Aufgaben und Funktionen in der Produktionsplanung und

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Produktionsplanung
und –steuerung III+IV
Skript PPS4-1
Prof. Dr. H. Abels
Aufgaben und Funktionen
in der Produktionsplanung und -steuerung
6. Fremdbezugsplanung und –steuerung
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Lernziele PPS4-1
Produktionsplanung
und –steuerung III+IV
Prof. Dr. H. Abels
Die Teilnehmer erhalten einen Überblick über die wesentlichen
Grundlagen zur Fremdbezugsplanung und -steuerung.
Sie lernen die Teilaufgaben der Fremdbezugsplanung und -steuerung
kennen und können die gängigen Verfahren anwenden.
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1
Produktionsplanung
und –steuerung III+IV
Gliederung
Prof. Dr. H. Abels
2.6 Fremdbezugsplanung und -steuerung
2.6.1 Grundlagen
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Produktionsplanung
und –steuerung III+IV
Einordnung der Fremdbezugsplanung
und -steuerung
Prof. Dr. H. Abels
Beschaffungsprogramm
(aus Produktionsbedarfsplanung)
Eigenfertigungsprogramm
Fremdbezugsprogramm
Festlegung, welche Teile, Baugruppen
und Erzeugnisse bzgl. Menge und
Termin zu fertigen sind
Festlegung, welche Teile, Baugruppen
und Erzeugnisse bzgl. Menge und
Termin extern zu beschaffen sind
Eigenfertigungsplanung
und -steuerung
Fremdbezugsplanung
und -steuerung
Kurzfristige Auftragssteuerung
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Bedeutung der Fremdbezugsplanung
und -steuerung
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Allgemeine Trends in den Unternehmen
ƒ Verringerung der Fertigungstiefe
ƒ Steigende Kosten von Materialressourcen
ƒ Engere Anbindung von Zulieferanten
Konsequenzen
 Steigender Anteil von Fremdteilen
 Materialkosten werden Hauptbestandteil der Herstellkosten
 Beschaffungsprozesse gewinnen zunehmenden Einfluss auf den gesamten
Unternehmenserfolg
 Preise
 Lagerbestände
 Lieferbereitschaft
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Bedeutung der Fremdbezugsplanung
und –steuerung (FBPS)
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FBPS ist Bindeglied zwischen Betrieb und Beschaffungsmarkt
Zentrale Aufgaben:
ƒ Veranlassen der Lieferungen von Material durch fremde Firmen mit Hilfe
von Bestellungen
ƒ Überwachen und Sichern der Materiallieferungen in Bezug auf Termin und
Qualität
Wesentliche Voraussetzung: Beschaffungsmarktforschung, d.h.:
ƒ Kenntnis des Beschaffungsmarktes mit seinen für die einzelnen
Materialarten in Frage kommenden Lieferanten
ƒ Kenntnis der erzielbaren Preisvorteile, der Produktqualitäten und der
realisierbaren Lieferfristen.
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3
Gliederung
Produktionsplanung
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2.6 Fremdbezugsplanung und -steuerung
2.6.1 Grundlagen
2.6.2 Teilaufgaben der Fremdbezugsplanung und -steuerung
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Die Aufgaben der Fremdbezugsplanung
und –steuerung im Überblick
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Auftragsveranlassung
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
(Bestellrechnung)
Angebotseinholung
Angebotsbewertung und Lieferantenauswahl
Bestellfreigabe
Auftragsüberwachung
ƒ Betriebsdatenerfassung / Wareneingangserfassung
ƒ Bestellüberwachung
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Ausgangspunkt der Bestellrechnung
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Beschaffungsprogramm
ƒ Nettoprimärbedarfe
» Handelswaren
ƒ Nettosekundärbedarfe
» Zukaufteile
» Rohmaterial
» Hilfs- und Betriebsstoffe
 D.h. die Bedarfe sind aus dem Beschaffungsprogramm nach Menge
und Termin bekannt.
