Seite 1 - Ernst Spycher

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Fabrikationsgebäude - Bau 43
F. Hoffmann-La Roche AG
Grenzacherstrasse 124
CH-4070 Basel
Inhaltsverzeichnis
Fabrikationsgebäude - Bau 43
4
Historische Bilder (1-4)
5
Historische Bilder (5-6)
6
Historische Bilder (7-8)
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Situationsplan
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Untergeschoss
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Erdgeschoss
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1. Obergeschoss
12
2. Obergeschoss
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Laternengeschoss
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Längsschnitt
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Querschnitt
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Ostansicht
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Westansicht
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Aktuelle Bilder - Serie 1 (9)
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Aktuelle Bilder - Serie 1 (10-16)
22
Aktuelle Bilder - Serie 1 (17-23)
23
Aktuelle Bilder - Serie 1 (24-30)
24
Aktuelle Bilder - Serie 2 (31-39)
26
Aktuelle Bilder - Serie 2 (40-48)
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Fabrikationsgebäude – Bau 43
typ ist in einer Reihe, auf der nördlichen Seite
Basel wurde 1950 ein neues, dreigeschos-
entlang der Grenzacherstrasse noch viermal
siges Fabrikationsgebäude errichtet. Prof.
gebaut worden. Der leichte Knick zwischen
Otto Rudolf Salvisberg baute für Roche
dem Bau 43 und dem Bau 34 reagiert auf die
zwischen 1937 und 1940 Prototypen eines
Strassenführung, die ihrerseits dem Rhein-
Verwaltungsbaus, eines Fabrikationsbaus und
bogen folgt, und leitet über zu den im Westen
galenischen Produktionsbaus.
des Areals folgenden Bauten. (Situation S.9)
Otto Rudolf Salvisberg wurde nach dem Bau
Die Fabrikationsbauten entlang der Grenz-
der Villa für den Generaldirektor Dr. Emil
acherstrasse wurden somit zum Vorbild eines
Barell, am Rennweg in Basel, zum ersten
neues Fabrikationsgebäude, das durch Firma
Dokumentation:
Hausarchitekten der damaligen Chemiefirma
F. Hoffmann-La Roche AG im In- und Ausland
Fabrikationsgebäude - Bau 43
F. Hoffmann-La Roche AG. Der Architekt
an zahlreichen Standorten erstellt wurde.
Grenzacherstrasse
Salvisberg verlieh der stark expandierenden
Der Bau ist dreigeteilt, zwei Kopfbauten flank-
F. Hoffmann-La Roche AG
Firma ein durch gute Architektur geprägtes
ieren die zentrale Halle mit einer Dachlaterne.
CH-4070 Basel
Image, das über lange Jahre qualitative Mass-
Im mittleren Teil war die Produktionshalle
stäbe für die rege Bautätigkeit der Firma so-
untergebracht. Die dienenden Räume, wie
wohl im Inland wie im Ausland setzte. Es war
Labors, Büros und Sozialräume, waren in den
Autor:
der Beginn einer neuen, nachhaltig wirksamen
beiden Kopfbauten angeordnet. Die Räume im
Ernst Spycher, Dipl. Architekt HBK|SIA
Industriebaukultur.
Untergeschoss dienten als Lager, Garderoben
Für die Gesamtplanung des umfangreichen
und Serviceräume.
Firmenareals entlang der Grenzacherstrasse,
Das dreigeschossige, für die damalige Zeit
Historisches Archiv
zwischen der Wettsteinallee im Norden und
grosse Fabrikationsgebäude, ist 60.26 m lang,
F. Hoffmann-La Roche AG
dem Rhein im Süden, wurde ebenfalls Otto
27.50 m breit und 17.96 m hoch und ist voll
Bilder 9-30:
Ernst Spycher
Rudolf Salvisberg beauftragt. Nach dem Tod
unterkellert. In der Längsrichtung ist das
Bilder 31-48:
Bruno Caflisch
Salvisbergs 1940 führte Dr. Roland Rohn die
Gebäude unterteilt in acht konstruktive
Arbeit seines Vorbildes fort.
