GUTACHTEN BAUPROJEKT BREITE VOLKSABSTIMMUNG VOM 26. MÄRZ 2017 Lebensqualität pur. Inhaltsverzeichnis Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 Das wichtigste in Kürze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 Ausgangslage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 Projektbeschrieb der Architektin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 Grundrisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Provisorium . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 Photovoltaikanlage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 Antworten auf die Kernprobleme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 Kostenübersicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 Anträge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 Stellungnahme der Geschäftsprüfungskommission . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 Fragen und Antworten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 Gute Gründe für eine sinnvolle Investition . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 Terminplan . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 2 VORWORT Geschätzte Mitbürgerinnen und Mitbürger Die Gemeinde Waldkirch ist fortschrittlich und modern. Wir möchten auch für die Zukunft eine attraktive und bürger­ freundliche Gemeinde für alle Generationen bleiben. Dazu braucht es Standortvorteile und zielgerichtete Investitionen. Wir haben einen attraktiven Steuerfuss, gute Infrastrukturen für alle Generationen, Schulen und aktive Vereine sowie eine vielfältige Landschaft mit wertvollen Naherholungsgebieten und dazu schöne Wohnquartiere und vielseitige Gewerbe­ betriebe. Man kann in «alte» Infrastrukturen investieren oder aber neue Infrastrukturen bauen und damit Arbeitsabläufe und Prozesse optimieren und erleichtern. Der Gemeinderat, der Schulrat und die Baukommission sind überzeugt, dass der Neubau Schulhaus Breite eine notwendige und zukunftsgerichtete Investition darstellt. Insbesondere darum, weil die heutigen Räumlichkeiten im Schulhaus Steig und Altbau Breite nicht mehr dem Bedarf und den Anforderungen moderner Unter­ richtsformen genügen. Dazu kommt, dass unsere sehr aktiven und erfolgreichen Vereine mit den bestehenden Räumlichkei­ ten seit Jahren an die Grenzen ihrer Trainingsmöglichkeiten stossen. Vereine sind in unserer Gemeinde wichtig und stellen einen grossen und bedeutenden Bestandteil in der Jugend­ förderung dar. Mit dem neuen Schulhaus unterstützen wir die modernen Unterrichtsformen, können zusätzlichen Schul­ raum schaffen und somit als Schule Waldkirch-Bernhardzell weiterhin erfolgreich unterrichten. Durch den geplanten Mehrzwecksaal können zudem für Sport- aber auch für Kulturund Freizeitvereine attraktive Räumlichkeiten angeboten werden, welche den Engpass in der Raumbelegung in der Gemeinde entlasten kann. Die Investitionen von mehreren Millionen Franken werden ohne Steuerfusserhöhung möglich sein, dies aufgrund der aktuell guten Finanzlage. «Zukunft wird in der Gegenwart gestaltet.» Exler, Georg Wilhelm Ich danke dem Gemeinde- und Schulrat, der Baukommission mit Vertretern aus Behörden, politischen Gremien, Vereinen und Baufachleuten für die Arbeiten und Vorbereitungen rund um das Projekt Schulhaus Breite. Mit viel Engagement haben sie das Projekt inhaltlich überprüft, optimiert und somit die Grundlagen geliefert, damit der Bürgerschaft ein umfangrei­ ches und transparentes Gutachten vorgelegt werden kann. Der Schulrat hat keine Mühen gescheut, regelmässig und lückenlos über den Stand der Arbeiten, die Herausforderungen und die Möglichkeiten in separaten Infoblättern und auf der eigens dafür eingerichteten Website (www.breite.info) zu informieren. Geschätzte Mitbürgerinnen und Mitbürger: Der Gemeinderat, der Schulrat und die Baukommission sind von dieser Vorlage überzeugt und stehen hinter diesem Projekt. Wollen wir auch für die Zukunft mit einer modernen und leistungsstarken Schule und Schulbildung überzeugen, ist ein klares Bekenntnis dazu mit einem JA zum Projekt Schulhaus Breite unumgänglich. Ich danke Ihnen herzlich für die Unterstützung und das Vertrauen. Ihr Gemeindepräsident Aurelio Zaccari 3 DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE Der Gemeinderat plant, an der Stelle des alten Teils des Schul­ hauses Breite einen Neubau zu errichten. Das neue Schulhaus ist nicht nur ein reines Schulhaus; es sollen weitere Räume (wie ein Mehrzwecksaal und die Gemeindebibliothek) für die öffentliche Benutzung errichtet werden. Eine Photo­ voltaikanlage soll im Dach integriert werden. Das Schulhaus bietet Platz für vier Kindergärten und sechs Klassen der Primarschule mit zusätzlichen Gruppenräumen sowie Räume für Werken und Handarbeit. Der Musikschule sollen vier akustisch optimal ausgebaute Räume zur Verfü­ gung gestellt werden. Im Weiteren wird die Schulverwaltung, die Schulsozialarbeit sowie die Förderung im neuen Gebäude integriert. Die Vorlage geht von Kosten für den Schulhausbau von total CHF 17,5 Mio. und von Zusatzkosten für die Photovoltaik­ anlage von CHF 0,4 Mio. aus. Die beiden