV/ L
7.5
-3.50
624.00
Vorzone
Empfang F2_Büro
Schulsozialarbeit
18.0
B10_Lager
(Schule)
44.5
D1_Musik B3_ Werken
16.5
77.5
D1_Musik
13.0
B10_Lager
(Schule)
75.5
Erschliessung
261.5
D1_Musik
17.5
F4_ Lager
33.5
E4_ Lüftung
11.5
B5_Lager
Werken/ Textil
28.0
B3_ Masch.
20.0
UNTERGESCHOSS
Foyer
73.0
11
UNTERSTUFE
FÖRDERUNG
MEHRZWECKSAAL
EINGANG
H1_ Multfunktion
119.0
A1_Klasse
78.0
-1.575 = 625.925
+0.00 = 627.5
A1_Klasse
78.0
A3_Material
10.0
A2_Gruppe A2_Gruppe
20.0
20.0
A3_Material
9.0
E1_Putz
9.0
-1.575 = 625.925
A5_ Garderobe
51.0
Technik
3.0
Liftvorzone
3.5
H5_I
V
3.5
H3_ Küche
44.0
A1_Klasse
78.0
A7_Kigaküche/
Zahnputzraum/
Malraum
43.5
Pause
80.0
A3_Material
10.0
A2_Gruppe A2_Gruppe
20.0
20.0
AL FL
E5_Aussen
A3_Mat.l
geräteraum
10.0
33.0
A8_Ausseng
eräte KIGA
12.0
A1_Klasse
78.0
A5_ Garderobe
51.0
EINGANG
KINDERGARTEN
ERDGESCHOSS
H2_Mehrzwecksaal
241.5
12
Putz
3.0
B6_Multifunktionsraum
75.0
+1.92.5
629.425
+3.50
631.00
H7_Geräte
30.0
B2_Gruppe
35.0
B1_ Klasse
75.0
F3_Besprechung F1_Schulverwaltung
30.5
51.0
B1_ Klasse
75.0
Erschliessung
289.5
B13_Schulleit
er
51.0
B2_Gruppe
35.0
C1_Therapie
30.5
B4_Textil
75.0
C2_Arbeitsrau
m
30.5
1. OBERGESCHOSS
13
B1_Klasse
75.0
+5.425
632.925
Lüftungszentrale
38.0
B2_Gruppe
35.0
C1_Therapie
30.5
B1_ Klasse
75.0
B14_ Lehrervorbereitung
51.0
B1_ Klasse
75.0
B2_Gruppe
35.0
B14_Drucker/ Lager
D3_Musik- C2_Arbeitsraum
30.5
schulleitung30.5
20.0
B1_ Klasse
75.0
C2_Arbeitsraum
30.5
2. OBERGESCHOSS
PROVISORIUM
Während der Bauzeit von rund 20 Monaten muss der Schul­
betrieb in den provisorischen Räumlichkeiten, ohne grosse
Einschränkung für Schüler und Lehrpersonen, sichergestellt
sein. Der Ersatz der meisten Räumlichkeiten wird durch die
Anmiete von acht Containern abgedeckt. Die zweistöckige
Containerlandschaft wird auf dem Schulareal im
südwestlichen Teil angesiedelt. Dabei sollen die Container
für folgende Räume Ersatz bieten:
• 5 Klassenzimmer
• 1 Raum für Handarbeit
• 1 Raum für multifunktionale Nutzung (Bibel, Religion,
Musikgrundschule)
• Gruppenraum für Förderlektionen
Mit der Containerlösung auf dem Schulareal wird die Sicher­
stellung des Schulbetriebes gewährleistet. Die Verschiebungs­
wege für Schüler und Lehrpersonen zwischen Provisorium,
Turnhalle, Bibliothek und Räumlichkeiten des verbleibenden
Schulhauses sind kurz und überschaubar. Durch die vorgese­
hene Platzierung der Container ist die Sicherheit der Schüle­
rinnen und Schüler sichergestellt.
