Syntaktische Kategorien und grammatische Funktionen

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Syntax und Morphologie
Einführungskurs
7. Vorlesung
Redeteile (lat
(lat.. partes orationis,
orationis, engl. parts of speech)
speech)
Die Lexeme einer Sprache können im Hinblick auf bestimmte
semantische und formale Eigenschaften in Klassen eingeteilt werden.
Wortarten bezeichnen Klassen von Wörtern, die in einem bestimmten
syntaktischen oder auch morphologischen Kontext stehen können.
Die zehn Wortarten der traditionellen Wortartenlehre:
(die gängigen deutschen Bezeichnungen stehen in Klammern)
tree, dog, freedom | Baum, Ofen  Substantiv / Nomen (Hauptwort)
run, kick, work | sprechen, müssen  Verb (Zeitwort)
big, red, beautiful | braun, ehrlich  Adjektiv (Eigenschaftswort)
a(n), some, any, the, this, that | der, die, das  Artikel / Determinator (Geschlechtswort)
du, sie  Pronomen (Fürwort)
sieben, anderthalb  Numerale (Zahlwort)
today, there, well, strangely | heute, sehr  Adverb (Umstandwort)
in, on, below, against | für, auf  Präposition (Verhältniswort)
that, because, although | wenn, weil  Konjunktion (Bindewort)
ouch, oops, oh, psst | ... !  Interjektion (Empfindungswort / Ausrufewort)
Um welche Wortarten handelt es sich hier? 
"das ützlipütz prümst den wenzipil"
ützlipütz
• folgt einem Artikel
• geht mit dem Artikel einem möglichen Verb voraus
 Substantiv
prümst
• typische Position für finites Verb im Deklarativsatz
• Flexionsendung –t in Kongruenz mit Subjekt
 Verb
"eine karuttel morft das börd"
börd
• folgt einem Artikel
 Substantiv (1)
• ...
 Negationspartikel, Adverb (2)
Zur Problematik der Wortarten
Akademie-Grammatik, S.494:
Jede Klassifizierung des Wortbestandes nach grammatischen
Prinzipien ... wird bei der Auswahl der Gliederungsgesichtspunkte
Kompromisse nicht ausschließen können. Im Ergebnis wird eine völlig
widerspruchsfreie Wortklasseneinteilung, die alle „Sonderfälle“
berücksichtigt, kaum zu erreichen sein.
Duden 1984, S.88:
Aufgrund der unterschiedlichen Funktionen im Satz und der damit eng
verknüpfen Formmerkmale, Anordnung und Beziehungen zueinander
können verschiedene Gruppen oder Klassen von Wörtern
unterschieden werden, die sich semantisch voneinander abgrenzen
lassen und die man Wortarten nennt.
Der Großteil der Wörter ist ambig bezüglich seiner Wortklasse!
Relevante Aspekte
semantische Klassifikation der Wörter (nach Bedeutung)
Autosemantika: Substantiv, Adjektiv, Numerale, (Voll)Verb, Adverb
Synsemantika: Hilfsverb (sein, haben, werden), Hilfspartikel (zu)
[Pronomen, Präposition; Artikel, Konjunktion, Partikel]
morphologische Klassifikation der Wörter (formal)
flektierbar: Substantiv, Adjektiv, Pronomen, Numerale, Verb, Artikel
nicht flektierbar: Präposition, Konjunktion, Partikel
[Adverb]
Produktivität (Klassifikation der Klassen)
offene Klassen (Verb, Nomen, Adjektiv, Adverb) sind Bestandteile des
Lexikons, können durch Wortbildungsregeln jederzeit erweitert werden
geschlossene Klassen (Präposition, Artikel, Konjunktion) sind im Prinzip
aufzählbar und somit in die Grammatik integrierbar
Die genaue Charakterisierung der Wortarten ist nicht Gegenstand der
Morphologie alleine, sondern der Grammatik insgesamt.