Anträge werden Ihnen einzeln unterbreitet. Die Abschreibungen nach den Vorgaben des Abschreibungsreglements über 25 Jahre für dieses Bau­ vorhaben sind gemäss Finanzplanung vom Finanzhaushalt absorbierbar und führen gemäss aktuellem Wissensstand zu keiner Steuerfusserhöhung. Der geplante Neubau ersetzt das über 100-jährige Schulhaus Steig, das Gebäude der Schulverwaltung sowie den rund 60-jährigen Teil des Schulhauses Breite. Die Gebäude sind abgeschrieben. Die weitere Verwendung der beiden erst­ genannten Gebäude ist noch offen und in Bearbeitung beim Gemeinderat. Kernprobleme • Fehlende Räume Musikschule • Fehlende Räume für die neuen Schulformen • Gebäudezustand und Grundstruktur Schulhaus Steig und Altbau Breite (Feuchtigkeit im UG) Die adressierten Kernprobleme können durch das vorliegende Raumprogramm gelöst werden. Ebenfalls ist dem Grundsatz der multifunktionalen Verwendung der Räume nachgelebt worden. Der geplante Mehrzwecksaal ist ein mehr als adäquater Ersatz der alten Turnhalle Breite und kann für verschiedenste Benut­ zungsmöglichkeiten verwendet werden. Die neue Gemeindeund Schulbibliothek komplettiert den Neubau. Während der rund 20-monatigen Bauzeit wird im südwestli­ chen Teil der Parzelle eine zweistöckige Containerlandschaft für fünf Klassenzimmer sowie weitere Räumlichkeiten einge­ richtet. Weitere Räume werden im neuen Teil des Schulhaus Breite sowie im OZ Bünt untergebracht. Mit der Container­ lösung kann die Sicherheit des Schulbetriebs gewährleistet werden. Die geplante Photovoltaikanlage soll auf einer Fläche von rund 1’100 m2 ca. 170’000 kWh/Jahr Strom produzieren. Im Rahmen der Energiestadt ist dieses Vorhaben eine sinn­ volle Ergänzung zu den bestehenden Anlagen. 4 AUSGANGSLAGE Nach erfolgter Bildung der Einheitsgemeinde wurde unter anderem eine Analyse zu den Raumverhältnissen gestartet. Gleichzeitig zeigte die neue Strategie 2017+ den päda­ gogischen und infrastrukturellen Weg der Schule auf. Dies waren die Auslöser für eine intensive Auseinander­ setzung des Schulrates mit dem Thema «Raumplanung an den Standorten». Am Standort Bernhardzell wurde im Jahr 2010 mit der Schaf­ fung von einem zusätzlichen Klassenzimmer mit Gruppen­ raum im alten Feuerwehrdepot der damalige zusätzliche Bedarf abgedeckt. Im Weiteren steht in der Zwischenzeit die Hauswartwohnung für den Schulbetrieb zur Verfügung. Die Strategie 2017+ der Schule Waldkirch-Bernhardzell unter­ stützt die Standortattraktivität für unsere Gemeinde. Nebst pädagogischen modernen Inhalten benötigt unsere Schule ebenfalls eine adäquate Infrastruktur, um als attraktiver Ar­ beitgeber und Dienstleistungserbringer bei Eltern, Schülern und Angestellten überzeugen zu können. Kernprobleme (Bedürfnisse) Als einer der ersten Schritte hat der Schulrat die verschiede­ nen Puzzleteile zusammengetragen mit dem Ziel, eine umfas­ sende Ausgangslage zu erhalten, in welcher sich die Kern­ probleme herauskristallisierten. Die Analyse ergab folgende Problemstellungen: Entwicklung Schüler und Schulklassen Kindergarten Entwicklung Schüler und Schulklassen Primarschule Die Schülerzahlen zeigen in der Vergangenheit wie auch in der Zukunft eine gewisse Schwankungsbreite auf. Trotzdem ist die Anzahl Klassen stabil geblieben oder wird stabil bleiben. Der Schulrat hat sich bewusst für die Führung von kleinen Klassen im Kindergarten wie auch in der Primarschule ausgesprochen. Dies, um im Förderbe­ reich den Unterstützungsaufwand zu optimieren. 5 a) Räumlichkeiten Musikschule Die Musikschule ist eine freiwillige Dienstleistung unserer Schule, die von rund 170 Schülerinnen und Schülern sowie Jugendlichen aktiv genutzt wird. Heute müssen die Musik­ lehrpersonen in Räumlichkeiten unterrichten, die gerade vom Schulbetrieb oder von den Vereinen nicht benutzt werden. Die Räumlichkeiten sind akustisch (Schall) nicht auf einen Musik­ unterricht ausgerichtet und stören den Unterricht in den anliegenden Räumen. b) Neue Schulformen In den letzten Jahrzehnten hat sich die Unterrichtsform den Bedürfnissen und Entwicklungen angepasst. Wo früher Unter­ richt mit 40 Kindern im Frontalunterricht im Vordergrund stand, ist heute ein differenzierter Umgang mit den Schüle­ rinnen und Schülern in altersdurchmischten kleineren Klassen angesagt. Die bestehenden Räumlichkeiten in den Schulhäu­ sern Steig und alter Teil der Breite sind auf diese Anforderun­ gen nicht ausgelegt oder gar nicht vorhanden. c) Gebäudezustand Das Schulhaus Steig ist über 100 Jahre alt. Die Bausubstanz erscheint grundsätzlich gut. Es stehen Sanierungen im grösse­ ren Rahmen in nächster Zukunft an. Kurzfristig müssten rund CHF 1,6 Mio. für die notwendigsten Sanierungen eingesetzt werden (Quelle: HEV-Studie 2012). Vor allem im Bereich der Reduktion des Energieverbrauchs sind zusätzliche weiterge­ hende Massnahmen dringend notwendig. Der alte Teil der Schulanlage Breite ist rund 60 Jahre alt und ebenfalls in die Jahre gekommen. Auch zeigen sich hier ähnli­ che altersbedingte Symptome wie im Schulhaus Steig. Zum einen kann infolge schlechter Schallisolation die Turnhalle und der darunterliegende