Nutzung der oberflächennahen Geothermie

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Nutzung der
oberflächennahen Geothermie
in Ditzingen mit seinen Teilorten
Heimerdingen, Schöckingen, Hirschlanden
Diplomarbeit und Diplomkartierung
im Maßstab 1:10 000
Vorgelegt von
Manuela Kasten
Geologisches Institut
der Albert-Ludwigs-Universität
Freiburg im Breisgau
Juni 2010
Erklärung
Hiermit erkläre ich, dass ich die vorliegende Arbeit selbstständig und nur unter
Verwendung der angegebenen Hilfsmittel angefertigt habe.
Gundelfingen, den …………………………………………..
Danksagung
Ein großes Dankeschön gebührt allen, die mir die Anfertigung dieser Diplomarbeit
ermöglicht und unterstützt haben.
Besonders bedanken möchte ich mich bei Herrn Hundhausen, der es mir ermöglicht
hat, in seinem Büro meine Diplomarbeit zu schreiben und mich dabei unterstützt hat.
Herrn Prof. Andreas Henk und Frau Prof. Ingrid Stober danke ich für die konstruktive
Betreuung bei meiner Diplomarbeit.
Ein großes Dankeschön geht auch an die Mitarbeiter des Geotechnikbüro
Hundhausen für die herzliche Aufnahme in ihrem Team und die gegenseitige
Hilfsbereitschaft.
Vielen Dank an Herrn Bürgermeister Bahmer, der das Projekt „Entwicklung eines
Handlungsleitfadens zur oberflächennahen Geothermie im Raum Ditzingen“ bei
Geotechnik Hundhausen in Auftrag gegeben hat.
Weiterhin bedanke ich mich bei Herrn Munz und Herrn Riedl der Unteren
Wasserbehörde des Landratsamtes in Ludwigsburg für die tatkräftige Unterstützung
und investierte Zeit.
Vielen Dank an das LGRB in Freiburg, welches mir Informationen über Bohrungen
zukommen ließ, und mir auch weiterhin gerne Auskunft gegeben hat.
Beim Stadtbauamt und dabei besonders bei Frau Hauke möchte ich mich für den zur
Verfügung gestellten Flächennutzungsplan bedanken, der mich wesentlich in
meinem Projekt vorangebracht hat.
Ein besonders herzliches Dankeschön geht an meine Freunde, insbesondere Thilo
Hübsch, Katharina Dieckmann, Ralph Bolanz, Karin Spiegelhalter, Ursula Schöch
und Sandy Hack für die konstruktiven Unterhaltungen und Hilfestellungen bei
kniffligen Fragen.
Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit setzt sich zusammen aus Diplomarbeit und Kartierung. Sie
beinhaltet eine intensive regionale Untersuchung im Raum Ditzingen ca. 15 km
nordwestlich von Stuttgart in Baden-Württemberg. Die Diplomarbeit beschäftigt sich
mit der oberflächennahen Geothermie in Ditzingen mit seinen Teilorten Hirschlanden,
Schöckingen und Heimerdingen und wurde unter der Leitung von Geotechnik
Hundhausen durchgeführt. Hierbei wurden Oberflächeninformationen zu Wasserschutzgebieten und Bebauung sowie Tiefeninformationen zu hydrogeologischen
Aspekten, Geologie und Tektonik ausgewertet. Erdwärmesondenstandorte kommen
dabei für den nördlichen und südlichen Teil von Ditzingen, für den westlichen Teil
von Heimerdingen, den nördlichen Teil von Hirschlanden und für ganz Schöckingen
in Frage. Die möglichen Standorte sind durch die Lage der Wasserschutzgebiete
vorgegeben. Der Untergrund setzt sich zusammen aus Mittlerem Muschelkalk,
Oberen Muschelkalk und Unteren Keuper. Die Schichtlagerung ist dabei fast söhlig
mit geringem Einfallen nach Osten. Die Gips- und Anydritvorkommen des Mittleren
Muschelkalkes begrenzen die Tiefe der Erdwärmesonden. Diese liegen bei den
bereits bestehenden Erdwärmesonden zwischen 70 und 114 Metern unter
Geländeoberkante. Der Obere Muschelkalk stellt zusammen mit den tiefer liegenden
Dolomiten des Mittleren Muschelkalkes den Hauptgrundwasserleiter dar. Die
Hauptfließrichtung erfolgt von Südwest nach Nordost. Es herrschen in der Regel
keine gespannten Grundwasserverhältnisse. Auf Verkarstung ist beim Bohren und
Einbau der Erdwärmesonde zu achten. Tektonische Ereignisse sind innerhalb der
Gemeinde Ditzingen nicht zu verzeichnen. Die Lage der geologischen Schichten
wurde durch das 3D-Modell dargestellt. Alle für den Bürger wichtigen Ergebnisse und
Informationen sind im „Handlungsleitfaden zur Nutzung der oberflächennahen
Geothermie“ bereits veröffentlicht worden. Bei der Kartierung wurden die an der
Oberfläche liegenden Schichten des Oberen Muschelkalkes und des Unteren
Keupers genauer untersucht. Das Einzugsgebiet der Kartierung ist aufgrund der
Aufschlussverhältnisse weiter nordwestlich gelegen als das Untersuchungsgebiet der
Diplomarbeit. Es beinhaltet unter anderem einen Teil von Eberdingen, Heimerdingen
und Weissach und erstreckt sich mit 12 km² in Form eines Rechteckes zwischen den
Rechtswerten 3494450 und 3498200 und den Hochwerten 5412770 und 5415970
der Gauß-Krüger-Koordinaten des Bessel-Ellipsoides.
Inhaltsverzeichnis
Erklärung
Danksagung
Zusammenfassung
1 Einführung ......................................................................................................... 1 1.1 Zielsetzung und Struktur der Arbeit .............................................................. 1 1.2 Geographie .................................................................................................. 1 1.3 Grundlagen der regionalen Geologie ........................................................... 3
I. Diplomarbeit
2 Oberflächennahe Geothermie .......................................................................... 8 2.1 3 Einführung .................................................................................................... 8
Öffentlichkeitsarbeit ........................................................................................ 10 3.1 Einleitung ................................................................................................... 10 3.2 Geologie ..................................................................................................... 11 3.2.1 Datengrundlage .................................................................................... 12 3.2.2 Auswertung und Zwischenergebnis ...................................................... 15 3.3 3.2.2.1 Schichtlagerung und Schichtmächtigkeit ........................................ 15 3.2.2.2 Gips- und Anydrit im Zusammenhang mit möglichen Bohrtiefen .... 18 3.2.2.3 Kavernöse Erweiterungen, Klüfte, Spalten, Hohlräume ................. 21 Tektonik ...................................................................................................... 23 3.3.1 Datengrundlage .................................................................................... 23 3.3.2 Auswertung und Zwischenergebnis ...................................................... 23 3.4 Wohn-, Bau- und Gewerbegebiete ............................................................. 24 3.4.1 Datengrundlage .................................................................................... 24 3.4.2 Auswertung und Zwischenergebnis ...................................................... 25 3.5 Hydrogeologie ............................................................................................ 25 3.5.1 Wasserschutzgebiete ............................................................................ 25 3.5.1.1 Datengrundlage .............................................................................. 25 3.5.1.2 Auswertung und Zwischenergebnis ................................................ 26 3.5.2 Grundwasser......................................................................................... 28 3.5.2.1 Datengrundlage .............................................................................. 28 3.5.2.2 Auswertung und Zwischenergebnis ................................................ 28 3.5.2.2.1 Grundwasser leitende Schichten............................................... 28 3.5.2.2.2 Gespannte bzw. nicht gespannte Grundwasserverhältnisse ..... 29 3.5.2.2.3 Grundwassergleichen ............................................................... 30 3.5.2.2.4 Hydraulischer Gradient ............................................................. 35 3.6 3.6.1 Datengrundlage .................................................................................... 36 3.6.2 Auswertung und Zwischenergebnis ...................................................... 36 3.7 4 Allgemeine Informationen ........................................................................... 36 Endergebnis ............................................................................................... 38 3.7.1 Handlungsleitfaden zur Nutzung der oberflächennahen Geothermie.... 38 3.7.2 Profilschnitt ........................................................................................... 40
3D-Modell ......................................................................................................... 41 4.1 Einleitung ................................................................................................... 41 4.2 Bearbeitung ................................................................................................ 41 4.2.1 Topographie .......................................................................................... 41 4.2.2 Schichtgrenzen ..................................................................................... 43 4.3 Ergebnis ..................................................................................................... 46
II. Kartierung
5 6 Methodik........................................................................................................... 51 5.1 Geländearbeit ............................................................................................. 51 5.2 Erstellung der geologischen Karte.............................................................. 51 5.3 Mikroskopische Untersuchungen ............................................................... 51
Stratigraphie .................................................................................................... 53 6.1 Überblick über die Schichtenfolge .............................................................. 53 6.2 Beschreibung der Schichtenfolge ............................................................... 54 6.2.1 Trochitenkalk (mo1) .............................................................................. 54 6.2.2 nodosus-Schichten (mo2) ..................................................................... 56 6.2.3 Trigonodus-Dolomit (moδ) und mo3 ..................................................... 61 6.2.4 Unterer Keuper ..................................................................................... 63 6.2.4.1 Untere Sandsteinschichten der Lettenkohle (ku1) .......................... 66 6.2.4.2 Lettenkohleschichten, ungegliedert (ku) ......................................... 68 6.2.5 Lössüberdeckung.................................................................................. 68 6.2.6 Talauen ................................................................................................. 68
Überblick über die Tektonik und Karststrukturen ........................................ 69 7 7.1 Schichtlagerung.......................................................................................... 69 7.2 Kluftnetz ..................................................................................................... 70 7.3 Störungen ................................................................................................... 71 7.4 Karststrukturen ........................................................................................... 72
Paläontologie ................................................................................................... 74 8 8.1 Makrofossilien ............................................................................................ 74 8.1.1 Crinoiden .............................................................................................. 74 8.1.2 Brachiopoden ........................................................................................ 75 8.1.3 Bivalvia und Schillbänke ....................................................................... 76 8.2 Lebensspuren ............................................................................................ 78 8.3 Mikrofossilien.............................................................................................. 79 9 8.3.1 Echinodermen ....................................................................................... 79 8.3.2 Bivalvia und Brachiopoden ................................................................... 80 8.3.3 Gastropoden ......................................................................................... 81 8.3.4 Phylloide Algen ..................................................................................... 82
Mineralogische Untersuchungen ................................................................... 83
10 Diskussionen zur Karte ............................................................................... 85
11 Literaturverzeichnis ..................................................................................... 88
III. Anlagen
Anlage 1: Beantragte Bohrungen beim LGRB
Anlage 2: Nicht vorliegende Bohrungen des LGRB
Anlage 3: Bestehende Erdwärmesonden
Anlage 4: Profilschnitt Ditzingen
Anlage 5: Aufschlussliste
Anlage 6: Handlungsleitfaden zur Nutzung der oberflächennahen Geothermie
Anlage 7: Geologische Karte im Maßstab 1:10 000
Anlage 8: Geologische Aufschlusskarte im Maßstab 1:10 000
Einführung
1 Einführung
1.1 Zielsetzung und Struktur der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich zusammen aus Diplomarbeit und Kartierung. Sie
beinhaltet eine intensive regionale Untersuchung im Raum Ditzingen ca. 15 km
nordwestlich von Stuttgart in Baden-Württemberg. Durch die kommunalen Gremien
und die Verwaltung der Stadt Ditzingen wurde angeregt eine geothermische
Untersuchung im Raum Ditzingen durchzuführen. Für die Gemeinde Ditzingen mit
ihren Teilorten liegen beim Landratsamt in Ludwigsburg zahlreiche Anträge für die
Nutzung oberflächennaher Geothermie vor. Häufig ist jedoch die Errichtung einer
Erdwärmesonde aufgrund der Existenz verschiedener Wasserschutzgebiete nicht
möglich und führt beim Bürger zu Verunsicherungen. Aus dieser Situation heraus
wurde geplant für die Stadt Ditzingen mit ihren Teilorten einen Handlungsleitfaden
zur Nutzung der oberflächennahen Geothermie zu erarbeiten, um dem Bürger
Hilfestellung geben zu können. Im Rahmen dieser Diplomarbeit und unter Leitung
von Geotechnik Hundhausen konnte dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt werden.
Der Handlungsleitfaden wurde im Rathaus für die Bürger als Orientierung ausgelegt.
Zusätzlich zum Handlungsleitfaden wurden ein Profilschnitt der Gemeinde Ditzingen
und ein 3D-Modell des Untergrundes erstellt. Die Kartierung beschäftigt sich mit den
geologischen Schichten des Oberen Muschelkalkes und Unteren Keupers, welche an
der
Oberfläche
zu
finden
sind.
Das
Kartiergebiet
ist
aufgrund
der
Aufschlussverhältnisse weiter nordwestlich gelegen als das Diplomarbeitsgebiet.
1.2 Geographie
Die Gebiete der Diplomarbeit und der Kartierung liegen ca. 15 km nordwestlich von
Stuttgart in Baden-Württemberg. Das bearbeitete Diplomarbeitsgebiet umfasst dabei
die
Gemarkungsgrenzen
von
Ditzingen
mit
seinen
Teilorten
Hirschlanden,
Schöckingen und Heimerdingen im Landkreis Ludwigsburg. Das Kartierungsgebiet
wurde aufgrund der Aufschlussverhältnisse weiter nordwestlich gelegt und erstreckt
sich in Form eines Rechteckes zwischen den Rechtswerten 3494450 und 3498200
und den Hochwerten 5412770 und 5415970 der Gauß-Krüger-Koordinaten des
Bessel-Ellipsoides. Es beinhaltet einen Teil der Orte Eberdingen, Heimerdingen und
Weissach und liegt damit sowohl in den Landkreisen Ludwigsburg und Böblingen als
auch im Enzkreis (GEBHARDT 2008). Dabei umfasst das Diplomarbeitsgebiet der
1
Einführung
Gemeinde Ditzingen mit ihren Teilorten eine Größe von ca. 30 km² (3.039 ha) und
das Kartiergebiet eine Größe von 12 km².
Der Landschaftsraum, in denen sich das Arbeitsgebiet befindet, wird als „Strohgäu“
oder auch „Unteres Gäu“ bezeichnet. „Stroh“ steht hierbei für Getreide und ist damit
stellvertretend für die im Gebiet zu findende Landwirtschaft. „Gäu“ stammt von dem
germanischen Wort „Gau“ ab und stellte damals eine Art Verwaltungs- oder
Siedlungsbezirk dar. Diese Endung findet sich oft in verschiedenen Naturräumen im
Südwesten Deutschlands wieder (FEZER 1979). Das Strohgäu wird oft von
pleistozänem Löß bedeckt, der die Grundlage für die Fruchtbarkeit des Landes bildet
(GEYER & GWINNER 1991). Neben den viel bewirtschafteten Feldern bestimmen
Waldflächen das Landschaftsbild des Arbeitsgebietes (siehe Abbildung 1).
Sowohl das Kartiergebiet als auch das Gebiet der Diplomarbeit befinden sich
außerdem im ca. 1300 km² großen Neckarbecken. Bei den Flächen des
Neckarbeckens handelt es sich meist um Hochplateaus, welche großflächig von Löss
überdeckt und schwach wellig bis hügelig ausgeprägt sind, und um Flusstäler,
welche sich tief in den Oberen Muschelkalk eingeschnitten haben (FEZER 1979). Dies
kann auch im Arbeitsgebiet beobachtet werden. So erstreckt sich das Strudelbachtal,
welches
sich
von
Süden
nach
Norden zieht,
am
westlichen
Rand
des
Diplomarbeitgebietes bzw. im östlichen Teil des Kartiergebietes. Durch dieses Tal
fließt der Strudelbach, welcher sich bis zu ca. 100 m tief in die Landschaft
eingegraben hat. Der Strudelbach entspringt ursprünglich bei Weissach-Flacht im
Landkreis Böblingen und fließt in nordöstlicher Richtung bei Enzweihingen in die
Enz. Im Gegensatz zu dem Hauptvorfluter Enz, welcher ein stark mäandrierendes,
breites Tal in die Kalkplatte eingeschnitten hat, strömt der Strudelbach durch ein
gestrecktes, enges Tal. Die oft weit auseinander liegenden Dauerflüsse, zu denen
auch der Strudelbach gehört, werden durch Trockentäler zu einem Gitter verbunden,
das sich in W-O und N-S-Richtung orientiert (FEZER 1979). Hierbei verläuft das
Heutal im Kartiergebiet in W-O-Richtung im Gegensatz zum N-S verlaufenden
Strudelbachtal.
2
Einführung
Abbildung 1: Blick im Kartiergebiet Richtung Strudelbachtal über die
typische hügelige Landschaftsform. Felder und Wald bestimmen das
Landschaftsbild. Blickrichtung nach SW.
1.3 Grundlagen der regionalen Geologie
Die geologischen Ablagerungen, welche heute im Diplomarbeits- und Kartiergebiet
zu Tage treten, fanden in der Trias statt. Zur Zeit der Trias glich die Verteilung der
Kontinente jener des Perms. Alle größeren Landmassen waren zunächst zu einem
Großkontinent, Pangäa, vereinigt. Gegen Ende der Trias begannen erste
Riftvorgänge, welche das Auseinanderbrechen von Pangäa ankündigten. Das
untersuchte Gebiet lag zu dieser Zeit im Germanischen Becken, welches in seinen
Ablagerungen stark durch epikontinentale Meeresverbindungen geprägt wurde
(FAUPL 2000) (siehe Abbildung 2).
3
Einführung
Abbildung 2: Der Superkontinent Pangäa zur Zeit der Obertrias (220 Ma).
Epikontinentale Meeresverbindungen in Europa sind als Pfeile dargestellt,
festländische Bereiche in grauer Farbe. Das Germanische Becken liegt
innerhalb der orangenen Umrandung. FAUPL (2000), verändert.
Die ältesten untersuchten Gesteinsschichten, die in der Region auftauchen, stammen
aus dem Mittleren Muschelkalk. Nachdem das Germanische Becken zur Zeit des
Unteren Muschelkalkes noch durch die Ostkarpatische Pforte und Oberschlesische
Pforte mit der Tethys, dem damaligen Weltmeer, verbunden und vollständig marin
war, war dieses Epikontinentalmeer während des Mittleren Muschelkalkes als großer
Binnensee abgeschnürt. Die Ostverbindung zur Tethys war geschlossen (siehe
Abbildung 3). Durch das warme, semiaride Klima verdunstete das Salzwasser und es
bildeten sich als Folge salinare Gesteine. So lassen sich heute Dolomit, Anhydrit,
Gips und Steinsalz bzw. deren Auslaugungsrelikte im Mittleren Muschelkalk finden
(GEYER & GWINNER 1991).
Die Öffnung der Burgundischen Pforte im Süden des Germanischen Beckens
ermöglichte die erneute Transgression des Meerwassers zur Zeit des Oberen
Muschelkalkes. Der Salzgehalt des Meerwassers sank auf den normalen Wert.
Meerestiere wanderten wieder in das Becken ein, so dass Ablagerungen entstehen
konnten,
die
reich
an
Schalenresten
sind
(LGRB
1998).
Die
ungemein
individuenreiche Fauna des Muschelkalkmeeres war jedoch im Vergleich zum
Tethysmeer artenarm (FAUPL 2000). Der Obere Muschelkalk, welcher auch als
4
Einführung
Hauptmuschelkalk bekannt ist, unterteilt sich in Trochitenkalk, nodosus-Schichten
und Trigonodus-Dolomit. Der Trochitenkalk ist durch das Massenvorkommen von
festgewachsenen Seelilien, den Encrinus liliiformis, charakterisiert. Diese waren im
flachen Epikontinentalmeer auf den kalkigen Ablagerungen festgewachsen und
erfüllten mit den abgestorbenen Stielgliedern, den Trochiten, oft dichtgedrängt die
Muschelbänke. Das Meer wurde mit der Zeit tiefer. Die Zeit der darauf folgenden
nodosus-Schichten war geprägt von frei herumschwimmenden Tintenfischen, den
Ceratites nodosus (KRANZ 1962). Schließlich bildete sich das Meer zu einem
Flachmeer zurück. Ein Komplex aus massig-dickbankigen gelbbraunen Dolomiten,
dem Trigonodus-Dolomit, konnte entstehen, benannt nach der Muschel Trigonodus
sandbergeri (GEYER & GWINNER 1991).
Abbildung 3: Paläogeographie des Muschelkalkes im Germanischen
Becken.
Lage
des
Arbeitsgebietes
in
orange
dargestellt.
Meeresverbindungen zur Tethys: 1 – Ostkarpatische Pforte. 2 – Oberschlesische Pforte. 3 – Burgundische Pforte. Die Transgression des
Unteren Muschelkalkes erfolgte über die Ostkarpatische und
Oberschlesische Pforte; die Transgression des Oberen Muschelkalkes
verlief über die Burgundische Pforte. FAUPL (2000), verändert.
Während des Unteren Keupers zog sich das Meer stark zurück. Die Verbindung zur
Tethys bestand nur noch im Westen und über die heutige Schweiz. Durch den
Rückgang des Meeres und die Hauptsedimentanlieferung der Fennoskandischen
Hochzone aus dem Norden konnten sich die terrigenen Ablagerungen später zu
Sandstein verhärten (FAUPL 2000). Rote Gesteinsfarben und salinare Ablagerungen
sprechen für ein kontinentales, ziemlich arides Klima (siehe Abbildung 4). GEYER &
5
Einführung
GWINNER (1991) leiten aus der meist spärlichen Lebewelt ab, welche zudem aufgrund
von schlechten Erhaltungsbedingungen zu einer Armut an Fossilien geführt hat, dass
die Sedimentationsbedingungen im Keuper sehr wechselhaft und vielfältig waren.
Der Untere Keuper ist aufgrund von seinen Kohlevorkommen auch als Lettenkeuper
bzw. Lettenkohle bekannt. In der jüngeren Lettenkohleperiode stieß das Meer noch
einmal vor und verteilte sich als Flachmeer, so dass sich Dolomite ablagern konnten.
Diese sind heute als „Grenzdolomit“ zwischen oberster Lettenkohle und unterstem
Gipskeuper bekannt (KRANZ 1962) (siehe Abbildung 38). Die Ablagerungen der
terrigenen und salinaren Gesteine im Unteren Keuper wurden begünstigt durch
Meeresspiegelschwankungen,
Verschiebungen
der
welche
Küstenlinien
das
waren,
Ergebnis
überlagert
globaler
von
eustatischer
den
lokalen
Krustenbewegungen, die im germanischen Triasraum wohl überwiegend als
Subsidenz in Erscheinung traten (GEYER & GWINNER 1991). Gesteine aus der
jüngeren Erdgeschichte wie z.B. Jura- und Kreidezeit sind im Gebiet nicht überliefert
worden.
