3 Leber - wilmnet.de

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Leber
Leber
Funktionen der Leber
Stoffwechsel
-
-
-
Kohlenhydrate

Glykogen-Synthese, Glykolyse, Glykoneogenese

Leberfunktionsstörung  Hypoglykämien
Proteine

Hauptsyntheseort zirkulierender Proteine (außer -Globuline)
◦
Albumin, Transportproteine, Akute-Phase-Proteine (Bsp. CRP),
Gerinnungsfaktoren (außer Faktor VIII  im Gefäßendothel prod.),
Komplementfaktoren, 1-Antitrypsin, -Fetoprotein
◦
Leberfunktionsstörung  Blutungsneigung
Fett

Nahrungs-Triglyceride  freie FS

Lipolyse

Synthese v. Cholesterin, Phospholipide
Speicherfunktion
-
Glukose  Glykogen
Fette  Triglyzeride
Vitamin A, D, E und B12
Biotransformation
-
Entgiftung
First-Pass-Efekt
Aktivierung/Inaktivierung von Hormonen
Exkretion
-
gallepflichtige Stoff
(Bilirubin, Gallensäuren, Cholesterin, Steroidhormone, Medikamente, etc. )
Harnstoffsynthese
-
Abbau von NH3 bei Eiweißkatabolismus  NH3 in Harnstoff
 Ausscheidung über Niere
Immunsystem
-
Makrophagen (KUPFFER-Stern-Zellen), Komplementfaktoren, Akute-Phase-Proteine
Leberenzyme
Transaminasen und Ektoenzyme
Enno
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Leber
Gallenfunktion
Aufgaben und Bildung der Galle
Enno
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Leber
Diagnostik bei Lebererkrankungen
Inspektion
-
-
Leberhautzeichen
 Spider-Nävi, Weißnägel, Lackzunge, Hautatrophie, Palmarerythem, Caput medusae (portale
Hypertension), Striae, Petechien, fehlende männliche Sekundärbehaarung (Bauchglatze)
Ikterus: zuerst Gelbfärbung der Skleren (ab Serum-Bilirubin-Wert > 1,5 mg/dl bzw. > 26 mmol/l)
grobschlägiges Zittern der Hände bei hepatischer Enzephalopathie
Kratzeffloreszenzen bei Pruritus, ggf. mit Superinfektion
Xanthome/Xanthelasmen als Folge erhöhter Cholesterin-Konzentrationen bei Cholestase
Hautblutungen (Ekchymosen) durch Gerinnungsstörung
Foetor hepaticus: leberartiger Mundgeruch bei akutem Leberversagen
Ödeme: Salz- und Wasserretention bei sekundärem Hyperaldosteronismus, Hypalbuminämie durch
eingeschränkte Syntheseleistung der Leber
vermehrter Bauchumfang (Hepatomegalie oder Aszites)
Hodenatrophie, Gynäkomastie durch verminderten Abbau von Östrogenen
DUPUYTREN-Kontraktur bei chronischem Alkoholabusus (allerdings unspezifsch)
KAYSER-FLEISCHER-Kornealring: grünlich-braune Ablagerungen von Kupfer am Irisrand bei M. WILSON
Bewusstseinsstörungen, z. B. bei hepatischer Enzephalopathie
Palpation
-
groß und weich: V. a. Fettleber
klein und hart: V. a. Zirrhose
kleinknotig: V. a. nutritiv-toxische Zirrhose
großknotig: V. a. posthepatitische Zirrhose
solitärer Knoten: V. a. Metastase, Tumor, Abszess
Laborwerte
Laborkonstellationen bei
Lebererkrankungen
- virale Hepatitis:
GPT > GOT
- alkohol. Hepatitis:
GPT < GOT
- GPT (ALAT)  im Zytosol, schon bei leichten
Membranschäden freigesetzt
- GOT (ASAT)  in Mitochondrien, erst bei
stärkeren Schäden freigesetzt
- De-Ritis-Qutient:
Enno
GOT / GPT
< 1  kleiner Schaden
> 1  großer Schaden
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Leber
Fettleber (alkoholtoxischer Leberschaden)
-
häufigster Leberschaden
Stadien
1) Leberverfettung
 Verfettung > 5 % der Hepatozyten
2) Fettleber (Steatosis hepatis)  Verfettung > 50 % der Hepatozyten
3) Fettleberhepatitis (Steatohepatitis)
  großtropfige Verfettung, portale und lobuläre Entzündungsinfiltrate m/ oder ohne Mallory-Körperchen
 ASH (alkoholische Steatohepatitis)
 NASH (nicht-alkoholische Steatohepatitis) Bsp: D.m. 33%
4) alkoholische Leberzirrhose
(reversibel)
(reversibel)
(irreversibel)
(irreversibel)
Ursache
-
-
chron. Alkohol-Abusus an erster Stelle!
 Gefährdungsgrenze (maximale Verträglichkeitsgrenze) zur Alkoholhepatopathie
◦ ♂ : 20‒80 g reiner Alkohol pro Tag
◦ ♀ : 10‒40 g reiner Alkohol pro Tag
 C2 durch Mitochondrien zu Lipiden  Mitochondrien irreversibel geschädigt