Mehrzweckraum nicht gleichzeitig genutzt werden. Zum andern besteht Sanierungsbedarf bei den elektrischen Installationen, bei den Duschen sowie bei der Heizeffizienz und der Feuchtigkeit im Untergeschoss. Projekt- und Machbarkeitsstudien Nach Vorliegen der Raumanalyse sowie der Beurteilung der Gebäude wurden verschiedene Projektstudien in Auftrag ge­ geben. Diese Studien sollten Varianten für die Lösung des zusätzlichen Raumbedarfs oder der geänderten Nutzungs­ form am Standort Breite und/oder OZ Bünt darstellen. Die Projektvarianten mit dem Anbau von einzelnen zusätzli­ chen Räumen an die bestehenden Gebäudehüllen am Schul­ haus Breite oder am OZ Bünt waren nicht zielführend, da sie die Hauptprobleme nicht gelöst hätten. Zusätzlich hätte für den Kindergarten auf dem Areal Breite ein Neubau aufgestellt werden müssen. Der Schul- und Gemeinderat haben sich nach Bewertung der Varianten für einen Neubau am Standort des alten Schulhausteils Breite sowie für den räumlichen Zusammenzug von Kindergarten und Primarschule ausgesprochen. Projektwettbewerb Nachdem sich der Schul- und Gemeinderat für einen Neubau am Standort des alten Teiles Breite sowie für den räumlichen Zusammenzug von Kindergarten und Primarschule ausgespro­ chen hatten, wurde im Jahr 2015 ein zweistufiger Wettbewerb für das neue Schulhaus öffentlich ausgeschrieben. Auf die Ausschreibung gingen 105 Bewerbungen ein. 15 davon wurden zur eigentlichen Projektierung eingeladen und 11 Bewerber reichten der Jury dann fristgerecht ein konkretes Projekt ein. Die Jury (Preisgericht) setzte sich aus Vertretern der politi­ schen Gemeinde, der Schule, des Gewerbes sowie aus exter­ nen Fachjuroren zusammen. Aktuell ist noch ein Rekurs eines Architekturbüros gegen den Ausschluss aus dem Projektwettbewerb aufgrund zu später Einreichung des Wettbewerbsbeitrages beim Bundesgericht hängig. Das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen hat den Entscheid des Gemeinderates geschützt. Sollte das Bundesge­ richt die Beschwerde wider Erwarten schützen, würde der Projektwettbewerb nicht mehr neu durchgeführt werden. Es könnte je nach Entscheid maximal zu einer allfälligen finanzi­ ellen Entschädigung von rund CHF 115’000 zzgl. MwSt, Ent­ scheidgebühr und Parteienentschädigung kommen, die über die Projektreserve abgefedert werden müsste. Das Preisgericht empfahl dem Gemeinderat das Projekt «Das doppelte Lottchen» der Architekten Birchmeier Uhlmann und Rabinovich Architekten AG, Zürich, zur Weiterbearbeitung. Der Gemeinderat ist dieser Empfehlung gefolgt. Die eingereichten Projekte wurden am 22./23. Januar 2016 der Öffentlichkeit präsentiert. Die Baukommission überarbeitete in der ersten Hälfte des Jahres 2016 in Subkommissionen – un­ ter Einbezug von weiteren betroffenen Personen und Verei­ nen – das Raumprogramm und die Raumeinteilungen, sodass alle Bedürfnisse und Kritikpunkte mit dem neuen Schulhaus abgedeckt werden können. 6 PROJEKTBESCHRIEB DER ARCHITEKTIN Die ländliche Gemeinde Waldkirch liegt eingebettet in der hügeligen Landschaft des Fürstenlandes und ist Teil einer traditionellen Baustruktur, welche in seinem Ursprung auf das 8. Jahrhundert zurückreicht. Die Bebauung des Ortes ent­ wickelt sich entlang der Hauptstrasse und schafft durch vor- resp. rückspringende Baukörper parallel zur Strasse wie­ derkehrende Raumausweitungen, welche die öffentlichen Orte und Plätze kennzeichnen. Diese Zuwendung zum öffentlichen Raum bildet das einfache Prinzip, welches auch für den Vorschlag der Schulhauserweiterung aufgenommen wird. Der Neubau schafft über einen vor- und rückspringenden Baukörper einen kleinen Vorplatz entlang der Arneggerstrasse und verleiht dem Schulhaus mit dieser Geste die gewünschte öffentliche Präsenz. Der vorgeschlagene Neubau steht parallel zur Strasse und bildet zusammen mit dem bestehenden Schulhaus der Mittel­ stufe ein neues Ensemble. Der gegenüber der Strasse erhöhte Platz schafft die neue Mitte und bindet die beiden Schulbau­ ten der Primarstufe zusammen. Der gemeinsame Pausenplatz ist als Teil der Raumabfolge Pausenplatz, Spielplatz (Kinder­ garten), Spielwiese und Sportplatz zu verstehen. Mit Vor- und Rücksprüngen werden verschiedene Orte und Zonen geschaf­ fen; trotzdem bleibt die Weite und Offenheit der Anlage erhal­ ten. Die westlich gelegene Wiese des Schulareals bleibt als offener, nicht weiter definierter Freiraum als Bindeglied zum Oberstufenzentrum bestehen. Dies ermöglicht einen selbstverständlichen und angemesse­ nen Zugang zur Schulanlage und schafft auch einen Bezug zwischen den beiden Schularealen. Kindergarten 7 Erschliessung Die Haupterschliessung der Schule erfolgt von Süden und Osten über die Sportanlage sowie von Norden über den neuen Treppenaufgang zum gemeinsamen Pausenplatz. Für die ausserschulischen Nutzungen (Bibliothek, Mehrzwecksaal) wird ein zweiter, untergeordneter Zugang geschaffen, der direkt vom Niveau der Arneggerstrasse erreichbar ist. Beide Zugänge führen in zwei einladende Foyers, welche über eine grosszügige Treppe an die halbgeschossig versetzten Niveaus der Klassenzimmer