Wortartendifferenzierung
syntaktische Kriterien, z.B. die Fähigkeit
als Satzglied zu fungieren
einen Artikel an sich zu binden
einen bestimmten Kasus zu fordern
 Vgl. die Einteilung auf der nächsten Folie, die zu fast demselben
Ergebnis kommt, wie die traditionelle Wortartenlehre
Bei den flektierbaren beruht sie zunächst auf morphologischen,
dann syntaktischen Kriterien.
Bei den nicht flektierbaren beruht sie ausschließlich auf
syntaktischen Kriterien.
MorphologischMorphologisch-syntaktisch orientierte
Wort
flektierbar
konjugierbar
nicht flektierbar
nicht konjugierbar
(= deklinierbar)
komparierbar
nicht satzbildend
kann allein
Satzglied sein
nicht komparierbar
artikelfähig
kann nicht allein
Satzglied sein
nicht artikelfähig
kann allein kann nicht allein
Satzglied sein Satzglied sein
Verb
satzbildend
Adjektiv Substantiv Pronomen
Artikel
Adverb
verlangt
einen Kasus
Prä
Präposition
Klassifizierung nichtnicht-flektierender Wortarten
Kasuszuweisung / "Kasusforderung“
[+] Präposition
auf den Berg,
vor dem Essen
[–] Adverb, Partikel, Konjunktion
Karl ist vor dem Essen auf den Berg geklettert.
Karl ist vorher hinauf geklettert.
(Adverbien werden auch als intransitive Präpositionen bezeichnet)
Stellungsglied- / Phrasenstatus
[+] Adverb
Wahrscheinlich ist Hans gekommen.
Gestern habe ich nicht lange genug gewartet
[–] Partikel
* Bloß ist Hans gekommen.
* Wohl habe ich nicht lange genug gewartet.
verlangt
keinen Kasus
Konjunktion Interjektion
Kasuszuweisung als syntaktisches Kriterium
Zuweisung von Akkusativ
[+] Verben, Präpositionen
..., als Kolumbus den Kontinent entdeckte.
[–] Adjektive, Nomen
* die Entdeckung den Kontinent
* ihn überdrüssig
Bemerkung: einige wenige Adjektive weisen Akkusativ zu
die Arbeit los / leid sein,
keinen Pfennig wert sein
N.B. Nomen können keinen anderen Kasus zuweisen als Genitiv
die Entdeckung des Kontinents
die Wiederholung des Spielfilms
Kasuszuweisung als syntaktisches Kriterium
V
NOM
AKK
DAT
GEN
+
+
+
+
+
+
+
+
+
P
A
N
Denken Sie an Beispiele!
+
Weitere Beispiele unterschiedlicher Einteilungen
Traditionell, z.B.
nach Glinz
Erweitert, z.B.
Substantiv
Nomen
Substantiv
Verb
Verb
Verb
Adjektiv
Adjektiv
Adjektiv
Adverb
Präposition
Partikel
Adverb
Präposition
Konjunktion
Konjunktion
Pronomen
Pronomen
Artikel
Begleiter
Artikel
Numerale
Interjektion
Interjektion
Partikel
Modalwort / Satzadverb
Konjunktionaladverb
Pronominaladverb
Wortarten in NEGRA / TIGER:
http://www.coli.uni-saarland.de/sfb378/negra-corpus/stts.asc
Wortart der Pronomina (1/2)
1. Personalpronomen
zur Bezeichnung von Personen, Dingen und Sachverhalten
treten an die Stelle von Nominalphrasen
ich, du, er, sie, es, mich, dir ...
2. Reflexivpronomen
anaphorische (rückweisende) Funktion
Kongruenz mit dem Antezedent in Person und Numerus
bei reflexiven Verben nicht weglassbar
Er schämt sich.
*Er schämt.
*Er schämt den Hund.
bei unechten reflexiven Verben durch andere Akkusativ-NP ersetzbar
Er wäscht sich.
Er wäscht den Hund.
3. Possessivpronomen
Besitz anzeigend
anaphorische Kongruenz in Person und Numerus
Ich wasche mein Auto.
