Spielzeitheft 2014.2015

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Spielzeit 2014. 2015
Wir waren unterwegs,
und wir würden immer
unterwegs sein, und
wir sangen vor
Begeisterung mit
100 Prozent Dresden
Weiter im Spielplan: Die letzten Tage der Menschheit
Weiter im Spielplan: Antigone
Weiter im Spielplan: King Arthur
14.15
Wir danken den Förderern und Partnern der Spielzeit 2014/2015 für die Zusammenarbeit und für
die freundliche Unterstützung unserer Produktionen und Projekte.
Förderer und Projektpartner
Medien- und Kooperationspartner
deutsche städte medien
Koproduzenten
Rimini
Apparat
10
Vorwort
Liebes Publikum!
In diesem Spielzeitheft sehen Sie 42 große Porträtfotos des Vielleicht kann das Theater heute am ehesten ein offener
Schauspielensembles, der Schauspielerinnen und Schau- Ort sein, ein gesellschaftliches Labor, ein Projekt, an dem
spieler, die den Spielplan tragen und die Ihnen vertraut viele teilhaben und das niemandem gehört. Vielleicht fehlt
sind als diejenigen, die in den Inszenierungen von unserer uns allen ein wenig die Gelassenheit auszuhalten, nicht in
und ihrer Welt erzählen. In den letzten Spielzeitheften wa- jedem Moment Bedeutung zu produzieren.
ren sie in merkwürdige – oft selbstgewählte – inszenierte
Zurück zum Moment neben dem Moment. Was haben die
Situationen gestellt. Diesmal treten sie Ihnen fast privat Schauspielerinnen und Schauspieler im Augenblick des
gegenüber. Dennoch: Etwas stimmt nicht. Wohin wendet Fotos gesehen? Ein überraschendes Bild, einen auf sie zusich der Blick, wie entsteht die innere und äußere Bewe- fliegenden Ball, einen unbekannten Film, einen merkwürgung? Normalerweise sucht der Fotograf (hier ist es der digen Menschen, der komische Dinge getan hat? Mal blitzt
Theaterfotograf Matthias Horn, unser Auge auf das Thea- schelmisch oder konzentriert die Zunge des Porträtierten
ter und seine Menschen) den „richtigen Moment“, den Mo- im Gesicht, mal wandert oder folgt der Blick, mal greift
ment, in dem der Schauspieler, der porträtiert wird, ganz
die Hand ins scheinbar Leere. Es sind Momente eines kurbei sich ist. Diesmal geht es um etwas anderes, um den Mo- zen Aus-sich-Heraustretens, eines Aufbruchs, ohne sich
ment neben dem Moment, um ein Kurz-vorher oder ein
selbst zu verlassen. Reaktion und Aktion sind ganz nah
Kurz-hinterher. Um einen Moment der Ablenkung, des
beieinander, das, was ich erfahre, und das, was ich daraus
Vergessens und des Abschweifens, um eine andere Art von
mache. Das könnte auch eine Art zu spielen sein, die sehr
Konzentration, um eine winzige Differenz des Bewusst- schnell ist und modern und doch ganz aus der Ruhe und
seins. Wovon handelt eigentlich Theater, und wie fixieren dem Zentrum kommt. Wir können von Schauspielern viel
die Schauspieler ihre Figuren? Ist es die Suche nach dem
lernen, denn sie haben gelernt, wach zu sein, gleichzeitig
treffenden, sprechenden, zeichenhaften und bedeutenden
auf sich achtzugeben, sich nicht zu verlieren und sich doch
Moment? Oder ist es die kleine Abweichung, die Unschärfe, ganz einzulassen.
die Irritation, die das Geheimnis ihrer Kunst ausmacht?
Gerade jetzt scheint es manchmal notwendig, von diesen
Anders als noch vor einigen Jahren, als die sozialen und
kleinen, aber fundamentalen Momenten des Spielens und
politischen Verhältnisse uns vielleicht noch gewisser und
der Weltwahrnehmung zu reden, denn das Getöse in der
selbstgewisser erschienen und das Theater sich heftig an Theater- und Medienlandschaft klingt im Augenblick wieder Definition von Welt beteiligte, kann heute unsere Qua- der einmal laut und schrill.
lität gerade die Suchbewegung, das Umspielen des fikti- Mehrere der großen Bühnen im deutschsprachigen Raum –
ven Zentrums sein. Dies wäre eine elegante Alternative
vom Burgtheater über das Düsseldorfer Schauspielhaus bis
zum krampfhaften Festhalten an einer trotzig behaupte- zur Semperoper – stehen derzeit unter finanziellen oder
ten Bedeutung.
personalpolitischen Aspekten im Spannungsfeld kritischer
Es erscheint mir oft von unerträglicher Larmoyanz, wenn Aufmerksamkeit. Theater wird weniger als Kunstform und
ehemalige Theaterkönige, krisenaffine Feuilletonisten und -produktion diskutiert denn als gelingender oder scheiternerregte Netzanonyme den Bedeutungsverlust des Theaters – der Betrieb.
oder der Kunst überhaupt – beklagen. Je nach Himmels- Natürlich müssen die Betriebe funktionieren, natürlich
richtung und Generation wird man von der 68er- oder der müssen sie transparent sein, und natürlich existiert – wie in
89er-Theaterwichtigkeitskeule erschlagen. Die Bedeutung
fast jeder anderen gesellschaftlichen Institution – Reformvon Theater hat sich aber – historisch betrachtet – jeweils
bedarf. Und ebenso natürlich bedarf es der gemeinsamen
unterschiedlich definiert. Man kann das an vielen Beispie- Sorgfalt, Verantwortung und Intelligenz unserer Geselllen im Jubiläumsband zum einhundertjährigen Bestehen
schaft, von Politik und Publikum, von Kunst und Kritik, an
des Staatsschauspiels Dresden nachvollziehen.
Entwürfen für eine Zukunft ihres Theaters zu arbeiten.
Wie im Theater selbst sich die Kunst des Spielens und die
Kunst des Zuschauens verbinden, wie in der Antike das
Theater eine Sache der Polis war, so können auch heute die
Probleme und die Lösungen nur gemeinsam beschrieben
und gefunden werden.
Wir versuchen, Ihnen für die Saison 2014/2015 einen Spielplan zu bieten, der unsere Schauspieler in vielen authentischen und berührenden, schrägen und rätselhaften Momenten zeigt. Momente, die treffen, und Momente, die
umspielen. Spannende Theatermomente und versteckte
Momente neben den Momenten. Nicht ganz ohne Risiko,
aber eben auch nicht ganz ohne die Überzeugung, dass das
Theater einer der schönsten Orte gemeinsamen Nachdenkens und Nachfühlens bleiben wird.
Wir freuen uns auf Sie.
Ihr
Wilfried Schulz
Intendant Staatsschauspiel Dresden
11
Eröffnungsfest
Wir beginnen die neue Theatersaison mit einem großen Eröffnungsfest für die ganze Familie am
6. September! Mitglieder des Ensembles und Freunde des Hauses präsentieren vom Postplatz bis zur
Probebühne unterm Dach ein abwechslungsreiches literarisches und musikalisches Programm.
Um 15 Uhr geht’s für die Kleinen los: In der Kinderleseecke gibt es spannende Geschichten zu hören,
die in sagenhafte Welten entführen. Und für die ganz Mutigen erzählt der Theatergeist tief unten
in den Gewölben gruselige Gespenstergeschichten. Im Kinderschminksalon kann man sich in fiese
Monster oder bezaubernde Prinzessinnen verwandeln. In den Foyers zeigen die Gewerke Tricks
und Kniffe aus ihrem Arbeitsalltag und laden zum Ausprobieren ein. Bei der Theaterrallye, die in alle
Winkel des Theaters führt, gibt es tolle Preise zu gewinnen und allerhand zu entdecken. Aufregende
Spezialeffekte und technisches Know-how präsentiert die große moderierte Bühnentechnik-Show.
Die Bürgerbühne und die Theaterpädagogik informieren über die Theaterclubs, Neuinszenierungen
sowie über Angebote für Schüler und Lehrer und stellen in Miniperformances ihre künftigen
Projekte vor.
Darüber hinaus präsentieren die Schauspielerinnen und Schauspieler überall im Haus bis spät in die
Nacht vielfältige literarische, musikalische und szenische Überraschungen. Die Studentinnen
und Studenten des Schauspielstudios Dresden werden Ausschnitte aus ihrem Chansonprogramm
zeigen. Für alle Fans der beliebten Reihe „Schund Royal – Bibliothek der billigen Gefühle“ gibt es eine
Groschenromanlesung am Rande des guten Geschmacks. Auf den Spuren von Lessings „Miss Sara
Sampson“ können Sie bei britischem High Tea und Songs von Noël Coward sentimentalen
Gedichten lauschen. Oder Sie spüren in unserer „Sehnsuchtsbox Moskau“ den unendlichen russischen
Weiten nach und lassen sich bei einem Wodka in die Geheimnisse der russischen Seele einweihen.
Auf dem Postplatz können Sie sich den ganzen Tag von einem abwechslungsreichen Programm
mit verschiedenen Livebands mitreißen lassen. Um 20 Uhr gibt es natürlich wieder die große
Saisonvorschau auf der Schauspielhausbühne: Hier stellt das gesamte Ensemble in kurzen Szenen
und moderierten Gesprächen mit Regisseuren, Autoren und weiteren Gästen die Inszenierungen der
neuen Spielzeit vor. Und danach heißt es: Tanzen bis zum Morgengrauen auf der großen Bühne.
Für das leibliche Wohl sorgt das Team des Theaterrestaurants william im ganzen Haus und draußen
mit einem vielfältigen kulinarischen Angebot für jeden Geschmack.
Sie sind herzlich eingeladen.
12
Inhalt
Die Spielzeit 2014/2015
Essays, Porträts, Interviews und Gedanken
14 p Die Saison in der Übersicht
44 p Huxleys Herzkatheter
Heribert Prantl denkt über das
Gesundheitssystem nach
46 p Drei Schwestern und ich
Wladimir Kaminers russische Sehnsucht
51 p Zwillinge, die durch die Halle fliegen
Susanne Lietzows Pläne mit dem
„Gespenst von Canterville“
52 p Protect me from what I want
Armin Kerber porträtiert den Regisseur
Linus Tunström
54 p Wer ist wer, wie ist und wie scheint man?
Norbert Kentrup über eine Shakespeare’sche
Verwechslungskomödie
60 p Verlacht vom Fiesko
Simon Strauß lässt sich von Schiller
verstören
61 p Der Geruch von Veroneser Salami
Jochen Schmidt über seinen Lieblingskafka
62 p Bittere Systeme
Andreas Kriegenburg begegnet Lorca
63 p Gezi – Tahrir – Majdan
Justus H. Ulbricht über Revolution, Glück
und Moral
64 p Der Untergang der Titanic
Meike Schreiber erinnert an das Ende der
Lehman Brothers
70 p Winnetou oder der Fremde in uns
Arved Schultze über Wunsch- und Angstbilder von Fremdheit
72 p Wir glauben daran, dass Theater mit
Bürgern eine neue Kunstform ist!
Vier Bürgerbühnenleiter und ihre Konzepte
73 p Geistergespräche im Park
Michael Hametner über Monika Marons
jüngstes Buch
78 p Armes Herz!
Dagrun Hintze sieht fern und liest Lessing
80 p Geschichtsarbeiter
Tilmann Köhler über Thomas Freyer
81 p Welt der Pannen, Welt der
Verantwortungslosigkeit
Klaus Cäsar Zehrer schließt „Die Panne“ mit
den Katastrophen unserer Tage kurz
84 p Wie ich die Photonenklarinette erfand
Clemens Sienknecht hat ein „Superhirn“
85 p Das schönste Mädchen von Gera
Jan Gehler beantwortet Fragen zum Theater
86 p Schuld schreibt sich ein
Sandra Strunz über „Alle meine Söhne“
87 p Die Urszene
Martin Heckmanns’ neues Stück
Die Premieren im Schauspielhaus
20 p Schöne neue Welt
nach dem Roman von Aldous Huxley
20 p Drei Schwestern
von Anton Tschechow
21 p Das Gespenst von Canterville
Kinder- und Familienstück
nach Oscar Wilde
21 p Faust
von Johann Wolfgang von Goethe
22 p Wie es euch gefällt
Komödie von William Shakespeare
22 p Die Verschwörung des Fiesko zu Genua
Ein Republikanisches Trauerspiel von
Friedrich Schiller
23 p Amerika
nach dem Roman von Franz Kafka
23 p Bernarda Albas Haus
Tragödie von Federico García Lorca
24 p Dantons Tod
von Georg Büchner
24 p Lehman Brothers.
von Stefano Massini
Die Premieren im Kleinen Haus
28 p Wir sind keine Barbaren!
von Philipp Löhle
28 p Merlin oder Das wüste Land
von Tankred Dorst
29 p Zwischenspiel
nach dem Roman von Monika Maron
29 p Miss Sara Sampson
Bürgerliches Trauerspiel
von Gotthold Ephraim Lessing
30 p mein deutsches deutsches Land
von Thomas Freyer
30 p Katzelmacher
von Rainer Werner Fassbinder
31 p Die Panne
Komödie von Friedrich Dürrenmatt
31 p Superhirn
von Clemens Sienknecht
35 p Mischpoke
Eine jüdische Chronik von 1945 bis heute
35 p Ein neuer Text
Uraufführung in der Regie von Jan Gehler
36 p Soldaten
Ein Dokumentartheater über Helden,
Heimkehrer und die Zukunft des Krieges
36 p Alles im Fluss
Ein Projekt über die Elbe und den
Wandel der Zeit
37 p Alle meine Söhne
von Arthur Miller
37 p Die Bergwanderung
oder Sexualität heute
von Martin Heckmanns
Und außerdem ...
38 p Extras, Veranstaltungsreihen,
Kooperationen und Gastronomie
Das Dresdner Ensemble
Die Schauspielerinnen und Schauspieler
fotografiert von Matthias Horn
19 p Cathleen Baumann
17 p Sonja Beißwenger
48 p Thomas Braungardt
56 p Christian Clauß
49 p Thomas Eisen
40 p Rosa Enskat
41 p Christian Erdmann
34 p Christian Friedel
16 p Albrecht Goette
58 p Sascha Göpel
57 p Christine Hoppe
76 p Holger Hübner
92 p Ben Daniel Jöhnk
66 p Lars Jung
32 p André Kaczmarczyk
43 p Hannelore Koch
18 p Jonas Friedrich Leonhardi
75 p Matthias Luckey
25 p Philipp Lux
67 p Jan Maak
27 p Ahmad Mesgarha
33 p Anna-Katharina Muck
68 p Duran Özer
89 p Benjamin Pauquet
59 p Ina Piontek
69 p Karina Plachetka
50 p Tom Quaas
42 p Torsten Ranft
91 p Matthias Reichwald
88 p Nele Rosetz
26 p Lea Ruckpaul
77 p Yohanna Schwertfeger
90 p Antje Trautmann
74 p Ines Marie Westernströer
Die Studentinnen und Studenten des
­Schauspielstudios Dresden
82 p Nina Gummich
Pauline Kästner
Tobias Krüger
Kilian Land
Lukas Mundas
Justus Pfankuch
Nadine Quittner
Max Rothbart
Alle Texte im Kapitel „Essays, Porträts,
Interviews und Gedanken“ sind
Originalbeiträge für dieses Magazin.
Die Bürgerbühne
93 p Die Inszenierungen und Clubs s­owie die
Angebote für Schüler und Lehrer
Informationen
104 p Ensemble und Mitarbeiter
106 p Anrechte
111 p Ermäßigungen und Geschenke
112 p Saalplan und Preise
114 p Freunde und Förderer sowie Adressen
115 p Öffnungszeiten, Kartenkauf, Gastronomie, Behindertenservice, Impressum
13
Schauspielhaus
Schöne neue Welt
nach dem Roman von
Aldous Huxley
neu für die Bühne bearbeitet
Regie: Roger Vontobel
Uraufführung 12. 9. 2014
Drei Schwestern
von Anton Tschechow
Regie: Tilmann Köhler
Premiere 4. 10. 2014
Das Gespenst von Canterville
Kinder- und Familienstück
nach Oscar Wilde
Regie: Susanne Lietzow
Premiere 31. 10. 2014
Faust
Der Tragödie erster Teil
von Johann W. von Goethe
Regie: Linus Tunström
Premiere 29. 11. 2014
Wie es euch gefällt
Komödie von
William Shakespeare
Regie: Jan Gehler
Premiere Januar 2015
Die Verschwörung
des Fiesko zu Genua
Ein Republikanisches
Trauerspiel
von Friedrich Schiller
Regie: Jan Philipp Gloger
Premiere Februar 2015
Kleines Haus
Amerika
nach dem Roman
von Franz Kafka
Regie: Wolfgang Engel
Premiere März 2015
Wir sind keine Barbaren!
von Philipp Löhle
Regie: Barbara Bürk
Premiere 14. 9. 2014
Kleines Haus 1
Bernarda Albas Haus
Tragödie von Federico
García Lorca
Regie: Andreas Kriegenburg
Premiere April 2015
Merlin oder Das wüste Land
von Tankred Dorst
Ein Weltentwurf mit Dresdner
Jugendlichen
Regie: Kristo Šagor
Premiere 27. 9. 2014
Kleines Haus 2
Die Bürgerbühne
Dantons Tod
von Georg Büchner
Regie: Friederike Heller
Premiere Mai 2015
Lehman Brothers.
Aufstieg und Fall
einer Dynastie
von Stefano Massini
Regie: Stefan Bachmann
Deutschsprachige
Erstaufführung Mai 2015
In Kooperation mit dem
Schauspiel Köln
Zwischenspiel
nach dem Roman
von Monika Maron
Regie: Malte Schiller
Uraufführung 5. 10. 2014
Kleines Haus 3
Miss Sara Sampson
Bürgerliches Trauerspiel
von Gotthold Ephraim Lessing
Regie: Sebastian Kreyer
Premiere 1. 11. 2014
Kleines Haus 1
mein deutsches deutsches
Land
von Thomas Freyer
Regie: Tilmann Köhler
Uraufführung 27. 11. 2014
Kleines Haus 2
Weiterhin im Schauspielhaus: Antigone Tragödie von Sophokles Blütenträume von Lutz Hübner Dämonen nach dem Roman von Fjodor Dostojewskij
Der geteilte Himmel nach der Erzählung von Christa Wolf Der Kaufmann von Venedig von William Shakespeare Der Meister und Margarita nach
dem Roman von Michail Bulgakow Der Parasit oder Die Kunst sein Glück zu machen von Friedrich Schiller Der Selbstmörder Groteske von Nikolai
Erdman Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht. Musik Kurt Weill Die Jüdin von Toledo Historisches Trauerspiel von Franz Grillparzer Die letzten
Tage der Menschheit Tragödie von Karl Kraus Don Carlos von Friedrich Schiller Emilia Galotti Bürgerliches Trauerspiel von Gotthold Ephraim Lessing
Geschichten aus dem Wiener Wald Volksstück von Ödön von Horváth Hamlet von William Shakespeare King Arthur Semiopera von John Dryden
und Henry Purcell Klaus im Schrank oder Das verkehrte Weihnachtsfest Kinder- und Familienstück von Erich Kästner Was ihr wollt Komödie von
Shakespeare Palais im Großen Garten: A Christmas Carol – Ein Weihnachtslied von Gerold Theobalt nach Charles Dickens Unterwegs: Ich will
Zeugnis ablegen Aus den Tagebüchern Victor Klemperers
14
In Kooperation
Katzelmacher
von Rainer Werner Fassbinder
Erzählt von jungen
Dresdnerinnen und Dresdnern
Regie: Robert Lehniger
Premiere 12. 12. 2014
Kleines Haus 3
Die Bürgerbühne
Die Panne
Komödie
von Friedrich Dürrenmatt
Regie: Roger Vontobel
Premiere Januar 2015
Kleines Haus 1
Superhirn oder Wie ich die
Photonenklarinette erfand
von Clemens Sienknecht
Regie und Musik:
Clemens Sienknecht
Uraufführung Februar 2015
Kleines Haus 3
Mischpoke
Eine jüdische Chronik
von 1945 bis heute
Regie: David Benjamin Brückel
Uraufführung Februar 2015
Kleines Haus 3
Die Bürgerbühne
Ein neuer Text
Regie: Jan Gehler
Uraufführung März 2015
Kleines Haus 2
Soldaten
Ein Dokumentartheater
über Helden, Heimkehrer
und die Zukunft des Krieges
Regie: Clemens Bechtel
Uraufführung März 2015
Kleines Haus 3
Die Bürgerbühne
In Kooperation mit dem
Militärhistorischen Museum
Dresden
Alles im Fluss
Ein Projekt über die Elbe
und den Wandel der Zeit
Regie: Uli Jäckle
Uraufführung April 2015
Kleines Haus 3
Die Bürgerbühne
Alle meine Söhne
von Arthur Miller
Regie: Sandra Strunz
Premiere Mai 2015
Kleines Haus 1
Die Bergwanderung
oder Sexualität heute
von Martin Heckmanns
Uraufführung Juni 2015
Kleines Haus 2
Situation Rooms
von Rimini Protokoll
März 2015 im
MHM Dresden
In Zusammenarbeit mit
dem Militärhistorischen
Museum Dresden
Außerdem
Theater zu Gast in Dresden
Wir zeigen Inszenierungen
renommierter Bühnen u. a. aus
Berlin, Stuttgart und Hamburg
Januar bis Juni 2015
Über die Zukunft des
Theaters
Eine vierteilige
Veranstaltungsreihe
des Staatsschauspiel Dresden
mit dem Schauspiel Leipzig
September bis Dezember 2014
In Kooperation mit
der Sächsischen Akademie
der Künste
Eine Woche im Oktober
25 Jahre friedliche Revolution –
Eine Themenwoche mit Theater,
Diskussionen, Lesungen,
Konzerten und Performances
Oktober 2014
Weiterhin im Kleinen Haus: Aus dem Leben eines Taugenichts nach der Novelle von Joseph von Eichendorff Corpus Delicti von Juli Zeh Der
abentheurliche ­Simplicissimus Teutsch nach H. J. C. Grimmelshausen Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui von Bertolt Brecht Der Diener zweier
Herren von Carlo Goldoni Die Firma dankt von Lutz Hübner Ein Exempel Mutmaßungen über die ­sächsische Demokratie von Lutz Hübner Fabian. Die
Geschichte eines Moralisten nach dem Roman von Erich Kästner Frau Müller muss weg Komödie von Lutz Hübner Nipple Jesus von Nick Hornby
Schneckenmühle nach dem Roman von Jochen Schmidt Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des ­Christopher Boone von Simon Stephens
nach dem Roman von Mark Haddon Träume werden Wirklichkeit! Ein Disneydrama von Christian Lollike Tschick nach dem Roman von Wolfgang
Herrndorf Woyzeck nach Georg Büchner, von Tom Waits, Kathleen Brennan, Robert Wilson 20 000 Seiten von Lukas Bärfuss und die Inszenierungen
der Bürgerbühne: Expedition Freischütz Ein Musiktheaterprojekt nach Carl Maria von Weber Ich armer Tor nach Goethes „Faust“ Irrfahrten des
Odysseus nach Homer Ja, ich will! von Lissa Lehmenkühler Meine Akte und ich von Clemens Bechtel Weiße Flecken von Tobias Rausch
15
Albrecht Goette
16
Sonja Beißwenger
17
Jonas Friedrich Leonhardi
18
Cathleen Baumann
19
Die Premieren im Schauspielhaus
Schöne neue Welt
nach dem Roman von Aldous Huxley
neu für die Bühne bearbeitet
Uraufführung am 12. September 2014 im Schauspielhaus
Regie: Roger Vontobel p Bühne: Claudia Rohner p
Kostüm: Ellen Hofmann
Drei Schwestern
von Anton Tschechow
Premiere am 4. Oktober 2014 im Schauspielhaus
Regie: Tilmann Köhler p Bühne: Karoly Risz
Aldous Huxleys „Brave new world“ gehört zu den einfluss- Mascha, Olga und Irina. Seit mehr als zehn Jahren leben die
reichsten Texten des 20. Jahrhunderts. Die Geschichte ent- drei Schwestern in der kleinen Provinzstadt, deren einzige
wirft eine Zukunftsvision der Welt im 26. Jahrhundert oder, Attraktion das ansässige Offizierskorps ist. Die jüngste,
wie es im Text nach neuer Zeitrechnung heißt, „im Jahre Irina, leidet unter der Untätigkeit, zu der sie sich verdammt
fühlt. Mascha ist verheiratet mit dem peniblen Kulygin.
632 nach Ford“.
Huxley beschreibt eine Wohlstandsgesellschaft, die Krank- Und Olga ist Lehrerin.
heit, Alter und Religion abgeschafft und Massenproduktion Aufgewachsen sind sie in Moskau, und Moskau ist ihre
und -konsum in den Mittelpunkt allen Strebens gestellt Sehnsucht. Doch der Rückweg scheint verbaut. Ihr Bruder
hat. Es ist eine Welt, in der Menschen nur noch künstlich Andrej hat das Erbe verjuxt, das für eine Rückkehr in die
erzeugt werden, genormt, designt und an ihren zukünfti- Metropole notwendig wäre. Die Karriere, von der er träumgen Platz in der arbeitenden Gemeinschaft bereits von der te, hat sich zerschlagen, und seine Frau Natascha erweist
sich als Provinzdrache, der einen zusätzlichen Schatten
ersten Spaltung der Eizelle an angepasst.
In dieser Welt, die totale Kontrolle und totale Einheitlich- über das Leben der drei Schwestern wirft.
keit zur Maxime hat, erleben wir die Kämpfe dreier Außen- Zeit geht ins Land. Die Schwestern verlieben sich – keine
seiter: John Savage, Bernard Marx und Helmholtz Watson. findet dabei ihr Glück. Sie reden von ihren Träumen, von
Der erste ist einer der wenigen Wilden aus einem Indianer- Aufbruch und Sinn, doch sie treten auf der Stelle. Schließreservat, der zweite ein „Fabrikationsfehler“, der sich in der lich kommt es zur Katastrophe: Irinas Bräutigam wird am
ihm zugedachten Kaste nicht wohlfühlt und sich – was eine Vorabend der Hochzeit bei einem Duell getötet. Das Militär
Straftat ist – verliebt. Der dritte ist ein Mensch, der dem wird aus dem Städtchen abgezogen. Die drei Schwestern
Rest der Genormten geistig so weit überlegen ist, dass er bleiben zurück.
„Drei Schwestern“, 1901 in Moskau uraufgeführt, ist ein Stück,
eine nicht staatskonforme Individualität ausbildet.
Huxley entwirft eine Dystopie, die von unserer Realität das seine Figuren in den Mittelpunkt stellt, nicht einen
nicht so weit entfernt ist, wie man es gerne hätte. Er wirft Handlungsbogen. Der Text ist eine große, wehmütige und
Fragen auf, die uns heute bewegen – die Frage nach den komische Denkbewegung, ein sehnsüchtiges Kreisen um
Grenzen der Demokratie, nach den Grenzen des Wachs- eine verlorene Mitte.
tums, nach der Verantwortlichkeit der Wissenschaft für Der russisch-deutsche Schriftsteller Wladimir Kaminer hat sich
Gedanken zur russischen Sehnsucht gemacht p Seite 46
Leben und Tod.
Die Inszenierung ist eine neue Dramatisierung des Romans, für die sich der New Yorker „Aldous & Laura Huxley
Literary Trust“ das Staatsschauspiel Dresden als Partner
gewünscht hat.
Einen Essay des Journalisten Heribert Prantl zu „Schöne neue Welt“
finden Sie auf p Seite 44
Roger Vontobel wurde 1977 in Zürich geboren, studierte Schauspiel
in New York und Pasadena sowie Schauspielregie am Institut für
Theater, Musiktheater und Film itmf in Hamburg. Nach Inszenierungen
in Essen und München wurde Vontobel 2006 in der Kritikerumfrage
der Fachzeitschrift „Theater heute“ zum Nachwuchsregisseur des Jahres
gewählt. Er arbeitete in den letzten Jahren am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, an den Münchner Kammerspielen und am Schauspiel Bochum. Für seine Inszenierung von Schillers „Don Carlos“
am Staatsschauspiel Dresden wurde Vontobel in der Hauptkategorie
„Beste Regie“ mit dem wichtigsten deutschen Theaterpreis „Der
Faust“ ausgezeichnet. Außerdem wurde „Don Carlos“ zum Berliner
Theatertreffen 2011, zu den Schillertagen in Mannheim und zu zahlreichen Gastspielen im In- und Ausland eingeladen. In Dresden inszenierte
er auch Kleists „Der zerbrochne Krug“ und Shakespeares „Hamlet“.
20
Tilmann Köhler wurde 1979 in Weimar geboren und studierte Schau­spielregie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“
in Berlin. 2005 wurde er als Hausregisseur an das Deutsche Nationaltheater Weimar engagiert. Hier inszenierte er u. a. Goethes „Faust“,
Shakespeares „Othello“ und Bruckners „Krankheit der Jugend“, das
2007 zum Berliner Theatertreffen eingeladen war. Weitere Inszenierungen entstanden am Maxim Gorki Theater Berlin, am Schauspiel
Hannover und am Deutschen Theater Berlin. Seit 2009 ist Köhler
Hausregisseur am Staatsschauspiel Dresden sowie Leiter des Schauspielstudios Dresden. Hier inszenierte er bisher u. a. Tschechows
„Kirschgarten“, Brechts „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“
(ausgezeichnet mit dem Kurt-Hübner-Preis für junge Regie 2009),
Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“ und Christa Wolfs „Der
geteilte Himmel“. In Frankfurt am Main inszenierte er 2013 mit
Händels „Teseo“ seine erste Oper. In Dresden folgten die Semiopera
„King Arthur“, die in Zusammenarbeit mit der Semperoper Dresden
entstand, sowie Brechts „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“.
Das Gespenst von Canterville
Kinder- und Familienstück nach Oscar Wilde
für alle ab 10 Jahren
Premiere am 31. Oktober 2014 im Schauspielhaus
Regie: Susanne Lietzow p Bühne: Aurel Lenfert p
Kostüm: Marie Luise Lichtenthal
Faust
Der Tragödie erster Teil
von Johann Wolfgang von Goethe
Premiere am 29. November 2014 im Schauspielhaus
Regie: Linus Tunström
Sir Simon de Canterville ist Herr auf Canterville Chase, und
zwar seit über 300 Jahren. So lange sucht er nämlich schon
als Geist das altehrwürdige Schloss seiner Familie heim.
Längst hat auch der letzte Nachfahre das Weite gesucht,
terrorisiert von Simon, der, so munkeln die Hausangestellten, für den grausamen Mord an seiner Frau verflucht
wurde. Simon selbst begreift sich als Künstler des Schreckens. Wenn er nicht gerade einen neuen Spuk ersinnt oder
auf dem Tennisplatz mit seinen Knochen Kegel spielt, erinnert er sich mit Vorliebe an seine unvergesslichen Auftritte
als „Roter Ruben“, „Erwürgtes Kind“ oder „Blutsauger vom
Bexley-Moor“. Als eine amerikanische Diplomatenfamilie
Schloss Canterville kauft und dort einzieht, nimmt Sir
Simon die Verteidigung seines Erbes mit entsprechend
selbstbewusster Gelassenheit auf. Doch Mr. Otis samt Frau
und Kindern erweist sich als äußerst unschreckhaft, mehr
noch, mit typisch amerikanischem Optimismus und einer
Palette an fortschrittlichen Produkten rückt die Familie
dem Geist zu Leibe. Ein Kampf von „Blut gegen Fleckenentferner“ und „Kettengerassel gegen Schmieröl“ beginnt.
„Das Gespenst von Canterville“ erschien 1887 als erste Erzählung des irischen Schriftstellers Oscar Wilde in der
Londoner Zeitschrift „The Court and Society Review“. Seitdem erfreut sich die Geschichte des Gespensts, das das
Fürchten lernen muss und darüber glatt in eine Depression
verfällt, nicht abreißen wollender Beliebtheit. Ein Klassiker
der Gruselliteratur, versetzt mit satirischem Witz und einer
Sprachgewandtheit, die den späteren Skandalautor und
„Dandy aller Dandys“ Oscar Wilde erkennen lässt.
Frühbuchertermine für „Das Gespenst von Canterville“ sowie
Kästners „Klaus im Schrank“ finden Sie auf p Seite 51, wo die
Regisseurin Susanne Lietzow außerdem erste Pläne zum diesjährigen Familienstück verrät.
Ein Teufel namens Mephisto wettet mit dem Herrn um die
Seele Heinrich Fausts. Faust – Jurist, Theologe, Mediziner,
Philosoph – will sterben, doch Mephisto macht ihm ein
Angebot: Er will ihm zeigen, was noch kein Mensch je gesehen hat. Nun wetten auch Faust und Mephisto: Sollte Mephisto Faust je dazu bringen, sich aufs Faulbett zu legen,
selbstgefällig zu werden, zu genießen – dann will Faust
dem Teufel im Jenseits seine Seele geben. „Werd’ ich zum
Augenblicke sagen: / Verweile doch! du bist so schön! / Dann
magst du mich in Fesseln schlagen, / Dann will ich gern zu
Grunde gehn!“
Mephisto nimmt Faust mit auf eine Reise, die ihn von
Auerbachs Keller in eine Hexenküche bringt, von der Begegnung mit Gretchen, einer jungen Frau, zur Walpurgisnacht. Während Gretchen wahnsinnig wird – nachdem ihre
Mutter an einem Schlafmittel stirbt, das Faust Gretchen
gegeben hat; nachdem Faust sie wieder verlassen hat; und
nachdem sie ihrer beider Kind getötet hat – und doch vom
Herrn gerettet, ist Fausts und Mephistos Reise noch nicht
beendet – aber es endet „Der Tragödie Erster Teil“.
Über dreißig Jahre hat Johann Wolfgang von Goethe an
verschiedenen Fassungen des Faust-Stoffes gearbeitet, der
auf alten Volkssagen beruht. Die Interpretationsgeschichte
des Stückes – ob als Parabel auf den deutschen Geist, ob
als philosophische Studie über das Subjekt, ob als Volkstheater – füllt Bibliotheken, und viele theatergeschichtlich
bedeutende Inszenierungen sind mit Goethes „Faust“ gemacht worden – einem Stoff, der sich immer wieder anders
entdecken lässt.
Der Dramaturg Armin Kerber porträtiert den schwedischen Regisseur Linus Tunström p Seite 52
Susanne Lietzow wurde 1968 in Innsbruck geboren. Sie studierte
Bildhauerei in New York und absolvierte anschließend eine Schauspielausbildung in Innsbruck. Es folgten Engagements am Theater
Phönix in Linz und am Deutschen Nationaltheater Weimar, wo
sie jeweils auch Regie führte, wie auch u. a. am Schauspielhaus Wien
und am Schauspiel Hannover. Von 1997 bis 2000 war sie Gastdozentin für Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater „Felix
Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig. 2006 erhielt sie für „How much,
Schatzi?“ nach H. C. Artmann zusammen mit dem Projekttheater
Wien/Vorarlberg, dessen künstlerische Leitung sie seit 2005 innehat,
den Nestroy-Preis für die beste Offproduktion. Am Staatsschauspiel
Dresden inszenierte sie bereits Lutz Hübners „Die Firma dankt“,
Johann Wolfgang von Goethes „Reineke Fuchs“, Gerhart Hauptmanns
„Die Ratten“ und die Uraufführung von Erich Kästners „Klaus im
Schrank“. Mit dem Schauspielstudio Dresden erarbeitete sie Juli Zehs
Gesellschaftsdystopie „Corpus Delicti“.
Linus Tunström, 1969 in Stockholm geboren, studierte an der Ecole
internationale de Théâtre Jacques Lecoq in Paris. Regiearbeiten
führten ihn an die wichtigsten Theater Skandinaviens, u. a. an das
Nationaltheater in Stockholm, das Theater Göteborg, das Königliche
Theater in Kopenhagen, das Stockholmer Cullberg-Ballett und die
Oper in Malmö. 2007 inszenierte Linus Tunström mit Strindbergs
„Ein Traumspiel“ am Theater Bern erstmals eine Arbeit im deutschsprachigen Raum. Bereits drei seiner Inszenierungen wurden zum
schwedischen Theatertreffen eingeladen. Seit 2007 ist er Direktor
des Stadttheaters Uppsala, das unter seiner Leitung 2009 mit dem
schwedischen Theaterkritikerpreis als „Schwedens vielseitigste Bühne“
ausgezeichnet wurde. Zuletzt inszenierte er in Uppsala Tolstojs
„Anna Karenina“, Ingmar Bergmans „Fanny und Alexander“ sowie
Shakespeares „Hamlet“.
21
Wie es euch gefällt
Komödie von William Shakespeare
Premiere im Januar 2015 im Schauspielhaus
Regie: Jan Gehler p Bühne: Sabrina Rox
Die Verschwörung des Fiesko zu Genua
Ein Republikanisches Trauerspiel von Friedrich Schiller
Premiere im Februar 2015 im Schauspielhaus
Regie: Jan Philipp Gloger
In „Wie es euch gefällt“ flieht eine Gruppe politisch Verfolg- Es ist das Jahr 1547. Genua wird vom greisen Dogen Doria
ter in den Wald von Arden: Herzog Senior wurde von sei- regiert, dessen Neffe und potenzieller Nachfolger tyranninem Bruder Friedrich entmachtet und lebt fortan unter siert die Stadt. Doch unter den Nobili regt sich Widerstand;
freiem Himmel – mitsamt Edelleuten und Hofnarr. Macht- ein paar republikanische Verschwörer planen den Umsturz.
kämpfe und Intrigen bei Hof treiben auch Seniors Tochter Über Fiesko allerdings sind sie sich im Unklaren. Ist er
Rosalind und ihre beste Freundin Celia, pikanterweise noch ein Verbündeter oder ist er abgefallen? Fiesko spielt
Friedrichs Tochter, in die Verbannung. Um Gefahren zu den Lebemann, verschleiert seine Absichten – mit gutem
entgehen, verkleidet sich Rosalind als Mann und sucht so Grund, denn auch er steht auf der Todesliste des jungen
nach ihrem Vater, dem rechtmäßigen Herrscher. Der junge Doria. Auf beiden Seiten werden Verbündete gesucht, SolEdelmann Orlando, um Erbe und Ausbildung betrogen, ist daten gesammelt, aber Fiesko zögert: Soll er sich wirklich
ebenfalls auf der Flucht.
als Anführer den Republikanern anschließen oder doch
In der Wildnis werden zivilisatorische Standards zunehmend besser die Alleinherrschaft ergreifen? Als der Aufstand
abgelegt – das gefällt jedem, oder? Orlando vergeht vor losbricht, ist das Geflecht der Intrigen so dicht, dass es
Sehnsucht nach Rosalind und heftet heiße Liebesschwüre alle mitreißt.
an die Bäume. In ihrer Verkleidung als Jüngling Ganymed „Fiesko“ ist das Drama eines Politikers, der über seinen
avanciert Rosalind zum engen Vertrauten Orlandos und eigenen Ehrgeiz stolpert. Jung, beliebt, brillant und erfolgstellt damit seine Liebe auf eine harte Probe. Und nicht reich, kann er sich nicht entscheiden und unterwirft seine
nur er lässt sich täuschen: Auch die Schäferin Phoebe hat politische Überzeugung seinem Machtwillen. „Die kalte,
sich in Ganymed/Rosalind verliebt, was wiederum ihrem unfruchtbare Staatsaktion aus dem menschlichen Herzen
Verehrer Silvius Folterqualen bereitet. Der Wald von Arden herauszuspinnen und eben dadurch an das menschliche
ist nämlich keineswegs leer, sondern von Schäfern und Herz wieder anzuknüpfen – den Mann durch den staatsklugen Kopf zu verwickeln – und von der erfinderischen
Ziegenhirten bevölkert.
Die ausgelassene Gesellschaft verstrickt sich tief in ein Intrige Situationen für die Menschheit zu entlehnen – das
aberwitziges Spiel von Illusion und Sehnsucht, von echter stand bei mir“, schreibt Schiller in der Vorrede zu seinem
und vorgetäuschter Liebe. Die Realität des Hofes rückt in zweiten Stück, in dem er sich erstmals eines historischen
weite Ferne. Spätestens als Usurpator Friedrich von einem Stoffs annimmt. „Fiesko“ wurde 1784 in Mannheim uraufEinsiedler zum Pazifismus bekehrt wird, ist klar: „Wie es geführt, allerdings mit geringem Erfolg, was Schiller auf
euch gefällt“ – den Titel sollte man ernst nehmen, denn im das Publikum zurückführt: „Republikanische Freiheit ist
hierzulande ein Schall ohne Bedeutung“, konstatiert er.
Wald von Arden gilt nur dies Gesetz.
Der Shakespeare-Experte Norbert Kentrup blickt hinter die Kulis- Das dürfte sich in den letzten 230 Jahren geändert haben.
Unter Anleitung von Fiesko sucht der Journalist Simon Strauß
sen des elisabethanischen Theaterklassikers p Seite 54
nach heißen und revolutionären Regungen p Seite 60
Jan Gehler wurde 1983 in Gera geboren und studierte Szenische
Künste an der Universität Hildesheim. Von 2009 bis 2011 war er
Regieassistent am Staatsschauspiel Dresden, wo er in der Spielzeit
2011/2012 die Uraufführung von Wolfgang Herrndorfs Roman
„Tschick“ inszenierte, die 2012 zum Theaterfestival „Radikal jung“
nach München sowie zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen
wurde. Außerdem erhielt er für diese Arbeit eine Nominierung
für den renommierten Theaterpreis „Der Faust“. Weitere Arbeiten
führten ihn an das Volkstheater München, das Maxim Gorki Theater
Berlin und das Theater Freiburg. Seit der Spielzeit 2013/2014 ist
Jan Gehler Hausregisseur am Staatsschauspiel Dresden. Unter seiner
Regie entstanden in Dresden außerdem Joseph von Eichendorffs
„Aus dem Leben eines Taugenichts“, die deutsche Erstaufführung
von Mark Haddons Roman „Supergute Tage oder Die sonderbare
Welt des Christopher Boone“ sowie im Juni 2014 die Uraufführung
von Lutz Hübners „Ein Exempel“.