angeschlossen sind. Mit dieser Anordnung der Geschosse wird dem bestehenden Geländeverlauf ideal Rechnung getragen und räumlich eine Analogie zum bestehen­ den Schulhaus der Mittelstufe geschaffen. Der Gedanke des neuen Ensembles wird gestärkt. Nutzung Die Nutzungsverteilung wird im Vergleich zum bestehenden Unterstufenschulhaus gespiegelt. Die öffentlichen bzw. allgemeinen Räume der Schulanlage wie der Mehrzwecksaal, der Multifunktionsaal sowie die Bibliothek bilden den Kopf des Gebäudes respektive das Scharnier zwischen der Unter- und der Mittelstufe. Die Klassenzimmer im 1. und 2. Obergeschoss sind alle nach Süden zum ruhigen Grünraum orientiert. Die Räume des Kindergartens befinden sich im Erdgeschoss mit direktem Zugang zum Aussenraum. Die Wege lassen sich einfach trennen und ermöglichen zu­ künftige ändernde Schulmodelle ohne grosse Anpassungen. Die Räume für die Lehrpersonen, die Therapieräume sowie die Werk- und Musikzimmer sind in der schmaleren Raum­ schicht zur Strasse hin orientiert. Materialisierung Die Schule wird als Lernwerkstatt interpretiert und soll mög­ lichst nachhaltig und robust materialisiert werden. Die einfache Struktur soll in einer gewissen Direktheit gelesen werden können, welche sich in Form von Sichtbetondecken mit Akustikeinlagen und weiss geschlämmten Mauerwerk­ wänden zeigt. In der Erschliessung sowie in der Eingangshalle schafft ein Tonklinkerbelag eine warme Empfangssituation. Zwei Klassenzimmer bilden jeweils mit einem Gruppenraum eine Einheit und versprühen eine Atelierstimmung. Die gläsernen Abschlüsse der Gruppen-/Therapieräume unter­ stützen diese Stimmung, lassen eine pädagogische Transpa­ renz erwarten und fördern die Tageslichtsituation. Der Lino­ leumboden garantiert eine Behaglichkeit und lädt die Benutzer zum Arbeiten am Boden ein. Die Schrankwand wie auch der Arbeitssims sind aus mehrschichtigen Spanplatten, welche Wärme und Wohligkeit in die Räume bringen. Die Kindergärten, Therapieräume und Lehrerbereiche werden analog zu den Schulräumen materialisiert. Die Kindergärten besitzen ihren eigenen, abgegrenzten Be­ reich. Dort beinhaltet jeder Kindergartenraum einen eigenen Gruppenraum. Der Erschliessungsbereich kann als Erweite­ rung verstanden und auch zum Spielen genutzt werden. Farblich sollen die erwähnten Räume möglichst zurück­ haltend gestaltet sein, damit die Kinder mit den Lehrpersonen und ihren Arbeiten die Farben in die Räume tragen können. Auch der grosszügige Mehrzwecksaal im 2. Obergeschoss zeigt sich in Direktheit und Robustheit mit Sichtbetonwänden und einer sichtbaren Holzbalkendecke. Ein umlaufendes Band aus mehrschichtigem Sperrholz beinhaltet die Schrankwand so­ wie die Eingangsfront und unterstützt den Raum atmosphä­ risch und akustisch. Durch den Sportbodenbelag ist der Raum flexibel für jegliche Veranstaltungen. Die Untersicht des Holzdaches zeigt sich mittels Holzbalken sichtbar in allen Räumen (ausser im Erschliessungsbereich). Fassade Der Neubau hat, in Anlehnung an den Bestand, eine den Kör­ per umfassende Hülle erhalten. Vorgesehen ist eine Haut aus vertikal strukturierten Eternitplatten. Diese Vertikalität schafft zu den horizontalen Fensterbändern eine atmosphäri­ sche Ausgewogenheit und verleiht dem Bau Leichtigkeit und Eleganz. Die Fenster in Holzmetall schaffen eine stimmige und unterhaltsarme Gebäudehülle. Der einfache Aufbau garantiert den Bau eines nachhaltigen und ökologischen Gebäudes. 8 Der innere Aufbau im Split ist nach aussen ablesbar; horizon­ tale Bänder charakterisieren den Schulhaustrakt sowie den Kopfbau. Durchsetzt sind diese mit einzelnen Lochfenstern. Im Schulhaustrakt besitzen die raumhohen Bandfenster Lüf­ tungsflügel für natürliche Belüftung und Nachtauskühlung. Auch der Kopfbau ist mit Lüftungsflügeln ausgestattet, wird jedoch mechanisch be- und entlüftet. Die Oberflächenbeschaf­ fenheit/Farbe der hinterlüfteten Fassade in einem hellen Blaugrau und dem aussenliegenden Sonnenschutz in altrosabeige wird im Bauprojekt vertieft ausgearbeitet und bemustert. Umgebung Der Aussenraum erfährt über einige präzise Eingriffe eine leichte Anpassung. Entlang der Arneggerstrasse entsteht durch den rückspringenden Baukörper ein kleiner Vorplatz, welcher zur Strasse hin durch einen Baumhain und Sitzgelegenheiten abgegrenzt wird. Diesem Platz angegliedert ist der direkte Eingang zur Bibliothek und Musikschule. Vorbei am Lichthof der Bibliothek, welcher durch eine Strauch­ bepflanzung Distanz schafft, gelangt man zu einer Treppen­ anlage oder einem gewundenen Weg, welcher auf den gemein­ samen Pausenplatz von Bestand und Neubau führt. Dieser Aussenraum erfährt gegenüber der heutigen Situation eine entsprechende Vergrösserung. Die einladende Auskragung, welche als Unterstand dient, betont den Haupteingang der Schulnutzungen und dem Mehrzwecksaal des Neubaus. Im Anschluss öffnet sich eine grosszügige offene Wiesen­ fläche, die als Spielwiese genutzt werden kann. Ein geschwungener Fussweg führt entlang der gesamten Länge des Klassenzimmertraktes. Die Kindergartengruppenräume besitzen einen direkten Aussenraumzugang