Abbildung 4: Paläogeographie des Keupers. Das Arbeitsgebiet ist orange
umrandet. Hauptsedimentanlieferung erfolgte aus dem Norden.
Verbindungen zur Tethys bestanden nur im Westen, über die heutigen
Schweizer Alpen. FAUPL (2000), verändert.
Die Ablagerungen der Germanischen Trias haben im Gegensatz zu den
Triasablagerungen der Tethys, welche heute in den Alpen verbreitet sind und
während der alpinen Orogenese eine intensive Deformation erfahren haben,
nachträglich keinerlei Faltung erfahren (FAUPL 2000).
6
7
I. Diplomarbeit
Oberflächennahe Geothermie
2 Oberflächennahe Geothermie
2.1 Einführung
Erdwärme als regenerative Energie hat aufgrund von Klimaschutz und abnehmenden
Ressourcen in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Dabei wird
der Oberen Erdkruste Wärme entzogen, die an die Erdoberfläche gefördert wird. Die
gewonnene Energie kann an der Oberfläche zum Heizen oder Kühlen verwendet
werden (VDI-RICHTLINIE 4640).
Berücksichtigt man die Unterschiede bei der Gewinnung von Erdwärme hinsichtlich
der Tiefe der Wärmegewinnung und der Nutzungsart der geothermischen Energie,
bietet sich eine Unterteilung in oberflächennahe und tiefe Geothermie an.
Unterschiedliche
Techniken
zur
Erdwärmegewinnung
sowie
verschiedene
geowissenschaftliche Parameter zur Beschreibung der Nutzungsarten machen eine
Differenzierung in diese zwei Bereiche sinnvoll. Ab einer Teufe von 400 Metern endet
definitionsgemäß der Begriff „oberflächennahe Geothermische Nutzung“. Für die
oberflächennahe
Geothermie
kommen
u.a.
Systeme
wie
Erdwärmesonden,
Zweibrunnensysteme und Erdwärmekollektoren in Frage (BUNDESUMWELTMINISTERIUM
2009). Die Diplomarbeit beschäftigt sich ausschließlich mit oberflächennaher
Geothermie.
Erdwärmesonden sind die tiefsten Anlagen der oberflächennahen Geothermie.
Durchschnittlich liegt die Tiefe einer Erdwärmesonde zwischen 50 und 150 Metern.
Bei Erdwärmesonden handelt es sich um ein geschlossenes System. Zur Nutzung
der Wärme, die dem Untergrund entzogen wird, müssen Wärmepumpen eingesetzt
werden. Erdwärmesonden werden in vertikalen Bohrungen installiert. Darin werden
ein oder mehrere Wärmeträgerrohre eingebaut (RPF 2008). Hierbei handelt es sich
oft um Doppel-U-Rohre oder seltener auch Koaxialrohre aus Kunststoff mit üblichen
Einzeldurchmessern von 25 bzw. 32 mm oder mehr. Das Bohrloch wird, nachdem die
Sondenstränge eingebracht wurden, durchgehend von unten nach oben mit einer
Zement-Bentonit-Suspension oder gleichwertig dauerhaft abdichtenden Materialien
verpresst.
Zum
Energietransport
werden
in
den
Erdwärmesondenrohren
Wärmeträgerfluide eingebracht, die mittels Pumpe zirkulieren. Dadurch wird das kalte
Wärmeträgerfluid
nach
unten
und
das
erwärmte
nach
oben
gefördert
8
Oberflächennahe Geothermie
(SCHRIFTENREIHE
DES
AMTES
FÜR
UMWELTSCHUTZ 2005). Dies ist in Abbildung 5
dargestellt.
Abbildung 5: Darstellung einer Erdwärmesonde. Nach UMWELTMINISTERIUM ( 2005).
9
Öffentlichkeitsarbeit
3 Öffentlichkeitsarbeit
3.1 Einleitung
Über 12400 Erdwärmesondenanlagen hat das Regierungspräsidium Freiburg (RPF)
bisher
allein
in
Baden-Württemberg
erfasst
(Stand
Januar
2009).
Der
Regierungsbezirk Stuttgart hat dabei im Vergleich zu den Bezirken Tübingen,
Karlsruhe und Freiburg einen Anteil von 15%. Im Landkreis Ludwigsburg sind fast
400 Erdwärmesondenanlagen dokumentiert worden. In Ditzingen mit seinen Teilorten
wurden bisher 8 Erdwärmesondenprojekte durchgeführt. Weitere sind zurzeit in
Durchführung (Stand Juli 2009). Die Schwerpunkte der Verteilung der errichteten
Erdwärmesonden in Baden-Württemberg liegen dabei im Großraum Stuttgart und im
südöstlichen Bereich der Schwäbischen Alb. Die wenigsten Erdwärmesonden sind im
Schwarzwald,
Kraichgau
und
auf
der
Schwäbischen
Alb
vorhanden
(WIRTSCHAFTMINISTERIUM 2008).
In der Vergangenheit gingen beim Landratsamt Ludwigsburg für Ditzingen mit seinen
Teilorten Hirschlanden, Heimerdingen und Schöckingen mehrere Anfragen zur
Errichtung
von
Erdwärmesonden
ein.
Aufgrund
der
Existenz
mehrerer
Wasserschutzgebiete kam es jedoch häufiger zu Absagen. Wasserschutzgebiete
ziehen sich großflächig durch das Gebiet und limitieren die Flächen, welche für
Erdwärmesondenstandorte in Frage kommen. Diese Problematik war für den Bürger
meist nicht offensichtlich und führte zu Verunsicherungen. Deshalb entstand bei der
Stadt
Ditzingen
der
Gedanke,
dem
Bürger
Hilfestellung
durch
einen
„Handlungsleitfaden zur Nutzung der oberflächennahen Geothermie“ im Raum
Ditzingen zu geben. Die anschließende Kooperation mit Geotechnik Hundhausen
ermöglichte
es
diese
Informationsbroschüre
im
Rahmen
der
vorliegenden
Diplomarbeit zu entwickeln.
Unter den regenerativen Energiequellen nimmt die Erdwärme eine Sonderstellung
ein, da sie ganzjährig und zu jeder Tageszeit zur Verfügung steht und daher im
Grundlastbereich eingesetzt werden kann. Für alle Erdwärmeprojekte ist jedoch ein
guter Kenntnisstand über den geologischen Untergrund zentrale Voraussetzung für
einen
erfolgreichen
Projektablauf.
Ohne
diesen
Kenntnisstand
ist
die
Wirtschaftlichkeit der Anlage nicht kalkulierbar und das Fündigkeitsrisiko nicht
10
Öffentlichkeitsarbeit
quantifizierbar. In diesem Zusammenhang sollten alle vorhandenen Daten, die für die
Nutzung von Erdwärmesonden relevant sind, in geeigneter Form zusammengeführt
werden. Die geplante Broschüre sollte dabei eine Kompilation aller relevanten
geologischen, tektonischen und hydrogeologischen Daten beinhalten. Dazu sollten
Oberflächendaten wie Wasserschutzgebiete und Baugebiete zusammengetragen
werden, um eventuelle Nutzungskonflikte bzw. besonders geeignete Flächen
aufzeigen zu können. Als Visualisierung sollte eine 2D-Karte entstehen, bei welcher
der Bürger eine Übersicht über mögliche Erdwärmestandorte bekommen sollte. Ziel
war eine Dokumentation zur Auslegung bei der Stadtverwaltung, die sich sowohl an
interessierte Bürgerinnen und Bürger als auch an Fachleute richten sollte. In der
Broschüre sollten alle notwendigen Angaben enthalten sein, die Bauherren
benötigen, um sich für eine Erdwärmesondenanlage zu entscheiden.
Das bearbeitende Programm, welches für die Erstellung der 2D-Karte notwendig war,
stand am Anfang noch nicht fest und ergab sich nach der Sammlung aller wichtigen
Informationen. Die Wahl fiel auf das Zeichnungsprogramm AutoCAD, da die meisten
Daten im dwg-Format gegeben waren. Während der Bearbeitung wurde weiterhin
beschlossen, einen Profilschnitt der Gemeinde Ditzingen zu erstellen. Dieser ist im
Handlungsleitfaden nicht aufgeführt. Aufgrund des engen Bezugs zur Broschüre wird
der Profilschnitt im Kapitel 3 Öffentlichkeitsarbeit näher erläutert.
3.2 Geologie
Kenntnisse über den geologischen Untergrund sind für die Errichtung einer
Erdwärmesonde unabdingbar. Mögliche Bohr- und Betreibungsrisiken sowie die
Wirtschaftlichkeit der Anlage können eingeschätzt werden. Besteht der Untergrund
aus
mehreren
geologischen
Schichten,
so
ändert
sich
mit
jeder
neuen
Gesteinszusammensetzung auch die Wärmeleitfähigkeit. Die Wärmeleitfähigkeit der
Gesteine hat Auswirkungen auf die Wärmeentzugsleistung einer Erdwärmesonde. In
den „Erläuterungen zum Informationssystem Oberflächennahe Geothermie für
Baden-Württemberg“ (RPF 2008) wird die Erdwärmenutzung einer Erdwärmesonde
bei einer spezifischen jährlichen Entzugsarbeit von ≥ 100 [kWh/(m·a)] als effizient
angesehen. Werden Werte < als 100 [kWh/(m·a)] erreicht, handelt es sich um eine
weniger effiziente Anlage. Zur Ermittlung der genauen Wärmeleitfähigkeiten werden
Thermal Response Tests durchgeführt.
11
Öffentlichkeitsarbeit
Die Bestimmung des Untergrundes kann weiterhin Auswirkungen auf die mögliche
Bohrtiefe einer Erdwärmesonde haben. Sulfathaltige Gesteine können die Tiefe einer
Erdwärmesonde begrenzen. Mineralumwandlungen von Anhydrit zu Gips in Kontakt
mit Wasser können die Funktionsfähigkeit einer Erdwärmesonde einschränken.
Zudem kann es zu Geländehebungen aufgrund von Volumenzunahme kommen.
Verkarstung spielt für die Bohrung und den Einbau eine weitere bedeutende Rolle.
Hierbei besteht die Gefahr, dass aufgrund von Karsthohlräumen und großen Klüften
die Bohrung nicht mehr wirksam abgedichtet werden kann (RPF 2008).
3.2.1 Datengrundlage
Als allgemeine Grundlage zur Auswertung der Geologie dienten hauptsächlich die
Geologischen Karten von Blatt 7119 Weissach (KRANZ 1961) und Blatt 7120
Leonberg/Stuttgart-Nord (KRANZ 1937). Des Weiteren gehen KÖHLE (1980a) und
KRIELE (1976) im Rahmen ihrer hydrogeologischen Dissertationen ebenso auf
übergeordnete Geologie ein. Das Arbeitsgebiet von KÖHLE (1980a) beinhaltet das
Diplomarbeitsgebiet. Das Arbeitsgebiet von KRIELE (1976) liegt benachbart zu dem
Arbeitsgebiet von KÖHLE (1980a) westlich des Strudelbachtales in der Nähe von
Heimerdingen. Die hauptsächlichen Informationen über die Untergrundverhältnisse
Ditzingens lieferten jedoch Bohrungen, welche beim Regierungspräsidium Freiburg
beantragt wurden. Dabei handelt es sich um 255 Bohrungen. Das Aufschlussarchiv
des LGRB ist im Internet einsehbar (http://www.lgrb.uni-freiburg.de/lgrb/Service/aufschlussdaten/
aufschlussarchiv/map_adb/index_html).
Dabei wurden alle Bohrungen beantragt, welche
innerhalb der Gemeinde Ditzingen liegen, und 9 Bohrungen, welche sich nur knapp
außerhalb der Gemeindegrenze befinden. Die Aufschlussdaten wurden aus dem
Aufschlussarchiv im CSV-Format exportiert und beim LGRB eingereicht. Bei 16
Bohrungen handelte es sich um vertrauliche Bohrungen, deren Profil nicht
weitergegeben konnte, und um Bohrungen, dessen Profil nicht auffindbar war. So
lagen letztendlich 239 Bohrungen als Datengrundlage vor. Die Liste der beantragten
Bohrungen ist in Anhang 1 aufgeführt, die nicht gelieferten Bohrungen in Anhang 2.
Zusätzlich wurde mit der Unteren Wasserbehörde des Landratsamtes in Ludwigsburg
Kontakt
aufgenommen.
Dort
konnte
in
8
Bohrprofile
von
bestehenden
Erdwärmesonden der Gemeinde Ditzingen eingesehen werden (siehe Anlage 3).
Davon sind 5 Erdwärmesonden bereits in der Liste des LGRB aufgeführt. 3
Bohrprofile von Erdwärmesonden wurden somit dazugewonnen. Die Lage der
Erdwärmesonden im Raum Ditzingen ist in Abbildung 6 dargestellt.
12
Öffentlichkeitsarbeit
Thermal Response Tests zur Ermittlung der Wärmeleitfähigkeiten liegen im Raum
Ditzingen nicht vor. Es wurde im Rahmen der Diplomarbeit aufgrund finanzieller und
zeitlicher
Aspekte
darauf
verzichtet
Handlungsleitfaden durchzuführen.
Thermal
Response
Tests
für
den
13
Abbildung 6: Bestehende Erdwärmesonden im Raum Ditzingen. Datengrundlage vom Landratsamt in Ludwigsburg.
Öffentlichkeitsarbeit
14
Öffentlichkeitsarbeit
3.2.2 Auswertung und Zwischenergebnis
Die Auswertung der Bohrung des LGRB und des Landratsamtes Ludwigsburg
erfolgte nach unterschiedlichen Kriterien. Hierbei wurde nach Tiefe, Qualität des
Bohrprofils, Angaben zu Klüften und Verkarstung, Angaben zum Gips-AnhydritSpiegel und Wasserstandangaben bewertet. Die Bohrungen, welche qualitativ in
Frage kamen und in größere Tiefen reichten, kamen zur Auswertung der
Schichtlagerung und Schichtmächtigkeit in Frage (siehe Kapitel 3.2.2.1). Mögliche
Bohrtiefen von Erdwärmesonden im Raum Ditzingen sind abhängig vom Gips- und
Anhydritvorkommen des Mittleren Muschelkalkes. Bohrungen, bei welchen die
Schichtgrenze des Mittleren Muschelkalkes zum Oberen Muschelkalk aufgeführt ist,
sind in Kapitel 3.2.2.2 näher erläutert. Bohrungen mit Dokumentationen zu
kavernösen Erweiterungen, Klüften und Spalten werden in Kapitel 3.2.2.3 diskutiert.
3.2.2.1 Schichtlagerung und Schichtmächtigkeit
Bei den Bohrprofilen des LGRB handelt es sich oft um Rammkernsondierungen oder
kleinere Bohrungen, die maximal eine Tiefe zwischen 10 und 20 Metern erreichen.
Diese Bohrungen sind hinsichtlich Schichtmächtigkeiten und der Aussage über die
Untergrundverhältnisse der Gemeinde Ditzingen in der Regel nicht besonders
hilfreich. Aussagekräftig sind Bohrungen, welche eine größere Tiefe erreichen und
eine gute Bohrdokumentation aufweisen. Bei der Auswertung der Tiefe wurde in 3
Kategorien unterschieden: 1. Bohrtiefen geringer als 20 Meter, 2. Bohrtiefen
zwischen 20 und 50 Metern und 3. Bohrungen größer als 50 Meter. Dabei wurde
auch auf die Qualität des Bohrprofils geachtet und dieses vermerkt. Es handelt sich
bei den Bohrungen zwischen 20 und 50 Metern mit gutem Bohrprofil um 21
Bohrungen. Dabei liegen 11 innerhalb der Gemeindegrenze und 10 knapp
außerhalb. Bei den Bohrungen tiefer als 50 Meter handelt es sich zusammen mit den
zusätzlichen 3 Erdwärmesondenbohrungen des Landratsamtes in Ludwigsburg um
22 Bohrungen. Davon liegen 17 innerhalb und 5 außerhalb der Gemeindegrenze
(siehe Anlage 4). Die tiefste Bohrung beträgt 140 Metern. Abbildung 7 zeigt die
ausgewerteten Bohrungen in ihrer räumlichen Lage bei Ditzingen.
15
Abbildung 7: Tiefe Bohrungen mit gutem Bohrprofil. Dargestellt sind Bohrungen zwischen 20 und 50 Metern und Bohrungen tiefer als 50 Meter
im Raum Ditzingen.
Öffentlichkeitsarbeit
16
Öffentlichkeitsarbeit
Die geologischen Schichten liegen in Ditzingen und seinen Teilorten laut
Geologischer Karte (KRANZ 1937) weitgehend söhlig. Die Auswertung der Bohrungen
des LGRB ergibt jedoch ein sehr geringes Einfallen mit Tendenz nach Osten (siehe
auch Anlage 4: Profilschnitt Ditzingen). Die geologischen Schichten liegen in
Heimerdingen höher als in Ditzingen. Dadurch dass allerdings auch die Topographie
in Heimerdingen erhöht ist, ändert sich hierbei nicht viel für mögliche Bohrtiefen von
Erdwärmesonden. Die möglichen Bohrtiefen werden im nachfolgenden Kapitel in
Bezug auf die Gips- und Anhydritvorkommen genauer erläutert.
Die Bohrungen wurden ausgewertet und mit der Geologischen Karte 1:25000 von
KRANZ (1937) verglichen. Daraus wurde ein Regelprofil von Ditzingen mit dem
Programm ProfilTec erstellt (Abbildung 8). Dieses zeigt ein standardisiertes Profil,
wie es typisch für die Gemeinde ist. Je nach topographischer Höhe tritt im Raum
Ditzingen zuerst der Untere Keuper oder der Obere Muschelkalk zu Tage. Der
Untere
Keuper
bei
Ditzingen
ist
geprägt
von
Dolomitbänken
mit
zwischengeschalteten Tonmergeln, den Estherienschichten, und Sandsteinen
(GEYER & GWINNER 1991). Unterhalb der Gesteine des Unteren Keupers folgt der
Trigonodus-Dolomit. KRANZ (1937) gibt diesen mit einer Schichtmächtigkeit von 8 bis
10 Metern an. Die Bohrauswertung ergab jedoch eine geringere Mächtigkeit,
weshalb im Regelprofil nur eine durchschnittliche Mächtigkeit von 7 Metern
angegeben ist. Die Kalksteine der nodosus-Schichten des Oberen Muschelkalkes
werden in den Bohrungen mit einer durchschnittlichen Mächtigkeit von 44 Metern
dokumentiert. Bei KRANZ (1937) handelt es sich um ca. 35 Meter. Darunter folgt eine
weitere Schicht Kalke, der Trochitenkalk. Der Trochitenkalk ist im Bohrklein von den
nodosus-Schichten oft nur sehr schwer zu identifizieren, da es sich bei beiden um
blaugraue Kalke des Oberen Muschelkalkes handelt. Deshalb werden diese
Schichten oft in Bohrdokumentationen als Oberer Muschelkalk zusammengefasst.
Bei den Bohrungen wird die Mächtigkeit des Trochitenkalkes durchschnittlich mit 27
Metern angegeben, bei KRANZ (1937) beläuft es sich auf ca. 35 Meter. Innerhalb des
Trochitenkalkes treten die Haßmersheimer Schichten auf. Diese sind besonders aus
hydrogeologischer Sicht wichtig, da die Tonmergelsteine der Haßmersheimer
Schichten als Grundwasserstauer fungieren. Dies wird im folgenden Kapitel 3.2.2.2
genauer erläutert. Der Mittlere Muschelkalk gliedert sich im Raum Ditzingen in die
Obere Dolomit-Formation und die sulfathaltige Salinar-Formation auf. Bei der Oberen
17
Öffentlichkeitsarbeit
Dolomit-Formation ist nach den Bohrdokumentationen und nach Geyer & Gwinner
(1991) meist eine Schichtmächtigkeit von 10 Metern zu erwarten. Beim Mittleren
Muschelkalk sind Mächtigkeiten bis zu 30 Metern dokumentiert.
Abbildung 8: Regelprofil Ditzingen
3.2.2.2 Gips- und Anydrit im Zusammenhang mit möglichen Bohrtiefen
Die möglichen Bohrtiefen für das Gebiet hängen maßgeblich vom Auftauchen des
Mittleren Muschelkalkes ab, der als Gips- und Anhydrit führender Horizont aufgrund
möglicher Mineralumwandlungsprozesse durch Wasserzutritt nicht durchbohrt
werden
darf.
Das
Landratsamt
empfiehlt
grundsätzlich
nur
bis
zu
den
18
Öffentlichkeitsarbeit
Haßmersheimer Schichten des Oberen Muschelkalkes (siehe Abbildung 8) zu
bohren. Diese stellen eine Wasser trennende Schicht zu den Gips- und Anhydrit
führenden Gesteinen dar. Die Haßmersheimer Schichten liegen 3-8 Meter über der
Grenze Oberer Muschelkalk/Mittlerer Muschelkalk. Sie können bis zu 8 m mächtig
sein und bestehen aus einer Wechselfolge von Tonsteinen und Tonmergelsteinen
mit wechselndem Kalkgehalt und geringmächtigen Kalksteinbänken (LGRB 2008b).
In Ausnahmefällen bewilligt das Landratsamt in Ludwigsburg auch Bohrungen bis zu
den Oberen Dolomiten des Mittleren Muschelkalkes, die direkt an der Grenze zum
Oberen Muschelkalk liegen. Dies ist bei Beantragung einer Erdwärmesonde mit dem
Landratsamt abzuklären. KÖHLE (1980) weist darauf hin, dass Vorkommen des
Mittleren Muschelkalkes vor allen Dingen östlich der Glems eine Rolle spielen.
Westlich der Glems sind diese stark ausgelaugt. Anlage 5 zeigt alle Bohrungen, bei
welchen Mittlerer Muschelkalk erbohrt wurde. Die Auswertung der Bohrungen
ergeben, dass in Heimerdingen selbst noch kein Mittlerer Muschelkalk bei Bohrungen
angetroffen wurde. In Ditzingen lagen die Tiefen des Mittleren Muschelkalkes von
bereits errichteten Erdwärmesonden im Wohngebiet bei 80 m (310,5 m NN) und
70 m (325,5 m NN) und im Gewerbegebiet bei 100 m (266 m NN). Für die Wohngebiete in Schöckingen und am Rande von Hirschlanden, welche für Erdwärmesondenstandorte in Frage kommen (siehe 2D-Karte des Handlungsleitfadens), liegt
eine Bohrung als Referenzwert vor. Hierbei wurde der Mittlere Muschelkalk bei 98 m
Tiefe (259,33 m NN) erbohrt. Für das nördliche Wohngebiet in Ditzingen, welches für
Erdwärmesonden zugelassen ist, ist der Mittlere Muschelkalk bei 3 bereits erfolgten
Bohrungen festgestellt worden. Dieser wurde bei Tiefen von 85 m (226,5 m NN),
90 m (224,5 m NN) und 94 m (222,82 m NN) erreicht. Bei dem südlich gelegenen
Gewerbegebiet in Ditzingen, welches im Wasserschutzgebiet IIIb liegt und somit
eingeschränkt für Erdwärmesonden nutzbar ist, gibt es in der Nähe eine Bohrung, bei
der der Mittlere Muschelkalk bei 114 m (200 m NN) erbohrt wurde. In Abbildung 9
sind alle Bohrungen mit Angaben zum Mittleren Muschelkalk räumlich dargestellt.