Während der Bauphase wird die Benutzungsmöglichkeit der
alten Turnhalle und des Mehrzweckraums nicht möglich sein.
Dies verlangt Flexibilität von der Schule sowie von den benut­
zenden Vereinen und Gruppierungen. Die Belegungen auf alle
Räumlichkeiten der Gemeinde sind noch optimaler zu planen
sowie Ausweichmöglichkeiten zu eruieren.
Weitere Unterrichtsfächer wie Werken und Turnen werden
durch Optimierung und Anpassung in der Stundentafel
sowohl im bestehenden Teil des Schulhauses Breite, als auch
im Oberstufenschulhaus Bünt integriert.
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PHOTOVOLTAIKANLAGE
Mit dem Ersatzbau des Schulhauses Breite wird ein neues
Gebäude für einen zeitgemässen Schulbetrieb sowie weitere
Bedürfnisse realisiert. Ein neues, modernes Gebäude hat ne­
ben den reinen Betriebsanforderungen heutzutage auch ener­
getische Vorgaben zu erfüllen. Bedingt durch den Umstand,
dass die Politische Gemeinde Waldkirch (Bauherrschaft) seit
2012 Energiestadt ist, erhalten energetische Überlegungen bei
einem solchen Projekt eine zusätzliche Gewichtung.
Energiestadt Waldkirch
Das Label Energiestadt ist ein Leistungsausweis für Gemein­
den, die eine nachhaltige kommunale Energiepolitik vorleben
und umsetzen. Energiestädte fördern erneuerbare Energien,
umweltverträgliche Mobilität und setzen auf eine effiziente
Nutzung der Ressourcen.
Kennzahlen
Eine pragmatische Schätzung geht von einem Eigenver­
brauchsanteil von rund 60 Prozent des heutigen Stromver­
brauchs aus, was eine jährliche Kosteneinsparung von rund
CHF 5’000 entspricht. Zusätzlich könnte für die Stromrück­
lieferung mit einer jährlichen Vergütung von rund CHF 20’000
gerechnet werden (Ausgangslage 2017).
Technische Betriebe
Die Technischen Betriebe Waldkirch übernehmen den Strom
aus Photovoltaikanlage inklusive des ökologischen Mehrwer­
tes (HKN). Damit wird der Strom-Mix der Technischen Betriebe
verbessert und die regionale (gemeindeeigene) Stromproduk­
tion unterstützt (Ausgangslage 2017).
Die geplante Photovoltaikanlage kann ohne grösseren Auf­
wand ans Netz der Technischen Betriebe angeschlossen wer­
den. Dies dank bereits vorhandener, leistungsfähiger ElektraInfrastruktur im Bereich der Schulanlagen.
Mit der geplanten Indach-Photovoltaikanlage auf dem neuen
Schulhaus (180kWp/ca. 1’100 m2 Fläche) können jährlich rund
170’000 kWh Strom produziert werden, was dem Strom­
verbrauch von ca. 30 Haushaltungen entspricht.
Die Photovoltaikanlage soll als Eigenverbrauchsanlage
konzipiert/betrieben werden. Das heisst, der produzierte
Strom soll zuerst selber verbraucht und nur der Überschuss
ins Netz der Technischen Betriebe zurückgeliefert werden.
So können die Stromkosten der Schulhäuser erheblich
reduziert werden. Durch die Stromrücklieferung wird zusätz­
lich noch ein Ertrag realisiert.
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ANTWORTEN AUF DIE KERNPROBLEME
Die Musikschule erhält eigene Räumlichkeiten, die akustisch
so ausgebaut sind, dass der Musikunterricht den Schulbetrieb
nicht stört.
Mit Gruppen- und multifunktionalen Räumen kann
eine flexible Nutzung für die verschiedenen Schulungsformen
gewährleistet werden. Zusätzliche Therapieräume runden
das Angebot ab.
Durch den Neubau werden alle notwendig gewesenen Sanie­
rungsmassnahmen überflüssig, da diese durch das
Bauvorhaben abgedeckt werden. Es muss somit kein Geld für
mittelfristige Lösungen ausgegeben werden, sondern die
finanziellen Mittel können in die Ziellösung investiert werden.
