Bakterien, Viren, Immunbio

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Immunbiologie
II
VORSSA
2009/CK
1.
Bakterien
und
Infektionskrankheiten
Der
Begriff
Infektion
stammt
aus
dem
Lateinischen
(inficere)
und
bedeutet
soviel
wie
„etwas
Schädliches
hineintun“.
Gemeint
ist
damit,
dass
kleinste
Mikroorganismen
(Bakterien,
Viren,
Pilze
und
Parasiten)
eindringen,
sich
ansiedeln
und
schnell
vermehren.
Nur
die
wenigsten
Infektionen
führen
zu
einer
erkennbaren
Erkrankung.
Es
muss
eine
Krankheitsbereitschaft
(Disposition)
des
betroffenen
Menschen
vorhanden
sein.
Erst
bei
Vorliegen
von
Symptomen
sprechen
wir
von
einer
Infektionskrankheit.
1.1.
Geschichte
der
Infektionskrankheiten
Infektionskrankheiten
sind
seit
vielen
Jahrtausenden
bekannt,
doch
erst
in
den
letzten
hundert
Jahren
begann
man
zu
erkennen,
dass
sie
durch
winzig
kleine,
unsichtbare
Keime
hervorgerufen
werden.
Im
Mittelalter
entvölkerten
Seuchen
ganze
Landstriche.
Die
Pest
raffte
um
1350
ein
Viertel
der
damals
in
Europa
lebenden
Bevölkerung
dahin.
Als
Ursache
vermutete
man
einen
krankmachenden
und
sehr
ansteckenden
Stoff
in
der
Luft.
Die
Vertreter
der
Kirchen
verkündeten
die
Pest
als
Strafe
Gottes.
In
der
hippokratischen
Medizin
stellte
man
sich
noch
vor,
dass
Infektionen
durch
„Veränderungen“
in
der
Luft
hervorgerufen
würden.
Die
sogenannte
Miasmenlehre
(miasma
=
übelriechende
Luft)
fand
vor
allem
in
der
Architektur
der
Krankenhäuser
in
den
letzten
Jahrhunderten
ihre
Bedeutung.
Typisch
waren
grosse,
hohe
Säle
mit
riesigen
Fenstern,
durch
die
die
„schlechte
Luft“
der
Krankheit
entweichen
sollte.
In
den
grossen,
nach
Geschlechtern
getrennten
Krankensälen
lagen
oft
bis
zu
fünfzig
Menschen
mit
den
unterschiedlichsten
Erkrankungen.
In
der
chirurgischen
Abteilung
wurden
im
sogenannten
Operationstheater
vor
Studenten
und
lernenden
Ärzten
häufig
Amputationen
bei
vollem
Bewusstsein
des
Patienten
durchgeführt.
Viele
der
Patienten,
die
zwar
die
Operation
überlebten,
starben
danach
an
Hunger,
Austrocknung
oder
einer
Infektion.
Ursache
hierfür
waren
die
untragbaren
hygienischen
Verhältnisse
der
damaligen
Operationssäle
und
Krankenzimmer.
Verbandsmaterial
aus
alter
Leinenwäsche
wurde
ungewaschen
auf
die
Wunden
gelegt.
Der
Operateur
trug
gewöhnlich
einen
alten
Strassenanzug.
Stark
blutende
Wunden
wurden
mit
Schwämmen
gereinigt,
die
zwischen
den
Operationen
lediglich
mit
kaltem
Wasser
ausgespült
wurden.
Man
hatte
sich
an
den
fäulnisartigen
Gestank
der
Krankensäle
gewöhnt,
ebenso
an
die
Wundeiterungen.
Der
Gestank
galt
als
„guter
chirurgischer
Geruch“,
der
Eiter
als
„löblicher
Eiter“.
Von
der
eigentlichen
Ursache,
den
mikrobiellen
Krankheitserregern,
wusste
man
zu
jener
Zeit
noch
nichts.