19
Abbildung 9: Bohrungen mit Angaben zum Mittleren Muschelkalk und damit auch zu den Gips- und Anhydritvorkommen im Raum Ditzingen.
Öffentlichkeitsarbeit
20
Öffentlichkeitsarbeit
3.2.2.3 Kavernöse Erweiterungen, Klüfte, Spalten, Hohlräume
Kavernöse Erweiterungen, Klüfte und Spalten wurden insgesamt bei 7 Bohrungen
des LGRB dokumentiert (siehe Abbildung 10). Davon liegen 2 bei Schöckingen, 3
bei Hirschlanden und 2 bei Ditzingen. Karsthohlräume sind in keiner der 239
Bohrungen des LGRB und des Landratsamtes Ludwigsburg vermerkt. Es ist jedoch
anzunehmen, dass die Gesteine des Oberen Muschelkalkes im Raum Ditzingen in
unterschiedlichem Maße verkarstet sein können. Grundsätzlich geht die Verkarstung
von Wasserwegsamkeiten im Gebirge, insbesondere von den gut durchlässigen
Trennfugen (Großklüfte, Störungen) aus. Hierbei findet man Wasserwegsamkeiten,
die eine Verkarstung begünstigen, im Oberen Muschelkalk hauptsächlich im Umfeld
von tektonischen Störungszonen parallel zu den Talflanken infolge Talzuschub und
Hangzerreißung. Außerdem tritt Verkarstung in Gebieten auf, in denen es durch die
Auflösung salinarer Gesteine oder durch Verkarstung im Mittleren Muschelkalk zu
Bergsenkungen, Sackungen und Verstürzungen gekommen ist und der überlagernde
Obere Muschelkalk zerrüttet ist. Hier kann die Verkarstung bis in eine Tiefe von über
hundert Meter reichen (LGRB 2008a). Bei Ditzingen ergaben Markierungsversuche
Abstandsgeschwindigkeiten von über 100 m/h (KÖHLE 1980a). Dort ist mit
Hohlräumen zu rechnen. Die Untersuchungen von KÖHLE (1980a) ergaben weiterhin,
dass besonders in Steinbrüchen Klüfte und klaffende Spalten bis in eine Tiefe von
etwa 30 Meter unter Gelände zu beobachten sind. Bei kommenden Bohrungen im
Raum Ditzingen ist also Aufmerksamkeit geboten in Bezug auf Verkarstung im
Untergrund. Ein Verlust der Spülflüssigkeit beim Bohrvorgang kann auf Hohlräume
hinweisen. In diesem Fall ist die Bohrung zu unterbrechen und ein Geologe bzw. das
Landratsamt hinzuzuziehen.
21
Abbildung 10: Bohrungen mit Dokumentationen zu Verkarstung im Raum Ditzingen.
Öffentlichkeitsarbeit
22
Öffentlichkeitsarbeit
3.3 Tektonik
Tektonik spielt für die oberflächennahe Geothermie eine zentrale Rolle. Entlang
tektonischer Störungszonen ergeben sich oft Wasserwegsamkeiten. Diese können
das Bohren von Erdwärmesonden behindern und einschränken. Des Weiteren
besteht die Gefahr, dass tektonische Aktivität das Bohrloch verschieben kann. Dabei
kann es passieren, dass die Bohrung abgebrochen werden muss bzw. die
Erdwärmesonde nicht mehr betrieben werden kann.
3.3.1 Datengrundlage
Die Tektonik wurde hauptsächlich anhand der Geologischen Karten 1:25000 von
Blatt 7119 Weissach (KRANZ 1961) und Blatt 7120 Leonberg/Stuttgart-Nord (KRANZ
1937) bewertet. Des Weiteren gehen sowohl KÖHLE (1980a) als auch KRIELE (1976)
in ihren hydrogeologischen Dissertationen auf Tektonik ein.
3.3.2 Auswertung und Zwischenergebnis
Störungssysteme tauchen weitläufig um das Gebiet auf, wie z.B. die Engelsberger
Verwerfung im Nordwesten auf Blatt 7119 und 7120. Abbildung 11 zeigt weitere
Störungssysteme außerhalb der Gemeinde Ditzingen. Die SchwieberdingerCannstatter-Brüche befinden sich im Nordosten zur Gemeinde. Die Leonberger
Fiederzone, Vaihinger Verwerfung und die Sindelfinger Verwerfung befinden sich in
südwestlicher Richtung. Der Störungen verlaufen herzynisch streichend. Die
Leonberger Fiederzone enthält meist kurze Störungen. Dabei werden Sprungbeträge
von bis zu 90 Metern erreicht (KRIELE 1976). Die Gemeinde Ditzingen ist jedoch von
keinerlei Störungen betroffen. Die geologischen Schichten liegen hierbei fast söhlig
mit geringem Einfallen nach Osten.
23
Öffentlichkeitsarbeit
Abbildung 11 Störungssysteme mit Schichtlagerung der Muschelkalk-Keuper-Grenze in der Nähe der
Gemeinde Ditzingen. Die rote Markierung stellt die Gemeinde Ditzingen dar. I) SchwieberdingerCannstatter-Brüche; II) Leonberger Fiederzone; III) Vaihinger Verwerfung; IV) Sindelfinger
Verwerfung. Wichtigste Abkürzungen: LEO= Leonberg; S= Stuttgart; LB= Ludwigsburg; He=
Heimerdingen; Eb= Eberdingen; We= Weissach. Nach KÖHLE (1980b), verändert.
3.4 Wohn-, Bau- und Gewerbegebiete
Die Ermittlung der Wohn-, Bau- und Gewerbegebiete ist für die Darstellung der 2D
Karte des Handlungsleitfadens deshalb von Bedeutung, da innerhalb dieser Bereiche
Interesse besteht Erdwärmesonden zu errichten. Für Bereiche außerhalb der Wohn-,
Bau- und Gewerbegebiete wie z.B. landwirtschaftlich bewirtschaftete Felder oder
Waldflächen sind Errichtungen von Erdwärmesonden unter normalen Bedingungen
uninteressant.
3.4.1 Datengrundlage
Als Datengrundlage für die Auswertung der Wohn-, Bau- und Gewerbegebiete diente
der Flächennutzungsplan 2015 vom Stadtplanungsamt Ditzingens. Dieser liegt
sowohl als PDF als auch im AutoCAD-Format vor.
24
Öffentlichkeitsarbeit
3.4.2
Auswertung und Zwischenergebnis
Die Bearbeitung der Wohn-, Bau- und Gewerbegebiete erfolgte in AutoCAD. Diese
wurden in der 2D-Karte des Handlungsleitfadens hervorgehoben. Details vom
Flächennutzungsplan, welche unwichtig für die Errichtung von Erdwärmesonden
sind, wurden ausgeblendet wie z.B. Radwege und Bewaldungsflächen.
3.5 Hydrogeologie
Hydrogeologische Fragestellungen ergeben sich sowohl an der Oberfläche als auch
in der Tiefe. Durch die Klärung dieser können mögliche Risiken abgeschätzt und
vermieden
werden.
Die
Lage
der
Wasserschutzgebiete
ist
aufgrund
von
wasserrechtlichen Bestimmungen an der Oberfläche abzuklären. Sie entscheidet
darüber, ob Erdwärmesonden bewilligt werden können oder nicht. Des Weiteren sind
für
geplante
Bohrungen
Tiefeninformationen
wichtig,
die
Aussage
über
grundwasserleitenden Schichten mit den Grundwasserständen im Untergrund geben.
Liegen Grundwasserstockwerke vor oder handelt es sich um einen einzelnen
Grundwasserleiter? Handelt es sich um mehrere Grundwasserstockwerke, besteht
bei
einer
Bohrung
die
Möglichkeit,
dass
sich
die
verschiedenen
Grundwasserstockwerke verbinden (UMWELTMINISTERIUM 2005). Dies ist in jedem Fall
zu verhindern. Es ist weiterhin abzuklären, ob es sich um gespannte oder nicht
gespannte Aquiferverhältnisse handelt. Erbohrt man einen Grundwasserleiter mit
gespannten Aquiferverhältnissen, entsteht ein Arteser. Dabei ist das hydraulische
Potential so hoch, dass Wasser an der Oberfläche oder höher aufsteigt. Nicht
gespannte Grundwasserverhältnisse sind hingegen unproblematisch. Weiterhin
wurde die Fließrichtung des Grundwassers bestimmt.
3.5.1 Wasserschutzgebiete
3.5.1.1 Datengrundlage
Zur Auswertung der Wasserschutzgebiete wurde als Erstes Kontakt aufgenommen
mit dem Landratsamt in Ludwigsburg. Die Untere Wasserbehörde sendete daraufhin
eine PDF-Datei der Wasserschutzgebiete der Gemeinde Ditzingen per E-Mail zu
(siehe Abbildung 12). Zusätzlich wurden Ausdrucke erworben vom LGRB in Freiburg,
bei
welchem
die
Wasserschutzgebiete
in
ArcGIS
dokumentiert
sind.
Die
Ausgangsbasis mit der im Weiteren gearbeitet wurde, lieferte jedoch der
Flächennutzungsplan 2015 vom Stadtplanungsamt in Ditzingen. Hierbei waren im
25
Öffentlichkeitsarbeit
dwg-Format die jeweiligen Abgrenzungen der Wasserschutzgebiete I, II, IIIa und IIIb
gegeben. Diese wurden in AutoCAD bearbeitet.
3.5.1.2 Auswertung und Zwischenergebnis
Abbildung 12 zeigt die Wasserschutzgebiete innerhalb der Gemeindegrenze
Ditzingens. Es ist ersichtlich, dass die Stadt Ditzingen und ihre Teilorte in vielen
Bereichen in Wasserschutzgebieten liegen. Dabei ist zu beachten, dass in
Wasserschutzgebieten der Zone I, II und IIIa keine Erdwärmesonden zugelassen
sind. Das Landratsamt in Ludwigsburg erlaubt die Errichtung von Erdwärmesonden
in Zone IIIb. Allerdings darf hier die Sonde nur mit Wasser betrieben werden.
Wasser-Glykol-Gemische, wie sie sonst oft genutzt werden, sind im Raum Ditzingen
als
Trägermedium
in
Zone
IIIb
nicht
zugelassen.
Zonen
außerhalb
von
Wasserschutzgebieten sind aus wasserrechtlicher Sicht unproblematisch und
kommen für Erdwärmesonden in Frage. Für die 2D-Karte des Handlungsleitfadens
wurden die Wasserschutzgebiete des Flächennutzungsplans 2015 in AutoCAD
hervorgehoben und unwichtigere Informationen wie z.B. Radwege zurückgesetzt. Die
Flächen,
welche
für
Erdwärmesondenstandorte
aus
wasserrechtlicher
unproblematisch sind, wurden mit orange deutlich gekennzeichnet.
Sicht
26
Abbildung 12: Wasserschutzgebiete innerhalb der Gemeindegrenze Ditzingens.
Öffentlichkeitsarbeit
27
Öffentlichkeitsarbeit
3.5.2 Grundwasser
3.5.2.1 Datengrundlage
Informationen zu grundwasserleitenden Schichten im Raum Ditzingen wurden beim
Landratsamt in Ludwigsburg eingeholt. Die Untere Wasserbehörde verwies dabei
u.a. auf die Karte der mineralischen Rohstoffe von Baden-Württemberg (LGRB
2008b). Diese gibt eine gute Übersicht über die Grundwasserverhältnisse der
Gäulandschaften.
Die
Bohrungen
des
LGRB
wurden
hinsichtlich
Wasserstandsdokumentationen überprüft. Dabei wurde auch entschieden, ob
hieraus ein Grundwassergleichenplan erstellt werden kann. Des Weiteren bietet die
hydrogeologische Dissertation von KÖHLE (1980a) einen umfassenden Überblick
über die Grundwasserbedingungen im Raum Ditzingen. Bei KÖHLE (1980b) ist ein
Grundwassergleichenplan enthalten, der in die 2D-Karte des Handlungsleitfadens
eingearbeitet wurde.
3.5.2.2 Auswertung und Zwischenergebnis
3.5.2.2.1 Grundwasser leitende Schichten
Als Grundwasser leitende Schichten treten im Gebiet hauptsächlich der Obere
Muschelkalk und die tiefer liegenden Oberen Dolomite des Mittleren Muschelkalkes
auf (Köhle 2008a). Im Oberen Muschelkalk ist eine flächenhafte Grundwasserführung
besonders im Liegenden der Haßmersheimer Schichten feststellbar (LGRB 2008b).
Die Haßmersheimer Schichten stellen dabei einen wichtigen Grundwasserstauer dar.
Die Tonmergelsteine der Haßmersheimer Schichten trennen in der Regel die
Grundwasser führenden Schichten des Oberen Muschelkalkes und der Oberen
Dolomite des Mittleren Muschelkalkes in zwei Teilstockwerke (LGRB 2008b). Die
Aquifermächtigkeit kann im Raum Ditzingen stark variieren. Dabei sind Mächtigkeiten
von unter 25 Metern bei Heimerdingen, von 25 bis zu 50 Metern bei Schöckingen
und Hirschlanden und von 50 bis 75 Meter bei Ditzingen möglich (siehe
Abbildung 13).
28
Öffentlichkeitsarbeit
Abbildung 13: Aquifermächtigkeit des Oberen Muschelkalkes und der Oberen Dolomite. Die rote
Markierung stellt die Gemeindegrenze von Ditzingen dar. Abkürzungen innerhalb der
Gemeindegrenze: He= Heimerdingen; Sö= Schöckingen; Hi= Hirschlanden; Di= Ditzingen. Nach
KÖHLE (1980b), verändert.
3.5.2.2.2 Gespannte bzw. nicht gespannte Grundwasserverhältnisse
Die Auswertung der Bohrungen des LGRB ergab, dass in der Regel keine
gespannten Grundwasserverhältnisse herrschen. Trotzdem ist aus einzelnen
Bohrungen bekannt, dass gespannte Verhältnisse auftreten können. Das LGRB
(2008b) weist daraufhin, dass dies vor allem im Liegenden der Haßmersheimer
Schichten gespannte Grundwasserdruckverhältnisse vorkommen kann. Bei den
bisherigen Erdwärmesondenbohrungen bei Heimerdingen und Ditzingen gab es
allerdings keine Probleme in diesem Zusammenhang. KÖHLE (1980) kennzeichnet
das Gebiet der Gemeinde Ditzingen grundsätzlich als unproblematisch bezüglich
gespannter Grundwasserverhältnisse (siehe Abbildung 14). Die Gemeinde Ditzingen
liegt hierbei in einem Bereich in dem sowohl der unterirdische Abfluss im
Muschelkalk sowohl zur Enz im Norden als auch zum Neckar in Osten erfolgen kann.
29
Öffentlichkeitsarbeit
Abbildung 14: Die rote Markierung stellt die Gemeindegrenze von Ditzingen dar. Innerhalb der
Gemeindegrenze herrschen keine gespannten Grundwasserverhältnisse vor. Abkürzungen innerhalb
der Gemeindegrenze: He= Heimerdingen; Sö= Schöckingen; Hi= Hirschlanden; Di= Ditzingen. Nach
KÖHLE (1980b), verändert.
3.5.2.2.3 Grundwassergleichen
Die Auswertung der Bohrungen ergab, dass im Raum Ditzingen bei 20 Bohrungen
Wasserstände dokumentiert sind. Abbildung 15 zeigt die Verteilung der Bohrungen
mit Angaben zu Wasserständen. Hierbei handelt es sich meist um Angaben zu
Wasserständen des Oberen Muschelkalkes. Bei den Bohrungen 2/1223, 2/1258,
2/1061, 2/1063, 2/1062, 2/1132, 2/1430 und 2/1219 sind Wasserstandsangaben von
oberflächennahen Wässern des Unteren Keupers und Quartärs dokumentiert. Diese
liegen im östlichen Teil des Gebietes und zum Teil außerhalb der Gemeinde. Auch
KÖHLE (1980a) bezieht sich in seiner Dissertation auf oberflächennahe Wässer.
KÖHLE (1980a) weist darauf hin, dass die oberflächennahen Wässer des Quartärs
und Gips- bzw. Lettenkeupers sich langfristig ihren Weg durch Klüfte und Spalten
zum Oberen Muschelkalk bahnen. Aufgrund des hydraulischen Potentials kann
jedoch wesentlich mehr Wasser an die Gesteine des Unterkeupers und Quartärs
30
Öffentlichkeitsarbeit
gebunden
werden
Wasserstandsangaben
als
an
die
innerhalb
des
Gesteine
Oberen
des
Oberen
Muschelkalkes.
Muschelkalkes
sind
bei
den
Erdwärmesonden 1, 3, 4, 7 und 8 dokumentiert. Die Auswertung der Bohrungen des
LGRB ergab weitere Angaben dieser tiefer liegenden, wasserführenden Schicht bei
den Bohrungen 1/154, 2/1633, 2/1629, 2/1632, 2/1639, 2/1222 und 2/1116.
Abbildung 15 zeigt, dass die Datendichte zu den Wasserständen der Bohrungen
gering ist und die Angaben zu den Grundwasserständen oft räumlich eng
beieinander liegen. Zudem sind bei den Angaben Unterschiede zu verzeichnen. So
variieren die Angaben zwischen erbohrtem Wasserstand und Ruhewasserspiegel.
Auch existieren Wasserstandsangaben, aus welchen nicht genau hervorgeht, ob es
sich um den erbohrten Wasserstand oder den Ruhewasserspiegel handelt. Da der
Wasserstand sich nach der Bohrung bis zum Ruhewasserspiegel oft deutlich ändern
kann, ist hier Vorsicht geboten. Aufgrund dessen und vor allem aufgrund der
geringen Datendichte ist es nicht sinnvoll, einen Grundwassergleichenplan anhand
der Bohrdaten zu erstellen. Ein Grundwassergleichenplan konnte jedoch nach
eingehender
Literaturrecherche
ausfindig
gemacht
werden.
Die
Grundwassergleichen der 2D-Karte des Handlungsleitfadens stammen von der
hydrogeologischen Dissertation von KÖHLE (1980b) (siehe Abbildung 16). Ziel war es,
die Linien gleichen Grundwasserstandes in die 2D-Karte des Handlungsleitfadens
einzufügen. Dazu mussten diese in AutoCAD übertragen werden. Um die
Grundwassergleichen
in
AutoCAD
übertragen
zu
können,
wurde
der
Kartenausschnitt von Abbildung 16 zuerst vergrößert. Als Nächstes wurde dieser in
einem Gitternetzabstand von 200 Metern im Gelände gerastert. An X- und YKoordinatenachse wurden Rechts- und Hochwerte aufgetragen, welche bei KÖHLE
(1980b) auch angegeben sind. Anhand des Rasters wurden engmaschig
Koordinaten der Rechts- und Hochwerte der verschiedenen Grundwassergleichen
abgelesen. Diese Koordinaten wurden in AutoCAD übertragen und als Linien
gleichen Grundwasserstandes verbunden. Die Grundwassergleichen von KÖHLE
(1980a) dienen in erster Linie als Anhaltspunkt. Vergleicht man diese mit den
Wasserstandsdokumentationen der Bohrungen des LGRB (siehe Abbildung 15 ), fällt
auf, dass lokale Abweichungen sowohl höher um ca. 20 Meter als auch niedriger um
ca. 10 Meter möglich sind. Zum weiteren Vergleich kann Abbildung 17 hinzugezogen
werden. Hier ist ein Grundwassergleichenplan des LGRB (2008b) zu sehen, der
31
Öffentlichkeitsarbeit
einen Teil der Gemeinde Ditzingen beinhaltet. Da ein Teil der Gemeinde fehlt, kam
eine Übertragung der Grundwassergleichen in die 2D-Karte des Handlungsleitfadens
nicht in Frage. Der Vergleich zu Köhle (1980b) zeigt jedoch, dass die
Grundwassergleichen sich insgesamt ähneln, tendenziell allerdings etwas höher
liegen.
Die
Hauptfließrichtung
des
tiefer
liegenden
Grundwassers
beider
Grundwassergleichenpläne erfolgt senkrecht zu den Grundwassergleichen und
verläuft von Südwest nach Nordost. Dies korreliert mit Abbildung 14, bei welcher der
Abfluss des Grundwassers im Raum Ditzingen gezeigt wird. KÖHLE (1980b) geht
hierbei von einem Abfluss zur Enz im Norden als auch zum Neckar im Osten aus.
32
Abbildung 15: Bohrungen mit Wasserstandangaben im Raum Ditzingen.
Öffentlichkeitsarbeit
33
Öffentlichkeitsarbeit
Abbildung 16: Grundwassergleichenplan nach Köhle (1980b), verändert. Die rote Markierung stellt die
Gemeindegrenze von Ditzingen dar.
34
Öffentlichkeitsarbeit
Abbildung 17: Ausschnitt des Grundwassergleichenplans für das Grundwasservorkommen im Oberen
Muschelkalk vom LGRB (2008b), verändert. Hinzugefügt wurde ein Teil der Gemeindegrenze von
Ditzingen (rote Markierung) und der Maßstab.
3.5.2.2.4 Hydraulischer Gradient
Anhand des Grundwassergleichenplans von KÖHLE (1980b) lässt sich der
hydraulische Gradient bestimmen. Der hydraulische Gradient (J) gibt das Gefälle an,
in dem das Grundwasser fließt, und wurde ermittelt
aus der Differenz des
Wasserstandes (∆h) zwischen zwei um ∆l voneinander entfernten Punkten
(GEOLOGISCHES LANDESAMT BADEN-WÜRTTEMBERG 1994):
J = ∆h/∆l
Die Grundwassergleichen variieren stark im Abstand zu einander. Aufgrund dessen
schwankt auch der hydraulische Gradient stark. So ist am Glemsknie zwischen
Höfingen und Ditzingen ein hydraulischer Gradient bis zu 40‰ zu verzeichnen und
zwischen Grundwassergleichen 270 m und 260 m zum Teil ein hydraulischer
35
Öffentlichkeitsarbeit
Gradient um 3‰. Oft handelt es sich jedoch um einen hydraulischen Gradienten, der
um ca. 15‰ schwankt.
