Nahrungsmittelbestandteile und Nahrungsergänzungen

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SEIT 1998
ERFOLGREICH IN DER
AUSBILDUNG VON
HEILPRAKTIKERN
UND BERATERN
Ausbildung
Gesundheitsberater/-in
Arbeits- und Lernskript
WWW.FERNAKADEMIE-GESUNDHEIT.DE
Nahrungsmittelbestandteile
und Nahrungsergänzungen
1.
Einführung
1.1
Nahrungsmittelbestanteile und
Nahrungsergänzungen
Das vorliegende Skript hat das Ziel, Kenntnisse über alle wichtigen Nähr- und
Vitalstoffe zu vermitteln, die in unserer Nahrung enthalten sind oder – bei Bedarf
– über Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden können.
Als Gesundheitsberater sind Sie Ansprechpartner für Gesunde und Kranke, die
sich – z.B. neben der ärztlichen Behandlung – eine zusätzliche Beratung zu
gesundheitsfördernden Verhaltensweisen wünschen.
Zum Teil wird es dabei darum gehen, gezielte Empfehlungen auszusprechen, mit
welcher Ernährungsweise bestimmte Krankheiten vorgebeugt oder positiv
beeinflusst werden können – z.B. die bewusste Zufuhr von Vitamin-D zur
Prophylaxe von Osteoporose in bestimmten Lebensphasen.
Zum anderen werden auch Klienten zu Ihnen kommen, die seit Jahren ein „A bis
Zink“-Präparat einnehmen und durch Medienberichte verunsichert sind über die
Sinnhaftigkeit und Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln.
Der dritte Grund ist, dass Sie mit dieser Weiterbildung auch die Möglichkeit
haben, sich als Verkaufsberater von Nahrungsergänzungsmitteln eine zusätzliche
Einnahmequelle zu erwirtschaften. Hierbei arbeiten Sie an der Schnittstelle
zwischen Pharmafirmen und Klienten.
In welcher Funktion auch immer Sie später beratend tätig sind – wichtig ist in
jedem Fall, dass Ihnen die Verantwortung bewusst ist, die Sie in dieser Rolle
innehaben.
Zu
einer
verantwortungsbewussten
Beratung
über
Nahrungsmittelbestandteile und Nahrungsergänzungen zählt dabei die
Aufklärung über:
•
Wirkungen,
•
Mangelerscheinungen,
•
Überdosierungen,
•
Einsatz in Therapie und Prävention sowie
•
in Deutschland geltende Einnahmeempfehlungen.
Wichtig ist außerdem, dass Sie sich auf dem Laufenden halten über den aktuellen
Forschungsstand. Hierfür empfehlen wir die Internet-Seite der Deutschen
Gesellschaft für Ernährung, DGE (www.dge.de). Auf der Unterseite
„Wissenschaft“ finden Sie offizielle Stellungsnahmen und Fachinformationen,
die z.T. sehr gut den aktuellen Forschungsstand wiedergeben und an denen Sie
sich daher orientieren sollten.
©Dieses Skript ist urheberrechtlich geschützt. Rechteinhaber ist die Fernakademie der Deutschen
Heilpraktikerschule® Michael Bochmann, Shakespearestr. 34, 04107 Leipzig.
Dies nicht zuletzt deswegen, weil es kaum einen Themenbereich gibt, um den
derartige
„Grabenkämpfe“
ausgetragen
werden,
wie
um
Nahrungsergänzungsmittel und die Wirkweise von Nahrungsbestandteilen.
Hierbei sind hauptsächlich zwei Lager zu unterscheiden: Die eine Gruppe von
Wissenschaftlern vertritt die Auffassung, dass es in unserer Überflussgesellschaft
keinen Bedarf an einer zusätzlichen Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln
gibt. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung würde ausreichen.
Sie berufen sich dabei auf Studien der letzten Jahre, die von der Einnahme von
Nahrungsergänzungsmitteln abraten, weil die negativen Folgen die positiven
überwiegen würden.