Achsen von 7.45 m, in der Breite ist es geteilt
Der Bau 43 ist eine Kopie von Salvisbergs
in drei Achsen. Die überhöhte Mittelachse ist
Prototyp, dem Bau 29. Der gleiche Gebäude-
10.20 m breit, die beiden äusseren Achsen
Bildquellen:
Bilder 1-8:
Basel, 14. Februar 2013
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Mit dem Bau 43 an der Grenzacherstrasse in
Bild 12
Bild 1
Bild 3
Bild 13
Bild 2
Bild 4
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Bild 12
Bild 13
Bild 5
6
Bild 6
Bild 7
Bild 8
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8
weisen eine Breite von 7.70 m auf.
den Aussenwänden als Installationszone für
Während das Kellergeschoss ca. 3.50 m hoch
die Haustechnik und die technischen Produkti-
ist, und das Erdgeschoss eine Höhe von fast
onsanlagen. (Bild 22)
fünf Metern aufweist, beträgt die Höhe der
Die Geschossdecken bestehen aus einzelnen
beiden Obergeschosse ca. 4.35 m.
Stahlträgern, die teilweise zur Verstärkung
Die statische Struktur des Gebäudes wurde
zwischen die Betonkonstruktion eingebaut
als Ortbetonkonstruktion gebaut. Sie ist in der
wurden und lose verlegten Holzplatten. (Bild
Längsrichtung und an der Südwand von der
8) Alle Decken innerhalb des Fabrikationsbe-
zweilagigen nichttragenden Fassade getrennt.
reichs konnten somit den sich oft verändern-
Die nördliche Stirnwand wurde teilweise als
den Produktionsabläufen und den technischen
tragende Betonwand ausgebildet. Im mitt-
Installationen angepasst werden.
leren Bereich des Gebäudes erstreckt sich ein
Die äussere Schicht der beiden Längsfassaden
offener Innenraum über alle Obergeschosse,
und der nördlichen Seitenfassade, sowie von
er ragt in das über drei Meter hohe Laternen-
Teilen der südlichen Seitenfassade besteht
geschoss hinein. (Bild 21)
aus weiss gestrichenem Sichtbeton. Diese
Die Erschliessungszonen kragen im Bereich
äussere Schicht wird in den beiden Oberge-
der beiden Obergeschosse balkonartig in den
schossen in der Horizontalen durch auskrag-
von oben und seitlich belichteten, vierge-
ende, betonierte Fluchtbalkone unterbrochen.
schossigen Innenraum. (Bild 20) In diesem
(Bild 12) Auf diese führen in der Rastermitte
überhöhten Bereich wurde ein Laufkran einge-
einflüglige Fluchttüren aus blau lackiertem
baut, der das Erdgeschoss und die beiden
Stahl. (Bild 14) Die darüberliegenden Stahl-
Obergeschosse mit schweren Lasten bedienen
Fensterbänder erstrecken sich über die ge-
konnte. (Bild 41)
samte Gebäudelänge. Sie werden vertikal
Die Hauptstützen sind vom Untergeschoss
durch schmale, drehbare Fensterelemente
(40x40 cm) bis zum 2. Obergeschoss (65x65
geteilt, die in der Mitte der Hauptachsen an-
cm) quadratisch ausgebildet. In der Quer-
geordnet sind.
richtung besteht die Betonkonstruktion teil-
Die Stirnwände sind unterschiedlich gestaltet.
weise aus Zwillingsträgern. (Bild 29)
Die Südfassade zur Grenzacherstrasse wird
Im Bereich der Längsfassaden diente der freie
durch eine breite, senkrechte und fassaden-
Schlitz zwischen dem statischen Gerüst und
hohe Betonlamellenstruktur, in der Fassaden-
Bau 43
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Bau 43, Untergeschoss
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ELEKTRORAUM
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Bau 43, Erdgeschoss
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Bau 43, 1.Obergeschoss
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Bau 43, 2. Obergeschoss
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Bau 43, Laternengeschoss
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Gang
Labor
Lehrbetrieb
Belichtungsrume
Kühlraum
Gard. Herren
Gard. Damen
Gang
Disponibel
Gang
Putzraum
Lagerkeller
Mahlraum
Büro
Velo
Fabrikationsraum
Lagerkeller
Büro
Garderobe
Lagerkeller
Bau 43, Längsschnitt
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H
G
F
E
D
C
B
<---- 2. 8 % GefSˇlle
Fabrikationsraum
Fabrikationsraum
Fabrikationsraum
Fabrikationsraum
Fabrikationsraum
Garderobe
Bau 43, Querschnitt
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Lagerkeller
A
STORENKASTEN
SCHIEBETOR MIT SERVICETUERE
VORDACH
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Bau 43, Ostansicht
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DURCHG.