22
Jan Philipp Gloger wurde 1981 in Hagen geboren. Er studierte
Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und Regie an der Zürcher
Hochschule der Künste. Seit 2007 arbeitet er als freischaffender
Regisseur u. a. am Theater Augsburg, am Deutschen Theater Berlin,
am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und am Residenztheater
München. Seine Inszenierungen waren beim Heidelberger
Stückemarkt, bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen und bei den
Mülheimer Theatertagen zu sehen. Für seine Inszenierung von
Goethes „Clavigo“ erhielt er 2011 den Regiepreis der Bayerischen
Theatertage. Mit Mozarts „Figaros Hochzeit“ inszenierte er 2010 am
Theater Augsburg seine erste Oper. Es folgten 2012 „Der fliegende
Holländer“ von Richard Wagner bei den Bayreuther Festspielen
sowie Mozarts „Idomeneo“ an der Oper Frankfurt. Von 2011 bis 2014
war Jan Philipp Gloger leitender Regisseur am Staatstheater Mainz.
An der Dresdner Semperoper inszenierte er im April 2014 Verdis
„Simon Boccanegra“.
Amerika
nach dem Roman von Franz Kafka
Premiere im März 2015 im Schauspielhaus
Regie: Wolfgang Engel p Bühne: Olaf Altmann
Bernarda Albas Haus
Tragödie von Federico García Lorca
Premiere im April 2015 im Schauspielhaus
Regie und Bühne: Andreas Kriegenburg p
Kostüm: Andrea Schaad
„Als der sechzehnjährige Karl Roßmann, der von seinen „Bernarda Albas Haus“ ist eine „Tragödie von den Frauen
armen Eltern nach Amerika geschickt worden war, weil ihn in den Dörfern Spaniens“, wie es im Untertitel heißt. Zuein Dienstmädchen verführt und ein Kind von ihm bekom- sammen mit „Yerma“ und „Bluthochzeit“ bildet das Stück
men hatte, in dem schon langsam gewordenen Schiff in eine Trilogie, die sich mit dem Bild der spanischen Frau
den Hafen von New York einfuhr, erblickt er die schon auseinandersetzt. Nach dem Tod ihres Mannes verordnet
längst beobachtete Statue der Freiheitsgöttin wie in einem Bernarda Alba ihren fünf Töchtern, ihrer Mutter und den
plötzlich stärker gewordenen Sonnenlicht“ – so beginnt Mägden ihres Hauses eine mehrjährige Trauer. Für ihre
Franz Kafkas „Der Verschollene“, besser bekannt unter dem Kinder, zwischen zwanzig und vierzig Jahre alt, wird das
Titel, den Max Brod seiner Edition des Romanfragments Haus zum Gefängnis. Lediglich die älteste, Angustias, darf
aus Kafkas Nachlass gab: „Amerika“.
noch mit ihrem Verlobten Pepe in Kontakt treten – durch
Karl Roßmann „goes west“, und Karl Roßmann ist „on the ein vergittertes Fenster. Auch ein Ausbruchsversuch der
road“. Aus diesen beiden Idealisierungen amerikanischer Tochter Adela scheitert.
Lebensläufe strickt Kafka den Weg eines europäischen Emi- Nach außen wird versucht, die Fassade der heilen Familie
granten im neuen gelobten Land Amerika. Karl Roßmann zu wahren – doch hinter den verschlossenen Türen wacht
wird allerdings nicht „vom Tellerwäscher zum Millionär“, tyrannisch Bernarda Alba und verteidigt das Bollwerk ihres
sondern vom Neffen seines reichen Onkels zum Liftboy, Rückzugs und ihrer Abkehr von der Welt zur Not auch mit
dann zum „Mädchen für alles“ einer sich prostituierenden Waffengewalt. So wird sie zum Sinnbild der Erstarrung
Sängerin, und schließlich wird er für „niedrige technische und der pervertierten Sitte.
Arbeiten“ vom „Naturtheater von Oklahoma“ angeworben. Federico García Lorca, 1898 in Fuente Vaqueros geboren,
Wie alle Romane Kafkas ist auch dieser Fragment geblie- blieb seiner andalusischen Heimat sein ganzes Werk hinben. Dieser lichteste seiner Romanversuche, der schon durch treu. Seine Texte, die von der Lyrik bis zum Drama
mehrfach für die Bühne adaptiert worden ist und dessen reichen, nahmen immer wieder kritisch Bezug auf die
Hauptfigur chaplineske Züge trägt, erzählt vom amerikani- Gegenwart und provozierten gesellschaftliche Fragestelschen Traum, von Freiheit, vom „pursuit of happiness“ – lungen. Sie machten den Dichter zu einem unbequemen,
kritischen Geist, der bei Publikum und Leserschaft gleichin Negation.
Der Schriftsteller Jochen Schmidt über Kafkas Romanfragment p wohl große Erfolge feierte. 1936, zum Beginn des Spanischen Bürgerkriegs, wurde Lorca von einer Milizgruppe
Seite 61
Francos ermordet.
Der Regisseur Andreas Kriegenburg beschreibt die lang anhaltende
Faszination, die vom Kosmos Federico García Lorcas ausgeht p
Seite 62
Wolfgang Engel wurde 1943 in Schwerin geboren. Von 1980 bis 1991
war er am Staatsschauspiel Dresden als Hausregisseur tätig, wo
ihn seine Inszenierungen zu einem der prägendsten Regisseure der
ddr machten. Ab 1983 reiste Engel zu Regiearbeiten u. a. auch an
das Wiener Burgtheater, das Schauspielhaus Zürich, das Berliner
Schillertheater und das Münchner Residenztheater. 1991 ging er nach
Frankfurt am Main und wurde fester Regisseur am dortigen Schauspiel.
Von 1995 bis 2008 war Wolfgang Engel Intendant des Schauspielhauses Leipzig. 2010 führte er am Staatsschauspiel Dresden Regie bei
der viel beachteten Uraufführung von Uwe Tellkamps „Der Turm“.
Es folgten Michail Bulgakows „Der Meister und Margarita“, Jewgeni
Schwarz’ „Der Drache“ sowie Karl Kraus’ „Die letzten Tage der
Menschheit“. 2011 erhielt Wolfgang Engel den Theaterpreis „Der
Faust“ für sein Lebenswerk.
Andreas Kriegenburg wurde 1963 in Magdeburg geboren und
gehört zu den renommiertesten deutschen Regisseuren, neun seiner
Inszenierungen wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen.
2008 wurde er für seine Uraufführung von Dea Lohers „Das letzte
Feuer“ mit dem deutschen Theaterpreis „Der Faust“ ausgezeichnet.
Für die Bühnenbilder zu seinen Inszenierungen von Kleists „Prinz
Friedrich von Homburg“ und Dea Lohers „Diebe“ wurde er 2010 von
der Fachzeitschrift „Theater heute“ zum Bühnenbildner des Jahres
gekürt. Darüber hinaus ist Andreas Kriegenburg auch als Opernregisseur tätig, so führte er 2011 Regie bei Puccinis „Tosca“ an der Oper
in Frankfurt am Main sowie 2012 bei Richard Wagners „Der Ring des
Nibelungen“ an der Bayerischen Staatsoper. Am Staatsschauspiel
entstanden unter seiner Regie Jean Paul Sartres „Die Fliegen“ sowie
in der letzten Spielzeit Shakespeares „Was ihr wollt“. Im März 2014
inszenierte er an der Semperoper Dresden Mozarts „Così fan tutte“.
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Dantons Tod
von Georg Büchner
Premiere im Mai 2015 im Schauspielhaus
Regie: Friederike Heller p Bühne: Sabine Kohlstedt
Lehman Brothers.
Aufstieg und Fall einer Dynastie
von Stefano Massini
Deutschsprachige Erstaufführung im Mai 2015 im
Schauspielhaus
Regie: Stefan Bachmann p Bühne: Olaf Altmann
In Kooperation mit dem Schauspiel Köln
Die Revolution ist vorbei, aber warum steht die Guillotine Am 11. September 1844 kommt ein bayerischer Jude in
nicht still? 1794, fünf Jahre nach dem Sturm auf die Bastille, Manhattan an. Es ist Heyum Lehmann, der mit Betreten
hungert Frankreichs Volk. Laben soll es sich am Fleisch der der Neuen Welt ein anderer Mensch wird: Henry Lehman.
Aristokraten und am Blut der Revolutionsgegner, zumin- Er will in Amerika sein Glück versuchen und eröffnet ein
dest wenn es nach den Mitgliedern des Wohlfahrtsaus- Textilgeschäft in Montgomery/Alabama. Als seine beiden
schusses geht, die jüngst die politische Macht eroberten. Brüder nachkommen, steht auf dem Ladenschild bald
„Das Laster muss bestraft werden, die Tugend muss durch schon „Lehman Brothers“. Der Familienbetrieb wächst in
den Schrecken herrschen“, lässt Maximilien de Robespierre schwindelerregendem Tempo: Aus dem Tuchladen wird
verlauten, eine bessere Zukunft fest im Blick. Dabei hatte ein Finanzimperium.
alles so schön angefangen! Freiheit, Gleichheit, Brüderlich- Schneller, größer, weiter …? 2008 brach die amerikanische
keit – hehre Ideale, die die Freunde Danton und Desmoulins Bank Lehman Brothers zusammen und läutete den Kollaps
einst im „Club des Cordeliers“ formuliert und gemeinsam des Finanzmarktes ein. Sie steht für das Platzen der Spekumit Robespierre und St. Just in der Nationalversammlung lationsblase, die Gier der Banker und den Beginn einer
durchgesetzt hatten. Doch die andauernde Not des Volkes weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Der 39-jährige
macht sie zu Feinden. Danton, selbst verantwortlich für Stefano Massini gilt als einer der prägenden zeitgenössidas tragische „Septembermassaker“, ist angewidert von schen Dramatiker Italiens. Seine Stücke werden internatiRobespierres Schreckensherrschaft, zweifelt jedoch an der onal gespielt und sind vielfach ausgezeichnet, u. a. 2005
Veränderbarkeit der Verhältnisse. Müde vom Terror, ge- mit dem Pier Vittorio Tondelli-Preis, der wichtigsten Ausnießt er, was ihm vom Leben noch bleibt: Frauen, Wein und zeichnung für italienische Dramatik, und 2013 mit dem
Kartenspiel. Als Danton sich endlich aufrafft einzuschrei- italienischen Theaterpreis Premio Ubu, insbesondere für
ten, hat Robespierre längst die Mittel an der Hand, den „Lehman Brothers.“. 2007 erschien „Donna non rieducabile“
einstigen Bruder im Geiste zu liquidieren.
über Anna Politkovskaja. Das Stück war Vorlage für einen
Georg Büchner ist 22 Jahre alt und selbst ein politisch erfolgreichen Kinofilm, der auf Festivals vorgestellt und
Verfolgter, als er, gestützt auf historische Quellen, die letz- von rai ausgestrahlt wurde. Mit „Lehman Brothers.“ hat
ten Tage Dantons dramatisiert. Die Revolutionäre, über die Massini eine Familiensaga verfasst, die in epischer Form
der junge Dichter schreibt, sind kaum älter, als sie ihre und fast biblischer Sprache vom Aufstieg der drei Brüder
Utopie einer gerechten Republik entwerfen. So ist „Dantons
erzählt. Die Chronik führt durch mehr als 150 Jahre und
Tod“ auch eine Reflexion über die Wünsche, die jede junge schildert, wie die Welt sich immer schneller dreht und
Generation umtreibt: „selber machen zu dürfen“ und „die dabei immer kleiner wird. Und die Lehmans nutzen dabei
Welt verändern zu wollen“. Sind Tod und Schrecken das, mit sicherem Instinkt die sich fast rituell wiederholenden
was uns dann erwartet?
Krisen, um immer weiter zu wachsen – bis zum eigenen
Justus H. Ulbricht über Revolution, Glück und Moral p Seite 63
Zusammenbruch. „Lehman Brothers.“ ist die epische Autopsie der kapitalistischen Katastrophe, lehrreich und sinnlich zugleich.
Die Finanzjournalistin Meike Schreiber über die letzten Tage einer
Bank im September 2008 p Seite 64
Friederike Heller wurde 1974 in Westberlin geboren. Sie studierte an
der Hochschule für Musik und Theater Hamburg Schauspielregie bei
Jürgen Flimm. Für ihre Inszenierung von Peter Handkes „Untertagblues“
am Wiener Burgtheater wurde sie 2005 von der Fachzeitschrift „Theater
heute“ zur Nachwuchsregisseurin des Jahres ernannt. Weitere Inszenierungen führten sie an das Thalia Theater Hamburg, das Schauspiel
Köln, das Schauspiel Stuttgart, das Münchner Residenztheater und
die Schaubühne Berlin. Dort war sie von 2009 bis 2010 als Hausregisseurin und Dramaturgin engagiert. Am Staatsschauspiel Dresden
entstanden unter ihrer Regie Goethes „Wilhelm Meisters Lehrjahre“,
Peter Weiss’ „Marat/Sade“, Brechts „Die Dreigroschenoper“ sowie im
Mai 2014 Dostojewskijs „Dämonen“.
24
Stefan Bachmann, geboren 1966 in Zürich, war nach seinem Studium
der Germanistik in Zürich und Berlin 1992 Mitbegründer des Berliner
Theaters Affekt. Ab 1993 inszenierte er u. a. am Schauspiel Bonn, an
der Berliner Volksbühne, am Theater Neumarkt in Zürich und am
Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Von 1998 bis 2003 war er
Schauspieldirektor am Theater Basel, welches 1999 von der Fachzeitschrift „Theater heute“ zum Theater des Jahres gewählt wurde.
Anschließend arbeitete er wieder als freier Regisseur und inszenierte
am Wiener Burgtheater, am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Maxim
Gorki Theater Berlin und am Thalia Theater Hamburg. Seine Inszenierungen waren mehrfach zum Berliner Theatertreffen eingeladen,
zuletzt 2011 „Die Beteiligten“ von Kathrin Röggla. 2013 erhielt er den
österreichischen Nestroy-Theaterpreis für Elfriede Jelineks „Winterreise“ am Burgtheater Wien. Seit der Spielzeit 2013/2014 ist Stefan
Bachmann Intendant am Schauspiel Köln. Am Staatsschauspiel Dresden inszenierte er bereits Harry Mulischs „Das steinerne Brautbett“
und Schillers „Der Parasit“.
Philipp Lux
25
Lea Ruckpaul
26
Ahmad Mesgarha
27
Die Premieren im Kleinen Haus
Wir sind keine Barbaren!
von Philipp Löhle
Premiere am 14. September 2014 im Kleinen Haus 1
Regie: Barbara Bürk p Bühne: Anke Grot p Kostüm:
Irène Favre de Lucascaz
Merlin oder Das wüste Land
von Tankred Dorst
Ein Weltentwurf mit Dresdner Jugendlichen
Premiere am 27. September 2014 im Kleinen Haus 2
Eine Produktion der Bürgerbühne
Regie: Kristo Šagor p Bühne: Alexandre Corazzola p
Kostüm: Justina Klimczyk
Neben Barbara und Mario sind neue Mieter eingezogen.
Linda und Paul werden bald zu gern gesehenen Nachbarn.
Die Frauen reden über Yoga, und die Männer finden vor
dem Flachbildschirm zusammen. Doch als eines Tages ein
Fremder im Haus auftaucht, den Linda und Paul sofort
abweisen, ist es vorbei mit dem freundschaftlichen Miteinander. Barbara nimmt den Mann kurz entschlossen bei
sich auf. Es ist doch klar, dass er, der Klint oder Bobo heißt,
ein Asylsuchender aus Afrika ist – oder war es nicht doch
Asien? –, dass er auf jeden Fall Hilfe braucht, weil er in seiner Heimat Entsetzliches erlitten hat. Klints/Bobos wahre
Identität wird ein Geheimnis bleiben, man wird sich bis
zum Schluss nicht darüber einig, ob er schwarz ist, braun
oder doch Mandelaugen hat.
Der fremde Besucher wird zum Sinnbild für die Entrechteten und Beleidigten dieser Welt. Die Begegnung mit einem von ihnen löst bei den Wohlstandsbürgern Abwehr,
Schuldgefühle oder erotische Sehnsüchte aus. In witzigen
und schnellen Dialogen entlarvt das Stück die gesteigerte
Hysterie im Angesicht des Unbekannten.
Erstmals stellen wir in Dresden den Dramatiker Philipp Löhle
vor. Seit er 2007 mit seinem Debüt „Genannt Gospodin“ auf
sich aufmerksam gemacht hat, stehen seine Texte auf den
Spielplänen vieler Häuser im deutschsprachigen Raum. Er
wurde mehrfach ausgezeichnet, für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert und war Hausautor am Maxim
Gorki Theater in Berlin, am Nationaltheater Mannheim
und am Staatstheater Mainz.
Arved Schultze denkt über den großen Fremden Winnetou und die
Gefahr von Gleichheit nach p Seite 70
Tankred Dorsts „Merlin“ hat die epischen Dimensionen
einer Kinotrilogie oder einer TV-Serie: überbordendes
Dramenmaterial aus 97 Szenen. Das ist nur angemessen,
denn Merlin erzählt vom Entstehen und Vergehen einer
ganzen Welt. Einer Welt, in der sich christliche und keltische Sagen tief durchdringen, in der die Gegenwart durch
ein fantastisches Mittelalter schimmert.
Merlins Vater ist der Teufel. Er beauftragt seinen Sohn, die
Menschen „zum Bösen zu befreien“. Doch Merlin verweigert
seinem Erzeuger den Gehorsam und animiert stattdessen
Artus zur Gründung der Tafelrunde. Als König sucht dieser
die ritterlichen Tugenden mit der Idee der Demokratie zu
verbinden. Angezogen vom Gral als höchstem Ziel, versuchen die Ritter, etwas Bleibendes zu schaffen. Doch sie
scheitern an ihren Ambitionen, an den Frauen und an der
nächsten Generation, die sich weigert, die Utopien ihrer
Väter, deren Moral und Manieren zu übernehmen. So geht
das Artusreich unter.
Gemeinsam mit dem Regisseur Kristo Šagor untersuchen
Dresdner Jugendliche die große Saga um König Artus sowie
die Fragen nach dem Sein und dem Werden, die Tankred
Dorst darin aufwirft. Welche Utopien übernehmen wir von
unseren Eltern? Wie sieht eine ideale und gerechte Gesellschaft aus? Und welche Aufgaben haben Helden heute?
Die Kindheit war gestern, die Zeit der großen Weltentwürfe
ist jetzt!
Von der Bürgerbühne als international erfolgreichem Theatermodell lesen Sie auf p Seite 72
Barbara Bürk wurde in Köln geboren und studierte Regie an der
Theaterakademie in Ulm. Sie inszenierte u. a. am Theater Basel, am
Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, am Schauspiel Hannover,
am Theater Freiburg und am Hans Otto Theater in Potsdam. Eine
lange Zusammenarbeit verbindet sie mit dem Autor Lutz Hübner,
ihre Inszenierung von „Hotel Paraiso“ wurde beim Berliner Theatertreffen 2005 gezeigt. 2012 wurde Barbara Bürk für ihre Inszenierung
von Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg mit dem Theaterpreis „Der Faust“ ausgezeichnet. Am Staatsschauspiel Dresden inszenierte sie bereits die Lutz
Hübner-Uraufführungen „Frau Müller muss weg“ und „Was tun“
sowie Falladas „Kleiner Mann, was nun?“, Brechts „Herr Puntila und
sein Knecht Matti“ sowie Horváths „Geschichten aus dem Wiener Wald“.
Kristo Šagor wurde 1976 in Niedersachsen geboren. Er studierte Linguistik, Literatur- und Theaterwissenschaft an der FU Berlin und am
Trinity College Dublin. Seinen Durchbruch als Autor schaffte er 2000
mit „Durstige Vögel“ am Schauspielhaus Bochum. Mit demselben
Stück debütierte er 2002 am Volkstheater München als Regisseur. Von
2002 bis 2004 war er Hausautor am Theater Bremen. Seine Stücke
wurden vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Publikumspreis des
Heidelberger Stückemarktes. Er inszenierte u. a. am Schauspielhaus
Hamburg, am Schauspielhaus Bochum, am Nationaltheater Mannheim, am Schauspiel Stuttgart und am Schauspiel Hannover. 2007
entstand unter seiner Regie die Uraufführung von Philipp Löhles
„Genannt Gospodin“, mit der er zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen wurde. 2008 erhielt er den Theaterpreis „Der Faust“ in der
Kategorie Beste Regie im Kinder- und Jugendtheater für seine In­szenierung von Robert Musils „Törleß“. Darüber hinaus hat Kristo
Šagor Lehraufträge für Dramatisches Schreiben an der Universität
Hildesheim und der Zürcher Hochschule der Künste.
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Zwischenspiel
nach dem Roman von Monika Maron
Uraufführung am 5. Oktober 2014 im Kleinen Haus 3
Regie: Malte Schiller
Miss Sara Sampson
Bürgerliches Trauerspiel von Gotthold Ephraim Lessing
Premiere am 1. November 2014 im Kleinen Haus 1
Regie: Sebastian Kreyer p Bühne: Thomas Dreissigacker p
Kostüm: Maria Roers
Irgendwie ist dieser Morgen anders. Erst zieht eine einzelne
Wolke am Himmel in die entgegengesetzte Richtung, dann
sitzt plötzlich die tote Schwiegermutter Olga im Sessel,
zu deren Beerdigung Ruth an diesem Tag fahren will. Auf
dem Weg zum Friedhof verfährt sie sich denn auch gründlich, und als in dem Park, in dem sie landet, Olga neben
ihr auf der Bank Platz nimmt, wundert sie sich eigentlich
kaum noch. Im Gespräch mit der Toten, zu der sich bald ein
weiterer gesellt, tastet sich Ruth langsam zurück in die
Vergangenheit und stellt sich die Fragen nach Schuld und
Verantwortung vielleicht zum ersten Mal wirklich – in privatem, künstlerischem und politischem Zusammenhang.
Hat auch sie sich vielleicht schuldiger gemacht, als sie
dachte? Und wie hätte die richtige Wahl zwischen zwei
falschen Entscheidungen ausfallen können?
Mit Klugheit, Sanftmut und feinem Humor schickt Monika
Maron ihre Protagonistin auf eine Reise in ihre Vergangenheit und ihr eigenes Unterbewusstes. Die 1941 geborene
Autorin, die in der ddr aufwuchs und 1989 in die brd
emigrierte, fragt in ihrem jüngsten Roman nach den Konsequenzen von Entscheidungen und nach der bisweilen
gewagten oder geschönten Konstruktion einer eigenen Biografie. 25 Jahre nach dem Ende der ddr kreisen diese
Fragen immer noch wie Gespenster um die (Über-)Lebenden, verfolgen sie, prägen sie und lassen sie nicht los. Und
25 Jahre friedliche Revolution, Mauerfall und Wende bieten
eine Gelegenheit, sie erneut ins Zentrum zu rücken.
Monika Marons Debüt „Flugasche“ wurde wie ihre folgenden Bücher (u. a. „Das Missverständnis“ und „Stille Zeile
Sechs“) vom Fischer Verlag in Frankfurt am Main veröffentlicht, sodass sie bereits vor 1989 auch einem westdeutschen
Publikum bekannt wurde. Zuletzt erschienen von ihr
„Bitterfelder Bogen. Ein Bericht.“ sowie „Zwei Brüder:
Gedanken zur Einheit 1989 – 2009“.
Der Literaturredakteur Michael Hametner über „Zwischenspiel“
als Totenbeschwörung p Seite 73
Sara verlässt ihren liebenden Vater und brennt mit ihrem
Geliebten Mellefont durch. Der steigt mit ihr in einem
Gasthof ab, kann sich aber nicht entschließen, den nächsten Schritt zu tun, nämlich Sara zu heiraten. Die Wochen
vergehen, Sara verzweifelt und Mellefont zaudert. Als
der unentschiedene Verführer schließlich in Gestalt der
Marwood, seiner verlassenen Geliebten, von der Vergangenheit heimgesucht wird, entspinnt sich eine Dreiecksgeschichte voller Leidenschaft, Hass und Begehren, an
deren Ende zwei der liebeskranken Herzen zu schlagen
aufhören. Und als die Katastrophe wirklich nicht mehr abzuwenden ist, taucht auch noch Saras Vater in der Absteige
auf, um seiner Tochter unter Tränen zu vergeben.
Lessing brachte mit „Miss Sara Sampson“ 1755 das erste
bürgerliche Trauerspiel der deutschen Literatur auf die
Bühne. Darin behauptet sich das Bürgertum dem Adel
gegenüber erstmals als selbstbewusster, ernst zu nehmender Stand. Die beginnende Emanzipation von Religion und
Politik wird spürbar, individuelle Glücksansprüche befeuern ein neues bürgerliches Selbstbewusstsein, und die
Liebe ist plötzlich die entscheidende Kraft, wenn es darum
geht, eine Ehe, eine Familie oder einen Staat zu führen. Bis
heute hat dieses Gefühl den höchsten Stellenwert in unserem Leben – das über 250 Jahre alte Drama macht dies
zwischen den Zeilen voll schwärmerischer Rhetorik sichtbar. Lessing schickt seine Männer und Frauen unter dem
Banner der Liebe in einen Kampf um Vernunft und Leidenschaft, Besonnenheit und Gier, der mal komisch und dann
wieder tieftragisch ist. Seine Sara, die ihre Liebe über alles
stellt, und sein Mellefont, der glaubt, dass irgendwo immer
eine noch schönere, bessere, noch perfekter passende
Möglichkeit wartet, finden auch heute viele Schwestern
und Brüder im Geiste.
Die Autorin Dagrun Hintze sucht Sara Sampsons heutige Gestalt
p Seite 78
Malte Schiller wurde 1983 bei Hamburg geboren. Er studierte Germa­
nistik und Geschichte in Göttingen, wo er erste Theatererfahrungen
am Jungen Theater Göttingen und in der Offszene sammelte. Anschließend assistierte er am Deutschen Theater Berlin. Seit der Spielzeit
2012/2013 ist Malte Schiller Regieassistent am Staatsschauspiel Dresden.
Hier arbeitete er u. a. mit den Regisseuren Tilmann Köhler, Armin
Petras, Barbara Bürk und Thomas Birkmeir zusammen. In der Spielzeit 2013/2014 richtete er E. T. A. Hoffmanns „Der Sandmann“ im
Kleinen Haus 3 ein. Außerdem ist er mitver-antwortlich für die Theaterreihe „Schund Royal – Bibliothek der billigen Gefühle“.
Sebastian Kreyer wurde 1979 in Hannover geboren. Er studierte
Theaterwissenschaft, Philosophie und Soziologie in Leipzig und
Berlin. Neben seinem Studium war er als Dozent für kulturelle
Bildung an der Volkshochschule und als freier Verlagsmitarbeiter
in Berlin tätig. Anschließend arbeitete er als Regieassistent am
Schauspiel Köln mit Karin Beier, Karin Henkel und Herbert Fritsch.
Mit seiner Inszenierung von Tennesse Williams’ „Die Glasmenagerie“
am Schauspiel Köln wurde er 2013 zum Festival „Radikal jung“
nach München eingeladen. Weitere Arbeiten führten ihn u. a. an das
Volkstheater München, das Theater Kassel und das Theater Bonn.
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mein deutsches deutsches Land
von Thomas Freyer
Uraufführung am 27. November 2014 im Kleinen Haus 2
Regie: Tilmann Köhler p Bühne: Karoly Risz
Katzelmacher
von Rainer Werner Fassbinder
Erzählt von jungen Dresdnerinnen und Dresdnern
Premiere am 12. Dezember 2014 im Kleinen Haus 3
Eine Produktion der Bürgerbühne
Regie, Video und Raum: Robert Lehniger p Kostüm: Irene Ip
Ein derartiges Verbrechen, wie es die jahrelange Mordserie Rainer Werner Fassbinder (1945–1982) gilt als der bedeudes nsu war, wird es in diesem Land nicht mehr geben? tendste Vertreter des Neuen Deutschen Films der 1970erWeil wir seitdem gewarnt sind vor dem rechten Terror, den und 1980er-Jahre, dem er auch international zum Durchwir in diesem Ausmaß schon vor den Morden nicht für bruch verhalf. Sein kritischer und gleichzeitig liebevoller
möglich hielten? Weil wir jetzt die Zeichen früh erkennen? Blick auf die Menschen und ihre Lebenswelten erreicht den
Uns nicht mehr sicher fühlen? Weil wir nach der Aufarbei- Zuschauer bis heute.
tung dieser Mordserie bereits die Anfänge des Terrors „Katzelmacher“ ist ein Schimpfwort aus dem süddeutschen
erkennen? Und weil wir wissen, dass wir an ähnlichen Raum. Musikanten, fahrenden Händlern und in den 1960erTaten nicht mehr vorbeischauen werden, auch wenn sie in Jahren schließlich Gastarbeitern wurde vorgeworfen, als
streunende Kater unterwegs zu sein und einheimische
einem anderen Gewand daherkommen?
Die Theaterserie „mein deutsches deutsches Land“ blickt Frauen zu schwängern. Als Rainer Werner Fassbinder 1968
in sechs ineinandergreifenden Episoden durch die Augen das Stück schrieb, waren die ersten Gastarbeiter in Westder Täter. Durch die Augen derer, die nicht vom Rand, deutschland angekommen.
sondern mitten aus unserer Gesellschaft kommen. Wir Jorgos, der Grieche, wird für die orientierungslose Jugend
begleiten den Hass dreier Menschen. Sehen, wie sie aufein- in einem Vorort von München zur Zielscheibe ihrer Aggresandertreffen. Sehen, wie der Plan entsteht, ihren Hass zu sionen und Vorurteile. Man neidet ihm den Erfolg bei den
Mädchen und heizt Gerüchte an, um ihn zu kriminalirichten. Und sehen dabei ein Land, das uns fremd ist.
Warum wir uns zu sicher fühlen. Warum wir vorbeischauen sieren. „Traut sich daher und ist ein so einer. Verboten
werden. Und warum wir die Zeichen nicht erkennen, ob- gehört er!“ Für Moral und Ehre tut man sich zusammen
wohl wir doch wissen müssten, wie Hass entsteht und wo und rechnet in einer Schlägerei mit dem Außenseiter ab.
Fassbinder vermeidet dabei das Märtyrerstück: Als Jorgos
er sich entlädt.
Hausregisseur Tilmann Köhler blickt auf p Seite 80 auf seine lang- erfährt, dass er einen türkischen Kollegen bekommen wird,
jährige Zusammenarbeit mit dem Dramatiker Thomas Freyer zurück reagiert er mit ebenjenen Vorurteilen, deren Opfer er selbst
wurde. Der Kreislauf subtiler und offener Gewalttätigkeit
schließt sich.
Eine ausländerfeindliche Einstellung ist in Westdeutschland ein Problem der älteren Jahrgänge, in Ostdeutschland
vor allem eines der Jugend. Zu diesem Schluss kommt
die Studie „Rechtsextremismus der Mitte“ der Universität
Leipzig aus dem Jahr 2013. Fast 75 % der Westdeutschen,
aber nur gut 36 % der Ostdeutschen haben Kontakt zu
Migranten. Gruppen ohne solche Kontakte zeigen eine
deutlich höhere Ausländerfeindlichkeit. Fassbinders Thema
bleibt präsent.
Vier Theatermacher berichten von ihrer Bürgerbühne p Seite 72
Tilmann Köhler ist seit 2009 Hausregisseur am Staatsschauspiel
Dresden und durch eine langjährige Zusammenarbeit mit Thomas
Freyer verbunden. Er brachte die meisten seiner Stücke, wie u. a.
2007 „Separatisten“ in Berlin, 2008 „Und in den Nächten liegen wir
stumm“ in Hannover sowie 2011 „Das halbe Meer“ am Staatsschauspiel
Dresden zur Uraufführung. Weitere biografische Informationen
lesen Sie auf p Seite 20
30
Robert Lehniger wurde 1974 in Weimar geboren und studierte
Mediengestaltung an der Bauhaus-Universität Weimar. Er produzierte
zunächst Videos und Filme für Inszenierungen u. a. von Stefan
Bachmann, Lars-Ole Walburg und Stefan Pucher, bevor er 2001 selbst
zu inszenieren begann. Seine Regiearbeiten bewegen sich an der
Schnittstelle von Theater und Neuen Medien mit einem Schwerpunkt auf Romanadaptionen und Filmstoffen. Eigene Inszenierungen entstanden u. a. am Schauspielhaus Zürich, am Schauspiel
Frankfurt, an den Münchner Kammerspielen, an der Volksbühne
Berlin, am Burgtheater Wien und am Schauspiel Hannover. 2008
wurde er mit dem Projekt „Friday, I’m in love“ zum Festival „Radikal
jung“ nach München eingeladen. „Der Ring: Next Generation“ war
2013 an der Deutschen Oper Berlin zu sehen. Am Staatsschauspiel
Dresden inszenierte er in der vergangenen Spielzeit die Uraufführung „Schneckenmühle“ von Jochen Schmidt.
Die Panne
Komödie von Friedrich Dürrenmatt
Premiere im Januar 2015 im Kleinen Haus 1
Regie: Roger Vontobel p Kostüm: Ellen Hofmann
Superhirn
oder Wie ich die Photonenklarinette erfand
von Clemens Sienknecht
Uraufführung im Februar 2015 im Kleinen Haus 3
Regie und Musik: Clemens Sienknecht p Bühne und
Kostüm: Anke Grot
Alfredo Traps, reisender Textilienvertreter, hat eine Autopanne und muss seine Heimreise unterbrechen. In einem
nahe gelegenen Örtchen findet er für eine Nacht Unterkunft bei einem älteren Herrn. In dessen Haus hat sich an
jenem Abend eine gesellige Runde eingefunden, der Traps
sich fröhlich anschließt.
Bald wird klar, dass er Teil einer Spielrunde geworden ist.
Seine Gastgeber sind allesamt in ihrem Berufsleben Angestellte der Justiz gewesen. Der Hausherr war Richter, seine
Gäste sind ein ehemaliger Staatsanwalt, ein Verteidiger
und der Henker des Ortes. Nur der Angeklagte fehlt. Diese
Rolle übernimmt Traps. Der lässt sich auf das Spiel ein, ist
er sich doch keinerlei Schuld bewusst.
Doch als die alten Herren ihn im Spiel befragen, treten
Dinge zutage; der Alkohol tut schließlich sein Übriges, um
Traps in heillose Verwirrung zu stürzen. Am Ende des
Abends liegt ein Todesurteil auf dem Tisch, und die Grenzen des Spiels sind verwischt.
Friedrich Dürrenmatt (1921 – 1990) gehört zu den bedeutendsten schweizerischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Das Tragisch-Groteske zieht sich durch sein dramatisches Werk ebenso wie durch die Prosa. Auch „Die Panne“
steht in einer Tradition von Texten, die an der Grenze zwischen Tragödie und Satire die Untiefen der bürgerlichen
Seele ausleuchten.
Gedanken zum Genre der Groteske von Klaus C. Zehrer finden Sie
auf p Seite 81
Clemens Sienknecht hat die Häschenorgel erfunden, das
wissen die wenigsten. Er kann Goldfische pürieren, ohne
dabei aus dem Takt zu kommen. Er entlockt Gegenständen
Musik, denen andere nicht einmal einen Ton entlocken. Er
hat ein Faible für Brillen und für unvorteilhafte Kleidung.
Er ist entfernt verwandt mit Jacques Tati und Loriot und ist
mit Stan Laurel und Oliver Hardy zur Schule gegangen.
Clemens Sienknechts musikalische Theaterabende sind
seltsame, virtuose Gratwanderungen zwischen Feinsinn
und grobem Unfug. Er schafft – immer auch selbst auf der
Bühne stehend – einen ganz eigenen, hochkomischen und
traurig-schrägen Kosmos, in dem sich die eigenartigsten
Zeitgenossen tummeln. Verstaubte Vinylfetischisten, einsame Kleintierliebhaber, Radiomenschen und geniale Irre.
In Dresden, der Stadt der Ingenieure, wird er ein selbstgebasteltes Universum für Tüftler, Frickler, Genies und
Superhirne entstehen lassen.
Einen Text, in dem Clemens Sienknecht nicht beschreibt, wie er die
Photonenklarinette erfand, finden Sie auf p Seite 84
Roger Vontobel inszenierte am Staatsschauspiel Dresden Schillers
„Don Carlos“, Kleists „Der zerbrochne Krug“ und Shakespeares
„Hamlet“. Ausführliche biografische Informationen finden Sie auf
p Seite 20
Clemens Sienknecht wurde 1964 in Hamburg geboren. Er studierte
zunächst Sport und Musik auf Lehramt, bevor er in verschiedenen
Bands zu spielen begann. Es folgten Engagements als Theatermusiker.
Seit 1993 verbindet ihn eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit
Christoph Marthaler, in dessen Inszenierungen er häufig als Bühnenmusiker zu sehen ist, so u. a. in „Schutz vor der Zukunft“, „Platz Mangel“
und „Riesenbutzbach. Eine Dauerkolonie“, alle drei Inszenierungen
wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Sein erster eigener
Liederabend entstand 1999 unter dem Titel „Letzte Lieder“ am Theater
Basel. Weitere musiktheatralische Projekte inszenierte er am Deutschen
Schauspielhaus Hamburg, am Schauspiel Köln, am Schauspiel Hannover
sowie am Schauspielhaus Zürich. Zuletzt entstand am Schauspiel
Köln unter seiner Regie der Liederabend „Werner Schlaffhorst – Ein
Leben, zu wahr, um schön zu sein“.
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André Kaczmarczyk
32
Anna-Katharina Muck
33
Christian Friedel
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Mischpoke
Eine jüdische Chronik von 1945 bis heute
Uraufführung im Februar 2015 im Kleinen Haus 3
Eine Produktion der Bürgerbühne
Regie: David Benjamin Brückel p Text: Dagrun Hintze p
Bühne und Kostüm: Jeremias Böttcher
Ein neuer Text
Uraufführung im März 2015 im Kleinen Haus 2
Regie: Jan Gehler
Von den ehemals mehr als 7 000 Juden in Dresden und Umgebung lebten im Mai 1945 noch rund siebzig in der Stadt.
Siebzig Jahre später zählt die Jüdische Gemeinde an die 700
Mitglieder und hat sich in ihrer Struktur stark verändert.
Im Rahmen des Rechercheprojektes „Mischpoke“ lassen jüdische Bürger verschiedener Generationen ihr Leben zwischen 1945 und 2015 in Form einer Chronik Revue passieren.
Sie kommen aus der ehemaligen Sowjetunion, aus den usa
oder aus Deutschland. Heute leben sie in Dresden. Auf der
Bühne erzählen sie von einem Land im Jahre null, vom Aufwachsen in der ehemaligen ddr als Kinder von Überlebenden, von Diffamierungen als „wurzellose Kosmopoliten“
unter Stalin und von ihrem Alltag als moderne Europäer.
Gemeinsam bilden sie ein Panorama jüdischer Identitäten
in den letzten siebzig Jahren, eine „Mischpoke“. Das ursprünglich jiddische Wort bedeutet „Familie“, im erweiterten
Sinne auch „verschworene Gemeinschaft“, „Gesellschaft“
oder „Gruppe“. Ihre Geschichten handeln nicht nur von
zerstörten Stammbäumen und dem langen Schatten der
Shoah, sondern auch von Neubeginn und Zuversicht. Von
Tradition und Erneuerung. Von Wandel und Widersprüchlichkeit. Von Diversität und Subkultur. Stereotypen Zuschreibungen von außen werden selbstbestimmte jüdische
Innensichten entgegengesetzt. Biografische Erfahrungen
werden verknüpft mit Geschichten und Motiven aus der
Musik, die noch einmal die ganze Palette des Jüdischseins
beinhalten: von Verfremdungsklezmer über chassidischen
Punk bis hin zu Radical Jewish Culture, einer avantgardistischen jüdischen Musikbewegung, die sich gegen Angepasstheit und gesellschaftliche Unauffälligkeit wendet.
Die Bürgerbühne erweist sich als internationales Erfolgsmodell.
Mehr dazu auf p Seite 72
Jan Gehler ist ein Spezialist für die leisen Töne, für das
Behutsame. Seit der Spielzeit 2013/2014 ist er Hausregisseur
am Staatsschauspiel Dresden. Schon zuvor war er dem
Haus als Regieassistent verbunden und arbeitete u. a. mit
Armin Petras, Sebastian Baumgarten und David Marton.
2011 inszenierte er erstmals selbst in Dresden, zunächst
Robert Walsers „Jakob von Gunten“. Kurz darauf landete er
mit seiner Uraufführung von Wolfgang Herrndorfs „Tschick“
einen Sensationserfolg. Die Inszenierung wurde vielfach
eingeladen und mit Preisen ausgezeichnet. Inzwischen
gehört „Tschick“ zu den meistgespielten zeitgenössischen
Stücken und wurde an mehr als fünfzig Theatern im Inund Ausland nachgespielt.
Jan Gehler arbeitete seither u. a. am Volkstheater München,
am Maxim Gorki Theater Berlin und am Theater Freiburg.
In Dresden zeigte er außerdem „Aus dem Leben eines
Taugenichts“ von Eichendorff und „Supergute Tage“ von
Mark Haddon und Simon Stephens.
Jan Gehler hat in seiner Arbeit zu einem eigenen Stil gefunden, der sich als roter Faden durch seine Inszenierungen
zieht. Es ist ein sehr zärtlicher, empathischer Blick auf die
Figuren und ihre Motive. Seine Regie geht einfühlsam mit
ihrem Personal um, egal welche Motive es sind, die die
Figuren treiben. Es ist eine Interpretationsweise, die Freiraum gibt und die den Zweifel, die andere Möglichkeit,
immer miterzählt.
Einen von Jan Gehler ausgefüllten Theaterfragebogen finden Sie
auf p Seite 85
David Benjamin Brückel wurde 1982 in Freiburg im Breisgau geboren
und wuchs in der Schweiz auf. Von 2002 bis 2006 studierte er Theater-,
Film- und Medienwissenschaft sowie Cultural Studies an der Universität Wien. Bereits während des Studiums arbeitete er regelmäßig als
Regieassistent an verschiedenen Theatern im deutschsprachigen
Raum und ging in dieser Funktion 2006 an das Schauspiel Hannover.
Dort inszenierte er in der Spielzeit 2008/2009 „hamlet ist tot. keine
schwerkraft“ von Ewald Palmetshofer. Es folgten Regiearbeiten am
Staatsschauspiel Dresden, auf dem Brecht Festival in Augsburg, am
Staatstheater Saarbrücken, am Stadttheater Bern sowie am Heimathafen Neukölln. Seit der Spielzeit 2013/2014 ist David Benjamin Brückel
Dramaturg und Produktionsleiter an der Bürgerbühne des Staatsschauspiels Dresden. Dort inszenierte er 2009 bereits die Uraufführung
„Alles auf Anfang! Fünf Dresdner lassen sich neu erfinden“.