Zu solchen Studien gehört beispielsweise die „Iowa Women’s Health
Study“, deren Ergebnisse 2011 in der Fachzeitschrift „Archives of
Internal Medicine“ (Ausgabe Nr. 171, S. 1625-1633) zusammengefasst
wurden. Sie belege eine erhöhte Sterblichkeit unter Frauen, die im
Laufe ihres Lebens verstärkt Multivitamin-, Vitamin B6-, Folsäure-,
Eisen-, Magnesium-, Zink- oder Kupfer-Präparate einnahmen. Eine
verringerte Sterblichkeit ergebe sich dagegen aus der verstärkten
Zufuhr von Kalzium über Nahrungsergänzungsmittel. Hierzu sei
allerdings gesagt, dass die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln
in Amerika, wo die Studie durchgeführt wurde, ein sehr viel größeres
Ausmaß annimmt, als in Europa.
Es ist allerdings sehr umstritten, wie valide (also aussagekräftig) die
Studie wirklich ist. In einer offiziellen Stellungnahme kritisiert
beispielsweise der Neurowissenschaftler Robert G. Smith, Professor
an der Pennsylvania University, die methodische Vorgehensweise der
Studie und stellt somit ihre Aussagekraft in Frage. (Eine
Zusammenfassung bietet u.a. „Prevent Network – Initiative für
internationalen Erfahrungsaustausch zur Orthomolekularmedizin“).
Auch andere Forscher reihen sich ein und bekunden ihren Zweifel
zum Wert dieser Studie. Dr. David Brownstein, Medizinischer
Direktor des Center for Holistic Medicine, West Bloomfield, USA,
erklärte hierzu in einem Interview: „Diese Untersuchung sagt absolut
nichts über Vitamine aus. Wäre diese Studie umgekehrt zu dem
Schluss gekommen, Vitamine seien sehr wirksam, hätten alle
Fachzeitschriften die Veröffentlichung dieser Untersuchung mit der
Begründung verweigert, sie sei sehr schlecht gemacht und zu
fehlerhaft.“ In vielen Internet-Portalen ist mittlerweile sogar von einer
„Medienlüge“ im Zusammenhang mit der Studie die Rede.
Die andere Gruppe von Wissenschaftlern vertritt die Auffassung, dass es sehr
wohl sinnvoll sein kann, in bestimmten Fällen auch künstliche Vitamine,
Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe usw. bewusst zuzuführen. – Zum
Beispiel, wenn die Ernährung dauerhaft zu einseitig bleibt (Personen mit LaktoseIntoleranz oder Gluten-Unverträglichkeit). Oder wenn ein tatsächlicher Mangel
vorliegt (Vitamin-B12- und Mineralstoff-Mangel bei Veganern). Oder auch in
bestimmten Altersklassen zur Vorbeugung oder unterstützenden Behandlung
von Krankheiten.
Die eben erfolgte Darstellung sollte Ihnen eine Idee davon geben, womit Sie
konfrontiert werden, wenn Sie Recherchen zur Wirksamkeit von
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Nahrungsergänzungsmitteln bzw. einzelnen Nahrungsbestandteilen anstellen.
Deswegen auch hier nochmal der Hinweis: Halten Sie sich am besten an die
Stellungsnahmen und Publikationen der DGE. Zum Beispiel (beide zu finden auf
der Homepage der DGE):
•
DGE-Stellungnahme: Gemüse und Obst in der Prävention
ausgewählter chronischer Erkrankungen. (Juni 2012)
•
DGE-Stellungnahme: Beurteilung der Vitaminversorgung in
Deutschland. (Juni/Juli 2012) uvm.!
Als Faustregel sollte immer gelten: In erster Linie sollte jeder versuchen, alle
Nähr- und Vitalstoffe in der empfohlenen Tagesdosis auf natürlichem Wege zu
sich zu nehmen. Das heißt, in der Regel über die Zufuhr naturbelassener –
unverarbeiteter – Nahrungsmittel oder im Falle von Vitamin-D über den
ausreichenden Kontakt der Haut mit Sonnenlicht. In Einzelfällen, die auch in
Studien der DGE beschrieben werden (bestimmte Altersgruppen,
Ernährungsweisen, Mangelerscheinungen), kann dann von außen substituiert,
also Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Oder es kann das vermehrte
Verzehren
bestimmter
naturbelassener
Nahrungsmittel
und
Nahrungsmittelgruppen explizit empfohlen werden (z.B. Möhren, Rote Beete
oder Milch).
Unter bestimmten Lebensumständen kann es zu Mangelerscheinungen im
Körper kommen.