mit einem Aus­ senplatz, welcher an diesen Fussweg grenzt. Folgt man dem Fussweg um das Haus herum, wird der Eingang Kindergarten erreicht. Vorbei an dessen Aussenbereich mit Bauminseln stösst man über eine Aussentreppe wieder zum Vorplatz. Die erwähnten Aussenraumplätze sind in gestampftem Mergelbelag vorgesehen. Einzelne Baumgruppen zonieren diese Bereiche und schaffen schattige und stufengerechte Raumnischen. Für die Kindergärten wird ein weiterer Bereich hinter den bestehenden Veloplätzen angelegt. Dieser bietet Bewegungs- und Spielbereiche mit Sand und Wasserspiel oder schafft Rückzugsraum. Der Spielplatz mit Kletter- und Schau­ kelmöglichkeiten sowie die Sportanlagen bleiben bestehen Naturgefahren – Hochwasserschutz Die zwei zum Teil heute schon offen geführten Bäche, der Wannenwis- und der Mollenwisenbach, lösen nach der Natur­ gefahrenkarte auf dem Schulareal eine Gefahr durch Hoch­ wasser aus. Nach dem «Massnahmenkonzept Naturgefahren» sind bauliche Hochwasserschutzmassnahmen (Hochwasser­ schutzgläser) vorzusehen und ins Projekt aufzunehmen. Anhand der Gefahrensituation sind strassenseitig der Eingang sowie die Fenster Bibliothek, Werken und Musik vom Wannenwisbach betroffen. An der gegenüberliegenden Seite liegen die Ausgänge Kindergarten und der Haupteingang Kindergarten im Gefahrengebiet Hochwasser des Mollen­ wisenbachs. Auch hier sind entsprechende bauliche Mass­ nahmen vorzusehen. Energie Das neue Schulhaus wir an das bestehende Fernwärmenetz angeschlossen. Die Gebäudehülle des Neubaus wird gemäss den Anforderungen des Minergielabels ausgeführt, jedoch wird auf eine kontrollierte Lüftung im Klassentrakt verzichtet. Im Kopfbau wird der Mehrzwecksaal mit einer kontrollierten Lüftung geplant, damit bei Veranstaltungen mit grosser Personenzahl eine gute Luftqualität gewährleistet werden kann. Auf eine Zertifizierung wird verzichtet. 9 10 E4_Technik Heizung/ Sanitär 40.0 E4_Technik Elektro 40.0 G2_ Lager 30.0 G1_Bibliothek 138.0 E1_Putz 23.0 Duschen Duschen El. 3.5 H6_Garderobe 33.0 -5.425 622.425 EINGANG BIBLIOTHEK & MUSIKSCHULE Pum psch acht E3_Geräteräume E2_Lagerraum 45.0 75.5 D5 D4_Mehrzweckraum Musikgrundschule G3_IV Lager 81.5 3.5 Musik 6.0 H6_Garderobe 33.0 H9_Gard./Dusche IV/ L 7.5 -3.50 624.00 Vorzone Empfang F2_Büro Schulsozialarbeit 18.0 B10_Lager (Schule) 44.5 D1_Musik B3_ Werken 16.5 77.5 D1_Musik 13.0 B10_Lager (Schule) 75.5 Erschliessung 261.5 D1_Musik 17.5 F4_ Lager 33.5 E4_ Lüftung 11.5 B5_Lager Werken/ Textil 28.0 B3_ Masch. 20.0 UNTERGESCHOSS Foyer 73.0 11 UNTERSTUFE FÖRDERUNG MEHRZWECKSAAL EINGANG H1_ Multfunktion 119.0 A1_Klasse 78.0 -1.575 = 625.925 +0.00 = 627.5 A1_Klasse 78.0 A3_Material 10.0 A2_Gruppe A2_Gruppe 20.0 20.0 A3_Material 9.0 E1_Putz 9.0 -1.575 = 625.925 A5_ Garderobe 51.0 Technik 3.0 Liftvorzone 3.5 H5_I V 3.5 H3_ Küche 44.0 A1_Klasse 78.0 A7_Kigaküche/ Zahnputzraum/ Malraum 43.5 Pause 80.0 A3_Material 10.0 A2_Gruppe A2_Gruppe 20.0 20.0 AL FL E5_Aussen A3_Mat.l geräteraum 10.0 33.0 A8_Ausseng eräte KIGA 12.0 A1_Klasse 78.0 A5_ Garderobe 51.0 EINGANG KINDERGARTEN ERDGESCHOSS H2_Mehrzwecksaal 241.5 12 Putz 3.0 B6_Multifunktionsraum 75.0 +1.92.5 629.425 +3.50 631.00 H7_Geräte 30.0 B2_Gruppe 35.0 B1_ Klasse 75.0 F3_Besprechung F1_Schulverwaltung 30.5 51.0 B1_ Klasse 75.0 Erschliessung 289.5 B13_Schulleit er 51.0 B2_Gruppe 35.0 C1_Therapie 30.5 B4_Textil 75.0 C2_Arbeitsrau m 30.5 1. OBERGESCHOSS 13 B1_Klasse 75.0 +5.425 632.925 Lüftungszentrale 38.0 B2_Gruppe 35.0 C1_Therapie 30.5 B1_ Klasse 75.0 B14_ Lehrervorbereitung 51.0 B1_ Klasse 75.0 B2_Gruppe 35.0 B14_Drucker/ Lager D3_Musik- C2_Arbeitsraum 30.5 schulleitung30.5 20.0 B1_ Klasse 75.0 C2_Arbeitsraum 30.5 2. OBERGESCHOSS PROVISORIUM Während der Bauzeit von rund 20 Monaten muss der Schul­ betrieb in den provisorischen Räumlichkeiten, ohne grosse Einschränkung für Schüler und Lehrpersonen, sichergestellt sein. Der Ersatz der meisten Räumlichkeiten wird durch die Anmiete von acht Containern abgedeckt. Die zweistöckige Containerlandschaft wird auf dem Schulareal im südwestlichen Teil angesiedelt. Dabei sollen die Container für folgende Räume Ersatz bieten: • 5 Klassenzimmer • 1 Raum für Handarbeit • 1 Raum für multifunktionale Nutzung (Bibel, Religion, Musikgrundschule) • Gruppenraum für Förderlektionen Mit der Containerlösung auf dem Schulareal wird die Sicher­ stellung des Schulbetriebes gewährleistet. Die Verschiebungs­ wege für Schüler und Lehrpersonen zwischen Provisorium, Turnhalle, Bibliothek und Räumlichkeiten des verbleibenden Schulhauses sind kurz und überschaubar. Durch die vorgese­ hene Platzierung der Container ist die Sicherheit der Schüle­ rinnen und Schüler sichergestellt. Während der Bauphase wird die Benutzungsmöglichkeit der alten Turnhalle und des Mehrzweckraums nicht möglich sein. Dies verlangt Flexibilität von der Schule sowie von den benut­ zenden Vereinen und Gruppierungen. Die Belegungen auf alle Räumlichkeiten der Gemeinde sind noch optimaler zu planen sowie Ausweichmöglichkeiten zu eruieren. Weitere Unterrichtsfächer wie Werken und Turnen werden durch Optimierung und Anpassung in der Stundentafel sowohl im bestehenden Teil des Schulhauses Breite, als auch im Oberstufenschulhaus Bünt integriert. 