Whey Protein in Nahrungsergänzungsmitteln

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Whey Protein in
Nahrungsergänzungsmitteln
Body Attack Sports Nutrition, 2013
Whey Protein in Nahrungsergänzungsmitteln
AbstraCt
In der Sportnahrung hat Whey Protein als Nahrungsergänzungsmittel zunehmend an Bedeutung
gewonnen.
Das aus Molke extrahierte Eiweißprodukt kann die
metabolische Balance in Richtung anaboler (aufbauender) Prozesse verschieben. Muskelaufbau wird
angekurbelt, katabole (abbauende) Reaktionen dagegen vermindert. Der Körper kann schneller regenerieren, wodurch Trainingsleistungen gesteigert werden
können.
Whey Protein trägt aber nicht nur zur Muskelproteinsynthese bei, sondern ist auch am Aufbau starker
Antioxidantien wie Glutathion beteiligt. Glutathion
schützt den Körper vor oxidativem Stress, Traumata
an Muskelzellen können so reduziert werden. Das
hochwertigste aller Eiweiße ist auch in der Diätbranche
gefragt, da es Sättigungsgefühle mit verstärkt.
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Whey Protein in Nahrungsergänzungsmitteln
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 04
Definition 05
Unterschiedliche Sorten von Whey Protein Whey Protein Konzentrat
Whey Protein Isolat
Whey Protein Hydrolysat
06
Biologische Wertigkeit 07
Proteinbedarf und Muskelaufbau 07
Muskelschutz durch Antioxidantien 10
Auswirkungen auf das Immunsystem 11
Sättigungseffekt 11
Zusammenfassung 12
Literatur 13
Impressum 13
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Whey Protein in Nahrungsergänzungsmitteln
EINLEITUNG
Whey Protein gilt als das hochwertigste aller Proteine. Proteine sind Gegenstand
unzähliger wissenschaftlicher Diskussionen. Weitgehend einig ist man sich in der
Sport- und Ernährungsbranche lediglich darüber, dass sowohl Kraft- als auch
Ausdauersportler1 einen erhöhten Proteinbedarf haben.
Aber nicht nur unter Sportlern sind Proteine begehrt. Auch unter Nicht-Sportlern
erfreuen sich hohe Proteinzufuhren im Rahmen populärer Diäten wie etwa der Atkins
Diät oder der LOGI-Methode großer Beliebtheit.
Dieser Beitrag von Body Attack Sports Nutrition2 legt den Fokus auf Whey Protein.
Neben dem aktuellen Forschungsstand zu proteinreichen Ernährungsstrategien
werden auch Schlüsselaspekte hinsichtlich der Wirkung von Whey Protein speziell
in der Sport- und Diätnahrung herausgearbeitet.
Ziel ist es, Hintergründe zur gesteigerten Proteinzufuhr aufzudecken und ein Gesamtbild der Wirkungen von Whey Protein für Sportler und Diäthaltende aufzuzeigen.
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ufgrund der besseren Lesbarkeit wird in diesem Beitrag das generische Maskulinum verwendet, das
A
die weibliche und männliche Form gleichermaßen einschließt.
Body Attack Sports Nutrition GmbH & Co. KG ist Hersteller und Vertreiber von Nahrungsergänzungsmitteln
und diätetischen Produkten und u.a. offizieller Ernährungspartner des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV.
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Whey Protein in Nahrungsergänzungsmitteln
DEFINITION
Der Begriff Molkenprotein (engl. Whey Protein) leitet sich von Molke (engl. Whey) ab.
Molke ist die transluzente gelbliche Flüssigkeit, die bei der Käseproduktion entsteht.
Aus dieser Restflüssigkeit kann Molkenprotein mittels verschiedener Techniken
extrahiert werden.
Molkenproteine stellen neben Casein die zweitgrößte Eiweißfraktion in Kuhmilch.