ZU ELT
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Bau 43, Westansicht
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mitte angeordnet, geprägt. In der Nord-
Metallbau- und Schlosserdetails in erster Linie
fassade, zum Fabrikareal gerichtet, sind mit
hervorzuheben. Die Verwendung der äusserst
Ausnahme der Fluchtbalkone, alle gestalte-
schlanken Fensterprofile unterstützt die
rischen Elemente der Längsfassaden über-
Wirkung der Fenster als Bänder, die fast
nommen worden. Der dreigeschossige Bau-
fassadenbündig liegen. (Bild 12) Die Gestalt-
körper wird nach oben durch ein vorspring-
ung der Fluchtbalkongeländer und der Flucht-
endes, elegantes Sichtbetonvordach abge-
treppen folgen nicht nur den objektiven Be-
schlossen. (Bild 13) Das Oberlicht über dem
dingungen, sie sind von einer seltenen Klar-
zentralen Innenraum ist allseitig von einem
heit und Eleganz geprägt. (Bild 13)
hohen Fensterband umschlossen. (Bild 42)
So wird zum Beispiel die notwendige Breite
Die Dachkonstruktion über dem Oberlicht ist
der Fluchtbalkone erreicht durch eine sehr
in der Querrichtung durch Hetzer-Träger ver-
geschickte Geländerkonstruktion. Die im
steift worden, die in der Längsrichtung mit
unteren Bereich abgebogenen Stützen, die
dünnen Holzbalken verbunden sind, und mit
unterhalb der Betonplatte montiert wurden,
einer Bretterschalung abgedeckt wurden.
verbreitern so den Fluchtweg auf das erford-
(Bild 19) Die übrige Dachkonstruktion, leicht
erliche Mass. (Bild 14) Vielfach wurde eine
nach aussen geneigt, wird in der obersten
Verbindung von Rund- und Flachstahlteilen
Lage ebenso durch Holzbalken gebildet, die
gewählt, diese Kombination und vor allem
mit einer Bretterschalung verbunden sind.
deren Anschlüsse sind ein prägender Teil der
Die Dachhaut wurde als Kiesklebedach aus-
Schlosserarbeiten. Die Fluchttreppen durch-
geführt.
stossen in eleganter Weise die beiden über-
Die Holzbauweise ist ein klarer Hinweis
einander angeordneten Fluchtbalkone sowie
darauf, dass nach dem 2. Weltkrieg der Stahl-
das Vordach und bilden ein starkes, vertikales
preis sehr hoch war. Die Verwendung von ein-
Gestaltungselement. Dadurch wird eine räum-
heimischen Baustoffen erwies sich auch aus
liche Vernetzung der vor den Betonfassaden
ökonomischen Gründen als sinnvolle Alter-
liegenden, vertikalen und horizontalen Metall-
native zum Stahl.
Strukturen erreicht. (Bild 13)
Neben der flexiblen statischen Baustruktur,
Der Bau 43 ist ein sorgfältig bis ins Detail
die den neuen Bautypus prägt, fallen auch die
geplantes und ausgeführtes Bauwerk. Er ist
vielen sorgfältigen Details auf. Dabei sind die
ausserdem geprägt durch seine hohe Flexi-
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bilität und Adaptabilität. Das Fabrikationsgebäude ist ausserdem ein herausragendes
Beispiel eines Industriebaus der NachkriegsModerne in der Schweiz.
Zur Zeit der Begehung im Januar 2013 waren
waren alle früheren Produktionsanlagen und
andere Elemente bis auf wenige Teile bereits
ausgeräumt. Die flexiblen Deckenelemente
und die Leichtbauwände waren ebenso ausgebaut. Der gesamte Innenraum konnte in
seiner ganzen Klarheit wahrgenommen
werden, er wirkte fast wie ein eben vollendeter Rohbau. (Bild 18)
Nach einer mehr als 60-jährigen Geschichte
als vielseitig benutzbares Fabrikationsgebäude
hat der Bau 43 nun ausgedient, er soll demnächst abgebrochen werden. An seiner Stelle
wird zukünftig ein neues Gebäude mit 40 m
Höhe gebaut werden können.
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Bild 9
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