Ignaz
Semmelweis
(1818‐1865)
fand
heraus,
dass
die
Frauen
vom
Kreisssaal
vor
allem
durch
die
ungewaschenen
Hände
der
Ärzte,
die
auch
Autopsien
vornahmen,
infiziert
wurden.
Semmelweis
führte
die
Händedesinfektion
mit
Chlorkalklösung
ein.
Durch
die
Entdeckung,
dass
seine
Kollegen
am
Tod
vieler
Wöchnerinnen
schuld
waren,
hatte
er
die
Ehre
der
Universität
befleckt.
Er
starb
jung
und
ohne
Anerkennung.
Heute
wird
er
weltweit
als
„Retter
der
Mütter“
gefeiert.
Der
Chemiker
und
Biologe
Louis
Pasteur
(1822‐1895)
wies
nach,
dass
niedrige
Lebewesen
(Bakterien)
niemals
selbst
entstehen,
sondern
von
aussen
(z.B.
durch
die
Luft)
in
keimfreie
Stoffe
gelangen
und
dort
als
Gärungserreger
wirken.
Aufgrund
dieser
Feststellung
schuf
Pasteur
die
Grundlage
der
heutigen
Bakteriologie
und
Sterilisationstechnik
(Pasteurisierung,
1865).
Pasteurs
Lehren
wurden
von
Josef
Lister
(1827‐1912)
erfolgreich
in
der
Chirurgie
umgesetzt.
Er
beschrieb
1867
erstmals
den
antiseptischen
Wundverband
mit
Karbol.
Die
Wundinfektionen
wurden
so
von
38
auf
8%
gesenkt.
Robert
Koch
(1843­1910)
entdeckte
1882
den
Tuberkelbazillus
und
war
an
der
Entdeckung
des
Typhusbazillus
beteiligt.
Seine
Entdeckungen
zerstörten
die
mittelalterlichen
Hypothesen
der
Miasmenlehre.
Koch
gilt
als
hauptsächlicher
Begründer
der
Bakteriologie.
1.2.
Bau
der
Bakterien
Bakterien
sind
1/1000mm
kleine
einzellige
Lebewesen
–
die
meisten
sind
so
klein,
dass
sie
man
sie
selbst
mit
einem
guten
Lichtmikroskop
nicht
mehr
sehen
kann.
Eine
feste,
recht
dicke
Zellwand
gibt
der
Bakterienzelle
Halt
und
ihre
charakteristische
Form.
Es
gibt
stäbchenförmige,
kugelige,
spiralförmige,
bewimperte
und
Immunbiologie
II
VORSSA
2009/CK
unbewimperte
Arten.
Manche
Bakterienarten
sind
von
einer
Schleimhülle
umgeben,
die
zusätzlichen
Schutz
bietet.
Allen
Bakterien
gemeinsam
ist,
dass
sie
keinen
Zellkern
haben,
ihre
Erbsubstanz
liegt
frei
im
Zytoplasma.
Bakterien
ernähren
sich
wie
wir
von
energiereichen
Stoffen.
Sind
die
Nahrungsbedingungen
günstig,
sind
sie
in
der
Lage
sich
3x
pro
Stunde
zu
teilen.
Bakterien
kommen
also
überall
dort
in
grosser
Zahl
vor,
wo
sie
Nahrung
finden.
Gewisse
Bakterien
sind
gefürchtete
Krankheitserreger,
die
meisten
sind
als
Bewohner
unseres
Körpers
jedoch
harmlos
oder
sogar
sehr
nützlich:
Darmbakterien
(Darmflora)
wirken
bei
der
Verdauung
mit,
indem
sie
die
für
uns
unverdauliche
Zellulose
teilweise
abbauen.
Einige
Bakterienarten
scheiden
als
Stoffwechsel‐Endprodukt
Säure
aus.
Im
Fall
der
Hautbakterien
führt
dies
dazu,
dass
der
Schweiss
nach
einiger
Zeit
einen
unangenehm
säuerlichen
Geruch
annimmt.
Pilze
und
die
meisten
Bakterien,
darunter
Krankheitserreger
und
Fäulnisbakterien,
ertragen
keine
saure
Umgebung.