Jan Gehler wurde 1983 in Gera geboren und studierte Szenische
Künste an der Universität Hildesheim. In der Saison 2014/2015
inszeniert er am Staatsschauspiel außerdem Shakespeares „Wie es
euch gefällt“ p Seite 22
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Soldaten
Ein Dokumentartheater über Helden, Heimkehrer und die
Zukunft des Krieges
Uraufführung im März 2015 im Kleinen Haus 3
Eine Produktion der Bürgerbühne
in Kooperation
mit dem Militärhistorischen Museum Dresden
Regie: Clemens Bechtel
Alles im Fluss
Ein Projekt über die Elbe und den Wandel der Zeit
Uraufführung im April 2015 im Kleinen Haus 3
Eine Produktion der Bürgerbühne
Regie: Uli Jäckle
Krieg erleben die meisten Menschen in Deutschland nur als
medial vermittelte Wirklichkeit. Einige immerhin üben in
der Bundeswehr für den „Ernstfall“, wenige andere haben
den Krieg wirklich kennengelernt: die ältesten noch vor
1945, die jüngeren erst vor Kurzem, beispielsweise in
Afghanistan. Für den Rest bleiben die Bilder: aus Syrien,
aus entlegenen Provinzen im Kaukasus, aus Spielfilmen
oder vom Computer. Aber hat diese virtuelle Wirklichkeit
mit der Lebensrealität von Bundeswehrsoldaten etwas zu
tun? Wer und was sind Soldaten heute? Wie unterscheiden
sich die Dienste in der Bundeswehr vor ’89, in der nva oder
in einer Rebellenarmee etwa in Sierra Leone? Was haben
Drohnenangriffe im 21. Jahrhundert noch mit den Schützen­
gräben der Weltkriege zu tun? Bedeuten heute klassische
militärische Tugenden wie Ehre, Gehorsam, Heldentum
noch etwas?
Nur wenige deutsche Städte sind historisch so stark vom
Militär geprägt wie Dresden: Die Offiziersschule, in der immer noch ausgebildet wird, der Bombenangriff 1945, zahlreiche ehemalige Kasernen in der Albertstadt, das Militärhistorische Museum und die Sowjetarmee, die zwischen
1945 und 1989 hier stationiert war – all das hat Spuren
hinterlassen. Gemeinsam mit Dresdner Soldaten erzählen
wir, wie der Wehrdienst sie geprägt hat, was Soldat sein
gestern und heute bedeutet und morgen bedeuten könnte.
Über die Arbeit anderer Bürgerbühnen von Berlin bis Aalborg
berichten deren Leiter auf p S­ eite 72
Alles fließt: die Elbe, Tränen, elektrischer Strom, Körpersäfte, die Zeit, das ganze Leben. Alles bewegt sich fort,
nichts bleibt. Der Fluss ist eine Metapher für die Prozessualität der Welt, für das Dynamische des Lebens, das ewige
Werden und den stetigen Wandel. Oder wie Goethe es
ausdrückt: „Ach, und in dem selben Flusse schwimmst du
nicht zum zweitenmal.“ Mit dem Phänomen Fluss beschäftigen sich Menschen, seit sie existieren. Die einen eher
abstrakt oder metaphorisch als Dichter, Philosophen oder
Komponisten, die anderen ganz konkret als Wasserversorgungstechniker, Kanalbauer oder Naturschützer. Flüsse sind
heilig, und um Flüsse gibt es Kriege. Wer Glück hat, wohnt
in der Nähe eines Flusses und kann an ihm spazieren gehen.
Wer Pech hat, der erleidet einen Hochwasserschaden.
Der Regisseur des Landschaftstheaters in ReinhardtsdorfSchöna, Uli Jäckle, wirft gemeinsam mit Dresdnern und
Bewohnern der Sächsischen Schweiz einen Blick auf Flüsse,
die uns verbinden: auf die Elbe und auf das Werden und den
Wandel des Lebens.
Uli Jäckles Inszenierung ist der letzte Teil einer Trilogie, die
sich zum Ziel gesetzt hatte, kulturelle Verbindungslinien
zwischen Dresden und der Sächsischen Schweiz zu ziehen.
In den vorangegangenen Spielzeiten waren „Der Fall aus
dem All“ und „Wildnis“ auf großen Zuspruch gestoßen.
Vier Perspektiven auf vier Bürgerbühnen finden Sie auf p S­ eite 72
Clemens Bechtel, geboren 1964 in Heidelberg, studierte an der
Universität Gießen Angewandte Theaterwissenschaft. Er inszenierte
u. a. in Deutschland, der Schweiz, Ungarn, Rumänien, Dänemark
sowie in Mali und Malawi. Seine Inszenierung „Staatssicherheiten“
am Hans Otto Theater in Potsdam, in der 15 ehemalige Häftlinge über
die Gefängnisse der Staatssicherheit berichten, wurde mit dem Friedrich-Luft-Preis 2009 als beste Inszenierung in Berlin und Brandenburg
ausgezeichnet. Zuletzt inszenierte Clemens Bechtel Verdis „Requiem“
an der Oper Köln, ein Projekt über Entwicklungshilfe am Nanzikambe
Theatre in Blantyre, Malawi, sowie „Global Players“, ein Projekt über
die Folgen der Globalisierung, das am Landestheater Tübingen entstand.
In der Spielzeit 2013/2014 übernahm Clemens Bechtel die künstlerische
Leitung des internationalen Projekts „Hunger for Trade“ am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, wo er auch den deutschen Beitrag
des Projekts „Cargo Fleisch“ inszeniert. Am Staatsschauspiel brachte
er die Bürgerbühnenproduktion „Meine Akte und ich“, eine Recherche
über die Staatssicherheit in Dresden, heraus.
Uli Jäckle wurde 1961 geboren und arbeitet seit 1993 als freier Regisseur.
Er hat an den Theatern in Frankfurt, Stuttgart, Freiburg, Hamburg und
Hildesheim über achtzig Stücke inszeniert. Bekannt wurde Uli Jäckle
mit seiner freien Gruppe aspik und seinen Landschaftstheaterprojekten, in denen er mit Hunderten von Laiendarstellern ländliche
und städtische Räume inszeniert. Seit 1999 nimmt er unterschiedliche Lehraufträge wahr, u. a. an der Bundesakademie für kulturelle
Bildung Wolfenbüttel und den Schauspielschulen Bern, Zürich und
Verscio. Seit 2010 ist Uli Jäckle Professor im Fach „Kunst in Aktion“
an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. An der
Bürgerbühne des Staatsschauspiels Dresden inszenierte er „Eins,
zwei, drei und schon vorbei. Ein Spiel vom Anfang und Ende der
Dinge“ und die Landschaftstheater-Projekte mit Bewohnern der
Sächsischen Schweiz „Der Fall aus dem All“ und „Wildnis“.
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Alle meine Söhne
von Arthur Miller
Premiere im Mai 2015 im Kleinen Haus 1
Regie: Sandra Strunz
Die Bergwanderung oder Sexualität heute
von Martin Heckmanns
Uraufführung im Juni 2015 im Kleinen Haus 2
Krieg ist immer für alle, Unschuldige lässt er nicht zurück. Drei Elternpaare treffen sich zu einem Problemgespräch.
Das ist die bittere Erkenntnis, die Arthur Millers Stück Ihre Kinder sind zum zweiten Mal gemeinsam unterwegs
„Alle meine Söhne“ aus dem Jahr 1947 eingeschrieben ist. auf einer Bergwanderung. Das ist nicht das Problem. Aber
Von Schreibtischtätern erzählt Miller, von Schuldverdrän- der Gesamtschullehrer Michael Küster und seine Frau
Hanne haben auf dem Computer ihrer Tochter einen Film
gung und davon, wie sie die Menschen wieder einholt.
Josef Keller hat es weit gebracht. Er lebt mit seiner Frau im entdeckt, der die Jugendlichen am Ende der ersten WandeWohlstand, den er seiner Fabrik verdankt. Im Weltkrieg hat rung bei sexuellen Aktivitäten in der Berghütte zeigt. Im
er die amerikanische Luftwaffe mit Zylinderköpfen versorgt Gespräch mit den betroffenen Eltern soll nun eine gemein– das hat ihm Geld und gesellschaftliches Ansehen gebracht. same Strategie entwickelt werden, wie die Kinder bei ihrer
Dass sein Sohn Larry im Krieg in seinem Kampfflugzeug Rückkehr empfangen und über Sexualität und Internet aufums Leben kam, bietet dem Vater die Gelegenheit, die Rolle geklärt werden können.
Dabei zeigt sich vor allem, wie die Beziehungsmodelle
des vom Schicksal gebeutelten Patrioten einzunehmen.
Doch der alte Keller hat Leichen im Keller. Er trägt die der Eltern alternieren und konkurrieren und wie schnell
Schuld am Tod von 21 Soldaten, deren Flugzeuge aufgrund das Unverständnis für abweichendes Verhalten in Verachvon fehlerhaften Bauteilen abstürzten. Keller hat die Ver- tung und Verbote umschlägt. Das Gastgeberehepaar ist in
antwortung dafür seinem Geschäftspartner Steve Deever Therapie, die Sängerin und der Musiktherapeut führen
anhängen können. Deever sitzt seitdem im Gefängnis. So eine offene Beziehung und erzählen einander von ihren
hat sich Keller sein Leben in der amerikanischen Vorstadt Seitensprüngen, und der Unternehmensberater tauscht
seine Partnerin regelmäßig gegen eine jüngere aus. Als am
eingerichtet und sein Gewissen ruhiggestellt.
Bis seine Verbrechen ans Licht kommen und mit ihnen ein Ende die Tochter des Hauses vom Ausflug zurückkehrt,
ist die Mutter betrunken, die Wohnung in Unordnung,
weiteres dunkles Geheimnis der Familie Keller …
Arthur Miller, 1915 in New York geboren, avancierte in den und der Unternehmensberater sucht seine Hose. Die ver1940er- und 1950er-Jahren zum wichtigsten amerikanischen sammelte Elternschar ist sich nicht einig geworden, und
Dramatiker der Neuzeit. Seine Stücke wie „Hexenjagd“ und die Kinder sehen ein, dass sie es auf ihre eigene Weise
„Tod eines Handlungsreisenden“ sind Plädoyers gegen den versuchen müssen.
„american way of life“, gegen Raffgier und gesellschaftliche „Die Bergwanderung“ ist eine Komödie über die UnordKälte, denen er die ethische Verantwortung des Individu- nung des Begehrens, konkurrierende Sexualmoral und die
Schwierigkeit, die Freiheit auszuhalten.
ums und einen moralischen Humanismus entgegensetzt.
Die Regisseurin Sandra Strunz über Verantwortung, Schuld und Einen ersten Auszug aus Martin Heckmanns’ neuem Stück finden
Sie auf p ­Seite 87
Familien p Seite 86
Sandra Strunz, geboren 1968 in Hamburg, studierte Regie an der
Hochschule der Künste in Hamburg. Sie arbeitete am Luzerner
Theater, am Staatstheater Stuttgart, am Schauspiel Frankfurt, am
Schauspiel Hannover, am Schauspiel Freiburg sowie am Deutschen
Schauspielhaus in Hamburg. Am Staatsschauspiel Dresden inszenierte sie bereits die Uraufführung von Dirk Lauckes „Für alle reicht
es nicht“, die 2010 zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen wurde.
Außerdem führte sie hier Regie bei Tom Waits’ musikalischer Version
von Büchners „Woyzeck“, der Uraufführung „Reckless II – Lebendige
Schatten“ nach dem Roman von Cornelia Funke, der BürgerbühnenInszenierung „Die Zärtlichkeit der Russen“ von Dagrun Hintze
sowie bei Lessings „Emilia Galotti“. Seit 2013 ist Sandra Strunz leitende Dozentin für Regie an der Akademie für Darstellende Kunst
in Ludwigsburg.
Martin Heckmanns wurde 1971 in Mönchengladbach geboren. Er
studierte Komparatistik, Geschichte und Philosophie. Neben Kurzprosa,
die er in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht, schreibt er
Theaterstücke, die bisher in mehr als zehn Ländern zur Aufführung
gekommen sind. 2002 wurde er in der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Theater heute“ zum Nachwuchsautor des Jahres gewählt.
Für „Schieß doch, Kaufhaus!“ gewann er 2003, für „Kränk“ 2004 den
Publikumspreis der Mülheimer Theatertage. Seine Stücke wurden
bereits mehrfach zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen, so u. a.
2007 „Wörter und Körper“ sowie 2008 „Kommt ein Mann zur Welt“.
Am Staatsschauspiel Dresden war Martin Heckmanns von 2009 bis
2012 als Hausautor und Dramaturg tätig. Sein Theaterprolog „Zukunft
für immer“ eröffnete die Spielzeit 2009/2010. Es folgte in der Saison
2011/2012 die Uraufführung von „Vater Mutter Geisterbahn“, die 2012
zu den Mülheimer Theatertagen und zum Heidelberger Stückemarkt
eingeladen wurde. Zuletzt entstanden für das Schauspiel Stuttgart
2012 „Wir sind viele und reiten ohne Pferd“ sowie für das Schauspielhaus Bochum 2013 „Es wird einmal“.
37
Und außerdem …
Theater zu Gast in Dresden
In der Jubiläumsspielzeit des Schauspielhauses waren
fünf der wichtigsten und traditionsreichsten Theater aus
Deutschland, Österreich und der Schweiz am Staatsschauspiel Dresden zu Gast. Ein spannendes Theatertreffen eigens
für das Dresdner Publikum, dessen positive Zuschauerresonanz uns angespornt hat, diese Reihe mit hochkarätigen Gastspielen renommierter Bühnen fortzusetzen. In
der Spielzeit 2013/2014 haben das Deutsche Theater Berlin,
die Münchner Kammerspiele, das Thalia Theater Hamburg
und das Wiener Burgtheater ihre Inszenierungen in
Dresden gezeigt. Auch in der Spielzeit 2014/2015 werden
wir wieder ein Programm mit herausragenden Gastspielen
u. a. aus Berlin, Stuttgart und Hamburg präsentieren.
Eine Woche im Oktober. 25 Jahre friedliche Revolution
Im Oktober 2014 jähren sich die entscheidenden Ereignisse
zur Wende in Dresden zum 25. Mal: Am 4. Oktober 1989
passierten die Züge mit den ddr-Flüchtlingen aus der
Prager Botschaft den Dresdner Hauptbahnhof, vor dem
Ausreisewillige protestierten. Die Tage bis zum 9. Oktober
waren geprägt von breitem Widerstand: Das Ensemble
des Staatsschauspiels trug die berühmte Resolution „Wir
treten aus unseren Rollen heraus“ vor, es gab Massendemonstrationen in der Prager Straße, die am 9. Oktober zu
Gesprächen zwischen der „Gruppe der 20“ und der Stadtregierung führten. Ein Monat später, am 9. November 1989,
fiel die Berliner Mauer – bis heute das Symbol für den Zusammenbruch eines ganzen Systems.
Das Staatsschauspiel plant ein Festival, das das Kleine
Haus eine Woche lang in ein Zentrum der Revolution verwandelt und sich den Tagen im Oktober 1989, dem Phänomen Revolution und der Frage nach lebbaren Modellen von
Gesellschaft heute widmet: Wie sieht Revolution heute aus?
Welche Formen von Protest sind möglich? Und wie klingen
eigentlich die Forderungen von 1989 heute? Geplant sind
u. a. die Uraufführung von Monika Marons „Zwischenspiel“,
Vorträge, Diskussionsrunden, Filme, Konzerte und eine
Vielzahl von performativen und theatralen Aktionen.
Über die Zukunft des Theaters
Gemeinsam mit dem Schauspiel Leipzig und in Kooperation mit der Sächsischen Akademie der Künste wollen wir
in einer vierteiligen Veranstaltungsreihe über das Theater
nachdenken. Dazu werden wir Künstler, Wissenschaftler,
Kritiker und Politiker bitten, Thesen oder Visionen zu entwerfen, wie ein Theater der nahen und fernen Zukunft aussehen könnte. Alternierend in Dresden und Leipzig stattfindend, suchen wir Antworten auf Fragen nach Position
und Kurs unserer Bühnen. Die Reihe entstand auf Initiative
des Regisseurs Wolfgang Engel.
September bis Dezember 2014
Die vom Staatsschauspiel Dresden mit der Sächsischen
Zeitung veranstaltete Reihe Dresdner Reden besteht seit
1992, und bisher haben sich rund achtzig Künstler, Politiker,
Schriftsteller, Architekten, Journalisten und Historiker auf
der Bühne des Schauspielhauses zu aktuellen Themen der
Zeit- und Kulturgeschichte geäußert. In der vergangenen
Spielzeit waren das Heribert Prantl, Roger Willemsen,
Jürgen Trittin und Sybille Lewitscharoff. Wir setzen die
Reihe im Februar / März 2015 fort.
Wichtige gesellschaftliche Themen entwickeln sich in
öffentlichen Debatten weiter. Aus dieser Überzeugung
heraus bringen die Wochenzeitung die zeit und das
Staatsschauspiel Dresden regelmäßig Persönlichkeiten aus
Politik, Kultur und Gesellschaft im ZEIT Forum Politik
zur Diskussion auf der Bühne zusammen.
In der Reihe MDR-FIGARO-Café werden – zum Teil auch
in Kooperation mit der zeit – Podiumsdiskussionen zu
Theater, Kultur und Zeitgeschehen live übertragen.
Weiterdenken ist eine Einrichtung der politischen Bildung
der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen e.V. für Erwachsene in
Sachsen und präsentiert gemeinsam mit dem Lehrstuhl für
Internationale Politik an der tu Dresden eine Vortragsreihe
im Kleinen Haus zu aktuellen gesellschaftlichen Themen.
Die Theater- und Konzertagentur Andreas Grosse lädt internationale Musiker aus den verschiedensten Ländern und
Kulturen in das Kleine Haus ein. Zwischen Tradition und
Moderne, Ost und West sind die Konzerte der Reihe Musik
zwischen den Welten angesiedelt. Das Programm ist so
vielfältig wie die Weltmusik selbst, mit Einflüssen aus Folk,
Jazz, Rock, Pop und Klassik. Die Konzerte finden jeweils
sonntags statt.
Der Kulturpalast wird umgebaut. Daher freuen wir uns, auch
in der Spielzeit 2014/2015 die Dresdner Philharmonie mit
Konzerten im Schauspielhaus zu Gast zu haben, unter der
musikalischen Leitung von Chefdirigent Michael Sanderling.
Möchten Sie auch mal wieder so richtig Tango Argentino
tanzen? Ob Sie tanzunkundig sind oder parkettsicher, allein oder zu zweit: Jeder ist willkommen! Gemeinsam mit
Jens Klant und Kathrin Peine, den Profis der Dresdner
Tango-Tanzschule „studio24 – Tango Argentino“, laden wir
an ausgewählten Sonntagen Anfänger und Könner zum
Tangotanztee ein.
In der Kabarettreihe Creme frech zeigen Deutschlands
renommierteste Kabarettisten im Schauspielhaus politisches Kabarett auf höchstem Niveau. In Zusammenarbeit
mit der Herkuleskeule.
Am 21. März 2015 findet zum vierten Mal die Lange Nacht
der Dresdner Theater statt: Von 18 bis 24 Uhr zeigen die
Dresdner Theater und Ensembles auf über dreißig Bühnen
Kostproben ihres Schaffens. Theater, Tanz, Oper, Operette,
szenische Lesung, Figurentheater, Kabarett und Konzert.
Die dreißigminütigen Vorstellungen beginnen im Stundentakt.
38
Und außerdem …
Unsere Kooperationspartner
Das Staatsschauspiel Dresden praktiziert in Partnerschaft mit
der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendels­sohn
Bartholdy“ Leipzig eine besondere Ausbildungsform:
Nach dem Grundstudium an der Hochschule werden die
Studierenden im dritten und vierten Studienjahr im
Schauspielstudio Dresden weiter unterrichtet. Die Studentinnen und Studenten wirken neben ihrer Ausbildung an
Produktionen des Staatsschauspiels mit und er­arbeiten
eine eigene Studioinszenierung.
Jährlich kommen ein bis zwei Inszenierungen der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden im
Kleinen Haus zur Aufführung.
Die Hochschule für Bildende Künste Dresden ist eine
langjährige Kooperationspartnerin in der Ausbildung. Studenten der Studiengänge Bühnen- und Kostümbild sowie
Theaterausstattung können praktische Erfahrungen am
Staatsschauspiel Dresden sammeln.
Studierende des Hauptstudiums an der Palucca Hochschule für Tanz sammeln mit den Auftritten ihrer Kompanie – dem Palucca Tanz Studio – im Kleinen Haus pro­
fes­sionelle Bühnenerfahrung.
Die Kooperation der Dresden School of Culture mit dem
Staatsschauspiel Dresden ermöglicht Studentinnen und Studenten des Masterstudiengangs Kultur + Management, akademische Lehre und Praxiserfahrung miteinander zu verbinden.
Das Kultur Quartier Dresden ist ein Verbund aus Dresdner
Kultureinrichtungen mit überregionaler Ausstrahlung sowie gehobener Hotellerie. Ziel ist die Förderung Dresdens
als Kulturstadt. Mitglieder sind: Hellerau – Europäisches
Zentrum der Künste, Staatliche Kunstsammlungen, Semperoper, Staatsschauspiel, Frauenkirche, Kreuzkirche,
Deutsches Hygiene-Museum, Militärhistorisches Museum,
Musikfestspiele, Philharmonie, Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen, Städtische Museen, Gläserne
Manufaktur, Dresden Marketing GmbH, Hilton Hotel,
Hotel Taschenbergpalais Kempinski, The Westin Bellevue,
Steigenberger – Hotel de Saxe, Maritim Hotel Dresden & icc.
Gastronomie
william ist das neue Restaurant im Schauspielhaus und
dabei mehr als nur Theatergastronomie. Es ist ein neuer
kulinarischer Anziehungspunkt mitten in der Stadt, wo
Küchenchef Marcel Kube und sein Team täglich beweisen,
dass eine saisonale und authentische Küche ebenso spannend wie abwechslungsreich ist. Unabhängig vom Theaterbesuch lädt das william ganztägig und an sieben Tagen
in der Woche zum Genießen ein. Ob Frühstück, BusinessLunch oder Abendessen, Champagnertag an jedem Freitag
oder Sonntagsbrunch mit Musik an jedem letzten Sonntag
im Monat – das Angebot ist vielfältig.
Theaterbesucher können ihren Abend in Bar und Lounge
entspannt beginnen und ausklingen lassen und auch während der Pause aus der Snackkarte wählen.
william – Restaurant · Bar · Lounge im Schauspielhaus
Öffnungszeiten: Mo bis Fr 11 bis 23 Uhr, Sa und So 10 bis 23 Uhr
E-Mail: [email protected]
Telefon: 0351 . 44 00 88 00
Das bean&beluga-Team verwöhnt mit seiner Theatergastronomie unsere Gäste mit herzhaften Highlights sowie einer
hochwertigen Getränkekarte an verschiedenen Tresen im
Zuschauerbereich. Reservierungen für individuelle Pausenarrangements nimmt das Team jederzeit gern entgegen.
bean&beluga – Theatergastronomie im Schauspielhaus
E-Mail: [email protected]
Telefon: 0351 . 44 00 88 00
Im Kleinen Haus bietet das Klara – Bistro und Kantine mit
dem Team um René Kuhnt ein umfangreiches Angebot von
Getränken über Snacks bis zu gehobenen Speisen. Und
nicht nur im Sommer lädt der Lounge-Bereich auf der
Terrasse zum Verweilen ein.
Klara – Bistro und Kantine
Öffnungszeiten: Mo bis Sa 9–24 Uhr. An Sonn- und Feiertagen zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn.
E-Mail: [email protected]
Telefon: 0351 . 49 13 – 615
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Rosa Enskat
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Christian Erdmann
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Torsten Ranft
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Hannelore Koch
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Schöne neue Welt nach dem Roman von Aldous Huxley, neu für die Bühne bearbeitet Uraufführung am 12. September 2014 im Schauspielhaus
Regie: Roger Vontobel
Ja, ich
fordere diese
Rechte, alle.
Huxleys Herzkatheter
Wie die „schöne neue Welt“ die Gesundheitsindustrie erschaffen hat
von Heribert Prantl
Im Jahr 2050 werden in Europa mehr als 70 Millionen Menschen über achtzig Jahre alt sein. Aldous Huxley hat die
Probleme, die sich daraus ergeben, mechanistisch gelöst:
Die Alten werden in Spezialkliniken abgeschaltet. Das ist
die schöne neue Welt.
Die schöne alte Welt: Es war in der Zeit, in der die Zahnärzte noch Dentisten hießen und sich noch nicht jeder
Deutsche die dritten Zähne leisten konnte. Wenn meine
Tanten damals der Großmutter ihre neugeborenen Enkelkinder präsentierten, dachte die alte Frau anschließend
über eine anthropobiologische Frage nach: Wie es denn
komme, so sinnierte sie, dass man gemeinhin die kleinen
Kinder ohne Zähne als possierlich, die zahnlosen Alten
aber als hässlich betrachte? Die Zahnlosigkeit der Alten akzeptierte sie unter Bezugnahme auf das Bibelwort „Wenn
ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht ins Himmelreich eingehen“ als eschatologische Notwendigkeit;
und so war, theologisch höchst fragwürdig, aber für meine
Großmutter sehr befriedigend, der körperliche Verfall erklärt und eingebettet in die Volksfrömmigkeit. Großmutter
ist, nach einem Leben in der Großfamilie, 1962 gestorben.
Sie war 77.
44
Seitdem sind bekanntlich immer mehr Menschen immer
älter geworden. Die Rückentwicklung alter Menschen zum
Säugling (meist ohne dessen Zufriedenheit) hat es immer
gegeben, aber nie in dieser Zahl und für so viele Jahre. Das
gilt der Gesellschaft offenbar als eine natürliche Schuld,
die Sanktionen nach sich ziehen muss, welche in Altenund Pflegeheimen vollzogen werden. Die Pflege der Alten
erinnert oft weniger an Pflege als vielmehr an Strafe. Die
Erklärung der bisweilen grausigen Zustände, die in viel zu
vielen dieser Alten- und Pflegeheime herrschen, gelingt
nur einem solchen Zynismus, der das Fesseln an Bett und
Stuhl, Fixierung genannt, als Bestrafung der Alten dafür
betrachtet, dass sie so lange leben. Aus dieser zynischen
Sicht wird das Windeln der alten Menschen, auch wenn sie
noch selbst zur Toilette gehen könnten, zu einem Akt der
Generalprävention; das Hungern- und Durstenlassen wird
zu einem Akt der Spezialprävention; und das Foto von der
alten Frau, die nackt auf einem Toilettenstuhl sitzt, das Essen vor sich auf dem hochgeklappten Tischchen, wird zu
einem Werbeplakat für die Sterbehilfe. Solche organisierte
Entwürdigung der Alten ist nicht die Regel, aber auch nicht
die Ausnahme. Das ist die schöne neue Welt.
Weil Deutschland so versiert im Exportieren ist, schafft es
sich dadurch auch Probleme vom Hals: Müll wird exportiert.
Atommüll, alte Arzneimittel, Batterien und Essensreste
landen, legal oder illegal, dort, wo die Entsorgung billiger
ist als in Deutschland. Grenzüberschreitende Abfallverbringung nennt man das. Export ist ein Denk-, Handlungs-,
und Lösungsprinzip. So kommt es wohl, dass nun auch
pflegebedürftige Menschen exportiert werden sollen. Man
kann das grenzüberschreitende Altenverbringung nennen.
Pflegeheime in Thailand, Spanien und Osteuropa sind billiger als deutsche. Kranken- und Pflegekassen zeigen sich
daher interessiert am Greisenexport. Es wird allen Ernstes
über den Oma- und Opa-Export nachgedacht.
Wie groß oder klein ist da noch der Schritt zu Huxleys
Welt? Er hat die Ökonomisierung der Daseinsvorsorge und
Daseinsbeendigung und die Probleme mit den Alten radikal zu Ende gedacht – zu Ende im Wortsinn. Die schöne
neue Welt bei Huxley zeigt sich auch darin, wie alt gewordene Menschen in Kliniken entsorgt werden. Sie werden
ausgeschaltet und abgewrackt wie alte, verrostete Maschinen. Kinder werden regelmäßig in diese Entsorgungskliniken geführt und dort mit Schokolade gefüttert, damit sie
sich an den Vorgang des Abschaltens gewöhnen und für
sich akzeptieren lernen, dass Leben technisch produziert
und technisch beendet wird. Bei Huxley, in der schönen
neuen Welt, wird das Leben als Produkt betrachtet, das
der Kontrolle, der Überprüfung, der Herstellung und der
Entsorgung bedarf. Ist das die Gesellschaft, in der man
leben will?
In der Medizin, die zur Gesundheitsindustrie geworden ist,
ist Huxleys Welt partiell Realität. Das Krankenhaus ist aus
dieser Warte keine soziale, sondern eine mechanistische
Einrichtung – ein Pendant zur Kfz-Werkstatt. Da werden
Teile ausgewechselt, da wird lackiert und repariert, solange
es sich rentiert und rechnet. Der Mensch ist zum Kostenfaktor geworden. Dreißigjährige Bubis der Betriebswirtschaft, auf deren Laptops es kein Programm für „soziales
Kapital“ gibt, bestimmen über Wohl und Wehe. Ökonomisiert und rationalisiert wurden und werden von ihnen
nicht nur Wirtschaftsbetriebe, sondern auch Universitäten,
Kinderläden, Schwimmbäder, Bibliotheken, Theater – und
Krankenhäuser, auch psychiatrische Kliniken, auch Altenund Pflegeheime. Die Ökonomisierung ergreift auch das
ärztliche Handeln und Denken. Und Ökonomisierung meint
dabei nicht einfach Wirtschaftlichkeit, das wäre ja in Ordnung, sondern ein neues Denkprinzip und ein neues Menschenbild. Ein radikaler Ökonomismus glaubt ja, er könne
auch noch aus einem Gefängnis ein Profit-Center machen.
Er glaubt, dass die Summe der rationalisierten Betriebe
sich zu einem wunderbaren Standort und zum Wohlstand
des Gemeinwesens fügt. Es ist dies wohl ein Midas-Glaube.
Midas ist das Urbild des Rationalisierers.
Midas, der König von Phrygien, wollte bekanntlich alles zu
Gold machen und wäre daran fast zugrunde gegangen. Er
hatte sich, so geht die Sage, von Dionysos gewünscht, dass
alles, was er berühre, zu Gold werde. Als Midas auf dem
Heimweg einen Zweig streifte, einen Stein in die Hand
nahm, Ähren pflückte, wurden Zweig, Stein und Ähren zu
reinem Gold. Dasselbe geschah mit dem Brot, wenn er sich
an den gedeckten Tisch setzte. Auch die Getränke und das
mit Wein vermischte Wasser, das er sich in den Hals goss,
wurden zu Gold. Midas lief Gefahr, vor Hunger und Durst
zu sterben, sodass er schließlich Dionysos bat, ihn von dieser
verhängnisvollen Gabe zu befreien. Der Gott erlöste Midas
durch ein Bad in einer Quelle, die seither Goldsand führt.
Unsere Gesellschaft braucht solche befreienden Bäder. Sie
berauscht sich daran, alles zu Gold zu machen. Dabei fehlt
die Erkenntnis, die Midas gerade noch rechtzeitig hatte.
Diese Erkenntnis lautet: Man kann am eigenen Erfolg auch
krepieren. Der Unterschied zwischen Midas und dem radikalen Ökonomismus ist allerdings der, dass an der Sucht
des letzteren erst einmal die anderen krepieren – die eingesparten Arbeitskräfte, die Freigesetzten, die Entlassenen,
die nutzlos Gemachten. Später leiden dann womöglich
auch diejenigen, die man Kunden nennt. Neuerdings nennt
man auch in den Krankenhäusern die Patienten immer
öfter Kunden.
Werden die Ärzte dem Druck standhalten, der durch ein
kommerzialisiertes Gesundheitssystem auf sie ausgeübt
wird? Dieser Druck ist erfinderisch. In zahlreichen privaten Krankenhäusern werden sogenannte Chefarzt-BoniVerträge abgeschlossen, wie wir sie aus der Finanz- und
Bankenwelt kennen- und fürchten gelernt haben. Bei diesen Verträgen erhält der Chefarzt am Jahresende ein Extra- Heribert Prantl ist Mitglied
honorar, wenn er auf eine bestimmte Zahl von besonders der Chefredaktion der
„Süddeutschen Zeitung“ und
profitablen Leistungen kommt – dazu zählen die Implantaleitet dort das Ressort Innentionen von Prothesen oder auch Herzkatheteruntersuch- politk. Der ehemalige Staatsungen. Kommt es eines Tages so weit, dass die Patienten anwalt sitzt im Ethikrat der
hinter individuellen ärztlichen Maßnahmen geldgesteu- Hamburger Akademie für
Publizistik und gehört dem
erte Handlungsanweisungen vermuten können? Schöne
pen-Zentrum Deutschland an.
neue Welt.
Es heißt bisweilen noch immer, das Gesundheitswesen
leide auch an einem zu eingeschränkten Wettbewerb. Leidet es nicht eher daran, dass es ein Markt ist, an dem zuallererst verdient werden will? Gesundheit hat ja nicht nur
mit körperlicher Intaktheit zu tun, nicht nur mit Pillen
und Skalpell, sondern auch mit der Psyche: mit Vertrauen,
mit Selbstvertrauen, mit Ängsten, mit Lebensunsicherheiten. Unser Gesundheitssystem krankt wohl auch am
mangelnden „Sichkümmern“, denn dies wird nicht bezahlt.
Kaufleute und Betriebswirte haben aus der Medizin eine
Industrie gemacht. Sie haben die Krankenbehandlung ökonomisiert. Das bekommt den Ärzten nicht – und den Patienten auch nicht. Für Kranke sind Faktoren wichtig, die
in betriebswirtschaftlichen Programmen keine oder kaum
eine Rolle spielen: Zeit, Geborgenheit und – ja, auch dies, ja,
auch wenn es altmodisch klingt – Barmherzigkeit! Manchmal besteht ärztliche Kunst auch darin, abzuwarten und
vorerst nichts zu tun; diese Kunst lässt sich nicht betriebswirtschaftlich optimieren. Schöne alte Welt.
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Drei Schwestern von Anton Tschechow Premiere am 4. Oktober 2014 im Schauspielhaus
Regie: Tilmann Köhler
Drei Schwestern und ich
Der Autor Wladimir Kaminer erzählt von der russischen Lust an der Sehnsucht
und einem Leben ohne Konzept
Als Tontechniker in einem Moskauer Theater begleitete ich
in den 1980er-Jahren mehr als 200 „Drei Schwestern“-Aufführungen und bin dadurch beinahe zum Jungalkoholiker
geworden. „Die Musik spielt so lustig, so fröhlich, es scheint
noch ein wenig, und wir werden verstehen, wozu wir gelebt,
wofür wir gelitten haben! Wenn man nur wüsste, wenn man
nur wüsste.“ Die Schauspielerin, die eine der drei Schwestern spielte, verzehrte sich auf der Bühne, die anderen Bühnenkollegen machten Faxen, das Publikum, durch die verzweifelte Schwester an die Sinnlosigkeit des eigenen Seins
erinnert, schluchzte.
Ich saß auf dem Balkon, als Tontechniker war ich für die
musikalische Begleitung des Stückes zuständig. Statt Musik liefen während des ganzen Dramas und beim Finale
Feuerwehrglocken vom Band. Die Kleinstadt, in der die
Schwestern lebten, brannte, aber sie brannte sehr langsam.
Sie qualmte vielmehr wie ein brennendes Torfmoor. Immer
wieder stiegen giftige Wolken von der Hinterbühne auf.
Mein Kollege, der Lichttechniker, der die ganze Zeit neben
mir saß, weinte am Ende ebenfalls wie ein Krokodil, das
seine Eier vergraben und vergessen hat, wo. Obwohl er,
genau wie ich, die „Drei Schwestern“-Aufführung schon
mindestens 200-mal gesehen hatte, konnte er sich im Finale doch nicht einkriegen. Die Aufführung war lang, sie
ging erst kurz vor Mitternacht zu Ende. Der Lichttechniker
hatte Angst, allein nach Hause zu fahren, stattdessen gingen wir zusammen ins Restaurant „Der Schauspieler“, das
einzige, das so spät in Moskau noch auf hatte, und tranken
dort selbsterfundene „Drei Schwestern“-Cocktails: Orangenlikör mit Wodka vermischt, dazu eine Salzgurke. Das
sinnlose Leiden der Schwestern machte uns platt. Wenn
man nur wüsste, warum die Schwestern litten, warum alle
Russinnen und Russen litten, das ganze Land um uns herum. Diese schönen jungen Frauen, gebildet und begabt,
wussten nicht, wohin mit sich. Die Männer, die sie umgaben, waren uniformiert und infantil. Die ewig qualmende
Kleinstadt, in der sich alles kannte und grüßte und in der
sich doch jeder endlos einsam fühlte, taugte als Ebenbild
unseres Landes, von der restlichen Welt isoliert, von ideologischen, geografischen, politischen Mauern und Barrieren
eingekesselt, von jedem Wind der Veränderung geschützt.
Im Stück träumten die Schwestern von Moskau, in ihrer
Vorstellung war Moskau eine andere Welt, in der alle ihre
Wünsche und Hoffnungen wahr werden konnten, in der sie
sich als attraktive, aktive Bürgerinnen ausleben konnten.
46
Zum Glück war für sie Moskau unerreichbar, für immer ein
Traum. Wir saßen dagegen in der Hauptstadt am wichtigsten Platz, im Restaurant „Der Schauspieler“, und wussten
daher, dass diese Stadt genauso versumpft ist wie das Land
draußen, wenn nicht noch mehr. Wir träumten von weiten
Reisen, unser Moskau war London, Paris, Berlin. Es ist längst
bekannt, dass Menschen immer dort das Paradies vermuten, wo sie nicht sind. Das Kulturministerium war mit unserer „Drei Schwestern“-Inszenierung unzufrieden. Zu wenig Optimismus, meinten sie, anstatt die Menschen in
ihrem positiven Lebensgefühl zu stärken, was die eigentliche Aufgabe der Kunst sei, sät eurer Tschechow nur Zweifel und Zukunftsangst. Die Theaterdirektion hatte dauernd
Probleme mit der Interpretation von Tschechows Werken.
Auch achtzig Jahre nach seinem Tod galt Tschechow noch
als Dissident, ein ungewöhnlicher Fall für die russische Literatur. Diese Literatur ersetzte lange Zeit in Russland die
Wladimir Kaminer ist privat
bürgerliche Gesellschaft, die Politik, die Theologie und die ein Russe und beruflich
deutscher Schriftsteller und
Philosophie, sie ersetzte die öffentliche Meinung, sie spruKolumnist russisch-jüdischer
delte vor Ideen, vor Offenbarungen und Sinn. Ob Tolstoj Herkunft. Seine Romane wie
oder Dostojewskij, jeder anständige große russische Schrift- „Militärmusik“ und der Erzählband „Russendisko“ machten
steller hatte ein Rezept zur Rettung Russlands und folglich
ihn international bekannt.
der Welt, er wusste, worin der richtige Glaube sich vom falschen unterscheidet, was böse und was gut war, was man zu
tun und wie man zu sterben hatte. Die Literatur in Russland
war diktatorisch, totalitär, wegweisend. Erst mit Tschechow
kam eine andere Literatur – eine Literatur des Zweifelns
und des Grübelns – auf. Tschechows Botschaft konnte man
in einem Wort zusammenfassen, sie lautete: „Zweifelt!“
Während die Helden der großen russischen Romane nach
alles umfassenden Lebenskonzepten gierten, litten die
Tschechow’schen Helden unter der Last allzu schwerer
Ideen und Konzepte. Tschechow selbst trat für ein Leben
ohne Konzept ein. Nicht der Inhalt der großen, die Menschheit errettenden Ideen störte ihn, sondern der Umgang mit
diesen Ideen, der Eifer, den die Menschen an den Tag legten,
um diese Ideen und Konzepte zu verwirklichen. Besonders
skeptisch war Tschechow Politikern und Hellsehern gegenüber, die Visionen hatten und oft und gerne über die Zukunft anderer Menschen und ihrer Länder plauderten.
Tschechow bezweifelte, dass Menschen fähig sind, auch
nur einen Tag ihres Lebens zu verstehen, ganz zu schweigen davon, dass sie fähig sind, in die Zukunft zu blicken.
„Dafür hat der Mensch zu wenig Wissen und Gewissen“,
schrieb er. Man muss dazu sagen, dass Russland, damals
wie heute, ein sehr fruchtbarer Boden für alle möglichen
Ideen ist, für die Ideen von sozialer Gerechtigkeit, von Marxismus und Anarchismus, von allen möglichen Konzepten
zur Beglückung der Menschheit. Was meinen Landsleuten
im Umgang mit solchen Konzepten fehlt, ist der notwendige Abstand, die Skepsis, die innere Freiheit, das Wissen
um die Beschränktheit jeder Theorie und jedes Glaubens.
Jemand, der seine Idee oder seinen Glauben für der Weisheit letzten Schluss hält, kann kein freier Mensch sein, er
verwandelt sich in einen Sklaven seiner Überzeugungen. Er
muss immer im Recht sein und ist nicht bereit, sein Recht
mit dem Recht des anderen zu teilen. „Wer von sich behauptet, alles zu wissen und zu verstehen, ist entweder ein
Dummkopf oder ein Scharlatan“, schrieb Tschechow einmal in einem Brief. Er suchte nach dem verbindenden Element, nach etwas, was die Menschen zusammenbrachte.
Es war nicht der Reichtum, nicht das Wissen, sondern die
Schwere des Lebens, sie machte die Menschen solidarisch.
Und was die Bedeutung des Lebens betrifft, nicht immer
hat ein konkretes Leben einen ausgeprägten Sinn. Aber jedes Leben hat seine Gründe und Abgründe. Heute, so bilde
ich mir ein, hätten die drei Schwestern mehr Sinn im russischen Leben gefunden. Sie wären wahrscheinlich in die Politik gegangen und hätten eine kompromisslose Opposition zu den heutigen Machthabern gegründet. Dann hätten
sie, wer weiß, an den Präsidentenwahlen 2017 teilgenommen und dreimal so viele Stimmen wie der amtierende Präsident bekommen. Sicher wäre es für Russland ein Segen,
wenn das Land nicht von kgb-Offizieren aus dem vorigen
Jahrhundert, sondern von den drei Schwestern regiert würde.
