Energiegewinnung aus Nahrungsbestandteilen

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Energiegewinnung aus
Nahrungsbestandteilen
Kohlenhydrate
Fett
Fettsäuren und
Glycerol
Glucose und
andere Zucker
PROTEIN
Stadium
I
Aminosäuren
Stadium
II
Acetyl CoA
ATP
O2
ADP
CoA
eOxidative
Phosphorylierung
Stadium
III
Citrat
Zyklus
2 CO2
Stadien des Katabolismus I
I. Komplexe Biomoleküle
Polysaccharide
Proteine
Lipide
Hexosen
II. Monomere Bausteine
Aminosäuren
Glucose
Glykolyse
Glycerinaldehyd-3-P
Pyruvat
III. Gemeinsames
Zwischenprodukt
Acetyl-CoA
Fettsäuren,
Glycerol
Stadien des Katabolismus II
III. Gemeinsames
Zwischenprodukt
Acetyl-CoA
Citrat
Zyklus
Oxidative Phosphorylierung
Einfache
Endprodukte
NH3
H2 O
CO22
Allgemeine Aspekte zu
Stoffwechsewegen
1. Organisationsprinzipien
2. Kontrollierter Verlauf und
Regulationsmechanismen
Organisation von Stoffwechselwegen
Zyklisch
(Intermediate werden recycled)
Beispiel: Citratcyklus
Linear
(Reaktionsprodukte sind
Substrate für die
folgenden Reaktionen)
Beispiel: Synthese von Serin
Spirale
(Enzymkomplexe werden
wiederholt durchlaufen)
Beispiel: Fettsäuresynthese
Stoffwechselwege verlaufen
in geordneten Schritten
•Die Enzymspezifität bestimmt den
Verlauf der Stoffwechselwege.
•Erlaubt eine gute Bilanzierung der zu
gewinnenden Energieäquivalente, da
diese schrittweise gewonnen werden
(ATP, NADH).
•Erlaubt die Etablierung von
Kontrollpunkten zur Regulation.
•Erlaubt die Interaktion mit anderen
Stoffwechselwegen.
G = Gibbs´sche freie Energie = Freie Enthalpie
H = Enthalpie („Wärmetönung“)
T = Temperatur
S = Entropie („Ordnungszustand des Systems“)
∆G = ∆H - T∆S
∆H < 0 - exotherm - Wärmeabgabe
∆H > 0 – endotherm - Wärmeufnahme
∆G < 0 - spontan, exergon
∆G > 0 – nicht spontan, endergon
Welche Faktoren bestimmen die Richtung
einer chemischen Reaktion ?
A + B <-> C + D
[C][D]
K = -------[A][B]
∆G = ∆G0 + RT ln K
R = Gaskonstante
T = Temperatur
∆G0 (kJ mol-1)
+17,1
+11,4
+5,7
0
-5,7
-11,4
-17,1
Keq
0,001
0,01
0,1
1
10
100
1000
Aerobe Glykolyse
• In allen Zellen, die eine
gute Sauerstoffversorgung
besitzen, um Pyruvat und
NADH oxidativ zu CO2
und H2O abzubauen.
• Durch den oxidativen
Abbau von Glucose
werden mehr als 30
Moleküle ATP erzeugt,
gegenüber 2 Molekülen
bei der anaeroben
Glykolyse.
Anaerobe Glykolyse
•
•
•
•
In Erythrozyten
In Zellen unter Bedingung einer
unzureichenden Sauerstoffversorgung, z.B.
bei Hypoxie und in der Muskulatur bei der
initialen Phase der Muskelarbeit oder bei
Überanstrengung.
Da NAD+ als Elektronenakzeptor in den
Zellen nur in sehr geringer Konzentration
vorhanden ist, muß es für den
reibungslosen Fortgang der Glykolyse
regeneriert werden. Dies geschieht durch
die Reduktion von Pyruvat zu Lactat.
Lactat kann bei besserer
Sauerstoffversorgung der Zelle oxidativ
weiterverwertet werden oder wird aus der
Zelle in das Blut ausgeschleust. Dies
erklärt den diagnostischen Wert des
Blutlactats im Leistungssport.
Alkoholische Gärung
CH3COCOO- + H+ → CH3CHO + CO2
•
•
Pyruvat-Decarboxylase
•
CH3CHO + NADH + H+ →
CH3CH2OH + NAD+
Alkohol-Dehydrogenase
•
Wo? In Hefen
Pyruvat wird hierbei im
ersten Schritt durch die
Pyruvat-Decarboxylase zu
Acetaldehyd umgesetzt.