14 PHOTOVOLTAIKANLAGE Mit dem Ersatzbau des Schulhauses Breite wird ein neues Gebäude für einen zeitgemässen Schulbetrieb sowie weitere Bedürfnisse realisiert. Ein neues, modernes Gebäude hat ne­ ben den reinen Betriebsanforderungen heutzutage auch ener­ getische Vorgaben zu erfüllen. Bedingt durch den Umstand, dass die Politische Gemeinde Waldkirch (Bauherrschaft) seit 2012 Energiestadt ist, erhalten energetische Überlegungen bei einem solchen Projekt eine zusätzliche Gewichtung. Energiestadt Waldkirch Das Label Energiestadt ist ein Leistungsausweis für Gemein­ den, die eine nachhaltige kommunale Energiepolitik vorleben und umsetzen. Energiestädte fördern erneuerbare Energien, umweltverträgliche Mobilität und setzen auf eine effiziente Nutzung der Ressourcen. Kennzahlen Eine pragmatische Schätzung geht von einem Eigenver­ brauchsanteil von rund 60 Prozent des heutigen Stromver­ brauchs aus, was eine jährliche Kosteneinsparung von rund CHF 5’000 entspricht. Zusätzlich könnte für die Stromrück­ lieferung mit einer jährlichen Vergütung von rund CHF 20’000 gerechnet werden (Ausgangslage 2017). Technische Betriebe Die Technischen Betriebe Waldkirch übernehmen den Strom aus Photovoltaikanlage inklusive des ökologischen Mehrwer­ tes (HKN). Damit wird der Strom-Mix der Technischen Betriebe verbessert und die regionale (gemeindeeigene) Stromproduk­ tion unterstützt (Ausgangslage 2017). Die geplante Photovoltaikanlage kann ohne grösseren Auf­ wand ans Netz der Technischen Betriebe angeschlossen wer­ den. Dies dank bereits vorhandener, leistungsfähiger ElektraInfrastruktur im Bereich der Schulanlagen. Mit der geplanten Indach-Photovoltaikanlage auf dem neuen Schulhaus (180kWp/ca. 1’100 m2 Fläche) können jährlich rund 170’000 kWh Strom produziert werden, was dem Strom­ verbrauch von ca. 30 Haushaltungen entspricht. Die Photovoltaikanlage soll als Eigenverbrauchsanlage konzipiert/betrieben werden. Das heisst, der produzierte Strom soll zuerst selber verbraucht und nur der Überschuss ins Netz der Technischen Betriebe zurückgeliefert werden. So können die Stromkosten der Schulhäuser erheblich reduziert werden. Durch die Stromrücklieferung wird zusätz­ lich noch ein Ertrag realisiert. 15 ANTWORTEN AUF DIE KERNPROBLEME Die Musikschule erhält eigene Räumlichkeiten, die akustisch so ausgebaut sind, dass der Musikunterricht den Schulbetrieb nicht stört. Mit Gruppen- und multifunktionalen Räumen kann eine flexible Nutzung für die verschiedenen Schulungsformen gewährleistet werden. Zusätzliche Therapieräume runden das Angebot ab. Durch den Neubau werden alle notwendig gewesenen Sanie­ rungsmassnahmen überflüssig, da diese durch das Bauvorhaben abgedeckt werden. Es muss somit kein Geld für mittelfristige Lösungen ausgegeben werden, sondern die finanziellen Mittel können in die Ziellösung investiert werden. Weitere Aspekte des Neubaus Der Kindergarten ist als eigenständige Oase vorgesehen; die Anordnung der Räume ermöglicht einen flexiblen Einbezug der Gruppenräume. Ebenfalls ist der Eingang und der Spiel­ platz separiert von der Primarschule geplant. Mit dem vergrösserten Mehrzwecksaal und den Garderoben/ Duschen kann den Vereinen, aber auch der Schule ein multi­ funktionaler Raum zur Verfügung gestellt werden. Dieser erlaubt eine bessere Nutzung als im bisherigen Gebäude. Verbunden mit neuen Räumlichkeiten für die Gemeinde- und Schulbibliothek kann der Kopfteil des Gebäudes optimal für den öffentlichen Zugang genutzt werden. Verwaltung und Führung der Schule sind vor Ort inmitten des täglichen Schulbetriebs präsent. Mit dem angepassten Raumprogramm besteht eine kleine Reserve für ein Klassenzimmer. Die Räume können multifunk­ tional genutzt werden. Bei den Tagesstrukturen kann der vom Kanton vor­ geschriebene Mittagstisch angeboten werden. Bei den weiter­ gehenden zukünftigen Angeboten der Tagestrukturen kann auf die Schulräume zurückgegriffen werden. Ein allfälliger Bedarf an Ruheräumen ist im vorliegenden Raumprogramm nicht explizit eingeflossen. Aussenansicht Nord 16 KOSTENÜBERSICHT Die Gesamtkosten für das Bauprojekt Schulhaus Breite betra­ gen gemäss detaillierter Kostenschätzung CHF 17,5 Mio. Diese basieren auf dem Kostenindex, Stand vom 1. April 2016 (Zür­ cher Index der Wohnbaupreise) mit 99,2 Punkten und einer Kostengenauigkeit von +/– 12 Prozent gemäss Preisbasis vom 20. Dezember 2016. Alle Beträge verstehen sich inkl. 8 Prozent MwSt. BKP 1 Vorbereitungsarbeiten BKP 2 Gebäude (21 185 m3 à CHF 630) BKP 4 Umgebung 695’000 BKP 5 Baunebenkosten 940’000 BKP 6 Unvorhergesehenes 495’000 BKP 7 Provisorium 560’000 BKP 9 Ausstattung 445’000 detaillierte Kostenschätzung Projekt Abzgl. Kredit Projektierung Antrag Baukredit 985’000 13’355’000 Es ist geplant, auf dem Dach des neuen Schulhauses eine Photovoltaikanlage (Integration in Dachkonstruktion) einzu­ bauen. Dafür sind Mehrkosten von CHF 435’000 (inkl. 8 Prozent MwSt.) geplant. Diese Option wird als Zusatzantrag zum Hauptantrag Schulhaus unterbreitet. Betriebskosten Aufgrund einer ersten Schätzung werden sich die Betriebs­ kosten (Wärme, Wasser, Strom, Hauswartung) für den Neubau im Vergleich zu den Häusern Steig, Schulverwaltung und abzubrechender Teil Breite im gleichen Umfang bewegen. Bei den Wärmekosten kann von einer grossen Reduktion (ca. –55 Prozent) ausgegangen werden. Auf der anderen Seite ist die Wischfläche für den Neubau grösser als für die bishe­ rigen Bauten. Dadurch werden sich die Hauswartkosten um ca. +13,2 Prozent erhöhen. Eine allfällige Kostenreduktion durch den Einsatz der Photo­ voltaikanlage ist in dieser Schätzung nicht eingeflossen. 