Wortart der Pronomina (2/2)
4. Demonstrativpronomen
Pronomen der dritten Person
Hinweis auf eine Person, Sache oder einen Sachverhalt
Diesen Mann habe ich noch nie gesehen.
5. Relativpronomen
zur Einleitung von Relativsätzen
der, die, das, welcher, welche, welches
6. Interrogativpronomen
zur Einleitung von Fragesätzen
welcher, welche, welches, wer, was, …
7. Indefinitpronomen
allgemeine und unbestimmte Bedeutung
artikelähnliche Verwendung
jemand, etwas, alle, kein
Wortart der Adpositionen
Präposition
nach München,
wegen der Kinder
Postposition
seiner Frau zuliebe,
den Freunden entgegen,
ihrer Meinung nach
Zirkumposition
um der Liebe willen,
von Gesetzes wegen
 Regieren den Kasus ihres Komplements
Wortart der Konjunktionen
Zur Verknüpfung von Satzteilen und Sätzen
koordinierend (nebenordnend): Verknüpfung von gleichrangigen
Sätzen / Satzteilen
Noam und Roland verstehen sich nicht.
Er schläft, aber sie arbeitet noch.
subordinierend (unterordnend): Einleitung untergeordneter Sätze
Er weiß, dass er kommen soll.
Weil er berühmt ist, lassen sie ihn durch.
Konjunktionen vs. Konjunktionaladverbien
Konjunktionaladverbien sind frei im Satz verschiebbar.
Trotzdem kommt er heute.
Er kommt trotzdem heute.
Er kommt heute trotzdem.
Konjunktionen stehen am Satzanfang.
* Er berühmt weil ist, lassen sie ihn durch.
Wortart Verb
Stelligkeit
intransitiv: laufen, arbeiten, blühen  einstellige Prädikate, deren einziges
Argument das Subjekt ist
transitiv: küssen, loben, schlagen  zweistellige Prädikate, deren
Argumente das (Nominativ-) Subjekt und das Akkusativobjekt sind
ditransitiv: geben, schenken  dreistellige Prädikate, deren Argumente
das (Nominativ-) Subjekt, das Akkusativobjekt und das Dativobjekt sind
Valenzklassen
Verben ohne Ergänzung, bzw. nur mit Subjekt
Es schneit.
Martin schnarcht.
Verben mit einer oder mehreren Ergänzungen
Der Professor lobt seine Studenten.  Akkusativergänzung
Die Spieler danken dem Trainer.  Dativergänzung
Wir gedenken der Toten.  Genitivergänzung
Sie beschuldigte alle der Unzucht.  Akkusativ- und Genitivergänzung
Er lagerte sein Eis im Kühlschrank.  Akkusativ- und PP-Ergänzung.
Wortart Adjektiv
nicht alle Adjektive können beide Funktionen wahrnehmen
sowohl attributiv als auch prädikativ
graduierbar (rot, groß, neu)
nicht graduierbar (tödlich, ledig)
nur attributiv
der ehemalige Präsident
vs.
*der Präsident ist ehemalig
nur prädikativ
die Regierung ist schuld
vs.
*die schulde Regierung
bestimmte Adjektive verlangen Ergänzungen
seinem Bruder
ähnlich
sich seiner Schuld
bewusst
bei uns
beliebt
in Köln
wohnhaft
sein
seiner Überzeugung sicher
der Idee
dienlich
Das Partizip zwischen Verb und Adjektiv
Partizipien verhalten sich wie Verben, denn
sie können Akkusativ zuweisen;
sie „erben“ die Argumentstruktur des Verbs, aus dem sie abgeleitet werden.