Weitere Aspekte des Neubaus
Der Kindergarten ist als eigenständige Oase vorgesehen; die
Anordnung der Räume ermöglicht einen flexiblen Einbezug
der Gruppenräume. Ebenfalls ist der Eingang und der Spiel­
platz separiert von der Primarschule geplant.
Mit dem vergrösserten Mehrzwecksaal und den Garderoben/
Duschen kann den Vereinen, aber auch der Schule ein multi­
funktionaler Raum zur Verfügung gestellt werden. Dieser
erlaubt eine bessere Nutzung als im bisherigen Gebäude.
Verbunden mit neuen Räumlichkeiten für die Gemeinde- und
Schulbibliothek kann der Kopfteil des Gebäudes optimal für
den öffentlichen Zugang genutzt werden.
Verwaltung und Führung der Schule sind vor Ort inmitten des
täglichen Schulbetriebs präsent.
Mit dem angepassten Raumprogramm besteht eine kleine
Reserve für ein Klassenzimmer. Die Räume können multifunk­
tional genutzt werden.
Bei den Tagesstrukturen kann der vom Kanton vor­
geschriebene Mittagstisch angeboten werden. Bei den weiter­
gehenden zukünftigen Angeboten der Tagestrukturen kann
auf die Schulräume zurückgegriffen werden. Ein allfälliger
Bedarf an Ruheräumen ist im vorliegenden Raumprogramm
nicht explizit eingeflossen.
Aussenansicht Nord
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KOSTENÜBERSICHT
Die Gesamtkosten für das Bauprojekt Schulhaus Breite betra­
gen gemäss detaillierter Kostenschätzung CHF 17,5 Mio. Diese
basieren auf dem Kostenindex, Stand vom 1. April 2016 (Zür­
cher Index der Wohnbaupreise) mit 99,2 Punkten und einer
Kostengenauigkeit von +/– 12 Prozent gemäss Preisbasis vom
20. Dezember 2016. Alle Beträge verstehen sich inkl. 8 Prozent
MwSt.
BKP 1
Vorbereitungsarbeiten
BKP 2
Gebäude
(21 185 m3 à CHF 630)
BKP 4
Umgebung
695’000
BKP 5
Baunebenkosten
940’000
BKP 6
Unvorhergesehenes
495’000
BKP 7
Provisorium
560’000
BKP 9
Ausstattung
445’000
detaillierte Kostenschätzung Projekt
Abzgl. Kredit Projektierung
Antrag Baukredit
985’000
13’355’000
Es ist geplant, auf dem Dach des neuen Schulhauses eine
Photovoltaikanlage (Integration in Dachkonstruktion) einzu­
bauen. Dafür sind Mehrkosten von CHF 435’000 (inkl. 8 Prozent
MwSt.) geplant. Diese Option wird als Zusatzantrag zum
Hauptantrag Schulhaus unterbreitet.
Betriebskosten
Aufgrund einer ersten Schätzung werden sich die Betriebs­
kosten (Wärme, Wasser, Strom, Hauswartung) für den Neubau
im Vergleich zu den Häusern Steig, Schulverwaltung und
abzubrechender Teil Breite im gleichen Umfang bewegen. Bei
den Wärmekosten kann von einer grossen Reduktion
(ca. –55 Prozent) ausgegangen werden. Auf der anderen Seite
ist die Wischfläche für den Neubau grösser als für die bishe­
rigen Bauten. Dadurch werden sich die Hauswartkosten um
ca. +13,2 Prozent erhöhen.
Eine allfällige Kostenreduktion durch den Einsatz der Photo­
voltaikanlage ist in dieser Schätzung nicht eingeflossen.
17’475’000
360’000
17’115’000
Diese Gesamtkosten beinhalten ebenfalls die Kosten der
laufenden Phase der Projektierung. Der Kredit von CHF 360 000
wurde von der Bürgerschaft im März 2016 bereits genehmigt.