17’475’000 360’000 17’115’000 Diese Gesamtkosten beinhalten ebenfalls die Kosten der laufenden Phase der Projektierung. Der Kredit von CHF 360 000 wurde von der Bürgerschaft im März 2016 bereits genehmigt. Daher wird der Antrag für den Baukredit um diesen Betrag gekürzt und CHF 17’115’000 betragen. Die Kosten für die Miete und Installation des Provisoriums sind in der detaillierten Kostenschätzung enthalten. Nicht enthalten sind beim Provisorium dessen Betriebskosten, welche über die laufende Rechnung der Schule abgewickelt werden. Ebenfalls enthalten sind die Kosten für die Kommis­ sionsarbeit, Kommunikation sowie die Verzinsung des Baukredits. Steuerfuss Der Gemeinderat hat aufgrund dieses anstehenden Gross­ projekts die Finanzplanung für 2017 und die Folgejahre über­ arbeitet. Das Bauvorhaben ist mit folgenden Annahmen eingeflossen: • Kostenschätzung: CHF 17’115’000 • Amortisationszeitraum: 25 Jahre Nicht alle Risiken der Aufwand- und Steuerentwicklung können abgeschätzt werden. Unter den heutigen bekannten Annahmen sollte diese Investition bei einem gleichbleibenden Steuerfuss möglich sein. Mehr Details können aus dem Geschäftsbericht des Gemeinderates entnommen werden. Mit dem neuen Rechnungsmodell des Kantons St. Gallen (RMSG) kann die Amortisationsdauer für Hochbauten neu gewählt werden zwischen 25 und 35 Jahren. Die Umstellung erfolgt voraussichtlich im Jahr 2019. Durch die Umstellung ergibt sich allenfalls eine jährliche Reduktion des Ab­ schreibungsaufwandes. 17 ANTRÄGE Geschätzte Stimmbürgerinnen und Stimmbürger Der Gemeinderat unterbreitet Ihnen folgende Anträge: Hauptantrag: Zusatzantrag: Der Gemeinderat beantragt Ihnen, dem Projekt für ein neues Schulhaus Breite mit Kosten von CHF 17’115’000 gemäss dem vorliegenden Gutach­ ten zuzustimmen. Falls der Hauptantrag angenommen wird, bean­ tragt Ihnen der Gemeinderat, den Kredit für eine Photovoltaikanlage auf dem Schulhausdach von CHF 435’000 gemäss dem vorliegenden Gutachten zuzustimmen. Der Baukredit basiert auf einem Baukostenindex per 1. April 2016, die Kostengenauigkeit beträgt +/–12 Prozent. Die Ausführung der Photovoltaikanlage erfolgt nur unter der Bedingung, dass dem Antrag 1 zugestimmt wird. Waldkirch, 13. Januar 2017 Im Namen des Gemeinderates Aurelio Zaccari Michael Frei Gemeindepräsident Ratsschreiber 18 STELLUNGNAHME DER GESCHÄFTSPRÜFUNGSKOMMISSION Die GPK hatte weitgehende Einsicht in die Unterlagen des Bauprojekts Breite, inklu­ sive detaillierter Kostenschätzung. Zudem wurde die GPK miteinbezogen in die Er­ arbeitung des Gutachtens und hat in diesem Rahmen kritische Fragen gestellt. Diese wurden von Gemeinderat und Baukommission beantwortet und in einer guten Zu­ sammenarbeit konnten Lösungen erarbeitet werden. Auf dieser Basis beurteilt die GPK die im Gutachten gemachten Angaben als nachvollziehbar und plausibel. Das Bauprojekt wird die Gemeinderechnung über 25 Jahre mit Amortisationsraten von jährlich CHF 720’000 zuzüglich Zinsen auf dem aufzunehmenden Fremdkapital belasten. Dies entspricht 11,6 Steuerprozenten (einfache Steuer derzeit CHF 61’698). Die uns vorgelegte Finanzplanung bis 2020 deutet auf keine unmittelbare Steuer­ fusserhöhung hin. Ob in der weiteren Zukunft das Bauvorhaben steuerfusswirksam wird, hängt neben der Investitionstätigkeit von der wirtschaftlichen und demo­ grafischen Entwicklung, den Finanzausgleichszahlungen und der Zinsentwicklung ab und kann daher nicht genau vorausgesagt werden. 19 FRAGEN UND ANTWORTEN Warum werden die zwei bestehenden Schulhäuser nicht saniert? Diese zwei Schulhäuser wurden zu einer Zeit gebaut, in dem die Schulformen noch anders waren. Mit einer Sanierung würde weder zusätzlicher Raum geschaffen noch eine Nutzungsänderung herbeigeführt werden. Eine Nutzungs­ änderung würde einen grossen Eingriff in die Gebäudeeintei­ lung bedeuten, was zu hohen Kosten führt. Die absehbaren hohen Sanierungsaufwände (rund CHF 6 bis 9 Mio., approx. Schätzung), verbunden damit, dass die Kernprobleme nicht gelöst werden, stehen aus Sicht des Gemeinde- und Schulrates in keinem Verhältnis zueinander. Können mit dieser Lösung allfällige zukünftige, neue Schulmodelle umgesetzt werden? Das dem Bauprojekt zugrunde liegende Raumprogramm basiert auf dem heute bekannten Bedarf an Klassen bis ins Jahr 2021 sowie auf den heutigen Unterrichtsformen. Der Kern der Unterrichtsformen ist das Klassenzimmer. Hier gehen wir davon aus, dass dies auch in zukünftigen