Wären die drei Schwestern vor zwei Jahren nach Moskau
gefahren, wären sie heute wahrscheinlich Pussy Riot.
Entweder man weiß,
wozu man lebt, oder
es ist alles Quatsch,
Blablabla.
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Thomas Braungardt
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Thomas Eisen
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Tom Quaas
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Das Gespenst von Canterville Kinder- und Familienstück nach Oscar Wilde für alle ab 10 Jahren Premiere am 31. Oktober 2014 im Schauspielhaus
Regie: Susanne Lietzow
Zwillinge, die durch die Halle fliegen
Die Regisseurin Susanne Lietzow über ihre Pläne mit Oscar Wildes „Das Gespenst
von Canterville“
Es gibt Geschichten, in denen Gespenster den Menschen
Angst einjagen, und solche, in denen Gespenster selbst
ängstlich sind. Wie ist das Gespenst von Canterville?
Das Gespenst Simon de Canterville ist in unserer Geschichte
ein über 300 Jahre altes gefürchtetes, verwöhntes, ausgesprochen angesehenes britisches Gespenst mit einer blutrünstigen menschlichen Vergangenheit, das leider nicht
eben zeitgemäße Schauerlichkeiten ausübt und sehr irritiert und auch schreckhaft auf die Invasion einer amerikanischen Familie und vor allem auf antiautoritär erzogene
Kinder reagiert.
Die furchtlose amerikanische Familie glaubt nicht an Gespenster, muss die Existenz dieses Gespensts aber irgendwann akzeptieren. Warum?
Weil sie in einer ungewollten Wohngemeinschaft lebt.
Wie versucht die Familie, dem Gespenst beizukommen?
Zuerst mit Logik, dann mit Fallen und später sogar mit einem Zeitplan …
Friedliche Koexistenz, Vertreibung, Erlösung – jedes Familienmitglied hat seine eigene Strategie. Welche ist dir
am sympathischsten?
Alle Strategien sind auf ihre Weise charmant, natürlich
sind die intensive Annäherung und das Verstehen zwischen
der Tochter und dem alten, müden Gespenst herzzerreißend.
Der zweite Teil der Erzählung ist von einem anderen Ton
geprägt. Welche Abzweigung nimmt die Geschichte?
Das verrate ich nicht …
In der Geschichte wimmelt es von Dingen, die man gern
im Theater sehen möchte. Können Sie schon etwas von
Ihren Plänen verraten?
Es gibt selten eine schönere Figurenkonstellation. Es gibt
Slapstick, Rauch, riesige Schatten, Nebel, Gewitter, englische Himmelslandschaften, einen irritierten, manchmal
Dudelsack pfeifenden Butler, eine schreiend ängstliche
Köchin, tobende akrobatische Zwillinge, die am Lüster
hängend durch die Halle fliegen, einige Zaubereien, die das
Gespenst schon noch ganz gut kann, und ganz sicher eine
herzerweichende Traurigkeit, wenn wir das sich nach ewiger Ruhe sehnende Gespenst näher kennenlernen …
Wir freuen uns, folgende
Vorstellungstermine zu
Das Gespenst von Canterville
bereits zum 1. Mai 2014 in den
Vorverkauf geben zu können:
Für welche der Figuren schlägt Ihr Herz?
Ich neige dazu, mich in alle Figuren zu verlieben, und bin
schon dabei …
Wir spielen das Kinder- und
Familienstück Klaus im
Schrank von Erich Kästner für
alle ab 6 auch in der Spielzeit
2014/2015 weiter. Folgende
Termine sind ab 1. Mai 2014
im Vorverkauf.
Nach „Reineke Fuchs“ und „Klaus im Schrank“ kannst
du als Spezialistin für große, fantasievolle Erzählungen
für die ganze Familie gelten. Wird es diesmal wieder ein
Spektakel für alle werden?
Diese Geschichte hat meine Kindheit begleitet und hat jetzt,
beim Wiederentdecken als schon etwas älteres Mädchen,
nichts von ihrer Qualität und ihrem Zauber eingebüßt.
Also denke ich, dass sie auch für Eltern und Großeltern eine
Freude ist.
31.10.2014
23.11. 2014
30.11. 2014
1.12. 2014
2.12. 2014
3.12. 2014
13.12. 2014
14.12. 2014
29.12. 2014
2. 11. 2014
8. 11. 2014
5. 12. 2014
6. 12. 2014
7. 12. 2014
8. 12. 2014
25. 12. 2014
17 Uhr Premiere
15 und 19 Uhr
16 Uhr
10:30 Uhr
10:30 Uhr
10:30 Uhr
19 Uhr
10:30 und 17 Uhr
19:30 Uhr
16 Uhr
18 Uhr
18 Uhr
15 und 19 Uhr
10:30 und 16 Uhr
10:30 Uhr
17 Uhr
Die Ostsächsische Sparkasse
Dresden unterstützt die Kinderund Familienstücke
„Das Gespenst von Canterville“ wird manchmal kleineren
Kindern erzählt. Warum wird Ihre Inszenierung für
Kinder ab zehn sein?
Ich denke, die kulturellen Unterschiede zwischen den
Amerikanern und dem alten englischen Gespenst sowie die
hoffentlich gestochen scharfen schwarzhumorigen Dialoge,
die Jähzornsanfälle von Simon de Canterville, die Glaubensfrage des Übernatürlichen und die Liebesgeschichte
zwischen der amerikanisch aufgeklärten Tochter und dem
jungen englischen Earl sind Komponenten, die eine Bearbeitung für Menschen ab zehn interessanter machen.
Susanne Lietzow arbeitete in
den letzten Jahren kontinuierlich
am Staatsschauspiel. Ihre
Inszenierungen wie „Klaus im
Schrank“ stehen weiterhin
im Spielplan. Eine ausführliche
Biografie finden Sie auf
A Seite 21
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Faust Der Tragödie erster Teil von Johann Wolfgang von Goethe Premiere am 29. November 2014 im Schauspielhaus
Regie: Linus Tunström
Protect me from what I want
Ein Porträt des schwedischen Regisseurs Linus Tunström
von Armin Kerber
Das schwedische Theater ist meist realistisch bis ins Mark. nur einmal im Jahr selbst Regie zu führen. Mit dieser Armin Kerber lebt in Zürich
Ein Schauspieler, der in Schweden auf die Bühne kommt, Entscheidung verwandelte Tunström das kleine Theater und ist seit einigen Jahren
als freier Dramaturg und Autor
ist in erster Linie eine klar umrissene Figur. Ein Stück, das Uppsala innerhalb von wenigen Jahren in ein theatrales
vorwiegend in Schweden,
im Theater erzählt wird, wird immer noch in erster Linie Feldforschungslager, in dem Theaterleute mit den unter- Griechenland und der Schweiz
erzählt. Diese Liebe zum Realismus betrifft nicht nur das schiedlichsten Handschriften zusammentreffen. Er holte engagiert. Zuvor war er u. a.
Intendant am Theaterhaus
Theater, sondern genauso die Literatur und den Film, man sie aus der Ukraine, aus Finnland und aus der schwedischen
Gessnerallee Zürich sowie
könnte auch sagen, das ganze Land möchte vor allem eines Offszene, aus Deutschland kam die Performancegruppe
Chefdramaturg auf Kampnagel
sein: realistisch.
She She Pop, um in einem Workshop neue performative
Hamburg und am Stadttheater
Geht es um das Trinkverhalten, dann ist es realistisch, die Abmischungsformen mit den Schauspielern des festen Bern. Seit 2010 ist er auch
Alkoholvorräte in den Läden ab 18 Uhr zu verschließen und Ensembles auszuprobieren. Für eine Popmusikrevue im Redakteur beim Schweizer
Kulturmagazin „DU“. Er untersie danach in den Bars sündhaft teuer zu verkaufen. Geht Dokumentartheaterstil engagierte er Tomas Alfredson, der richtet an der Zürcher Hoches um das Sterben auf den Autostraßen, ist das strikteste später den Oscar-prämierten Hollywoodfilm „Dame, König, schule der Künste und schreibt
für „Theater heute“ und
Tempolimit Europas realistisch. Geht es um eine Gesell- As, Spion“ drehte.
schaft mit möglichst wenigen Risiken und Nebenwirkun- Innerhalb kürzester Zeit wurde aus Linus Tunström, dem „Theater der Zeit“. Mit Linus
Tunström arbeitet Armin
gen, dann sind Höchststeuersätze realistisch. Anders ge- „jungen Wilden“, eine der gewieftesten Führungskräfte der Kerber seit acht Jahren
sagt: Realismus ist in Schweden keine ästhetische Haltung, schwedischen Kulturszene. Im Jahr 2009 gewann er den regelmäßig zusammen.
sondern eine Art Vollkaskoversicherung der Realität gegen Schwedischen Kritikerpreis, der normalerweise an Schausich selbst. „Protect me from what I want“ – dieser von Jenny spieler oder Regisseure für ihre künstlerische Arbeit vergeHolzer zum geflügelten Kunstslogan geadelte Songtitel ben wird. Tunström erhielt ihn explizit als Intendant, der
könnte als Schlüssel zu vielen Spielregeln des schwedischen das beschauliche Stadttheater Uppsala in „Schwedens
Alltags dienen. Denn wer hier zu Höhenflügen anhebt, macht dynamischste Bühne“ verwandelt hatte. Als Regisseur zieht
sich schnell der Abgehobenheit verdächtig, wen es in die sich Linus Tunström zurück, um dann einmal jährlich mit
Tiefe zieht, den umarmt die freundliche Gruppe, wer große Mut zu emotionalen Crashkursen, choreografischen AchterGefühle offenlegt, auf den wartet die Supervision – und bahnfahrten und ästhetischen Wechselbädern künstlerinicht das Theater.
sche Akzente zu setzen.
Linus Tunström liebt Höhenflüge und große Gefühle. Es 2008 brachte Linus Tunström in seiner ersten Inszenierung
ist hilfreich, dies zu wissen, denn Tunström kommt aus in Uppsala die Dramatisierung des Romans „Der Dieb“
Schweden, macht Theater und geht gelegentlich am Wo- zur Uraufführung, geschrieben von seinem Vater Göran
chenende Fallschirmspringen. Außerdem ist er leiden- Tunström, einem in Schweden viel gelesenen Schriftsteller.
schaftlicher Taucher. Seine Theaterausbildung hat er nicht Die schwer zu ertragende Realität des Buches gründet in
zu Hause in Schweden gemacht. Mit zwanzig Jahren ist er einem Sumpf aus Inzucht, Gewalt, Alkoholismus und Denach Paris gegangen auf die Schauspielschule von Jacques pressivität, den Linus Tunström trockenlegte, indem er
Lecoq, die für ihren antirealistischen, um intensiven Kör- jeden Realismus im Keim erstickte und die geknechtete,
perausdruck bemühten Ansatz bekannt ist. Nach seiner vom Unglück gekreuzigte Hauptfigur in einen Stand-upRückkehr Mitte der 1990er-Jahre konnte er sich in Schwe- Comedian verwandelte, der großzügig Alkohol ans Publiden mit Aufführungen, die sich dank ihrer Expressivität, kum ausschenkt und die Bitterkeit seines Schicksals in
ihrer körperlichen Rasanz und ihrer Lust am Pathos deut- Lachsalven ertränkt.
lich vom schwedischen Realismus abgrenzten, rasch als
Regisseur durchsetzen – zunächst in der Offszene, dann an
den Staatstheatern von Göteborg, Malmö und Stockholm,
dazwischen gab es Ausflüge nach Kopenhagen, London, in
die Schweiz und nach Cannes, wo er mit einem Kurzfilm
den Preis der Kritik gewann.
Linus Tunström war gerade mal Mitte dreißig, als er zum
Intendanten des Stadttheaters Uppsala berufen wurde. Im
Unterschied zu diversen regieführenden Intendanten entschied er sich dafür, das Haus nicht als zentrifugales Gefäß
für seine eigenen Inszenierungen zu benutzen, sondern
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Du bist noch
nicht der Mann,
den Teufel
festzuhalten!
Ingmar Bergmans nordisches Weihnachtsmärchen „Fanny rennen auf der Autobahn. Ein Realismus, der so weit auf
und Alexander“ holte Tunström aus der protestantischen die Spitze getrieben wird, dass er die Realität erschlägt, die
Kühle heraus und versetzte es in ein südlich-magisches er zeigt, steht quer zum schwedischen Kanon der FreundDämmerlicht à la Visconti. Nicht die Bestrafungsrituale ei- lichkeit und der gesellschaftlichen Transparenz.
nes sadistischen Priesters bildeten den Grundakkord für In Dresden wird Linus Tunström zum ersten Mal in
seine Inszenierung, sondern – in einer Art Gegenentwurf Deutschland inszenieren: Goethes „Faust I“, der mit Höhenzu Thomas Mann – die erotischen Sehnsuchtsträume und flügen, Tiefenschürfungen und großen Gefühlen nicht
Lustorgien des untergehenden Bürgertums mit seinen surre- geizt und sich in seiner Formenvielfalt jedem Realismus
alen Höhenflügen und Albträumen, alle gemeinsam getrie- a priori entzieht. Wie kein anderes deutsches Stück Literatur hat „Faust“ die Zerrissenheit als Lieblingskategorie im
ben von einer fast kindlichen Heimatliebe zum Theater.
Auf die melodramatische Publikumsverführung mit Ingmar deutschen Befindlichkeitshaushalt etabliert. Auf der Bühne
Bergman folgte vor einem Jahr ein pechschwarzer „Hamlet“ erscheint gewöhnlich unter dem Leitmotiv „Zwei Seelen
ohne Netz, aber mit einigen doppelten Böden, die lautstark wohnen, Ach! in meiner Brust“ das virtuose Duett zweier
aufeinanderkrachten. Mit filmischen Anleihen bei David widersprüchlicher Männer, die gemeinsam ein junges MädLynch schuf Tunström einen dreckigen Zombie-Reigen, chen verführen und zerstören. Linus Tunström nimmt sich
sein Hamlet ist kein zweifelnder Intellektueller, sondern Goethes „Faust“ wohl etwas anders zur Brust. Ihm geht es
ein Wikinger-Körperpaket im schmutzigen Unterhemd, um die Transparenz der Triebkräfte, um den Moment,
als wäre ein blonder Marlon Brando dem Nordmeer ent- wenn alle Sicherungen der Realität durchzubrennen drostiegen. Das tödliche Finale bildet ein Motocross-Splatter- hen. Vielleicht haben aus seiner Sicht alle Beteiligten im
Spektakel, bei dem Hamlet plötzlich von auferstandenen „Faust“ einfach zu wenig auf das schwedische Credo gehört:
Untoten umzingelt wird, zum Revolver greift und sich „Protect me from what I want.“ Und damit kennt sich Linus
selbst in die Schläfe schießt, ohne dabei zu sterben. Immer Tunström wirklich aus.
und immer wieder drückt er ab, bis er erkennt, dass er aus
demselben unzerstörbar-zerstörerischen Fleisch geschaffen ist wie alle seine Gegenspieler: Die Frage nach Sein oder
Nichtsein hatte sich genauso radikal selbst erledigt, wie
sich das Publikum und die Kritik bereits bei der Premiere
in zwei unversöhnliche Lager gespalten hatten – ein Vorgang, der in Schweden etwa so selten vorkommt wie ein Auto-
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Wie es euch gefällt Komödie von William Shakespeare Premiere im Januar 2015 im Schauspielhaus
Regie: Jan Gehler
Wer ist wer, wie ist und wie scheint man?
Der Shakespeare-Spezialist Norbert Kentrup wirft einen Blick hinter die bunten
Kulissen der elisabethanischen Verwechslungskomödie
Geburtstag! Der 450., die ganze Welt feiert William Kirchen und Unternehmer Arbeit Arbeit sein. Sie ruderten
Shakespeare. Belegt ist im Taufregister, dass am 26. April über die Elbe – nein, die Themse – zur Bankside ins außer1564 ein „Gulielmus filius Johannes Shakspere“ getauft halb der Stadt liegende Vergnügungsviertel mit seinen
wurde. Man nimmt an, dass er drei Tage vorher, also am 23. Kneipen, Bordellen und Theatern.
April, geboren wurde. Der Todestag nach 52 Jahren ist da- Neugierig wollte man die neuesten Geschichten anschauen,
den Klatsch und Tratsch vom jüdischen Kaufmann, der
gegen mit Sicherheit belegt: der 23. April 1616.
Man weiß sehr wenig über diesen Mann aus Stratford- einem Christen das Herz rausschneiden will, oder vom
upon-Avon. Der größte Dichter der Welt, und nur Vermu- schwarzen Krieger, der eine weiße Senatorentochter heiratet und sie umbringt, oder von der gefährlichen Flucht von
tungen, Spekulationen, Ungewissheiten, kaum Fakten.
Wie wurde Shakespeare Shakespeare? Die Wissenschaftler Rosalind und Celia und dem Werben von Orlando im Wald
interpretieren die wenigen Fakten immer wieder auf neue von Arden.
Art, aber dadurch wird nicht deutlicher, wer er war.
Seine Theaterstücke fand er nicht wichtig, oder vielleicht „Wie es euch gefällt“, das nicht nur in Deutschland so bewollte er, dass kein Beweismaterial gegen ihn vorlag. War er liebte Burgruinen-, Park- und Freiluft-Sommertheaterstück.
womöglich heimlicher Papist? Er verlegte seine Stücke nicht. „As You Like It“, um 1599 entstanden, das heitere VerkleiNur die Sonette, die er unter seinem Namen herausgab, dungsspiel, das liebenswerte Schäferstück aus der guten
schienen ihm kostbar. Seine Stücke kennen wir nur durch alten Zeit, die Pastorale mit Musik und Tanz über das Ledie „First Folio“-Ausgabe, die seine Freunde 1623, sieben ben auf dem Land und in der Stadt mit den witzigen Liebeständeln der bunten Komiker.
Jahre nach Shakespeares Tod, herausgaben.
Als der junge William etwa 1580 nach London kam, war das Der Zuschauerraum und die Bühne im hellen Tageslicht
Medium Theater das Aufregendste, Neueste. Man hatte verschmelzen zu einem gemeinsamen Erlebnisraum, eientdeckt, dass man, wenn man beim Eintritt kassierte, mit nem Event, wenn Jacques in gutem Englisch so amüsant
über unsere sieben Lebensalter philosophiert. Der dekoraTheater Geld verdienen konnte.
Dafür brauchte man Gebäude und neue Stücke. 1562 boomte tive Wald von Arden gibt eine prachtvolle Kulisse für die
Londons Theaterwelt, zu jener Zeit war die Stadt etwa halb Komödie mit ihren Irrungen und Wirrungen in schönen
so groß wie heute Dresden mit seinen 500 000 Einwohnern. historischen Kostümen.
Hier gibt es in der Semperoper 1 300 Plätze, im Schauspiel- Das ist eine Lesart dieses Stückes.
haus 800 und in der Staatsoperette 600. London aber hatte Aber wenn man anlässlich der Dresdner Premiere an einem
mit nur etwa 250 000 Einwohnern sechs bis zehn große nasskalten Januartag 2015 gedanklich in das 1997 rekonTheater, die ständig bespielt wurden. Es gab jeden Nach- struierte Globe Theatre an der Themse zurückkehrt, im
mittag ein Platzangebot für 6 000 bis 10 000 Zuschauer. menschenleeren Zuschauerraum steht, in den es durch das
Die Architektur der Theater war aus den Gasthof-Innenhö- große Loch in der Decke reinregnet, und die leere, nackte
fen und den Bärenhatz-Arenen entwickelt worden. Die erhöhte Bühne ohne Dekoration nur mit ihren bemalten
Schauspieltruppen bestanden aus zwölf Männern und drei Säulen ansieht, diesen runden Holzbau, in dem die Wucht
Knaben, es gab keine Regie, dafür war der Souffleur mit der Shakespeare’schen Sprache, seine Wort,- Ton- und
der wichtigste Mann, denn der hatte als Einziger das kom- Spielkulisse, die Einheit von Bühne und Zuschauerraum,
das gemeinsam gelebte und erlittene Leben der Schauspieplette Textbuch.
Um 14 Uhr läuteten die Glocken zum Nachmittagsgottes- ler und Zuschauer alles erfüllte, dann entsteht im Kopf eine
dienst, und Tausende nahmen das als Zeichen. Die Lehr- Reise in Shakespeares Zeit, in der das Stück wohl nicht nur
linge, Angestellten, Handwerker, Buchhalter, Höflinge, nett und komisch war. Man blickt auf die damalige Zeit, auf
Mägde und Handwerkerfrauen ließen sehr zum Ärger der eine Welt voller Umbrüche.
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England war bis 1531 katholisch, dann kam unter Heinrich
viii. die Loslösung von Rom. Die Katholiken wurden verfolgt, ebenso unter Edward vi., der, als Neunjähriger zum
König geworden, nur von 1547 bis 1553 regierte. Die katholische Maria machte alles wieder rückgängig, sie regierte
fünf Jahre, nun wurden die Protestanten gejagt, gefoltert
und hingerichtet. Unter Elisabeth i. ging es ab 1558 wieder
andersrum, nun waren die Papstanhänger wieder das Ziel
des Hasses.
Eine gefährliche, aufregende Zeit. Die spanische Armada
wurde besiegt, die Welt wurde neu vermessen, Amerika
und Indien wurden entdeckt, Musik, Theater, Malerei waren Tagesgespräch. Die Angst, was wird, wenn die Königin
stirbt oder umgebracht wird und alles wieder anders ist, war
fühlbar. Die Debatte darüber aber war gesetzlich verboten.
Ein funktionierendes System von Spitzel- und Geheimdiensten deckte verschiedene Verschwörungen und Komplotte auf, die Missetäter wurden unter großem Jubel hingerichtet. Schon ein Verdacht – trinkt der Gläubige beim
pflichtgemäßen sonntäglichen Kirchenbesuch, wie es sich
nun nach dem neuen Ritus gehört, mit aus dem Kelch
oder vermeidet er es, ist er vielleicht ein verdeckter verkleideter Katholik, kein loyaler Untertan? –, eine Verleumdung
vom Pfarrer, der als staatstragendes Organ seine Gemeinde kontrollierte, konnte eine Anklage nach sich ziehen
und unausweichlich ohne juristische Verteidigung zum
Schafott führen.
Die Zuschauer, geifernd und von Grusel erfasst, hörten die
letzten Worte des Delinquenten, sahen, wie der Kopf abgehackt und auf einem Spieß an der London Bridge zur Warnung für Nachahmer aufgestellt wurde. In so einer Zeit
spielt „Wie es euch gefällt“.
bei einem öffentlichen Ringkampf töten zu lassen. Der
weggeputschte alte Herzog flieht mit seinen letzten Getreuen in den unwirtlichen, kalten Wald von Arden. Der
Darsteller der Rosalind, verkleidet als Frau, verwandelt sich
wieder zurück in einen Mann, um nicht auf der Reise überfallen zu werden. Die männliche Verkleidung ist kein Spaß,
sondern der einzige Schutz vor Verfolgung und Vergewaltigung. Der Schauspieler nimmt sich vielleicht von einem
an der Bühne stehenden Zuschauer den Hut, damit er nicht
mehr adelig aussieht, sondern so wie die für einen Penny
stehenden armen Leute aus der Menschenmenge vor der
Bühne, die sogenannten Groundlings. Es gab damals eine
klare, kontrollierte hierarchische Kleiderordnung, man
durfte nur die seinem Rang oder seiner Profession vorgeschriebenen Gewänder und Hüte tragen.
Theater in Shakespeares Zeit war etwas Direktes, etwas
zum Anfassen. Es war voller Überraschungen, Wunder,
Unwahrscheinlichkeiten und Monstrositäten, wüst, blutig,
grausam und brachial komisch, denn die Liebesszenen der
Landbevölkerung waren sicherlich nicht politisch korrekt.
Wenn Jacques über die sieben Lebensalter spricht, sieht er
vielleicht im Zuschauerraum eine Amme, die ein quäkendes Kind stillt, im Gentlemen-Room seitwärts hinter der
Bühne einen dicken Richter, den er anspielt, oder ihm gegenüber, im ersten Rang, einen hageren Greis im Jugendwahn und unten als Groundling einen bärtigen Soldaten
mit stolzgeschwellter Brust, mit dem er Einverständnis
über unsere Reise zum Tod herstellt.
Wie überlebte man in einer Welt voller Spione, kirchlicher Kontrollen und staatlicher und gesellschaftlicher
Gebote und Strafen? Wer ist wer, wie ist und wie scheint
man – das war zumindest zu Shakespeares Zeiten mehr
als ein Verwechslungsspiel.
Norbert Kentrup ist
Schauspieler, Regisseur und
Mitbegründer des Theaterensembles „Shakespeare und
Partner“. Er war Vorstandsmitglied der Deutschen
Shakespeare-Gesellschaft, und
hat – als bisher einziger Deutscher – im Globe Theater in
London den Shylock gespielt.
Schon beim ersten Auftritt breitet sich eine repressive Welt
aus, wie unter einer Diktatur. Zwei junge Frauen (von jungen Männern gespielt, denn damals war es Frauen bei
Strafe verboten, auf einer Bühne zu stehen), zitternd vor
Angst, planen ihre Flucht vom Hof. Ein alter treuer Diener
wird von seinem jungen Herrn auf die Straße zu den Bettlern geworfen. Ein gewissenloser Jüngling engagiert einen
Killer, um seinen von der Erbfolge benachteiligten Bruder
Ich würde
küssen, ehe
ich spräche.
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Christian Clauß
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Christine Hoppe
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Sascha Göpel
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Ina Piontek
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Die Verschwörung des Fiesko zu Genua Ein Republikanisches Trauerspiel von Friedrich Schiller Premiere im Februar 2015 im Schauspielhaus
Regie: Jan Philipp Gloger
Verlacht vom Fiesko
Der junge Journalist Simon Strauß lässt sich von Schiller verstören, denkt über die
Revolution nach und wirft eine Kaffeetasse gegen die Wand
Er sitzt und hört zu und zählt die vielen „sozusagen“, die und Abschied tauschen sie flüchtig Wangenküsse, als sei
Füllsel, die neben ihm der gemütlich klagende Freund in nichts weiter – Mitte zwanzig und schon alles vorbei. Und
seine Rede streut. Der Mut zum Wagnis sei ihnen längst der Mohr warnt, „dass Genuas großer Mann Genuas großen
abhandengekommen. Der Wohlstand habe alle schläfrig ge- Fall verschlafe“. Er nimmt es sich vor, morgen also. Das
macht. Eigener Vorteil und Zukunftsangst stünden im Zen- Spiel ohne Maske. Anstiftung zum Krieg oder zur Liebe.
trum, schwach der Blick fürs Ganze, das Allgemeine inter- Und er geht auf die Feiern und Plätze, in die Parlamente,
essiere nicht mehr. Sport und Ernährung, beinah fromme Seminare und Redaktionen der Stadt. Brüllt laut ins Gesicht
Güter, fast schon Religionsersatz. Sozusagen. Kein Kampf der Arglosen und Überraschten: „Ein Diadem erkämpfen ist
sei mehr zu führen, keine Väter zu morden. Die Ideologien groß. Es wegwerfen ist göttlich.“ Sogar eine Kaffeetasse
hätten längst alle Trümpfe ausgespielt. Was dagegen lebe, schmeißt er gegen die Wand. Aber zurück blicken nur glaseien Facebook und das Bioobst. Sozusagen. Ein Achselzu- sig-blasse Augen. Müde lächeln sie sein Pathos zu Boden.
cken, ein Blick auf den schimmernden Schirm – vor der Tür „Seitdem das Pulver erfunden ist, kampieren die Engel nicht
steht ein Car to go, und zu Hause wartet die Freundin. mehr“, höhnt Schillers ausgetrockneter Hofmann und
„Tatort“ und Yogitee – wer braucht da noch Revolutionen? zuckt mit den Achseln. „Leben heißt träumen. Weise sein
Auf ein nächstes Mal. Von sich selber satt schlendert die heißt angenehm träumen.“
Gegenwartsanalyse durch den Feierabend. Aber im „Fiesko“ Aber er denkt jetzt groß und hitzig. Er bäumt sich auf: gegen
steht: „Wer will sich zum Pharao setzen und die Zeit mit Spie- die lustlose Ironie, den kranken Zynismus. So geht es nicht
len betrügen? Wir sind gewohnt, sie mit Taten zu bezahlen.“ weiter. Ihr selbst zerbrecht doch beim ersten Windstoß.
Er sitzt im Café und empfängt seine Mitteilungen. „Keine Los jetzt. Was ist euer innerster Antrieb? Kennt ihr den
Zeit“, schreibt er hastig zurück. „Viel zu tun.“ Draußen eilen Zweifel, die Anfechtung, die Gefahr? Was bedeuten euch
die Lebensziele vorbei. Er ahnt: Sein Denken und Fühlen be- Politik und die Pflicht, ein Bürger zu sein? Schätzt ihr den
wegt sich auf längst schon ausgetretenen Pfaden. Ein Pio- Wert eures Gemeinwesens? „Scheitert der Euro, scheitert
nier zu sein, dazu fehlt ihm die Kraft, das starke Motiv. Da Europa.“ Kann das ein Bannerspruch sein? Ließen sich dagibt es doch klügere Menschen, erfahrenere als ihn. Aber mit Tyrannen stürzen, Unfreiheit und Terror vertreiben?
hat er selbst nicht hin und wieder besser geredet als andere, Seid ihr im Geringsten gewappnet für einen Kampf ? Denn
tiefer gedacht und mehr gesehen? Ihm, gerade ihm müsste was, wenn morgen einer käme und riefe laut und überzeudoch etwas Eigenes, Schneisenschlagendes gelingen. Ein gend: „Republikaner Fiesko? Herzog Fiesko?“ Würdet ihr
Gedanke, eine Rede, ein Aufruf. Er müsste nur die Angst vor ihm antworten können? Ihr, die ihr den Unterschied nicht
dem Grinsen der Zyniker überwinden, sich nicht scheuen, kennt, nie gefühlt habt, was Entscheidung heißt. Kann
pathetisch zu klingen, naiv sogar. Es gäbe doch so viele nicht nur der, der selbst einmal gefährlich gedacht, selbst
Gründe, unduldsam zu sein, scharfe Sätze zu sagen: gegen einmal am Tisch des Feindes gesessen hat, darauf eine entden Egoismus und für das Gemeinsame, für Moral, Freiheit schiedene Antwort geben? Kann nicht nur der den Herzog
und Recht – vor allem gegen die Kälte, fürs Feuer im Blut. von der Brücke stoßen, wenn er prahlt, „dass ich der größte
Maximen könnten auf den Tisch geschleudert, Banner ent- Mann bin in ganz Genua und die kleinen Seelen sollen sich
rollt werden, risk, risk anything – aber der Fiesko fragt nicht unter die große versammeln“?
listig: „Die Worte, die du mir hinterbracht hast, sind gut; Längst sind ihm da schon die Zuhörer abhandengekommen.
lassen sich Taten draus schließen?“ Schon verliert er den Die ewig Unberührbaren! Sie wissen alles und fühlen nichts.
Mut, hastig kehrt er zurück zum Gewohnten. Beim Aufste- Zurück bleibt der Kaffeefleck, ein Zornesmal an der Wand.
hen zieht er den Kopf ein, duckt sich weg vor der Verach- Und er träumt weiter. Sehnt sich. „Wer keinen Menschen
tung, denn der Fiesko ruft hämisch: „Machst Republiken mit zu fürchten braucht, wird er sich eines Menschen erbareinem Pinsel frei – kannst eigene Ketten nicht brechen? Geh! men?“ Er müsste doch einmal so einen treffen, einen, der
keine Angst hat vor blinder Leidenschaft. Der würde sein
Deine Arbeit ist Gaukelwerk – der Schein weiche der Tat.“
Er schleicht nach Hause. Gekrümmt und zerknirscht. Wie- Freund werden. Und dann sein Feind? Gegen ihn könnte er
der ein Tag ohne Tat. Und wieder verlacht vom Fiesko. Am seine Ideale verteidigen. Mit ihm könnte er träumen von der
Abend bleibt er allein. Er liest weiter und träumt von Ver- großen Veränderung. Allein wird es damit nichts werden.
schwörung. Träumt von Geheimbund und Heldentat. Die Jungsein für sich ist kein Programm. So läuft er abends –
Angst packt ihn und die Sehnsucht, am Ende, wenn Schiller den „Fiesko“ unterm Arm – durch die Straßen und fragt
das Publikum mahnt, „dass unsere besten Keime zu Gro- einen jeden wie ganz nebenbei: Gibt es denn nichts zu tun?
ßem und Gutem unter dem Druck des bürgerlichen Lebens Nichts zu wagen? Und einer weist ihm den Weg zum Theabegraben sind“. Auf der Straße sieht er die Freunde laufen, ter. Da gäbe es Antwort auf seine Fragen ...
hört ihr Gequengel und trauriges Allerlei. Zu Begrüßung
60
Simon Strauß, geboren 1988,
promoviert derzeit in Alter
Geschichte an der HumboldtUniversität Berlin und schreibt
als freier Mitarbeiter für das
Feuilleton der „Frankfurter
Allgemeinen Sonntagszeitung“.
Amerika nach dem Roman von Franz Kafka Premiere März 2015 im Schauspielhaus
Regie: Wolfgang Engel
Der Geruch von Veroneser Salami
Der Schriftsteller Jochen Schmidt schreibt über seinen Lieblingskafka
Im August 1989 saß ich auf den Stufen einer Prager Kirche, von den Irländern den Neuankömmlingen in Amerika droals Landstreicher verkleidet, was damals die Mode der Auf- hen“. Amerika, das ist neueste Technik: Man wohnt in Häusässigen war, und versuchte, Franz Kafkas Erzählungen sern aus Eisen, duscht unter einem Sieb, das sich über die
zu lesen, in einer ddr-Reclam-Ausgabe, die ich in einer ganze Länge und Breite der Wanne spannt, schreibt an eiPrager Buchhandlung ergattert hatte, denn zu Hause war nem Schreibtisch mit einer Kurbel, über die sich verschiedas Bückware. Leider war ich von der Lektüre vollkommen dene Aufsätze und Ablagen umgruppieren lassen, ständig
überfordert, da mir die nötige Reife fehlte. Andererseits wird telefoniert, der Telegrafensaal der Firma des Onkels
war es eine schöne Zeit, weil die Literatur das Leben noch ist größer als der von Roßmanns Vaterstadt, das Grüßen
nicht ersetzt hatte, ich war ja gerade praktisch ohne Essen in den großen Firmen ist aus Zeitgründen abgeschafft,
durch die Karpaten gewandert und erlebte eine historische Frauen nötigen einen mit Jiu-Jitsu ins Bett, bei Tisch wird
Situation, den Zusammenbruch des Ostblocks. Aber statt fast rohes Fleisch verzehrt, man trinkt eine „schwarze Flüsdiesen Prozess aufmerksam zu beobachten, las man Kafka, sigkeit, die im Halse brennt“ (mit anderen Worten Coca
aus eskapistischen Gründen, weil seine vermeintliche Ver- Cola), und stützt dabei die Ellbogen auf. Wer etwas werden
weigerung von Sinn eine Provokation war in einer Zeit, in will, arbeitet tagsüber, studiert nachts auf dem Balkon und
der es verboten war, am höheren Sinn unserer gesellschaft- hält sich mit schwarzem Kaffee wach, schlafen kann man
lichen Entwicklung zu zweifeln, Nonsens war Sabotage.
nach dem Examen. Es habe Neuankömmlinge gegeben, die
Abends beim Einschlafen zählte ich gewöhnlich keine Schäf- „tagelang auf ihrem Balkon gestanden und wie verlorene
chen, sondern stellte mir immer wieder meine abenteuerli- Schafe auf die Straße hinuntergesehen hätten“.
che Ausreise in den Westen vor, spektakuläre Fluchtversu- Es ist ein Amerika, wie ich es aus einer Geschichte in den
che oder Entführungen, und eine triumphale Ankunft bzw. „Lustigen Taschenbüchern“ kenne. Onkel Dagobert besucht
das Scheitern in dieser unmenschlichen Welt jenseits der einen amerikanischen „Kollegen“, dessen Ländereien und
Mauer, die so viele Verlockungen bot, aber jeden kleinen Gebäude unüberschaubar sind. Die Eingangstür seines AnFehler unbarmherzig bestrafte. Sollte man bleiben oder wesens ist ein Trapez, oben breiter als unten, bei der Aussollte man gehen? Was wäre, wenn? Die Frage, die sich gangstür ist es umgekehrt, denn selbst stolze Besucher wie
heute viele Menschen nur noch in Bezug auf ihre Ehe stel- der reiche Dagobert kommen mit einem großen Kopf und
len, drehte sich damals für große Massen um das Auswan- verlassen das Haus gebückt und voll Demut angesichts der
dern. Und heute lese ich „Amerika“ und frage mich, warum unfassbaren Reichtümer und Dimensionen.
ich damals nicht gesehen habe, wie gut Kafkas Text zu mei- Wäre es mir im Westen auch so gegangen? Ein reicher Onner Situation passte. Der Roman ist eine Genugtuung für kel nimmt mich auf und stellt mich in seiner Firma an, ich
jeden Autor, der zum Stubenhockerdasein neigt, denn er enttäusche ihn und werde verstoßen, die Geheimtasche im
beschreibt das, was das Leben zum Abenteuer macht, näm- Rockfutter nützt mir nichts, in der ersten eigenen Stellung
lich eine Reise ohne die Möglichkeit einer Rückkehr, und er werde ich gemobbt und rausgeworfen, zweifelhafte Reiseerspart es gleichzeitig seinem Autor, diese Reise antreten begleiter hängen sich an mich (wie bei „Pinocchio“), ich
zu müssen, denn das noch größere Abenteuer, das größte werde eingesperrt und als Sklave missbraucht. Und immer
wenn ich „den Erwachsenen“ etwas erklären will, selbst
überhaupt, ist ja das Schreiben.
Aber das ist alles schon viel zu sehr vom Inhalt her gedacht, den Wohlwollendsten, komme ich nicht zu Wort und sie
das Großartige an Kafka ist ja die Ausführung. Jemand, der glauben mir nicht (wie bei „Alfons Zitterbacke“).
in einem Brief eine Selbstmordvision beschreibt, bei der er Die Wirklichkeit war schneller. Die Einschlaffantasie, in
sich selbst durch ein Treppenhaus fallen sieht, „kopfschüt- den Westen zu gehen und dort als Redner im Bundestag für
telnd vor Ungeduld“, weil der Sturz offenbar zu lange dau- Furore zu sorgen, hat bei mir einer anderen Fantasie Platz
ert, bewegt sich auf einer höheren Ebene von Humor. Kafka gemacht, mir durch mein Schreiben im Jenseits einen Platz
ist ein Slapstickautor, der nicht zu erwähnen vergisst, dass im selben Trompetenensemble zu erarbeiten, in dem dort
die Kleidung in Karls Koffer tagelang vom Geruch einer mit auch Kafka tätig ist: „Karl erhoffte sich in der ersten Zeit
eingepackten Veroneser Salami durchtränkt ist. Oder wenn viel von seinem Klavierspiel und schämte sich nicht,
es von einem Slowaken auf dem Schiff heißt: „Aber kaum wenigstens vor dem Einschlafen an die Möglichkeit einer
war die Nacht gekommen, erhob er sich von Zeit zu Zeit unmittelbaren Beeinflussung der amerikanischen Verhältvon seinem Lager und sah traurig zu Karls Koffer hinüber.“ nisse durch dieses Klavierspiel zu denken.“
Wer hätte je einen Dieb traurig auf sein künftiges Diebesgut
schauen lassen?
Was muss man von Amerika wissen, um es zu beschreiben?
Kafka kennt nur Gerüchte, wie dass Gefahren „besonders
Jochen Schmidt, geboren 1970
in Berlin, studierte Informatik,
Germanistik und Romanistik.
Schmidt ist Mitbegründer der
Berliner Lesebühne „Chaussee
der Enthusiasten“ und verfasst
regelmäßig Kolumnen für
verschiedene Tageszeitungen.
Nach „Triumphgemüse“ (2000),
„Müller haut uns raus“ (2002),
„Schmidt liest Proust“ (2008),
„Weltall. Erde. Mensch.“ (2010)
und „Dudenbrooks“ (2011)
erschien 2013 der Roman
„Schneckenmühle“, dessen
Bühnenadaption in der Regie
von Robert Lehniger am
Staatsschauspiel Dresden
uraufgeführt wurde.
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Bernarda Albas Haus Tragödie von Federico García Lorca Premiere im April 2015 im Schauspielhaus
Regie: Andreas Kriegenburg
Bittere Systeme
Der Regisseur Andreas Kriegenburg über die Wiederbegegnung mit einem
Dichterkosmos
Zweimal ist mir Federico García Lorcas „Bernarda“ schon
begegnet, zweimal schon habe ich dieses wunderbar dunkle
Stück inszenieren dürfen, in München und in Hamburg,
war zu Gast in ihrem „Haus des Schweigens“, ihrem „Haus
der Trauer“, habe Zeit verbracht mit ihren Töchtern, habe
sie beobachtet, mit ihnen gelebt. Und schon zweimal hat
der Selbstmord der Jüngsten, Adela, der Wilden, Unzähmbaren, die sich nicht einsperren lassen will, ihre Gier auf
Leben, auf Sinnlichkeit und Liebe, auf Freiheit, mich in
dunkelste Trauer gestürzt. Und nach beiden Arbeiten wusste
ich, ich bin noch nicht fertig mit Lorcas Stück, und ich
weiß schon, auch wenn ich „Bernarda Albas Haus“ jetzt in
Dresden wieder auf die Bühne bringen darf, werde ich immer
noch nicht „fertig“ sein mit diesem sehr besonderen Werk.
Nicht weil „Bernarda Albas Haus“ so kompliziert ist, so
komplex und schwierig. Im Gegenteil, eigentlich ist es ein
sehr einfaches Stück mit einer sehr einfachen, klaren Geschichte. Auch wenn diese umso schmerzvoller ist.