3.6 Allgemeine Informationen
Im Handlungsleitfaden zur Nutzung der oberflächennahen Geothermie sind
allgemeine Informationen für den interessierten Bürger enthalten. Dieser sieht sich
mit verschiedenen Fragestellungen konfrontiert: Was sind Erdwärmesonden? Was
für Wärmeentzugsleistungen kann ich bei einer Erdwärmesonde erwarten und wovon
sind diese abhängig? Welche Ämter sind zu konsultieren? Gibt es mögliche
Alternativen zu Erdwärmesonden innerhalb der oberflächennahen Geothermie? Zur
Klärung dieser Fragen soll der Handlungsleitfaden Hilfestellung geben.
3.6.1 Datengrundlage
Wichtige fachliche Grundlagen stellen die Richtlinien VDI 4640 des Vereins
Deutscher Ingenieure, Blatt 1 und 2, dar. Des Weiteren wurde sich an
Informationsbroschüren zur Geothermie orientiert. Hierbei kamen hauptsächlich der
„Leitfaden zur Nutzung von Erdwärme mit Erdwärmesonden“ (UMWELTMINISTERIUM
2005) und „Wärme ist unter uns“ (WIRTSCHAFTSMINISTERIUM 2008) zum Tragen.
Weitere Informationen konnten im Gespräch mit dem Landratsamt Ludwigsburg
gesammelt werden. Das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB)
bietet
außerdem
einen
Überblick
freiburg.de/lgrb/Fachbereiche/geothermie)
über
die
Geothermie
(http://www.lgrb.uni-
und die bergrechtlichen Bestimmungen in Bezug auf
Tiefbohrungen (http://www.lgrb.uni-freiburg.de/lgrb/Fachbereiche/bergbehoerde). Informationen zur
aktuellen Anzahl von Erdwärmesondenanlagen in Baden-Württemberg und seinen
Teilbereichen konnten auf der GeoTHERM in Offenburg 2009 in Erfahrung gebracht
werden. Weiterhin wurden im Handlungsleitfaden ein Bild einer Erdwärmesondenanlage und ein Bild über die Gesteinswand des Oberen Muschelkalkes
eingefügt.
Das
Bild
der
Erdwärmesondenanlage
stammt
von
Geotechnik
Hundhausen, das Bild des Oberen Muschelkalkes wurde im Strudelbachtal bei
Heimerdingen während den Kartierungsarbeiten aufgenommen.
3.6.2 Auswertung und Zwischenergebnis
Nach der Sammlung der Informationen zu Erdwärmesonden wurden die wichtigsten
Fakten zusammengefasst und im Handlungsleitfaden kurz erläutert. Dies ist im
36
Öffentlichkeitsarbeit
Handlungsleitfaden unter „Was sind Erdwärmesonden“ aufgeführt und kann
sinngemäß in Kapitel 2.1 und 3.1 nachgelesen werden.
Im
Rahmen
der
Diplomarbeit
wurde
entschieden
die
Angaben
zur
Wärmeentzugsleistung allgemein zu belassen und keine konkreten Werte zu
veröffentlichen. Dies hängt u.a. damit zusammen, dass Thermal Response Tests bis
jetzt im Gebiet nicht stattgefunden haben und so keine genauen Werte zu den
thermischen Eigenschaften des Untergrundes vorliegen. Die Wärmeentzugsleistung
ist abhängig von den thermischen Eigenschaften des Untergrundes und den
Ausgangstemperaturen. Weiteren Einfluss haben Hohlräume im Untergrund. Dabei
macht es einen wesentlichen Unterschied, ob die Hohlräume mit Wasser oder Luft
gefüllt
sind.
Außerdem
beeinflussen
die
Wärmeentzugsleistung
das
Hinterfüllmaterial, das in die Sonde eingebaut wurde und das Material der
Schläuche. Eine starke Beeinträchtigung der Wärmeentzugsleistung kann durch
einen Betrieb der Wärmesonde im Frostbereich zustande kommen. In diesem Fall
kann sich ein Frostkörper um die Sonde bilden und durch anschließende Frost-TauWechselprozesse können Spalten entstehen. Schäden bei der Abdichtung von
Grundwasserleitern sind möglich. Insgesamt kann dies eine Beeinträchtigung des
Wärmeübergangs zwischen Bodenkörper und der Erdwärmesonde zur Folge haben.
Grundsätzlich gilt, dass dem Boden nicht mehr Wärme entzogen werden darf, als der
Erdsonde dauerhaft zufließen kann, um die Leistung der Erdwärmesonde langfristig
aufrecht erhalten zu können.
Ist eine Erdwärmesonde von weniger als 100 Meter vorgesehen, welche in Ditzingen
aufgrund des Gips- und Anhydritvorkommens in der Regel am Sinnvollsten ist, ist ein
Antrag bei der Unteren Wasserbehörde des Landratsamtes in Ludwigsburg zu
stellen. Sollten Erdwärmesondenbohrungen über 100 m in Betracht gezogen werden,
ist aufgrund des Bergrechtes die zuständige Bergbehörde beim Landesamt für
Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) in Freiburg für Anträge zuständig. Diese
kümmert sich um die wasserrechtlichen Belange im Einvernehmen mit der Unteren
Wasserbehörde des Landratsamtes in Ludwigsburg. Das Landratsamt hat weiterhin
eine gute Übersicht über zertifizierte Bohrfirmen in der Ditzinger Umgebung. Es ist
empfehlenswert sich dort für einen problemlosen Ablauf der Bohrung kundig zu
machen.
37
Öffentlichkeitsarbeit
Falls ein Antrag zur Erstellung einer Erdwärmesonde nicht genehmigt werden kann,
stehen grundsätzlich andere Möglichkeiten zur Nutzung von oberflächennaher
Erdwärme zur Verfügung. Dazu zählen z.B. Kollektoren und Energiepfähle. Für den
interessierten Bürger ist im Handlungsleitfaden die Broschüre „Wärme ist unter uns“
(WIRTSCHAFTSMINISTERIUMS 2008) als weiterführende Literatur angegeben.
3.7 Endergebnis
3.7.1 Handlungsleitfaden zur Nutzung der oberflächennahen Geothermie
Die Ergebnisse von Kapitel 3.2 bis 3.6 wurden zusammengefasst. Die Zusammenfassung wurde mit Graphiker Herr Lautner in Ditzingen besprochen. Ideen für ein
ansprechendes Layout wurden gesammelt und die Art der Bindung festgelegt. Man
einigte sich auf ein Deckblatt mit rötlichen Farben, um das Thema „Erdwärme“ auch
visuell aufzugreifen (siehe Abbildung 18). Dieser Farbton wurde für die gesamte
Broschüre festgelegt. Des Weiteren ist auf dem Deckblatt ein steiniger Hintergrund
zu erkennen. Der Hintergrund symbolisiert die Wichtigkeit der Untergrundverhältnisse
bei einer Erdwärmesonde. Im Vordergrund dazu sieht man die einzelnen Teilorte der
Gemeinde Ditzingen, um den räumlichen Bezug deutlich zu machen. Für den
besseren Erkennungswert sind die wichtigsten Verkehrsstraßen eingefügt und der
Bachverlauf der Glems.
Die Broschüre wurde Herrn Bürgermeister Bahmer vorgelegt. Auf Wunsch wurde die
2D-Karte des Handlungsleitfadens von A4 auf A3 vergrößert und Detailansichten der
wichtigsten Bereiche der einzelnen Teilorte hinzugefügt. Diese Fassung wurde
sowohl beim Technischen Ausschuss von Ditzingen als auch während der
Gemeinderatssitzungen
von
Ditzingen,
Heimerdingen,
Hirschlanden
und
Schöckingen vorgestellt. Die Veröffentlichung des Handlungsleitfadens wurde
einstimmig bewilligt und zum Druck und Auslage bei der Stadt Ditzingen freigegeben.
38
Öffentlichkeitsarbeit
Abbildung 18: Deckblatt der Broschüre „Handlungsleitfaden zur Nutzung der oberflächennahen
Geothermie in Ditzingen mit seinen Teilorten Heimerdingen, Schöckingen, Hirschlanden“.
39
Öffentlichkeitsarbeit
3.7.2 Profilschnitt
Während der Bearbeitung des Handlungsleitfadens wurde von Seiten der Universität
Freiburg beschlossen, einen Profilschnitt der Gemeinde Ditzingen zu erstellen.
Dieser ist nicht im Handlungsleitfaden integriert, hat jedoch aufgrund der
Auswertungen der Bohrungen des LGRB einen engen Bezug dazu. Der Profilschnitt
ist als Anlage 4 aufgeführt. Für die Erstellung des Profilschnittes wurden zum Einen
Bohrungen
ab
20
Metern
genommen
und
zum
Anderen
Bohrungen
mit
Wasserstandangaben. Dies kann als eine Zusammenfassung aus Abbildung 7 und
Abbildung 15 gesehen werden. Die Bohrungen wurden in den Profilschnitt
übertragen
und
die
mutmaßlichen
Schichtgrenzen
mit
angenommener
Grundwasserführung eingetragen. Beim Profilschnitt ist zu beachten, dass es sich
um eine zweidimensionale Darstellung handelt, bei welcher Bohrungen auf eine
Linie, sprich der Profillinie, normiert wurden. Das bedeutet, dass räumliche
Änderungen der Schichtenhöhe im Schnitt zweidimensional gezeigt werden und eine
Bohrung am genauen Punkt der Profillinie anders aussehen könnte. Nichtsdestotrotz
bietet die Darstellung der Profillinie einen guten Überblick über den Aufbau des
Untergrundes und kann zur besseren Orientierung bezüglich der geologischen
Schichten hinzugezogen werden. Die Auswertung der Bohrungen zeigt, dass die
Schichten
fast
söhlig
liegen
mit
geringem
Einfallen
nach
SOO.
Die
Bohrdokumentationen an der Grenze Mittlerer Muschelkalk/ Oberer Muschelkalk bei
Ditzingen geben auf engem Raum stark variierende Tiefenangaben an. Dies ist im
Profilschnitt als Auslaugung des Mittleren Muschelkalkes interpretiert und entspricht
den Angaben von KÖHLE (1980a), dass die Vorkommen des Mittleren Muschelkalkes
auf der westlichen Seite der Glems stark ausgelaugt sein können. Die
Quartärüberdeckung ist im Profil nicht dargestellt worden aufgrund der Größenwahl
der Darstellung und der dazu sehr geringen Überdeckung von meist 1 Meter.
40
3D-Modell
4 3D-Modell
4.1 Einleitung
Um die geologischen Untergrundbedingungen der Gemeinde Ditzingen mit seinen
Teilorten Hirschlanden, Schöckingen und Heimerdingen räumlich visualisieren zu
können, wurde zusätzlich zur Broschüre „Handlungsleitfaden zur Nutzung der
oberflächennahen Geothermie“ ein 3D-Modell mit dem Programm Surfer erstellt.
Dazu war es sinnvoll, zu den Lagerungsverhältnisse der geologischen Schichten
auch die topographische Oberfläche der Gemeinde Ditzingen darzustellen.
4.2 Bearbeitung
4.2.1 Topographie
Um die Topographie der Gemeinde Ditzingen in Surfer darstellen zu können, wurde
zuerst eine Exceltabelle mit den Rechts- und Hochwerten und den dazugehörigen
topographischen
Höhen
Flächennutzungsplan
der
erstellt.
Diese
Stadt
Ditzingen,
Informationen
welcher
für
konnten
die
aus
Erstellung
dem
des
Erdwärmenutzungsplans des Handlungsleitfadens aus Ausgangsbasis diente,
entnommen werden. Die Daten der Höhenlinien, die in AutoCAD als 4572
Datenpunkte vorlagen, wurden in Excel übertragen und bildeten so in Surfer die
Basis der Berechnungen für eine graphische Visualisierung. Da Surfer grundsätzlich
in einem rechteckigen Gitternetz Modelle berechnet, wurden die Gebiete außerhalb
der Gemeindegrenze ausgeblendet. Dafür waren nun die Koordinaten der
Gemeindegrenze aus AutoCAD in Excel zu übertragen. Hierbei konnten 358
Datenpunkte erfasst werden. Die Daten in Excel ermöglichten es anhand des
Blanking
Befehls
die
Flächen
außerhalb
der
Gemeindegrenze
Ditzingens
auszublenden und nur die topographische Oberfläche der Gemeinde darstellen zu
lassen (siehe Abbildung 19). Als Letztes wurden in Surfer der Abstand der
Höhenlinien auf eine 10 Meter Differenz mit Beschriftung und das Koordinatennetz
für eine bessere Veranschaulichung angepasst.
41
Abbildung 19: Topographie der Gemeinde Ditzingen. Die dicke, schwarze, durchgängige Linie repräsentiert die Gemeindegrenze von Ditzingen. Die
topographischen Höhenlinien sind in Meter über NN angegeben. Die X-Achse entspricht den Rechtswerten der Gauss-Krüger-Koordinaten, die Y-Achse
den Hochwerten.
3D-Modell
42
3D-Modell
4.2.2 Schichtgrenzen
Bei den Schichtgrenzen, welche in dem 3D-Modell dargestellt werden, handelt es
sich um die Grenze Oberen Muschelkalk/Mittlerer Muschelkalk und die Grenze
Unterer Keuper/Oberer Muschelkalk. Für die Berechnung der Schichtgrenzen in
Surfer wurden Koordinaten von Bohrungen aufgenommen, welche bereits für den
Handlungsleitfaden ausgewertet wurden. Die Auswahlkriterien, anhand deren die
Bohrpunkte des 3D-Modells ausgewählt wurden, beziehen sich auf die Tiefe und
Qualität der Bohrpunktdokumentation. Dabei wurden 37 Bohrungen genauer
betrachtet. Bei diesen handelt es sich hauptsächlich um die in Ditzingen mit seinen
Teilorten stattgefundenen Erdwärmesondenbohrungen und um alle sonstigen
Bohrung größer als 50 Meter. Dabei kamen letztendlich 8 Bohrungen für die
Auswertung
der
Grenze
Oberer
Muschelkalk/Mittlerer
Muschelkalk
und
14
Bohrungen für die Auswertung der Grenze Unterer Keuper/Oberer Muschelkalk in
Frage. Die Dichte des Bohrpunktdatennetzes lässt sich in Abbildung 20 und
Abbildung 21 erkennen. Da nicht mehr Datenpunkte vorliegen, ist die Interpolation
der Schichten relativ groß besonders für die Grenze Oberer Muschelkalk/Mittlerer
Muschelkalk. Die Rechts- und Hochwerte der Bohrungen sowie die Tiefe der
Schichtgrenzen wurden in eine Exceltabelle übertragen und konnten so zur
Berechnung der Schichtgrenzen in Surfer verwendet werden. Aufgrund mangelnder
Datenlage im Westen der Gemeinde Ditzingen für die Schichtgrenze Unterer
Keuper/Oberer Muschelkalk (siehe Abbildung 20) wurde dort der Bohrdatenpunkt,
welcher westlich knapp außerhalb der Gemeindegrenze liegt, interpoliert und für
Berechnungen genutzt. Dabei ist die Schichtgrenze ermittelt worden durch die Tiefe
der Grenze Mittlerer Muschelkalk/Oberer Muschelkalk, welche im Bohrprofil
dokumentiert ist, und der von KRANZ (1962) angegebenen Schichtmächtigkeit von 78
Metern für den Oberen Muschelkalk.
43
Abbildung 20: Bohrdatendichte an der Grenze Unterer Keuper/Oberer Muschelkalk. Bohrungen sind als rotes Kreuz mit Tiefenangaben in Meter über NN an
der Schichtgrenze angegeben. Die schwarze Linie repräsentiert die Gemeindegrenze von Ditzingen. Angaben zu den topographischen Höhenlinien in Meter
über NN. An X- und Y- Achse sind die Rechts- und Hochwerte der Gauss-Krüger-Koordinaten aufgetragen.
3D-Modell
44
Abbildung 21: Bohrdatendichte an der Grenze Oberer Muschelkalk/Mittlerer Muschelkalk. Bohrungen sind als rotes Kreuz mit Tiefenangaben in Meter über
NN an der Schichtgrenze angegeben. Die schwarze Linie repräsentiert die Gemeindegrenze von Ditzingen. Angaben zu den topographischen Höhenlinien in
Meter über NN. An X- und Y- Achse sind die Rechts- und Hochwerte der Gauss-Krüger-Koordinaten aufgetragen.
3D-Modell
45
3D-Modell
4.3 Ergebnis
Das Untergrundmodell der Gemeinde Ditzingen (siehe Abbildung 24) stellt eine
Zusammenfassung
der
topographischen
Karte
(Abbildung
19)
und
der
Ergebniskarten der Schichtgrenzen (Abbildung 23 und Abbildung 22) dar und
visualisiert diese in einer räumlichen Darstellungsform.
Anhand der Berechnungen aus Kapitel 4.2.2 wurden in Surfer für die geologischen
Schichtgrenzen
Karten
entworfen.
Der
Verlauf
der
Schichtgrenze
Unterer
Keuper/Oberer Muschelkalk ist als 2D-Karte in Abbildung 23 dargestellt, der Verlauf
der Schichtgrenze Oberer Muschelkalk/Mittlerer Muschelkalk in Abbildung 22. Die
Berechnungen für die Grenze Unterer Keuper/Oberer Muschelkalk ergeben, dass die
Schichtgrenze im Westen des Gebietes höher liegt als die Geländeoberfläche. Durch
genaue Vergleiche der Topographie mit der berechneten Schichtgrenze konnte die
Ausbisslinie ermittelt werden. Die schwarze Fläche in Abbildung 23 innerhalb der
Gemeindegrenze kennzeichnet den Bereich, an dem die Schichtgrenze an der
Oberfläche abgetragen ist. Vergleicht man die Ausbisslinie mit der Geologischen
Karte von KRANZ (1962), kann man erkennen, dass die Berechnungen in Surfer sehr
nah an die Beobachtungen im Gebiet herankommen. Vergleicht man die Lage der
Schichtgrenzen mit dem Profilschnitt aus Anlage 4, fallen jedoch deutliche
Unterschiede auf. Dabei ist zu bedenken, dass die räumlich verteilten Bohrungen des
Profilschnittes auf eine Profilebene normiert wurden, um ein 2D-Ergebniss zu
erhalten. Die Berechnungen in Surfer berücksichtigen hingegen den räumlichen
Aspekt. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass die Berechnungen an einigen Teilen auf
einer geringen Datendichte beruhen. Dies gilt vor allem für den westlichen Teil der
Gemeinde. Dies führt zu stark vereinfachten Ergebnissen, welche bei einer größeren
Datendichte anders aussehen könnten.
46
Abbildung 22: Verlauf der Schichtgrenze Oberer Muschelkalk/Mittlerer Muschelkalk. Die schwarze Linie repräsentiert die Gemeindegrenze von Ditzingen.
Angaben zu den topographischen Höhenlinien in Meter über NN. An X- und Y- Achse sind die Rechts- und Hochwerte der Gauss-Krüger-Koordinaten
aufgetragen.
3D-Modell
47
Abbildung 23: Verlauf der Schichtgrenze Unterer Keuper/Oberer Muschelkalk. Die schwarze Linie repräsentiert die Gemeindegrenze von Ditzingen. Angaben
zu den topographischen Höhenlinien in Meter über NN. Die schwarze ausgefüllte Fläche kennzeichnet den Bereich innerhalb der Gemeinde, an dem die
Schichtgrenze an der Oberfläche abgetragen wurde. An X- und Y- Achse sind die Rechts- und Hochwerte der Gauss-Krüger-Koordinaten aufgetragen.
3D-Modell
48
3D-Modell
Abbildung 24: Untergrundsmodell Gemeinde Ditzingen. Die schwarze Umrandungslinie der jeweiligen
Ebenen stellt die Gemeindegrenze von Ditzingen dar. Die Tiefe ist 20fach überhöht zu den Achsen
der Rechts- und Hochwerte. Die schwarze ausgefüllte Fläche kennzeichnet den Bereich innerhalb
der Gemeinde, an dem die Schichtgrenze an der Oberfläche abgetragen wurde.
49
50
II. Kartierung
Methodik
5 Methodik
5.1 Geländearbeit
Während der Zeit im Kartiergebiet wurden Geländebeobachtungen angestellt,
geologische Strukturen vermessen und eine vorläufige Karte angefertigt. Zudem
wurden Handstücke für Dünnschliffe und Gesteine mit besonderem Fossilgehalt
entnommen. Die Position der Aufschlüsse wurde mit Hilfe eines GPS-Gerätes
ermittelt. Da diese Werte oftmals von der Position in der Karte abwichen (z.T. bis ca.
50 Meter), wurde die Lage der Aufschlüsse aus einer Kombination von GPSKoordinaten,
Höhenmesser
und
geographischen
Gegebenheiten
wie
z.B.
Wegkreuzung festgelegt. Die Einheiten wurden im Gelände aufgrund der dort
angestellten Beobachtungen bestimmt und in einer vorläufigen Karte eingetragen.
Insgesamt wurde im Gelände mit Hammer, Lupe, Salzsäure, Gefügekompass, GPS,
Höhenmesser,
topographischer
Karte,
Notizblock
und
Fotoapparat
zum
Dokumentieren gearbeitet. Bei der Gesteinsaufnahme im Gelände wurde generell
zwischen „Lesesteinen“ und „Aufschlüssen“ unterschieden. Zu Aufschlüssen wurden
nicht nur anstehende Gesteinsverbände gezählt, sondern auch Gesteine an Wurzeln
von umgestürzten Bäumen.
5.2 Erstellung der geologischen Karte
Beim
Landesvermessungsamt
Baden-Württemberg
in
Stuttgart
wurde
eine
topographische Karte des Gebietes im Maßstab 1:10000 bestellt. Diese wurde als
Grundlagenkarte in Adobe Illustrator verwendet und entspricht im Wesentlichen der
Topographischen Karte 1:25000 des Blattes 7119 Rutesheim. Die Spezialkarte
enthält allerdings im Gegensatz zur Topographischen Karte 1:25000 keine grün
markierten Waldbereiche, um so die farbigen geologischen Schichten klar darstellen
zu können. Zur Karte zugefügt wurden Aufschlüsse und Lesesteine, wie sie im
Gebiet gefunden wurden. Anhand dessen konnten die geologischen Grenzen sowie
Profilschnitte ermittelt und eingezeichnet werden.
5.3 Mikroskopische Untersuchungen
Es wurden zu 13 Handstücken Dünnschliffe angefertigt, die auf unterschiedliche
Fragestellungen hin mit dem Polarisationsmikroskop untersucht wurden. 11 Dünnschliffe von Kalken und Dolomiten wurden hinsichtlich ihres Fossilgehaltes
51
Methodik
untersucht (siehe Kapitel 8.3). 2 Dünnschliffe von Sandsteinen wurden mineralogisch
ausgewertet (siehe Kapitel 9). Der Mineralgehalt wurde bestimmt.
52
Stratigraphie
6 Stratigraphie
6.1 Überblick über die Schichtenfolge
Abbildung 25: Säulenprofil des Kartiergebietes.