Daher wird der Antrag für den Baukredit um diesen Betrag
gekürzt und CHF 17’115’000 betragen.
Die Kosten für die Miete und Installation des Provisoriums
sind in der detaillierten Kostenschätzung enthalten. Nicht
enthalten sind beim Provisorium dessen Betriebskosten,
welche über die laufende Rechnung der Schule abgewickelt
werden.
Ebenfalls enthalten sind die Kosten für die Kommis­
sionsarbeit, Kommunikation sowie die Verzinsung des
Baukredits.
Steuerfuss
Der Gemeinderat hat aufgrund dieses anstehenden Gross­
projekts die Finanzplanung für 2017 und die Folgejahre über­
arbeitet. Das Bauvorhaben ist mit folgenden Annahmen
eingeflossen:
• Kostenschätzung: CHF 17’115’000
• Amortisationszeitraum: 25 Jahre
Nicht alle Risiken der Aufwand- und Steuerentwicklung
können abgeschätzt werden. Unter den heutigen bekannten
Annahmen sollte diese Investition bei einem gleichbleibenden
Steuerfuss möglich sein. Mehr Details können aus dem
Geschäftsbericht des Gemeinderates entnommen werden.
Mit dem neuen Rechnungsmodell des Kantons St. Gallen
(RMSG) kann die Amortisationsdauer für Hochbauten neu
gewählt werden zwischen 25 und 35 Jahren. Die Umstellung
erfolgt voraussichtlich im Jahr 2019. Durch die Umstellung
ergibt sich allenfalls eine jährliche Reduktion des Ab­
schreibungsaufwandes.
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ANTRÄGE
Geschätzte Stimmbürgerinnen und Stimmbürger
Der Gemeinderat unterbreitet Ihnen folgende Anträge:
Hauptantrag:
Zusatzantrag:
Der Gemeinderat beantragt Ihnen, dem Projekt für
ein neues Schulhaus Breite mit Kosten von
CHF 17’115’000 gemäss dem vorliegenden Gutach­
ten zuzustimmen.
Falls der Hauptantrag angenommen wird, bean­
tragt Ihnen der Gemeinderat, den Kredit für eine
Photovoltaikanlage auf dem Schulhausdach von
CHF 435’000 gemäss dem vorliegenden Gutachten
zuzustimmen.
Der Baukredit basiert auf einem Baukostenindex
per 1. April 2016, die Kostengenauigkeit beträgt
+/–12 Prozent.
Die Ausführung der Photovoltaikanlage erfolgt nur
unter der Bedingung, dass dem Antrag 1 zugestimmt
wird.
Waldkirch, 13. Januar 2017
Im Namen des Gemeinderates
Aurelio Zaccari
Michael Frei
Gemeindepräsident
Ratsschreiber
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STELLUNGNAHME DER GESCHÄFTSPRÜFUNGSKOMMISSION
Die GPK hatte weitgehende Einsicht in die Unterlagen des Bauprojekts Breite, inklu­
sive detaillierter Kostenschätzung. Zudem wurde die GPK miteinbezogen in die Er­
arbeitung des Gutachtens und hat in diesem Rahmen kritische Fragen gestellt. Diese
wurden von Gemeinderat und Baukommission beantwortet und in einer guten Zu­
sammenarbeit konnten Lösungen erarbeitet werden. Auf dieser Basis beurteilt die
GPK die im Gutachten gemachten Angaben als nachvollziehbar und plausibel.
Das Bauprojekt wird die Gemeinderechnung über 25 Jahre mit Amortisationsraten
von jährlich CHF 720’000 zuzüglich Zinsen auf dem aufzunehmenden Fremdkapital
belasten. Dies entspricht 11,6 Steuerprozenten (einfache Steuer derzeit CHF 61’698).
