Cofaktoren und Vitamine - Philipps

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Ringvorlesung
Bioorganische Chemie
Kofaktoren
Die Moleküle
des Lebens
Armin Geyer
Cofaktoren und Vitamine
Viele Enzyme benötigen sogenannte Cofaktoren, um ihre Funktion
erfüllen zu können.
1. Metallionen: Zink für Carboxypeptidase A, Eisen für Hämoglobin
2. Organische Moleküle: Coenzyme
Einige Coenzyme werden vom Protein nur vorrübergehend
(transient) gebunden, andere sind permanent mit dem Protein
verknüpft: Prosthetische Gruppen
Holoenzym = Apoenzym + Cofaktor
Fachbereich Chemie
Philipps-Universität
Einige Cofaktoren kann der Körper nicht selbst synthetisieren.
Diese müssen mit der Nahrung aufgenommen werden: Vitamine
und Spurenelemente.
Vitamine sind die chemischen Vorstufen der Cofaktoren.
17. Dez. 2004
1
2
Cofaktoren und
Cofaktoren und
Vitamine
Vitamine
Die fettlöslichen
Vitamine in unserer
Nahrung: A, D, E, K
Die wasserlöslichen
Vitamine: B, C, H
Nur ein wasserlösliches
Vitamin ist kein Coenzym:
Ascorbinsäure (Vitamin C)
Konjugierte
Doppelbindungen
absorbieren Licht
para-Chinone
für Redox-Prozesse
3
4
Cofaktoren und
Folsäure
Vitamine
H2N
Mikroorganismen können
Folsäure (Folat) synthetisieren
Die wasserlöslichen
Vitamine: B, C, H
N
N
O
HN
CO2H
N
H
N
O
N
H
Ein wichtiger Baustein dafür ist
para-Aminobenzoesäure
Gruppenübertragungen
und Redoxprozesse
CO2H
H2N
zusammen mit
2-Amino-6-methyl-4-oxo-pteridin
und Glutaminsäure
N
N
O
HN
N
H2N
CH3
OH
O
CO2H
H2N
N
N
Chemische Grundkörper:
Zahlreiche weitere Stoffe
werden mit der Nahrung
aufgenommen. Z.B.: Die
essentiellen Aminosäuren etc.
H2N
N
N
Heterozyklen:
Pteridin, Pyrimidin, Pyrazin,
Pyridin
N
N
Substituierte Aromaten:
Anilin, Benzoesäure
CO2H
N
N
O
OH
N
5
Hemmung der Folsäuresynthese
para-Aminobenzoesäure
und Sulfonamide haben
ähnliche molekulare
Abmessungen.
H
N
N
HN
H
z.B. Carzenid
Hauptwirkung: diuretisch,
Nebenwirkung: ?
O
O
O
N
S
HO
N
H
O
S
O
H2N
O
H2N
Cl
S
O
O
CH3
Sulfonamide stören den
Stoffwechsel von Bakterien
Sulfanilamid-Derivate sind
antiinfektiöse Heilmittel
H
6.9 A
HO
H
Vom Cofaktor zum Medikament
H
6.7 A
6
2.4 A
2.3 A
Sulfonamid (Grundgerüst)
para-Aminobenzoesäure
H
z.B. RP2254
Hauptwirkung: antiinfektiös
Nebenwirkung: Krämpfe durch
zu niedrigen Blutzucker,
diuretisch etc...
S
N
N
N
O
H
N
O
H
H
N
O
H
z.B. RP2254
Hauptwirkung: antiinfektiös
Nebenwirkung: Krämpfe durch
zu niedrigen Blutzucker,
diuretisch etc...
H
N
S
z.B. Tolbutamid
Hauptwirkung: Antidiabetikum
Nebenwirkung: diuretisch,
bakteriostatisch
O
7
S
N
N
S
N
O
H
H
N
O
S
O
8
Folsäure
Folsäure
H2N
Folsäure
N
HN
H
N
H2N
NH2R
N
O
Folsäure wird in zwei
Stufen über DHF
(Dihydrofolsäure) zu
THF (Tetrahydrofolsäure)
reduziert.
NADPH
Der THF-Pool dient als
Quelle für C1-Bausteine.
+H+
H
H2N
DHF
N
Diese werden für den
Aufbau unterschiedlicher
Stoffklassen eingesetzt.
H
N
H
HN
NH2R
N
O
Glycinsynthase
NADPH +H+
THF
N
N
O
Aufgaben:
1.) Sauerstofftransport im Hämoglobin
2.) Redox-Cofaktor in Monooxygenasen,
Cytochrom c.