Acetaldehyd wird durch die
Alkohol-Dehydrogenase
unter Verbrauch von NADH
zu Alkohol reduziert.
Hemmstoffe der Glykolyse
wie z.B. Natriumfluorid
hemmen daher auch die
alkoholische Gärung
Bevor es in die Details der
Glykolysereaktionen geht, sollen 2
Moleküle vorgestellt werden, die für die
Bilanzierung des Stoffwechselwegs eine
wichtige Rolle spielen
1. ATP
„Energiewährung“
2. NAD(P)H
Elektronendonor bzw. -akzeptor
•
•
•
•
ATP ist die “Energiewährung” der
Zelle
Adenosin-5’-Triphosphat
In Säugetierzellen wird ATP durch
katabole Stoffwechselschritte
erzeugt, welche die
energieverbrauchenden Aktivitäten
der Zellen ermöglichen:
Biosynthesen
Transportvorgänge
molekulare Motoren
(Muskel, Zellteilung)
Chemisch ist ATP ein
Phosphorsäureanhydrid
Hoher negativer G0 Wert nach
Hydrolyse der
Phosphorsäureanhydridbindungen
ATP
Nicotinamid Coenzyme
Pyridinnucleotide
•
•
Diese Coenzyme sind Überträger und Akzeptoren von
2 Elektronen
Sie übertragen ein Hydridanion (H-) von bzw. auf
Substrate
–
•
Beispiel: NADH liefert H:- für die Reduktion von Pyruvat zu
Lactat
Es gibt 2 wichtige Coenzyme in dieser Klasse:
1. Nicotinamid-Adenine-Dinucleotid (NAD+)
2. Nicotinamid-Adenine-Dinucleotid-Phosphat
(NADP+)
NAD(P)+ and NAD(P)H
Nicotinamid
(oxidiert)
Nicotinamid
(reduziert)
Übersicht Glykolyse 1
1. Investment
Phase
(ATP Verbrauch)
2. Splitting
Phase
(C6 → 2 C3)
Übersicht
Glykolyse 2
3. Gewinn
Phase
(Substratkettenphosphorylierung)
Glykolyse –
Hexokinase/Glucokinase
•
•
•
Die Phosphorylierung von Glucose an
C-6 geschieht unter Verbrauch von ATP
= Investment für die Einleitung der
„Substratkettenphosphorylierung“.
Die Hexokinase (HK) ist in allen Zellen
des Organismus nachweisbar.
In der Leber und den
insulinsezernierenden Beta-Zellen des
Pankreas wird D-Glucose durch die
Glucokinase (GK) phosphoryliert. Die
Glucokinase besitzt im Gegensatz zur
Hexokinase eine niedrige Affinität für
Glucose (Km GK 10 mM vs. HK 50 µM)
und wird nicht durch das Produkt
Glucose-6-phosphat gehemmt.
Vergleich Hexokinase - Glucokinase
1.
2.
3.
4.
5.
6.
Hexokinase
In allen Körperzellen vorhanden
Km Glucose 0,1 mM
= hohe Substrataffinität
Produkthemmung durch Glucose6-phosphat
Michaelis-Menten Kinetik
Keine Regulation durch Hormone
Einschleusung von Glucose in den
Stoffwechsel ist unabhängig von
den physiologischen
Glucosekonzentrationen (Enzym
arbeitet im Bereich der
Substratsättigung)
1.
2.
3.
4.
5.
6.
Glucokinase
Nur in der Leber und den BetaZellen des Pankreas vorhanden
Km Glucose 10 mM
= niedrige Substrataffinität
Keine Produkthemmung durch
Glucose-6-phosphat
Sigmoidale Reaktionskinetik
Induktion durch Insulin,
Repression durch Glucagon in der
Leber
Einschleusung von Glucose in den
Stoffwechsel ist abhängig von den
physiologischen
Glucosekonzentrationen
(Steuerung der
Glucoseverwertung in der Leber!)