Die uns vorgelegte Finanzplanung bis 2020 deutet auf keine unmittelbare Steuer­
fusserhöhung hin. Ob in der weiteren Zukunft das Bauvorhaben steuerfusswirksam
wird, hängt neben der Investitionstätigkeit von der wirtschaftlichen und demo­
grafischen Entwicklung, den Finanzausgleichszahlungen und der Zinsentwicklung
ab und kann daher nicht genau vorausgesagt werden.
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FRAGEN UND ANTWORTEN
Warum werden die zwei bestehenden Schulhäuser nicht saniert?
Diese zwei Schulhäuser wurden zu einer Zeit gebaut, in dem
die Schulformen noch anders waren. Mit einer Sanierung
würde weder zusätzlicher Raum geschaffen noch eine
Nutzungsänderung herbeigeführt werden. Eine Nutzungs­
änderung würde einen grossen Eingriff in die Gebäudeeintei­
lung bedeuten, was zu hohen Kosten führt. Die absehbaren
hohen Sanierungsaufwände (rund CHF 6 bis 9 Mio., approx.
Schätzung), verbunden damit, dass die Kernprobleme nicht
gelöst werden, stehen aus Sicht des Gemeinde- und Schulrates
in keinem Verhältnis zueinander.
Können mit dieser Lösung allfällige
zukünftige, neue Schulmodelle umgesetzt
werden?
Das dem Bauprojekt zugrunde liegende Raumprogramm
basiert auf dem heute bekannten Bedarf an Klassen bis ins
Jahr 2021 sowie auf den heutigen Unterrichtsformen. Der Kern
der Unterrichtsformen ist das Klassenzimmer. Hier gehen wir
davon aus, dass dies auch in zukünftigen Schulformen der Fall
sein wird. Vergrössertem und reduziertem Bedarf für die
Klassenzimmer kann mit Einbezug von Gruppenräumen oder
Ausgliederung von Raumflächen geantwortet werden. Wobei
die Statik des Gebäudes hier seine Grenzen zeigen würde.
Mehrzwecksaal
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Welche Konsequenzen hätte eine allfällige
Ablehnung des Projekts an der Urne?
Ein NEIN zum Bauprojekt würde für den Gemeindeund Schulrat ein Neubeginn der Planungen bedeuten. In den
nächsten rund fünf Jahren könnte nicht mit einem neuen
Projektantrag gerechnet werden. Das hiesse, dass für die
nächsten rund neun Jahre mit der heutigen Raumstruktur und
Bausubstanz gearbeitet werden müsste sowie anstehende, im
Hinblick auf dieses Projekt sistierte, Sanierungen frühestens
2018 ausgelöst werden könnten. Ein Investitionsschutz dieser
Massnahmen wäre nicht gewährleistet.
Was geschieht mit den alten Schulhäusern Steig
und Schulverwaltung nach Bezug des neuen
Schulhauses?
Beide Häuser werden nach Bezug des neuen Schulhauses frei
für eine anderweitige Benutzung oder einen Verkauf. Der
Gemeinderat wird die Neunutzung oder einen allfälligen Ver­
kauf dieser Gebäude bis 2019 klären. Im vorliegenden Projekt
ist kein Erlös für einen allfälligen Verkauf eingeplant.
Wie kann im neuen Schulhaus ein kindergerechtes Zusammenleben von Kindergärtlern
und Primarschülern sicher gestellt werden?
Der Kindergarten ist räumlich von der Primarschule getrennt
und kann sich auf einem Stockwerk selbstständig entfalten.
Durch einen separaten Eingang und Spielplatz sind die Berüh­
rungspunkte reduziert. Auf der anderen Seite können die
Kindergärtler erste Schritte des Zusammenlebens mit den
Primarschülern erfahren.
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Warum wurde die Grösse des Mehrzwecksaals nachträglich
angepasst?
Mit der Grösse des Mehrzwecksaals aus dem ersten Raumprogramm wurde ersicht­
lich, dass die sportliche Nutzung sehr eingeschränkt wäre und gewisse Sicherheits­
aspekte bei verschiedenen Spielarten nicht gewährleistet sind. Der Mehrwert durch
die Vergrösserung überwog in der Gesamtbeurteilung.