Die Schichtenfolge des Kartiergebietes ist in Abbildung 25 als Übersicht dargestellt.
Bei den Mächtigkeiten der Schichten handelt es sich um Durchschnittswerte, die
lokal leicht variieren können. Da die Sandsteine des ku1 klar identifiziert werden
konnten (siehe Kapitel 6.2.4 bzw. 6.2.4.1), befinden sich diese an der Basis des
Unteren Keupers. Die Zugehörigkeit der Dolomite des Unteren Keupers bleibt jedoch
unklar. Dies wird nachfolgend in Kapitel 6.2.4 bzw. 6.2.4.2 diskutiert. Aufgrund der
unklaren Zuordnung der Dolomite sind diese wie bei KRANZ (1962) als „ku,
ungegliedert“ im Säulenprofil aufgenommen.
53
Stratigraphie
6.2 Beschreibung der Schichtenfolge
6.2.1 Trochitenkalk (mo1)
Bei dem Trochitenkalk handelt es sich um ein massiges, blaugraues Gestein,
welcher bei Kontakt mit Salzsäure zu schäumen beginnt. Die Matrix des Kalkes
erscheint in der Regel feinkörnig. Charakteristisch für den Trochitenkalk ist sein meist
sehr hoher Fossilgehalt (siehe Abbildung 26). Bisweilen erscheint der Fossilgehalt so
hoch, dass der Trochitenkalk als Schillbank vorliegt.
Abbildung 26: Frisch angeschlagener Trochitenkalk
Muschel- und Brachiopodenschalen und Trochiten.
mit
Typisch für den Trochitenkalk sind die Stielglieder des Encrinus liliiformis, die
Trochiten. Diese sind für den Kalk namensgebend und unterscheiden den
Trochitenkalk von den nodosus-Schichten. Während der Zeit des Trochitenkalkes
waren die Seelilien auf den kalkigen Ablagerungen im flachen Epikontinentalmeer
festgewachsen und füllten zusammen mit den abgestorbenen Stielgliedern, den
Trochiten, oft dichtgedrängt die Muschelbänke (KRANZ 1962). In der Regel sind
neben den Trochiten auch viele Schalen von Muscheln und Brachiopoden im
Gelände zu finden. Dabei gibt es Regionen im Kartiergebiet, in denen Trochiten
gehäufter auftreten und Gegenden, in denen es mühsam ist Trochiten im Gestein zu
finden. Die größte Anzahl von Trochiten lässt sich auf der westlichen Seite des
Strudelbachtals im Wald verzeichnen. Dort existieren viele gut erhaltene Stielglieder
des Encrinus liliiformis (siehe Abbildung 27 und Abbildung 46), als auch weniger gut
erhaltene Seelilienkelche. Auf der östlichen Seite des Strudelbachtals muss
54
Stratigraphie
hingegen wesentlich mehr Zeit investiert werden um auf die charakteristischen
Stielglieder zu stoßen. Das Gleiche gilt für den Waldhang beim Heutal westlich von
Eberdingen. Schwierig gestaltet sich jedoch die Suche nach Encrinus liliiformis auf
den Feldern. Die Gesteine sind hier aufgrund der Landwirtschaft stark bearbeitet und
so müssen meist viele Gesteine frisch angeschlagen werden um auf Trochiten zu
stoßen. Dies erschwert die Unterscheidung des Trochitenkalkes von den nodosusSchichten des Oberen Muschelkalkes. Zudem muss davon ausgegangen werden,
dass durch das Umpflügen der Felder bei oberflächennahen Schichtgrenzen Steine
von den unteren Schichten zusätzlich an die Oberfläche gelangen können. Durch die
Verteilung und Vermischung der Steine ist die Grenze schwer aufzufinden. Des
Weiteren
verringert
sich
das
Vorkommen
der
Trochiten
zur
Grenze
Trochitenkalk/nodosus-Schichten allmählich und bleibt schließlich aus. Dies erfordert
meist eine genaue Untersuchung der blaugrauen Kalke auf seinen Trochitengehalt
um die Grenze im Gelände auffinden zu können. Es konnte weiterhin beobachtet
werden, dass beim Auftauchen des Trochitenkalkes oftmals eine vermehrte
Vegetation in Form von Büschen etc. im Kartiergebiet zu verzeichnen ist. Die
Vegetation im Bereich der nodosus-Schichten hingegen stellt sich oft spärlicher dar
und ist im Wald in weiten Teilen meist nur von Bäumen gekennzeichnet. Aufschlüsse
des Trochitenkalkes sind im Kartiergebiet rar. Bei A24 auf der westlichen Hangseite
des
Strudelbachtales
existiert
jedoch
eine
größere
Aufschlusswand
(siehe
Abbildung 28). Die ersten 2,09 Meter des Aufschlusses enthalten dünnbankige
Lagen
zwischen
2
und
13
Zentimeter.
Darin
sind
viele
Muschel-
und
Brachiopodenschalen enthalten, welche bis zu 0,7 Zentimeter groß sind. Besonders
stark gehäuft treten diese innerhalb einer dünnbankigen Lage auf einer Höhe von
0,35 bis 0,43 Metern auf. Oberhalb der 2,09 Meter folgt eine 0,12 Meter dicke
Schillbank. Diese enthält neben Muschel- und Brachiopodenschalen deutlich
herausgewitterte Seelilienstiele von Encrinus liliiformis mit etwas schlechter
erhaltenen Seelilienkelchen. Darüber folgt eine weitere Schillbank mit der Muschel
Plagiostoma striata, welche in Abbildung 51 zu sehen ist. Das Vorkommen von
Plagiostoma striata ist für den Oberen Muschelkalk typisch.
55
Stratigraphie
Abbildung 27: Trochitenkalk am westlichen Hang des
Strudelbachtals. Die Stielglieder des Encrinus liliiformis (siehe
schwarze Pfeile) sind aus dem Gestein herausgewittert.
Abbildung 28: Aufschluss A24 des Trochitenkalkes in SO-NWRichtung mit 2 Meter Maßstab.
6.2.2 nodosus-Schichten (mo2)
Bei den nodosus-Schichten handelt es sich genauso wie bei den Trochitenkalken um
blaugraue, meist feinkörnige Gesteine, welche bei Kontakt mit Salzsäure zu
schäumen beginnen. Selten findet man im Gelände auch grobkörnige Kalke der
nodosus-Schichten.
Zerbrochene
Muschel-
und
Brachiopodenschalen
(siehe
Abbildung 29) sind zahlreich im Gebiet zu finden. Typisch für die nodosus-Schichten
sind dabei die Terebrateln bzw. Coenothyris. Coenothyris cyloides (Abbildung 30)
wurde des Öfteren im Gebiet als Steinkern gefunden (siehe auch Kapitel 8.1.2). Der
56
Stratigraphie
57
Fossilgehalt der Gesteine kann sehr stark variieren. Die nodosus-Schichten können
sowohl als Kalke ohne Fossilien als auch als Schillbank vorliegen. Auch kann der
Wechsel zwischen diesen beiden Extremen in einem Gestein mit einer deutlichen
Abgrenzung zu sehen sein (siehe Abbildung 31). Als Möglichkeit für diesen Wechsel
sind z.B. Veränderungen der Umweltbedingungen wie Milieuänderungen im Wasser
oder Änderungen der Meeresströmungen denkbar.
Abbildung 30: Gut erhaltene Steinkerne
des
Brachiopoden
Coenothyris
cycloides.
Abbildung 29: Typischer angeschlagener blaugrauer Kalk
der nodosus-Schichten. Bei genauerem Hinschauen sind
viele weiße Stellen als Schnitte von Muschel- und
Brachiopodenschalen identifizierbar.
Abbildung 31: Lesestein der nodosus-Schichten. Das
fossilreiche Band mit Muschel- und Brachiopodenschalen ist
deutlich abgegrenzt zu den fossilleeren blaugrauen Kalkstellen.
Stratigraphie
Aufschlüsse im Kartiergebiet sind rar. Bei Aufschluss A37 auf der östlichen Seite des
Strudelbachtales existiert jedoch eine 5,50 Meter große Gesteinswand der nodosusSchichten (siehe Abbildung 32 und Abbildung 33). Dort wurden die Exemplare von
Coenothyris cycloides aus Abbildung 30 gefunden. Ansonsten erweist sich die
gesamte
Aufschlusslänge
als
fossillleer.
Der
größte
Unterschied
an
der
Gesteinswand von Abbildung 32 besteht in der Mächtigkeit der bankigen Lagen.
Arbeitet man sich von unten nach oben durch, fällt als Erstes an der Basis auf, dass
das Gestein stark verwittert ist. Die Verwitterungsfarbe ist hellbraun bis gelblich.
Beim Aufschlagen wird das dunkle blaugrau der nodosus-Schichten sichtbar. Die
Matrix variiert von sehr feinkörnig bis hin zu grobkörniger. Dies ist oft in einem
fließenden Übergang zu beobachten. Beim Aufschlagen sind immer wieder
rostbraune Stellen zu sehen. Nach oben hin ändert sich die Verwitterung. Es tauchen
immer mehr dünnere Lagen im Millimeter-Bereich auf. Die dünneren Lagen, welche
zwischen dickeren im Dezimeter-Bereich liegen, sind meist stark bröcklig. Zum Teil
sind sie zu einer rotbraunen Erde verwittert. Es ist anzunehmen, dass die dünneren
Lagen einen deutlich höheren Tonanteil haben und somit als Mergelschichten
deutlich verwitterungsanfälliger sind als die dickbankigeren Lagen mit geringerem
Tonanteil.
Abbildung 32: Aufschluss A37 der nodosus-Schichten in N-SRichtung.
58
Stratigraphie
Abbildung 33: Aufschluss A37 der nodosus-Schichten in W-ORichtung.
Bei den Gesteinen der nodosus-Schichten sind im Kartiergebiet verschiedene
Verwitterungsspuren zu sehen. Neben den rostbraunen Stellen und der gelblichen
Verwitterungsfarbe sind öfter knollenartige Strukturen zu entdecken (siehe
Abbildung 34). Diese Strukturen wurden gehäuft bei A13, A16 und A17 gefunden.
Die Aufschlüsse sind in der Aufschlussliste (Anlage 5) kurz erläutert. Im Gelände
sehen die Strukturen äußerlich gelblich aus. Beim Aufschlagen der Kalke erkennt
man jedoch eine weiße bis milchfarbene Kruste, die sich um den eigentlichen
blaugrauen Kalk legt. Es ist anzunehmen, dass es sich bei dieser Kruste um
Kalksinter handelt. Kalksinter kann sich z.B. in kalkhaltigen Quellen bilden. Da
Calciumcarbonat
leicht
wasserlöslich
ist,
kann
es
durch
Wassertransport
weitergeleitet und an anderer Stelle wieder ausgeschieden werden (MEDENBACH &
MEDENBACH 2001).
59
Stratigraphie
Abbildung 34: Kalksinter bei A17.
Ein paar wenige Lesesteine der nodosus-Schichten im Kartiergebiet sehen oolithisch
aus. Es ist zu beobachten, dass die oolithischen Kalke sich gehäuft nahe der Grenze
nodosus-Schichten/Trigonodus-Dolomit befinden. Diese bestehen aus kleinen,
konzentrischschaligen Kügelchen, welche im Flachwasserbereich unter Bewegung
entstanden sind (MEDENBACH & MEDENBACH 2001). Es ergibt somit Sinn, dass diese
Oolithe an der Grenze zum Trigonodus-Dolomit auftauchen, da zu dieser Zeit eine
Regression des Epikontinentalmeeres bzw. eine Entwicklung zum Flachmeer
stattgefunden hat.
Nahe der Grenze der nodosus-Schichten zum Trigonodus-Dolomit tauchen oft
Kalksteine auf, welche neben ihrer blaugrauen Farbe auch gelbbraune Anteile
besitzen, wie sie typisch für den Trigonodus-Dolomit sind. Die gelbbraunen Bereiche
ziehen sich im Gegensatz zur gelblichen Verwitterungsoberfläche im frisch
angeschlagenen Gestein durch das Gestein und können sowohl fleckig im Gestein
vorliegen als auch mit klarer Abgrenzung, wie es in Abbildung 35 zu sehen ist.
Besonders bei Bereichen, in denen der Übergang nicht scharf abzugrenzen ist, ist
anzunehmen, dass der Übergang von Kalk zu Dolomit nicht abrupt erfolgte, sondern
fließend war. Im Gegensatz zu den nodosus-Schichten, bei welchen das
Epikontinentalmeer noch tiefer war, evaporierte der Trigonodus-Dolomit im
Flachwasser des Germanischen Beckens. Es ist anzunehmen, dass der Wechsel
zwischen tieferen und flacheren Meeresbereichen durch die Regression des Meeres
ein langsamer, stetiger Prozess war. Da diese Gesteine nicht vollständig als
60
Stratigraphie
Trigonodus-Dolomit vorliegen und oft noch viele blaugraue Anteile haben, wurden
diese in der Kartierung ebenfalls zu den nodosus-Schichten gezählt.
Abbildung 35: Lesestein an der Grenze von nodosusSchichten zu Trigonodus-Dolomit; die gelbbraunen Bereiche
grenzen sich klar von den blaugrauen ab.
6.2.3 Trigonodus-Dolomit (moδ) und mo3
Beim Trigonodus-Dolomit handelt es sich um ein braungelbes bis zum Teil
ockerfarbenes Sedimentgestein, welches in Kontakt mit Salzsäure schwach zu
schäumen beginnt. In der Farbgebung unterscheidet sich der Dolomit damit
maßgeblich von den restlichen blaugrauen Kalken des Oberen Muschelkalkes (siehe
Abbildung 36).
61
Stratigraphie
Abbildung 36: Trigonodus-Dolomit aufgeschlossen im
Steinbruch Rombold & Gfrörer im Diplomarbeitsgebiet
zwischen
Hirschlanden
und
Heimerdingen.
Der
Farbunterschied
kommt
durch
einen
veränderten
Feuchtigkeitsanteil im Gestein zustande. Die helleren Bereiche
sind trockener als die dunkleren.
Der Trigonodus-Dolomit ist im Allgemeinen schwerer zu brechen als die Kalke der
nodosus-Schichten oder des Trochitenkalkes. Obwohl der Trigonodus-Dolomit nach
der Muschel Trigonodus sandbergeri benannt ist (GEYER & GWINNER 1991), konnten
im Kartiergebiet sowohl makroskopisch als auch mikroskopisch keine Fossilien
ausfindig gemacht werden. Dies stellt einen weiteren großen Unterschied zu den
fossilreichen Schichten des Trochitenkalkes und den nodosus-Schichten im Gebiet
dar. Gute Aufschlussverhältnisse bezüglich des Trigonodus-Dolomites sind im Gebiet
rar. Aufschlusswände wie sie bei Abbildung 36 im Steinbruch Rombold & Gfrörer im
Diplomarbeitsgebiet zu sehen sind, existieren im Kartiergebiet selbst nicht. Trotzdem
ist der Dolomit bei umgestürzten Bäumen oder Baumstümpfen im Kartiergebiet
auffindbar (siehe Abbildung 37).
62
Stratigraphie
Abbildung 37: Umgestürzter Baum im Kartiergebiet mit TrigonodusDolomit an den Wurzeln.
Die Kalke des mo3 sind von den Gesteinen der nodosus-Schichten schwer
unterscheidbar. Liegen diese Steine nicht in einem Aufschluss vor, ist eine
Unterscheidung nicht möglich (KRANZ 1962). KRANZ (1962) geht von einer
durchschnittlichen Mächtigkeit dieser Kalkfazies zwischen 1 und 2 Metern aus,
welche lokal unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Da innerhalb des
Kartiergebietes keine Aufschlüsse vorliegen, bei denen die Gesteine des mo3 von
den übrigen Gesteinen abgegrenzt werden können, ist der mo3 mit dem TrigonodusDolomit stratigraphisch zusammengefasst. Normalerweise liegen die Gesteine des
Trigonodus-Dolomites und der darüber liegenden Schichten auf den Feldern als
Lesesteine vor. Diese sind aufgrund der Landwirtschaft oft stark bearbeitet und
durchmischt. Eine Unterscheidung zu den nodosus-Schichten, welche auf den
Feldern ebenfalls weit verbreitet sind, ist deshalb nicht möglich.
6.2.4 Unterer Keuper
Die Gesteine des Unteren Keupers, welcher auch Lettenkohle bzw. Lettenkeuper
genannt wird, sind im Kartiergebiet nur schwer der allgemeinen stratigraphischen
Abfolge (siehe Abbildung 38) zuzuordnen. Dies hängt hauptsächlich mit mangelnden
Aufschlussverhältnissen zusammen. Eine komplette Aufschlusswand des Unteren
Keupers ist im Gebiet nicht gegeben. Das hauptsächliche Vorkommen der Schichten
des Unteren Keupers beschränkt sich auf die Lesesteine der stark landwirtschaftlich
genutzten Felder. Obwohl im Staudenwald im nordwestlichen Bereich des
Kartiergebietes 3 Aufschlüsse (siehe A1, A2 und A3 bei Anlage 5) dokumentiert
63
Stratigraphie
wurden, handelt es sich doch hierbei lediglich um Gesteine an umgestürzten
Bäumen, die stratigraphisch keine weiteren Erkenntnisse liefern.
Abbildung
38:
Stratigraphische
Übersicht für den Unteren Keuper im
mittleren und nördlichen Neckarland in
räumlicher Nähe zum Kartiergebiet.
Nach GEYER & GWINNER (1991).
Gefunden werden konnten zwei sich wesentlich vom Oberen Muschelkalk
unterscheidende Gesteine. Hierbei handelt es sich um Sandsteine und Dolomite.
Diese werden in Kapitel 6.2.4.1 und 6.2.4.2 genauer beschrieben. Bei den
Sandsteinen handelt es sich vermutlich um die Gesteine des Hauptsandsteins des
Unteren Lettenkeupers, wie man sie in Abbildung 38 sehen kann. Die Dolomite
hingegen lassen sich nur schwer einordnen. So tauchen Dolomite des Unteren
Keupers sowohl in den Dolomitbänken zwischen den Estherien-Schichten als auch in
der Alberti-Bank und Anthrakonitbank auf (GEYER & GWINNER 1991). Oberhalb dieser
Schichten gibt es auch einige Dolomitvorkommen. Aufgrund der stratigraphischen
Entfernung zum Hauptsandstein und dem Fehlen von anderen zwischengeschalteten
64
Stratigraphie
Gesteinen
wie
z.B.
Mergel
werden
die
Dolomitvorkommen
oberhalb
der
Anthrakonitbank im Folgenden nicht mehr berücksichtigt.
Es ist grundsätzlich möglich, dass es sich bei den Dolomiten um die Dolomite
zwischen den Estherien-Schichten handelt. KRANZ (1962) beschreibt einen
Aufschluss in der näheren Umgebung des Kartiergebietes an einem Bahneinschnitt
in Leonberg, an welchem diese Dolomite nicht in der zu vermutenden Ausprägung
auftauchen. Dort ist nur von schwach dolomitischen Tonen oder schwach
dolomitischen Kalken die Rede, welche zwischen den Schiefertonen der EstherienSchichten eingeschaltet sind. Zudem konnten die Tonmergel, Mergel und
Schiefertone der Estherien-Schichten im Gebiet nicht ausfindig gemacht werden.
GEYER & GWINNER (1991) weisen darauf hin, dass der Hauptsandstein des Unteren
Keupers
stellenweise
die
Abfolge
der
Estherien-Schichten
und
der
zwischengelagerten Dolomite ersetzen kann. Während der Lettenkohle zogen sich
durch das Germanische Becken Arme eines sich vielfältig verzweigten Deltas von
Norden nach Süden. Der abgelagerte Sand bewirkte dabei eine völlige Auffüllung bis
an den Wasserspiegel. Es ist nicht möglich diese langgestreckten, teilweise
verhältnismäßig schmalen Sandsteinstränge vollständig zu rekonstruieren. Dies rührt
daher, dass der Untere Keuper zusammen mit dem Oberen Muschelkalk als
Flächenbildner der Gäuflächen auftritt und daher in der Morphologie nicht
herausgearbeitet wurde (GEYER & GWINNER 1991). Eine Einordnung der Dolomite als
Zwischenschichten zu den Estherien-Schichten ist nicht auszuschließen, kann aber
in Frage gestellt werden.
Die Alberti-Bank (siehe Abbildung 38) folgt in der Regel über dem Hauptsandstein.
Sie ist in der Regel kalkig bis dolomitisch entwickelt. KRANZ (1962) beschreibt bei
einem Aufschluss in der näheren Umgebung des Kartiergebietes bei Leonberg die
Gesteinsvorkommen
der
Alberti-Bank
als
gelbrot
verwitternde
wechselnde
dolomitische und tonige Lagen. Die Dolomite im Kartiergebiet, welche in Kapitel
6.2.4.2 genauer beschrieben werden, könnten somit auch zur Alberti-Bank gehören.
Laut GEYER & GWINNER (1991) wird allerdings auch diese Bank im Westen des
Neckars zwischen Stuttgart und Heilbronn meist durch Sandstein ersetzt. Es ist
grundsätzlich möglich, dass diese Dolomitbank im Kartiergebiet nicht existiert. Ein
Vorkommen der Alberti-Bank kann aber nicht ausgeschlossen werden.
65
Stratigraphie
Als weiterer möglicher Dolomithorizont ist die Anthrakonitbank (siehe Abbildung 38)
zu nennen. Diese stellt wegen ihrer gleichbleibenden Ausbildung einen guten
Leithorizont dar (GEYER & GWINNER 1991). KRANZ (1962) beschreibt die
Gesteinsvorkommen der Anthrakonitbank als Flammendolomitlagen mit stellenweise
bis zu kopfgroßen Drusenräumen. Im Falle einer Nichtausprägung der Dolomite der
Estherien-Schichten und der Alberti-Bank und/oder im Falle von tektonischen
Störungen könnten also die Dolomite zu der Anthrakonitbank gehören.
Eine direkte stratigraphische Zuweisung der Dolomite im Kartiergebiet ist nicht
möglich. Aus diesem Grunde ist für die Vorkommen die gleiche Einteilung wie bei
KRANZ (1962) und die Überschrift in Kapitel 6.2.4.2 „Lettenkohleschichten,
ungegliedert (ku)“ gewählt worden.