Schulformen der Fall sein wird. Vergrössertem und reduziertem Bedarf für die Klassenzimmer kann mit Einbezug von Gruppenräumen oder Ausgliederung von Raumflächen geantwortet werden. Wobei die Statik des Gebäudes hier seine Grenzen zeigen würde. Mehrzwecksaal 20 Welche Konsequenzen hätte eine allfällige Ablehnung des Projekts an der Urne? Ein NEIN zum Bauprojekt würde für den Gemeindeund Schulrat ein Neubeginn der Planungen bedeuten. In den nächsten rund fünf Jahren könnte nicht mit einem neuen Projektantrag gerechnet werden. Das hiesse, dass für die nächsten rund neun Jahre mit der heutigen Raumstruktur und Bausubstanz gearbeitet werden müsste sowie anstehende, im Hinblick auf dieses Projekt sistierte, Sanierungen frühestens 2018 ausgelöst werden könnten. Ein Investitionsschutz dieser Massnahmen wäre nicht gewährleistet. Was geschieht mit den alten Schulhäusern Steig und Schulverwaltung nach Bezug des neuen Schulhauses? Beide Häuser werden nach Bezug des neuen Schulhauses frei für eine anderweitige Benutzung oder einen Verkauf. Der Gemeinderat wird die Neunutzung oder einen allfälligen Ver­ kauf dieser Gebäude bis 2019 klären. Im vorliegenden Projekt ist kein Erlös für einen allfälligen Verkauf eingeplant. Wie kann im neuen Schulhaus ein kindergerechtes Zusammenleben von Kindergärtlern und Primarschülern sicher gestellt werden? Der Kindergarten ist räumlich von der Primarschule getrennt und kann sich auf einem Stockwerk selbstständig entfalten. Durch einen separaten Eingang und Spielplatz sind die Berüh­ rungspunkte reduziert. Auf der anderen Seite können die Kindergärtler erste Schritte des Zusammenlebens mit den Primarschülern erfahren. 21 Warum wurde die Grösse des Mehrzwecksaals nachträglich angepasst? Mit der Grösse des Mehrzwecksaals aus dem ersten Raumprogramm wurde ersicht­ lich, dass die sportliche Nutzung sehr eingeschränkt wäre und gewisse Sicherheits­ aspekte bei verschiedenen Spielarten nicht gewährleistet sind. Der Mehrwert durch die Vergrösserung überwog in der Gesamtbeurteilung. Besteht die Gefahr, dass die Bernhardzeller Kinder zukünftig nach Waldkirch zur Schule gehen müssen, damit die Klassen in Waldkirch aufgefüllt werden? In Bernhardzell gehen aktuell rund 100 Kinder zur Schule. Der Schulrat vertritt die klare Haltung, dass an beiden Standorten, Waldkirch wie Bernhardzell, ein gleich­ wertiges Angebot vom Kindergarten bis zur 6. Klasse vorhanden sein soll. Die Schule wird als Bestandteil des Dorflebens verstanden. Daher ist der «auswärtige Schul­ besuch» von Bernhardzeller Kindern in Waldkirch nicht sinnvoll. Warum hat man sich im Raumprogramm hauptsächlich auf den Mittagstisch konzentriert und die anderen möglichen Angebote nicht explizit erwähnt? Der Schulrat hat sich für das gesetzliche Angebot des Mittagstisches ausgespro­ chen. Weitergehende Angebote der Tagesstrukturen, wie Hausaufgabenhilfe oder Betreuung während des Tages sind aktuell nicht vorgesehen. Diese Angebote müss­ ten bei Bedarf vom Schulrat zuerst konzeptionell aufgearbeitet werden. Weiter­ gehende Angebote der Tagesstruktur sind durch dieses Raumangebot grösstenteils abdeckbar. Besteht eine Abhängigkeit zwischen dem Bauprojekt Breite und dem Bachprojekt Mollenwisenbach? Das Schulhaus wird im Bereich Hochwasserschutz als sensibles Gebäude eingestuft und muss höheren Schutzanforderungen genügen. Diese sind aufgrund der Gefahrenkarte für den Einfluss des Mollenwisenbach und dem Wannenwisbach im Projekt Breite berücksichtigt worden. Das Bachprojekt Mollenwisenbach ist nötig, weil u.a. auch der Durchlass bei der Oberwaldstrasse zu klein ist. Sollte das Bachprojekt im Zeitpunkt der Baubewilli­ gung genehmigt und die Finanzierung sichergestellt sein, muss das Bauprojekt Breite «nur» noch die reduzierten Schutzanforderungen einhalten, was die Baukosten reduzieren würde. 22 Ansicht Nord Ansicht Süd Ansicht Ost Ansicht West 23 GUTE GRÜNDE FÜR EINE SINNVOLLE INVESTITION IN DIE ZUKUNFT UNSERER SCHULE ZUM RICHTIGEN ZEITPUNKT! Das neue Schulhaus Breite • löst die Kern- und Tagesprobleme der aktuellen Schulanlagen in Waldkirch • bietet Ihren Kindern und Enkeln eine zukunftsgerichtete Lernumgebung • ist eine Investition als Teil für das öffentliche Leben (Bibliothek, Mehrzwecksaal) • ermöglicht einen flexiblen Mehrzwecksaal, welcher vielseitig eingesetzt werden kann • ist eine Investition in einen sehr wichtigen Standortfaktor unserer Gemeinde • erhöht die Attraktivität der Schule als Arbeitgeber bei den Lehrpersonen durch die Bereitstellung von moderner Infrastruktur Terminplan Montag, 6. März 2017, 20.00 Uhr Informationsanlass, Turnhalle Bünt, Waldkirch Mittwoch, 8. März 2017, 20.00 Uhr Informationsanlass, Pfarreiheim Bernhardzell Sonntag, 26. März 2017 Abstimmungssonntag 2018 (geplant) Baubeginn 2019 (geplant) Bezug der neuen Anlage Weitere Informationen zum Projekt sind unter der Homepage www.breite.info oder bei der Schulverwaltung sowie beim Präsidenten der Baukommission, Andreas Bolzern, [email protected], erhältlich. T 058 228 79 00 / F 058 228 79 01 Bernhardzellerstr. 28 / 9205 Waldkirch www.waldkirch.ch