Dazu zählen:
-
einseitige Ernährung
-
zu großer Anteil gekochter oder konservierter Nahrungsmittel
-
lange Lagerung der Lebensmittel
-
Lebensmittelzusatzstoffe, wie Konservierungsmittel, Farbstoffe,
Geschmacksverstärker
-
zu viel Alkohol, Kaffee, Nikotin
-
Belastung des Organismus durch Schadstoffe, Pestizide, Schwermetalle
-
erhöhte medikamentöse Belastung, wie Antibiotika, Chemotherapeutika,
Diuretika, Analgetika, Abführmittel (s.u.)
-
vermehrter Bedarf durch Schwangerschaft, Stillzeit, Wachstum,
psychische und physische Belastungen, Rekonvaleszenz.
Folgende Medikamentengruppen können zu bestimmten Mangelerscheinungen
führen:
Antibiotika: Vitamine B1, B2, B6, B12, C, A, D, K, Folsäure
Antibabypille: Vitamine B1, B2, B6, B12, C, A, E, Folsäure, Kalium
[…]
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2.
Nährstoffe
Nährstoffe sind Lieferanten von Energie und Strukturbausteinen für den Körper.
Dazu zählen die Kohlenhydrate, die Fette und die Eiweiße. Insgesamt ist in
unseren Breiten eher zu viel als zu wenig von unseren Nährstoffen vorhanden.
Da sich dieser Lehrbrief vor allem mit dem Thema Nahrungsergänzungsmittel
beschäftigt, wird hier auf die Nährstoffe nicht detailliert eingegangen.
3.
Vitalstoffe
Vitalstoffe sind Nährstoffe, die zwar keine Energie liefern, die aber für den
Stoffwechsel oder als Bausteine für die Zellstruktur trotzdem lebensnotwendig
sind. Dazu gehören Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, essentielle Fettund Aminosäuren. Davon haben wir zumeist zu wenig.
Sie dienen oft selbst als Katalysatoren oder sind Teil von komplexen,
körpereigenen Systemen (Enzymen) zur Regelung von Abläufen.
3.1
Vitamine
Der Begriff Vitamine gehört unserem täglichen Wortgebrauch an. Wir verbinden
mit diesem Begriff vor allem Attribute wie Gesundheit, Frische oder Obst.
Vitamine sind organische Moleküle, die lebenswichtig sind für das normale
Funktionieren des Körpers.
Vitamine (Vita = Leben) sind für alle Stoffwechselvorgänge im Körper notwendig
und für viele Körperfunktionen zuständig. Sie sind als Coenzyme häufig
Bestandteil von Enzymen, die als Katalysator (Anreger, Beschleuniger) zahlreiche
biochemische Prozesse im Körper in Gang setzen und steuern. Dabei
unterstützen Sie den Energiehaushalt und die Verwertung der Nährstoffe und
sorgen für die Reizübertragung im Nervensystem.
Pflanzen und viele Tiere können Vitamine aus den Bestandteilen ihrer Nahrung
selbst herstellen. Im menschlichen Körper werden Vitamine nur geringfügig
hergestellt (Darmflora), daher müssen sie täglich mit der Nahrung aufgenommen
werden.
Vitamine dienen auch der Gesundheitsvorsorge und dem Immunsystem. Sie
schützen vor Infektionen, Herzinfarkt und vielen anderen Krankheiten. Als
Antioxidantien wehren einige Vitamine sogenannte „freie Radikale“ (aggressive,
zellschädigende Sauerstoffmoleküle) ab und spielen damit für den Zellschutz
und in der Krebsprävention eine bedeutende Rolle.
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Antioxidantien
Die Vitamine C, E, Betacarotin, das Spurenelement Selen sowie verschiedene
sekundäre Pflanzenstoffe gelten als Antioxidantien und „Radikalenfänger“. Sie
schützen die Zellen vor schädlichen freien Radikalen, indem sie diese
unschädlich machen.
Vitamine sind empfindliche Substanzen, die durch äußere Einwirkungen (Licht,
Luft, Erhitzung) leicht zerstört werden können.
Ein Vitaminmangel kann aus den unterschiedlichsten Gründen auftreten und je
nachdem, an welchen Vitaminen es gerade mangelt, zeigen sich typische
Mangelerscheinungen (z.B. Nachtblindheit bei Vitamin A-Mangel). Wie bereits in
der Einführung erwähnt, können Vitamine auch in Form von
Nahrungsergänzungsmitteln eingenommen werden. Die folgenden Seiten
zählen diese Vitamine auf. Gerade beim empfohlenen Tagesbedarf finden sich
nicht immer einheitliche Angaben. Aufgrund immer neuer Studien können sich
diese empfohlenen Tagesmengen auch im Lauf der Zeit ändern.
