Eigenveranstaltungen entwickeln

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Marktformen und Preisbildung
Märkte können nach qualitativen Merkmalen,
wie z. B. Gütermarkt, Arbeitsmarkt, Reisemarkt,
aber auch nach quantitativen Gesichtspunkten
eingeteilt werden. Im Vordergrund der quantitativen Betrachtungsweise steht die relative
Stärke der Marktparteien aufgrund der Anbieter- und Nachfragerzahlen.
Diese 3 × 3-Besetzungen der jeweiligen Marktseite ergeben kombiniert die neun einfachen
typischen Marktformen.
In der Regel sind sie durch die Kombinationen
„viele relativ schwache – wenige etwa gleich
starke – ein starker Anbieter“ auf der Angebotsseite und „viele relativ schwache – wenige etwa
gleich starke – ein starker Nachfrager“ auf der
Nachfrageseite gekennzeichnet.
Die Begriffe sind Zusammensetzungen aus Wörtern der griechischen Sprache und bedeuten im
Einzelnen:
polys = viel, mehr
olígos = wenig, gering
mónos = allein, einzig
Angebotsseite
Nachfrageseite
Die wichtigsten Marktformen sind Polypol,
Oligopol und das Monopol).
viele relativ
schwache Anbieter
wenige gleich
starke Anbieter
ein
starker Anbieter
Polypol
Oligopol
Monopol
wenige etwa gleich
starke Nachfrager
Nachfrageoligopol
zweiseitiges
(bilaterales) Oligopol
beschränktes
Monopol
ein starker
Nachfrager
Nachfragemonopol
beschränktes
Monopol
zweiseitiges
(bilaterales) Monopol
viele relativ schwache
Nachfrager
Einen Markt beherrschen in der Regel Monopolisten sowie Oligopolisten dann, wenn zwischen
ihnen kein wesentlicher Wettbewerb herrscht.
Marktformen
Anbieter/Nachfrager
Güterart (Beispiel)
Polypol
A: Blumenzüchter
N: Einzelhändler und Verbraucher
Blumen
Nachfrageoligopol
A: Landwirte
N: Molkereien
Milch
Nachfragemonopol
A: Kleiderfabriken
N: Staat
Uniformen für die Bundeswehr
Oligopol
A: Mineralölgesellschaften
N: Autofahrer
Benzin
zweiseitiges Oligopol
A: Autoproduzenten
N: Bundesländer
Polizeifahrzeuge
Monopol
A: Elektrizitätswerk
N: Haushalte
Lichtstrom
zweiseitiges Monopol
A: Hersteller
N: Deutsche Post AG
patentierte Postsortiermaschinen
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Die relative Stärke der Marktparteien findet u. a. ihren Ausdruck in den Marktpreisen.
Der ideale Markttyp ist der vollkommene Markt. Auf ihm herrscht vollkommener Wettbewerb ohne
Störung. Für diesen Modellmarkt müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
‘ Homo oeconomicus
Der Mensch handelt ständig rational nach
dem Wirtschaftlichkeitsprinzip (ökonomisches Prinzip).
Maximalprinzip
Mit einer Tankfüllung Benzin eine möglichst
weite Strecke zurücklegen.
Minimalprinzip
Mit dem Fahrzeug nach Berlin fahren und auf
dieser Reise möglichst wenig Benzin verbrauchen.
‘ keine persönlichen Präferenzen
Nachfrager und Anbieter dürfen sich nicht
wechselseitig bevorzugen.
Es darf kein bestimmter Reiseveranstalter nachgefragt werden.
‘ vollständige Konkurrenz
Ein Marktteilnehmer darf den Preis eines
Gutes nicht von sich aus bestimmen können.
Auf dem Wochenmarkt treffen viele Anbieter
und viele Nachfrager von Obst aufeinander.
‘ Gleichartigkeit der Güter
Die Güter müssen vollkommen gleichartig
(homogen) sein.
Es gibt keine Unterschiede in Qualität, Größe,
Farbe und Umweltverträglichkeit.