(Riesenmitochondrien)  Lipidsynthese  in Hepatozyten
metabolisches Syndrom (Diabetes, Insulin-Resistenz, Hyperlipoproteinämie, Adipositas)
Eiweißmangel
tox. Medikamente (Zytostatika, Glukokortikoide)
Schwangerschaft
Ungleichgewicht im Fettstoffwechsel löst Verfettung aus
es kann sekundär zu Entzündungsreaktionen kommen
Klinik
-
oft zu Beginn beschwerdefrei mit asymptomatische Leberwerterhöhung
-
Steatosis hepatis
 meist symptomarm
 evtl. Druckgefühl im rechten Oberbauch
 selten akute Exazerbation mit Gefahr des Leberversagens
-
Fettleberhepatitis
 Ikterus, Fieber, Oberbauchschmerzen
 unspezifische Verschlechterung des Allgemeinzustands
(Übelkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust)
 evtl. Entzugssymptomatik
 akuter Verlauf
 hepatische Enzephalitis
 Aszites
 Leberfunktionsstörung
 evtl. Leberausfallkoma (schwere hepatische Enzephalitis) bei Leberversagen
 chronisch-persistierender Verlauf mit Übergang in alkoholische Leberzirrhose
Enno
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Leber
Diagnostik
-
Steatosis hepatis
 Anamnese und körperliche Untersuchung
 weiche Vergrößerung der Leber
 Labor
◦ unspezifische, aber typische Veränderungen
◦ γ-GT  und Ferritin  im Serum
◦ MCV 
 CDT  (Carbohydrate-deficient-transferrin)
◦ spezifisch für Alkoholmissbrauch, erhöht bis 6 Wochen nach Missbrauch
 Sonographie  homogene, echoreiche Leber mit abgerundetem Unterrand
-
Alkoholische Fettleberhepatitis
 vergrößerte und druckschmerzhafte Leber
 evtl. Aszites, Splenomegalie
 Labor
◦ Transaminasen  (GOT>GPT  De-Ritis-Quotient >1 )
◦ GLDH 
◦ Bilirubin 
◦ γ-GT , AP 
◦ evtl. Lebersynthesestörung (Albumin, Quick-Wert )
◦ Ammoniak 
◦ Anämie
 Sono wie Steatosis hepatis
Pathologie
-
Steatosis hepatis
 läppchenzentrale, tropfenförmige Verfettung d. Leberzellen mit allmähl. Einzelzellnekrose
 Resorptionsknötchen durch Abräumung der zerstörten Fettzellen durch Kupffer-Zellen
 Lipophagengranulome = Abräumung freien Fettes durch Histiozyten, Granulozyten,
Lymphozyten
-
Steatohepatitis (alkoholische Hepatitis)
 Fettleber mit hydropischer Schwellung der läppchenzentralen Hepatozyten (Ballon-Zellen)
 läppchenzentrale Leberzellnekrosen: degenerierte Leberzellen enthalten typische,
intrazelluläre Hyalinablagerung ("Mallory-bodies")
 Immunreaktion: zunehmende entzündliche Infiltration mit neutrophilen Granulozyten
 Fibrosierung: ausgeprägte bindegewebige Kollagenfaserneubildung mit dem Bild einer
perivenösen "Maschendrahtfibrose"
  mechanische Galleabflussbehinderung  Gallengangsproliferate im Bindegewebe
-
Alkoholbedingte Leberzirrhose
 lymphozytäre Infiltration
 Regeneratsknoten mit massiver Verfettung der Hepatozyten
 portoportale und portovenöse, fibrosierte Septen mit zunehmend zirrhotischem Umbau
Therapie
-
Enno
Lebensstiländerungen (sofortige Alkoholkarenz)
Therapie des Diabetes, etc.
Prognose
  Entzündung: gute Prognose
 Fettleberhepatitis: 6 x höheres Risiko für Leberzirrhose; 4 x für hepatozelluläres Karzinom
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Leber
Leberzellnekrose
-
zentrale Nekrose
 Alkohol, Toxine (Knollenblätterpilz)
periportale Nekrose
 Hepatitis, Eklampsie
Mottenfraß-Nekrose
 aggressive Entzündungen, chron.-aggressive Hepatitis
brückenbildende Nekrose  Virushepatits
Ätiologie
1) viral
2) autoimmun
3) direkt toxischer Schaden (Vergiftung)
4) Hypersensitivität (Medikamente)
5) idiopathisch (Bsp: Lebervenenverschluss)
akutes (fulminantes) Leberversagen
-
Kombination aus:
- akute Leberfunktionsstörung mit Ikterus und Gerinnungsstörung
- hepatische Enzephalopathie
- Ausschluss einer vorbestehenden chron. Lebererkrankung
a) fulminantes Leberversagen
b) akutes Leberversagen
c) subakutes Leberversagen
 innerhalb von 7 Tagen
 Enzephalopathie innerhalb von 4 Wochen
 Enzephalopathie erst nach > 4 Wochen
Klinik
-
ZNS