Diese
Tatsache
nutzt
der
menschliche
Körper
aus.
Durch
die
Speiseröhre
könnten
Bakterien
in
den
Körper
gelangen
–
diese
führt
aber
direkt
in
den
Magen,
welcher
starke
Salzsäure
bildet
und
Eindringlinge
abtötet.
Noch
raffinierter
sind
die
Vorgänge
in
der
weiblichen
Scheide.
Die
Schleimhautzellen
der
Scheide
produzieren
Glykogen.
Da
sie
immer
wieder
abgelöst
werden,
fallen
viele
energiereiche
abgestorbene
Zellen
an.
Diese
dienen
Milchsäurebakterien
als
Nahrung.
Die
Milchsäure,
welche
von
den
Bakterien
ausgeschieden
wird,
tötet
eindringende
Krankheitserreger
ab.
Die
Umwandlung
von
Kohlenhydraten
zu
Säuren
durch
Bakterien
wird
auch
bei
der
Herstellung
vieler
Nahrungsmittel
ausgenützt.
Durch
die
von
Milchsäurebakterien
ausgeschiedene
Säure
verklumpt
Milcheiweiss
zu
Joghurt
oder
Käse.
Aus
Apfelsaft
machen
Bakterien
Apfelessig.
Infektionskrankheiten,
welche
durch
Bakterien
ausgelöst
werden
sind
z.B.
Diarrhoe
(Durchfall),
Typhus,
Diphterie,
Keuchhusten,
Scharlach
oder
Tetanus
(Wundstarrkrampf).
1.3.
Aufgaben
1.3.1.
Studiere
die
Abbildung
rechts:
an
welchen
Körperstellen
ist
die
Keimdichte
am
höchsten?
Immunbiologie
II
1.3.2.
1.3.3.
1.3.4.
VORSSA
2009/CK
Innerhalb
von
30
Minuten
können
sich
die
meisten
Bakterien
durch
Querteilung
vermehren.
Um
Mitternacht
fängt
eine
Fäulnis‐Bakterie
in
einem
Stück
Torte
an
sich
zu
teilen.
Wie
viele
Bakterien
sind
es
um
16
Uhr,
wenn
das
Stück
Torte
verspeist
wird?
Skizziere
die
Vermehrungskurve
in
das
Schema:
Die
Vermehrung
geht
in
Wirklichkeit
nicht
immer
so
weiter,
sondern
sie
wird
durch
verschiedene
Faktoren
gebremst.
Welches
könnten
solche
Faktoren
sein?
Wie
sieht
die
Vermehrungskurve
in
diesem
Fall
aus?
Kennst
du
weitere
Bakterien,
welche
uns
als
Nützlinge
dienen?
1.4.
Arzneimittel
gegen
Bakterien
Bakterien
lassen
sich
von
blossem
Augen
sichtbar
machen,
wenn
man
sie
auf
einem
Nährboden
wachsen
lässt.
Es
bilden
sich
Bakterienkolonien.
Durch
Zufall
wurde
1928
ein
Stoff
gefunden,
welcher
Bakterien
an
der
Vermehrung
hindert.
Der
Schimmelpilz
Penicillinum
notatum
setzt
einen
Hemmstoff
frei
(Penicillin),
welcher
Bakterien
an
der
Zellteilung
hindert.
Damit
war
das
erste
Antibiotikum
gefunden,
um
durch
Bakterien
ausgelöste
Krankheiten
zu
bekämpfen.
Der
Erfolg
hielt
allerdings
nicht
lange
an,
weil
immer
mehr
Bakterienstämme
auftraten,
die
gegen
Penicillin
resistent
waren.
Heute
werden
oftmals
Gemische
verschiedener
Antibiotika
eingesetzt,
um
wirksam
gegen
Bakterien
vorzugehen.
Antibiotika
haben
aber
auch
Nebenwirkungen,
weil
sie
beispielsweise
die
Darmflora
zerstören
oder
bei
manchen
Menschen
Allergien
auslösen.