Kuhmilch verfügt über einen Eiweißgehalt von rund 3,4 % (vgl. Rimbach et al,
2010, 12). Etwa 80 % des reinen Eiweißes in Kuhmilch entfällt auf Casein, rund
20 % auf Molkenproteine (0,6 g/100 ml).3
Molkenproteine bestehen aus den Eiweißstoffen Albumin und Globulin. Diese
wiederum setzen sich in Molkenproteinen aus Alpha-Lactalbumin und Beta-Lactoglobulin sowie Immunglobuline, Serumalbumin und Proteose-Peptone sowie
Minorproteinen zusammen.
Molke ist eine wässrige gelbliche Flüssigkeit,
die als Nebenprodukt bei der Käseherstellung
anfällt. Es wird zwischen Süß- und Sauermolke
unterschieden. Süßmolke entsteht, wenn Milch
das verdickende Enzym Lab beigemengt wird.
Zur Herstellung von Sauermolke wird Süßmolke
mit Milchsäurebakterien versetzt, wodurch der
gesundheitliche Wert von Molke erhöht wird
(vgl. Wacker et al., 2008, 159).
Molke ist nahezu fettfrei. Sie enthält neben
Wasser, Milchzucker und -säure auch Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Eisen und Phosphor
sowie die Vitamine B1, B2 und B6. Darüber
hinaus enthält Molke wertvolle Molkenproteine,
die mittels unterschiedlicher Verfahren aus der
Restflüssigkeit gefiltert werden.
3
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All diese Proteinbestandteile bestehen aus
Aminosäuren. So weisen Molkenproteine auch
hohe Konzentrationen an essentiellen BCAA
(engl. branched chain amino acids) auf. Diese
verzweigtkettigen Aminosäuren machen rund ein
Drittel des Muskelproteins aus.
Zudem enthält Whey Protein ein ausreichendes
Angebot an Cystein. Cystein ist eine proteinogene Aminosäure, die am Aufbau des Tripeptids
Glutathion beteiligt ist. Glutathion ist ein körpereigenes starkes Antioxidans.4
Molkenproteine sind hitzeempfindlich. Durch
die Wärmebehandlung der Milch können zumindest einige Aminosäuren ab 60 Grad Celsius
(vgl. Schlieper, 2008, 176) denaturieren.
J e nach Haltung, Herstellung und Spezies sind diese Werte Schwankungen unterlegen.
Antioxidantien sind chemische Verbindungen, die sich in allen Muskelzellen befinden und
den Körper vor oxidativem Stress schützen.
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Whey Protein in Nahrungsergänzungsmitteln
UNTERSCHIEDLICHE SORTEN
VON WHEY PROTEIN
Je nach Herstellungsverfahren werden unterschiedliche Whey Proteine differenziert.
Molke, das Nebenprodukt aus der Käseherstellung, hat mit dem hochwertigen
Sportnahrungsprotein dabei nur noch wenig zu tun. Je nach Technik entsteht Whey
Protein Konzentrat, Whey Protein Isolat oder Whey Protein Hydrolysat.
Whey Protein Konzentrat
Molkenproteine in Form von Konzentrat werden durch Ultrafiltration aus Süß- oder
Sauermolke gewonnen. Bei dieser Technik wird der Wasser-, Laktose- und Mineralgehalt reduziert, während der Protein- und Fettanteil in der Regel steigt. Je nach
Verfahren kann Whey Protein Konzentrat zwischen 25 und 89 % Protein enthalten (vgl.
Hoffmann and Falvo, 2004, 122). Konzentrat ist die einfachste und kostengünstige
Herstellungsform des Molkenproteins, enthält aber weniger Aminosäuren und mehr
Fett als etwa Whey Protein Isolat.
Whey Protein Hydrolysat
Hydrolyse bezeichnet die Spaltung einer Verbindung mithilfe von Wasser. Dafür
werden Enzyme eingesetzt, die die Aufspaltung steuern. Whey Protein Hydrolysat
ist demnach Molkeneiweiß, bei dem die Proteine bereits in Peptidketten aufgespalten
sind und so schneller aufgenommen werden können. Je feiner die Segmente, in die
die Proteine aufgegliedert werden, desto besser kann das Hydrolysat vom Körper
resorbiert werden, da die Proteine quasi „vorverdaut“ und daher besonders gut
bioverfügbar sind.