-
Enno
hepatische Enzephalopathie (durch Ausfall v. Entgiftungsfunktion)
◦ durch fehlender Abbau v. Neurotoxinen u. Zytokinen  Astrozytenschwellung m/
Störung d. Gliafunktion
◦ GABA   Cl- in Neurone  Erregbarkeit 
 Hirnödem (bei schweren Fällen, Haupttodesursache beim fulminanten LV)
◦ Ansammlung von NH3  Akkumulation von Glutamin  osmot. Schwellung
weitere Akutkomplikationen
 Hypoglykämie
 gastrointestinale Blutung
 respiratorische Insuffizienz (durch Lungenödem bei gesteigerter Gefäßpermeabilität)
 Infektionen (10 % Todesursache, weil Fkt. KUPFFER-Zellen und Komplementsystem  )
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Leber
hepatozelluläres Karzinom (prim. Leberzell-Ca)
-
8. häufigster Tumor weltweit (EU und N-America selten)
50.-60. LJ (Europa); ♂ > ♀
Ätiologie
-
80 % durch Leberzirrhose (Alkohol, Hep. C oder B)
Lebererkrankung
Hepatits C
Hepatits B + D
Hämochromatose
C2-Abusus
prim. biläre Zirrhose
Morbus Wilson
-
HCC-Risiko
65 %
50 %
35 %
25 %
7%
4%
auch Aflatoxine (Schimmelpilze)
sekundär  ♂, Alter, Zigaretten
Klinik
-
frühe Stadien keine Beschwerden
Oberbauchscmerzen
Gewichtsverlust
Hepatosplenomegalie
Ikterus, Pruritus
häufig paraneoplastische Syndrome
 Hyperkalzämie, Gynäkomastie, Hyperglykämie, Hypertriglyceridämie, Makroglobulinämie,
Erythrozytose, u.a.)
Histologie
-
unscharf oder scharf begrenzter Tumor mit Kapselbildung
unterschiedlich konfiguriertes Gewebe mit Trabekelbildung
entartete Hepatozyten mit Malignitätszeichen
 unregelmäßige Kernmembran
 auffällige Zellkern/Zytoplasma-Relation
 Chromatinveränderungen
 Nekroseareale
Diagnostik
-
-Fetoprotein (AFP) > 300-400 ng/ml
  Korrelation zu Tumorgröße und Prognose
Transaminasen, AP, -GT, Bilirubin 
Quick, Albumin 
Sono (aber schwer durch Zirrhose zu erkennen)
CT, MRT, Angiographie
Sono-gesteuerte Feinnadelpunktion
-
Pat. m/ Zirrhose  Vorsorge: Sono + AFP alle 6 Monate
-
95 % aller Lebertumore sind Metastasen (durch doppelte Blutversorgung der Leber) !!!
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Enno
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Leber
Therapie
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solitäre Tumore
 Leberteilresektion (kurativ)
multilokuläre Tumore & Metastasen
 Lebertransplantation (gute Prognose)
kleine Tumore / palliativ
 arterielle Katheterembolisation / Chemoembolisation des Tumors
 perkutane Alkoholinjektion (PEI) unter Sono-Kontrolle
 intraarterielle Hochfrequenzablation (RFTA)
Prognose
-
Enno
eher schlecht, da bei Diagnose meist intrahepatische Metastasen oder Multilokalität
durch Leberzirrhose ist Patient eh schon in schlechtem Zustand
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