Wechsel der Oxidationsstufe,
kovalente Verknüpfung mit dem Enzym
=
H
HN
Häm
H2N
H
H
N
HN
NH2R
O
H
N
N
H
Wird im Körper gebildet. Nur
das Eisen ist ein essentielles
Spurenelement
H2
C
Glycin
CO2
H
N
NH4+
N
O
Methylen-THF
H
N
NH2R
N
H
CO2
N5,N10-
H
H2N
N
HN
Dihydrofolatreduktase
H
N
H3N
H2N
O
In dieser Form dient es
als Cofaktor für den C1Metabolismus
HN
THF
Dihydrofolatreduktase
N
C
H2
NHR
N10-Formyl-THF
Histidin, Phosphatidylcholin etc..
NH2R
9
10
Häm
Es gibt vier Möglichkeiten
den Grundbaustein
Porphobilinogen zum
zyklischen Tetramer zu
verknüpfen
Häm
Häm wird an einer C-C-Bindung
zerschnitten zum Bilirubin
(Gelbsucht, blaue Flecken).
Dessen oxidierte Form ist das
sehr viel besser lösliche
Biliverdin.
Weitere Porphyrine
Konjugationsmuster natürlicher
Uroporphyrinoide.
Bilirubin schützt unsere Körperzellen vor Hydroperoxiden.
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Cobalamin
Vitamin B12
Grundkörper: Corrin
Ringvorlesung
Bioorganische Chemie
DNA
Die Moleküle
des Lebens
Armin Geyer
Fachbereich Chemie
Philipps-Universität
07. Jan. 2005
16
100 000 fache
Vergrößerung
1 000 000 fache
Vergrößerung
zehn...
DNA
dreißig...
DNA
10n fache Vergrößerung für Din A4 Projektionsfläche
Seitenlänge = 100 Nanometer (1 nm = 10
17-9 m)
...millionenfach
vergrößert
18
Ribosom
Transkription
DNA wird abgelesen
106 fache Vergrößerung
http://www.rcsb.org/pdb/
19
20
Digitalisierung von Information
Das zentrale Dogma der Molekularbiologie
Speicherung enormer Datenmengen mit einfachen Zeichen
DNA ist der Bauplan, Proteine führen die
zellulären Funktionen aus.
Synthetische Liganden (Medikamente)
können auf jeder Stufe eingreifen
Computer: 0, 1
4-Bit Binärcode
DNA:A, T, C, G
Der genetische Code:
Drei Basenpaare codieren eine
Aminosäure: 64 Zeichen
21
DNA: desoxyribonucleic acid
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Die Themen heute sind:
Denaturierung und
Renaturierung von DNA
Supramolekulare Chemie
der DNA: Chemische
Modifikationen der
Nucleobasen, der Pentosen
und der Phosphodiester
23
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N-Heterocyclen
H2N
N
N
Pteridin,
Pyrimidin,
Pyrazin
N
N
O
HN
CO2H
N
H
N
O
N
N
H
Folsäure, ein Cofaktor (letzte Stunde!)
N
N
N
N
Der Doppelstrang wird durch
Wasserstoffbrücken
zusammengehalten
N
CO2H
Die Nucleobasen
NH2
O
N
N
N
H
N
N
HN
H2N
N
N
N
H
N
N
Purin,
O
NH2
C
O
Pyrimidin,
Imidazol
O
CH3
HN
N
N
H
N
H
N
G
A
O
N
H
N
N
N
H
T (nur DNA)
H2N
HN
O
N
H
U (nur RNA)
CO2H
N
Vgl. Histidin
Aminosäure
N
H
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B-DNA unter physiologischen Bedingungen
Basenabstand: 3.4 A
Durchmesser: 20 A
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Das AT-Paar wird durch zwei HBrücken gehalten, das GC-Paar
durch drei H-Brücken.
Basenpaarung
Wie verhalten sich synthetische
Oligonucleotide mit anderen
Nucleobasen?
Uni: Erweiterung des genetischen
Codes
Klinik: Hochempfindliche HIVDiagnostik
AEGIS
Steve A. Benner
Acc. Chem. Res. 2004 784
27
28
Groß genug für die direkte Beobachtung!
Spektroskopische Charakterisierung
Spektroskopische Charakterisierung
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Ribose und Deoxyribose bilden das
Rückgrat der DNA.
Wie verhalten sich synthetische
Oligonucleotide mit anderen
Rückgratstrukturen?
Uni: Molekulare Erkennung der
DNA. DNA ist die einzige System
mit einfachen Regeln der
molekularen Erkennung. Weder für
Aminosäuren, Zucker oder andere
Bausteine besteht eine
vergleichbare Komplementarität
Klinik: Antisense-Therapie
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34
Lebensdauer der
DNA
Es gibt sogar Quadruplex
DNA
Die DNA ist in der Zelle Schadstoffen und Strahlung ausgesetzt und muss konstant
repariert werden. Dies ist ein normaler Vorgang für den es Reparaturenzyme gibt.