Whey Protein Isolat
Whey Protein Isolat ist die reinste Form des Molkenproteins. Whey Protein Isolate
haben eine Proteinkonzentration von mehr als 90 %. Isolat kann durch Ionenaustausch
oder Mikrofiltrationsverfahren hergestellt werden. Bei beiden Prozeduren handelt es
sich um nährstoffschonende Produktionsverfahren.
Bei der Mikrofiltration bewahren die Proteine ihre natürliche Form. Selbst bioaktive
Proteinfraktionen wie etwa Alpha-Lactalbumin und Beta-Lactoglobulin bleiben bei
dieser Technik erhalten. Laktose- und Fettanteile werden bei dem aufwändigen
Filtrationsverfahren5 beinahe vollständig aufgefangen und eliminiert. Letzteres trifft auch
auf Isolat zu, das per Ionenaustauschverfahren extrahiert wird. Isolat-Produkte bieten
sich daher auch bei Laktoseintoleranz an.
Zudem ist Isolat reiner und hochwertiger als Konzentrat und hat eine höhere Aminosäurebilanz. Der Körper kann Isolat schneller resorbieren, wodurch anabole Stoffwechselprozesse angekurbelt werden können.
5
eim Filtrationsverfahren werden bestimmte Nährstoffe ausgesiebt, die Qualität, Geschmack
B
und Zusammensetzung verbessern können.
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Whey Protein in Nahrungsergänzungsmitteln
BIOLOGISCHE WERTIGKEIT
Molkenprotein hat eine sehr hohe biologische Wertigkeit. Mit diesem Term wird
die Qualität der Nahrungsproteine (Proteine in Lebensmitteln) beschrieben. Je besser
Nahrungsproteine in körpereigene Proteine umgewandelt werden können, desto
höher ist ihre biologische Wertigkeit.
Nahrungsproteine können besonders gut in Körperproteine umgewandelt werden,
wenn sich ihre Aminosäureprofile ähneln. Viele essentielle proteinogene Aminosäuren
sind dafür ein wichtiges Kriterium. Je höher der Gehalt an essentiellen proteinogenen
Aminosäuren, desto höher ist in der Regel die biologische Wertigkeit.
Bei hoher biologischer Wertigkeit müssen dem Körper weniger Proteine mit der Nahrung zugeführt werden, um eine ausgeglichene Proteinbilanz, das heißt eine Deckung
des Eiweißbedarfs, zu erreichen.
Mit Ausnahme von Sojaproteinen haben tierische Proteine eine höhere biologische
Wertigkeit als pflanzliche Eiweiße, da ihre Aminosäurezusammensetzung dem Körpereiweiß ähnlicher ist. Als Referenzwert gilt Hühnerei mit einer biologischen Wertigkeit
von 100. Diese Nahrungsproteine können zu 100 % in körpereigene Proteine umgeformt werden.
Mittels Lebensmittelkombinationen können Eiweiße aufgewertet und der Referenzwert
100 damit übertroffen werden. So kommen Hühnerei und Milch in Kombination auf
eine biologische Wertigkeit von 119, Hühnerei und Kartoffeln sogar auf 136. Aufgrund
dieser Ergänzungswirkung kann der Eiweißbedarf auch ohne Fleisch gedeckt werden.
Molkenprotein verfügt selbst ohne diesen Aufwertungseffekt über eine biologische
Wertigkeit von 104. Die Qualität der enthaltenen Proteine und insbesondere die Aminosäurezusammensetzung ist dementsprechend hoch.
PROTEINBEDARF UND MUSKELAUFBAU
Mit der Nahrung zugeführte Proteine dienen anabolen Prozessen. Denn Proteine
tragen zu einer Zunahme an Muskelmasse bei (vgl. Health-Claims-Verordnung6).
Werden dem Körper zusätzliche Proteine zugeführt, können solche Aufbauprozesse verstärkt werden. Eine Steigerung der Proteinsynthese ist die Folge. Aus
diesem Grund greifen besonders Kraftsportler laut Hoffmann und Falvo (2004, 119)
vermehrt zu Eiweißprodukten:
„The primary role of dietary proteins is for use in the various anabolic
processes of the body. As a result, many athletes and coaches are under
the belief that high intensity training creates a greater protein requirement.