Wir unterscheiden wasserlösliche und fettlösliche Vitamine. Die wasserlöslichen
werden nicht gespeichert und richten i.d.R. bei einer kurzzeitigen
Überdosierung keinen Schaden an. Dazu gehören die Vitamine der B-Reihe, C,
Biotin und Folsäure.
Die fettlöslichen Vitamine können im Körper angereichert werden und können
bei Überdosierung extreme Nebenwirkungen hervorrufen. Zu ihnen gehören die
Vitamine A, D, E und K.
Fettlösliche Vitamine können im Körper in der Leber und im Fettgewebe als
Reserve gespeichert werden. Eine erhöhte Zufuhr, beispielsweise durch
Nahrungsergänzungsmittel, kann daher zu Überdosierungen (Hypervitaminosen)
mit schädlichen Nebenwirkungen führen.
Bei sehr fettarmer Ernährung (Diäten) oder Fettstoffwechselstörungen kann es zu
Mangelerscheinungen (Avitaminosen) kommen.
Wasserlösliche Vitamine können, bis auf Vitamin B12, nicht gespeichert werden
und sollten deshalb täglich verzehrt werden.
Der beste Schutz vor Überdosierung oder Vitaminmangel ist, alle Vitamine in
ihrer natürlichen Form durch eine ausgewogene und abwechslungsreiche
Ernährung mit möglichst vielen frischen Produkten zu sich zu nehmen.
Alkohol, Nikotin, Antibiotika und andere Medikamente sowie Dauerstress sind
Vitaminräuber – hier ist der Bedarf meistens höher, genau wie bei Kindern und
Jugendlichen im Wachstum. Auch bestimmte Lebensumstände oder Tätigkeiten
wie Schwangerschaft, Stillzeit, fiebrige Erkrankungen oder Leistungssport
erfordern eine größere Zufuhr an Vitaminen.
Die folgenden Mengenangaben bezüglich des Tagesbedarfs sind an den D-A-CHReferenzwerten (D-A-CH steht für Deutschland-Österreich-Schweiz) orientiert,
es handelt sich dabei um die Werte für gesunde Jugendliche und Erwachsene.
Therapeutische Dosen bei Erkrankungen oder Avitaminosen liegen häufig um
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ein Vielfaches höher, diese müssen aber ärztlich abgeklärt und behandelt
werden.
Maßeinheiten:
g
1g
1 mg
EL
= Gramm
= 1000 mg
= 1000 μg
= Esslöffel
mg
1 mg
1 μg
TL
= Milligramm
= 0,001 g
= 0,001 mg
= Teelöffel
μg = Mikrogramm
3.2 Fettlösliche Vitamine
Die fettlöslichen Vitamine A, D, E, K (Eselsbrücke: „EDEKA“) können nur in
Verbindung mit Fett vom Körper aufgenommen werden. (Beispiel: Möhrensalat
mit Öl oder Nüssen).
Vitamin A (Retinol, Retinal, Retinsäure)
Das fettlösliche Vitamin A erfüllt vielerlei Funktionen im menschlichen Körper.
Vor allem Schutz und Wachstum von Haut und Schleimhaut, die Verwertung von
Proteinen in der Leber und die Regeneration des Sehpigments im Auge gehören
zu den Kernkompetenzen dieses Vitamins. Für die Funktion von Nervenzellen
und Nervenbahnen in Gehirn und Rückenmark spielt Vitamin A eine wichtige
Rolle.
Vorkommen:
Es kommt in unterschiedlichen Mengen in Milch, Leber,
Butter, Eier, Fischtran, Kohlarten, Spinat, Karotten, Paprika,
Getreidekeime, Mais, Sahne, Käse vor.
Bedarf:
in Abhängigkeit von Geschlecht und Alter liegt der tägliche
Bedarf bei 0,8 bis 1,0 mg (= 2.600–3.300 IE) pro Tag.