Die Witwe Bernarda Alba, vor wenigen Tagen verstarb der
ungeliebte Mann, verhängt über ihr Haus, über sich und
ihre fünf Töchter, eine acht Jahre dauernde Trauerzeit,
Schweigenszeit. Sie folgt der Tradition, erfüllt, was die
Gesellschaft von ihr erwartet. Obwohl sie diese Gesellschaft
insgeheim verachtet, überall sieht sie nur Missgunst und
Neid. Aber nie würde sie sich gegen die Tradition, gegen
die Ordnung stellen können, sie hat von ihrer Mutter gelernt, was sie jetzt an ihre Töchter weitergibt. „So war es
schon immer“ steht auf den Mauern ihres Gefängnisses, in
das sie sich verkrochen hat, von der Freude hat sie sich vor
langer Zeit verabschiedet, Disziplin und Demut gegen Gott
sind ihre Begleiter. Und auch die Angst, einmal zu sein wie
ihre Mutter, die „verrückt“ geworden ist, zerbrochen am
freudlosen Leben, und die in ihrem Zimmer eingesperrt
gehalten wird, völlig abgeschieden von der Welt, und dennoch alles am klarsten zu sehen scheint.
Dieses Haus ist voll von Leben, genauer, ist eigentlich voll
von Leben. Fünf junge Frauen warten auf die Liebe, auf ihre
zukünftigen Ehemänner, auf die Sinnlichkeit, warten darauf, dass ihr eigenes Leben endlich beginnt. Für sie ist das
Diktat ihrer Mutter, Jahre in Trauer und Schweigen zu verbringen, grausame Folter. Weitere Jahre in Duldungsstarre
stehen ihnen bevor, sie sehen ihr Leben entschwinden,
durch Gitter und Mauern von aller Lust getrennt. Nur
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nachts dürfen sie das Haus verlassen, dürfen den Abend Andreas Kriegenburg zählt zu
im Hof verbringen, in ihre schwarzen Trauerkleider einge- den prägenden Regisseuren des
zeitgenössischen Theaters.
zwängt hören sie den Hengst im Stall mit den Hufen schla„Bernarda Albas Haus“ ist seine
gen, weil er die Stute des Nachbarn wittert. Und auch in dritte Schauspielregie in
ihnen bebt die Begierde, die Gier nach Leben, nach Lust, Dresden. Eine ausführliche
Biografie finden Sie auf
nach Männern, nach Freiheit.
A Seite 23
Lorcas „Bernarda“ ist ein Stück über die Freiheit, über die
Folter des Eingesperrtseins, darüber, wie Menschen in zu
engen Kammern verbogen werden und am Ende am Verlust
der Freiheit zerbrechen.
Aber es ist auch eine bittere Analyse, wie Systeme der Unterdrückung funktionieren, wie sie sich immer wieder selbst
reproduzieren, wie immer wieder eine gequälte Seele ihren
Schmerz auf eine andere überträgt, wie Unrecht immer
wieder neues Unrecht stiftet. Die fünf Schwestern, alle gemeinsam eingesperrt, gleichermaßen unglücklich, belauern einander, beobachten und bespitzeln sich, sie bestehlen einander, denunzieren einander gar, jede neidet der
anderen das kleinste bisschen erträumte Freiheit. Als Adela
sich heimlich ihr grünes Kleid anzieht, wenige Minuten am
Tag nicht im Schwarz der alles überwuchernden Trauer
verbringt, erntet sie von ihren Schwestern nur Spott und
Verachtung und Gewalt. Es scheint, als seien die Schwestern sowohl Insassen ihres Gefängnisses als auch dessen
strengste Wärter.
Dantons Tod von Georg Büchner Premiere im Mai 2015 im Schauspielhaus
Regie: Friederike Heller
Gezi – Tahrir – Majdan
Ein (etwas) ratloser Versuch über Revolution, Glück und Moral
von Justus H. Ulbricht
Wer immer in den legendenhaft verklärten altbundesrepu- („Dantons Tod“, I. Akt, 3. Szene). Robespierre wurde für
blikanischen 1970er-Jahren in einer studentischen Wohn- mich zum Antityp der von uns ersehnten revolutionären
gemeinschaft das denkbar stillste Örtchen aufsuchte, fand Aktion, an deren Notwendigkeit wir festhielten, ohne zu
sich umstellt von den Ikonen der (Welt-)Revolution und er- wissen, wie Umbrüche ohne Leichen zu bewerkstelligen
wären. Dass die Revolution schließlich auch Robespierre so
munternden Sentenzen einzelner ihrer Vordenker.
Da lächelte von oben herab Angela Davis auf den nach- wie andere ihrer Kinder fraß, tröstet(e) wenig …
denklich Hockenden. Ihr gegenüber Lenin oder der gut Heute sind wir älter, weiser (?), bequemer (!) geworden,
aussehende Zigarrenraucher aus dem bolivianischen distanzierte Augenzeugen revolutionärer Umtriebe jegliDschungel, der bei den Kommilitoninnen besonders gut cher Art. Wir gewahren in sicherem Abstand auf europäiankam. Ernst schaute uns auch der Rauschebart aus Trier schen Flachbildschirmen das Umschlagen von Freiheitszu, dessen „Kapital“ war, dass wir es noch lasen in freiwilli- wünschen in Tötungsfantasien und Mord. Schon die
gen Arbeitsgemeinschaften. Wenn wir uns nicht gar mit iranische Revolution kippte einst ins diktatorische Gegender „Dialektik der Aufklärung“ quälten. Wo allerdings teil, und der „Leuchtende Pfad“ führte ins „Herz der FinsErich Frieds Satz „Es ist was es ist, sagt die Liebe“ zu lesen ternis“. Aus dem Arabischen Frühling ist der Winter mitwar, musste man davon ausgehen, dass die WehGe-nossen menschlicher Werte geworden. Die revolutionären Ideen
das markige Motto des jungen Alfred Kurella vergessen auf dem Tian’anmen wurden einst von den Panzern der
hatten: „Mädchen machen zufrieden, aber nicht revolutio- Macht zermalmt, die Demonstranten vom Tahrir löschten
när!“ – ein Satz, den Büchners Danton vermutlich unter- die Flamme der Freiheit selber aus und entzündeten den
schrieben hätte. Auch das Antlitz Bonhoeffers oder gar Brand des Bürgerkriegs. Ob die schleichend-diktatorische
die sanfte Miene Sophie Scholls legten den Verdacht nahe, Erdoganisierung der Türkei die Blütenträume vom Gezidass der kämpferische Elan politisch-revolutionären Ein- Park verdorren oder neu erblühen lassen wird, ist offener
greifens weicheren Haltungen gewichen war. Härte ver- denn je. Zehn Jahre nach 2004 schauen wir beunruhigt zum
bürgten hingegen die Konterfeis von „Meinhof und Baader“. Majdan und fragen, ob die Orangene Revolution im Grau
Schließlich ließ uns der Satz Blochs „Auf 1000 Kriege der Apparatschiks, der Oligarchen und der Gewöhnlichkeit
kommt nur eine Revolution. So schwer ist der aufrechte politischer Korruption zu verblassen droht.
Gang!“ stutzen – welchen wir dann im Aufstehen übten, Auf der Bühne sehen wir nicht, wo es langgeht – aber wo
um uns weiteren Tagesgeschäften zuzuwenden wie den un- es enden kann, wenn man bestimmte Pfade nach Utopia
zähligen Blaumatrizen abgerungenen Flugblättern, der beschreitet, auf Abwege gerät und in Sackgassen endet,
nächsten Diskussion um den am entferntesten liegenden weil man vergessen hat, dass der Mensch ein Mensch ist …
Und weil das so ist, gilt für das Leben und die Geschichte,
Konflikt, der nächsten Aktion … und so fort.
Über die „notwendige“ Gewalt beim revolutionären Wan- für Revolten und Revolutionen das, was Beckett den Schaudel der Welt sprachen wir viel, über die Opfer weniger; es spielern, Regisseuren und Dramaturgen ins Stammbuch
sei denn, es handelte sich um die jeweiligen Revolutionäre geschrieben hat: „Ever tried, ever failed. No matter. Try
selbst, die von der jeweiligen „Konterrevolution“ und „dem again. Fail again. Fail better!“
Faschismus“ bedroht oder gar ausgelöscht wurden. Jara, Schauen wir also Danton und den Seinen beim Scheitern
Theodorakis, Dylan und Baez sangen im Hintergrund, zu, geben wir uns selbst Gedankenfreiheit, lassen wir uns
wenn wir tote Polizisten, bombenzerfetzte GIs, sterbende erschüttern durch die Abgründe, von denen jeder Mensch
Banker und liquidierte Arbeitgeberpräsidenten allzu leicht- einer ist (wie Woyzeck meint).
fertig als „Kollateralschäden“ der Weltgeschichte abbuch- „Und – Leute – nüch vajessen“ (Mario Barth): „Du lass dich
nicht verhärten, in dieser harten Zeit“ („Ermutigung“, Wolf
ten (das verzeihe ich uns nie).
Dann, in ein und demselben Semester: Büchner-Seminar, Biermann) – auch wenn man weiß: „morgen sind wir durchSolschenizyns „Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch“, gelaufene Schuhe, die man der Bettlerin Erde in den Schoß
das erste Seminar zum Stalinismus. Da dämmerte Huma- wirft“ (Danton zu Camille).
nitäres herauf, das – einst christkatholisch begründet – nie
ganz verschwunden war und stille Zweifel am Recht von
Menschenopfern je schon genährt hatte.
Irgendwie wurde man dann allmählich zu Danton: des
Kämpfens müde, ernüchtert von der blutigen Spur des
„Kampfes“ für den „Fortschritt“ der Weltgeschichte, angeekelt von der Symbiose von Tugend und Terror, die ein
asketischer Rechtsanwalt vor dem Jakobinerklub in intellektueller Brillanz mit amoralischer Härte entfaltete
Justus H. Ulbricht ist als Germanist, Historiker und Pädagoge
ein Grenzgänger zwischen
Wissenschaft und Öffentlichkeit
(Erwachsenen- und Jugendbildung, Ausstellungen). Zahlreiche Vorträge, Bücher und
Aufsätze zur Geschichte des
deutschen Bildungsbürgertums,
zur Kulturgeschichte Mitteldeutschlands und zur Religionsgeschichte im 20. Jahrhundert.
Er lebt als freier Wissenschaftler
und Publizist seit Oktober 2009
in Dresden.
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Lehman Brothers. Aufstieg und Fall einer Dynastie von Stefano Massini Deutschsprachige Erstaufführung im Mai 2015 im Schauspielhaus
In Kooperation mit dem Schauspiel Köln
Regie: Stefan Bachmann
Von da oben, von
droben, wird Le
Brothers die Erd
Der Untergang der Titanic
Stefano Massini beendet „Lehman Brothers.“ 1984 mit dem Verkauf der Bank an
American Express, das Ende, den Zusammenbruch spart er aus. Die Finanzjournalistin Meike Schreiber erinnert sich unter dem Eindruck von Stefano
Massinis Epos an die letzten Tage der Bank im September 2008.
„Was, wenn alle auf einmal ihr Geld zurückhaben wollen?“,
fragt Robert Lehman in Stefano Massinis „Lehman“-Trilogie, es ist die Zeit kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs.
Und nur einen Wimpernschlag der Geschichte später, 1929,
wollen plötzlich tatsächlich alle ihr Geld zurück – an den
Börsen wie an den Bankschaltern. Schwarzer Freitag, Inflation, Massenarbeitslosigkeit, der Aufstieg der Nazis: Die
Ereignisse von damals haben sich auch in das Gedächtnis
späterer Generationen eingebrannt.
Das Bankhaus Lehman Brothers indes überlebt den großen
Crash. So, wie es Jahre zuvor schon den Amerikanischen
Bürgerkrieg überlebt hat. Lehman scheint unverwundbar.
2008, knapp achtzig Jahre später also, geht erneut die Angst
um. Davor, dass den Banken die Kunden weglaufen und das
Misstrauen überhandnimmt. Nichts da, beschwichtigen
die Banker und sprechen davon, dass es sich „nur“ um eine
Vertrauenskrise handelt.
Sie wissen, dass Vertrauen ihr wichtigstes Gut ist. Sie hoffen, dass sich die Krise in Luft auflöst. Sie ahnen, dass sie
dieses Mal nicht davonkommen werden.
Und sie lügen: Fundamentale Probleme? Gibt es nicht. Der
Schwächeanfall der us-Wirtschaft, des Häusermarkts? Nur
kleine Wachstumsdellen. „Also lächeln“, wie es in Massinis
Epos heißt.
Doch damals wie heute erweist sich der zur Schau gestellte
Optimismus als trügerisch und falsch. Der Name Lehman
Brothers ist fortan ein Menetekel des Untergangs. Wie der
Ozeanriese Titanic, wie das Luftschiff Hindenburg.
157 Jahre nach ihrer Gründung durch drei Auswanderer aus
dem fränkischen Rimpar, 2008 also, ist Lehman Brothers
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die viertgrößte Investmentbank der Welt. An der Börse Mil- Meike Schreiber ist Journalistin
liarden wert, mit mehr als 28 000 Mitarbeitern weltweit – in Frankfurt. Von 2002 bis 2012
war sie Redakteurin bei der
viermal so viele, wie Rimpar Einwohner hat. Geführt wird
„Financial Times Deutschland“
die Bank von London und New York aus. Von Managern, die (ftd) und berichtete in dieser
pro Jahr zweistellige Millionenboni kassieren und mit allem Zeit über Banken und die
zocken, was möglich ist. Sie sind die Masters of the Uni- Finanzkrise. Nach dem Ende
der ftd gründete sie zusammen
verse, allenfalls vergleichbar mit denen von Goldman Sachs.
mit Heinz-Roger Dohms das
Was hat Lehman nicht alles erlebt, überlebt in den letzten
Pressebüro SchreiberDohms.
Jahren: 1984 die Übernahme durch American Express, 1994
die Rückkehr an die Börse, das Ende der Dotcom-Euphorie
zur Jahrtausendwende, natürlich die Terroranschläge vom
11. September 2001, die das Lehman-Datencenter im Nordturm des World Trade Center zu einem Klumpen Stahl
haben schmelzen lassen.
Mit Baumwolle und Kaffee wie einst dealt Lehman schon
lange nicht mehr. Selbst der Aktienhandel spielt keine so
große Rolle wie bei der Konkurrenz. Es ist das Geschäft
mit Anleihen, vor allem aber mit Immobilienkrediten, das
Lehman zu einem Riesen der Wall Street macht. Und ihren
Managern Kraft, Stolz und Übermut verleiht.
Als 2007 die Hauspreise in den usa zu fallen beginnen, leidet auch Lehman. Und trotzdem kauft der expansionswütige Bankchef Dick Fuld Archstone, die zweitgrößte Wohnungsgesellschaft der usa. Der Preis von sagenhaften 22
Milliarden Dollar ist Ausdruck der Maßlosigkeit einer Epo-
n ganz oben
ehman
de beherrschen.
che und ihrer Protagonisten, die wie auf Droge scheinen. Auch der Staat als letzte Bastion springt nicht ein. Verkörpert
Ihre Drogen sind Macht und Geld. Und Süchtige wie Fuld, wird er ausgerechnet von US-Finanzminister Henry „Hank“
der wegen seines rauen Umgangstons „Gorilla“ genannt Paulson, einem früheren Chef des Erzrivalen Goldman Sachs.
wird und für 2007 rund 40 Millionen Dollar Bonus kassiert, Wie sagen die Lehman-Brüder in Massinis Stück zum Ausbruch der Weltwirtschaftskrise: „Die ersten Banken, die in
gibt es viele.
Doch es ist das letzte Bonusjahr für Fuld. Seit dem Frühjahr die Krise geraten, werden sie ungebremst abstürzen lassen,
2008 kämpft er mit einem Gegner, der genauso ruchlos ist ohne einen Finger zu rühren: Der Staat muss zeigen, dass er
wie er – und vielleicht noch gieriger: David Einhorn, Grün- uns nicht hilft.“ Das Verhältnis zwischen Staat und Banken,
der und Chef des Hedgefonds Greenlight, wettet gnadenlos es war schon immer ein heikles.
auf den Verfall der Lehman-Aktie. In aller Öffentlichkeit se- Undenkbar ist heute, dass Staaten nochmals eine Großbank
ziert er die Bilanz der Bank, weist Fuld Ungereimtheiten unkontrolliert in die Pleite rutschen lassen. Das zeigt sich,
nach und treibt ihn zur Weißglut. „Ich will ihm das Herz als nur drei Wochen nach der Lehman-Tragödie in Deutschherausreißen und es vor seinen Augen essen, während er land plötzlich die Hypothekenbank Hypo Real Estate am
lebt!“, brüllt Fuld seinen Managern entgegen, als die Spra- Abgrund steht und mit 100 Milliarden Euro Steuergeldern
che auf Einhorn kommt. Es ist ein episches Drama, und aufgefangen werden muss. Es ist nicht der letzte „LehmanMoment“, Rettungen in letzter Sekunde gab es seither eiFuld ahnt, dass er seinen Meister gefunden hat.
Im September 2008 überschlagen sich die Ereignisse. Am nige: Commerzbank, Griechenland, die Eurozone.
zehnten des Monats meldet Lehman abermals einen milli- „Die Banken werden nicht länger frei sein: Der Staat wird
ardenhohen Quartalsverlust und geht ebenso verzweifelt uns kontrollieren wollen, sie werden Regeln, Normen,
wie vergeblich auf die Suche nach frischem Kapital. Grenzen setzen“, lässt Massini die Lehman-Brüder 1929
Fusionsverhandlungen mit Wettbewerbern scheitern, Kun- sagen. Wie weitsichtig. Das Vertrauen aber, es ist nicht
den ziehen ihr Geld ab. Das Vertrauen, diese schwachbrüs- zurück. Bis heute nicht.
tige Währung, ist weg. Für immer.
Am 15. September, einem Montag, meldet Lehman Insolvenz an – die wohl folgenreichste der Wirtschaftsgeschichte. Fuld hat seine Bank so krachend und gewaltig
versenkt wie einst Edward John Smith die Titanic im Nordatlantik oder Max Pruss die Hindenburg in Lakehurst, New
Jersey. Bis heute gilt sein Gesicht als gierige Fratze des
Kasinokapitalismus.
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Lars Jung
zu lang!!
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Jan Maak
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Duran Özer
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Karina Plachetka
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Wir sind keine Barbaren! von Philipp Löhle Premiere am 14. September 2014 im Kleinen Haus 1
Regie: Barbara Bürk
WIR bleiben z
Wo
S
Am Schönsten
Winnetou oder der Fremde in uns
Die Begegnung mit dem Fremden und die Angst vor dem Unbekannten sind zentrale Themen im Stück „Wir sind keine Barbaren!“ Der Dramaturg und Kurator
Arved Schultze denkt über diese Motive aus einer ganz anderen Richtung nach und
geht unter Zuhilfenahme eines wohlbekannten sächsischen Literaturhelden auf
die Suche nach dem Umgang mit dem Anderen.
Kaum verklingen die letzten Töne des „Ave Maria“ in der
Prärie, da haucht Winnetou Old Shatterhand die letzten
Worte ins Ohr: „Charly, ich glaube an den Heiland. Winnetou ist ein Christ. Leb wohl …“ Er stirbt in seinen Armen.
Über ihnen auf einem Felsen stehen zu einem Chor vereint
die Settler aus dem Fichtelgebirge, die mit dem Lied der
„Königin des Himmels“ den letzten Wunsch des sterbenden
Apatschenhäuptlings erfüllt haben. Der Kampf mit den
feindlichen Sioux hat ihn niedergestreckt, aber gerade
noch rechtzeitig gelingt es den Freunden, die aus so verschiedenen Welten kommen, ihre Blutsbrüderschaft auch
auf geistiger Ebene zu besiegeln, im christlichen Glauben.
Wir wissen, dass Karl May niemals Nordamerika betreten
hat und seine Geschichten pure Fiktion sind. Doch für ihn
lagen Dichtung und Wahrheit so nah beieinander, dass er
am Ende diese nicht mehr zu trennen wusste. Winnetou,
einst der Fremde, wurde zu einem unverzichtbaren Teil seiner eigenen Identität. Und so komponierte er sogar den
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Chorsatz des „Ave Maria“ selbst. Er lässt ihn feierlich sterben, aber Winnetou darf nicht in seinem Glauben an den
Großen Manitu aus der Welt treten, denn dann würden die
Freunde an der Schwelle des Todes getrennt. Winnetou
würde in den ewigen Jagdgründen verschwinden, in die
Karl ihm – trotz aller Verbundenheit – nicht folgen möchte.
Und so ist es an Winnetou, sich zu bekehren, um ein posthumes Wiedersehen im Paradies zu ermöglichen. Noch tief
im kolonialistischen Sendungsbewusstsein des 19. Jahrhunderts steckend, treibt May hier die Harmonisierung der
Freundschaft bis zur Perfektion.
zuhause
n ist
Das Überraschende an dieser Sterbeszene ist, dass der Leser, nachdem er über gut 1 500 Seiten durch den Wilden
Westen geritten ist, fiese Indsmen und Widersacher erlegt
hat, am Pfahl gemartert, Kalumet geraucht, Blut mit und
für seinen Bruder vergossen und mit Sam Hawkens in der
Badewanne gesessen hat, schließlich mit der eigenartigen
Erhabenheit des aus bayerischen Kehlen strömenden „Ave
Maria“ wieder in seine eigene langweilige Existenz zurückgeschickt wird. Dieser Kontrast setzt auf eine emotionale
Wendung der Geschichte, die den tiefen Wunsch ausdrückt,
dass die Freundschaft, in der Old Shatterhand eine Heimat
gefunden hat, alle kulturellen Differenzen auflöst und sich
das Fremde einverleibt. Das letzte „Un-heimliche“ des
Fremden wird eliminiert.
Doch warum kann das Fremde nicht bleiben – parallel weiterexistieren in seiner Unauflösbarkeit? Wenn das Fremde
die ästhetische Harmlosigkeit des Exotischen überschreitet, entstehen – so scheint es – damals wie in der Gesellschaft
von heute Angst und Unbehagen. Und obwohl unser Zusammenleben vielfältiger, globalisiert, schneller im Wandel und Austausch mit dem Anderen geworden ist, sind
Xenophobie, Rassismus und offene Fremdenfeindlichkeit
allgegenwärtig. Die bulgarisch-französische Philosophin
und Psychoanalytikerin Julia Kristeva verknüpft in ihrer
Untersuchung „Fremde sind wir uns selbst“ das Phänomen
der kollektiven Angst vor dem Fremden mit der Angst des
Individuums vor einer eigenen, ihm fremden „verborgenen
Seite“. Hierbei geht sie von der existenzialphilosophischen
Position aus, dass jedes Individuum in seiner Subjektivität
gefangen und mit sich allein ist. Der Mensch kann sich
selbst nicht sehen, nicht vollständig erkennen. Eine Sicherheit darüber, wie und was er ist, wird es nie geben, auch
nicht wenn er versucht, seine Individualität in die explizit
vereinheitlichte Identität einer Gruppe einzugliedern. Eine
Gesellschaft, so Kristeva, kann sich nur dann ändern, wenn
der Staatsbürger aufhört, sich als Teil des Kollektivs zu betrachten, und seine eigene unaufhebbare Fremdheit entdeckt. Erst wenn wir erkennen, dass wir alle eine Gemeinschaft aus Fremden bilden, dann entsteht die Möglichkeit
der offenen, angstfreien Begegnung mit dem Anderen.
In der Erzählung „Satan und Ischariot“, die Karl May einige
Jahre nach der „Winnetou“-Trilogie veröffentlichte, schildert er einen Überraschungsbesuch in Dresden:
„Und da stand er unter der Thür! Winnetou, der berühmte
Häuptling der Apatschen in Dresden! Und wie sah der gewaltige Krieger aus! Eine dunkle Hose, eine ebensolche
Weste, um welche ein Gürtel geschnallt war, einen kurzen
Saccorock; in der Hand einen starken Stock und auf dem
Kopfe einen hohen Cylinderhut. Ich sprang auf ihn zu. Wir Arved Schultze ist Dramaturg
küßten uns wieder und immer wieder, betrachteten uns in und Kurator an diversen
Theatern sowie für Festivals im
den Zwischenpausen und brachen schließlich in ein herzlideutschsprachigen Raum und
ches Gelächter aus, was bei dem Apatschen noch nie vorge- in Südamerika. Er kuratierte
kommen war. Die Gestalt, in welcher er seinen Shatterhand u. a. das Kleistfestival zum 200.
vor sich sah, war gar so zahm, und die Figur, welche der Todestag des Dichters 2011 am
Maxim Gorki Theater Berlin
tapferste Krieger der Apatschen bildete, war so friedlich
und war in Dresden mitverantund so drollig, daß ein Hexenmeister dazu gehört hätte, wortlich für die Ausstellung
sich des Lachens zu enthalten.“
„Das neue Deutschland. Von
Beide Freunde haben sich inzwischen verwandelt. Der Migration und Vielfalt“ im
Deutschen Hygiene-Museum.
Apatsche wirkt plötzlich europäisiert, sein unerwartetes
Lachen markiert in diesem Moment den Höhepunkt seiner
Assimilation. Aber was ist das für ein Lachen? Der Schrecken über die Zivilisation, die sie am Ende unterworfen hat,
bricht lachend heraus und verbindet die beiden. Die vermeintliche Heimat Dresden wird zur Fremde, die die Abenteurer zur Verkleidung zwingt. Wovor müssen wir mehr
Angst haben? Vor dem Fremden oder vor einer Zivilisation,
in der unsere unterschiedlichen Formen von Fremdheit
nicht parallel existieren dürfen? Offenbar zweifelte auch
Karl May später an der Echtheit heimatlicher Harmonie. In
dieser Szene wird das Fremde nur versteckt, aber es bleibt
als geheimes Freundschaftszeichen bestehen. Die vertraute
Fremdheit Winnetous bedeutet für den alt gewordenen
Charlie das Versprechen, dass auch die Idee der individuellen Freiheit bewahrt bleibt. Denn: „Ich ahnte, weshalb er
den Hut nicht abnahm; er hatte die Fülle seines reichen,
dunkeln Haares unter denselben verborgen. Ich nahm ihm
den Cylinder ab; da wurde es frei und fiel ihm wie ein Mantel über die Schultern und weit auf den Rücken herab.“
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Die Inszenierungen der Bürgerbühne 2014/2015
Merlin oder Das wüste Land von Tankred Dorst Premiere am 27. September 2014 im Kleinen Haus 2 Regie: Kristo Šagor
Katzelmacher von Rainer Werner Fassbinder Premiere am 12. Dezember 2014 im Kleinen Haus 3 Regie: Robert Lehniger
Mischpoke Eine jüdische Chronik von 1945 bis heute Uraufführung im Februar 2015 im Kleinen Haus 3 Regie: David Benjamin Brückel
Soldaten Ein Dokumentartheater Uraufführung im März 2015 im Kleinen Haus 3 Regie: Clemens Bechtel
Alles im Fluss Ein Projekt über die Elbe und den Wandel der Zeit Uraufführung im April 2015 im Kleinen Haus 3 Regie: Uli Jäckle
Wir glauben daran, dass Theater mit Bürgern eine neue Kunstform ist!
Auch in dieser Saison zeigt die Bürgerbühne wieder fünf Inszenierungen. Doch
auch anderswo wird kräftig Bürgertheater gemacht – wir baten vier Bürgerbühnen
um einen Blick auf ihre Arbeit
Stefanie Bub (Koordinatorin der Bürgerbühne Mannheim):
In Mannheim existiert die Bürgerbühne seit 2012 – gegründet
wurde sie auf Initiative des Schauspielintendanten Burkhard
C. Kosminski, der regelmäßig in Dresden inszeniert und dort
die Bürgerbühne als große Bereicherung für Theater und
Stadt erlebt. Die Mannheimer Bürgerschaft fühlt sich ihrem
Theater sehr verbunden, außerdem ist Mannheim eine bunte,
vielfältige und offene Stadt. Es wäre absurd, wenn sich dies
nicht auch im Theater widerspiegeln würde.
Das Besondere bei unserer Bürgerbühne ist, dass sich alle
Sparten an der Arbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern
beteiligen. Die Oper hat kürzlich das Geräuschorchester gegründet, dort entstehen musikalisch-szenische Kompositionen von und mit Mannheimer Bürgern. Im Schauspiel realisieren wir unterschiedlichste Projekte: Romanadaptionen,
biografisches Theater, das auf Interviewmaterial der Spieler
beruht, und eigens von Autoren für die Bürgerbühne geschriebene Stücke. Insgesamt bringen wir pro Spielzeit zwei
bis drei Produktionen zur Premiere, die im Repertoire verankert sind – zwei im Schauspiel und eine in unserer Kinderund Jugendtheatersparte „Schnawwl“. Wir bieten außerdem
zehn Spielclubs und einen Workshop pro Monat an.
Birgit Lengers (Leiterin Junges dt, Berlin):
Das Junge dt existiert seit Beginn der Intendanz von Ulrich
Khuon in der Spielzeit 2009/2010. Wie positioniert man sich
in so einer großen und diversifizierten Stadt, in der es zahlreiche andere Theater und Kulturangebote gibt? Wie schafft
man eine Durchlässigkeit, überschreitet die Grenzen oder
inszeniert die Schwelle zwischen dem Theater und der Stadt?
Wie kann man sich mit unterschiedlichen Gruppen, Themen
und Stimmen verbinden?
Wir schaffen künstlerische Arbeiten mit Jugendlichen und
jungen Erwachsenen für ein Publikum jeden Alters. Neben
den drei bis vier Inszenierungen, die in einem professionellen Rahmen entstehen und im Repertoire gezeigt werden,
gibt es bei uns zwei Spielclubs. Wichtig ist uns außerdem
das Herbstcamp, eine große Ferienakademie. Dort kommen
junge Leute in Kontakt mit ganz unterschiedlichen Künstlern und Kunstformen. Zu Beginn haben viele gedacht: Warum braucht jetzt ausgerechnet das Deutsche Theater so etwas? Aber im Laufe der Zeit hat sich unsere Arbeit im Haus
immer stärker durchgesetzt.
Mittlerweile gibt es übrigens immer mehr gemeinsame Projekte, die mit Profischauspielern und mit Laien besetzt sind.
Es spielt immer weniger eine Rolle, ob eine Inszenierung vom
Jungen dt oder vom dt kommt. Diese Grenzverwischung ist
absolut positiv.
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Jens Christian Lauenstein Led (Dramaturg der Borgerscenen
des Aalborgteater, Dänemark):
Wir haben in Aalborg eine Bürgerbühne nach dem Dresdner
Vorbild gegründet. Aalborg ist eine klassische Arbeiterstadt.
Unsere Bürgerbühne arbeitet oft mit dokumentarischem Material, wie zum Beispiel in unserem Projekt „Romeo og Julie
lever!“, in dem ältere Eheleute darüber erzählen, was gewesen wäre, wenn Romeo und Julia sich nicht nur eine Woche
gekannt hätten, sondern viele Jahre. Wir benennen darin
Dinge so, wie sie tatsächlich sind und nicht wie es sich ein
Autor ausgedacht hat. Und das kommt in Aalborg an. Andererseits sind die Bürger noch ein bisschen zurückhaltend,
und die meisten wollen lieber zuschauen als sich beteiligen.
Wir machen zwei Inszenierungen pro Spielzeit und haben
den „Bürger-Donnerstag“ erfunden: An einem Donnerstag
probten wir beispielweise als Sprechchor den Aufstand unter dem Motto „wütende Bürger“ ein andermal hieß das
Thema „gläubige und zweifelnde Bürger“ und an einem weiteren Donnerstag haben wir ein Bürgerdinner nach dem
Dresdner Vorbild veranstaltet.
Jan Linders (Schauspieldirektor des Badischen Staatstheaters Karlsruhe):
Wir wollten in Karlsruhe den Dresdner Begriff nicht kopieren
und haben unsere neue Sparte 2011 in provokanter Absicht
Volkstheater genannt. Es ging los mit „100 Prozent Karlsruhe“
in Zusammenarbeit mit dem Bundesverfassungsgericht.
Hier wurden 100 Karlsruher als Repräsentanten der Stadt von
der Performancegruppe Rimini Protokoll befragt. Außerdem haben wir mit dem französischen Regisseur Pascal
Rambert die Performance „Eine (mikro)ökonomische Weltgeschichte, getanzt“ auf Karlsruhe übertragen. Derzeit arbeiten wir mit Gerardo Naumann, einem Deutsch-Argentinier,
an „100 Dokumente“. Darin entwickeln wir 100 kurze Soli
mit 100 Karlsruhern. Alle diese Stücke haben wir für unsere
große Schauspielbühne produziert. Daneben steht die theaterpädagogische Arbeit der Spielclubs.
Im Konzertbereich haben wir sogenannte „geteilte Pulte“
eingeführt, das heißt, Laien und Profis musizieren jeweils
gemeinsam an einem Pult. Auch im Tanzbereich bringen
wir alle zwei Jahre ein Projekt heraus, das Karlsruher Volkstheater ist also ähnlich wie die Mannheimer Bürgerbühne
spartenübergreifend.
Unsere Motivation ist es, einerseits den Kontakt zur Stadt zu
finden, weil wir als künstlerisches Team neu in der Stadt
sind, andererseits aber auch eine neue Ästhetik zu entwickeln, die mit professionellen Schauspielern, Sängern, Tänzern, Musikern so nicht möglich ist. Wir glauben fest daran,
dass Theater mit Bürgern eine neue Kunstform ist!
Zwischenspiel nach dem Roman von Monika Maron Uraufführung am 5. Oktober 2014 im Kleinen Haus 3
Regie: Malte Schiller
Geistergespräche im Park
Der Literaturredakteur Michael Hametner über „Zwischenspiel“ als
Totenbeschwörung
Heiner Müller hat 1988 in einem Gespräch erklärt: „Die
Funktion von Drama ist Totenbeschwörung – der Dialog
mit den Toten darf nicht abreißen, bis sie herausgeben, was
an Zukunft in ihnen begraben worden ist.“ Der Roman von
Monika Maron betreibt Totenbeschwörung. Vergangenheit
ist, das sieht Monika Maron nicht anders als Heiner Müller,
der entscheidende Stoff, aus dem Zukunft wird.
Es beginnt so: Ruth, 61, Mitarbeiterin in einem Museum für
bildende Kunst in Berlin, hat an diesem Tag eine Verabredung. Eine von der Art, wie wir sie nicht so gern haben.
Ruth will zum Friedhof. Olga, die Neunzigjährige, wäre beinah Ruths Schwiegermutter geworden und hat die letzte
Verabredung kurz zuvor abgesagt. Nachgeholt werden kann
sie nicht mehr, Olga ist tot. Heute ist ihre Beerdigung. Aber
Ruth, die am Vortag Blumen gekauft hat, sich im Büro entschuldigt hat, wird den Friedhof nie erreichen. Schuld ist
eine Himmelsbeobachtung. Als sie auf ihrem Balkon eine
Zigarette raucht, sieht sie am Himmel Wolken ziehen, alle
in eine Richtung, alles normal, wäre da nicht eine kleine
Wolke, die in die entgegengesetzte Richtung schwebt. Das
überraschende Phänomen beobachtet Ruth etwas zu lange,
denn die gleißende Sonne blendet sie. Danach ist ihr Sehen
fürs Erste verändert. Eine Sehstörung. Statt des Friedhofs
erreicht Ruth einen ihr bisher unbekannten Park. Und dort
trifft sie Olga, die tote Olga. Alles eine Sehstörung? Vielleicht.
Plötzlich kann das Gespräch mit Olga nachgeholt werden.
Wie kann man mit einer Toten reden? In Monika Marons
Roman funktioniert es und ist nicht einmal großer Hokuspokus. Für die Autorin sind es nach außen gewendete Selbstgespräche, und weil Friedhofstag ist, sind es Selbstgespräche mit Toten. Schließlich hat Ruth zurzeit eine Sehstörung,
also warum sollte sie Olga nicht neben sich auf der Bank im
Park sehen, wo sie doch sowieso im Moment den reinsten
und schönsten Pixelimpressionismus vor Augen hat. Jetzt,
wo Olga tot ist und trotzdem neben ihr auf der Bank sitzt,
muss es doch besprochen werden: Warum ist Ruth nicht
Olgas Schwiegertochter geworden? Warum hat sie im letzten Moment den Hochzeitstermin mit Olgas Sohn Bernhard
abgesagt? Weil sie nicht zu ihrem eigenen Kind auch noch
Bernhards behinderten Sohn miterziehen wollte. Deshalb
ist sie geflüchtet. Ruth hat damals ihr Herz hart gemacht,
um sich ein Stück Freiheit zu erhalten. Jetzt kann Ruth Olga
endlich eingestehen, dass sie sich schuldig gefühlt hat. Und
hört von Olga, dass sie Ruth ein Stück für deren Mut bewundert hat. Ja, sagt Olga, man will immer sein, wer man nicht
ist … Aber man hat nur ein Leben.
Dass kann Ruth nicht bestätigen. Ruth hatte mehr als ein
Leben, vielleicht vier, vielleicht sechs, sagt sie. Und sie kann
sich gar nicht mehr an alle Leben erinnern. Sie erkennt
nicht, wer plötzlich neben ihr auf der Bank sein Bier trinkt.
Bruno? Aber Bruno, der beste Freund von Ruths zweitem
Mann Hendrik, ist doch tot. Natürlich bin ich tot, sagt
Bruno. Bruno hätte Schriftsteller werden können, verzichtete aber darauf, sein Talent zum Schreiben zu benutzen,
weil er die Welt nicht mit durchschnittlichen Büchern behelligen wollte. Hendrik aber wurde Schriftsteller. Er nutzte
die Treffen mit Bruno, um dessen Weisheiten zu notieren.
Michael Hametner, geboren
Bruno war ein klassischer Verweigerer. Er wurde Säufer aus
Schuldvermeidung. In den ddr-Verhältnissen, wo Intelli- in Rostock, studierte Journalistik in Leipzig und war u. a.
genz keine Chance hatte, wollte er sich nicht einrichten und
Leiter des Studententheaters
versoff lieber vorsätzlich seine geistigen Gaben. Damit er- der Leipziger Universität. Er ist
Theater-, Literatur- und
sparte er sich Unglück und Anpassung. Hendrik beklaute
Hörspielkritiker und seit 1994
Bruno und arbeitete die Dialoge mit Bruno in seinen Roman
Literaturredakteur beim mdr.
ein. Ruth und Hendrik beantragten die Ausreise und ginAußerdem ist Hametner als
gen nach Westberlin. Hendrik ohne Bruno als Souffleur freier Autor und Herausgeber
schrieb nur noch durchschnittliche Bücher, die Ehe schei- tätig, zuletzt erschien
terte. Und Ruth hat Bruno, das versoffene Wrack, vergessen. „Einkreisen. Ein Porträt des
Malers Sighard Gille“.
Wieder ein Stück Schuld aus einem anderen ihrer vier oder
sechs Leben.
Wem begegnet sie als Nächstem im Park der Toten? Einem
Hund, blond und mit blauen Augen. Ruth, die Hundeliebhaberin, nennt ihn Nicki. Der gibt ein kleines dunkles Grollen von sich, als ein Paar energisch auf sie zusteuert: Margot
Honecker mit Erich Honecker im Schlepptau. Aber weder
Margot noch Erich sind einsichtig. Sie wissen nichts von
Schuld. Für Bruno ist das nur Nicki gestattet!
Wäre Heiner Müller auch im Park der Toten erschienen,
hätte er zu Ruth gesagt: „Aber je stärker die Versuche waren,
die Toten unter den Teppich zu kehren, je mehr versucht
wurde, von ihnen nicht zu sprechen, desto sperriger sind
dann ihre Überreste gewesen. Es ist an der Zeit, die Toten
unter dem Teppich hervorzuholen und sie auf die Bühne zu
bringen.“ Monika Marons Romanfigur Ruth hätte ihm nicht
widersprochen, denn der Roman „Zwischenspiel“ bereitet
ihnen eine Bühne: für Geistergespräche im Park.
Angesichts all der Toten im Roman, für die eine momentane
minimale Sehschwäche ausreicht, sie als Lebende zu sehen,
streichelt Ruth den Hund Nicki umso lieber. Mit Nicki wird
der Gespenster-Roman zu einer leisen, wenn auch traurigen Komödie. Ein Happy End hat sie im Roman aber nicht.
Mitnehmen kann Ruth den Hund aus diesem Park nicht.
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Ines Marie Westernströer
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Matthias Luckey
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Holger Hübner
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Yohanna Schwertfeger
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Miss Sara Sampson Bürgerliches Trauerspiel von Gotthold Ephraim Lessing Premiere am 1. November 2014 im Kleinen Haus 1
Regie: Sebastian Kreyer
Armes Herz!
Die Autorin Dagrun Hintze sieht fern und liest Lessing
Oberärztin Dr. April Kepner und Rettungssanitäter Matthew
Taylor haben es geschafft: Sie stehen vor dem Traualtar. Doch
bevor der Pfarrer überhaupt mit seiner Ansprache beginnen kann, springt in der Kirche einer auf – Dr. Jackson Avery,
Oberarzt der Plastischen Chirurgie und Exfreund der Braut.
Er bekennt seine Liebe zu April und bittet sie, Matthew
nicht zu heiraten. Neben Jackson sitzt seine Freundin
Stephanie, versteinert.
So geschehen in einer der jüngsten Folgen der us-amerikanischen Krankenhausserie „Grey’s Anatomy“. Die vielleicht
nicht zu den besten TV-Serien gehören mag, in einem jedoch unschlagbar ist: in der Konstruktion von Emotionen.
Immer wieder gelingt es dem Autorenteam, die größtmögliche Fallhöhe herzustellen – und deshalb verdrücken Menschen, die ansonsten durchaus zurechnungsfähig sind, immer wieder ein paar Tränen vor dem Fernseher. April rennt
mit ihrem Exfreund Jackson aus der Kirche, die beiden brausen mit dem Auto davon. Aber wohin?
Auch Miss Sara Sampson ist mit dem Mann, den sie liebt,
durchgebrannt. Sie hat ihren Vater enttäuscht und in den
Augen der Gesellschaft ihre Tugend verloren, nun sitzt sie
seit acht Wochen in einem schäbigen Gasthaus und weint.
Denn Mellefont zögert, sie zu heiraten, sosehr sie ihn auch
drängt. Für Sara gibt es nur diese eine Möglichkeit, nur eine
Trauung könnte die sittliche Ordnung wiederherstellen.