This stems from the notion that if more protein or amino acids were
available to the exercising muscle it would enhance protein synthesis.“
(Hoffmann and Falvo, 2004, 119)
6
ie Health-Claims-Verordnung ist eine offizielle Verordnung des Europäischen Parlaments
D
und des Rates, die nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben auf Lebensmitteln reglementiert und somit den Gesundheits- und Verbraucherschutz forciert.
7
Whey Protein in Nahrungsergänzungsmitteln
Da Proteine den Muskelaufbau unterstützen, ist eine ausreichende Zufuhr über die
Nahrung wichtig. Über die genauen Mengen ist man sich in der Wissenschaft allerdings nicht einig. Die Empfehlungen schwanken zwischen 0,8 g und 2,5 g pro kg
Körpergewicht (g/kg KG).
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt als Referenzwert bei Erwachsenen 0,8 g Protein pro kg Körpergewicht an. Allerdings liegt die tatsächliche Zufuhr in
Deutschland häufig bereits bei 1,2 g/kg KG (vgl. DGE, 2001). Diese Nährstoffangabe
bezieht sich auf Erwachsene im Allgemeinen, nicht auf Sportler im Speziellen.
In der Fachliteratur gibt es breiter gefächerte Empfehlungen, die sowohl die Sportart
(Ausdauer- oder Kraftsport) als auch den Trainingszeitpunkt (Wettkampf- oder Trainingsphase) berücksichtigen.
Manore et al. (2009, 125) differenzieren etwa zwischen Ausdauer- und Kraftsportlern. Demnach haben regelmäßig aktive Ausdauersportler einen Bedarf von
1,2 bis 1,4 g Protein pro kg Körpergewicht. Die Empfehlungen für Kraftsportler
liegen bei 1,6 bis 1,7 g/kg KG (vgl. Manore, 2009, 125).
Ähnliche Empfehlungen finden sich bei Lemon (1992, 767ff.). In Zeiten intensiven
Trainings oder in Wettkampfphasen können Kraftsportler zwischen 1,2 und 1,7 g
Eiweiß pro kg Körpergewicht einnehmen. Ausdauerathleten haben mit rund 1,2 bis
1,4 g/kg KG zum gleichen Trainingszeitpunkt einen insignifikant geringeren Bedarf.
Speziell Kraftsportlern und Bodybuildern in Aufbauphasen empfehlen Müller und
Reiche (2011, 45) zwischen 1,5 und 2 g Protein pro kg Körpergewicht beziehungsweise entsprechend 12 bis 15 Energieprozent. Die Empfehlungen für Ausdauersportler
liegen mit rund 1,6 g Eiweiß pro kg Körpergewicht (10 bis 15 Energieprozent) auch
hier unter denen für Kraftsportler.
Mit 1,2 bis 1,4 g Protein pro kg Körpergewicht für Ausdauerathleten und 1,6 bis
1,7 g pro kg Körpergewicht liegen die Empfehlungen des Mediziner-Quartetts um
Siebert et al. (2004, 220) auch über denen der DGE. Die Ärzte weisen aber unter
anderem auf mögliche Nebenwirkungen bei der Zufuhr hoher Proteinmengen hin.
„Bei Sportlern ist der Protein-Bedarf etwas erhöht. […] Eine zu hohe Proteinzufuhr kann zu einem verstärkten Kalziumverlust führen. Ab einer Einnahme von
mehr als 4 g Protein/kgKG/d sind Nierenschäden möglich.“
(Siebert et al., 2004, 220)
Der Oecotrophologe Jäger (2011, 9) hält dagegen:
„Gesunde Nieren können größere Proteinmengen problemlos ausscheiden und
führen nicht zu einer Nierenfunktionsstörung. Nur Personen, die bereits von einer
Nierenerkrankung und einer Nierensteinbildung betroffen sind, müssen auf eine
begrenzte Proteinzufuhr achten.“ (Jäger, 2011, 9)7
7
„ Zudem ernährt man sich in der täglichen Ernährung nicht ausschließlich von Proteinen, weshalb solche
Mengen kaum aufgenommen werden können. Die einzige Ausnahme sind Sportler in der Diätphase, die
durch hohe Proteinzufuhren die Muskeln vor Abbauprozessen schützen möchten.“ (ebd.)