(= 20 g Kalbsleberwurst oder 90 g Räucheraal)
Obere tolerierbare Grenze:
Mangelsymptome:
•
3mg/d (lt. Empfehlung des
Nutrition Board“ aus den USA)
„Food
and
Sehstörungen/ Nachtblindheit
•
Haut- und Schleimhautatrophie, trockene Haut,
Schuppungen, Eintrocknung der Schleimhäute, Rückgang
der Darmschleimhaut
•
akute Infekte
•
bei Kindern: Wachstumsstörungen, verminderte
Knochenbildung
•
Schwangerschaft: Fehlbildungen
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•
Unfruchtbarkeit
Obwohl dieses Vitamin fettlöslich ist, reichert es sich nicht so stark im Körper an.
Allerdings führt eine Überdosierung von Vitamin A zu Übelkeit und Erbrechen,
sowie zu Kopfschmerzen. Auch werden die Abläufe im Eiweißstoffwechsel der
Leber gestört. Schwangere sollten nicht zu viel Vitamin A zu sich nehmen (also
3.4
Mineralstoffe und Spurenelemente
Die Mineralstoffe haben zahlreiche Funktionen im Organismus. Als Baustoffe
sind sie an der Bildung von Zellen, Blut, Körpergeweben und Knochen beteiligt,
dienen der Reizübertragung im Nervensystem und sorgen als Bestandteile von
Körperflüssigkeiten, Vitaminen, Enzymen und Hormonen für den reibungslosen
Ablauf aller Lebensprozesse.
Man unterscheidet die Mineralstoffe nach der Menge, in der sie im Organismus
vorkommen, in Mengen- und Spurenelemente. Benutzt wird meist die
Bezeichnung „Mineralstoffe“ für die Mengenelemente.
Zu den Hauptmineralstoffen im Körper zählt Kalzium, das mit 1,5 kg vor allem in
Knochen und Zähnen vorkommt. Von den Spurenelementen braucht der
Organismus nur kleinste Mengen, „Spuren“, ihr Gesamtanteil im Körper liegt bei
etwa 10 g. Alle Mineralstoffe müssen mit der Nahrung zugeführt werden.
3.4.1
Mineralstoffe/Mengenelemente
Kalium (K+)
Kalium ist ein Mineral, das in jeder Zelle des Körpers vorkommend, an der
Aufrechterhaltung des sogenannten Membranpotentials beteiligt ist.
Membranpotential bedeutet, dass die Zelle eine bestimmte elektrische
Oberflächenspannung hat und damit elektrisch erregt und somit auch zu einer
Reaktion bewegt werden kann. Die genauen Hintergründe sind für Sie dabei
weniger von Bedeutung. Es soll hier nur hervorgehoben werden, dass eine nicht
mehr funktionierende Kaliumregulation (wie z.B. bei einem Menschen mit
Niereninsuffizienz (=mangelnde Nierenfunktion)) zu lebendbedrohlichen
Zuständen führen kann.
Der enge Zusammenhang zwischen Nieren und Kalium verdeutlicht auch die
Bedeutung für den Wasser- und den Säure-Basen-Haushalt im Körper und damit
für die Gewebespannung und den Blutdruck. Der Bezug zwischen dem
Membranpotential einer Zelle und Kalium schlägt sich in der Bedeutung für die
Reizweiterleitung in Nerven, Muskeln (und dem Herzmuskel) nieder.
Vorkommen:
Kartoffeln, Obst, Trockenobst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Pilze
Tagesbedarf:
2,0 g (= 200 g Kartoffeln & 75 g Linsen & 200 g Bananen)
Mangel:
Herzrhythmusstörungen, Muskelschwäche, Übelkeit,
Verstopfung
Besonderes:
[…]
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4. Enzyme
Das Leben wäre ohne Enzyme nicht denkbar. Alle physiologischen Reaktionen,
wie Wachstum, Wärmehaltung, Emotionen und Denken sind von der Arbeit der
Enzyme abhängig.
Enzyme sind Eiweißmoleküle, die als Bestandteil oft Vitamine und/oder
Mineralstoffe enthalten (Co-Enzyme). Enzyme haben die Aufgabe und die
Fähigkeit, biochemische Reaktionen im menschlichen Körper zu veranlassen und
zu steuern. Es wird geschätzt, dass es ca. 10.000 Enzyme gibt, von denen aber erst
einige Hundert in ihrer Wirkungsweise bekannt sind. Enzyme werden z.T. vom
Körper gebildet und z.T. sind sie Bestandteil der Nahrung, vorausgesetzt sie ist
roh, frisch und unverarbeitet. Die Nahrungsenzyme helfen v.a. bei der
Verdauung der Nahrung.