Besteht die Gefahr, dass die Bernhardzeller Kinder zukünftig
nach Waldkirch zur Schule gehen müssen, damit die Klassen in
Waldkirch aufgefüllt werden?
In Bernhardzell gehen aktuell rund 100 Kinder zur Schule. Der Schulrat vertritt die
klare Haltung, dass an beiden Standorten, Waldkirch wie Bernhardzell, ein gleich­
wertiges Angebot vom Kindergarten bis zur 6. Klasse vorhanden sein soll. Die Schule
wird als Bestandteil des Dorflebens verstanden. Daher ist der «auswärtige Schul­
besuch» von Bernhardzeller Kindern in Waldkirch nicht sinnvoll.
Warum hat man sich im Raumprogramm hauptsächlich auf den
Mittagstisch konzentriert und die anderen möglichen Angebote
nicht explizit erwähnt?
Der Schulrat hat sich für das gesetzliche Angebot des Mittagstisches ausgespro­
chen. Weitergehende Angebote der Tagesstrukturen, wie Hausaufgabenhilfe oder
Betreuung während des Tages sind aktuell nicht vorgesehen. Diese Angebote müss­
ten bei Bedarf vom Schulrat zuerst konzeptionell aufgearbeitet werden. Weiter­
gehende Angebote der Tagesstruktur sind durch dieses Raumangebot grösstenteils
abdeckbar.
Besteht eine Abhängigkeit zwischen
dem Bauprojekt Breite und dem Bachprojekt Mollenwisenbach?
Das Schulhaus wird im Bereich Hochwasserschutz als sensibles Gebäude eingestuft
und muss höheren Schutzanforderungen genügen. Diese sind aufgrund der
Gefahrenkarte für den Einfluss des Mollenwisenbach und dem Wannenwisbach
im Projekt Breite berücksichtigt worden.
Das Bachprojekt Mollenwisenbach ist nötig, weil u.a. auch der Durchlass bei der
Oberwaldstrasse zu klein ist. Sollte das Bachprojekt im Zeitpunkt der Baubewilli­
gung genehmigt und die Finanzierung sichergestellt sein, muss das Bauprojekt
Breite «nur» noch die reduzierten Schutzanforderungen einhalten, was die
Baukosten reduzieren würde.
22
Ansicht Nord
Ansicht Süd
Ansicht Ost
Ansicht West
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GUTE GRÜNDE FÜR EINE SINNVOLLE INVESTITION IN DIE
ZUKUNFT UNSERER SCHULE ZUM RICHTIGEN ZEITPUNKT!
Das neue Schulhaus Breite
• löst die Kern- und Tagesprobleme der aktuellen Schulanlagen in Waldkirch
• bietet Ihren Kindern und Enkeln eine zukunftsgerichtete Lernumgebung
• ist eine Investition als Teil für das öffentliche Leben
(Bibliothek, Mehrzwecksaal)
• ermöglicht einen flexiblen Mehrzwecksaal, welcher vielseitig eingesetzt werden
kann
• ist eine Investition in einen sehr wichtigen Standortfaktor unserer Gemeinde
• erhöht die Attraktivität der Schule als Arbeitgeber bei den Lehrpersonen durch
die Bereitstellung von moderner Infrastruktur
Terminplan
Montag, 6. März 2017, 20.00 Uhr
Informationsanlass, Turnhalle Bünt, Waldkirch
Mittwoch, 8. März 2017, 20.00 Uhr
Informationsanlass, Pfarreiheim Bernhardzell
Sonntag, 26. März 2017
Abstimmungssonntag
2018 (geplant)
Baubeginn
2019 (geplant)
Bezug der neuen Anlage
Weitere Informationen zum Projekt sind unter der Homepage www.breite.info oder
bei der Schulverwaltung sowie beim Präsidenten der Baukommission,
Andreas Bolzern, [email protected], erhältlich.
T 058 228 79 00 / F 058 228 79 01
Bernhardzellerstr. 28 / 9205 Waldkirch
www.waldkirch.ch
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