6.2.4.1 Untere Sandsteinschichten der Lettenkohle (ku1)
Im Kartiergebiet konnten auf den Feldern als auch in einem Teil des Staudenwaldes
westlich von Eberdingen Sandsteine gefunden werden. Die Sandsteine können von
den Gesteinen des Oberen Muschelkalkes schon allein deswegen gut unterschieden
werden, weil sie in Kontakt mit Salzsäure nicht reagieren. Die Sandsteine bestehen
aus einem verfestigten, meist grobkörnigeren Sand und haben häufig eine rötliche
Farbe. Geringe Anteile von Glimmer verteilen sich im ganzen Gestein. Dazwischen
sind oft schwarze, kohlige Lagen eingeschaltet (siehe Abbildung 39). Fossilien
konnten im Sandstein nicht gefunden werden. Es kann davon ausgegangen werden,
dass es sich bei den kohligen Anteilen um ehemalige Pflanzenreste des Unteren
Keupers handelt. Die roten Gesteinsfarben bezeugen zusammen mit den salinaren
Ablagerungen (siehe Kapitel 6.2.4.2) ein kontinentales, ziemlich arides Klima. Die
meist spärlich vertretene Lebewelt lässt auf schlechte Erhaltungsbedingungen
schließen, die zu einer Armut an Fossilien geführt hat (GEYER & GWINNER 1991).
66
Stratigraphie
Abbildung 39: Rötlicher Sandstein des Unteren Keupers mit
Glimmer und eingeschalteten, kohligen Lagen.
Die Sandsteine des Unteren Keupers sind nicht zwangsläufig rötlich gefärbt.
Gelegentlich sind im Kartiergebiet auch gelbliche, zum Teil grünlich-graue
Sandsteine zu finden (siehe Abbildung 40). Diese enthalten genauso wie die
rötlichen Sandsteine diagenetisch verfestigtes, gröberes Korn. Glimmer und kohlige
Anteile können auch enthalten sein. Ein Unterschied im Eisengehalt der Gesteine
führt zu den verschiedenen Farbgebungen. Die rötlichen Sandsteine enthalten
wesentlich mehr Eisen als die gelblichen oder grünlich gefärbten. Dies lässt sich
deutlich unter dem Mikroskop erkennen (siehe Kapitel 9).
Abbildung 40: Grünlich-grauer Sandstein des Unteren Keupers
mit gelblichen Stellen.
67
Stratigraphie
6.2.4.2 Lettenkohleschichten, ungegliedert (ku)
Im Kartiergebiet wurden Gesteine gefunden, die bei Kontakt mit Salzsäure leicht zu
schäumen beginnen. Diese Dolomite haben im Gegensatz zum Trigonodus-Dolomit
des Oberen Muschelkalkes eine wesentlich intensivere Farbgebung. Auf den Feldern
fallen sie vor allem wegen ihres starken rötlichen bis orangenen Farbstiches auf
(siehe Abbildung 41). Eine genaue stratigraphische Zuordnung dieses Dolomits ist
aufgrund fehlender Aufschlüsse nicht möglich (siehe Kapitel 6.2.4).
Abbildung 41: Dolomit des Unteren Keupers mit intensiver
rötlicher bis orangener Farbgebung.
6.2.5 Lössüberdeckung
Das Strohgäu wird oft von pleistozänem Löß bedeckt, der die Grundlage für die
Fruchtbarkeit des Landes bildet (GEYER & GWINNER 1991). Im Kartiergebiet ist
besonders im Heutal eine hohe Lößbedeckung zu verzeichnen.
6.2.6 Talauen
Das Strudelbachtal ist gekennzeichnet von den alluvialen Ablagerungen des
Strudelbaches. Die Böden entlang des Strudelbaches sind lehmig bis humos. Es ist
anzunehmen, dass sich bei Hochwasser auf der Talbodenfläche Sinkstoffe des
Baches abgesetzt haben und so zur Entstehung der Talaue im Strudelbachtal geführt
haben.
68
Überblick über die Tektonik und Karststrukturen
7 Überblick über die Tektonik und Karststrukturen
7.1 Schichtlagerung
Die Schichtlagerung konnte im Kartiergebiet an den 2 Aufschlüssen A37 und A24
gemessen werden. Die gemessenen Werte lagen bei A37 bei 005/15, 004/13, 354/18
und 330/10. Bei A24 konnte eine Schichtlagerung von 143/14 aufgenommen werden.
Abbildung 42 verdeutlicht die gemessenen Werte visuell im Schmidtschen Netz.
Hierbei ist zu sehen, dass die Schichten fast söhlig lagern. Bei A37 fallen die
Schichten leicht nach Norden ein und bei A24 leicht nach SO.
Abbildung 42: Darstellung der Schichtlagerungen von A37 und A24 im
Schmidtschen Netz.
69
Überblick über die Tektonik und Karststrukturen
7.2 Kluftnetz
Bei großmaßstäblicher Betrachtung ist auffallend, dass das Talnetz im Gäu und
Enztal fast nur aus W-O und N-S-Strecken besteht. Die weit auseinander liegenden
Dauerflüsse werden durch Trockentäler zu einem Gitter verbunden. Dies lässt sich
im Kartiergebiet durch den N-S verlaufenden Strudelbach und das Heutal, welches
südwestlich von Eberdingen liegt, veranschaulichen. Es lässt sich annehmen, dass
hier Gesteinsspalten die Bildung von Quellen und die Anordnung der „Klufttäler“
gesteuert haben (FEZER 1979).
Im Gelände konnten an 2 Aufschlüssen Klüfte vermessen werden. A37 und A24 sind
die einzigsten Gesteinswände, die für Kluftmessungen in Frage kommen. Sie
befinden sich in der Nähe des Strudelbachtals auf den jeweils gegenüberliegenden
Hangseiten und sind in der Aufschlusskarte (Anlage 5) genauer beschrieben. Die
Klüfte bei A37 sind ausgerichtet nach 118/87, 120/85, 128/86, 058/57 und 217/86.
Bei A24 wurde eine Kluft gemessen mit 324/62. Die Lage der Klüfte im Raum
verdeutlicht Abbildung 43. Im Schmidtschen Netz lässt sich erkennen, dass die Klüfte
sehr steil angeordnet sind und ein Kluftnetz bilden, das tendenziell senkrecht
zueinander orientiert ist. Die Kluftrichtungen variieren hierbei und fallen sowohl steil
nach SO, als auch NO, SW und bei Aufschluss A24 nach NW ein.
70
Überblick über die Tektonik und Karststrukturen
Abbildung 43: Darstellung der Klüfte von A37 und A24 im
Schmidtschen Netz.
7.3 Störungen
Aufgrund
fehlender
Aufschlüsse
können
im
Kartiergebiet
keine
Störungen
nachgewiesen werden. Die Lage der gefundenen Lesesteine auf den Feldern
westlich von Eberdingen und im Staudenwald sowie südöstlich von Eberdingen
lassen jedoch Störungen vermuten. So sind zum Beispiel topographisch oberhalb der
Aufschlüsse der Sandsteinschichten des Unteren Keupers (ku1) im Staudenwald
wieder ausschließlich Lesesteine des Oberen Muschelkalkes zu finden. Ausgehend
von der Annahme, dass die Schichten söhlig aufeinander liegen und stratigraphisch
bedingt der Untere Keuper oberhalb des Oberen Muschelkalkes gelagert ist, ist mit
einer Störung in diesem Fall zu rechnen, auch wenn diese nicht genau geortet
werden kann. KRANZ (1962) erwähnt das System der Strohgäubrüche, mit welchem
bei Eberdingen zu rechnen ist. Diese zeigen sich im Kartiergebiet mit N-S und O-W
gerichteten Verwerfungen zwischen welchen auch kräftige Sprünge und starke
71
Überblick über die Tektonik und Karststrukturen
Verbiegungen vorkommen können (KRANZ 1962). Die Wahl der vermuteten
Störungen im Kartiergebiet wird im Kapitel 10 genauer erläutert.
7.4 Karststrukturen
Beim Oberen Muschelkalk ist zusätzlich zu Klüften und Spalten mit kavernösen
Erweiterungen und Verkarstung zu rechnen. Verkarstungsprozesse können zu
Hohlräumen im Untergrund führen. Bei der Aufnahme der Geländeoberfläche im
Kartiergebiet konnten sechs Dolinen als Karststruktur ausfindig gemacht werden.
Dolinen bilden sich durch das Einsinken von Gesteinen über Hohlräumen, die durch
Gesteinsauflösung entstanden sind (MURAWSKI & MEYER 2004). Eine typische Doline,
wie sie im Kartiergebiet zu finden ist, ist in Abbildung 44 dargestellt.
Abbildung 44: Doline beim Trochitenkalk im Wald mit
Blickrichtung nach Südwesten.
Die Dolinen verteilen sich im ganzen Kartiergebiet beim Trochitenkalk und auch bei
den nodosus-Schichten. Der Durchmesser der gefundenen Dolinen liegt zwischen 5
und 25 Metern. Abbildung 45 stellt eine tabellarische Übersicht dar, welche die Lage
der Dolinen in Gauß-Krüger-Koordinaten angibt und die Beschränkung der Dolinen
auf den Oberen Muschelkalk klar verdeutlicht.
72
Überblick über die Tektonik und Karststrukturen
Vorkommen der Dolinen bei…
Rechtswert
Hochwert
Trochitenkalk
3495640
5414800
Trochitenkalk
3494540
5415040
nodosus-Schichten
3495180
5413956
nodosus-Schichten
3494845
5415520
nodosus-Schichten
3495078
5415495
nodosus-Schichten
3497870
5414340
Abbildung 45: Tabellarische Übersicht der Lage der Dolinen im Kartiergebiet. Angabe in Gauß-KrügerKoordinaten des Bessel-Ellipsoides.
73
Paläontologie
8 Paläontologie
8.1 Makrofossilien
Makrofossilien konnten im Kartiergebiet nur im Trochitenkalk und bei den nodosusSchichten gefunden werden. Beim Trigonodus-Dolomit und den Schichten des
Unteren Keupers konnten keine Fossilien ausfindig gemacht werden. Die Funde der
Kalke im Oberen Muschelkalk werden im Folgenden aufgeführt.
8.1.1 Crinoiden
Der Trochitenkalk zeichnet sich durch das massenhafte Auftreten der Stielglieder von
Encrinus liliiformis aus (GEYER & GWINNER 1991). Die Trochiten sind in einzelnen
bioklastischen Bänken zusammen mit Schalentrümmern angereichert. Abbildung 46
zeigt einige herausgewitterte Trochitenstilglieder, wie sie besonders häufig auf der
westlichen Seite des Strudelbachtals zu finden sind (siehe auch Abbildung 27). Gute
Fundstücke existieren auch an der südlichen Hangseite entlang des Heutales östlich
von Eberdingen. An anderen Stellen wie z.B. auf der östlichen Seite des
Strudelbachtals ist es eher mühsam Stielglieder zu finden. Aufgrund der starken
landwirtschaftlichen Bearbeitung sind auf den Feldern Trochitenanteile nicht auf den
ersten Blick zu sehen. Abbildung 47 zeigt Encrinus liliiformis in seiner natürlichen
Umgebung zur Zeit der Trias. Der Organismus filterte aus dem Wasser Plankton und
richtete dabei seine Mundöffnung in die Höhe, was ihn wesentlich von anderen
Klassen heute lebender Echinodermen unterscheidet. Diese beschränken ihre Suche
nach Nahrung meist auf den Meeresboden und richten ihre Mundöffnung nach unten.
Encrinus liliiformis war sowohl oberhalb der Wellenbasis in sehr flachem Wasser als
auch unterhalb der Sturmwellenbasis überlebensfähig (HESS et al.1999).
74
Paläontologie
Abbildung 46: Herausgewitterte Trochitenstilglieder auf der
westlichen Seite des Strudelbachtals.
Abbildung 47: Rekonstruktion
eines Bioherms mit Encrinus
liliiformis in seiner natürlichen
Lebenswelt. Nach HESS et al.
(1999).
8.1.2 Brachiopoden
Brachiopoden
dienen
im
Oberen
Muschelkalk
zur
ökostratigraphischen
Kennzeichnung einzelner Leitbänke (siehe Abbildung 49). Manche Brachiopoden
sind für bestimmte Schichten kennzeichnend oder kommen in ihnen besonders
häufig vor. Die Terebratel-Bänke des Oberen Muschelkalkes sind deshalb nach den
Terebrateln (Coenothyris) benannt (ZIEGLER 1998). Im Kartiergebiet kommen meist
Terebrateln
als
abgebrochene
Schalentrümmer
neben
Muschelschalen
in
Schillbänken vor. Abbildung 48 zeigt einen gut erhaltenen Steinkern, der im
Eichenwäldle im westlichen Waldstück des Kartiergebietes gefunden wurde.
Vergleicht man diesen mit den wichtigsten Brachiopodenvorkommen des Oberen
Muschelkalkes erkennt man schnell die Ähnlichkeit mit Coenothyris cycloides (siehe
Abbildung 49). Terebrateln sind aquatische, im Normalfall sessile Benthonten. Sie
sind in der Regel mit einem Stiel als Verankerungsorgan mit dem Untergrund
verbunden. Dabei wird der Körper meist mehr oder weniger waagrecht, mit der
ventralen Klappe nach oben gehalten (ZIEGLER 1998).
75
Paläontologie
Abbildung 48: Gut erhaltener
Steinkern von Coenothyris cycloides in den nodosus-Schichten.
Abbildung 49: Wichtige Brachiopodenvorkommen des Oberen
Muschelkalkes von Nordwürttemberg. Nach ZIEGLER (1998).
8.1.3 Bivalvia und Schillbänke
Neben Brachiopoden und Crinoiden sind auch einige Muscheln kennzeichnend für
den Oberen Muschelkalk. Im Kartiergebiet wurde Plagiostoma striata gefunden,
welche auch unter dem Synonym Lima striata bekannt ist. Abbildung 50 zeigt ein
sehr gut erhaltenes Stück südlich vom Lichtenberg im Wald. Abbildung 51 zeigt eine
Schillbank, bei der Plagiostoma striata zum größten Teil erhalten geblieben ist. Das
Fundstück stammt vom Aufschluss A24 zwischen Langer Furche und Schlund im
Wald.
Abbildung 50: Plagiostoma striata.
Abbildung 51: Schillbank mit fossilisiertem Stück von
Plagiostoma striata.
76
Paläontologie
Schillbänke sind im Kartiergebiet bei den nodosus-Schichten und beim Trochitenkalk
häufig zu finden. Meist können jedoch nur Schalentrümmer gefunden werden, was
das Identifizieren der Fossilien erschwert. Bei Abbildung 52 könnte es sich um
Myophoria goldfussi handeln, welche im Oberen Muschelkalk häufig auftaucht. Da es
sich jedoch nur um ein Schalenbruchstück handelt, ist eine Zuordnung nicht möglich.
Dieses Handstück wurde neben einem Feld zwischen Ampfertal und Lachen östlich
von Eberdingen gefunden. Die Schillbänke der Abbildung 53, Abbildung 54 und
Abbildung 55 lagen als Lesesteine in der Nähe. Die Schalentrümmer sprechen für
stark unruhige Wasserverhältnisse. Als Ursache kann ein heftiges Sturmereignis mit
daraus resultierenden starken Meeresströmungen in Betracht gezogen werden. In
diesem Fall könnte es sich um Tempestite handeln.
Abbildung 52: Schillbank mit Schalenbruchstück
zwischen Ampfertal und Lachen.
Abbildung 54: Schalenbruchstück.
Abbildung 53: Schillbank zwischen Ampfertal
und Lachen.
Abbildung 55: Schillbank des Oberen Muschelkalkes.
77
Paläontologie
8.2 Lebensspuren
Abbildung 56 zeigt einen fossilisierten Wohnbau, welcher im Trochitenkalk des
Kartiergebietes gefunden wurde. Ein Wohnbau ist eine Dauerwohnung eines
hemisessilen Suspensionsfressers. Dabei handelt es sich entweder um einen
Arthropoden oder einen Anneliden. Während das Tier im Wohnbau lebt, beschafft es
seine Nahrung durch spezialisierte Organe. So benutzen Würmer z.B. Tentakeln
oder Schleimnetze. Muscheln haben Siphonen, die an der Oberfläche ausgestreckt
werden. Wohnbauten stehen in der Regel senkrecht zur Sedimentoberfläche und
bleiben fossil als ursprünglicher Hohlraum, als Vollform oder als endogenes Relief
erhalten (ZIEGLER 1992). Die Form des Fundstückes zeigt eine U-Röhre. Daher ist
anzunehmen, dass es sich um Rhizocorallium handelt (siehe Abbildung 57). Die
Bewohner von Rhizocorallium nutzten diesen Bautyp, um einen ständigen
Wasserstrom zu gewährleisten, der Sauerstoff und Nahrung zuführte. Außerdem
schützte der Wohnbau vor Austrocknung und vor Feinden. Dies ist vor allem im
flachen, durchlichteten Wasser und im Gezeitenbereich sinnvoll (ZIEGLER 1992).
Durch mäßig bewegtes Wasser kann genug Nahrung zugeführt werden und die
Organismen
werden
durch
eine
mögliche
Erosion
nicht
bedroht.
Die
Flachwasserbedingungen des Trochitenkalkes (siehe Kapitel 1.3) waren somit für die
Entstehung von Rhizocorallium ideal.
Abbildung
56:
Fossilisierter
Wohnbau eines hemisessilen
Suspensionsfressers.
Abbildung 57: Rhizocorallium
mit einfachen Spreitenbauten.
Nach ZIEGLER (1992).
78
Paläontologie
8.3 Mikrofossilien
Es wurden 11 Dünnschliffe auf Mikrofossilien untersucht. Dabei handelt es sich um
allochemische Karbonatgesteine aus Kalk oder Dolomit. Besonders in den Kalken
sind viele Fossilien vorhanden und liegen nach der Klassifikation nach Folk (TUCKER
1991) als Biomikrit vor. Es wurden vier orientierte Proben vom fossilreichen
Aufschluss A24 genommen. Dabei wurde darauf geachtet Dünnschliffe von der
gesamten Aufschlusslänge zu erhalten. Ein Dünnschliff stammt von A25 auf der
westlichen Seite des Strudelbachtales. Dort konnten bereits makroskopisch viele
Stielglieder von Encrinus liliiformis gefunden werden. Diese treten nie isoliert auf,
sondern immer in Vergesellschaftung mit anderen makroskopisch sichtbaren
Fossilien. Daher bietet es sich an dieses Gebiet zusätzlich mikroskopisch zu
untersuchen. Zwei weitere Dünnschliffe stammen von den nodosus-Schichten. Dabei
wurden Steine von Aufschlüssen umgestürzter Bäume entnommen. Außerdem
wurden zwei Dünnschliffe von Lesesteinen des Trigonodus-Dolomites des Oberen
Muschelkalkes angefertigt und zwei von den Dolomiten des Unteren Keupers. Die
Dünnschliffe der Dolomite sind fossilleer. Aufgrund dessen sind im Folgenden nur die
Organismen der fossilreichen Dünnschliffe der nodosus-Schichten und des
Trochitenkalkes aufgeführt.
8.3.1 Echinodermen
Echinodermenreste findet man in allen Kalkdünnschliffen des Oberen Muschelkalkes.
Sie sind durch zahlreiche, geometrisch gut definierte kalzitische Einzelelemente
charakterisiert, die häufig isoliert im Sediment eingebettet sind (ADAMS & MACKENZIE
2001). Durch ihre charakteristischen Umrisse kann man sie unter dem Mikroskop
leicht erkennen (siehe Abbildung 58 und Abbildung 59). Bei gekreuzten Polarisatoren
löscht sich jedes Element einheitlich aus. Typisch für Echinodermen ist auch ihre
Maschenstruktur (FLÜGEL 1978), wie sie z.B. in Abbildung 59 gut zu erkennen ist.
Sowohl der Seeigelstachel in Abbildung 58 als auch der Querschnitt eines
Seelilienstielgliedes von Encrinus liliiformis in Abbildung 59 zeigt ein typisches
Radialmuster. Dabei ziehen sich die radialen Strahlen des Seeigels vollkommen
durch bis zum Zentrum. Bei Encrinus liliiformis ist im Zentrum ein Kreis sichtbar, von
welchem die Strahlen wegführen. Dies ist typisch für Encrinus liliiformis und bei
anderen Exemplaren ebenfalls zu sehen (siehe Abbildung 60).
79
Paläontologie
Abbildung 58: Seeigelstachel mit typischer
Radialsymmetrie. Der Balken entspricht 1 mm.
Abbildung 59: Stielglied von Encrinus liliiformis.
Der Balken entspricht 1 mm.
Abbildung 60: Trochitenkalk von der westlichen Seite des Strudelbachtals im Durchlicht. 1)
Encrinus liliiformis; 2) Echinodermenreste; 3) Muschelschale; 4) Gehäuse eines
Gastropoden. Der Balken entspricht 0,5 cm.
8.3.2 Bivalvia und Brachiopoden
Die
Schillbänke
gekennzeichnet
der
von
nodosus-Schichten
Brachiopoden-
und
und
des
Trochitenkalkes
Muschelschalen.
Die
sind
allgemeinen
Unterscheidungskriterien im Dünnschliff beruhen auf der ursprünglichen SchalenMineralogie, dem Schalen-Lagenbau, den Mikrostrukturen und den Poren in der
Schale (FLÜGEL 1978). Die Schalengröße der Muscheln und Brachiopoden variiert
80
Paläontologie
stark von weniger als einen Millimeter bis zu mehreren Zentimetern. Abbildung 61
zeigt eine Muschel in Herzform. Die 2 Klappen sind randlich miteinander verbunden
und symmetrisch angeordnet. Bei einer Brachiopodenschale sollten 2 ungleiche
Klappen zu sehen sein. Abbildung 62 zeigt eine große Brachiopodenschale. Diese
kann von einer Muschelschale unterschieden werden, da die typische interne
Mikrostruktur der Muschelschalen fehlt.
Abbildung 61: Muschel in Herzform. Der Balken
entspricht 1 mm.
Abbildung 62: Der schwarze Pfeil deutet auf
eine große Brachiopodenschale. Der Balken
entspricht 1 mm.
8.3.3 Gastropoden
Gastropoden tauchen in allen Kalkdünnschliffen des Oberen Muschelkalkes auf.
Typisch ist ihre charakteristische Form, durch die sie leicht von anderen Fossilien im
Dünnschliff abgrenzt werden kann. Abbildung 63 zeigt drei verschiedene Gehäuse
von Gastropoden. In Abbildung 64 ist die Spindel der Schnecke gut zu erkennen. Die
Schnecke ist dabei von einem größeren Exemplar umgeben. Abbildung 60 zeigt
ebenfalls das Gehäuse eines Gastropoden.
81
Paläontologie
Abbildung 63: 1) Gehäuse von Gastropoden.
Der Balken entspricht 1 mm.
82
Abbildung 64: Gastropodenschalen. Bei 1) ist die
Spindel der Schnecke gut sichtbar erhalten. Der
Balken entspricht 1 mm.
8.3.4 Phylloide Algen
Abbildung 65 zeigt einen Ausschnitt eines Dünnschliffes der nodosus-Schichten.
