Mahlzeit! Gesundheit! Bewusst leben – bewusst ernähren

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Mahlzeit! Gesundheit!
Bewusst leben – bewusst ernähren
Geht es um gesunde Ernährung klaffen Theorie und Praxis oft weit
auseinander. Dabei ist es gar nicht so schwer – und auch nicht
zeitraubend. Sich gesund zu ernähren bedeutet, dass man zu Produkten
greift, die der Jahreszeit entsprechen, aus heimischem Anbau stammen,
schonend zubereitet und mit Genuss sowie Maß verzehrt werden. Wenn
einem also die eigene Gesundheit und der Erhalt eben dieser am Herzen
liegen, sollte man bewusst leben und sich auch dementsprechend
ernähren. Und: Man muss sich gar nicht so viele Gedanken über
empfohlene Nährstoffmengen machen, sondern vielmehr dem eigenen
Körper vertrauen.
Dr. Michaela Fabianek ist Ärztin für Allgemeine und Alternative Medizin und betreibt eine
Praxis in Blons. Ihr oberstes Anliegen ist die individuelle Betreuung und Begleitung ihrer
Patienten und deren Anliegen. Basierend auf dem Wissen der Schulmedizin erfolgt die
ganzheitliche Behandlung mit dem Zusatzwissen der Mayr-Medizin und der systemischen
Familientherapie. Unter anderem bietet Fabianek zwei Mal im Jahr die Möglichkeit, in einer
Kleingruppe eine stationäre F.X. Mayr-Kur mit intensivem Begleitprogramm zu absolvieren.
Ein Gespräch über gesunde Ernährung und deren Zubereitung, über Nährstoffe und
Nahrungsergänzungsmittel, über Dinner Cancelling und Fastenzeiten.
Im Grunde weiß jeder, wie „gesunde Ernährung funktioniert“ – theoretisch. Trotzdem stelle ich
mir immer wieder die Frage: Wie geht es wirklich? Zum Beispiel heißt es: Fünf Portionen Obst
und Gemüse am Tag. Aber: Ist das überhaupt möglich?
Im Prinzip ist gesunde Ernährung ganz einfach! Dabei sollten Produkte, die der Jahreszeit
entsprechen und aus heimischem Anbau sind, auf dem Speiseplan stehen. Diese Produkte sollten
schonend und mit Liebe zubereitet sein und mit Genuss sowie in maßvoller Menge verzehrt werden.
Was die fünf Portionen Obst und Gemüse angeht: „Five a day“ muss nicht immer sein. Vielmehr
handelt es sich dabei um einen Slogan, der kreiert wurde, um mehr Bewusstsein für gesunde
Ernährung zu schaffen. Es hängt aber vom Individuum und von der Funktionstüchtigkeit des Darmes
ab, ob so viel Obst und Gemüse auch vertragen wird.
Ballaststoffe sind sicher gesund, aber wir sind keine Wiederkäuer, die ein Übermaß an Ballaststoffen
auch ausreichend verdauen können. (Anm.: Ballaststoffe sind weitgehend unverdauliche
Nahrungsbestandteile, meist Kohlenhydrate, die vorwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln – unter
anderem in Getreide, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und in geringen Mengen in Milch – vorkommen).
Neben „Five a day“ gibt es ja noch eine Vielzahl weiterer Regeln: Viele Getreideprodukte,
Kartoffeln, Hülsenfrüchte, täglich Milchprodukte, natürlich Fisch und Fleisch und so weiter.
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich das einfach nicht ausgehen kann
Wenn das Frühstück aus Müsli oder Vollkornbrot besteht, ist es sicher ein guter und gesunder Start in
den Tag. Das Mittagessen sollte eine ausgewogene Mischkost sein. Das heißt, zwei Mal in der Woche
Fleisch, mindestens einmal Fisch, ab und zu eine süße Milchmahlzeit und ansonsten Gemüse in allen
Variationen. Überhaupt sollte der Großteil der Portion am Teller aus Gemüse bestehen. Und wenn
man dann noch die Zwischenmahlzeiten mit Obst gestaltet, kann man mit Sicherheit von einer
gesunden Ernährung sprechen.