Definition:
Ein
Antibiotikum
ist
ein
von
Organismen
gebildeter
Stoff,
der
Mikroorganismen
abtötet
oder
an
der
Vermehrung
hindert.
1.4.1.
Die
Abbildung
zeigt
eine
Nährschale
mit
in
Penicillin
getränkten
Papierstückchen.
Erkläre.
Wie
würde
die
Schale
aussehen,
wenn
die
Bakterien
resistent
gegen
Penicillin
wären?
1.4.2.
Welche
Nachteile
hat
eine
Behandlung
mit
Antibiotika
für
den
Menschen?
Immunbiologie
II
VORSSA
2009/CK
2.
Viren
Viren
sind
winzig
klein
(ca.
0,1
µm)
und
unter
dem
Lichtmikroskop
nicht
erkennbar.
Viren
bestehen
nur
aus
einer
Eiweisshülle
welche
ihre
Erbsubstanz
umgibt.
Gibt
man
Viren
in
eine
Nährlösung,
so
vermehren
sie
sich
im
Gegensatz
zu
den
Bakterien
nicht.
Viren
haben
keinen
eigenen
Stoffwechsel,
keine
eigene
Fortpflanzung,
keine
eigene
Bewegung
und
kein
Wachstum.
Sie
besitzen
keinen
zellulären
Aufbau
und
sind
aufgrund
dieser
Eigenschaften
keine
echten
Lebewesen.
2.1.
Vermehrung
von
Viren
Gelangt
ein
Virus
in
eine
lebende
Zelle,
so
bewirkt
es,
dass
der
Stoffwechsel
dieser
Zelle
auf
die
Bedürfnisse
des
Virus
umgestellt
wird.
Man
nennt
die
befallene
Zelle
Wirtszelle,
weil
sie
den
eingedrungenen
Erreger
mit
allem
notwendigen
Material
versorgen
muss.
Das
Virus
befällt
eine
gesunde
Wirtszelle.
Das
Erbgut
des
Virus
wird
in
die
Wirtszelle
eingeschleust
und
programmiert
die
Wirtszelle
auf
ihre
Bedürfnisse
um:
die
Wirtszelle
produziert
in
vielfacher
Ausfertigung
die
Eiweißstoffe
für
die
Virushülle
und
das
Erbgut
des
Virus.
Diese
Virusbausteine
lagern
sich
in
der
Wirtszelle
zu
zahlreichen
neuen,
vollständigen
Viren
zusammen.
Die
Wirtszelle
platzt,
die
neuen
Viren
werden
freigesetzt
und
können
sofort
neue
Zellen
befallen.
Vom
Befall
der
Wirtszelle
bis
zur
Freisetzung
neuer
Viren
vergehen
manchmal
nur
30
Minuten.
Infektionskrankheiten,
welche
durch
Viren
ausgelöst
werden
sind
z.B.
Röteln,
Mumps,
Kinderlähmung,
Windocken,
Masern,
Gelbfieber
oder
Tollwut.
Immunbiologie
II
VORSSA
2009/CK
2.3.
Aufgaben
2.3.1.
Sind
Antibiotika
wirksam
gegen
Viren?
Begründung?
2.3.2.
Viele
Leute
lassen
sich
im
Winter
gegen
Grippe
impfen,
doch
nicht
bei
allen
wirkt
die
Impfung.
Was
könnte
der
Grund
dafür
sein?
2.3.3.
Weshalb
können
zwischen
Ansteckung
und
Ausbruch
einer
Krankheit
mehrere
Tage
vergehen?
2.3.4.
Welches
sind
die
wichtigsten
Unterschiede
zwischen
Bakterien
und
Viren?
Bakterien
Viren
Sprache
die
Bazille,
das
Bakterium
(Bazillen
=
stäbchenförmige
Bakterien)
das
Virus
eigener
Stoffwechsel?
Vermehrung
Virus
=
„Gift“,
giftiger
Saft
Beschreibung
Aufbau
Grösse
Antibiotika
Krankheiten
3.
