Nach den durchgeführten Untersuchungen weist Alpenmoder auf

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Schreckenthal-Schimitschek.'Die Bodenarten und ihre Eigenschaften usw.
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Nach den durchgeführten Untersuchungen weist Alpenmoder
auf silikatischem Gestein durchaus nicht immer sehr tiefe pH-Werte
auf; sie können bis p H 5,7 betragen; das Intervall liegt also
zwischen 3,5 und 5,7. Die durchschnittlich höchsten pH-Werte
sind im Weerberger Gebiet auf Quarzphyllit gefunden worden.
Die Schwankungen liegen hier nur zwischen 4,9 und 5,7. Selbst
unter Sphagnum weist die Humusschicht an manchen Stellen ein
p H von 5,46 auf.
Einen im Verhältnis zu den anderen Alpenmoderproben
mittleren pH-Wert haben die Proben v o m Pitztal und Stubaital,
während jene des Axamerkogels die tiefsten pH-Werte zeigen
(3,5 bis 4,1).
Ordnet man die Proben nach der Vegetation, so ergibt sich:
Der von den Holzarten Lärche, Zirbe, Fichte beeinflußte Alpen­
moder zeigt geringere Schwankungen der pH-Werte als solcher,
der nur von einer niederen Pflanzendecke allein beeinflußt wird,
also als der primäre Alpenmoder. Es ist dies vielleicht darauf
zurückzuführen, daß durch die Holzarten die Extreme des Klimas
der verschiedenen Lagen mehr ausgeglichen werden.
I m allgemeinen weist der sekundäre Alpenmoder auch etwas
niedrigere pH-Werte auf. Der rasche Abbau der Nadeln gibt
Veranlassung zur Bildung von sauren Humusstoffen, durch die
diese Erhöhung des Säuregrades veranlaßt wird.
A m sauersten scheint der Alpenmoder unter Lärche zu sein,
dann folgt Fichte, am wenigsten sauer ist er unter Zirbe. Die
Durchschnittswerte betragen bei Lärche 3,83, bei Fichte 4,11,
bei Zirbe 4,49.
Mit jungen Zirben bestockter Alpenmoder verschiedener Ört­
lichkeiten wies einen Säuregrad von p H 3,8—5,4 auf. Diese Werte
bedeuten jedenfalls weder nach oben noch nach unten die Grenze
für das~ Wachstum der Zirbenjugenden.
Alpine Moore.
Es werden noch die Bodeneigenschaften v o n zwei Mooren,
die im Untersuchungsgebiet lagen, angegeben, und zwar eines
F l a c h m o o r e s in den Stubaier A l p e n ) und eines H o c h ­
m o o r e s i m Gebiet der Lunzer Seen (Tab. 10).
In den Hochlagen treten häufig dort, w o ein undurchlässiger
Untergrund vorhanden ist, Moore auf. Einen derartigen Unter­
grund bilden häufig undurchlässige Gesteine, Gletscherschlamm
oder Staubeckensande.
Infolge der Terrainausformung haben die Moore der Hoch­
lagen meist nur eine geringe Ausdehnung. Sie tragen, da ihnen
reichlich Nährstoffe zugeführt werden, entweder Übergangs- oder
Flachmoorcharakter. Nährstoffquellen für die Moore sind die
Gewässer und vor allem die Verstaubung.
x
*) Über
qualitative pollenanalytische Untersuchung dieses Moores,
durchgeführt von P a u l , München, siehe S c h r e c k e n t h a l : Beiträge
zur Frage des Waldrückganges, Centralbl. f. d. ges. Forstw. 1933.
B. B. C Bd. LH. Abt. B. Heft 3.
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