Ohne Zeremonie bleibt sie eine Sünderin, die Gott strafen
wird – auf das Durchbrennen, das man durchaus als emanzipatorischen Akt der Selbstverwirklichung begreifen kann,
folgt die Selbstanklage.
Vordergründig beruht Mellefonts Zögern auf einer Erbschaftsangelegenheit, die noch geregelt werden muss, bevor
er Sara heiraten kann. Doch als sich die Dinge zum Guten
wenden – Saras Vater verzeiht seiner Tochter und akzeptiert
Mellefont als Schwiegersohn –, offenbart sich seine innere
Zerrissenheit. Er liebt Sara, das schon. Aber ihn schreckt
der Verlust von Freiheit und Leidenschaft, der für ihn mit
einer Ehe einhergeht, er wünscht sich Sara als Geliebte und
nicht als Ehefrau – und weiß doch, dass er das diesem tugendhaften Geschöpf niemals wird zumuten können.
2014, eine Kneipe in Hamburg, ein Mann und eine Frau im
Gespräch. Er: „Langjährige Beziehungen haben den Vorteil,
dass alles geklärt ist – in welcher Kinoreihe man sitzt, was
man kocht, um dem anderen eine Freude zu machen, wie
man beim Frühstück die Zeitung aufteilt. Man hat zwar
kaum noch Sex miteinander, weiß aber, wo gestreichelt werden muss und auch wie, wer auf welcher Seite des Betts
schläft und dass Freundschaft ein wichtiger Bestandteil von
dauernder Liebe ist. Das alles weiß ich sehr zu schätzen und
möchte es wirklich nicht missen.“ Pause. „Aber wenn ich
mir vorstelle, auch die nächsten 15 Jahre noch so zu verbringen, werde ich einfach verrückt.“
Da ist sie in heutiger Gestalt, die Ambivalenz, die auch
Mellefont umtreibt: die Sehnsucht, bei einem Partner zu
bleiben – und das Wissen darum, dass das Vergehen von
Zeit und das Einhalten von Konventionen Spontaneität und
Leidenschaft entgegenstehen. Und damit auch dem Gefühl
persönlicher Freiheit und Selbstverwirklichung.
Die Einzige, die sich diesem Dilemma schmerzlich stellt,
ist bei Lessing die Böse: Marwood, Exgeliebte von Mellefont
und Mutter einer gemeinsamen Tochter. Sie kennt Eros’
auf- und abziehende Macht und weiß, mit wem sie es bei
Mellefont zu tun hat, sie verlangte dem Geliebten nie eine
Ehe ab und duldete seine Affären. Als sie nun begreift, dass
sie ihn endgültig an Sara verloren hat, verfällt Marwood in
Raserei, geht erst (erfolglos) mit einem Dolch auf Mellefont
Dagrun Hintze studierte
Germanistik, Kunstgeschichte
und Theaterwissenschaft in
Würzburg und Antwerpen.
Seit 1999 lebt sie als Autorin in
Hamburg. Dagrun Hintze
widmet sich essayistisch und
literarisch der Vermittlung zeitgenössischer Kunst. Sie veröffentlichte Lyrik und Kurzprosa
in diversen Zeitschriften und
Anthologien und wurde für ihre
Arbeit mehrfach ausgezeichnet.
Ihr Stück „Die Zärtlichkeit der
Russen“ wurde 2012 am Staatsschauspiel Dresden uraufgeführt.
Ach, Sarche
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los und vergiftet schließlich ihre Rivalin. Böse ist das ohne
Zweifel. Doch erinnert man sich selbst nur zu gut an Verletzungen in Liebesdingen, an zerschmissenes Geschirr, vom
Balkon geworfene Klamotten und Schlimmeres, als dass
man nicht dem Satz zustimmen würde, den Lessing in seinem späteren Stück „Emilia Galotti“ die Gräfin Orsina sagen lässt: „Wer über gewisse Dinge den Verstand nicht verlieret, der hat keinen zu verlieren.“ Voraussetzung für eine
solche Empathie mit Marwood wäre, dass sie Mellefont tatsächlich liebt und nicht nur aus gekränktem Stolz durchdreht. Denn zumindest Frauen beherrschen sie doch, die
eindeutige und nicht widersprüchliche Liebe. Oder?
Zurück in der Hamburger Kneipe. Jetzt erzählt die Frau:
„Vor ein paar Tagen dachte ich plötzlich, mein Mann hätte
eine Affäre. Er war so distanziert, ich hatte das Gefühl, ihm
gar nichts mehr zu bedeuten, und dass er mich verlassen
würde, stand für mich fest. Am nächsten Tag liebte auch
ich ihn nicht mehr, es war klar, wir würden uns trennen.
Als ich am dritten Tag aufwachte, war er auf einmal derjenige, mit dem ich unbedingt alt werden wollte.“ Pause. „Es
ist doch zum Wahnsinnigwerden: immer derselbe Mann.
Nur ich bin jeden Tag anders.“
So viel dazu.
Die Liebe, die nicht romantisch-abstrakte Idee bleibt, sondern real gelebt wird, scheint zu Verunsicherungen zu führen – sowohl was die eigene Identität als auch was Lebensentwürfe und -träume angeht. Aus dieser Verunsicherung
entsteht Ambivalenz. Sie ist – symbolisch gesprochen – das
Gift, das Saras Vorstellung von der Liebe tötet.
Vielleicht wäre Emilie du Châtelet nicht nur Sara, sondern
auch Marwood eine gute Ratgeberin gewesen. Diese bemerkenswerte Dame, die sechs Jahre vor der Uraufführung von
„Miss Sara Sampson“ starb, war nicht nur Mathematikerin,
Physikerin, Philosophin und Übersetzerin, sie lebte auch
zehn Jahre lang in wilder Ehe mit Voltaire. In ihrem wunderbaren Essay „Rede vom Glück“ heißt es: „Ich weiß indes
nicht, ob die Liebe jemals zwei so sehr füreinander geschaffene Menschen vereint hat, dass sie der Lust nie überdrüssig wurden, nie die Erkaltung im Gefolge der Sicherheit,
nie Gleichgültigkeit und Lauigkeit erfuhren, die so oft aus
der Bequemlichkeit und Beständigkeit eines Verhältnisses
entspringen […] Aber wie lächerlich wäre es, sich dieser Lust
zu verweigern, aus Angst vor künftigem Unglück, das Sie
vielleicht erst empfinden, nachdem Sie sehr glücklich gewesen sind – und selbst dann würden Sie entschädigt und
müssen daran denken, sich zu heilen, nicht, zu bereuen.“
Auf den Rausch folgt die Ernüchterung. So war das im 18.
Jahrhundert, so ist es bis heute. Diese Einsicht zu bejahen
erfordert Mut. Volles Risiko gehen und nicht bereuen empfiehlt Madame du Châtelet. Die Autoren von „Grey’s Anatomy“ scheinen das ähnlich zu sehen: April und Jackson
fahren nach ihrer Flucht aus der Kirche direkt nach Las
Vegas – es gibt offenbar auch heute noch Situationen, die
nur durch eine Blitzhochzeit bereinigt werden können.
Und denjenigen, die nicht so mutig sind, bleiben immerhin
ein paar Tränen vor dem Fernseher.
en, Sarchen!
79
mein deutsches deutsches Land von Thomas Freyer Uraufführung am 27. November 2014 im Kleinen Haus 2
Regie: Tilmann Köhler
Geschichtsarbeiter
Der Regisseur Tilmann Köhler über den gemeinsamen Weg mit dem Dramatiker
Thomas Freyer und das Zwischen-den-Zeiten-Stehen als künstlerischer Impuls
Thomas Freyer und ich sind in Gera aufgewachsen. Seither
sind wir uns immer wieder begegnet – das Erleben einer
Zeit aus dem Blickwinkel unserer Generation verband uns
für alle folgenden gemeinsamen Projekte.
Gera vor der Wende: 130 000 Einwohner, eine rote Bezirksund Industriestadt. Heute leben dort 95 000 Einwohner, Tendenz abnehmend. In den 1990er-Jahren schlossen nahezu
alle industriellen Betriebe, Gera wurde eine sterbende Stadt,
die alle, die noch gehen konnten, schnellstmöglich verließen, sobald sie alt genug waren. Das bedeutete einerseits
Freiraum für alle möglichen Versuche und bot die Möglichkeit, in vielem der Erste zu sein. Andererseits war in unserem Umfeld eine äußerst pragmatische Sicht auf die Zukunft
üblich. Die neugewonnene Freiheit entpuppte sich sehr stark
auch als ein Auslöser von Angst – Angst vor der Zukunft.
2002 schrieb sich Thomas Freyer für Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin ein. Ein Jahr zuvor war ich dorthin gegangen, um Regie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ zu studieren.
Es entstand der Gedanke eines gemeinsamen Stückes,
welches während des Probenprozesses entstehen sollte.
Das war der Beginn von „Amoklauf mein Kinderspiel“,
das über mehrere Etappen mit drei Schauspielern entwickelt wurde, unter ihnen Thomas Braungardt, der heute
in Dresden im Ensemble ist. Unser Ausgangspunkt war
der Amoklauf in Erfurt im Jahr 2002, der in uns die Frage
entstehen ließ, ob so etwas auch an unserer Schule möglich gewesen wäre. Und warum. Erstaunlich war für uns,
dass der Amokläufer Robert Steinhäuser ausschließlich
auf Lehrer hatte schießen wollen, nur „zufällig“ fielen
zwei Schüler seinen Schüssen zum Opfer. Uns schien es ein
Wüten gegen die Alten gewesen zu sein, eine Abrechnung
mit der Eltern- und Lehrergeneration der Nachwendezeit.
Gemeinsam mit den Schauspielern begannen wir, über unsere eigene Schulzeit nachzudenken und sie einem imaginären Amoklauf gegenüberzustellen. Das endgültige Stück
wurde später oft als Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Amoklaufs interpretiert und entsprechend nachgespielt. Ich aber halte es eigentlich für ein Stück über die
Nachwendezeit. Verrückterweise berührten die Wut und
die Angriffslust des Textes Zuschauer aus der Elterngeneration am stärksten.
Ausgehend von diesem Thema war auch Thomas’ zweites
Stück, „Separatisten“, ein Text, der vom Leben in der Nachwendezeit in den schrumpfenden Städten des Ostens erzählte. Ich hatte, als ich „Separatisten“ das erste Mal las,
sofort das Geraer Plattenbaugebiet Lusan vor Augen, einen
Ort, den Thomas sehr gut kannte und der exemplarisch für
die sterbenden Städte stand. Der Versuch der Separatisten
ging von folgenden Fragen aus: Wie macht man diese Welt
80
lebenswert? Woran knüpft man an? Kann man diese Menschen überhaupt noch mobilisieren?
Thomas’ Texte zeichnen sich durch eine sehr feine, dramatische, erst im Sprechen „begreifbare“ Sprache aus. Seine
Figuren sind immer tiefgründig, es hat mich fasziniert, dass
oft gerade ältere Schauspieler besonders viel mit seiner
Sprache anfangen konnten, sich in seinen Figuren wiederfanden. Bei den Jungen schien es mir verständlich, da er
meistens über die eigene Generation schreibt. Aber wie
schafft es ein junger Autor, sich so tief in Figuren, die doppelt so alt sind wie er, hineinzubegeben, dass er ihre Gedanken authentisch erzählen kann?
Auch „Und in den Nächten liegen wir stumm“, dessen Uraufführung ich 2008 in Hannover inszenierte, spielt im
Plattenbau und ist oberflächlich gesehen eine Ostgeschichte.
Viel mehr ist es jedoch eine Geschichte über den Umgang
mit Abschied, Tod und Trennung. Dieses Stück war bis dahin Thomas’ persönlichster Text. Aus der Szenerie der Plattenbausiedlung erwächst ein expressionistisches Bild, ein
Ausbruch, Ausdruck für Gefühle und Gedanken, die eigentlich nicht nur aus der inneren Logik der Figuren stammen.
Thomas Freyer erzählt nicht vom Rande einer Gesellschaft,
sondern aus ihrem Zentrum heraus, er beleuchtet jene
Winkel, die man nicht so gerne sehen will. Und er ist ein
Arbeiter an Geschichten, ein wirklicher Dramatiker. Seine
Texte müssen gesprochen werden, er seziert Sprache,
schreibt ihr Rhythmus ein und zelebriert sie. Thomas kennt
seine Figuren sehr genau, lässt sich von ihnen entführen.
Ich bin immer wieder davon beeindruckt, wie interessiert,
angst- und vorbehaltlos er den Kontakt zu denen sucht, die
seine Stücke inszenieren und spielen. Durch ihr Lesen führen sie die Arbeit am Verlauf der Geschichte und der Ausgestaltung der Figuren fort.
Im kommenden Herbst nähern wir uns gemeinsam einer
neuen Geschichte, deren Entstehen von unseren Gesprächen begleitet ist. Er schreibt „mein deutsches deutsches
Land“ für das Dresdner Theater und erzählt darin sechs
Episoden von drei jungen Menschen, die sich treffen und
den Plan fassen, ihrem diffusen Hass künftig ein Ziel zu geben. Der rechte Terror, dessen Ausmaß und Verbreitung
lange Zeit kaum jemand in Deutschland für möglich gehalten hat, lässt die Gegenwart und das Land, in dem wir leben,
plötzlich fremd erscheinen.
Thomas Freyer wird also ein weiteres Mal von unserer Gesellschaft erzählen und jene Ecken ausleuchten, die gerne
im Dunkeln gelassen werden.
Tilmann Köhler ist seit 2009
Hausregisseur am Staatsschauspiel Dresden. Hier waren auch
seine Uraufführungen von
Thomas Freyer, „Und in den
Nächten liegen wir stumm“
sowie „Das halbe Meer“ zu
sehen. Eine ausführliche Biografie finden Sie auf A Seite 20
Die Panne Komödie von Friedrich Dürrenmatt Premiere im Januar 2015 im Kleinen Haus 1
Regie: Roger Vontobel
Welt der Pannen, Welt der Verantwortungslosigkeit
Klaus Cäsar Zehrer über „Die Panne“ von Friedrich Dürrenmatt
Hephaiston, so heißt das synthetische Gewebe, mit dem der Der Novelle stellt er einige programmatische ÜberlegunHandelsreisende Alfredo Traps in Friedrich Dürrenmatts gen voran. Es sei, so Dürrenmatt, das „Schreiben schwieriKomödie „Die Panne“ Geschäfte macht. Das Material – so ger und einsamer, auch sinnloser“ geworden, denn in einer
lautet jedenfalls Traps’ Werbesprüchlein – ist „ebenso ver- „Welt der Pannen“ werde das Schicksal nicht mehr von den
wendbar in der Industrie wie in der Mode, für den Krieg wie Charakteren und ihrem Handeln bestimmt, sondern von
für den Frieden, der vollendete Stoff für Fallschirme und zu- Unfällen. Konkret nennt er „Verkehrsunfälle, Deichbrüche
gleich die pikanteste Materie für Nachthemden schönster infolge Fehlkonstruktion, Explosion einer AtombombenDamen“. Hephaistos, der Namensgeber von Hephaiston, fabrik, hervorgerufen durch einen zerstreuten Laboranten,
war der Kunstschmied unter den griechischen Göttern, der falsch eingestellte Brutmaschinen“. Im Theaterstück von
seine Frau Aphrodite und ihren Liebhaber Ares in einem fei- 1979 lässt er Richter Wucht weitere Katastrophen aufzählen,
nen, aber unzerstörbaren Netz gefangen nahm.
die das Leben des Einzelnen jederzeit aus der Bahn bringen
Wir ahnen es schon: Um unentrinnbare Verstrickungen können: „undichte Virenkulturen, gigantische Fehlspekugeht es in dem Stück, um unklare Verhältnisse und darum, lationen, explodierende Chemieanlagen, unermessliche
dass Rechtschaffenheit und Verbrechen manchmal so nah Schiebungen, durchschmelzende Atomreaktoren, zerbersbeieinander liegen wie der Stoff für ein Negligé und Fall- tende Öltanker“ und so fort. Es sei eine „Welt der schuldischirmseide. Angesichts solch verschwimmender Grenzen gen Schuldlosen und der schuldlosen Schuldigen“, eine
zwischen harmlos und gefährlich, zwischen Gut und Böse „Welt, in der niemand mehr schuldig sein will, in der die
hat die reguläre Justiz ihre Schwierigkeiten, Schuld von schändlichsten Verbrechen begangen werden, weil sie anUnschuld zu trennen.
geblich entweder unvermeidbar sind, um das Weltgetriebe
Diese Aufgabe übernimmt im Stück das Feierabendgericht, in Gang zu halten, oder notwendig, um die Veränderung
das der greise Exrichter Wucht gemeinsam mit seinen dieses Weltgetriebes herbeizuführen“.
Freunden, allesamt ehemalige Juristen, betreibt. Die Pensionäre führen als Hobby, ihre alten Berufe nachspielend, in In der Welt von heute sind die schändlichen Verbrechen,
Wuchts Privathaus Prozesse durch. Traps, der wegen einer bei denen die Schuldfrage diffus bleibt, nicht geringer geAutopanne zufällig in der Runde landet, erklärt sich dazu worden. Ob im Golf von Mexiko das Meer von einem unbereit, in einem solchen Prozess die Rolle des Angeklagten dichten Ölbohrloch verseucht wird oder in Bangladesch
zu übernehmen – nichts als ein „vergnügliches Gesellschafts- eine Textilfabrik einstürzt, ob Südseeinseln vom steigenspiel“, wie er glaubt. Zwar gibt es kein konkretes Vergehen, den Meeresspiegel verschlungen oder in Duisburg junge
das Traps zur Last gelegt werden könnte, aber das ist, so Menschen auf dem Weg zu einer Tanzparty in der Menge
Richter Wucht, das geringste Problem: „Ein Verbrechen zerquetscht werden: All diese Katastrophen sind Pannen,
lässt sich immer finden.“
von niemandem beabsichtigt und doch menschengemacht.
In der Tat: Als während der – von einem opulenten Gast- Und nirgendwo findet sich ein Alfredo Traps, der seinen
mahl und einem exzessiven Weinbesäufnis begleiteten – Ver- Schuldspruch einsichtig, ja begierig annimmt und sich
handlung Traps’ Leben durchleuchtet wird, stößt der alte empört dagegen wehrt, von seiner Verantwortung freigeStaatsanwalt Zorn schnell auf einen wunden Punkt. Herr sprochen zu werden. Eine so unwahrscheinliche Figur
Gygax, Traps’ ehemaliger Chef, starb an einem Herzinfarkt, kommt, wie es scheint, nur in der Komödie vor.
woraufhin Traps dessen gut dotierten Posten übernehmen Wie es dem Schuldlos-Schuldigen ergeht, das bleibt bei
konnte. Ist Traps der Todesfall anzulasten? Das ist Ansichts- Dürrenmatt einmal mehr variabel. Die verschiedenen Fassache. Der Staatsanwalt interpretiert das Ereignis als raffi- sungen von „Die Panne“ enden unterschiedlich. Im Hörniert verdeckten heimtückischen Mord. Kummer, der den spiel und in der Fernsehfassung erwacht Traps am nächsStrafverteidiger spielt, deutet es als Unglücksfall, an dem ten Morgen verkatert, aber unversehrt. In der Erzählung
Traps keine Schuld hat. Beide Sichtweisen sind in sich vollstreckt er das Todesurteil selbst und erhängt sich. Das
schlüssig, und so spricht Richter Wucht denn auch zwei Ur- Theaterstück führt das Motiv der Katastrophe als Zufallsteile: Einmal verurteilt er Traps zum Tode, einmal spricht er produkt am konsequentesten zu Ende: Traps richtet sich
ihn frei.
versehentlich selbst hin – ein tödlicher Schicksalsschlag,
Nicht nur den Richterspruch gibt es in verschiedenen Versi- ausgeteilt vom Zufallsgenerator des modernen Lebens.
onen. Dürrenmatt hat „Die Panne“ mehrfach erzählt, zuerst Eine Panne.
1956 als Hörspiel für den Bayerischen Rundfunk; kurz darauf schrieb er es zur Novelle um, dann noch einmal zum
Drehbuch für ein Fernsehspiel. Mehr als zwanzig Jahre später folgte die Bühnenfassung.
Klaus Cäsar Zehrer ist f­ reier
Autor und Herausgeber und
lebt in Berlin. Er hat zum
Thema Dialektik der Satire
promoviert und schreibt u. a.
Humorkritiken für das Satiremagazin „Titanic“. Zuletzt
veröffentlichte er ge­­­meinsam
mit dem Illustrator Fil das
Kinderbuch „Der Kackofant“.
81
Max Rothbart
Nina Gummich
82
Lukas Mundas
Pauline Kästner
Justus Pfankuch
Tobias Krüger
Kilian Land
Nadine Quittner
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Superhirn oder Wie ich die Photonenklarinette erfand von Clemens Sienknecht Uraufführung im Februar 2015 im Kleinen Haus 3
Regie und Musik: Clemens Sienknecht
Ich war
der Mann
mit dem
Sternenstaub
in der Tasche
Wie ich die Photonenklarinette erfand
von Clemens Sienknecht
Während einer Wanderung durch den Stadtwald von Kassel
fand ich einen braunen Stein. Unregelmäßig und glatt. Er
wog schwer und machte einen leicht geschmolzenen Eindruck. Ich erinnere mich, wie ich ihn einem weisen, bärtigen Pastor aus Clausthal-Zellerfeld zeigte. Dessen Haus war
prall gefüllt mit interessantesten Sammelsurien seines langen Lebens. Als der alte Mann den Stein sah, bebten seine
buschigen Augenbrauen. Er sah mich an und sagte: „Mein
Sohn, dies ist ein Meteorit – ein Stern!“ Danach verfiel er für
84
drei Tage in dumpfes Schweigen. Aber ich hatte meine Bestimmung gefunden: Ich war der Mann mit dem Sternenstaub in der Tasche, dem Schlüssel zur Quelle. Ich war der
Superdenker, auserwählt für die große Suche nach dem
Wunder von morgen.
Clemens Sienknecht erfindet
seit Jahren als Musiker und
Regisseur seltsame, skurrile
und wunderbar verschrobene
musikalische Theaterabende –
immer oszillierend zwischen
Feinsinn und grobem Unfug.
Ein ausführliche Biografie
finden Sie auf A Seite 31
Ein neuer Text
Uraufführung im März 2015 im Kleinen Haus 2
Regie: Jan Gehler
Das schönste Mädchen von Gera
Der Regisseur Jan Gehler beantwortet einige Theaterfragen
Können Sie sich daran erinnern, warum Sie sich einmal
für das Theater als Kunstform entschieden haben?
Die Wahrheit? Das schönste Mädchen von Gera, ach, von
ganz Thüringen hatte sich in der Achten in der Theater-ag
meiner Schule angemeldet. Ich hab meinen Namen direkt
unter ihren auf die Liste geschrieben. Sie ist dort nie erschienen, und ich fand mich in einem Klatschkreis wieder. Da
bin ich geblieben, bis heute.
Spielt der jeweilige Ort, an dem Sie inszenieren, eine
Rolle für Ihre Arbeit?
Eigentlich nicht. Ich würde immer sagen, dass Theater universal ist, vor allem in unserem Kulturkreis, das heißt verständlich von Dresden bis Bochum und von Stuttgart bis
Hamburg. Aber jede Stadt hat auch ihre speziellen Themen.
Ich mag Theater, das sich regional verortet und trotzdem
über den Ort hinausweist.
Was hat Dresden?
Dresden hat eigentlich alles, was eine Großstadt auszeichnet. Es ist ein Vergnügungspark für Touristen, hat Plattenbauten, grüne Auen, alternative Subkulturen. Die Bereiche
scheinen nur abgeschotteter voneinander zu sein als anderswo. Deswegen erscheint es provinzieller, aber gleichzeitig ehrlich. Eine ehrliche Spießigkeit.
Was fehlt der Stadt?
Definitiv: ein Meer mit Dünen.
Können Sie Ihren Stil beschreiben?
Suchen. Suchen. Weitersuchen.
Was ist bei der Arbeit zuerst da? Der Raum? Der Text?
Eine Idee? Etwas vollkommen anderes?
Das ist natürlich unterschiedlich. Aber das Stadttheater ist
schon sehr vom Text geprägt. Welche Stoffe zu einem passen, wird schon immer dialogisch mit dem jeweiligen Haus
vereinbart. Und hat man sich dann geeinigt, was man erzählen will, geht es schnell um das wie. Und da ist der
Raum die nächste Komponente, denn der gibt immer schon
sehr stark das Spiel vor. Viele Entscheidungen hebe ich mir
aber gerne für die Proben auf. Manchmal habe ich auch
erst ein Gefühl für einen Stoff, bevor ich ihn ganz durchdrungen habe.
Jan Gehler ist seit der Saison
Sie haben schon mehrfach Romanbearbeitungen auf die
Bühne gebracht. Was kann ein Roman auf der Bühne? 2013 Hausregisseur am Staatsschauspiel Dresden, wo unter
Was nicht?
anderem seine Inszenierung
Bei einer Romanbearbeitung auf der Bühne ist die Grund- von Wolfgang Herrndorfs
situation sofort klar. Ein Ensemble erzählt eine Geschichte „Tschick“ für Furore sorgte.
nach. Es erzählt und springt in Spielszenen. Dieser Wech- Eine ausführliche Biografie
finden Sie auf A Seite 22
sel ist großartig. Außerdem gibt es genügend Leerstellen,
die man ausfüllen kann. Andererseits sind Zuschauer vielleicht voreingenommen, weil die beim Lesen gemachten
Vorstellungen von Figuren und Bildern nicht dem entsprechen, was auf der Bühne passiert, also eine Erwartungshaltung nicht erfüllt wird.
Ein Probenritual, das Sie pflegen, ist die Entwicklung der
Figuren aus Rollenspielen und Recherchetouren heraus.
Was hat es damit auf sich?
In der Probe geht es ja nicht darum, Gänge und Töne von
Sätzen einzustudieren, sondern am Ende muss so was wie
ein Mensch auf der Bühne zu sehen sein. Um das zu erreichen, schicke ich die Figuren gerne auch in die reale Welt.
Dabei geht es weniger um „Method Acting“, also das Einfühlen in eine fremde Person, sondern darum, die Schauspieler mit Situationen zu konfrontieren, in denen sie intuitiv reagieren müssen. Diese Erfahrungen können sie dann
auf die Bühne mitnehmen, denn dass Schwierigste ist ja
meist die Reproduktion, also jeden Abend die Geschichte
neu zu erfinden.
Außerdem sterbe ich fast jedes Mal vor Lachen, wenn ich
mich heimlich hinter parkenden Autos verstecke und beobachte, wie Tschick, der Taugenichts oder Christopher
Boone durch Dresden stapfen.
Was soll das Theater?
Das Theater ist im besten Fall ein utopisches Spiegelbild
unserer Zeit. Es soll die richtigen Fragen stellen, es soll unterhalten und irritieren. Es ist ein lebensnotwendiger Luxus.
Was nicht?
Theater darf sich niemals nur um sich selbst drehen, das
heißt zu einem chiffrierten Spektakel werden, das nur Experten decodieren können.
Gibt es einen idealen Schauspieler?
Ja. Nein. Doch. Ja. Schauspielerinnen und Schauspieler, die
bereit sind, in jedes Becken zu springen und auch eine
Bauchlandung zu riskieren, die Lust haben zu spielen und
logisch: solche, die alles machen, was ich sage, und gut mit
dem Ball umgehen können.
85
Alle meine Söhne von Arthur Miller Premiere im Mai 2015 im Schauspielhaus im Kleinen Haus 1
Regie: Sandra Strunz
Schuld schreibt sich ein
Die Regisseurin Sandra Strunz über Lebenslügen als Überlebenstrieb und die
kulturelle Dimension der Schuldfrage
„Alle meine Söhne“ zeigt die Kehrseite der Medaille des amerikanischen Traums. Dabei erzählt das Stück einerseits von
den psychischen Abgründen der Figuren und folgt andererseits einem Krimiplot, in dem die schwere Schuld der Hauptfigur nach und nach entlarvt wird.
Mich interessieren diese schuldhaften Verstrickungen, die
Verdrängungen sehr. Das Stück zeigt den Versuch der Eltern,
alles richtig zu machen, die besten Entscheidungen zu treffen. Und es zeigt ihr Scheitern daran, weil ihre Lebenslügen Grundlage ihres gesamten Seins geworden sind. Alle
Figuren, auch der Vater, vielleicht er sogar am meisten,
kämpfen darum, das Richtige zu tun, das macht das Stück
sehr reich.
Gleichzeitig interessiert mich, dass „Alle meine Söhne“ in
einer Zeit geschrieben wurde, die geprägt war von einem
gerade zu Ende gegangenen Krieg, also von einem Neuanfang. In einer solchen Zeit prallt viel aufeinander. Das Stück
wurde verfasst, als sich die amerikanische Gesellschaft nach
einer großen, verantwortungsvollen Tat für die Welt, nämlich der Kriegsintervention der usa, anderen Dingen widmete. Statt zu weltpolitischer Verantwortung bekannte man
sich nun mehr denn je zu einem Konzept von Ehrgeiz und
Gier, zum ungebremsten Kapitalismus. Im Mittelpunkt
stand nun die Akkumulation von Macht und Kapital. Dieses dem Stück eingeschriebene Spannungsverhältnis zwischen Ehrgeiz und Verantwortung ist ein Thema auch unserer Tage.
Wir erleben ja vielleicht gerade das Ende dieser Entwicklung. Wir erleben große Katastrophen, ökologische und
ökonomische, die durch Gier entstanden sind. Immerhin
gibt es zumindest punktuell Initiativen, die wieder vermehrt Verantwortung übernehmen wollen und ein Bewusstsein haben von der sozialen Dimension allen Handelns. Macht ist ja eigentlich nicht das Gegenteil von
Verantwortung. Umso mehr fragt man sich, warum beide
nur selten gemeinsam in Erscheinung treten. Warum die
Verantwortung für das Allgemeine, das große Ganze, zugunsten der eigenen Selbstoptimierung betäubt wird.
Genauso selbstbetäubt handelt auch Joe Keller, der Vater,
der ein glückliches Leben auf Schuld und Verrat aufgebaut
hat. Damit muss er umgehen. Menschen versuchen, sich
ihre Biografie ja so zu konstruieren, dass sie ihnen sinnhaft
erscheint, dass im Nachhinein Dinge mit Bedeutung aufgeladen werden, um eigentlich Unschlüssiges zu einem ganzen, in sich geschlossenen Leben zusammenzufügen. Und
dieser manchmal verzweifelte Versuch löst immer wieder
Empathie aus. So geht es mir auch bei Joe Keller. Es ist
ja das Perfide an der Lebenslüge, dass wir sie ab einem
86
bestimmten Punkt selbst glauben. Man muss dazu kein böser Mensch sein. Es kann aus zwischenmenschlicher Abhängigkeit, aus Liebe zu den Kindern, aus innerer Not geschehen,
und trotzdem bleibt es, von außen betrachtet, falsch.
Es ist ein besonderes Phänomen der menschlichen Existenz, dieses Bedürfnis nach Plausibilität, nach Sinnhaftigkeit. Und das Ende von Joe Keller zeigt, dass eine solche Lebenslüge sogar dem Überleben des Einzelnen dienen kann,
also eine Art Selbstschutz ist. Wenn sich Joe Keller seiner
Schuld in vollem Masse bewusst wird, sie sich eingesteht
und ihr wahrhaft gegenübertritt, erscheint ihm der Freitod
die einzige Lösung, die einzige logische Konsequenz. Hier
entpuppt sich die Lebenslüge als ein Überlebenstrieb, und
hier wird die letzte große Frage des Stücks aufgeworfen: ob
es ein Ende von Schuld gibt.
Ich glaube nicht, dass es einen Punkt gibt, an dem qua Beschluss eine Schuld endet. Genauso wenig wie es ein Ende
von Geschichte gibt. Schuld schreibt sich ein, wird wiederholt und neu heraufbeschworen. Das sage ich als Kind der
protestantischen deutschen Nachkriegsgeneration. Jemand
aus einem buddhistischen oder südamerikanisch-katholischen Kontext würde mit der Frage anders umgehen. So
wie jede moralische Frage ist auch die nach der Schuld eine
zutiefst kulturell verwurzelte, und das bedeutet eben auch,
dass sie fortwährend neu verhandelt werden muss.
Sandra Strunz arbeitete an
zahlreichen großen Theatern im
deutschsprachigen Raum
und ist seit 2013 leitende Dozentin für Regie an der Akademie
für Darstellende Kunst in
Ludwigsburg. In Dresden inszeniert sie seit 2009 regelmäßig,
zuletzt „Woyzeck“ und „Emilia
Galotti“. Eine ausführliche
Biografie finden Sie auf A Seite 37
Die Bergwanderung oder Sexualität heute von Martin Heckmanns Uraufführung im Juni 2015 im Kleinen Haus 2
Die Urszene
hat Sigmund Freud die Konstellation genannt, in der ein Kind seine Eltern beim
Geschlechtsverkehr beobachtet. Freud vermutet, dass diese Szene als Fantasie oder
erlebte Begebenheit in der Analyse bei allen Menschenkindern aufzufinden und
von pathogener Wirkung sei. Das Kind wohne nachträglich dem reinszenierten
Akt seiner Entstehung bei. Der eigene Ursprung werde dem Kind unheimlich.
Martin Heckmanns’ neues Stück beschreibt die umgekehrte Perspektive. Wir
drucken hier als Einblick in die Schreibwerkstatt einen ersten Ausschnitt aus dem
Stück ab, an dem bis zum Herbst 2014 noch geschrieben wird.
michael Findest du das wirklich eine gute Idee?
hanne Bitte, Michael, wir hatten uns entschieden.
michael Du hattest entschieden.
hanne Weil es unsere Pflicht ist.
michael Müssen wir das denn gleich in der großen Gruppe
besprechen? Wir hätten doch telefonieren können.
hanne Ich finde, alle Eltern haben ein Recht darauf, zeitgleich informiert zu werden. Und ich würde gerne gemeinsam klären, wie wir damit umgehen.
michael Wir machen uns lächerlich. Wegen eines
3-Minuten-Films.
hanne Diesen 3-Minuten-Film hat die Tochter der Braumeisters ins Internet gestellt. Und da frage ich mich, warum macht die so was.
michael Ihre Gesichter kann man nicht erkennen. Das
ist doch die Hauptsache.
hanne Es geht doch nicht nur um den Film. Deine Tochter war Teil einer Orgie.
michael Unter fünf Personen spricht man sicher nicht
von einer Orgie.
hanne Da kennst du dich aus.
michael Und so genau ist da doch überhaupt nicht zu sehen, was passiert.
hanne Ich sag mal: ausreichend. Absolut ausreichend. Mir
hat’s gereicht. Den Rest kann ich mir denken.
michael Das sind Kinder.
hanne Das ist es ja.
michael Die probieren sich aus.
hanne Und wir sind die Erziehungsberechtigten. Und wir
sind nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet, die
Grenzen dieses Ausprobierens festzulegen. Da brauchen
wir eine einheitliche Linie. Wir schauen uns das gemeinsam an und entscheiden dann, wie weiter vorzugehen ist.
michael Bei dir klingt das, als würden wir eine Regierungserklärung vorbereiten.
hanne Während es dich wie immer null interessiert, was
deine Tochter mitmachen muss.
michael Im Film sieht es nicht aus, als wäre sie zur Teilnahme gezwungen worden.
hanne Das weißt du doch gar nicht. Das ist der GruppenMartin Heckmanns zählt zu
druck. Den kann man nicht sehen.
michael Das wird auf uns zurückfallen. Der Bote und die den wichtigsten zeitgenössischen deutschen Dramatikern.
Botschaft. Das wird immer ver, ver, ver ...
Seine Theaterstücke wurden
hanne Verwechselt?
international gespielt und
michael Verdreht. Die Bote und das Botschaft. Das kennt vielfach ausgezeichnet. Zudem
sind sie regelmäßig zu renomman doch.
mierten Festivals für neue
hanne Und deshalb sagen wir besser nichts? Sind wir
Dramatik eingeladen, u. a. zu
Memmen oder Menschen? Michael? Mäuschen oder Mann? den Mülheimer Theatertagen
und zum Heidelberger
Feigling oder, ich sag mal, du weißt, was ich meine.
michael Bitte, Hanne, ich will gemeinsam mit den Brau- Stückemarkt. Am Staatsschauspiel Dresden war Martin
meisters keinen Sexfilm sehen. Mit unseren Kindern in den
Heckmanns von 2009 bis 2012
Hauptrollen. Ich will überhaupt keine Sexfilme mit denen als Hausautor und Dramaturg
sehen. Gar keine Filme will ich mit denen sehen.
tätig. Sein Theater­prolog
„Zukunft für immer“ eröffnete
hanne Denkst du, mir macht das Freude?
die Spielzeit 2009/2010,
michael Den Wolfgang hab ich seit Jahren nicht mehr
„Vater Mutter Geisterbahn“
gesprochen. Und jetzt lad ich ihn ein zum Pornogucken.
inszenierte Christoph Frick in
hanne Das tut mir sehr leid für dein Verhältnis zum der Saison 2011/2012.
Wolfgang. Du hättest ihn gerne früher einmal zu uns einladen können. Ich mag den Wolfgang.
michael Das ist neu.
hanne Ich kenn ihn kaum.
michael Wahrscheinlich magst du ihn deshalb. Der
Wolfgang kann ziemlich ausfallend werden. Früher hat der
sogar unsere Lehrer angepöbelt. Ich sehe schwarz, wenn
der auf die Susanne trifft. Das kenn ich noch von früher.
Da haben die sich auch schon ständig gefetzt.
hanne Hast du nicht gesagt, dass die mal ein Paar waren
in eurer Jugend.
michael So was kann ganz schnell ausarten. Da sind Emotionen im Spiel.
hanne Ja. Wenn es um Sex geht, sind Emotionen im Spiel.
Das lässt sich wahrscheinlich nur schwer verhindern. Und
jetzt zieh dir bitte ein frisches Hemd an. Wir bekommen
Gäste.
michael Wir können immer noch sagen, wir machen
uns einfach nur einen schönen Abend.
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Nele Rosetz
88
Benjamin Pauquet
89
Antje Trautmann
90
Matthias Reichwald
91
Ben Daniel Jöhnk
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Die Bürgerbühne
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
unsere Welt ist voll von Bildern. Bilder, die in einem bestimmten Verhältnis zu
dem stehen, was wir Wirklichkeit nennen. Bilder können verführerisch oder manipulativ wirken, wahrhaftig oder konstruiert, bedrohlich oder beruhigend, abstrakt
oder realistisch. Je nachdem wer sie entwirft, an wen sie sich richten und zu welchem Zweck dies geschieht, verändert sich ihr Wesen.
Das Verhältnis zwischen Bild und Wirklichkeit spielt in Bürgerbühnen-Produktionen eine besonders wichtige Rolle. Denn mit den für das Theater erfundenen
Bildern ist eine Wirklichkeit verbunden, die unmittelbar aus dem Leben derjenigen abgeleitet ist, die auf der Bühne stehen. Sie ist deshalb nicht wahrhaftiger,
auch an der Bürgerbühne wird dramatisiert, zugespitzt und gelogen, aber sie
spricht den Zuschauer direkt und lebendig an.
Es erscheint uns an der Bürgerbühne am wichtigsten, dass unsere Stoffe und Bilder etwas mit der Wirklichkeit der Darsteller und unserer Zuschauer zu tun haben,
dass Themen zur Sprache und auf die Bühne kommen, die für unsere Stadt und
ihre Bürger relevant sind. Wenn in „Merlin“ von Tankred Dorst von der Utopie einer neuen Gesellschaftsordnung die Rede ist und wenn „Katzelmacher“ von Rainer
Werner Fassbinder Muster von Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung
thematisiert, dann können die jungen Darsteller in den Stoffen Wirklichkeiten
entdecken, die mit ihrem eigenen Leben zu tun haben, sie können sich wiederfinden in den Stücken und Figuren, und die Bilder der Inszenierungen erzählen uns
anschließend davon. In den beiden Rechercheprojekten „Mischpoke“ und „Soldaten“
gibt es keinen Stoff, den ein Autor erfunden hat. Der Stoff ist die Wirklichkeit
selbst, die bearbeitet und in theatrale Bilder übersetzt wird. Persönliche Perspektiven werden gesellschaftlichen Vorstellungen von „den Juden“ und „den Soldaten“
gegenübergestellt. Das fünfte Projekt in der Spielzeit 2014/2015 ist eine Fortführung der Zusammenarbeit mit der Sächsischen Schweiz. Doch dieses Mal holen
wir in „Alles im Fluss“ die Landschaft auf die Bühne. Unter Fluss verstehen wir sowohl die Elbe mit ihren Geschichten und Gefahren als auch ein Sinnbild dafür, dass
alles fließt und sich verändert: das Leben, die Zeit und auch das Theater.
Freuen Sie sich gemeinsam mit uns auf fantasievolle, knallharte, rührende, komische, hoffnungsvolle, traurige, entlarvende, intelligente, überraschende und neue
Bilder von Wirklichkeiten. Der Filmemacher Edgar Reitz hat einmal einen Satz
gesagt, der auch auf die Arbeit der Bürgerbühne zutrifft: „Alles, was erzählt wird,
hat sich wirklich ereignet – nichts hat sich so ereignet, wie es erzählt wird.“
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und uns eine schöne neue Spielzeit.
Miriam Tscholl, David Benjamin Brückel und Silke zum Eschenhoff
Leitung der Bürgerbühne
Informationen zu allen hier vorgestellten Produktionen der Bürgerbühne erhalten Sie im Internet unter: www.staatsschauspiel-dresden.de p Telefon: 0351.49 13 – 740 p E-Mail: [email protected]
Wenn Sie den Newsletter der Bürgerbühne erhalten möchten, können Sie ihn per E-Mail bestellen: Einmal im Monat bekommen Sie alle aktuellen Informationen zu den Aufführungen, Veranstaltungen und Ausschreibungen der Bürgerbühne
per E-Mail zugeschickt.
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Die Inszenierungen der Bürgerbühne
Merlin oder Das wüste Land
von Tankred Dorst
Ein Weltentwurf mit Dresdner Jugendlichen
Premiere am 27. September 2014 im Kleinen Haus 2
Regie: Kristo Šagor
Ein überbordendes Dramenmaterial aus 97 Szenen: Das
ist „Merlin“. Hier treffen die Mythen des Mittelalters auf
unsere Gegenwart: Die Menschen irren durch eine Zeitenwende und suchen neue Werte und Orientierung. Die Hauptfigur ist der Zauberer Merlin, der als Sohn des Teufels von
einer Riesin geboren wird. Bei der Geburt assistiert ein Clown.