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Aufgabe und Verfahren der Bestellrechnung
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Aufgaben:
ƒ Zusammenfassung der Bedarfe für einen bestimmten Zeitraum zu
Bestellaufträgen
ƒ Ermittlung optimaler Bestellmengen und Bestellzeitpunkte
Einflüsse auf die Bestellrechnung:
ƒ Beschaffungskosten, Rabatte, Boni, Skonti
ƒ Lagerhaltungskosten (Lagerung, Kapitalbindung)
Verfahren zur Bestellmengenrechnung:
ƒ Exakte Bestellmenge (Nettobedarf)
ƒ Fixe Bestellmenge, Standardbestellmenge, Bedarfsraffung
ƒ Kostenoptimale Bestellrechnung (Andler, Part Period, wirtschaftl.
Bestellmenge, ...)
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Eignung der Verfahren zur Bestellrechnung für
einzelne Artikelklassen
kostenoptimale
Bestellverfahren, auch
Andler
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kostenoptimale
Bestellverfahren
Bedarfsraffung oder
fixe/Standardbestellmenge
unter Berücksichtigung von
Lieferkonditionen mit viertel- bis
halbjählicher Überprüfung durch
Andlerverfahren
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Quelle: Posten
Angebotseinholung / -bewertung
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Einsatz
ƒ bei Erstbedarfen, wenn noch keine Lieferantenkonditionen bekannt
sind
ƒ zyklisch, wenn mehrere Lieferanten zur Verfügung stehen
Aufgaben:
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
Festlegung des Beschaffungsweges
Auswahl der in Frage kommenden Lieferanten je Materialart
Anfragen erstellen und verschicken
eingehende Angebote prüfen
Angebote vergleichen und bewerten
Anfragen terminlich verfolgen, ggf. offene Anfragen anmahnen
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Festlegung des Beschaffungsweges
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Direkte Beschaffung
ƒ direkte Beschaffung beim Hersteller
ƒ verursacht möglicherweise niedrigere Beschaffungskosten als die indirekte
Beschaffung über den Handel.
ƒ Aber es können Kosten anfallen, die bei indirekter Beschaffung nicht
unbedingt entstehen, z.B.
» Kosten für intensive Verhandlungen,
» Kosten für die Abnahme von Mindestmengen,
» Mindermengenzuschläge.
ƒ Bestimmte Materialien, z.B. spezielle Zulieferteile oder Zeichnungsteile,
sind nur beim Hersteller beziehbar.
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Festlegung des Beschaffungsweges
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Indirekte Beschaffung
ƒ alle Beschaffungen, bei denen zwischen dem Hersteller und dem
beschaffenden Unternehmen zumindest ein Absatzorgan (z.B. Handel,
Importeur) geschaltet ist.
ƒ Beschaffungskosten können höher sein als bei direkter Beschaffung, weil
eine Handelsspanne auf den Herstellerpreis bzw. den Großhandelspreis
geschlagen wird.
ƒ Dem stehen Kostenvorteile gegenüber, weil
» der Handel die Materialien in größeren Mengen einkaufen kann und
» dadurch niedrige Preise und Transportkosten erzielen kann.
ƒ Außerdem entlastet der Handel das beschaffende Unternehmen
weitgehend von folgenden Aspekten:
» der Transportfunktion,
» der Lagerfunktion und von den damit verbundenen Risiken.
» Außerdem können die Lieferfristen des Handels geringer sein als die des
Herstellers.
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Angebotseinholung
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Definition:
ƒ Ein Angebot ist eine an eine bestimmte Person bzw. an ein Unternehmen
gerichtete Willenserklärung, Güter zu gegebenen Bedingungen zu liefern
ƒ An die Allgemeinheit gerichtete Informationen (Anzeigen, Prospekte,
Kataloge) sind Anpreisungen und keine Angebote im rechtlichen Sinne
Verbindlichkeit:
ƒ Anbieter verpflichtet sich, innerhalb der gesetzlichen bzw. vertraglichen
Bindungsfrist die angebotene Leistung zu erbringen.