Werden Nahrungsmittel über 65°C erhitzt, kommt es zur strukturellen
Zerstörung der in der Nahrung enthaltenen Proteine und Enzyme (=
Denaturierung). Da die meisten im Supermarkt erhältlichen Lebensmittel im
Rahmen ihrer Verarbeitung verschiedene Denaturierungsprozesse durchlaufen
haben, kann man davon ausgehen, dass unsere Nahrung fast enzymfrei ist. Um
das auszugleichen, wird u.a. unsere Bauchspeicheldrüse veranlasst, in
Höchstleistung selbst einen Teil aller notwendigen Enzyme zu bilden, die für die
Verdauung notwendig sind. Erschöpfungszustände dieses Organs sind nicht
selten die Folge.
Dieses Problem soll hier kurz am Beispiel der Bauchspeicheldrüse und des
Insulins veranschaulicht werden:
Besonders das Blutzuckerenzym Insulin wird ab einem bestimmten Punkt der
„Überlastung“ nicht mehr ausreichend gebildet. Insulin wird benötigt, um den
im Blut schwimmenden, aus der Nahrung aufgenommenen Zucker in die
Körperzellen einzuschleusen und dort abzubauen.
Wird der Körper über Jahre mit Zucker „überschwemmt“ oder sind aufgrund von
Fettleibigkeit zu viele Körperzellen vorhanden, die Insulin benötigen, kommt es
zu sehr hohen Insulinspiegeln. Die Körperzellen gewöhnen sich an diese hohen
Insulinspiegel und es ist immer mehr Insulin notwendig, um den
Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Ab einem bestimmten Punkt ist die
Bauchspeicheldrüse nicht mehr in der Lage genügend Insulin zu produzieren.
Man ist Diabetiker und muss das fehlende Insulin mittels Spritzen ersetzen.
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7.
Pflanzenextrakte mit besonderen
Eigenschaften
In diesem Kapitel finden Sie zahlreiche Pflanzen, Kräuter und Gewürze mit deren
spezifischen Wirkspektren und Einsatzgebieten. Auf detaillierte Dosisangaben
wurde verzichtet, da es sich um Lebensmittel handelt, die (entsprechend ihres
Wirkungsgrades) unterstützend wirken können.
Astralgus (Tragant)
Wird aus der Wurzel gewonnen. Wirkt allgemein immunstärkend, soll die
Ausbreitung
von
Krebszellen
verhindern
und
die
körperliche
Interferonproduktion (gegen Viren) steigern.
Blaubeeren
Der in den Blaubeeren enthaltene Hauptwirkstoff gehört zu den
Anthocyanosiden (s.o.). Blaubeeren werden gegen Blasenbeschwerden, bei
Durchfall und bei Diabetes mellitus eingesetzt. Bei Augenerkrankungen wie der
Altersbedingten Makuladegeneration und der Netzhautentzündung wirken
Blaubeeren unterstützend. Außerdem schützen sie mit ihrem Radikale
fangenden Charakter das Gefäßsystem, stabilisieren die Blut-Hirn-Schranke und
verhindern schnelle Blutverklumpungen.
Bockshornklee
Bockshornklee wirkt positiv bei modernen Zivilisationskrankheiten, wie Diabetes
mellitus oder bei hohen Blutfettwerten (Hypercholesterinämie).
Gotu Kola (=Tigergras oder Indische Wassernabel)
Extrakte dieser in den Tropen vorkommenden Pflanzen werden in der
ayurvedischen und traditionellen chinesischen Medizin verwandt. Es wird bei
Venenleiden, bei Cellulite und gegen „schwere Beine“ eingesetzt. Es soll zudem
die Leistungsfähigkeit steigern, bei leichten Ängsten Linderung verschaffen und
gegen depressive Verstimmungen helfen.
Cayenne-Pfeffer
Diesem beliebten Gewürz wird eine hohe antioxidative und belebende Wirkung
nachgesagt. Es soll die Thrombozytenzahl (Blutplättchenzahl) verringern, um
Blutverklumpungen vorzubeugen, die Endorphinproduktion (körpereigene
Glückshormone) steigern und den Kalorienverbrauch erhöhen.
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