Merlin weiß nie, ob seine Pläne zum Guten oder zum Bösen
ausschlagen. Mit im Spiel sind der Satan, König Artus und
seine Gemahlin Ginevra, der Ritter Lancelot, Mark Twain,
der Tod, eine Puffmutter, der kleine alte Papst, die kichernde
Jeschute und unzählige weitere Gestalten, die man kennenlernen sollte. Gemeinsam mit dem Regisseur Kristo Šagor
untersuchen Dresdner Jugendliche die große Saga und stellen sich den Fragen des Seins und des Werdens, die Tankred
Dorst darin aufwirft. Denn die Kindheit war gestern, und
die Zeit der großen Weltentwürfe ist jetzt!
Wir suchen junge Leute zwischen 14 und 24 Jahren, die selbst
nach Utopien und Weltentwürfen suchen.
Ein Infotreffen findet am 13. Mai 2014 um 18 Uhr im Kleinen
Haus Mitte statt. Geprobt wird zwischen Mai und September.
Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich.
Ausführliche Informationen zum Stück p Seite 28
Katzelmacher
von Rainer Werner Fassbinder
Erzählt von jungen Dresdnerinnen und Dresdnern
Premiere am 12. Dezember 2014 im Kleinen Haus 3
Regie und Raum: Robert Lehniger
Der Grieche Jorgos wird für die Jugend in einem Vorort von
München zur Zielscheibe ihrer Aggressionen und Vorurteile. Man neidet ihm den Erfolg bei den Mädchen und heizt
Gerüchte an, um ihn zu kriminalisieren. Am Ende rechnen
Erich, Peter und Franz in einer Schlägerei mit dem Außenseiter ab.
Die Parallelen zwischen unserer Gesellschaft und dem Vorort in Fassbinders „Katzelmacher“, geschrieben 1968, sind
nicht zu übersehen: Die Angst vor dem Fremden ist dort am
größten, wo man ihm selten begegnet.
Wir suchen jüdische Bürger aus aller Welt, die heute in Dresden leben und auf der Bühne aus ihrem Leben erzählen
möchten.
Ein Infotreffen findet am 20. Oktober 2014 um 18 Uhr im
Kleinen Haus Mitte statt. Geprobt wird zwischen November 2014 und Februar 2015. Es sind keine Vorkenntnisse
erforderlich.
Ausführliche Informationen zum Stück p Seite 35
Soldaten
Ein Dokumentartheater über Helden, Heimkehrer und die
Zukunft des Krieges
Uraufführung im März 2015 im Kleinen Haus 3
Eine Inszenierung der Bürgerbühne
in Kooperation
mit dem Militärhistorischen Museum Dresden
Regie: Clemens Bechtel
Wer und was sind Soldaten heute? Wie unterscheidet sich
ihr Dienst in der Bundeswehr von dem vor ’89, von dem in
der nva oder von dem in anderen Ländern dieser Erde? Nur
wenige Städte in Deutschland wurden so stark vom Militär
geprägt wie Dresden. Zur Vergangenheit und zur Identität
Dresdens gehören der Bombenangriff 1945, die zahlreichen
ehemaligen Kasernen in der Albertstadt, die Offiziersschule, das Militärhistorische Museum und die Sowjetarmee, die zwischen 1945 und 1989 hier stationiert war. All
das hat Spuren hinterlassen, so wie auch der Wehrdienst in
der nva viele Dresdner geprägt hat.
Wir suchen Dresdner Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr und der NVA, Angehörige oder Bedienstete der
Sowjetarmee sowie Menschen, die nach Dresden gezogen
sind und an anderen Orten Soldaten waren. Außerdem
Bürger und Bürgerinnen, die sich mit dieser Thematik beschäftigen, als Wissenschaftler, Hobbyexperte oder Computerspieler. Der Stücktext entsteht u. a. aus Interviews mit
den Teilnehmern.
Ein Infotreffen findet am 1. Oktober 2014 um 18 Uhr im
Kleinen Haus Mitte statt. Geprobt wird zwischen November
und März. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich.
Ausführliche Informationen zum Stück p Seite 36
Alles im Fluss
Ein Projekt über die Elbe und den Wandel der Zeit
Uraufführung im April 2015 im Kleinen Haus 3
Regie: Uli Jäckle
Wir suchen junge Männer und Frauen zwischen 16 und 30
Jahren, die in Dresden und Region leben.
Ein Infotreffen findet am 26. September 2014 um 18 Uhr
im Kleinen Haus Mitte statt. Geprobt wird zwischen Oktober
und Dezember. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich.
Ausführliche Informationen zum Stück p Seite 30
Der Regisseur Uli Jäckle wirft gemeinsam mit Dresdnern
und Bewohnern der Sächsischen Schweiz einen Blick auf
Flüsse, die Menschen verbinden: auf die Elbe sowie auf das
Werden und den Wandel des Lebens. Nach „Der Fall aus
dem All“ und „Wildnis“ ist dies der letzte Teil der Trilogie,
die Stadt und Landschaft verbindet.
Mischpoke
Eine jüdische Chronik von 1945 bis heute
Uraufführung im Februar 2015 im Kleinen Haus 3
Regie: David Benjamin Brückel
Wir suchen Dresdner und Bewohner der Sächsischen
Schweiz zwischen 8 und 88 Jahren, die Lust haben, sich in
einem Theaterprojekt mit Flüssen auseinanderzusetzen.
Mit dem Fluss ihres eigenen Lebens, mit dem Fluss vor
ihrer Haustür oder mit dem Fluss ihrer Körpersäfte. Spezialist ist hier jeder. Homöopathen, Philosophen, Schiffer,
Kanalbauer, Wasserversorgungstechniker, Angler und andere Experten sind ebenfalls herzlich willkommen. Ein Infotreffen findet am 11. Februar 2015 um 18 Uhr im Kleinen
Haus Mitte statt. Geprobt wird von März bis April 2015. Es
sind keine Vorkenntnisse erforderlich.
Ausführliche Informationen zum Stück p Seite 36
Was war bei Kriegsende 1945 übrig vom jüdischen Leben in
Dresden? Wie stellt es sich heute dar? Und was ist in der
Zwischenzeit passiert? In Form einer Chronik lassen jüdische Bürger aus aller Welt, die heute in Dresden wohnen,
ihr Leben zwischen 1945 und 2015 Revue passieren. Ihre
Geschichten handeln von Tradition, Aufbruch, Erneuerung, Migration, Würde, Rache, Essen, Religion und Familie. Familie heißt im Jiddischen „Mischpoke“.
94
Die Clubs der Bürgerbühne
Auch in dieser Spielzeit laden wir Menschen aller Altersstufen aus Dresden und Umgebung ein, an unseren Clubs
teilzunehmen. Im Rahmen der einmal pro Woche stattfindenden Proben wollen wir gemeinsam mit euch Theater
spielen. Die Ergebnisse werden in Werkstattaufführungen
präsentiert.
Ein Infotreffen für alle Clubs findet am 19. September um
17:30 Uhr im Kleinen Haus Mitte statt. Anmeldungen für
die Clubs sind bis 20. September möglich.
E-Mail: [email protected]
p Telefon: 0351.49 13 – 740
Club der utopischen Bürger von 14 bis 24 Jahren
In seinem Zukunftsroman „Schöne neue Welt“ entwirft
Aldous Huxley das erschreckende Bild einer genormten
Gesellschaft. Der Club der utopischen Bürger bezieht die
Themen des Romans auf unsere Wirklichkeit: Hinterfragen
wir das System, in dem wir leben? Und wie weit sind wir
von der schönen neuen Welt entfernt?
Leitung: Christiane Lehmann (Theaterpädagogin) p September bis Januar, mittwochs 18–21 Uhr + 3 Wochenenden
Club der flanierenden Bürger von 14 bis 18 Jahren
Nur wenige Dresdner wissen, dass im Zwingerteich eine
Meerjungfrau lebt. Kaum jemand konnte bisher Gräfin
Cosel beim Shoppen in der Prager Straße beobachten. Die
flanierenden Bürger werden an scheinbar bekannten Orten
unserer Stadt unbekannte Geschichten entdecken.
Leitung: Philipp Lux (Schauspieler), Norman Schaefer (Theaterpädagoge) p September bis Juni, dienstags 16–18 Uhr
Club der (in)toleranten Bürger von 14 bis 99 Jahren
Mal grenzen wir andere aus, mal werden wir ausgegrenzt.
Wo die Toleranzgrenze verläuft, untersuchen wir mit geduldeten, vernachlässigten, idealistischen, privilegierten
und lebensmutigen Bürgern aus Deutschland und der
ganzen Welt.
Leitung: Jan Gehler (Regisseur), Olga Feger (Schauspielerin)
p September bis Juni, donnerstags 16–18 Uhr
Club der erzählenden Bürger von 20 bis 99 Jahren
2015 feiern wir Hans Christian Andersens 210. Geburtstag.
Im Club der erzählenden Bürger fragen wir, wann wir uns
als „hässliches Entlein“ fühlen, welche „Schneekönigin“ unser Herz zu einem Eisklumpen gefrieren lässt und welche
„neuen Kleider“ Politiker heute tragen.
Leitung: Norman Schaefer (Theaterpädagoge) p September bis Februar, freitags 18–21 Uhr + 2 Wochenenden
Club der dramatischen Bürger von 18 bis 99 Jahren
In diesem Jahr beschäftigt sich der Club der dramatischen
Bürger mit dem Roman „Amerika“ von Franz Kafka. Wir
begleiten Karl Roßmann auf seiner Reise und untersuchen,
was Aufbruch, Ankunft und Zugehörigkeit im Leben eines
Menschen bedeuten.
Leitung: Katja Heiser (Theaterpädagogin) p September bis
Juni, dienstags 18–21 Uhr
Club der informierten Bürger von 14 bis 40 Jahren
Wie wird unsere Meinung gemacht, und wie beeinflussen
Medien unsere Entscheidungen? Frei nach dem Motto „Das
Medium ist die Botschaft“ wollen wir die Kommunikationsmedien genauer unter die Lupe nehmen.
Leitung: Sophie Püschel (Dramaturgieassistentin) p September bis Juni, mittwochs 16–18 Uhr
Club der aufgeklärten Bürger von 33 bis 88 Jahren
Wie war dein erstes Mal? Wie verändert sich die Lust mit
dem Älterwerden? Wie stellst du dir deinen letzten Kuss vor?
Wir erkunden ein Thema, dem sich niemand entziehen kann.
Leitung: Christiane Lehmann (Theaterpädagogin) p Januar
bis Juli, mittwochs 18–21 Uhr + 3 Wochenenden
Club der verrückten Bürger von 14 bis 99 Jahren
Wie verrückt sieht es in dir drin aus? Wie normal ist die
Welt da draußen? Wir verlegen die Bretter, die die Welt
bedeuten, aufs harte Pflaster der Normalität, um es ordentlich zu erschüttern.
Leitung: Nora Otte (Regieassistentin), Ansgar Prüwer (Bühnenbildassistent) p September bis Juni, samstags 15–17 Uhr
Club der blabla Bürger von 16 bis 24 Jahren
Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man bekanntlich schweigen. Spielen werden wir aber trotzdem!
Wir erzählen Geschichten ohne Worte oder zumindest ohne
Worte, die es schon gibt.
Leitung: Malte Schiller (Regieassistent) p September bis
Juni, montags 16–18 Uhr
Club der spielenden Bürger von 16 bis 40 Jahren
Life’s a game – let’s play! Angelehnt an den Brettspielklassiker performen wir live unsere Version des „Spiels des
Lebens“ – mit eigenen Regeln und Strategien, mit Aufgaben,
die es zu bewältigen gilt, und mit hohen Einsätzen.
Leitung: Ulrich Reinhardt (Theaterpädagoge) p September
bis Juni, montags 18–21 Uhr
Club der lehrenden Bürger für Pädagogen und Referendare
In Kooperation mit der Sächsischen Bildungsagentur, Regionalstelle Dresden
Sie sind Wissensvermittler, Freund und Darsteller in einem.
Lehrende Bürger brauchen starke Nerven, klare Visionen,
eine gut sitzende Stimme und gespitzte Bleistifte. Lehrkräfte aller Schularten und Bildungseinrichtungen lernen
im Club der lehrenden Bürger verschiedene theaterpädagogische Methoden und theatrale Spielformen kennen und
erarbeiten daraus ein besonderes Lehrstück.
Leitung: Bettina Seiler p Termine: September bis Juli, vierzehntägig donnerstags 18–20 Uhr
Club der anders begabten Bürger von 14 bis 99 Jahren
Hier dreht sich alles um den Lebensalltag der Teilnehmer.
Wo stoßen sie durch ihre Behinderung an Grenzen? Und wie
sieht eine Welt aus, in der Inklusion kein Fremdwort ist? Aus
persönlichen Geschichten und kurzen filmischen Beiträgen
entsteht ein Theaterabend, der essenzielle Lebensbereiche
aus der Perspektive von Menschen mit Behinderung untersucht und offen diskutiert.
Der Club wird vom Sächsischen Ministerium für Soziales
gefördert und durch Spenden unterstützt.
Leitung: Jacqueline Hamann, Silke Schmidt (Theaterpädagoginnen) p Januar bis Dezember, montags 9–16 Uhr
Club der erinnernden Bürger von 20 bis 99 Jahren
Das Parfum unserer Großmutter. Der erste Kuss. Wir können
uns nicht erinnern. An den Namen unserer Geigenlehrerin.
Was Fenster auf Italienisch heißt. Im Club der erinnernden
Bürger kramen wir in unserem lückenhaften Gedächtnis,
lesen in Aufzeichnungen berühmter Personen und erfinden
nie da gewesene Ereignisse.
Leitung: Norman Schaefer (Theaterpädagoge) p Februar
bis Juli, freitags 18–21 Uhr + 2 Wochenenden
95
Theater und Schule
Alte Stücke, neue Lesarten, performative Ansätze, partizipative Formate, mediatisierte Theaterformen – das Spektrum im zeitgenössischen Theater ist breit. Es ist uns ein
Anliegen, Lernenden und Lehrenden das Theater als Ort
der kritischen und lebendigen Auseinandersetzung mit
gesellschaftlichen Fragen zu öffnen. In Workshops, Projekten oder Fortbildungen wollen unsere Theaterpädagoginnen als Vermittlerinnen zwischen dem Staatsschauspiel
Dresden und Bildungseinrichtungen Lust auf das Theater
von heute machen, das Potenzial des Theaterspielens ausloten, Rezeptionskompetenzen entwickeln, Fragen aufwerfen und die Wahrnehmung der Zuschauer zurück in die
künstlerischen Teams spiegeln.
Auch in der Spielzeit 2014/2015 laden wir Sie herzlich dazu
ein, gemeinsam mit uns künstlerische und Kunst vermittelnde Praxisfelder zu erkunden und das Staatsschauspiel
Dresden für sich und Ihre Schüler als attraktiven außerschulischen Lernort immer wieder oder ganz neu zu
entdecken.
Die Theaterpädagoginnen Bettina Seiler und Christiane
Lehmann freuen sich auf Sie!
Bitte richten Sie Ihre Anfragen an Bettina Seiler
Telefon: 0351.49 13 – 742 p E-Mail: [email protected]
staatsschauspiel-dresden.de
Angebote für Schulklassen
Theaterworkshops In vorbereitenden Workshops ermöglichen wir Schulklassen einen spielerischen Zugang zum
Theaterbesuch. Durch eine praktische Auseinandersetzung
mit Thema, Inhalt, aber auch Spielweise oder Ästhetik der
jeweiligen Inszenierung möchten wir Brücken zwischen
der Aufführung und der eigenen Lebenswelt der Schüler
schlagen, deren Wahrnehmung schärfen und natürlich die
Neugier auf das Theatererlebnis wecken.
In nachbereitenden spielpraktischen Workshops treten die
Schüler mit uns in einen Austausch über Gesehenes und
Wahrgenommenes, werfen Fragen auf und finden mögliche Antworten.
Termine: nach Absprache p Dauer: max. 90 Minuten p
Ort: Schule oder Theater
Theaterführungen Wo befindet sich die Königsloge? Was
hat der Eiserne Vorhang mit Theatergeschichte zu tun?
Wozu braucht man eine Tischversenkung? Wie lange dauert die Fahrt eines Hubpodiums? Wo sitzt eigentlich die
Souffleuse? Im Rahmen von Führungen durch unser Haus
können Schulklassen und Kita-Gruppen das Theater einmal nicht „nur“ vom Zuschauerraum aus erleben. Wir ermöglichen Blicke hinter die Kulissen, stellen Theaterberufe vor und öffnen Türen, die für das Publikum eigentlich
verschlossen sind.
Kosten: 1,50 € pro Person p Termine: wochentags 8:30 Uhr
oder nach Absprache p Dauer: ca. 60 Minuten p Ort:
Schauspielhaus p Treffpunkt: Bühneneingang
Theaterquartal Das Theaterquartal ist ein Theaterpaket
für Schüler mit dem Ziel, das Staatsschauspiel Dresden unter konkreten Forschungsfragen zu erkunden:
p Modul 1: Theaterworkshop p Modul 2: Theaterbesuch p
Modul 3: Theaterführung p Modul 4: Meet the artist – wir
treffen eine an der Produktion beteiligte Person und kommen mit ihr ins Gespräch. Die Reihenfolge der Module ist
variabel. Mindestens drei Module müssen in Anspruch genommen werden.
Angebot für Oberschulen ab Klassenstufe 8 p Ort: Theater
oder Schule p Zeitraum: Oktober bis Dezember 2014 oder
April bis Juni 2015
Was für ein Drama? Beckett, Brecht, Büchner, Bernhard?
Nachdem Sie mit Ihrem Kurs eine Aufführung im Staatsschauspiel besucht haben, reflektieren wir das Gesehene
auch unter dramentheoretischen Schwerpunkten und untersuchen mit den Schülern spielerisch verschiedene Theaterkonzepte: Wie unterscheidet sich das epische Theater
vom aristotelischen Drama? Was kennzeichnet das dokumentarische Theater, und wann spricht man von postdramatischen Theaterformen?
Angebot für Grund- und Leistungskurse Deutsch p Termine: nach Absprache p Dauer: 90 Minuten p Orte: Schule
oder Theater
Das erste Mal Theater! Sie waren mit Ihrer Klasse noch
nie im Theater? Wir freuen uns über Neueinsteiger, denen
wir geeignete Inszenierungen mit konkreten Spielterminen empfehlen, zu denen Sie und Ihre Schüler Eintrittskarten für nur 3,00 € erwerben können. Der Theaterbesuch
wird nach Absprache theaterpädagogisch vor- oder nachbereitet. Die genauen Termine erhalten Sie zu Beginn der
Spielzeit 2014/2015 an unseren Theaterkassen, im Internet
oder über die Theaterpädagogik.
96
Theater und Schule
Angebote für Pädagogen
Informationen, Termine und Anmeldung unter: [email protected]
Fortbildungen für Pädagogen
Informationen, Termine und Anmeldung unter: [email protected]
Newsletter Sie wollen bestimmte Aufführungstermine
für Ihre Planung rechtzeitig wissen? Sie möchten über Premieren, Fortbildungen, schulrelevante Sonderveranstaltungen oder Gastspiele informiert werden? Abonnieren Sie
unseren monatlichen Newsletter für Lehrer, Referendare,
Kursleiter und Dozenten per Post oder E-Mail.
Pädagogischer Tag
Sie planen einen pädagogischen Tag für das Lehrerkollegium oder einen Fachthementag für Referendare? In Anlehnung an den Besuch einer unserer Repertoireinszenierungen erkunden wir gemeinsam die Möglichkeiten der
Auseinandersetzung mit der jeweiligen Inszenierung aus
theaterpädagogischem Blickwinkel und erproben konkrete
spielpraktische Übungen.
Termine und Ort nach Absprache
Theaterpädagogische Materialmappen Zu ausgewählten Produktionen bieten wir Materialmappen mit theoretischen Impulsen und konkreten spielpraktischen Anregungen für die Vor- und Nachbereitung des Theaterbesuchs an.
Fragen Sie uns, wir schicken Ihnen unsere Mappen gerne
zu.
Lehrervorschau Wir laden Sie und jeweils eine begleitende Person ein, unsere Neuinszenierungen zum Preis
von 8,00 € „vorzukosten“. Im Gespräch mit Dramaturgen
und Theaterpädagogen erfahren Sie mehr über die Lesart
des Stücks, die Spielweise, das Konzept und die Ästhetik
der Inszenierung sowie die mögliche Einbettung des Theaterbesuchs in Ihren Unterricht.
Die Termine und Zusatzinformationen entnehmen Sie
bitte unserem Newsletter oder erfragen sie in der Theaterpädagogik!
Lehrervorschau-Pass Mit dem Lehrervorschau-Pass vereinfachen wir für Sie den Kartenbestellvorgang. Dieser
Pass berechtigt Sie, Karten für die Lehrervorschau – ohne
Reservierung über die Theaterpädagogik – direkt an unseren Vorverkaufskassen unter dem Stichwort „Lehrervorschau“ zu erwerben. Bitte beachten Sie die entsprechenden Abholfristen, die wir Ihnen im Newsletter mitteilen.
Bestellen Sie den Pass telefonisch oder per Mail in der Abteilung Theaterpädagogik. Er kostet nichts, ist personengebunden und gilt für die ganze Spielzeit.
Workshop zu „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley
Anhand der Bühnenfassung des bekannten dystopischen
Romans von 1932 untersuchen wir in diesem Workshop
spielerisch, wie frei und selbstbestimmt wir in der heutigen Gesellschaft sind. Hinterfragen wir das System, in dem
wir leben? Welchen Preis haben Glück und Wohlstand
heute? Wie wertvoll ist die Fähigkeit zu Kritik und Selbsterkenntnis, und wie weit hat die moderne Gesellschaft sie
mit ihren hedonistischen Angeboten geprägt?
Für Lehrkräfte an Oberschulen, Gymnasien, Beruflichen
Gymnasien p Leitung: Christiane Lehmann p Termin: Oktober 2014 (14–18 Uhr Workshop / 19:30 Uhr Besuch der
Vorstellung)
Einführung in die szenische Interpretation anhand
von Goethes „Faust“
Wofür würde ich meine Seele verkaufen? Welchen Sinn
hatte mein bisheriges Leben? Wo steckt der Teufel in mir?
Wie lautet meine persönliche Gretchenfrage? Die Teilnehmer dieser Fortbildung erkunden den performativen Ansatz der Produktion und lernen verschiedene Methoden der
szenischen Interpretation und deren Übertragung auf den
Unterricht kennen. Ausgehend von der literarischen Vorlage Goethes gehen sie auf kreative Art und Weise faustischen Fragen und Motiven nach.
Für Lehrkräfte an Oberschulen, Gymnasien, Beruflichen
Gymnasien p Leitung: Bettina Seiler p Termin: März 2015
(14–18 Uhr Workshop / 19:30 Uhr Besuch der Vorstellung)
Lehrerclub
In Kooperation mit der Sächsischen Bildungsagentur, Regionalstelle Dresden
Auftreten, Präsenz zeigen, wahrnehmen, bewegen, Spannung halten, improvisieren, reflektieren, Figuren skizzieren, Szenen entwickeln und gestalten. Lehrkräfte aller
Schularten, die eine Theater-ag leiten, das künstlerische
Profil unterrichten oder sich selbst im Theaterspiel ausprobieren möchten, lernen im Lehrerclub verschiedene theaterpädagogische Methoden und theatrale Spielformen kennen und erarbeiten gemeinsam ein ganz besonderes
Lehrstück.
Leitung: Bettina Seiler p Termine: September 2014 bis Juni
2015, vierzehntägig donnerstags 18–20 Uhr
97
Unsere Kulturförderung:
Gut für die Sinne.
Gut für die Region.
Seit über 100 Jahren bringt das Staatsschauspiel Dresden Geschichten auf die Bühne. Hier
wird gesagt, was sich schwer sagen lässt. Hier wird vernommen, was schwer zu Gehör zu bringen ist. So verbindet das Theater Menschen aller Generationen. Die Ostsächsische Sparkasse Dresden ist Projektpartner für die Kinder- und Jugendstücke am Staatsschauspiel. Denn
junge Menschen für Theater zu begeistern, ist Theater mit Zukunft mitten in unserer Stadt!
98
SAISON 2014 / 15
semperoper
Peter Ronnefeld
Lucia Ronchetti
NACHTAUSGABE
MISE EN ABYME /
WIDERSPIEGELUNG
Deutsche Erstaufführung
Ekkehard Klemm, Manfred Weiß
4. Oktober 2014
Uraufführung
Felice Venanzoni,
Axel Köhler
22. Februar 2015
Leoš Janáček
DAS SCHLAUE FÜCHSLEIN
Tomáš Netopil, Frank Hilbrich
18. Oktober 2014
Helmut Oehring
DIE BRÜDER
LÖWENHERZ
RICHARD-STRAUSS-TAGE
Uraufführung
Manfred Weiß
14. März 2015
6. bis 23. November 2014
Richard Strauss
ARABELLA
Carl Maria von Weber
Christian Thielemann,
Florentine Klepper
7. November 2014
DER FREISCHÜTZ
Christian Thielemann,
Peter Schneider,
Axel Köhler
1. Mai 2015
Engelbert Humperdinck
KÖNIGSKINDER
Lothar Koenigs, Jetske Mijnssen
19. Dezember 2014
William Forsythe
IMPRESSING
THE CZAR
Claude Debussy
22. Mai 2015
PELLÉAS ET MÉLISANDE
Mikko Franck,
Àlex Ollé (La Fura dels Baus)
24. Januar 2015
Wolfgang Amadeus Mozart
LE NOZZE
DI FIGARO /
DIE HOCHZEIT
DES FIGARO
David Dawson
TRISTAN + ISOLDE
Omer Meir Wellber,
Johannes Erath
20. Juni 2015
Uraufführung
15. Februar 2015
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19:30
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So
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19:30
Die Fledermaus Operette von Johann Strauss
Di
5
19:30
Eine Nacht in Venedig Operette von Johann Strauss
Mi
6
19:30
Cagliostro Operette von Johann Strauss
Do
7
19:30
Frühlingsstimmen Johann-Strauss-Konzert
Fr
8
19:30
Fledermaus zu dritt Gastspiel mit Michael Quast
Sa
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Frühlingsstimmen Johann-Strauss-Konzert
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Ensemble und Mitarbeiter 2014/2015
Schauspieler p Ensemble: Cathleen Baumann, Sonja Beißwenger, Thomas
Braungardt, Christian Clauß, Thomas Eisen, Rosa Enskat, Christian
Erdmann, Albrecht Goette, Sascha Göpel, Christine Hoppe, Holger Hübner,
Ben Daniel Jöhnk, Lars Jung, André Kaczmarczyk, Hannelore Koch, Jonas
Friedrich Leonhardi, Matthias Luckey, Philipp Lux, Jan Maak, Ahmad
Mesgarha, Anna-Katharina Muck, Duran Özer, Benjamin Pauquet, Ina
Piontek, Karina Plachetka, Tom Quaas, Torsten Ranft, Matthias Reichwald,
Nele Rosetz, Lea Ruckpaul, Yohanna Schwertfeger, Antje Trautmann, Ines
Marie Westernströer p Studentinnen und Studenten des Schauspielstudios:
Nina Gummich, Pauline Kästner, Tobias Krüger, Kilian Land, Lukas Mundas,
Justus Pfankuch, Nadine Quittner, Max Rothbart p Gastschauspieler:
Annedore Bauer, Mathias Bleier, Simon Esper, Arantza Ezenarro, Christian
Friedel, Jürgen Haase, Gerhard Hähndel, Stefko Hanushevsky, Benjamin
Höppner, Vera Irrgang, Ilhun Jung, Benedikt Kauff, Thomas Kitsche,
Burghart Klaußner, Annett Krause, Günter Kurze, Philip Lehmann, Peter
Lobert, Jacqueline Macaulay, Hagen Matzeit, Nadja Mchantaf, Romy Petrick,
Anton Petzold, Julia Kathinka Philippi, Oda Pretzschner, Martin Reik,
Dominik Schiefner, Annika Schilling, Cornelia Schmaus, Thomas
Schumacher, Laina Schwarz, Lore Stefanek, Atef Vogel, Picco von Groote,
Hanns-Jörn Weber, Sebastian Wendelin, Helga Werner
Regie Stefan Bachmann, Sebastian Baumgarten, Clemens Bechtel, Thomas
Birkmeir, David Benjamin Brückel, Bettina Bruinier, Barbara Bürk, Nuran
David Calis, Wolfgang Engel, Holk Freytag, Jan Gehler (Hausregisseur),
Jan Philipp Gloger, Friederike Heller, Julia Hölscher, Uli Jäckle, Tilmann
Köhler (Hausregisseur), Burkhard C. Kosminski, Sebastian Kreyer, Andreas
Kriegenburg, Malte C. Lachmann, Robert Lehniger, David Lenard, Susanne
Lietzow, Hauke Meyer, Armin Petras, Tobias Rausch, Matthias Rebstock,
Stephan Reher, Matthias Reichwald, Malte Schiller, Kristo Šagor, Clemens
Sienknecht, Simon Solberg, Sandra Strunz, Miriam Tscholl, Linus Tunström,
Roger Vontobel
Bühnenbildner und Kostümbildner Olaf Altmann, Elena Anatolevna,
Tine Becker, Julia-Elisabeth Beyer, Esther Bialas, Jeremias Böttcher, Su
Bühler, Alexandre Corazallo, Thomas Dreißigacker, Barbara Drosihn,
Florian Etti, Dagmar Fabisch, Irène Favre de Lucascaz, Anke Grot, Ulrike
Gutbrod, Sabine Hilscher, Volker Hintermeier, Ellen Hofmann, Irene Ip,
Cornelia Kahlert, Judith Kästner, Irmgard Kersting, Justina Klimczyk,
Johannes Köhler, Sabine Kohlstedt, Andreas Kriegenburg, Aurel Lenfert,
Marie Luise Lichtenthal, Ute Lindenberg, Hartmut Meyer, Belén Montoliú
Garcia, Marion Münch, Wolf Münzner, Jelena Nagorni, Philipp Nicolai,
Karoly Risz, Maria Roers, Claudia Rohner, Sabrina Rox, Thomas Rump,
Andrea Schaad, Matthias Schaller, Susanne Scheerer, Irina Schicketanz,
Christina Schmitt, Christoph Schubiger, Daniela Selig, Michael SieberockSerafimowitsch, Bernhard Siegl, Maike Storf, Katja Strohschneider,
Susanne Uhl, Anna van Leen, Teresa Vergho, Magda Willi p Video: Sabine
Beyerle, Sami Bill, Stefan Bischoff, Immanuel Heidrich, Joscha Sliwinski,
Clemens Walter, Petra Zöpnek
Musik p Musikalische Leitung: Michael E. Bauer, Vivan Bhatti, Johannes
Birlinger, Hans-Jörn Brandenburg, Christiane Büttig, Christoph Clöser,
Gilbert Handler, Thomas Hertel, Knut Jensen, Sven Kaiser, Sebastian Katzer,
Roman Keller, Kriton Klingler-Ionnaides, Johannes Lehniger, Thomas Mahn,
Jan Maihorn, Keith O’ Brien, Hans Platzgumer, Peter Thiessen, Felice
Venanzoni, Tobias Vethake, Henrik von Holtum, Jörg-Martin Wagner p
Bühnenmusiker: Christoph Clöser, Marc Dennewitz, Dieter Fischer, Tom
Götze, Christoph Hermann, Philine Jobst, Heiko Jung, Sven Kaiser, Thomas
Mahn (Ensemble), Florian Mayer, Keith O’ Brien, Christian Patzer, Tobias
Peschanel, Christian Rien, Benjamin Rietz, Thomas Seibig, Friedemann
Seidlitz, Marie Stosiek, Peter Thiessen, Sebastian Vogel, Georg Wieland
Wagner, Woods Of Birnam, Dietrich Zöllner p Sprecherziehung: Sabine
Haupt p Choreografie: Claus Großer, Johanna Roggan
104
Intendanz Intendant: Wilfried Schulz p Mitarbeit und Sekretariat:
Jeanette Seeger p Künstlerische Produktionsleiterin (Koproduktionen,
Gastspiele, Sonderveranstaltungen): Mary Aniella Petersen p Kaufmännischer
Geschäftsführer Sächsische Staatstheater: Wolfgang Rothe p Stellvertretender
Kaufmännischer Geschäftsführer Schauspiel: Pierre-Yves Bazin p Sekretariat
und Mitarbeit: Felicitas Brendel, Jaquelin Grumbt
Dramaturgie Chefdramaturg: Robert Koall p Mitarbeit und Sekretariat:
Sophie Püschel p Dramaturgie: Beret Evensen, Janine Ortiz, Julia Weinreich,
Felicitas Zürcher, Armin Kerber (Gast)
Die Bürgerbühne und Theaterpädagogik Leitung: Miriam Tscholl p
Stellvertretende Leitung, Dramaturgie und Produktion: David Benjamin
Brückel, Silke zum Eschenhoff p Theaterpädagoginnen: Christiane Lehmann,
Bettina Seiler
Schauspielstudio Dresden der Hochschule für Musik und Theater
„Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig Leitung: Tilmann Köhler, Felicitas
Zürcher p Mitarbeit: Simone Wiemer
Künstlerisches Betriebsbüro Künstlerischer Betriebsdirektor: Jürgen
Reitzler p Leitung Künstlerisches Betriebsbüro: Ralf Schindler p
Mitarbeit: David Eberhard, Simone Wiemer p Regieassistenz: Nora Otte,
Julia Palus, René Rothe, Malte Schiller p Inspizienz: Michael Fleischer,
Andreas Lötzsch (Leitung Statisterie), Detlef Müller, Matthias Tetzlaff p
Soufflage: Viola Barkleit-Schlese, Uta Erler, Christina Loose
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Leiterin: Martina Aschmies p Mitarbeit
und Sekretariat: Birgit Bräuer, Angela Rümmler p Grafik und Konzept:
Johannes Erler, Henning Skibbe, Peter von Freyhold (ErlerSkibbeTönsmann)
p Grafikerin: Andrea Dextor p Gestalterin für visuelles Marketing: Monika
Brock p Mitarbeiterin visuelles Marketing: Kerstin Theurich p Mitarbeiterin
Video: Martina Andrä p Fotografen: Matthias Horn (Konzept), David Baltzer,
Daniel Koch p Illustrationen: Patrick Klose
Technische Direktion Technischer Direktor: Christian Voß p Technischer
Leiter Schauspielhaus und Stellvertretender Technischer Direktor: Franz
Dextor p Technischer Leiter Kleines Haus und Stellvertretender Technischer Direktor: Bodo Garske p Technisches Betriebsbüro: Simone Krause,
Antje Lindner, Gisela Reinhard p Technischer Produktionsleiter: Magnus
Freudling p Technischer Assistent: Daniel Wolski p Konstruktionsabteilung: Hansi Borchers, Jörg Kittel, Michael Rethberg, André
Thomas p Bühnenbildassistenz: Nora Ludwig, Ansgar Prüwer, Anne-Alma
Quastenberg p Künstlerische Produktionsleitung Kostüm: Irène Favre de
Lucascaz p Kostümbildassistenz: Lisa Edelmann, Pia Sophia Starke
Die Bühnenbilder und Kostüme werden in den Werkstätten der Sächsischen
Staatstheater gefertigt.
Technischer Dienst und Gebäudemanagement Leitung: Roland Oertel p
Haus- und Betriebstechnik (Leitung): Frank Ruder p Mitarbeiter Hausbetriebstechnik (Vorarbeiter): Olaf Teller p Mitarbeiter Hausbetriebstechnik:
Nico Baumgart, Andreas Beyer, Thomas Hirche p Hausinspektion: Wolf
Richter p Haus- und Betriebshandwerker: Thomas Giersemehl p Bühnenund Hausarbeiter: Peter Mende, Manfred Nixdorf, Detlef Richter, Daniel
Weise p Pforte: Frank Schmidt, Mitarbeiter der Firma Kötter p Auszubildender Anlagenmechanik: Sebastian Mittag
Bühnentechnik Theaterobermeister: Klaus-Peter Klunker p Theatermeister:
André Dietze, Jens Kelm, Bernd Mahnert, Frank Scheibner, Helge Wittig p
Vorarbeiter Maschinentechnik: Frank Beate p Seiten- bzw. Schnürmeister:
Volker Blümel, Steffen Büttner, Pan Langhammer, Ronald Matthes, Gerd
Müller, Udo Nitzsche, Jens Ørsted, Daniel Oertel, Michael Pohle, Steffen
Riegel, Thomas Schubert, Georg Weber p Maschinisten: Frank Adam, Mario
Dietrich, Lutz Ebert, Valentin Klunker, Christoph Lößner, Bernd Schulz p
Bühnentechniker: Andreas Arnold, Heiko Barth, Uwe Becker, Torsten Bruhn,
Andreas Dähner, Frank Domel, Gerd Eichhorn, Martin Eulitz, Lutz Feilotter,
André Felsner, Ralf Gaitzsch, Thomas Glaß, Matthias Glauche, Jürgen Hage,
Lutz Hänsel, Herbert Herzmann, Johannes Holzmann, Andreas Kallenbach,
Matthias Kannenberg, Bernhard Klesse, Stefan Küchler, Axel Ladwig, Ingo
Lenk, Rüdiger Liebthal, Ralph Löwe, Jens Lüttich, Daniel Meinl, Manuel Meinl,
Mario Niese, Frank Pohle, Wilfried Richter, Frank Ruhland, Ronald Sämann,
Rolf Socka, Henry Sorms, Sebastian Stefek, Michaela Thiel, Andreas Weiß,
Jörg Zeidler
Veranstaltungstechnik Veranstaltungstechniker: Matthias Hübner, Felix
Langner p Auszubildende: Anne Dietrich, Debora Ernst, Daniel Reppe,
Julian Schuppe
Beleuchtung und Video Leitung: Michael Gööck p Stellvertretende
Leitung Schauspielhaus: Andreas Barkleit p Stellvertretende Leitung
Kleines Haus: Björn Gerum p Beleuchtungsmeister: Jürgen Borsdorf, Rolf
Pazek, Olaf Rumberg p Stellwerksbeleuchter: Jens Clausnitzer, Carola
Dregely, Henry Hillig, Robert Irrgang, Henryck Wecker, Thomas Wildenhain
p Beleuchter: Achim Frank, Eric Frederich, Oliver Goy, Bruno Grotsch,
Andreas Hanisch, Peter Köhler, Andreas Kunert, Jens Leopold, Petra Pazek,
Christian Pöge, Elke Radtke, Andreas Rösler, Sven Schade, Olivia Walter p
Videotechniker: Thomas Schenkel
Ton Leitung: Manja Schreyer p Stellvertretende Leitung und Tonmeister:
Torsten Staub p Tonmeister: Martin Schmitz p Tontechniker: Ulrich Berg,
Hernán Ferrari, Peter Franke, Uwe Lahmann, Marion Reiz
Maske Chefmaskenbildnerin: Gabriele Recknagel p Stellvertretende
Chefmaskenbildnerin: Silvia Siegert p Erste Maskenbildnerin: Marika
Hinkel p Maskenbildnerinnen: Kerstin Bähr, Jana Dittrich, Karoline Franz,
Barbi Mederacke, Ines Pfitzner, Tatjana Richter, Cornelia Ulrich, Lisa
Warnecke, Ulrike Weise, Ellen Wittich
Requisite Leitung: Heike Jordan p Requisiteure: Heike Böhme, Steffi
Engelmann, Christiane Findeisen, Kathrin Friedrich, Susanne Glauche,
Heike Lieberum, Matthias Schulz, Ines Taggesell, Mareile Weller p Spezialeffekte Bühne, Waffenkammer: Tilo Ebert, Ramon Stage
Ankleider Leitung: Ulrike Huste p Kostüm-, Änderungsschneiderin,
Ankleiderin: Katrin Gehler p Ankleiderinnen: Heike Burmester, Daniela
Kral, Beatrice Kubis, Antonia Lindenthal, Susanne Steffens
Zentrale Dienste der Sächsischen Staatstheater / Staatsoper Dresden
und Staatsschauspiel Dresden Kaufmännischer Geschäftsführer: Wolfgang
Rothe p Referentin: Christin Otto p Assistentin: Kirstin Tittel p Stellvertretender Kaufmännischer Geschäftsführer: Pierre-Yves Bazin p Mitarbeit:
Felicitas Brendel, Jaquelin Grumbt p Leiter Controlling: Sven Peschel p
Mitarbeit Controlling: Cathleen Hofmann p Interne Revision und Organisation: Sylvia Bittner p Leiterin Personal: Solveig Eckert p Stellvertretender
Leiter Personal: Uwe Behnisch p Mitarbeit Personalabteilung: Ulrike Bauer,
Ilka Dietze, Doreen Fritzsche, Petra Helm, Cornelia Kamprath, Claudia
Rüthrich, Jürgen Thürmann, Marie-Luise Weidner p Leiterin Rechnungswesen: Heike Sobkowiak p Mitarbeit Rechnungswesen: Hannelore Adam,
Claudia Domine, Viola Kucher, Annett Jeschke, Bärbel Müller, Martina Oehme,
Edelgard Proksch, Anja Schliemann p Leiterin Recht: Theda Kokenge p
Mitarbeit Recht: Manuela Münzer p Leiter Datenverarbeitung-Organisation:
Sven Born p Mitarbeit Datenverarbeitung-Organisation: Peter Gerstenberger,
Marcel Hein, Maik Strohbach, Peter Zabelt p Post-, Boten- und Kopierzentrale:
Gabriele Hatzmannsberger, Carmen Socka, Jana Walter p Betriebsärztin: Dr.
med. Kathrin Rüllich, Fachärztin für Allgemein- und Betriebsmedizin /
Psychotherapie
Besucherservice und Vertrieb Leitung Schauspiel: Angelika Heine p
Stellvertretende Leitung: Birgit Kaltenhäuser p Mitarbeit: Angela Bauer,
Ulrike Ladwig, Alexander Materni, Birgit Mehlig, Heidi Müller, Silke Rehwald
p Leitung Vorderhauspersonal: Anja Linhart, Jaqueline Rau (Vertretung) p
Besucherservice und Vorderhauspersonal: Personal der Firma Power GmbH
Fahrer Jürgen Hamann
Örtlicher Personalrat Staatsschauspiel Dresden: Vorsitzender: Georg
Weber p Stellvertreter: Tilo Ebert p Mitglieder: Holger Hübner, Andreas
Lötzsch, Jens Ørsted, Benjamin Pauquet, Ellen Wittich p Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte: Angela Rümmler p Suchtbeauftragter: Thomas
Giersemehl p Schwerbehindertenvertretung: Detlef Richter p Sekretariat:
Gisela Merbitz p Vertreter des Schauspiels im Gesamtpersonalrat Sächsische
Staatstheater: Tilo Ebert, Holger Hübner, Georg Weber, Ellen Wittich
Verwaltungsrat Vorsitzender: Dr. Henry Hasenpflug (Staatssekretär im
Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst) p Stellvertretender Vorsitzender: Hansjörg König (Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Finanzen) p Mitglieder: Prof. Dr. phil. habil. Wolfgang
Donsbach (Geschäftsführender Direktor des Instituts für Kommunikationswissenschaft der Technischen Universität Dresden), Anne Frank (Geschäftsführerin tms Messen-Kongresse-Ausstellungen GmbH), Thomas Früh
(Abteilungsleiter Kunst im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst), Alexandra Gerlach (Journalistin), Prof. Jürgen Hubbert,
Frank Ruder (Leitung Haus- und Betriebstechnik am Staatsschauspiel
Dresden), Prof. Markus Schächter (zdf-Intendant a. D.), Prof. Dr. Brigitte
Voit (Wissenschaftliche Direktorin Leibniz-Institut für Polymerforschung
Dresden e.V.), Petra von Crailsheim (Verhinderungsvertreterin des Vorstandes der Ostsächsischen Sparkasse Dresden), Hubert Waltl (Mitglied des
Markenvorstandes Produktion und Logistik der Volkswagen Aktiengesellschaft), Dr. Wilhelm Zörgiebel (Geschäftsführender Gesellschafter der
Grundbesitz Hellerau GmbH)
Ehrenmitglieder Karl von Appen, Charlotte Basté, Reinhold Bauer, Erich
Baumgart, Marie Bayer-Bürck, Emil Devrient, Antonia Dietrich, Wolfgang
Engel, Charlotte Friedrich, Dieter Görne, Friedrich Haase, Martin Hellberg,
Peter Herden, Georg Kiesau, Klaus Dieter Kirst, Friedrich Lindner, Franz
Lommatsch, Frank Ostwald, Paul Paulsen, Erich Ponto, Alfred Reucker,
Traute Richter, Max Rothenberger, Clara Salbach, Hermann Stövesand,
Pauline Ulrich, Paul Wiecke, Johannes Wieke, Albert Willi, Gerhard Wolfram
Das Staatsschauspiel Dresden und die Sächsische Staatsoper Dresden
bilden gemeinsam die „Sächsischen Staatstheater“.