‘ keine räumliche Differenzierung
Angebot und Nachfrage müssen an einem
bestimmten Punkt den Markt bilden.
Das Angebot darf nicht in Darmstadt erfolgen,
während sich der Nachfrager in Worms befindet.
‘ keine zeitliche Differenzierung
Anbieter und Nachfrager treten nicht zu
unterschiedlichen Zeiten auf dem Markt auf.
Angebote von Wintersportartikeln im Hochsommer.
‘ Markttransparenz
Jeder einzelne Marktteilnehmer hat eine
vollständige Marktübersicht.
Anbieter und Nachfrager wissen was, wann, wo,
in welcher Menge, zu welchem Preis und von
wem angeboten oder nachgefragt wird.
Reale Märkte unterscheiden sich von dem Modellmarkt vor allem:
1. durch fehlende Homogenität der Güter (z. B.
Mineralwassermarkt, Markt für stille Wässer),
2. durch natürliche und künstliche Wettbewerbsunterschiede (z. B. Standort und
Größe der Mineralwasserhersteller),
3. durch die fehlende Marktübersicht der Marktteilnehmer.
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Unter diesen Voraussetzungen sind die Wirkungszusammenhänge des beschriebenen
Preisbildungsprozesses kompliziert.
Für die Marktpreisbildung sind Angebot
und Nachfrage von entscheidender Bedeutung.
Unterstellt sei, dass mehrere Anbieter einer
bestimmten Güterart an die Nachfrager herantreten und jeder Einzelne seinen vorher
kalkulierten Preis fordert.
In der Regel werden die Preisforderungen der
Anbieter unterschiedlich hoch sein. Unter der
Voraussetzung, dass die Güter homogen sind,
werden die Nachfrager bestrebt sein, wenig
für die angebotenen Güter zu zahlen. Entsprechend würden zuerst die billigsten, dann
die zweitbilligsten usw. von den Nachfragern
gekauft.
Obwohl ein solches Verhalten möglich ist, wird
sich in der Regel der Preis eines Gutes nach
den unterschiedlichen Interessenlagen von
Nachfragern und Anbietern bilden. Diese stimmen nur bei einem bestimmten Preis überein.
Bei dieser bestimmten Preishöhe decken sich
die angebotene Menge und die nachgefragte
Menge eines Gutes. Bei allen übrigen Preisen
verändern sich die Nachfrage und das Angebot
durch eine Zunahme oder einen Rückgang ihrer
Nachfrage- bzw. Angebotsmenge.
Nachfragereaktion
»
»
Saisonschlussverkauf
(Güterangebot > Güternachfrage)
Anbieter senkt die Preise ’ Nachfrage steigt
Rohstoffverknappung
(Güternachfrage > Güterangebot)
Anbieter erhöht die Preise ’ Nachfrage sinkt
Angebotsreaktion
»
»
Kommunikationsmittel kommen auf den Markt, für
die Bedarf besteht.
Nachfrage groß ’ hoher Preis ’ Anbieter erhöht
das Angebot
Im Sommer ist Tannenbaumschmuck kaum gefragt.
Nachfrage gering ’ niedriger Preis ’ Anbieter
senkt das Angebot
In einem Abstimmungsprozess pendeln sich die entgegengesetzten Verhaltensweisen von Angebot
und Nachfrage ein. Es kommt schließlich zu einer Marktpreisbildung, die von beiden Seiten akzeptiert wird.
Der Abstimmungsprozess zwischen Anbieter und Nachfrager führt zur Bildung eines Marktpreises.
Bei diesem Preis sind die effektiven (wirklichen) Nachfrage- und Angebotsmengen gleich groß
(Gleichgewichtsmenge).
Der vorgestellte Preisbildungsmechanismus ist ein Modell und nicht für die Realität repräsentativ. Das
liegt jedoch nicht an dem Preisbildungsmechanismus, sondern hauptsächlich daran, dass die Modellbedingungen, vollkommene Märkte, nur selten anzutreffen sind.
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