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Whey Protein in Nahrungsergänzungsmitteln
Auch der Gefahr des verstärkten Calciumverlustes kann mithilfe calciumreicher
Lebensmittel wie Milch und Milchprodukten entgegengewirkt werden.
„Inzwischen hat man aus Untersuchungen feststellen können, dass eine
hohe Proteinzufuhr in Verbindung mit regelmäßiger Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung bestehend aus basenreichen (Obst, Gemüse)
und calciumreichen Lebensmitteln (Milch, Milchprodukte) keinen Einfluss
auf die Knochengesundheit hat.“ (ebd.)
Haber (2009, 435) setzt dennoch eine nach oben begrenzte Bedarfsempfehlung
fest. „Auch bei umfangreich trainierenden Kraftsportlern mit extremen Zieleinstellungen
erreicht der tägliche Eiweißbedarf höchstens 2,5 g/kg Körpermasse.“
(Haber, 2009, 435).
Auffällig ist, dass der Proteinbedarf von Kraftsportlern in der Regel höher eingeschätzt
wird als der von Ausdauersportlern. Dabei haben gerade intensiv trainierende Ausdauerathleten wie Radrennfahrer einen sehr hohen Tagesumsatz. „Tatsächlich wird
der Proteinbedarf von derart umfangreich trainierenden Ausdauersportlern nicht selten
unterschätzt“, schreibt Haber (2009, 436) und warnt vor einem „Eiweißdefizit, der [sic!]
den Trainingserfolg gefährden kann“ (vgl. ebd.).
Deutlich wird, dass sowohl Kraft- als auch Ausdauersportler einen erhöhten Proteinbedarf haben. Die Werte variieren zwischen 1,2 bis höchstens 2,5 g/kg KG für Kraftsportler und 1,2 bis rund 1,7 g/kg KG für Ausdauersportler. Erhöhte Proteinmengen
sind für Sportler wichtig, damit der Körper eine positive Stickstoffbilanz8 erreicht
(vgl. Hoffman and Falvo, 2004, 119).
Kraftsportler sind in erster Linie daran interessiert, mithilfe von Proteinen Muskelmasse
aufzubauen. Ausdauerathleten sind derweil weniger am Zuwachs von Muskelmasse
und Kraft interessiert, sondern vielmehr daran, den Verlust von Muskelmasse zu vermeiden, da sich Muskelverlust negativ auf die Leistungsfähigkeit auswirkt.
„Although the goal for endurance athletes is not necessarily to maximize muscle
size and strenght, loss of lean tissue can have a significant detrimental effect on
endurance performance.“ (ebd.)
Der erhöhte Proteinbedarf von Sportlern wird nicht nur über Proteine, sondern auch
über Aminosäuren wie BCAA gedeckt. Whey Protein hat einen hohen BCAA-Gehalt.
Whey Protein eignet sich daher besonders gut, um diese verzweigtkettigen Aminosäuren in der Muskulatur zu erneuern und kataboles Muskelverhalten (Proteinabbau in der
Muskulatur) abzuwenden. Wird Muskelproteinabbau verhindert, kann gleichzeitig die
Muskelproteinsyntheserate (Proteinaufbau in der Muskulatur) während der Regeneration gesteigert werden. Muskelaufbauprozesse können stattfinden.
8
ie Stickstoffbilanz gibt das Verhältnis zwischen aufgenommenem und abgegebenem Stickstoff an und
D
lässt Rückschlüsse auf den Proteinstoffwechsel zu.
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Whey Protein in Nahrungsergänzungsmitteln
MUSKELSCHUTZ DURCH ANTIOXIDANTIEN
Freie Radikale sind Sauerstoffmoleküle, die Zellstrukturen beschädigen können.
In der Sport- und Ernährungswissenschaft spricht man von oxidativem Stress. Auch
Verletzungen am Muskelgewebe sind auf Angriffe freier Radikale zurückzuführen.