Der
Körper
wehrt
sich
Der
Körper
wehrt
sich
stets
gegen
Eindringlinge
und
Belastungen
jeglicher
Art:
Viren,
Bakterien,
Pilze,
Feinstaub,
in
den
Tropen
sind
oft
Einzeller
für
Infektionskrankheiten
verantwortlich.
Diese
Erreger
dringen
über
die
Atemwege,
mit
der
Nahrung,
über
Wunden
oder
über
die
Geschlechtsorgane
in
den
Körper
ein,
oder
sie
können
auch
unsere
Körperoberfläche
besiedeln.
Wenn
Erreger
in
den
Körper
gelangen,
wird
sofort
eine
Reihe
von
Abwehrmechanismen
in
Gang
gesetzt.
Diese
Abwehr
ist
angeboren
und
läuft
ohne
unser
aktives
Zutun
von
alleine
ab.
Hierzu
stehendem
Körper
ein
unspezifisches
und
ein
spezifisches
Abwehrsystem
zur
Verfügung.
Immunbiologie
II
3.1.
Das
unspezifische
Abwehrsystem
Die
weissen
Blutzellen
(Leukocyten)
sind
dafür
zuständig,
eingedrungene
Krankheitserreger
zu
vernichten,
bevor
sie
sich
explosionsartig
im
Körper
vermehren.
Es
gibt
sie
in
verschiedenen
Formen
und
mit
unterschiedlichen
Aufgaben.
Gemeinsam
ist
allen
weissen
Blutzellen,
dass
sie
körperfremde
Zellen
bekämpfen.
Die
Riesenfresszellen,
eine
Gruppe
der
Leukocyten,
bewegen
sich
zwischen
allen
Zellen
des
Körpers
und
nehmen
Fremdstoffe
in
ihr
Zellplasma
auf,
das
sie
verdauen.
Die
Fremdkörper
tragen
auf
ihrer
Oberfläche
bestimmte
Substanzen,
die
Antigene
(vgl.
Blutgruppen).
An
ihnen
erkennen
die
Leukocyten,
dass
sie
körperfremd
sind.
Da
dieses
Abwehrsystem
auf
alle
körperfremden
Stoffe
reagiert,
nennt
man
es
unspezifisch.
3.2.
Aufgaben
3.2.1. Auf
der
rechten
Seite
siehst
du
den
Ablauf
einer
Entzündungsreaktion:
beschreibe
diesen
Vorgang
und
erkläre,
warum
eine
Entzündung
eine
wichtige
Reaktion
auf
eine
Verletzung
ist.
3.2.2. Der
Körper
hat
natürliche
Schutzmechanismen
und
Abwehrreaktionen
gegen
diese
Eindringlinge:
welche
Schutzeinrichtungen
des
Körpers
kennst
du
(vgl.
Abbildung)?
VORSSA
2009/CK
Immunbiologie
II
VORSSA
2009/CK
3.3.
Das
spezifische
Abwehrsystem
Ist
die
Anzahl
der
Krankheitserreger
durch
die
unspezifische
Abwehr
über
einen
längeren
Zeitraum
nicht
verringert
worden,
folgen
spezifische
Abwehrreaktionen
des
Körpers.
Diese
Reaktionen
richten
sich
gezielt
und
effektiv
auf
bestimmte
Krankheitserreger,
die
im
Blut
vermehrt
vorkommen.
Gelangen
z.B.
Grippeviren
in
die
Schleimhäute
der
Atemwege,
geben
die
befallenen
Zellen
Substanzen
ins
Blut
ab,
welche
die
Riesenfresszellen
alarmieren.
Diese
umschlingen
und
verdauen
die
Fremdkörper
(unspezifisch).
Dabei
werden
Antigene
der
Fremdkörper
in
die
Oberfläche
der
Reisenfresszellen
eingebaut
und
den
T‐
Helferzellen
präsentiert.
Diese
werden
hierdurch
angelockt
und
anhand
der
Antigene
informiert,
welche
Fremdkörper
eingedrungen
sind.
Die
T‐Helferzellen
aktivieren
und
informieren
die
Plasmazellen,
welche
sofort
gegen
die
eingedrungenen
Grippeviren
spezifische
Stoffe,
die
Antikörper
entwickeln.