die Tätigkeit befriedigt mich  eine mich befriedigende Tätigkeit
der Schüler liest das Buch  der das Buch lesende Schüler
Partizipien verhalten sich wie Adjektive, denn
sie flektieren wie Adjektive
die befriedigenden und nützlichen Tätigkeit
Freude an befriedigender und nützlicher Tätigkeit
Partizipien verhalten sich nicht wie Adjektive, denn
sie sind nicht prädikativ verwendbar in Kopulakonstruktionen
die Lehrerin ist schön / berühmt
* die Lehrerin ist lobend / * die Frau ist tanzend
eine eingeschränkte Klasse von Partizipien kann in Kopulakonstruktionen
prädikativ verwendet werden
diese Entwicklung ist sehr beunruhigend / erschütternd
Syntaktische Kategorien
(Wortart im weitesten Sinne)
lexikalische Kategorie (Inhaltswörter: Verben, Nomen …)
funktionale Kategorie (Funktionswörter: Konjunktionen, Artikel …)
phrasale Kategorien (Nominalphrase, Adjektivphrase, ...)
Syntaktische Kategorien
(wie Nomen, Nominalphrase, Verb, Verbalphrase)
sind durch satzsyntaktische paradigmatische Relationen aufgrund
satzsyntaktischer Ähnlichkeiten definiert.
Menge von einfachen oder komplexen Ausdrücken mit
gemeinsamen syntaktisch relevanten Eigenschaften (z. B. dieselbe
syntaktische Distribution)
funktionale Informationseinheiten (Tempus, Kasus, …)
analytisch realisiert:
durch selbstständige Wörter
synthetisch realisiert:
durch Morpheme, also die Flexion
Syntaktische Funktionen
(grammatische Relation zwischen zwei Ausdrücken)
bestimmt durch die morphologische Markierung
und / oder die strukturelle Relation der Ausdrücke zueinander
Funktionen sind durch satzsyntaktische syntagmatische
Relationen zwischen Teilen und Ganzem definiert.
Subjekt_von_X
Objekt_von_X
Prädikat_von_X
Attribut_von_X
Adverbiale_von_X
Zuordnung syntaktischer Funktionen
im Kontext
zum Satzglied
nicht zu bestimmten Wortarten oder Phrasen.
Syntaktische Funktionen
Subjekt
Wer? Was?
Kasus: Nominativ
Kongruenz mit dem finiten Verb
Realisierung durch verschiedene Kategorien:
Der Kater lässt das Mausen nicht.
Er wittert Gefahr.
Dass er schweigt, überrascht niemanden.
Dass Peter den Bus nicht mehr erreicht, ist offensichtlich.
Dass das nicht funktioniert, wundert mich nicht.
Vgl. Possessivum in einer Nominalisierung:
Paul hat ein Buch rezensiert  Pauls Rezension
Expletivum: sog. Wetter-es
es regnet
unklar, ob man es wirklich als Subjekt einstufen soll, zumindest auf
der semantischen bzw. funktionalen Ebene
Korrelat bei nachgestelltem Subjektsatz:
Es / Das wundert mich nicht, dass du lachst.
Syntaktische Funktionen
Objekt
Objekte
werden nach rein formal-grammatischen Kriterien in eine Klasse
gefasst,
nämlich dann, wenn sie als reines Nominal auftreten:
Peter isst einen Apfel
(Akkusativobjekt)
(Dativobjekt)
Peter hilft seinem Freund
Peter gedachte seiner Mutter
(Genitivobjekt)
Satzglieder, die vom Verb gefordert werden,
darunter auch:
Peter wohnt in Hamburg.
Peter denkt nur an sich
Um solche Fälle mitzuerfassen, wurde das Präpositionalobjekt
hinzugefügt
 Diese Definition von Objekt kommt wieder aus einer ganz anderen
Perspektive, nämlich, ob ein Satzglied obligatorisch ist oder nicht!
Objektsatz
Ich habe (es) versprochen, dass ich mich beeile.
Syntaktische Funktionen
Objekt
Direktes Objekt: Wen? Was? Kasus: Akkusativ
wird im Passiv durch Kasuskonversion zum Nominativ
Jo füttert den Hund.  Der Hund wird (von Jo) gefüttert.
Objektfähige Kategorien sind NPs und Sätze
Kinder lieben Bonbons.