Allosterische Regulation der
Hexokinase
• Das Substrat (Glucose) bindet
über eine Konformationsänderung
des Enzyms (“Induced Fit”)
– verhindert ATPase Aktivität in
Abwesenheit des Substrats
• Die Hexokinase wird reguliert
– Allosterische Produkthemmung durch
Glucose-6-Phosphat
– Diese allosterische Hemmung spielt
keine entscheidende Rolle für die
Regulation des glykolytischen
Stoffwechselwegs
Glucose-6-phosphat spielt eine zentrale
Rolle im Glucosemetabolismus
Glucose
Glykogen
Pentose
Phosphat
Pathway
NADPH &
4-C, 5-C, &
7-C Zucker
Glucose-6phosphat
Glucose-1-phosphat
Glucuronat
Fructose-6phosphat
Glykolyse
Energiespeicher
in Leber & Muskel
Glucosamine-6-phosphat
Synthese von
komplexen
Kohlenhydraten
Phosphoglucoisomerase
Glucose-6-P zu Fructose-6-P
• Warum ist diese Reaktion notwendig?
– Der nächste Reaktionsschritt (Phosphorylierung
an C-1) verläuft energetisch ungünstig an einem
Halbazetal -OH, jedoch sehr günstig an einer
primären -OH Gruppe
– Die Isomerisierung aktiviert C-3 für die Spaltung in
der Aldolase Reaktion
—C=CH
• Ene-diol Intermediat:
| |
HO OH
Phosphoglucoisomerase
O
H
H
C1
Aldehyd
H-C-OH
H-C-OH
HO-C-H
G6P
C=O
HO-C-H
H-C-OH
H-C-OH
H-C-OH
H-C-OH
CH2OP-O3 2-
CH2OPO3 2O
Ketogruppe
OH
CH2OP-O3 2-
-2O
3POCH2
O
F6P
CH2OH
H HO
OH
OH
H
HO
OH
OH
H
Phosphofructokinase Typ 1
PFK-1 = der zentrale Schritt der Glykolyse!
• Die zweite Priming Reaktion der Glykolyse
• Zentraler Reaktionsschritt und hohes -∆G
– PFK zeigt eine ausgeprägte Regulation!
• ATP inhibiert, AMP hebt die Inhibierung auf
• Citrat ist ein allosterischer Inhibitor
• Fructose-2,6-bisphosphate ist ein allosterischer
Aktivator
Merkschema:
• PFK Aktivitätsstatus ist hoch, wenn der
Energiestatus der Zelle niedrig ist (ATP Mangel!)
Aktivitätsstatus ist niedrig, wenn der Energiestatus
der Zelle hoch ist (hohe ATP Spiegel!)
ADP
F-6-P
PFK-1 Reaktion
PFK
PFK
+ ATP
+ ADP
Mg2+
Fructose-6-phosphat
Fructose-1,6-bisphosphat
Hohe negative freie Energie, wirkt als Schrittmacher des
Glykolysestoffwechselwegs!
∆Gº´ = -14.2 kJ/mol
∆Gerythrocyte = -18.8 kJ/mol
Fructose 2,6-bisphosphat
Ein starker Aktivator der Phosphofructokinase-1
• Generiert durch die PFK Typ 2,
ein bifunktionelles Enzym
2-O POH C
3
2
OPO32-
O
H
HO
H
– Fructose-2,6-Kinase
– Fructose-2,6-Bisphosphatase
OH
CH2OH
H
Fructose 2,6-bisphosphat
(F-2,6-P)
Stimuliert durch
Fructose 6-phosphat
Dephosphoryliertes Enzym
Niedriger
Blutzucker
Fructose 6-phosphat
+
Fructose 2,6-bisphosphat
Phosphoryliertes Enzym
Achtung bei MC-Fragen:
Dieses Enzym ist nicht
identisch mit der PFK-1
in der Glykolyse
Via cAMP
Gehemmt durch
Fructose 6-phosphat
Regulatory domain
+H
3N–
1
Kinase domain
32
Phosphatase domain –COO250
Phosphofructokinase Typ 2
470
Fructose-2,6-bisphosphat ist ein wichtiger allosterischer
Regulator der Glykolyse und Gluconeognese
Fructose-2,6-bisphosphat
• stimuliert die
Phosphofructokinase und
somit die Glykolyse
• hemmt die
Fructose-1,6bisphosphatase und somit
die Gluconeogenese
Regulation der PFK
Fructose-2,6-bisphosphat als
Stimulator der Enzymaktivität
Enzymaktivität
[ATP] niedrig
1.0 µM F-2,6-BP
1.0 µM F-2,6-BP
0.1 µM
0.1 µM
[ATP] hoch
0
[F-6-P]
Negative Regulation
durch ATP
0
[ATP] (µM)
Stimulation durch
Fructose-2,6-P in
Abhängigkeit von ATP
[F-6-P] (µM)
Stimulation durch
Fructose-2,6-P in
Abhängigkeit von F-6-P
Aldolase – Vorraussetzung für die
(reverse) Aldolkondensation 1
•
•
•
In dieser Reaktion kondensieren
ein Aldehyd und ein Keton zu
einem Aldol
Die Reaktion ist energetisch
reversibel und kann daher als
Kondensation oder Splitting
verlaufen
Durch ein Aldolsplitting wird
der C-6 Körper der Glucose in
2 C3-Körper gesplittet, die für
die Netto-Energiegewinnung
der Glykolyse von
entscheidender Bedeutung sind
Glykolyse – Vorraussetzung für die
(reverse) Aldolkondensation 2
• Glucose-6-phosphat
besitzt nicht die
Voraussetzung für ein
Aldolsplitting.