ƒ Er kann diese Bindung aber auch einschränken, z.B.
» Solange Vorrat reicht
» Liefermöglichkeit vorbehalten
» Preis freibleibend
» unverbindlich
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Angebotseinholung
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Formvorschriften:
ƒ Gibt es grundsätzlich keine
ƒ Angebote können schriftlich, mündlich oder durch schlüssiges Handeln
abgegeben werden
ƒ Mündliche Angebote werden zweckmäßigerweise schriftlich bestätigt
ƒ Bei schriftlichen Anfragen können Formulare eingesetzt werden, die ein
schnelles und vollständiges Ausfüllen gewährleisten
Angebotsinhalt:
ƒ Auf die gewünschten Inhalte sollte in der Anfrage hingewiesen werden, z.B.
»
»
»
»
»
»
»
»
Materialart
Materialmenge
Materialqualität
Materialpreis
Lieferbedingungen
Zahlungsbedingungen
Erfüllungsort
Gerichtsstand
ƒ Ggfs. sind die Angebote durch Anlagen (z.B. Zeichnungen) zu ergänzen
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Angebotsprüfung
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Formelle Angebotsprüfung
ƒ Bezieht sich auf alle in der Anfrage gesetzten Daten
» (vgl. Folie 16 / Angebotsinhalt)
ƒ Abweichungen werden dokumentiert und ggfs. mit dem Lieferanten
nachträglich abgestimmt
Materielle Angebotsprüfung
ƒ Bezieht sich auf die Inhalte der Angebote, insbesondere
»
»
»
»
»
»
Vergleich von angebotener und verlangter Qualität des Materials
Preis
Lieferfrist
Flexibilität des Lieferanten (qualitative/quantitative Fertigungsausstattung)
Marktstellung des Lieferanten
Standort des Lieferanten
Folie - 17 -
Kriterien zur Lieferanten-/Angebotsbewertung
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Quelle: Oeldorf/Olfert
Folie - 18 -
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Die Komponenten der Logistikleistung werden
immer wichtiger für die Kaufentscheidung
der Unternehmen
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Quelle: Siemens
Folie - 19 -
Aufwand und Nutzen der Angebotseinholung und
Lieferantenbewertung müssen im Verhältnis stehen
Bedarfsregelmäßigkeit
Verbrauchswert
hoch
A
hoch
X
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niedrig
Y
Z
detaillierte
Anfrage,
umfassende
Lieferantenauswahl
gezielte
Anfrage
bei ausgewählten
Lieferanten
DirektBestellung
auf WebMarktplätzen
DirektBestellung
auf WebMarktplätzen
B
C
niedrig
Folie - 20 -
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Bestellfreigabe
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Aufgabe:
ƒ Termingerechte Veranlassung der Bestellung an Lieferanten
(analog Fertigungsauftragsfreigabe)
ƒ kann manuell oder automatisiert erfolgen
Selektionsmöglichkeiten
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
nach Termin (-bereich)
nach Produktionsauftrag
nach Material (-gruppe)
nach Sachbearbeiter
nach Lieferant (Sammelbestellung)
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Bestellüberwachung
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Aufgaben:
ƒ Vergleich von Soll- und Ist-Daten bzgl. Wareneingang (WE)
» Materialnummer
» Wareneingangstermin
» Wareneingangsmenge
ƒ ggf. Versand von Mahnungen an Lieferanten
ƒ bei zeitkritischen Teilen auch Fortschrittskontrollen beim
Lieferanten
» z.B. Zwischenmeldungen über Produktionsstatus
ƒ evtl. Rechnungsprüfung
» z.B. Rechnungsklärung bei Abweichungen zwischen Lieferschein und
Rechnung
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Prozessablauf der Fremdbezugsplanung
und -steuerung
Quelle: Luczak/Eversheim
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Folie - 23 -
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