105
Liebes Publikum, verehrte Gäste,
wir freuen uns sehr, dass unser Programm so viele Dresdnerinnen und Dresdner zu Freunden des Theaters hat werden lassen und dass auch ein überregionales Publikum unsere Arbeit am Staatsschauspiel regelmäßig verfolgt. In der Spielzeit 2012/2013 haben wir über 850 Vorstellungen für Sie gespielt,
insgesamt haben 250 000 Zuschauer Abend für Abend den Vorhang aufgehen sehen. Wir möchten uns
recht herzlich bei Ihnen bedanken, verehrtes Publikum. Ihr Zuspruch und Ihr Interesse sind für uns
Bestätigung und Ansporn zugleich. So halten wir auch in der Spielzeit 2014/2015 wieder ein vielfältiges Kartenangebot für Sie zur Auswahl bereit, in dem vom klassischen Anrecht bis zu Angeboten für
Kurzentschlossene für jeden Geschmack, jedes Alter und jeden Geldbeutel etwas dabei ist.
Da auch wir betroffen sind von Preis- und Lohnerhöhungen in allen Bereichen, werden wir
mit Beginn der Spielzeit moderat die Preise in allen Kategorien erhöhen. Natürlich möchten wir unseren hohen künstlerischen Anspruch und den guten Service für Sie erhalten. Jeder Dresdner sollte
sich einen Besuch im Staatsschauspiel leisten können. Die Vielfalt der Anrechte, mit denen Sie
die unterschiedlichsten Inszenierungen unseres Spielplans kennenlernen können, gibt Ihnen
die Möglichkeit zur individuellen Preisgestaltung. Bitte richten Sie Ihr Augenmerk auch auf
unser Jugendwahlanrecht.
Nach wie vor ist es unser größtes Anliegen, für alle Theaterbegeisterten ein vielseitiges und erschwingliches Angebotsspektrum bereitzuhalten. Bemerkenswerte Preisvorteile können Sie weiterhin bei
den im Monatsplan als „Blaue Tage“ gekennzeichneten Vorstellungen genießen, die zu einem besonders günstigen Preis von 10,00 € auf allen Plätzen angeboten werden. Achten Sie auch auf unsere
Angebote zu Ostern und zur Weihnachtszeit. Schüler und Studenten kommen für 7,00 € in alle
Repertoirevorstellungen, dasselbe gilt für Inhaber des Dresdner Sozialpasses und Arbeitslose.
Studierende im ersten Semester zahlen nur 3,50 €, und Hartz-IV-Empfänger zahlen nach wie vor nur
1,00 € an der Abendkasse.
Die Kinderbetreuung bei den „Schnullertagen“ im Kleinen Haus erfreut sich bei theaterinteressierten
Eltern mit kleinen Kindern ebenfalls großer Beliebtheit. Professionelle Erzieherinnen kümmern sich
für die Dauer einer Nachmittagsvorstellung liebevoll um den Nachwuchs, während die Großen im Zuschauerraum Platz nehmen.
Nutzen Sie das neu gestaltete Eingangsfoyer im Schauspielhaus, um sich mit Familie, Freunden und
Bekannten vor der Vorstellung zu treffen, und lassen Sie den Abend im Theaterrestaurant william oder
im Kleinen Haus im Theaterbistro Klara ausklingen. Im Kassen- und Servicezentrum werden Sie zu
allen Angeboten kompetent beraten, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuen sich auf Sie!
Unser Haus hält viele Türen für Sie offen. Welche auch immer Sie wählen – seien Sie herzlich willkommen!
Ihr Staatsschauspiel Dresden
Prämienaktion: Empfehlen Sie uns weiter!
Wer bis zum 31. Oktober 2014 einen neuen Anrechtsinhaber für das Staatsschauspiel wirbt, kann zwischen vielen schönen Prämien wählen, z. B.
p Eine Jahreskarte für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden p Business-Lunch und Begrüßungssekt im william – Restaurant im Schauspielhaus
p Ein Büchergutschein für Richters Buchhandlung p Weitere Infos im Anrechtsbüro unter 0351 . 49 13 – 567
Bitte beachten Sie:
p Bedingt durch Inszenierung und Bühnenbild kann es vorkommen, dass die von Ihnen reservierten Plätze nicht zur Verfügung stehen oder die Sicht auf
die Bühne eingeschränkt ist. In diesen Fällen bieten wir Ihnen selbstverständlich vergleichbare Ersatzkarten an. p Natürlich bemühen wir uns stets
um Zuverlässigkeit und Termingenauigkeit. Gegen Erkrankungen und technische Pannen sind aber auch wir nicht gefeit. Sollte es deshalb ausnahmsweise zu Verschiebungen kommen, bitten wir Sie um Nachsicht.
106
Die Schauspielanrechte
Gönnen Sie sich die Vorteile eines Schauspielanrechts! Sie bestimmen den Wochentag, an dem Sie
ins Theater gehen möchten, und die Preisgruppe. p Wenn Ihnen ein Termin Ihres Anrechts nicht
zusagt, können Sie diesen kostenfrei gegen eine andere Vorstellung eintauschen. p Nutzen Sie den Preisvorteil von bis zu 60 % gegenüber dem Normalpreis. p Darüber hinaus erhalten Sie 10 % Ermäßigung
beim Kauf von weiteren Eintrittskarten für Repertoirevorstellungen. p Auf Wunsch senden wir Ihnen
unsere Monatsspielpläne zu, sodass Sie frühzeitig über anstehende Premi­eren, Zusatzveranstaltungen
und die Vorstellungstermine informiert sind. p Sie erhalten druckfrisch das Spielzeitheft mit ausführlichen Informationen über das Programm der kommenden Saison. p Schauen Sie doch einmal hinter die
Kulissen. Führungen durch das Schauspielhaus mit spannenden Informationen über das Staatsschauspiel, Einblicken in die Bühnentechnik und die Architektur des Hauses und vielem mehr sind für die
Anrechtsinhaber kostenfrei. Die Termine entnehmen Sie bitte den Monatsspielplänen.
Die Premierenanrechte
Erleben Sie die besondere Atmosphäre eines Premierenabends! Wir freuen uns darauf, im Anschluss an
die Vorstellung mit Ihnen anzustoßen, uns mit Ihnen auszutauschen und mit Ihnen zu feiern. Das
Premierenanrecht bietet gegenüber dem Kassenpreis bis zu 15 % Ermäßigung. Das Programmheft erhalten Sie am Abend kostenfrei! Sie sehen vom Saisonstart an wahlweise acht Premieren im Schauspielhaus,
sieben Premieren im Kleinen Haus oder insgesamt sechs Premieren in beiden Spielstätten.
Premierenanrecht 8 x Schauspielhaus
Fr 12.09.2014
Schöne neue Welt
Sa 04.10.2014
Drei Schwestern
Sa 29.11.2014
Faust. Der Tragödie erster Teil
Sa 17.01.2015
Wie es euch gefällt
Sa 14.02.2015
Die Verschwörung des Fiesko zu Genua
Sa07.03.2015
Amerika
Do 02.04.2015
Bernarda Albas Haus
Sa 23.05.2015
Lehman Brothers.
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Preise
Preisgruppe 1: 184,00 ¤
Preisgruppe 2: 160,00 ¤
Preisgruppe 3: 140,00 ¤
Premierenanrecht 7 x Kleines Haus
So 14.09.2014
Wir sind keine Barbaren!
Sa 01.11.2014
Miss Sara Sampson
Do 27.11.2014
mein deutsches deutsches Land
Fr 09.01.2015
Die Panne
Do 26.03.2015
Ein neues Stück
Fr 15.05.2015
Alle meine Söhne
Sa 06.06.2015
Die Bergwanderung oder Sexualität heute
Kleines Haus
Kleines Haus
Kleines Haus
Kleines Haus
Kleines Haus
Kleines Haus
Kleines Haus
Preise
Einheitspreis: 119,00 ¤
Premierenanrecht 4 x Schauspielhaus, 2 x Kleines Haus
Sa 04.10.2014
Drei Schwestern
Sa 01.11.2014
Miss Sara Sampson
Sa 29.11.2014
Faust. Der Tragödie erster Teil
Fr 09.01.2015
Die Panne
Sa07.03.2015
Amerika
Sa 02.05.2015
Dantons Tod
Schauspielhaus
Kleines Haus
Schauspielhaus
Kleines Haus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Preise
Preisgruppe 1: 126,00 ¤
Preisgruppe 2: 114,00 ¤
Preisgruppe 3: 104,00 ¤
Für die Premieren „Das Gespenst von Canterville“ und
­„Dantons Tod“ erhalten Sie ein Vorkaufsrecht mit 10 %
Ermäßigung.
107
Die Tagesanrechte
Der Klassiker unter den Anrechten: Wählen Sie Ihren Lieblingswochentag, suchen Sie sich eine feste
Preisgruppe aus und erleben Sie fünf Inszenierungen der neuen Spielzeit im Schauspielhaus. Sie
sparen bis zu 60 % auf den regulären Kassenpreis. Zusätzlich dürfen Sie sich eine Vorstellung im
Kleinen Haus aussuchen, hierfür erhalten Sie einen Gutschein. Entscheiden Sie – und begeben Sie sich
mit uns auf eine spannende Reise durch den Spielplan!
Montag I
Mo06.10.2014
Mo03.11.2014
Mo29.12.2014
Mo16.02.2015
Mo20.04.2015
Dämonen
Drei Schwestern
Das Gespenst von Canterville
Die Verschwörung des Fiesko zu Genua
Bernarda Albas Haus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Montag II
Mo20.10.2014
Mo08.12.2014
Mo19.01.2015
Mo16.03.2015
Mo22.06.2015
Schöne neue Welt
Faust. Der Tragödie erster Teil
Wie es euch gefällt
Der Selbstmörder
Lehman Brothers.
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Dienstag
Di 14.10.2014
Di 02.12.2014
Di 27.01.2015
Di 24.02.2015
Di28.04.2015
Drei Schwestern
Faust. Der Tragödie erster Teil
Schöne neue Welt
Wie es euch gefällt
Amerika
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Preise
Preisgruppe 1: 91,00 ¤
Preisgruppe 2: 78,50 ¤
Preisgruppe 3: 71,00 ¤
p in jeder Preisgruppe erhalten Sie zusätzlich einen Gutschein für eine Vorstellung Ihrer Wahl im Kleinen Haus
Mittwoch
Mi 17.09.2014
Mi 26.11.2014
Mi 07.01.2015
Mi 18.02.2015
Mi15.04.2015
Die Jüdin von Toledo
Schöne neue Welt
Drei Schwestern
Wie es euch gefällt
Amerika
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Preise
Preisgruppe 1: 91,00 ¤
Preisgruppe 2: 78,50 ¤
Preisgruppe 3: 71,00 ¤
p in jeder Preisgruppe erhalten Sie zusätzlich einen Gutschein für eine Vorstellung Ihrer Wahl im Kleinen Haus
Donnerstag
Do18.09.2014
Do 13.11.2014
Do 22.01.2015
Do 05.03.2015
Do 30.04.2015
Dämonen
Schöne neue Welt
Faust. Der Tragödie erster Teil
Drei Schwestern
Wie es euch gefällt
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Preise
Preisgruppe 1: 86,00 ¤
Preisgruppe 2: 73,50 ¤
Preisgruppe 3: 66,00 ¤
p in jeder Preisgruppe erhalten Sie zusätzlich einen Gutschein für eine Vorstellung Ihrer Wahl im Kleinen Haus
Freitag
Fr 26.09.2014
Fr 21.11.2014
Fr 06.02.2015
Fr 20.03.2015
Fr 24.04.2015
Der Parasit
Drei Schwestern
Faust. Der Tragödie erster Teil
Wie es euch gefällt
Die Verschwörung des Fiesko zu Genua
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Preise
Preisgruppe 1: 101,00 ¤
Preisgruppe 2: 88,50 ¤
Preisgruppe 3: 81,00 ¤
p in jeder Preisgruppe erhalten Sie zusätzlich einen Gutschein für eine Vorstellung Ihrer Wahl im Kleinen Haus
Samstag
Sa 18.10.2014
Sa 27.12.2014
Sa 21.02.2015
Sa 11.04.2015
Sa 16.05.2015
Der Selbstmörder
Schöne neue Welt
Faust. Der Tragödie erster Teil
Wie es euch gefällt
Bernarda Albas Haus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Preise
Preisgruppe 1: 101,00 ¤
Preisgruppe 2: 88,50 ¤
Preisgruppe 3: 81,00 ¤
p in jeder Preisgruppe erhalten Sie zusätzlich einen Gutschein für eine Vorstellung Ihrer Wahl im Kleinen Haus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Schauspielhaus
Preise
Preisgruppe 1: 91,00 ¤
Preisgruppe 2: 78,50 ¤
Preisgruppe 3: 71,00 ¤
p in jeder Preisgruppe erhalten Sie zusätzlich einen Gutschein für eine Vorstellung Ihrer Wahl im Kleinen Haus
Sonntag (Beginn 19 Uhr)
So 21.09.2014
Schöne neue Welt
So 23.11.2014
Das Gespenst von Canterville
So 28.12.2014
Drei Schwestern
So 01.03.2015
Wie es euch gefällt
So 31.05.2015
Dantons Tod
108
Preise
auf allen Plätzen 61,00 ¤
p zusätzlich erhalten Sie einen Gutschein für eine Vorstellung Ihrer Wahl im Kleinen Haus
Preise
auf allen Plätzen 61,00 ¤
p zusätzlich erhalten Sie einen Gutschein für eine Vorstellung Ihrer Wahl im Kleinen Haus
Die Sonntagnachmittags-Anrechte
Das Sonntagnachmittags-Anrecht ist ein Angebot für Jung und Alt! Es ist besonders geeignet für
Familien, die gerne gemeinsam Sonntagnachmittage im Theater verbringen wollen, oder für ältere
Menschen, denen der Vorstellungsbesuch am Abend oft zu spät ist. Beginn ist jeweils 16 Uhr – abends
sind Sie wieder zu Hause. Die Sonntagnachmittags-Anrechte sind außerdem besonders günstig: Sie
sparen bis zu 55 % auf den regulären Kassenpreis!
Sonntagnachmittags-Anrecht 5 x Schauspielhaus, 1 x Kleines Haus (Beginn 16 Uhr)
So 12.10.2014
Ein Exempel
Kleines Haus
So 30.11.2014
Das Gespenst von Canterville
Schauspielhaus
So 04.01.2015
Faust. Der Tragödie erster Teil
Schauspielhaus
So 08.03.2015
Die Verschwörung des Fiesko zu Genua
Schauspielhaus
So 03.05.2015
Schöne neue Welt
Schauspielhaus
So 14.06.2015
Dantons Tod
Schauspielhaus
Preise
Preisgruppe 1: 81,00 ¤
Preisgruppe 2: 68,50 ¤
Preisgruppe 3: 61,00 ¤
Sonntagnachmittags-Anrecht 4 x Schauspielhaus (Beginn 16 Uhr)
So 30.11.2014
Das Gespenst von Canterville
Schauspielhaus So 04.01.2015
Faust. Der Tragödie erster Teil
Schauspielhaus
So 08.03.2015
Die Verschwörung des Fiesko zu Genua
Schauspielhaus
So 03.05.2015
Schöne neue Welt
Schauspielhaus
Preise
Preisgruppe 1: 56,00 ¤
Preisgruppe 2: 46,50 ¤
Preisgruppe 3: 40,00 ¤
Neue Blicke / Neue Stücke – 5 x gegenwärtiges Theater!
Dieses Angebot wendet sich an alle, die Lust haben, sich mit neuer Dramatik und zeitgenössischen
Stoffen auseinanderzusetzen. Gleichzeitig beinhaltet es Inszenierungen von Regisseuren, die eine neue,
heutige, oft ungewöhnliche und überraschende Art finden, sich einem klassischen Text zu nähern.
Neue Blicke / Neue Stücke-Anrecht 1 x Schauspielhaus, 4 x Kleines Haus
Sa 04.10.2014
Wir sind keine Barbaren!
Kleines Haus
Sa 29.11.2014
mein deutsches deutsches Land
Kleines Haus
Do 08.01.2015
Schöne neue Welt
Schauspielhaus
Do 02.04.2015
Ein neues Stück
Kleines Haus
Do 11.06.2015
Die Bergwanderung oder Sexualität heute Kleines Haus
Preise
Preisgruppe 1: 60,00 ¤
Preisgruppe 2: 57,50 ¤
Preisgruppe 3: 56,00 ¤
6 Richtige: Das Wahlanrecht 6 x haben Sie die Wahl p 6 x Theater an Ihren Wunschterminen p 6 x allein, 3 x zu zweit oder mit Freunden. Einfacher geht es nicht. Hier haben Sie alles selbst in der
Hand. Sie erwerben sechs Gutscheine (für eine Preisgruppe) für das Schauspielhaus, sechs Gutscheine für
das Kleine Haus oder wählen vier und zwei Gutscheine für beide Häuser. Sie wählen die Inszenierungen
aus, die Sie am meisten interessieren. Sie wählen auch die Termine. Jetzt müssen Sie die Gutscheine nur
noch im Vorverkauf oder an der Abendkasse in Eintrittskarten für die Vorstellungen aus dem Schauspielrepertoire tauschen. Sie erhalten die besten noch verfügbaren Plätze! Seien Sie spontan! Sie können bereits
für 19,00 ¤ im Schauspielhaus in der ersten Reihe sitzen. Eine der günstigsten Möglichkeiten, ins Theater
zu kommen! Achten Sie auch auf unser Jugendwahlanrecht für junge Zuschauer bis 26 Jahre.
Sie können wählen
6 Gutscheine für das Schauspielhaus
114,00 ¤ (Preisgruppe 1) 6 Gutscheine für das Kleine Haus 66,00 ¤(Einheitspreis)
4 Gutscheine für das Schauspielhaus und
2 Gutscheine für das Kleine Haus
98,00 ¤(Preisgruppe 1) Unser Jugendwahlanrecht
6 Gutscheine für Schauspielhaus / Kleines Haus für alle bis 26 Jahre
39,00 ¤ (Einheitspreis)
93,00 ¤ (Preisgruppe 2) 84,00 ¤ (Preisgruppe 3)
84,00 ¤(Preisgruppe 2) 78,00 ¤ (Preisgruppe 3)
p Gilt nicht für Gastspiele und Sonderveranstaltungen. Für Premieren steht ein Kontingent zur Verfügung.
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Gemischte Anrechte
Das Schauspiel-Operetten-Anrecht 3 x Schauspielhaus und 3 x Operette
Kombinieren Sie drei Vorstellungen aus dem Schauspielrepertoire mit drei Vorstellungen der Staatsoperette (Operette, Spieloper und Musical). Termine und Stückinfos entnehmen Sie bitte dem Internet.
Preise
Preisgruppe 1:
Preisgruppe 2:
Preisgruppe 3:
Fr, Sa, So abends
114,75 ¤
101,25 ¤
88,50 ¤
So nachmittags
108,75 ¤
95,25 ¤
79,50 ¤
Mo – Do
105,00 ¤
90,75 ¤
75,75 ¤
Das Dreieranrecht 3 x Staatsschauspiel ( 2 x Schauspielhaus, 1 x Kleines Haus), 2 x Herkuleskeule und
2 x Theaterkahn. Die Kombination von Staatsschauspiel, Herkuleskeule und Theaterkahn ist eine gute
Gelegenheit, hochkarätiges Kabarett und Schauspiel preiswert zu erleben. Die Termine werden Ihnen
ca. sechs Wochen vor den jeweiligen Vorstellungen mitgeteilt.
Preise
Preisgruppe 1: 99,00 ¤
Preisgruppe 2: 94,00 ¤
Preisgruppe 3: 91,00 ¤
Dresdner Anrecht Staatsschauspiel Dresden, Sächsische Staatsoper Dresden, Staatsoperette Dresden.
Die drei traditionsreichsten Dresdner Theater in einem Anrecht. Das einzigartige Dresdner Anrecht
bietet vielfältige Möglichkeiten und Kombinationen für unterhaltsame Theaterabende. Die genauen
Termine und Vorstellungen erfahren Sie im Anrechtsbüro oder unter www.staatsschauspiel-dresden.de.
110
Ermäßigungen und Geschenke
Blaue Tage Mindestens einmal im Monat können Sie zu einem Sonderpreis von 10,00 ¤ ausgewählte
Vorstellungen besuchen. Die Termine entnehmen Sie bitte den Monatsspielplänen.
Schüler, Studenten, Auszubildende zahlen nur 7,00 ¤ Junge Menschen in der Ausbildung – Schüler,
Studenten u. a. – zahlen 7,00 ¤ auch im Vorverkauf (im Schauspielhaus in der Regel ab Preisgruppe 2,
Reihe 12). An der Abendkasse gibt es 7,00 ¤-Karten eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung je nach
Verfügbarkeit in allen Preiskategorien. Ausgenommen sind Gastspiele und Sonderveranstaltungen.
Schulklassen zahlen pro Schüler 5,50 ¤ für alle Vorstellungen im Schauspielhaus sowie im Kleinen Haus
auf allen Plätzen. Dies gilt bereits für den Vorverkauf. Wir behalten uns vor, die Kontingente zu begrenzen. Reservieren Sie rechtzeitig!
Studentinnen und Studenten im 1. Semester zahlen nur 3,50 ¤ Bitte als Nachweis die Immatrikulations­
bescheinigung vorlegen.
Das erste Mal … im Theater! Lehrerinnen und Lehrer, die mit ihren Schulklassen noch nie im Theater
waren, erhalten beim ersten Besuch Eintrittskarten für 3,00 ¤ pro Person. Zusätzlich erhalten die Schüler vor der jeweiligen Aufführung eine Stückeinführung im Theater und nach Absprache eine theaterpädagogische Vor- und Nachbereitung.
Inhaber des Dresdner Sozialpasses und Arbeitslose zahlen ebenfalls nur 7,00 ¤, auch im Vorverkauf. Ausgenommen sind Gastspiele und Sonderveranstaltungen.
Karten für Hartz-IV-Empfänger Berechtigte erhalten gegen entsprechende Nachweise Karten für 1,00 ¤
an der Abendkasse. Ausgenommen sind Gastspiele und Sonderveranstaltungen.
Senioren erhalten nach Vorlage eines entsprechenden Ausweises eine Ermäßigung von bis zu 35 % im
Schauspielhaus und bis zu 20 % im Kleinen Haus.
Schwerbehinderte, die auf eine Begleitung angewiesen sind (das ist im Schwerbehindertenausweis mit
einem B vermerkt), erhalten für sich und ihre Begleitperson eine Eintrittskarte mit je 50 % Ermäßigung.
Die Theatercard Das Angebot für Stammgäste: Sie erhalten die Theatercard kostenlos an den Vorverkaufskassen im Schauspielhaus. Unsere Kassenmitarbeiter tragen jeden Theaterbesuch auf der Karte ein.
Ab dem fünften Besuch erhalten Sie für jede weitere Eintrittskarte ca. 30 % Ermäßigung. Ab dem neunten
Besuch steigert sich diese Ermäßigung auf ca. 50 %. Die Theatercard gilt nur für den Einzelverkauf von
Repertoirevorstellungen und für die Dauer eines Jahres ab dem ersten Vorstellungsbesuch.
Anrechtsinhaber Alle Inhaber eines Dresdner Anrechts oder eines Schauspielanrechts erhalten ca. 10 %
Ermäßigung auf jede weitere Eintrittskarte bei Repertoirevorstellungen.
Gruppenermäßigungen für Gruppen ab 20 Personen auf Anfrage.
Theatergutscheine Verschenken Sie Theater mit Theatergutscheinen im Wert von 10, 20, 30, 40, 50
oder 100 ¤. Die Beschenkten lösen den Gutschein dann im Laufe eines Jahres in Eintrittskarten für eine
Repertoirevorstellung nach eigener Wahl ein. Der Kauf der Gutscheine ist auch im Internet möglich.
Schnullertag! – Kostenlose Kinderbetreuung im Theater Im Kleinen Haus bieten wir ausgewählte
Vorstellungen sonntagnachmittags an. Sie geben Ihre Kinder im Theater in die Obhut ausgebildeter
­Pädagoginnen, die die Kleinen liebevoll beaufsichtigen und mit ihnen spielen, während Sie zwei
ungestörte Theaterstunden erleben. Die Kinderbetreuung kostet nichts extra, Sie bezahlen lediglich
Ihre Theaterkarten. Die Termine der Schnullertage entnehmen Sie bitte den Monatsspielplänen. Wir
bitten um vorherige Anmeldung.
p Grundsätzlich ist eine Addition von Ermäßigungen nicht möglich. Wir behalten uns vor, die Ausweise, die zu einer Ermäßigung berechtigen,
beim Einlass zu kontrollieren.
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Bühne
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Stehplätze
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Preise
Schauspielhaus
Fr – Sa / Premiere
27,00 ¤
23,00 ¤
20,00 ¤
15,00 ¤
So – Do
25,00 ¤
21,00 ¤
18,00 ¤
11,00 ¤
Preisgruppe 1
Preisgruppe 2
Preisgruppe 3
Preisgruppe 4
Kleines Haus
Kleines Haus 1 p großer Saal, bis maximal 400 Plätze
Kleines Haus 2 p hinter dem Eisernen, bis maximal 150 Plätze
Kleines Haus 3 p unter dem Dach, bis maximal 100 Plätze
So – Do
18,00 ¤
16,00 ¤
10,00 ¤
Fr, Sa / Premiere 20,00 ¤
18,00 ¤
12,00 ¤
Schüler, Studenten und andere Ermäßigungsberechtigte zahlen in allen Spielstätten und für alle
Vorstellungen nur 7,00 ¤. p Senioren erhalten eine Ermäßigung von bis zu 35 % auf den Kartenpreis
im Schauspielhaus und bis zu 20 % im Kleinen Haus. p Schwerbehinderte, die auf eine Begleitung
angewiesen sind, erhalten für sich und ihre Begleitperson eine Eintrittskarte mit je 50 % Ermäßigung. p
Abweichende Preise bei Gastspielen und Sonderveranstaltungen entnehmen Sie bitte den Monatsspielplänen. p Bei ausgewählten Vorstellungen bieten wir zusätzlich Stehplätze an.
Schauspielanrechte
Die Premierenanrechte
Preisgruppe 1
Preisgruppe 2
Preisgruppe 3
8 x Schauspielhaus
184,00 ¤
160,00 ¤
140,00 ¤
6 x gemischt
126,00 ¤
114,00 ¤
104,00 ¤
7 x Kleines Haus
119,00 ¤ (Einheitspreis)
Die Tagesanrechte Schauspielhaus
Preisgruppe 1
Preisgruppe 2
Preisgruppe 3
5 x Schauspielhaus und ein Gutschein für das Kleine Haus
Di, Mi, So
Fr, Sa
Do
91,00 ¤
101,00 ¤
86,00 ¤
78,50 ¤
88,50 ¤
73,50 ¤
71,00 ¤
81,00 ¤
66,00 ¤
Mo
61,00 ¤ auf allen Plätzen
Die Sonntagnachmittags-Anrechte
Preisgruppe 1
Preisgruppe 2
Preisgruppe 3
5 x Schauspielhaus
1 x Kleines Haus
81,00 ¤
68,50 ¤
61,00 ¤
4 x Schauspielhaus
56,00 ¤
46,00 ¤
40,00 ¤
Das Wahlanrecht
6 x Schauspielhaus
Preisgruppe 1
Preisgruppe 2
Preisgruppe 3
114,00 ¤
93,00 ¤
84,00 ¤
4 x Schauspielhaus
2 x Kleines Haus
98,00 ¤
84,00 ¤
78,00 ¤
6 x Kleines Haus
6 x Schauspielhaus / Kleines Haus
66,00 ¤ (Einheitspreis)
39,00 ¤ (für alle bis 26 Jahre)
113
Freunde und Förderer des Staatsschauspiels Dresden
Förderverein Staatsschauspiel Dresden und Junger
Freundeskreis
Mit der Gründung des Fördervereins Staatsschauspiel Dresden e.V. entstand 1995 eine Gemeinschaft von Freunden und
Förderern unseres The­aters, die sich als eine kommunikative
Brücke zwischen Theater und Publikum versteht. Der Förderverein fühlt sich dem Staatsschauspiel nicht nur ideell nahe
und verfolgt dessen Arbeit mit aktivem Interesse, sondern er
leistet mit den Mitgliedsbeiträgen und zusätzlich eingeworbenen Spenden auch finanzielle Unterstützung. Die Bandbreite der Aktivitäten erstreckt sich dabei von der Realisierung ungewöhnlicher Projekte über die Mitfinanzierung
von Gastspielen und Sonderveranstaltungen bis hin zur Förderung des Engagements namhafter Künstler. Alle zwei
Jahre vergibt der Förderverein den mittlerweile weit über die
Landesgrenzen hin­aus bekannten und in erster Linie der
Nachwuchsförderung dienenden Erich-Ponto-Preis für herausragende darstellerische Leistungen an ein Mitglied des
Ensembles.
Der Förderverein hat einen „Jungen Freundeskreis“ gegründet.
Alle Theaterbegeisterten von 16 bis 28 Jahren sind herzlich
eingeladen. Der Freundeskreis bietet ein umfangreiches Programm an Workshops, Gesprächen, Probenbesuchen u.v.m.
Unter dem Motto „Wir verdoppeln euren Einsatz“ erhält
jedes Mitglied für den Jahresbeitrag von 12,00 € zwei Theaterkarten. Die Mitglieder des Fördervereins werden regelmäßig über das Geschehen vor, auf und hinter der Bühne informiert und erhalten bevorzugt Kaufkarten für Premieren,
Gastspiele oder Sonderveranstaltungen. Exklusiv können sie
das Staatsschauspiel Dresden bei verschiedenen Veranstaltungen auch „hinter den Kulissen“ erleben: p Treffpunkt
premiere – Der Premierenempfang mit dem Intendanten!
p Treffpunkt probe – Als Beobachter bei Arbeitsproben
dabei sein! p Treffpunkt spielzeitvorschau – Wissen,
was die neue Spielzeit bringt! p Treffpunkt zur person –
Theaterleute hautnah erleben! p Treffpunkt theaterfahrt – Andere Theater kennenlernen!
Präsident des Fördervereins Staatsschauspiel Dresden ist der
ehemalige Geschäftsführer des Geschäftsbereiches Bildung
der ihk Dresden und jetzige Präsident des Europäischen
Instituts für postgraduale Bildung an der Technischen Universität Dresden Dr.-Ing. Werner Mankel. Der Mitgliedsbeitrag pro Jahr beträgt für Mitglieder 50,00 ¤, für fördernde
Mitglieder 255,00 ¤, für Firmenmitglieder 800,00 ¤. Der
Verein dient ausschließlich gemeinnützigen Zwecken. Mitgliedsbeiträge sind steuerlich absetzbar.
Kontakt: Geschäftsstelle des Fördervereins Staatsschauspiel
Dresden e.V., c / 0 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des
Staatsschauspiels Dres­den, Theaterstraße 2, 01067 Dresden
p Telefon: 0351 . 49 13 – 755 p Fax: 0351 . 49 13 – 760 p E-Mail:
[email protected] -dresden.de und
[email protected]
IG Schauspiel – Interessengemeinschaft Schauspiel
Dresden e. V. Liebe Dresdner! Liebe Gäste der Stadt! Liebe Theaterfreunde!
Seien Sie neugierig und gewinnen Sie mit der ig Schauspiel
dem Theater noch mehr ab! Wie das geht? Mit uns erhalten
Sie tiefere Einblicke in das Theatergeschehen. Wir bieten
regelmäßige kommunikative Foren mit Gesprächen über das
Geschehen auf und hinter der Bühne an oder den Besuch
einer der ersten Vorstellungen einer Neuinszenierung mit
anschließendem Gespräch in Anwesenheit von Mitgliedern
des künstlerischen Produktionsteams und des Ensembles.
Für diese Vorstellungen erhalten ig-Mitglieder ein vergünstigtes Theateranrecht mit ca. 30 bis 50 % Ermäßigung auf
den regulären Kassenpreis.
p Die Reihe „Vorgestellt“ präsentiert Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter des Theaters, deren Tätigkeiten und Arbeitsplätze nicht im Rampenlicht stehen (von a wie Ankleider bis
z wie Zentrale Haustechnik). p In den Podiumsgesprächen
der Reihe „Das Porträt“ geben Mitglieder des Ensembles Einblicke in künstlerische Arbeitsprozesse. p Der IG Schauspiel
angeschlossen ist die literarische Reihe „Dichterwort – Sprache
der Welt“. Prof. Dr. Stefan Welz (Universität Leipzig), Wolfgang
E. Heinold (Hamburg) und Dr. Elisabeth Leeker (TU Dresden)
stellen Literatur und Literaten der Welt vor und führen durch
sechs Doppelveranstaltungen. Helga Werner und Lars Jung
vom Staatsschauspiel Dresden werden wieder lesen, ebenso
Nicole Haase aus Berlin und Gäste. Der Plan für den 59. Jahrgang des „Dichterworts“ ist ab dem Sommer abrufbar per
Faltblatt und im Internet.
Die Veranstaltungen können einzeln und im Abonnement
besucht werden. Sie finden jeweils sonntags von 17 bis 20 Uhr
im Gemeindesaal der Christuskirche Dresden-Strehlen, ElsaBrändström-Straße 1, statt.
Kontakt: Gundula Voigt, Telefon: 0351 . 84 84 344.
Die Interessengemeinschaft Schauspiel feiert in diesem
Jahr ihr 30-jähriges Bestehen und ist dem Staatsschausspiel
Dresden als unmittelbare Begleiterin und kritische Partnerin
eng verbunden. Sie pflegt darüber hinaus Kontakte zu anderen Bühnen im Großraum Dresden und organisiert für ihre
Mitglieder Fahrten zu Aufführungen in andere Städte. Der
jährlich zu entrichtende Mitgliedsbeitrag ist nach Einkommen gestaffelt. Schon ab 10,00 € im Jahr ist es möglich, das
vielseitige Angebot der ig Schauspiel zu nutzen. Der Verein
verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke.
Kontakt: Karin und Horst Mattern, Döbelner Straße 112,
01129 Dresden p Telefon und Fax: 0351 . 85 80 447 p E-Mail:
[email protected]
Adressen
p Schauspielhaus Theaterstraße 2, 01067 Dresden (Zuschauereingang Postplatz) p Kleines Haus Glacis­straße 28,
01099 Dresden p Telefon Zentrale: 0351 . 49 13 – 50 p Intendanz: 0351 . 49 13 – 912 p Kaufmännische Geschäfts­führung:
0351 . 49 13 – 927 p Dramaturgie: 0351 . 49 13 – 963 p Künstlerisches Be­triebs­büro: 0351 . 49 13 – 922 p Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: 0351 . 49 13 – 755 p Theaterpädagogik: 0351 . 49 13 – 742 / – 740 p Die Bürgerbühne: 0351 . 49 13 – 849
Anrechtsservice: [email protected] E-Mail Kartenreservierung: [email protected] p dresden.de p Allgemein: [email protected] p Intendanz: [email protected]
p Kaufmännische Geschäftsführung: [email protected] p Dramaturgie: [email protected] p Künstlerisches Betriebsbüro: [email protected] p Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
[email protected] p Theaterpädagogik: [email protected] p Die
Bürgerbühne: [email protected] p Internet www.staatsschauspiel-dresden.de p Facebook
www.facebook.com/staatsschauspieldd
114
Öffnungszeiten
Anrechtsbüro im Kassen- und Servicezentrum im Schauspielhaus
Das Anrechtsbüro ist montags bis freitags von 10 bis 18:30 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet.
p Während der Theaterferien hat das Anrechtsbüro in der Zeit vom 14. 7. bis 1. 8. 2014 montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Vom 2. 8. bis 17. 8. 2014 ist das Kassen- und Servicezentrum geschlossen.
Ab dem 18. 8. 2014 gelten die regulären Öffnungszeiten. p Grundsätzlich können Sie im Anrechtsbüro
immer – also auch während der Öffnungszeiten in den Theaterferien – Karten für das Staatsschauspiel
kaufen. p Telefon: 0351 . 49 13 – 567, Fax: 0351 . 49 13 – 967, E-Mail: [email protected]
Vorverkaufskassen p Das Kassen- und Servicezentrum im Schauspielhaus ist montags bis freitags
von 10 bis 18:30 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet. p Die Vorverkaufskasse im Kleinen Haus ist
montags bis freitags von 14 bis 18:30 Uhr geöffnet. p Auch hier können Karten für alle Veranstaltungen
des Staatsschauspiels gekauft werden. p In den Theaterferien läuft der Kartenvorverkauf für die neue
Saison zu den angegebenen Öffnungszeiten. p Zusätzlich sind an vielen Dresdner Vorverkaufskassen
Eintrittskarten für Repertoirevorstellungen des Staatsschauspiels erhältlich. p Die Abendkassen öffnen
eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir ab diesem Zeitpunkt den
Vorverkauf nur noch eingeschränkt leisten können und die Abendkasse Vorrang hat.
Kartenkauf und Kartenreservierungen
Gebührenfreier Kartenservice Telefon: 0800 . 49 13 – 500 (Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr) Telefonischer
Kartenverkauf Telefon: 0351 . 49 13 – 555 Gruppenreservierungen Telefon: 0351 . 49 13 – 567 Schriftliche
Reservierungen per Post: Staatsschauspiel Dresden, Besucherservice, Theaterstraße 2, 01067 Dresden
p per E-Mail: [email protected] p per Fax: 0351 . 49 13 – 967 Kartenkauf im Internet
www.staatsschauspiel-dresden.de
Spielplanauskunft Telefon: 0351 . 49 13 – 570 Weitere Informationen Wenn Sie kontinuierlich an unserem Spielplan interessiert sind, schicken wir Ihnen auch gerne den Monatsleporello per Post oder den
digitalen Newsletter zu, für den Sie sich unter www.staatsschauspiel-dresden.de anmelden können.
Gastronomie
william – Restaurant · Bar · Lounge im Schauspielhaus geöffnet Mo bis Fr von 11 bis 23 Uhr, Sa und So
von 10 bis 23 Uhr p Telefon: 0351.44 00 88 00, E-Mail: [email protected] p www.
bean-and-beluga.de, www.facebook.com/restaurant.william
Klara – Bistro und Kantine im Kleinen Haus geöffnet von 9 bis 24 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab
2 Stunden vor Vorstellungsbeginn p Telefon: 0351 . 49 13 – 615, E-Mail: [email protected]
Behindertenservice
Sowohl das Schauspielhaus als auch das Kleine Haus verfügen über Aufzüge, Rollstuhlplätze in den
Sälen und Toiletten für Rollstuhlfahrer. p Hörschleifen für eingeschränkt hörende Besucher mit dafür
geeigneten Hörgeräten sind ebenfalls vorhanden. Funkempfänger sind beim Abendpersonal erhältlich.
Besucher sollten ihre diesbezüglichen Wünsche bereits bei der Kartenreservierung angeben, da in beiden
Häusern nur eine begrenzte Zahl an Rollstuhlplätzen und Funkempfängern zur Verfügung steht.
Impressum p Herausgeber: Staatsschauspiel Dresden, Intendant: Wilfried Schulz, Redaktion: Dramaturgie / Öffentlichkeitsarbeit p Redaktionsschluss: 2. 4. 2014
p Gestaltung: ErlerSkibbeTönsmann p Ensemblefotos: Matthias Horn p Inszenierungsfotos: David Baltzer, Matthias Horn p Illustration: Patrick Klose p
Druck: Neue Druckhaus Dresden GmbH p Soweit nicht anders gekennzeichnet, entstanden alle Autorenbeiträge im Auftrag des Staatsschauspiels Dresden.
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Titelzitat von Wolfgang Herrndorf
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