Und was sollte man am Abend essen?
Leichte Kost wie Gemüsesuppen, Brot mit Aufstrich oder Schinken. Rohkost, also Salate und
dergleichen, sollte man abends bzw. eigentlich sogar nach 15.00 Uhr nicht mehr zu sich nehmen.
Apropos Uhrzeit: Wenn möglich sollte das Abendessen nicht nach 18.00 Uhr stattfinden. Ab und zu
eine Ausnahme – sowohl in Bezug auf die Uhrzeit als auch auf das, was auf den Tisch kommen sollte
– ist natürlich erlaubt. Man kann also beruhigt eine Einladung zu einem Abendessen oder einem Fest
annehmen.
Das klingt wirklich alles sehr einleuchtend. Trotzdem werden viele einwenden, dass ihnen die
Zeit dafür fehlt!
Ja, diese Einwände kenne ich natürlich. Aber dazu kann ich nur sagen: Nimm dir Zeit und nicht das
Leben! Soll heißen: Wenn mir meine Gesundheit und ein langes Leben mit Erhalt der Gesundheit
wichtig sind, dann beginnt das nicht mit irgendeiner Diät oder einem Drink. Vielmehr sollte man
bewusst leben und sich ebenso ernähren: Ich bin es mir wert, Zeit für eine frisch zubereitete Mahlzeit
aufzubringen und diese auch in Ruhe und mit Genuss zu mir zu nehmen. Klar darf es auch mal ein
Fertigprodukt oder eine traditionelle Hausmannskost sein, aber nur ab und zu.
Und um einem weiteren Einwand gleich vorzugreifen: Das Argument „ich kann einfach nicht kochen“
kann ich leider nicht gelten lassen. Jeder von uns hat die Fähigkeiten und auch die Zeit, mit den heute
zur Verfügung stehenden Mitteln der Küchentechnik auch in kurzer Zeit ein schmackhaftes Gericht auf
den Tisch zu bringen.
Welche Nährstoffe muss man wirklich zu sich nehmen? Und in welchen Produkten stecken
diese Nährstoffe?
Wichtig ist eine ausgewogene Mischkost, die Kohlenhydrate, Eiweiß und qualitativ hochwertige Fette
beinhaltet. Darin sind alle wichtigen Vitamine und Spurenelemente in ausreichender Menge enthalten.
Je mehr Fertigprodukte man verwendet, desto eher besteht die Gefahr, dass nur mehr bestimmte
Normwerte eingehalten werden.
Meiner Meinung nach sollte man sich aber weniger Gedanken über bestimmte bzw. empfohlene
Nährstoffmengen machen. Vielmehr sollte man wieder mehr dem eigenen Körper vertrauen. Er sagt
einem nämlich genau, was auf dem Speiseplan stehen soll.
Sie haben es eingangs eh schon kurz angesprochen. Wie wichtig ist die Zubereitung der
Speisen, wenn es um Nährstoffe geht? Anders gefragt: Was ist, wenn ich „Röstaromen“ dem
Gedämpften vorziehe?
Die Zubereitung ist sicher ein wichtiger Punkt. Was nützen beste, gesunde und wertvolle Zutaten,
wenn durch falsche Verarbeitung alles kaputt gemacht wird! Schonende Verarbeitung bedeutet
beispielsweise den Dampfgarer zu verwenden oder Speisen nur kurz in warm gepressten Ölen
anzubraten. Sie müssen also auf die Röstaromen gar nicht komplett verzichten. Für Salate sollte man
übrigens kalt gepresste Öle, wie Raps-, Oliven- oder Kürbiskernöl, verwenden.
Vom Zusatz von Aromen halte ich nicht viel. Wenn Lebensmittel entsprechend produziert werden, hat
jedes Lebensmittel seinen charakteristischen Eigengeschmack. Das muss nicht immer Bio sein, ist
meiner Meinung nach aber der sicherere Weg.