Spontane Veränderung der Basen (Replikationsfehler etc)
Chemische Veränderung der Basen
Ionisierende Strahlung (Radikale)
Umweltgifte (Benzo[a]pyren)
Alkylierende Verbindungen (CH3I)
Desaminierung (C zu U)
Medikamente (Cyclophosphamid, cis-Platin)
UV-Licht (Thymin-Dimere)
Wird in Telomeren
beobachtet.
Biologische Bedeutung
unbekannt.
O
P450
HO
OH
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Lebensdauer der
DNA
Lebensdauer der
DNA
Die DNA ist in der Zelle Schadstoffen und Strahlung ausgesetzt und muss konstant
repariert werden. Dies ist ein normaler Vorgang für den es Reparaturenzyme gibt.
Die DNA ist in der Zelle Schadstoffen und Strahlung ausgesetzt und muss konstant
repariert werden. Dies ist ein normaler Vorgang für den es Reparaturenzyme gibt.
Spontane Veränderung der Basen (Replikationsfehler etc)
Chemische Veränderung der Basen
Ionisierende Strahlung (Radikale)
Umweltgifte (Benzo[a]pyren)
Alkylierende Verbindungen (CH3I)
Desaminierung (C zu U)
Medikamente (Cyclophosphamid, cis-Platin)
UV-Licht (Thymin-Dimere)
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Lebensdauer der
DNA
Die DNA ist in der Zelle Schadstoffen und Strahlung ausgesetzt und muss konstant
repariert werden. Dies ist ein normaler Vorgang für den es Reparaturenzyme gibt.
UV-Licht induziert die Bildung
von Cyclobutan-T-T Dimeren
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(Dieses THF-Derivat
kennen Sie aus der
Vorlesung Cofaktoren)
Photolyasen
katalysieren die
Spaltung von
Thymindimeren
54kDa
Cofaktoren FADH2 und
N5, N10-Methylentetrahydrofolylglutamat
Essen, Carell
Science 3. Dez 2004,
1789
41
Medikamente zur gezielten DNA-Schädigung
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Medikamente zur gezielten DNA-Schädigung
Anti-Tumor- und Anti-Virus-Medikamente führen zu DNA-Schädigungen, die durch
enzymatische Reparaturmechanismen nicht korrigiert werden können: Zelltod
Anti-Tumor- und Anti-Virus-Medikamente führen zu DNA-Schädigungen, die durch
enzymatische Reparaturmechanismen nicht korrigiert werden können: Zelltod
Minor-groove und andere
Minor-groove und andere
DNA/RNA-bindende Moleküle:
Distamycin und Netropsin
Streptomycin und Kanamycin
(Aminoglycoside)
Distamycin
DNA/RNA-bindende Moleküle:
Distamycin und Netropsin
Streptomycin und Kanamycin
(Aminoglycoside)
Interkalatoren:
Bleomycin
Interkalatoren:
Bleomycin
(Doppel)strangbruch:
Mitomycine und Azinomycine
cis-Platin, Cyclophosphamid
Endiine
(Doppel)strangbruch:
Mitomycine und Azinomycine
cis-Platin, Cyclophosphamid
Endiine
Nucleosid-Analoga (Antimetaboliten):
5-Fluorouracil 5-FU
Azidothymidine AZT
Aciclovir
Nucleosid-Analoga (Antimetaboliten):
5-Fluorouracil 5-FU
Azidothymidine AZT
Aciclovir
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Nucleic Acids Res, 1999, 27, 1837
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Medikamente zur gezielten DNA-Schädigung
Medikamente zur gezielten DNA-Schädigung
Anti-Tumor- und Anti-Virus-Medikamente führen zu DNA-Schädigungen, die durch
enzymatische Reparaturmechanismen nicht korrigiert werden können: Zelltod
Minor-groove und andere
DNA/RNA-bindende Moleküle:
Distamycin und Netropsin
Streptomycin und Kanamycin
(Aminoglycoside)
Interkalatoren:
Bleomycin und Acridin
(Doppel)strangbruch:
Mitomycine und Azinomycine
cis-Platin, Cyclophosphamid
Endiine
Nucleosid-Analoga (Antimetaboliten):
5-Fluorouracil 5-FU
Azidothymidine AZT
Aciclovir
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Ethidiumbromid
Anthracycline: Daunomycin
Interkalation + Bindung des Phosphatrückgrates
der DNA durch den Aminozucker
Das Chinon katalysiert Radikalbildung
(Hydroxylradikale)
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