Ich meine, dass das nicht stimmt.
Indirektes Objekt: Wem oder was? Kasus: Dativ
keine Kasuskonversion im Passiv:
Jo liest den Kindern vor.  Den Kindern wird vorgelesen.
zweites Objekt bei ditransitiven Verben
Er gibt den Mäusen Futter.
Genitivobjekt: Wessen? Kasus: Genitiv
relativ seltenes Vorkommen
häufig durch PP ersetzt
Wir erinnern uns der Freunde aus Bamberg.
 Wir erinnern uns an die Freunde aus Bamberg.
Syntaktische Funktionen
Objekt
Präpositionalobjekt: PP, die als Objekt fungiert;
vom Verb gefordert
Präposition ohne erkennbare Semantik:
Sie wartet auf ihn.
N.B. nicht verwechseln mit Präpositionaladverbialen:
Sie wartet auf dem Bahnsteig / an der Ecke
Freier Dativ (!)
im Gegensatz zum Dativobjekt immer weglassbar ( Tilgungstest)
Dativus ethicus & Dativus iudicantis können zu einem
vorhandenen Dativ hinzutreten:
Gib mir den Kindern nicht so viel Schokolade!
Du gibst mir den Kindern zu viel Schokolade.
Dativus commodi, Dativus incommodi, Pertinenzdativ können
nicht mit einem anderen Dativ auftreten:
Er öffnet ihm die Tür.
Die Tür fällt ihm zu.
Er schneidet ihr die Haare.
Syntaktische Funktionen
Prä
Prädikativ
(Prädikatsnomen)
Zuordnung von Eigenschaften zu Substantiven
Subjektsprädikativ bei Kopulaverben
Informatikerin wird Kerstin nie.
Aber sie wird reich und glücklich.
Objektsprädikativ bei Verben wie
finden, nennen, heißen, schimpfen
Sie fand das Buch recht teuer.
Sie hieß ihn einen Versager.
Er nannte sie eine Lügnerin.
Syntaktische Funktionen
Adverbiale
Hier ist kategoriell nahezu alles vertreten:
Sie liegt vor lauter Langeweile (Grund) den ganzen Tag (Zeit) dösend (Art und Weise) im Bett (Ort).
Die Gemeinsamkeit besteht lediglich in der Funktion: Umstandsbestimmung eines Vorgangs oder Sachverhalts
Semantische Unterscheidung
(a) Temporalbestimmung:
Er kommt jeden Tag.
(b) Lokalbestimmung:
Sie arbeitet im Kindergarten.
(c) Instrumentalbestimmung:
Er isst mit den Händen.
(d) Umstandsbestimmung:
Sie arbeitet mit großer Sorgfalt / sorgfältig.
(e) Komparativbestimmung:
Sie ist schneller als der Wind.
(f) Substitutivbestimmung:
Tommi läuft statt Mike.
(g) Adversativbestimmung:
Im Gegensatz zu Fritzle schläft Tom.
(h) Kausalbestimmung:
Lena hat vor Freude geweint.
(i) Konditionalbestimmung:
Mit etwas Fleiß könnte er sich verbessern.
(j) Konzessivbestimmung:
Sie arbeitet trotz Grippe.
(k) Konsekutivbestimmung:
Sie sehen sich zum Verwechseln ähnlich.
(l) Finalbestimmung:
Er fährt zur Erholung ans Mittelmeer.
Syntaktische Unterscheidung
(1) obligatorische adverbiale Ergä
Ergänzungen ( Valenz)
Tom fährt in die Stadt.
Berlin liegt an der Spree.
wohnen
sich fühlen
fahren
dauern
+ lokale Adverbiale
+ modale Adverbiale
+ Richtungsadverbiale
+ temporale Adverbiale
(2) mögliche (fakultative) adverbiale Ergä
Ergänzungen,
nzungen z.B.
Modaladverbial bei Bewegungsverben:
Jakob läuft / fährt / schwimmt schnell.