Eine verzögerte Muskelerholung ist eine Folge.
Gehemmt werden freie Radikale durch Antioxidantien. Vitamin E ist ein bekanntes
Antioxidans. Auch Glutathion gehört zu den körpereigenen Antioxidantien. Das
Tripeptid Glutathion setzt sich aus den Aminosäuren Glutaminsäure, Glycin und
Cystein zusammen.
„Glutathion ist ein biologisch und medizinisch bedeutsames Tripeptid, das Zellen
vor oxidativem Stress schützt. […] Neben den Vitaminen C und E, dem Coenzym Q10 und der Liponsäure wird Glutathion zu den fünf wichtigsten Komponenten des so genannten antioxidativen Netzwerkes (antioxidant network) des
Menschen gezählt.“ (Siems et.al, 2005, 115)
Whey Protein enthält sowohl Cystein als auch Glycin und Glutaminsäure. Eine entsprechende Zufuhr der Aminosäuren über Molkenproteine kann zur Versorgung des
Glutathionspiegels beitragen. Als starkes Antioxidans bekämpft Glutathion freie
Radikale und ist somit am Zellschutz beteiligt.
„Glutathione, which is present in high concentrations in mammalian
tissues, has many diverse functions related to the protection of cells.“
(WHO, 2007, 199)
Die Ergänzung mit Whey Protein kann dazu beitragen, dass die Glutathionkonzentration im Körper erhöht und somit oxidativer Stress reduziert wird. Zellverletzungen,
auch an Muskelzellen, können so vermindert werden.
Sportler haben einen erhöhten Bedarf an Antioxidantien. Freie Radikale entstehen im
Körper nämlich überall dort, wo Energie produziert und Sauerstoff transportiert wird.
Als Nebenprodukte des Energiestoffwechsels sind die Mitochondrien (Energiekraftwerke der Zellen) der Hauptentstehungsort freier Radikale.
Beim Sport wird viel Sauerstoff transportiert und die Verbrennungsaktionen nehmen
zu. In den Körperzellen werden zugeführte Makronährstoffe wie Kohlenhydrate und
Fette mithilfe des eingeatmeten Sauerstoffs in Energie umgewandelt. Dabei entstehen
eben auch Stoffwechselprodukte in Form freier Radikale.
In der Regel kann der Körper diese biochemischen Verbindungen selbst abwenden.
Durch die intensivierte Sauerstoffzufuhr und die erhöhten Verbrennungsprozesse
beim Sport entstehen mehr freie Radikale als üblich. Der Körper ist oxidativem Stress
ausgesetzt. Antioxidantien sind nötig, um freie Radikale abzufangen. Insbesondere
körperlich Aktive müssen auf eine Ernährung achten, die genügend Antioxidantien wie
Vitamin C und E und auch Glutathion liefert.
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Whey Protein in Nahrungsergänzungsmitteln
AUSWIRKUNGEN AUF DAS IMMUNSYSTEM
Aber nicht nur dem Abbau wertvoller Muskelmasse kann mithilfe von Whey Protein
entgegengewirkt werden. Zellverletzungen gehen weit über Traumata an der Muskulatur hinaus.
Glutathion kommt in fast allen Körperzellen vor. Als Antioxidans kann Glutathion freie
Radikale abfangen. Im Alter nimmt der Glutathionspiegel im Körper automatisch ab,
die Zellen sind vermehrt freien Radikalen ausgesetzt. Zellverletzungen sind eine Folge,
die mit einer abnehmenden Immunfunktion einhergeht.
Zwischen dem Gehalt starker Antioxidantien wie Glutathion und dem Immunsystem
scheint es einen Zusammenhang zu geben. Whey Protein kann den Antioxidantienspiegel im Körper steigern und die Abwehrfunktion des Immunsystems stärken.
SÄTTIGUNGSEFFEKT
Eiweiß sättigt besser und länger als fett- oder kohlenhydratreiche Kost. Das erklärt
auch, weswegen Diäten mit hohem Eiweißanteil, wie etwa die Atkins Diät, Erfolg versprechen und sich großer Beliebtheit erfreuen.