• Hierzu ist die
Umwandlung in Fructose6-phosphat, einem Keton,
notwendig.
• Diese Umwandlung wird
durch die
PhosphoglucoseIsomerase katalysiert.
Aldolase
C6 (F-1,6-BP) zu 2 C3 (DHAP & Gly-3-P)
• Klasse I Aldolasen (in Säugetieren) bilden kovalente
Schiff’sche Basen-Intermediate zwischen dem Substrat
und einer Lysinseitengruppe im aktiven Zentrum des
Enzyms aus
Fructose
bisphosphat
Aldolspaltung
aldolase
D-Fructose-1,6-bisphosphat
(FBP)
+
Dihydroxyaceton
Phosphat (DHAP)
D-Glyceraldehyd
3-phosphat (G-3-P)
Aldolasereaktion
Formation einer Schiff’schen Base
CH2OPO32+ H+
E-NH2 + O=C
CH2OH
DHAP
2CH
OPO
+
2
3
H
E-N=C
H-C-OH
H
CH2OPO32+
+ H2O
E-N=C
H CH2OH
Schiff’sche Base
CH2OPO32E-N = C
+ H+
H-C-O
Enolat Anion
H+
H
δ+ C=O δH-C-OH
CH2OPO32Glyceraldehyd
3-phosphat
Glykolyse – Übersicht Aldolsplitting
•
•
Bevor es durch die Aldolase zu
einem Aldolsplitting kommt wird
durch die Phosphofructokinase
Fructose-6-phosphat in der C1
Position durch die
Phosphofructokinase zu Fructose1,6-bisphosphat unter Verbrauch
von ATP phosphoryliert.
Dieser zweite
Phosphorylierungsschritt ist
notwendig, da die
Nettosyntheseschritte von ATP
(also die positive Enegiebilanz der
Glykolyse) 2 phosphorylierte C-3
Körper in den nachfolgenden
Reaktionen erfordert.
Interconversion von Dihydroxyacetonphosphat und
Glycerinaldehyd-3-phosphat durch die
Triosephosphat-Isomerase
• Vom energetischen Aspekt
der enzymatischen Reaktion
sind beide Moleküle im
Equilibrium.
• Da durch die folgende
Reaktion Glycerinaldehyd-3phosphat kontinuierlich
verbraucht wird, findet in
der Glykolyse eine
Konversion von
Dihydroxyacetonphosphat zu
Glycerinaldehyd-3-phosphat
statt.
Triosephosphat Isomerase
DHAP zu Gly-3-P
• En-diol Reaktionsmechanismus
• Glutamat-Seitengruppe im aktiven Zentrum wirkt als
Base
• Unter physiologische Bedingungen wird nahezu die
maximale Reaktionsgeschwindigkeit erreicht (“Diffusion
Controlled”)
Triosephosphat Isomerase
Reaktionsmechanismus
Glykolyse
Glycerinaldehyd-3-phosphat-Dehydrogenase - Generierung
eines energiereichen Substrats zur Gewinnung von ATP durch
die 3-Phosphoglycerat-Kinase
Glycerinaldehyd-3-phosphat-Dehydrogenase
Mechanismus der Katalyse
•
•
•
Eine Cysteinseitengruppe des
Enzyms bildet mit der
Aldehydgruppe des G-3-P ein
Halbazetal.
Der Enzym-Substrat Komplex
wird nun oxidiert wobei die
Elektronen auf NAD+
übertragen werden und ein
Thioester entsteht.