(3) freie Angabe
Er arbeitet (gern) (in aller Ruhe) (am Wochenende).
Caroline weinte / tanzte / arbeitete / meditierte im Garten.
Syntaktische Funktionen
Adverbialsä
Adverbialsätze
Temporalsätze:
Lena spielt, während Mama arbeitet.
Lokalsätze:
Unglückliche Menschen, wohin man schaut.
Modalsätze (Unterteilung s. Adverbiale):
Er hat mir dadurch geholfen, dass er da war.
Kausalsätze (Unterteilung s. Adverbiale):
Weil er mir geholfen hat, werde ich ihn bekochen.
Substitutivsätze:
Anstatt zu arbeiten, schläft er lieber.
Adversativsätze:
Während es gestern geregnet hat, ist es heute trocken.
Syntaktische Funktionen
Attribut
Im Gegensatz zu den anderen Satzgliedern können Attribute nicht
selbstständig im Satz auftreten
Attribut als Satzglied: partielle Umstellbarkeit, fakultativ
Subjektsattribut
Er kam nie betrunken nach Hause.
Betrunken kam er nie nach Hause.
?Er kam betrunken nie nach Hause.
Objektsattribut:
Sie trinkt den Tee mit Milch.
Den Tee trinkt sie mit Milch.
Mit Milch trinkt sie den Tee.
Attribut als Satzgliedteil: fakultativer Teil einer NP
verschiebbar nur zusammen mit dem Bezugselement
Er beantwortet [den Brief [des Freundes]] heute.
*[Des Freundes] beantwortet er [den Brief] heute.
kann innerhalb einer Nominalphrase mehrfach auftreten)
Der neue Roman von Paul Auster, den ich endlich gelesen habe,…
Syntaktische Funktionen
Attribut
Adjektivattribut (pränominal):
der schlaue Kerl *der Kerl schlaue
kongruieren mit Bezugsnomen in Numerus, Genus und Kasus:
die geniale CD
*die genialer CD
je nach Definitheit des Artikels unterschiedliche Flexionsformen:
das neue Buch
ein neues Buch
Genitivattribut (zum Ausdruck einer Besitzrelation)
postnominal:
das Haus der Schneiders
pränominal:
Luisas Schnuller
in pränominaler Stellung alterniert mit Artikel:
*der Luisas Schnuller
realisiert die Argumente nominalisierter Verben:
die Zerstörung der Welt
Syntaktische Funktionen
Attribut
Partizipialattribut (pränominal)
Präsenspartizip:
der schlafende Hund
Perfektpartizip:
der von Prüfungen geplagte Student
Präpositionalattribut (postnominal)
Der Mann vom Mond
Adverbattribut (postnominal, keine Umstellung im Satz
möglich)
Der Unterricht gestern war langweilig.  Temporalattribut 
Der Unterricht war gestern langweilig.  Temporaladverbial
Apposition (dem Bezugsnomen nachgestellt; Kasuskopie)
Heiner, der Chef der Firma
die Apposition, eine Erweiterung der NP
Juxtaposition (dem Bezugsnomen vorangestellt; Kasuskopie)
Der Weinkenner Günther
Den Kommandanten Kirk
Syntaktische Funktionen
Attributsä
Attributsätze
Relativsätze
restriktiv:
Die Dänen, die Bier trinken, sind gute Fußballer.
nicht-restriktiv:
Die Dänen, die (übrigens) Bier trinken, sind gute Fußballer.
frei:
Wer hart arbeitet, wird reich belohnt.
weiterführend:
Er wohnt in München, worüber er froh ist.
satzwertige Infinitive (zu-Infinitiv):
Die Absicht, sie zu heiraten, ...
Komplementsätze:
Die Hoffnung, dass alles gut wird, hat sie aufgegeben.
Die Ansicht, dass das das Ende sei, ...
Halten wir also fest:
Satzglieder werden funktional-semantisch definiert
Phrasen werden kategoriell bestimmt
Konstituenten werden operational definiert
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