„[…] proteins make a stronger contribution to satiety and delay the return of
hunger compared with fat and carbohydrates.” (Anderson et al., 2004, 974S)
Dieser verstärkte Sättigungseffekt ist unter anderem auf Hormone zurückzuführen.
Wird dem Körper mit der Nahrung Eiweiß zugeführt, wird die Produktion körpereigener
Sättigungshormone angeregt.
Dass die Ausschüttung von Sättigungshormonen unter Einnahme von Whey Protein
im Vergleich zu anderen Proteinen signifikant höher ist, konnte wissenschaftlich bislang
nicht nachgewiesen werden.
In Untersuchungen aufgezeigt werden konnte aber, dass der Sättigungseffekt je nach
Proteintyp dennoch unterschiedlich sein kann. Nach Luhovyy et al. (2007, 709S) hat
Whey Protein einen vergleichsweise hohen Sättigungseffekt.
Der hohe Sättigungseffekt von Whey Protein scheint in enthaltenem Alpha-Lactalbumin, einem Bestandteil von Molkenprotein, begründet.
„When high protein diets (40%) were provided to rats, those fed an
α-lactalbumin-based diet depressed their food intake by 52.5 % during
a 3-hour period, but rats offered a casein-based diet depressed their
food intake only 34.3 %.“ (Luhovyy et al., 2007, 709S)
Festzuhalten ist, dass Proteine gleich welchen Typs ein verstärktes Sättigungsgefühl auslösen, wodurch über den Tag verteilt insgesamt weniger Nahrungsenergie
aufgenommen wird.
Whey Protein eignet sich daher auch als Nahrungsergänzungsmittel für Diäthaltende,
die mittels eines negativen Energiedefizits Gewichtsverlust vorantreiben wollen.
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Whey Protein in Nahrungsergänzungsmitteln
ZUSAMMENFASSUNG
Whey Protein hat das Potential, als Nahrungsergänzungsmittel für Sportler und
Diäthaltende die Stoffwechselbalance in Richtung anaboler (muskelaufbauender)
Prozesse zu verschieben und Sättigungseffekte zu verstärken. Aus diesen Gründen
spielt Whey Protein in der Diät- und insbesondere in der Sportnahrung eine
wichtige Rolle.
Insbesondere bei hohen körperlichen Belastungen hat sich ein Mehrfachnutzen
von Whey Protein herauskristallisiert. Als Protein trägt das Molkeneiweiß zur Muskelproteinsynthese bei und ist somit direkt am Muskelaufbau beteiligt. Zudem wirkt
Whey Protein katabolen (muskelabbauenden) Prozessen entgegen. Beim Sport
werden Stresshormone freigesetzt und energetische Reserven abgebaut. Damit
der Körper in diesem Zustand keine wertvollen Muskelzellen zwecks Energiegewinnung angreift, muss eine ausreichende Proteinversorgung sichergestellt sein.
Hochwertiges Whey Protein forciert diesen Prozess.
Zudem fungieren aus Whey Protein aufgebaute Inhaltsstoffe als Antioxidantien, die
durch Sport vermehrt freie Radikale an Zellangriffen hindern. Je mehr Substanzen mit
antioxidativer Wirkung dem Körper über die tägliche Ernährung bereitgestellt werden,
desto besser können freie Radikale reguliert werden.
Insbesondere Sportler können aus Whey Protein multiplen Nutzen ziehen. Daher
hat sich Whey Protein auf dem Nahrungsergänzungsmarkt besonders als Sportnahrungsmittel seit Jahrzehnten durchgesetzt.
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Whey Protein in Nahrungsergänzungsmitteln
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Impressum
Body Attack Sports Nutrition GmbH & Co. KG
Schnackenburgallee 217-223 | D-22525 Hamburg
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Über die Autorin
Annika Rammler (M. A.), geboren 1987 in Frankfurt,
studierte Sportwissenschaft, Germanistik und Romanistik an den Universitäten Oldenburg, Marseille und
Tübingen. Als Journalistin war sie unter anderem bei
einer Tageszeitung in Namibia tätig.
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