Es braucht vielleicht noch etwas Salz nach der Zubereitung, mehr aber auch nicht. Das Problem ist,
dass unser Gaumen schon ganz „verwirrt“ ist vom zu viel Würzen. Durch Geschmacksverstärker sind
wir leider zum Teil schon so beeinträchtigt, dass häufig vor dem ersten Bissen der Griff zum Gewürz
erfolgt. Gerade im Rahmen der Kur nach F.X. Mayr machen die Teilnehmer immer wieder die
Erfahrung, wie gut eine gedünstete Kartoffel oder Karotte schmeckt, auch ohne Gewürze.
Stichwort „Nahrungsergänzungsmittel“: Die einen sagen, dass diese Präparate sowieso nur
künstlich sind. Die anderen schwören drauf. Und wieder andere sind der Meinung, dass nur
Nahrungsergänzungsmittel auf natürlicher Basis (zum Beispiel Konzentrate von reif geernteten
Früchten, Beeren und Gemüsen) sinnvoll sind. Was sagen Sie dazu?
Wenn ich versuche, täglich Obst und Gemüse auf dem Speiseplan zu haben, eventuell auch einen
kleinen Garten habe und von dort Gemüse ernte, kein Spitzensportler bin oder an einer
schwerwiegenden Erkrankung leide, ist es nicht nötig, Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen. Der
eine oder andere schwört darauf, weil er meint, sich durch die Einnahme besser, stärker, gesünder zu
fühlen. Aber wir wissen alle: Glaube versetzt Berge und wenn etwas viel kostet – und das ist bei
Nahrungsergänzungsmittel sehr oft der Fall – dann muss es ja auch wirken.
Meiner Meinung nach kann man genauso gut am Morgen sagen „heute wird ein guter, gesunder und
erfolgreicher Tag für mich“ und es wird ein solcher werden. Je positiver ich selber bin, desto mehr
Energie steht mir zur Verfügung – ganz ohne äußere Mittelchen.
Was hat der Stoffwechsel mit gesunder Ernährung zu tun? Können sich Menschen mit einem
guten Stoffwechsel „ungesunder“ ernähren oder „schlagen die bösen Bestandteile“ doch
irgendwann zu“?
Abgesehen von genetisch bedingten und angeborenen Stoffwechselstörungen ist der Stoffwechsel
immer gleich. Durch falsche Lebensweise und Ernährung, das heißt durch zu viel, zu oft, zu schwer,
zu spät, zu fettes Essen, bringen wir ihn allerdings durcheinander. Die Funktionsweise des
Stoffwechsels wird dadurch beeinflusst, wie ich mit mir selber, den Mitmenschen und der Umwelt
umgehe.
Was halten Sie von Dinner Cancelling?
Dinner Cancelling bewirkt, dass der Körper in eine Regeneration eintritt, die der Gesundung und
Reparatur dient. Es bewirkt aber auch, dass man besser und erholsamer schläft und somit am
nächsten Morgen aktiver in den Tag startet und dass der Kopf leichter und freier ist. Wenn man zwei
bis drei Mal pro Woche auf das Abendessen ganz verzichtet, kann das einen Zugewinn an
Lebensqualität und Lebensjahren bringen.
Und was hat die Fastenzeit mit gesunder Ernährung zu tun?
Es ist nötig, Essenspausen bzw. Pausen vom Essen einzulegen. In früheren Zeiten war es bedingt
durch Produktion und Lagerung so, dass es immer wieder Fastenzeiten gegeben hat. Da wir
heutzutage nur noch selten so schwer körperlich arbeiten, dass die Zufuhr dem Verbrauch entspricht,
brauchen wir Zeiten, in denen wir bewusst Verzicht üben. Insgesamt ist zu sagen, dass ein
ausgewogenes Verhältnis zwischen Aktivität und Passivität, zwischen Arbeit und Erholung vorhanden
sein soll. Dies gilt für alle Lebensbereiche einschließlich der Ernährung.
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