Der energiereiche Thioester
kann mit anorganischem
Phosphat 1,3
Bisphosphoglycerat bilden,
wobei das Cystein des Enzyms
regeneriert wird.
Glycerinaldehyd-3-phosphat-Dehydrogenase
H
O
C
HCOH + NAD+ + HPO42-
G-3-P
∆Gº´ = +6.3 kJ/mol
HCOH
+ NADH + H+
1,3-BPG
2 wichtige Anmerkungen zu dieser Glykolysereaktion:
1. Es entsteht mit 1,3-Bisphosphoglycerat eine Vebindung mit hohem
Gruppenübertragungspotential, die in der folgenden Reaktion zur ATP
Generierung genutzt wird .
2. Die Reaktion ist vom energetischen Aspekt her reversibel und kann auch in
der Glucoseneubildung aus Pyruvat durchlaufen werden.
Glykolyse- Substratkettenphosphorylierung
durch die 3-Phosphoglycerat-Kinase
•
•
Der Begriff
„Substratkettenphosphorylierung“
bedeutet, dass die energiereiche
Phosphatgruppe, die auf ADP
übertragen wird, von dem
„Substrat“
1,3-Bisphosphoglycerat stammt.
Das Enzym heißt
Phosphogyceratkinase, weil
Kinasen immer aus der Sicht der
ATP Reaktion, also dem Substrat
das phosphoryliert wird, benannt
werden.
3-Phosphoglycerat-Kinase
1,3-Bisphosphoglycerat zu 3-Phosphoglycerat
• “Substratkettenphosphorylierung"
– ATP Synthese von einem hochenergetischen Phosphat =
Freie Energie für die Hydrolyse der C-1 Phosphatgruppe
des 1,3-BPG beträgt 49.4kJ/mol !
ADP
1,3-BPG
3-PG
Glykolyse –
Phosphoglycerat-Mutase
•
•
Die C-3 Phosphatgruppe des
3-Phosphoglycerats ist nicht
energiereich genug für eine weitere
„Substratkettenphosphorylierung“
von ADP.
Die enzymatische Umwandlung zu
2-Phosphogycerat erlaubt in dem
nächsten Schritt die Bildung einer
energiereicheren Phosphatgruppe
Glykolyse – Die letzten Schritte
zur Bildung von Pyruvat
•
•
•
•
Durch die Enolase wird ein
Wassermolekül entfernt, so dass
Phosphoenolpyruvat, ein
substituiertes „Enol“ entsteht.
Die Enolase wird sehr effektiv
durch Natriumfluorid gehemmt.
Mit einer freien Energie von – 62,3
kJ/mol für die Hydrolyse der
Phosphatgruppe ist eine
Übertragung auf ADP möglich.
Dies geschieht durch die
Pyruvatkinase unter Bildung von
Pyruvat.
Die Pyruvatkinase-Reaktion ist
irreversibel (? Go – 31,4 kJ/mol).
Enolase
2-Phosphoglycerat zu Phosphoenolpyruvat
• ∆G beträgt 1.8 kJ/mol
• "Energiegehalt" von 2-PG und PEP ist
vergleichbar
• Die Enolasereaktion überführt 2-PG in
eine Form von der mehr Energie durch
Hydrolyse gewonnen werden kann (für
die Generierung von ATP)
Enolase
2-PG
∆Gº´ = +1.8 kJ/mol
PEP
Pyruvat Kinase
PEP zu Pyruvat generiert ATP
• 2 ATP (pro Glucosemolekül) in dieser Reaktion
sind der “Nettogewinn" der Glykolyse
• Hoher, negativer ∆G Wert à Regulation!
• Allosterische Aktivierung durch
AMP & F-1,6-bisP
• Allosterische Hemmung durch
ATP & Acetyl-CoA
• Pyruvat zeigt eine Keto-Enol Tautomerisierung
Pyruvatkinase
PEP
∆Gº´ = -31.7 kJ/mol
Pyruvat
Der hohe -∆G Wert ist durch die Enol-Keto
Umwandlung von Enolpyruvat zu Pyruvat
verursacht.
Tautomere Formen von Pyruvat
Enol
Keto
Glykolyse – Welche Reaktionen
verlaufen irreversibel ?
1. Hexokinase
2. Phosphofructokinase
3. Pyruvatkinase
•
Diese Reaktionen müssen bei der
Glucoseneubildung (Gluconeogenese)
durch andere (z.T. ATP-verbrauchende)
Reaktionswege umgangen werden.