Bereits makroskopisch unterscheidet sich das Handstück von den anderen
Gesteinen, welche für die Dünnschliffe ausgewählt wurden. Auffällig sind makrosowie mikroskopisch längliche Gebilde. Im Dünnschliff ist zu erkennen, dass diese
keine innere Struktur besitzen. Dies spricht für primitive, phylloide Algen, welche
keine nennenswerte Internstruktur zeigen (FLÜGEL 1978). Der Lebensraum phylloider
Algen beschränkt sich auf den Flachwasserbereich.
Abbildung 65: Phylloide Algen bei einem Stein der
nodosus-Schichten. Der Balken entspricht 1 mm.
Mineralogische Untersuchungen
9 Mineralogische Untersuchungen
Untersucht wurden 2 Dünnschliffe des Unteren Keupers. Es handelt sich jeweils um
einen rötlichen und einen gelblichen Sandstein des ku1. Auf den ersten Blick ist die
unterschiedliche Farbgebung der gleichen Einheit auffallend. Mineralogisch sind
beide Gesteine relativ gleich. Beide enthalten Quarz, Muskovit, Biotit, Mikroklin als
Kalifeldspat und Plagioklas (siehe Abbildung 66 und Abbildung 67). Der wesentliche
Unterschied der beiden Gesteine besteht in den Verwitterungsprodukten Goethit
bzw. Limonit, die besonders gut im Durchlicht zu sehen sind. Goethit (FeO(OH)) ist
ein typisches Produkt der Verwitterungszone. Unter dem Einfluss von Wasser und
Humussäuren verändern sich fast alle Eisenmineralien und gehen in Limonit über
(MEDENBACH & MEDENBACH
2001).
Limonit
ist
somit
eine
Mischung
aus
verschiedenen Eisenoxiden und enthält als häufigster Bestandteil Goethit. Eine
mikroskopische Unterscheidung zwischen Beiden ist nicht möglich. Abbildung 68
zeigt dabei den rötlichen Sandstein des ku1 im Durchlicht. Hierbei ist im Vergleich
zum gelblichen Sandstein (Abbildung 69) der größere Anteil von Goethit bzw. Limonit
deutlich zu sehen. Anders als bei rein schwarzen, kohligen Lagen ist eindeutig die
typische rotbraune Farbe zu erkennen. Auffällig ist weiterhin, dass die Quarzkörner
von eisenhaltigen Rändern umgeben sind. Dies ist ein Phänomen, das öfters
beobachtet werden kann, wenn bei der Wasserführung oxidierende Verhältnisse
vorgeherrscht haben. Die Mineralien des gelblichen Sandsteins müssen folglich
deutlich mehr reduzierende Verhältnisse erfahren haben als die Minerale des
rötlichen Sandsteins.
83
Mineralogische Untersuchungen
Abbildung
67:
Mikroklin
mit
Mikroklingitterung aus Albit- und
Periklinentmischungen
unter
gekreuzten Polarisatoren.
Abbildung 66: Dünnschliff von rötlichem Sandstein unter
gekreuzten Polarisatoren. 1) Muskovit mit typischer Bird´s
Eye Struktur; 2) Quarz; 3) Goethit/Limonit; 4) Plagioklas.
Abbildung 68: Rötlicher Sandstein des ku1 im
Durchlicht. Bei 1) und 3) sind die Quarzkörner
von eisenhaltigen Rändern umgeben. 2) zeigt
auf das Verwitterungsprodukt Goethit/Limonit.
Abbildung 69: Gelblicher Sandstein des ku1
im Durchlicht. Der Anteil von Goethit/Limonit
ist gering.
84
Diskussionen zur Karte
10 Diskussionen zur Karte
Die geologischen Schichtgrenzen wurden in der Geologischen Karte (siehe
Anlage 7) anhand der Lesesteine und Aufschlüsse festgelegt, die im Kartiergebiet
gefunden wurden (siehe Anlage 8). Im Gelände vorkommende Aufschlüsse nehmen
dabei einen deutlich höheren Stellenwert ein als Lesesteine. Die Gesteine der
jeweiligen Schicht sind dort am tatsächlichen Ursprungsort zu sehen. Lesesteine
hingegen können entfernt vom Ursprungsort liegen. Gibt es zum Beispiel im Gelände
ein Gefälle, ist davon auszugehen, dass die Lesesteine der Schichten den Hang
hinunterrollen. Das heißt Gesteine von oberen Schichten können als Lesesteine
auch mit unteren zusammen auftauchen. Bei der Wahl der Schichtgrenzen wurde
deshalb darauf geachtet, dass die Grenze einer Schicht den ersten topographisch
höchsten Lesestein dieser Schicht enthalten muss. Dies gilt vor allem im Wald. Auf
den
Äckern
muss
angenommen
werden,
dass
die
Steine
durch
die
landwirtschaftliche Nutzung durcheinander liegen. Aufgrund der landwirtschaftlichen
Bearbeitung mit Traktoren werden oft Steine verschleppt, welche sich mit anderen
Gesteinen vermischen. Diese Tatsache macht die genaue Bestimmung geologischer
Grenzen
auf
den
Äckern
unmöglich.
Ohne
zusätzliche
Bohrungen
bzw.
Interpretationen durch Auswertung von Luftbildern und DGM-Daten können sowohl
geologischen Grenzen als auch tektonische Störungen in diesem Fall nur vermutet
werden. Anzeichen für tektonische Störungen sind aufgrund der Anordnung der
Gesteine auf den Feldern westlich und südöstlich von Eberdingen zwischen Stauden
und Lachen und beim Lichtenberg gegeben. Hier ist eine Einzeichnung der
Schichtgrenzen mit üblicher Schichtmächtigkeit nicht möglich. In der nordwestlichen
Kartenecke bei Stauden im Wald ist auf jeden Fall eine Störung anzunehmen, da die
Lesesteine der nodosus-Schichten höher liegen als die Aufschlüsse des Unteren
Keupers. Da die Gesteine des Unteren Keupers jünger sind als die Gesteine der
nodosus-Schichten ist dies ohne tektonische Störung nicht erklärbar. Zum Einen
wurden bei der Wahl der Tektonik die generellen Störungsrichtungen der Umgebung
mit bedacht, welche im Gäu und Enztal meist von Westen nach Osten und von
Norden nach Süden verlaufen (FEZER 1979). Zum Anderen wurden mögliche
entstehende Strukturen bei einer Seitenverschiebung mit berücksichtigt (siehe
Abbildung 70 und Abbildung 71). Abbildung 70 zeigt hierbei die Entstehung von
Keilschollen,
wie
sie
durch
einen
gekrümmten
Störungsverlauf
bei
85
Diskussionen zur Karte
Seitenverschiebungen entstehen können. In Abbildung 71 ist eine sinistrale
Seitenverschiebung mit einer positiven Blumenstruktur und einem Pull-Apart Becken
zu sehen. Diese Strukturen sind ebenfalls auf einen gekrümmten Störungsverlauf
zurückzuführen.
Abbildung 70: Entstehung von Keilschollen durch gekrümmten Störungsverlauf bei
einer Seitenverschiebung. BALLANCE & READING (1980), verändert.
Abbildung 71: Mögliche Strukturen bei einer Seitenverschiebung, wie sie im Blattgebiet
L 7120 Stuttgart-Nord und L 7122 Backnang in räumlicher Nähe zum Kartiergebiet
auftauchen. Nach LBRG (2008b).
86
Diskussionen zur Karte
Im Gelände ist weiterhin auffällig, dass sich im Wald westlich des Strudelbachtals
Aufschlüsse und Lesesteine der nodosus-Schichten über eine Höhendifferenz von
bis zu 70 Metern finden lassen. Die nodosus-Schichten sind meist jedoch ca.
35 Meter mächtig (KRANZ 1962). Zu der großen Schichtmächtigkeit sind außerdem
vereinzelt zwischen Linsenäcker und Schlund zwischen 330 und 370 Meter über NN
Steine des Trigonodus-Dolomits zu finden. Diese liegen gehäuft an zwei Stellen
relativ nah zusammen und sind stratigraphisch allerdings oberhalb der nodosusSchichten anzuordnen. Eine Erklärung könnte eine tektonische Störung sein, welche
durch das Gebiet verläuft. Eine N-S gerichtete Störung kommt aufgrund der
angrenzenden Aufschlüsse des Trochitenkalkes nicht in Frage. Die enge Anordnung
dieser Aufschlüsse lässt keinen Versatz von 35 Metern zu. In der Karte wurde auf
eine zusätzliche Einzeichnung einer Störung verzichtet, da diese im Gelände nicht
nachzuvollziehen ist und nur sehr spekulativ wäre. Es wurde sich letztendlich nach
KRANZ (1962) orientiert und eine weitere Einzeichnung von im Gelände nicht
nachvollziehbaren Störungslinien unterlassen.
Eine weitere Störung ist im Verlauf des Strudelbachtales anzunehmen. Betrachtet
man das Querprofil AA‘ der Geologischen Karte (Anhang 7), ist auffällig, dass die
Schichten westlich des Strudelbachtales deutlich höher liegen als östlich des
Strudelbachtales. Im Oberen Muschelkalk lassen sich Wasserwegsamkeiten, die
eine
Verkarstung
begünstigen,
hauptsächlich
im
Umfeld
von
tektonischen
Störungszonen parallel zu den Talflanken infolge Talzuschub und Hangzerreißung
finden (LGRB 2008a). Der Strudelbach könnte sich somit seinen Weg entlang der
eingezeichneten Störungszone gebahnt haben.
87
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90
III. Anlagen
Anlage 1
Beantrage Bohrungen beim
LGRB
TK25
ARNUM
7119
7119
7119
7119
7119
7119
7119
7119
7119
7119
7119
7119
7119
7119
7119
7119
7119
7119
7119
7119
7119
7119
7119
7119
7119
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
19
20
21
67
154
157
432
631
632
644
665
666
785
786
787
1053
1054
1055
1056
1057
1058
1059
1060
1061
1062
1
2
10
11
91
92
94
343
350
351
681
695
696
697
699
700
701
717
718
719
720
721
722
723
724
725
ANAME
B 1 Strudelbachtal
B2 Strudelbachtal
B3 Strudelbachtal
Bebauungsplan Wiesenäcker II-Tl.2 Ditzingen-Heimerdingen
Schachtbrunnen 2 Haldenwaldmühle Ditzingen
Altablagerung "Bonholz", Eberdingen
GWM 1, "Kräutern", Ditzingen
W 2/71 Heidelberger Zement Weissach
ehem. Steinbruch Weissach
Wk Steinbruch Heidelberger Zementwerke
ehem. Steinbruch Heimerdingen
ehem. Steinbruch Eberdingen
B 7, HRB R4 Strudelbachtal, Eberdingen
B 8, HRB R4 Strudelbachtal, Eberdingen
B 9, HRB R4 Strudelbachtal, Eberdingen
EWS 1/ 08 Gebersheimer Weg Heimerdingen Ditzingen
EWS 2/ 08 Gebersheimer Weg Heimerdingen Ditzingen
EWS 1/ 08 Einsteinstrasse Heimerdingen Ditzingen
EWS 2/ 08 Einsteinstrasse Heimerdingen Ditzingen
EWS 3/ 08 Einsteinstrasse Heimerdingen Ditzingen
EWS 4/ 08 Einsteinstrasse Heimerdingen Ditzingen
EWS 5/ 08 Einsteinstrasse Heimerdingen Ditzingen
EWS 6/ 08 Einsteinstrasse Heimerdingen Ditzingen
EWS 7/ 08 Einsteinstrasse Heimerdingen Ditzingen
EWS 8/ 08 Einsteinstrasse Heimerdingen Ditzingen
Brunnen Beutenfeld
Tiefbrunnen Blauäcker
Notversorgungsbrunnen Stuttgart-Hausen
Tiefbrunnen Rauns
BRUNNEN 2
BRUNNEN
F.TEICHERT B.
57-2/9 B 9661
Hausen / Fasanengarten
57-2/16 B 9668 / B 8 Hausen / Fasanengarten
57-2/17 B 9669 / B 9 Hausen / Fasanengarten
Altablagerung"Hölle" der Stadt Ditzingen
B1, Wacker-Werke, Ditzingen
B1, Fa. Trumpf, Ditzingen
B2, Fa. Trumpf, Ditzingen
B1, Fa. K. Maier, Ditzingen
B 2 a, Fa. K. Maier, Ditzingen
P1, Gretsch-Unitas GmbH, Ditzingen
GWM 1, Deponie Lontel, Ditzingen
GWM 2/96, Deponie Lontel, Ditzingen
GWM 3, Deponie Lontel, Ditzingen
GWM 4, Deponie Lontel, Ditzingen
GWM 5, Deponie Lontel, Ditzingen
GWM 6, Deponie Lontel, Ditzingen
GWM 7, Deponie Lontel, Ditzingen
GWM 8, Deponie Lontel, Ditzingen
B 1, Südumfahrung Hirschlanden, Stadt Ditzingen
RECHTS
3496985.0
3496995.0
3497005.0
3499350.0
3497388.0
3499250.0
3497370.0
3496420.0
3496300.0
3497700.0
3498140.0
3497520.0
3497592.62
3497629.48
3497682.73
3498743.0
3498744.0
3499767.0
3499773.0
3499779.0
3499785.0
3499791.0
3499797.0
3499806.0
3499812.0
3506020.0
3506340.0
3505900.0
3504133.0
3506123.0
3506036.0
3506207.0
3506198.02
3506177.27
3506037.51
3503450.0
3505094.0
3505100.0
3505200.0
3505520.0
3505520.0
3505550.0
3504579.45
3504584.89
3504269.65
3504269.71
3504440.05
3504575.45
3504740.48
3504755.95
3502270.15
HOCH
5412360.0
5412405.0
5412440.0
5412600.0
5413572.0
5414970.0
5412224.0
5411380.0
5411990.0
5411140.0
5412500.0
5413800.0
5414548.62
5414579.8
5414548.07
5412613.0
5412618.0
5412870.0
5412870.0
5412870.0
5412870.0
5412870.0
5412870.0
5412871.0
5412871.0
5409400.0
5410180.0
5408360.0
5410572.0
5408462.0
5408472.0
5408458.0
5408811.49
5408715.8
5408681.0
5411790.0
5409375.0
5408950.0
5408950.0
5409400.0
5409450.0
5409490.0
5410502.16
5410500.11
5410415.21
5410409.08
5410496.14
5410310.45
5410467.88
5410365.78
5410742.68
ANSATZHOEHE
324.69
320.48
319.95
400.0
295.25
375.0
329.57
377.76
399.0
409.1
390.0
316.0
282.09
281.94
282.52
389.0
389.0
367.0
367.0
367.0
367.0
366.0
366.0
366.0
366.0
314.0
302.91
307.4
301.0
309.91
308.56
310.92
313.18
313.26
310.18
310.0
302.0
322.0
320.0
307.33
306.22
307.0
304.91
304.78
315.0
315.39
308.21
314.15
303.92
306.74
339.03
TIEFE
15.0
12.0
13.0
1.0
60.5
0.1
1.0
14.0
13.0
11.0
80.0
80.0
100.0
100.0
100.0
100.0
100.0
100.0
100.0
100.0
125.0
103.5
102.0
86.7
0.1
0.1
0.1
6.0
6.0
1.0
17.0
25.0
89.0
20.0
49.5
14.0
68.0
20.0
45.0
58.0
60.5
AUFSCHLUSSART
B
B
B
B
BA
B
BA
B
STBR
B
STBR
STBR
B
BA
B
BA
BA
BA
BA
BA
BA
BA
BA
BA
BA
BA
BA
BA
BA
BA
BA
BA
BA
B
B
SCH
BA
B
B
BA
BA
BA
BA
BA
BA
BA
BA
BA
BA
BA
B
GW-NUMMER
0037/411-2
0780/461-5
0702/461-5
0701/461-0
0703/461-0
0106/461-4
0107/461-4
0092/461-4
1321/461-4
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
726
727
728
729
730
731
732
733
741
742
743
744
854
855
983
984
985
986
987
988
989
990
991
992
993
994
995
996
997
998
999
1000
1001
1002
1003
1004
1005
1006
1007
1008
1009
1010
1011
1012
1013
1014
1015
1016
1017
1018
1019
1020
B 2, Südumfahrung Hirschlanden, Stadt Ditzingen
B 3, Südumfahrung Hirschlanden, Stadt Ditzingen
B 4, Südumfahrung Hirschlanden, Stadt Ditzingen
B 5, Südumfahrung Hirschlanden, Stadt Ditzingen
B 6, Südumfahrung Hirschlanden, Stadt Ditzingen
B 7, Südumfahrung Hirschlanden, Stadt Ditzingen
B 8, Südumfahrung Hirschlanden, Stadt Ditzingen
B 9, Südumfahrung Hirschlanden, Stadt Ditzingen
B 1, Steinbruch Fa. Rombold, Hirschlanden
B 2, Steinbruch Hirschlanden
B 3, Steinbruch Fa. Rombold, Hirschlanden
B 4, Steinbruch Hirschlanden
Brunnen Sägemühle, Korntal-Münchingen
( = ARN 10) - Br. Stuttgart-Hausen
RKS 1, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 2, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 3, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 4, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 5, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 6, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 7, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 8, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 9, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 10, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 11, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 12, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 13, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 14, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 15, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 16, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 17, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 18, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 19, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 20, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 21, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 22, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 23, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 24, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 25, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 26, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 27, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 28, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 29, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 30, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 31, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 32, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 33, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 34, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 35, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 36, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 37, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 38, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
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B
B
B
B
B
B
B
B
BA
BA
BA
BA
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
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B
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B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
7120
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1021
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1080
1081
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1087
1088
1094
RKS 39, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 40, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 41, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 42, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 43, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
RKS 44, Zone II, TB Rauns, Ditzingen-Hirschlanden
B 1, Gewerbegebiet Hirschlanden
B 2, Gewerbegebiet Hirschlanden
B 3, Gewerbegebiet Hirschlanden
B 4, Gewerbegebiet Hirschlanden
B 5, Gewerbegebiet Hirschlanden
B 6, Gewerbegebiet Hirschlanden
B 7, Gewerbegebiet Hirschlanden
B 8, Gewerbegebiet Hirschlanden
B 9, Gewerbegebiet Hirschlanden
Schurf, Aussiedlerhof Siegle, Ditzingen
B 1, Erweiterung Sportgelände "Lehmgrube", Ditzingen
B 2, Erweiterung Sportgelände "Lehmgrube", Ditzingen
B 3, Erweiterung Sportgelände "Lehmgrube", Ditzingen
B 4, Erweiterung Sportgelände "Lehmgrube", Ditzingen
B 5, Erweiterung Sportgelände "Lehmgrube", Ditzingen
B 1, Gerlinger Weg, Ditzingen
B 2, Gerlinger Weg, Ditzingen
B 3, Gerlinger Weg, Ditzingen
Erdfall am Böhnlachgraben, Hemmingen
Sch 2, Aussiedlerhof Siegle, Ditzingen
Sch 3, Aussiedlerhof Siegle, Ditzingen
Sch 4, Aussiedlerhof Siegle, Ditzingen
KB 110, Neubau A 81, Feuerbach-Leonberg
KB 111, Neubau A 81, Feuerbach-Leonberg
KB 112, Neubau A 81, Feuerbach-Leonberg
GWM 1.1, "Grüner Heiner 2", Stuttgart-Weilimdorf
GWM 2.1, "Grüner Heiner 2", Stuttgart-Weilimdorf
GWM 2.2a, "Grüner Heiner 2", Stuttgart-Weilimdorf
GWM 2.2b, "Grüner Heiner 2", Stuttgart-Weilimdorf
GWM 3.a1, "Grüner Heiner 2", Stuttgart-Weilimdorf
GWM 3.a2, "Grüner Heiner 2", Stuttgart-Weilimdorf
GWM 4.1, "Grüner Heiner 2", Stuttgart-Weilimdorf
GWM 4.2, "Grüner Heiner 2", Stuttgart-Weilimdorf
GWM 5.1, "Grüner Heiner 2", Stuttgart-Weilimdorf
GWM 5.3, "Grüner Heiner 2", Stuttgart-Weilimdorf
GWM 8.1, "Grüner Heiner 2", Stuttgart-Weilimdorf
GWM 10.1, "Grüner Heiner 2", Stuttgart-Weilimdorf
GWM 10.2, "Grüner Heiner 2", Stuttgart-Weilimdorf
GWM 15.2a, "Grüner Heiner 2", Stuttgart-Weilimdorf
KB 15.2b, "Grüner Heiner 2", Stuttgart-Weilimdorf
KB 16, "Grüner Heiner 2", Stuttgart-Weilimdorf
KB 14, "Grüner Heiner 2", Stuttgart-Weilimdorf
KB 17, "Grüner Heiner 2", Stuttgart-Weilimdorf
GWM 1, Gerlinger Weg, Ditzingen
GWM 2, Gerlinger Weg, Ditzingen
B6
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3503520.08
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5410000.0
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B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
SCH
B
B
B
B
B
B
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B
DO
SCH
SCH
SCH
B
B
B
BA
BA
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BA
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BA
BA
BA
BA
BA
BA
BA
BA
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B
B
B
BA
BA
B
7120
7120
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B5
B4
B3
B2
B1
B 1, Fa. Trumpf, Ditzingen
B 2, Fa. Trumpf, Ditzingen
B 3, Fa. Trumpf, Ditzingen