Glykolyse:
Freie Energien
und
Konzentrationen
der Metabolite
Die mit blauen
Pfeilen
gekennzeichneten
Reaktionen zeigen
stark negative rG
Werte und sind unter
physiologischen
Bedingungen nicht
reversibel
Glykolyse –
Nettobilanz der ATP Generierung
•
•
•
•
Hexokinase
Phosphofructokinase
3-Phosphoglyceratkinase
Pyruvatkinase
- 1 ATP
- 1 ATP
+ 2 ATP
+ 2 ATP
• Nettogewinn
2 ATP Moleküle
Alle Werte sind auf 1 Glucosemolekül bezogen
Energiewerte der Glykolyse
∆Gº´ und ∆G sind nicht identisch !
Free energy, kJ/mol
40
∆Gº´
∆G in Zellen
20
0
-20
-40
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 LDH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 LDH
Glykolyseschritte
Aldolase
3-Phosphoglycerat-Kinase
Glucose
Mannose
G6P
Mannose-6-P
Aldolase
Fructose
Glyceraldehyde
UDP-Glucose
F6P
UDP-Gal
FBP
Galactose-1-P
DHAP
Triose
kinase
Glucose-1-P
Galactose
G3P
BPG
3PG
2PG
PEP
2 Pyruvat
Wie werden die
Hexosen Galactose,
Fructose und Mannose
in die Glykolyse
eingeschleust ?
ATP
ADP
Glucose
G6P
ATP
ATP
Verbrauch
F6P
ADP
FBP
DHAP
Pi
G3P
2 NAD+
2 NADH + H+
BPG
2 ADP
2 ATP
ATP
Produktion
NADH
Produktion
3PG
NADH
Verbrauch
2PG
PEP
2 ADP
2 ATP
2 Pyruvat
2NADH
+ H+
NAD+
2 Lactat
Wo und wie wird die Glykolyse reguliert ?
1.
Hexokinase
Allosterische Produkthemmung durch
Glucose-6-phosphat (Anhäufung bei Hemmung der PFK-1)
2.
Phosphofructokinase Typ 1 (PFK-1)
Allosterische Aktivierung durch AMP, ADP und Fructose-2,6bisphosphat
Allosterische Hemmung durch ATP und Citrat
3.
Pyruvatkinase
Allosterische Aktivierung durch
Fructose-1,6-bisphosphat („Feed-Forward“ Aktivierung)
Der Energiestatus der Zelle ist unabhängig von der hormonellen
Regulation der sensitivste Parameter für die Regulation der
Glykolyse.
Niedriger Energiestatus = Aktivierung der Schlüsselenzyme
Hoher Energiestatus = Hemmung der Schlüsselenzyme
Regulatoren glykolytischer Enzyme
Wichtig für Physikumsfragen:
Glucose ist kein direkter (allosterischer) Regulator der Glykolyse.
Enzymdefekte Glykolyse
1. Phosphoglucose Isomerase
(Glucose-6-phosphat-Isomerase-Defekt)
2. Pyruvatkinase
• Betroffenes Organ: Erythrozyten
• Folge: Verkürzung der Lebenszeit
enzymopathische hämolytische Anämie
= Blutarmut
• Symptome: Blässe, körperliche Schwäche
Milzvergrösserung (Abbauort der zerstörten
Erythrozyten)
Glucose-6-phosphatIsomerase-Defekt
Pyruvatkinase-Defekt
Verminderte allosterische Aktivierung durch Fructose-1,6-bisphosphat
= unzureichende Feed-Forward Aktivierung der Pyruvatkinase
Hemmstoffe der Glykolyse mit Relevanz für die Klinik
1.
•
•
•
2.
•
•
Arsen → Toxikologie
ähnliche chemische Eigenschaften wie Phosphat
bildet in der Glycerinaldehyd-3-phosphat-dehydrogenase
Reaktion 1-Arseno-3-phosphoglycerat, welches instabil
ist und durch Hydrolyse zerfällt. Es wird daher kein ATP
gebildet!
Arsen ist daher ein Entkoppler der ATP-Generierung in
der Glykolyse
Natrium-Fluorid → Klinische Analytik
Hemmt kompetitiv die Enolase-Reaktion der Glykolyse
Da Natrium-Fluorid ein kostengünstiges Reagenz ist,
wird es eingesetzt um die Glykolyse in Blutproben zur
Glucosebestimmung zu hemmen.
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