B 4, Fa. Trumpf, Ditzingen
B 5, Fa. Trumpf, Ditzingen
B 6, Fa. Trumpf, Ditzingen
B 1, Wohnbebauung Landhausweg, Ditzingen
B 2, Wohnbebauung Landhausweg, Ditzingen
B 3, Wohnbebauung Landhausweg, Ditzingen
BS 1, Glemsaue, Ditzingen
BS 2, Glemsaue, Ditzingen
BS 3, Glemsaue, Ditzingen
BS 4, Glemsaue, Ditzingen
BS 5, Glemsaue, Ditzingen
BS 6, Glemsaue, Ditzingen
BS 7, Glemsaue, Ditzingen
BS 8, Glemsaue, Ditzingen
BS 9, Glemsaue, Ditzingen
BS 10, Glemsaue, Ditzingen
B 1/85 Deponie Lechler Ditzingen-Hirschlanden
B 2/85 Deponie Lechler Ditzingen-Hirschlanden
B 3I/85 Deponie Lechler Ditzingen-Hirschlanden
B 3 II / 85 Deponie Lechler Ditzingen-Hirschlanden
SG1
SG4
BK 1, Ortsrandstraße Ditzingen-Schöckingen
BK 2, Ortsrandstraße Ditzingen-Schöckingen
BK 3, Ortsrandstraße Ditzingen-Schöckingen
BK 4, Ortsrandstraße Ditzingen-Schöckingen
BK 5, Ortsrandstraße Ditzingen-Schöckingen
RKS 1, Ortsrandstraße Ditzingen-Schöckingen
RKS 2, Ortsrandstraße Ditzingen-Schöckingen
RKS 3, Ortsrandstraße Ditzingen-Schöckingen
RKS 4, Ortsrandstraße Ditzingen-Schöckingen
RKS 5, Ortsrandstraße Ditzingen-Schöckingen
RKS 6, Ortsrandstraße Ditzingen-Schöckingen
BS 1
BS 2
BS 3
BS 4
KB 1, Erschließung westl. Ortsrand Ditzingen
KB 2, Erschließung westl. Ortsrand Ditzingen
KB 3, Erschließung westl. Ortsrand Ditzingen
BK 1, Neubau Ortsrandstraße Schöckingen
BK 2, Neubau Ortsrandstraße Schöckingen
BK 3, Neubau Ortsrandstraße Schöckingen
BK 4, Neubau Ortsrandstraße Schöckingen
3505339.0
3505306.0
3505319.0
3505330.0
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3505254.7
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3505255.14
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3502502.14
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5409486.0
5409500.0
5409502.0
5409502.0
5409504.0
5408898.08
5408919.0
5408935.13
5408881.6
5408893.15
5408911.49
5410980.0
5410940.0
5410910.0
5410830.0
5410510.0
5410260.0
5410210.0
5410150.0
5409890.0
5409850.0
5409790.0
5409720.0
5409660.0
5411160.0
5411100.0
5411250.0
5411250.0
5409854.0
5409816.0
5411638.05
5411707.6
5411722.03
5411808.71
5411898.63
5411599.35
5411677.86
5411772.63
5411861.59
5411970.1
5412057.36
5409804.53
5409807.78
5409775.16
5409783.13
5410185.44
5410189.23
5410242.25
5411638.05
5411707.6
5411722.03
5411808.71
303.0
303.7
303.65
303.8
303.65
319.86
318.64
318.2
319.41
318.88
318.11
309.64
302.16
293.93
292.53
293.21
293.49
294.58
294.72
295.5
295.97
295.66
296.04
296.65
360.73
353.61
357.33
357.33
298.21
297.81
364.29
360.55
359.99
355.8
350.02
365.32
361.99
357.41
353.27
346.17
340.04
297.96
297.83
298.21
298.29
326.63
324.46
326.71
364.29
360.55
359.99
355.8
12.0
16.0
10.0
14.0
10.0
10.0
14.0
6.0
12.0
6.0
10.0
8.0
10.0
6.0
21.0
16.0
40.0
115.0
4.0
3.0
8.0
10.0
4.0
4.0
6.0
10.0
9.0
10.0
8.0
10.0
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
SCH
SCH
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
1279
1280
1281
1282
1283
1284
1285
1286
1287
1288
1289
1290
1291
1292
1293
1294
1295
1296
1297
1305
1306
1430
1431
1432
1433
1434
1435
1524
1525
1552
1592
1593
1594
1628
1629
1631
1632
1633
1635
1636
1638
1639
1640
1670
1693
1726
1818
1819
BK 5, Neubau Ortsrandstraße Schöckingen
RKS 1, Neubau Ortsrandstraße Schöckingen
RKS 2, Neubau Ortsrandstraße Schöckingen
RKS 3, Neubau Ortsrandstraße Schöckingen
RKS 4, Neubau Ortsrandstraße Schöckingen
RKS 5, Neubau Ortsrandstraße Schöckingen
RKS 6, Neubau Ortsrandstraße Schöckingen
RKS 1, Erschließung westl. Ortsrand Ditzingen
RKS 2, Erschließung westl. Ortsrand Ditzingen
RKS 3, Erschließung westl. Ortsrand Ditzingen
RKS 4, Erschließung westl. Ortsrand Ditzingen
RKS 5, Erschließung westl. Ortsrand Ditzingen
RKS 6, Erschließung westl. Ortsrand Ditzingen
RKS 7, Erschließung westl. Ortsrand Ditzingen
RKS 8, Erschließung westl. Ortsrand Ditzingen
RKS 9, Erschließung westl. Ortsrand Ditzingen
RKS 10, Erschließung westl. Ortsrand Ditzingen
RKS 11, Erschließung westl. Ortsrand Ditzingen
RKS 12, Erschließung westl. Ortsrand Ditzingen
B 2, Westumgehung Ditzingen
B 3, Westumgehung Ditzingen
B 1, Marktcenter, Ditzingen
B 2, Marktcenter, Ditzingen
B 3, Marktcenter, Ditzingen
B 4, Marktcenter, Ditzingen
B 5, Marktcenter, Ditzingen
B 6, Marktcenter, Ditzingen
EWS 1 Ditzingen
EWS 2 Ditzingen
Brunnen Rössler, Hemmingen
EWS 1/2005 Ditzingen
EWS 2/2005 Ditzingen
EWS 3/2005 Ditzingen
Steinbruch Hirschlanden Firma Rombold
Bohrung 2, Hornickel
Brunnen 1 "Strohlöcher"
KB-3 Rammkernbohrung
Brunnen Glemstal
EWS 1/06 Hemmingen
EWS 2/06 Hemmingen
EWS 1/06 Korntal-Münchingen
EWS 2/06 Korntal-Münchingen
Ehemalige Lehmgrube Ziegelwerke Ditzingen GmbH
Ro7120/B1 Ditzingen
Grube
EWS 1/07 Baumhalde Ditzingen
GWM 9/00 ehem. Deponie Lontel, Ditzingen
GWM 10/00 ehem. Deponie Lontel, Ditzingen
3502559.99
3502368.26
3502479.65
3502547.88
3502557.07
3502540.61
3502520.3
3504120.54
3504150.71
3504180.67
3504210.69
3504104.8
3504135.53
3504166.13
3504196.17
3504080.64
3504111.0
3504140.59
3504123.41
3504023.58
3504058.92
3504741.0
3504766.0
3504780.0
3504782.0
3504788.0
3504760.0
3505230.0
3505230.0
3503343.0
3504630.0
3504630.0
3504630.0
3500350.0
3504076.33
3500860.0
3504161.69
3503950.0
3502090.0
3502090.0
3506422.0
3506430.0
3504700.0
3501376.0
3501630.0
3505341.0
3504496.57
3504620.0
5411898.63
5411599.35
5411677.86
5411772.63
5411861.59
5411970.1
5412057.36
5410174.76
5410176.22
5410177.67
5410179.12
5410196.26
5410196.8
5410199.02
5410199.84
5410229.42
5410233.0
5410234.11
5410246.36
5410257.17
5410170.49
5409933.0
5409943.0
5409956.0
5409945.0
5409924.0
5409925.0
5410860.0
5410860.0
5413352.0
5410930.0
5410930.0
5410930.0
5411200.0
5412356.86
5410760.0
5412478.36
5412380.0
5413830.0
5413830.0
5412507.0
5412507.0
5410240.0
5412114.0
5412190.0
5410929.0
5410499.3
5410403.0
350.02
365.32
361.99
357.41
353.27
346.17
340.04
326.9
325.7
324.67
323.86
326.97
326.04
325.16
325.06
326.74
326.34
325.91
326.34
328.09
329.0
295.31
295.72
295.05
294.95
295.1
295.57
315.0
315.0
320.0
300.0
300.0
300.0
370.0
285.35
377.5
315.04
282.65
343.0
343.0
326.92
326.94
313.6
359.5
337.0
316.33
307.89
307.48
4.0
4.0
6.0
6.0
5.0
6.0
5.0
5.0
6.0
5.0
5.0
9.0
5.0
12.0
9.0
4.0
10.0
12.0
9.0
6.0
76.0
76.0
20.0
80.0
80.0
80.0
68.35
46.5
42.0
73.5
49.1
80.0
80.0
80.0
99.0
93.0
0.0
130.0
78.0
75.0
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
BA
B
B
B
BA
B
BA
BA
B
BA
BA
BA
STBR
BA
BA
RS
B
BA
BA
BA
BA
TGR
B
BGR
BA
BA
BA
Anlage 2
Nicht vorliegende Bohrungen des
LGRB
TK25
ARNUM
7119
7119
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
7120
67
644
91
92
94
681
741
742
743
744
855
1045
1221
1628
1670
1693
ANAME
Bebauungsplan Wiesenäcker II-Tl.2 Ditzingen-Heimerdingen
Wk Steinbruch Heidelberger Zementwerke
BRUNNEN 2
BRUNNEN
F.TEICHERT B.
Altablagerung"Hölle" der Stadt Ditzingen
B 1, Steinbruch Fa. Rombold, Hirschlanden
B 2, Steinbruch Hirschlanden
B 3, Steinbruch Fa. Rombold, Hirschlanden
B 4, Steinbruch Hirschlanden
( = ARN 10) - Br. Stuttgart-Hausen
Erdfall am Böhnlachgraben, Hemmingen
B 3I/85 Deponie Lechler Ditzingen-Hirschlanden
Steinbruch Hirschlanden Firma Rombold
Ro7120/B1 Ditzingen
Grube
RECHTS
3499350.0
3497700.0
3506123.0
3506036.0
3506207.0
3503450.0
3500195.4
3500653.4
3500787.3
3500354.5
3505900.0
3501410.0
3502298.0
3500350.0
3501376.0
3501630.0
HOCH
5412600.0
5411140.0
5408462.0
5408472.0
5408458.0
5411790.0
5411435.9
5410795.3
5411606.8
5410919.7
5408360.0
5413980.0
5411250.0
5411200.0
5412114.0
5412190.0
ANSATZHOEHE
400.0
409.1
309.91
308.56
310.92
310.0
349.7
378.0
353.5
372.5
307.4
340.0
357.33
370.0
359.5
337.0
TIEFE
1.0
1.0
0.1
0.1
0.1
1.0
64.5
76.0
64.0
100.0
102.0
40.0
68.35
93.0
0.0
AUFSCHLUSSART
B
B
BA
BA
BA
SCH
BA
BA
BA
BA
B
DO
B
STBR
B
BGR
GW-NUMMER
0106/461-4
0107/461-4
0092/461-4
Anlage 3
Bestehende Erdwärmesonden
(Informationen vom Landratsamt
Ludwigsburg)
Bestehende Erdwärmesonden vom Landratsamt
EWS-Nummer
Rechtswert
1
2
3
4
5
6
7
8
Hochwert
3505343
3504638
3505209
3504621
3498850
3505293
3499773
3498722
Tiefe unter GOK
in [m]
Ansatzhöhe
5410928
5410991
5410852
5410931
5412729
5410864
5412870
5412617
316,82
311,50
304,50
297,50
395,50
314,50
366,00
390,50
Korrelation mit
LGRB-Bohrung-Nr.
TK25
130
100
77
80
70
140
100
80
7120
7120
7120
7120
7119
7120
7119
7119
1726
/
1524
1592
/
/
1055
1053
Anlage 4
Profilschnitt Ditzingen
Übersichtskarte
Profilschnitt
Große Keisstadt Ditzingen
2/1635
A
1/154
2/854
5
7
8
2/1632
2/1633
Große Kreisstadt Ditzingen
2/1639
2/1629
2/1222
1/631
2
2/1219
2/1116
2/1631
2/11
2/720
4
1
3
2/1065
6
2/721 2/717
2/1819
2/724
2/722
2/1068
2/1079
2/1064
2/1075
2/1070
2/1072 2/2
2/1430
Im Profilschnitt integrierte Bohrungen
mit einer Tiefe ab 20m und/oder
Wasserstandsangaben*
2/1219
2/701
2/700
2/1
2/696
2/10
2/1062
2/1063
2/1062
*Bohrungen vom LGRB (z.B. 2/696): „1/“ steht für TK25 7119; „2/“ steht für TK25 7120;
danach folgt Aufschlussnummer (siehe Anlage 1);
Erdwärmesonden vom Landratsamt (z.B. 8): Nummerierung entspricht Exceltabelle (siehe Anlage 3)
NWW
A
B
450
SOO
450
8 5
7
400
400
2/1631
2/1219
2/1222
1/154
Keuper
350
Oberer Muschelkalk
300
2/717
2/1116 2/1819
6
2/722
2
1
3
2/721
2/11
4
2/1430
2/720
2/724
2/1132
2/2
2/700
2/1072
2/701
2/1
350
300
250
250
Mittlerer Muschelkalk
200
200
150
150
100
[m] 0
1500
3000
4500
6000
7500
B
2/1258
2/1132
Im Profilschnitt nicht integrierte Bohrungen
mit einer Tiefe ab 20m und/oder
Wasserstandsangaben*
1/631
2/1067
2/1085
9000
Masstab 1:30 000; 10 fach überhöht
100
[m]
2/1223
Anlage 5
Aufschlussliste
Aufschlussnummer
Rechtswert
Hochwert
Stratigraphie
Besonderheiten/Beschreibung
1
5415865
3495040
ku1
Große ausgehobene Grube, wahrscheinlich durch
gefällten Baum entstanden; Gestein anstehend in
der Grube sichtbar
2
5415650
3494785
ku1
Mulde von umgestürztem Baum; Gestein hat viele
grünliche Stellen, z.T. mit kohligen Anteilen
3
5415450
3494648
ku1
Gelblicher Sandstein mit Glimmer und kohligen
Stellen
4
5415384
3494543
moδ
Gelblich, feinkörnig; schäumt leicht bei HCl-Kontakt
5
5415132
3494574
mo1
Gestein an umgestürzten Baumstumpf im Wald mit
vielen Muschel- und Brachiopodenschalen und
verhältnismäßig wenig Trochiten
6
5415022
3495042
mo2
Umgestürzter Baum im Wald;
feinkörniger Kalkstein ohne Fossilien
7
5415018
3495140
mo1
Gestein an umgestürzten Baum; viele Trochiten,
Muscheln und Brachiopoden vorhanden
8
5415002
3496284
mo1
9
5415019
3496805
mo2
10
5414910
3496912
mo2
blaugraues,
Umgestürzter Baum; sehr viele Muscheln und
Brachiopoden, wenig Trochiten
Umgestürzter Baumstumpf; blaugraues Gestein
ohne makroskopisch sichtbaren Fossilinhalt;
rostbraune Stellen vorhanden
Aufschluss an Böschung am Feld; feinkörnige,
fossilleere Kalksteine, als auch Gesteine mit
Muschel- und Brachiopodenschalen
11
5414403
3496498
mo2
12
5414740
3495303
mo1
13
5414618
3495240
mo2
Gestein an umgestürzten Baumstumpf; blaugraue
Kalksteine
mit
teilweise
gelblich-braunen
Verwitterungsspuren; beim Aufschlagen eindeutig
blaugrau und feinkörnig mit vielen fossilisierten
Muschel- und Brachiopodenschalen
Umgestürzter Baum im Wald; Schillbank mit sehr
vielen Muscheln und Brachiopoden und einigen
Trochiten
Umgestürzter Baum; feinkörniger, stark verwitterter
Kalkstein mit weißlichen Kalkknollen (siehe
Abbildung 34); Steinkerne von Coenothyris
cycloides gefunden
14
5414620
3494860
mo1
Umgestürzter Baum; Terebrateln als Steinkerne
gefunden in feinkörnigem, blaugrauen Kalkstein;
grobkörnige Kalksteine auch vorhanden; z.T.
Gestein sehr bröckelig; wenig Trochiten;
15
5414336
3495100
mo2
Feinkörniger, blaugrauer Kalk; enthält zum
geringen Teil Muschel- und Brachiopodenüberreste
16
5414440
3495356
mo2
17
5414092
3495678
mo2
18
5413982
3495667
mo2
Umgestürzter Baumstumpf; blaugrau, feinkörnig mit
Muscheln und Brachiopoden; viele bröckelige
Gesteine; auffällig viel Lößüberdeckung
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5413242
3496281
mo1
Umgestürzter Baum im Wald; Brachiopoden als
auch Trochiten vorhanden
Umgestürzter Baum; Schillbänke mit vielen
Brachiopodenschalen; teilweise stark verwittert mit
weißlichen Kalkknollen
Umgestürzter Baum; blaugrauer, feinkörniger
Kalkstein mit weißlichen Kalkknollen; feinkörnig bis
grobkörnig; Brachipodenschalen
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5413017
3496916
mo1
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5413410
3496480
mo1
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5413426
3496556
mo1
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5414019
3496858
mo2
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5413839
3497248
mo1
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3497352
mo1
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5413770
3497328
mo1
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5413550
3497249
mo1
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5413038
3497165
mo1
29
5412970
3497191
mo1
30
5412938
3497172
mo1
Mulde eines umgestürzten Baumes; stark
verwitterte Trochiten gefunden; auffällig viel
Lößlehm
Umgestürzter Baum im Wald; Kalkstein mit
Muscheln, Brachiopoden und Trochiten
Unter umgestürztem Baum Schillbänke mit vielen
Stilgliedern von Encrinus liliiformis
Gestein unter umgestürztem Baum; blaugrauer,
feinkörniger
Kalkstein
mit
Muschelund
Brachiopodenschalen
Großer Aufschluß mit massiven Wänden mit
Sprengstofflöchern;
Muscheln,
Brachiopoden,
Trochiten auffindbar
Anstehende Gesteinswand von ca. 70 cm;
feinkörniges, blaugraues Gestein mit sehr gut
erkennbare Trochiten; Brachiopoden vorhanden
Umgestürzter Baum mit blaugrauen, feinkörnigem
Kalkstein, herausgewitterte Trochiten bis zu 0,7 cm
breit
Anstehende Gesteinswand; dünnere Bank (ca. 5
cm) zwischen dickeren Bänken (ca. 30 cm); in
dünnerer Bank viele kleine Brachiopoden und
Muscheln; Trochiten vorhanden
Dunkler feinkörniger Kalkstein mit wenig Trochiten
Umgestürzter Baumstumpf; Gestein mit vielen
Muscheln, Brachiopoden, wenig Trochiten
Umgestürzter Baumstumpf; Gestein mit vielen
Muscheln, Brachiopoden, wenig Trochiten
31
5412806
3497181
mo1
32
5413305
3497322
mo2
33
5413320
3497350
mo2
34
5413339
3497454
mo2
35
5413342
3497539
moδ
36
5413518
3497462
mo1
37
5413746
3497538
mo2
38
5413763
3497620
mo2
39
5413822
3497608
mo1
40
5413925
3497738
mo1
Umgestürzter Baumstumpf; neben blaugrauen,
feinkörnigen,
makroskopisch
fossilleeren
Kalksteinen auch Kalksteine mit vielen Muschelund Brachiopodenüberresten und wenig Trochiten
Umgefallener Baumstumpf; Brachiopoden in
feinkörniger,
blaugrauer
Matrix
vorhanden;
Kalkstein
Dunkler, feinkörniger Kalkstein ohne erkennbare
Makrofossilien
Umgefallener Baumstumpf; Schillbänke mit vielen
Muschel- und Brachiopodenschalen
Umgestürzter Baum im Wald; neben blaugrauen
Steinen gibt es oberhalb von diesen gelbliche, bei
HCl-Kontakt weniger schäumende Dolomite;
Aufschluss sieht stark nach einem Übergang von
mo2 zu moδ aus
Anstehendes Gestein am Hang; blaugrau,
feinkörnig,
neben
Muschelund
Brachipodenschalen auch Trochiten vorhanden
Großer Aufschluss mit massiven Gesteinswänden
mit
Sprengstofflöchern;
außer
von
Terebratelsteinkernen keine Fossilien gefunden an
den gesamten Wänden; Kalksinter vorhanden
(siehe Abbildung 34);
Umgestürzter Baumstumpf; blaugrau, feinkörnig mit
Brachiopodenschalen
Anstehendes Gestein unter Baumwurzel am Hang;
wenig Trochiten, fossilisierter Wohnbau gefunden
(siehe Abbildung 56)
Umgestürzter Baumstumpf; Trochiten neben
Brachiopoden und Muscheln zu sehen
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5413888
3497840
mo2
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5413910
3497998
mo2
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5413924
3498132
moδ
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5413985
3497984
mo2
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3497798
mo2
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5414020
3497922
mo2
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5414045
3497968
moδ
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3498083
moδ
49
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3497890
mo2
50
5414150
3497770
mo2
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5414209
3497800
mo2
Umgestürzter Baumstumpf; Kalkstein hat außen
gelbliche Stellen, beim Aufschlagen blaugraue
Farbe
Anstehendes
Gestein
unter
Baumwurzel;
blaugrauer,
feinkörniger
Kalkstein
ohne
makroskopisch erkennbare Fossilien
Umgefallener Baumstumpf; gelblich, schäumt leicht
bei HCl-Kontakt
Umgestürzter Baumstumpf; Schillbänke vorhanden
mit Muscheln und Brachiopoden; gelbliche Stellen
als Verwitterung; frisch angeschlagenes Gestein
blaugrau
Umgestürzter Baumstumpf; viele Brachiopoden und
Muscheln; keine Trochiten
Umgestürzter Baumstumpf; typisch blaugrauer
Kalkstein mit Brachiopoden und Muscheln
Umgestürzter Baumstumpf; neben blaugrauen
Gesteinen mit rostbraunen Stellen gibt es auch
gelbbraune Steine, die weniger schäumen bei HClKontakt; Aufschluss sieht nach Übergang zwischen
mo2 und moδ aus
Umgestürzter Baumstumpf; typische gelbbraune
Farbe
Umgestürzter Baumstumpf; neben blaugrauen
Gesteinen gibt es auch gelbbraune Steine, die
weniger schäumen bei HCl-Kontakt; Aufschluss
sieht nach Übergang zwischen mo2 und moδ aus
An kleinem Hang; Brachipoden und Muscheln
vorhanden; Kalksinter als Verwitterungsschicht um
Kalkstein
Umgestürzter
Baumstumpf;
Schillbänke
mit
Muscheln- und Brachipodenschalen
52
5414280
3497868
mo2
Umgestürzter
Baumstumpf;
blaugrauer,
feinkörniger
Kalkstein
mit
Muscheln
und
Brachipoden
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5414380
3498176
mo2
Umgestürzter Baumstumpf; blaugrauer Kalkstein
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5414441
3497776
mo2
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5414573
3497910
mo2
56
5415220
3497612
mo2
57
5415342
3497578
mo2
58
5415400
3497590
mo2
59
5415441
3497614
mo2
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5415487
3497682
mo2
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5415522
3497644
mo2
Unter Baumwurzel; Kalkstein ist außen gelblich, an
frisch aufgeschlagener Stelle blaugrau; enthält
Brachiopoden und Muscheln
Umgestürzter Baum; blaugrauer Kalkstein
Unter Baumwurzel; blaugrauer, feinkörniger
Kalkstein
Unter Baumwurzel; blaugrauer Kalkstein
Unter Baumwurzel; blaugrauer, feinkörniger
Kalkstein
Unter Baumwurzel; blaugrauer, feinkörniger
Kalkstein
Umgestürzter Baumstamm im Wald; stark
verwitterter blaugrauer Kalkstein
Anstehendes Gestein am Hang; blaugrauer
Kalkstein mit Muschel- und Brachiopodenschalen
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