An
beiden
Endpunkten
der
Y‐förmigen
Arme
sind
spezifische
Formen,
die
nach
dem
Schlüssel‐Schloss‐Prinzip
genau
auf
die
Antigene
der
Krankheitserreger
passen.
Pro
Stunde
können
in
jeder
Plasmazelle
Millionen
von
Antikörpern
produziert
werden.
Treffen
die
Antikörper
auf
das
Antigen
der
Grippeviren,
so
setzen
sie
sich
an
der
Oberfläche
fest
und
verbinden
dadurch
immer
zwei
Viren.
Dies
führt
zu
einer
Verklumpung
der
Viren,
welche
von
den
Fresszellen
aufgenommen
und
verdaut
werden.
Bis
dieser
Teil
des
Abwehrsystems
voll
wirksam
ist,
vergehen
einige
Tage.
Sind
die
Grippeviren
jedoch
bereits
in
ihre
Wirtszelle
eingedrungen,
so
sind
die
Antikörper
im
Blut
unwirksam.
In
diesen
Wirtszellen
vermehren
sich
die
Viren
ungehindert.
Von
den
T‐Helferzellen
werden
auch
die
Killerzellen
informiert
und
aktiviert.
Sie
erkennen
die
befallenen
Wirtszellen
an
den
Antigenen
der
Viren
und
zerstören
sie.
Dabei
werden
auch
die
in
den
Zellen
vorhandenen
Grippeviren
vernichtet.
Gleichzeitig
werden
bei
den
Plasma‐
und
Killerzellen
spezifische
Gedächtniszellen
gebildet,
die
über
Jahre
im
Körper
erhalten
bleiben.
Bei
einem
Zweitkontakt
der
Gedächtniszellen
mit
dem
spezifischen
Antigen
desselben
Typs
von
Grippeviren
erfolgt
eine
schnellere
und
stärkere
Vermehrung
der
spezifischen
Killerzellen
oder
Plasmazellen,
als
bei
einem
Erstkontakt.
Der
Körper
ist
nach
der
Erstinfektion
gegen
diesen
Typ
von
Grippeviren
immun
geworden.
3.3.1.
Uebertrage
die
wichtigsten
Informationen
aus
dem
Text
in
die
Abbildung
und
gib
durch
Pfeile
die
Wirkrichtung
an.
Immunbiologie
II
3.3.2.
VORSSA
2009/CK
Was
sind
Antigene?
3.3.3.
Was
sind
Antikörper?
4.
Aktive
und
passive
Immunisierung
Die
aktive
Immunisierung
ist
eine
vorbeugende
Massnahme
gegen
bakterielle
oder
virale
Infektionskrankheiten.
Hierbei
wird
ein
Impfstoff
in
den
Körper
eingebracht,
welcher
im
Körper
die
Bildung
von
spezifischen
Antikörpern
gegen
Krankheitserreger
oder
deren
Gifte
(Toxine)
auslöst
und
so
zu
einer
langfristigen
Immunität
führt.
Für
einen
Langzeitschutz
(3
Jahre
bis
lebenslänglich)
sind
oft
mehrere
Impfungen
nötig
Bei
der
passiven
Immunisierung
werden
die
Abwehrstoffe
(Antikörper)
direkt
von
aussen
zugeführt,
wenn
ein
Kontakt
mit
Krankheitserregern
stattgefunden
hat.
Die
passive
Impfung
wirkt
wirkt
schnell,
jedoch
nur
wenige
Wochen
lang,
danach
hat
der
Körper
die
Antikörper
abgebaut.
Immunbiologie
II
VORSSA
2009/CK
5.
Verlauf
einer
Infektionskrankheit
(Zusammenfassung)
Prophylaxe
Therapie
Infektion
Inkubation
Erreger
dringt
in
den
Körper
ein
Krankheit
(Symptome)
sich
aktive
Immunität
Immunisierung
Antigene
des
Körpers
lösen
sofortige
starke
Immunabwehr
aus
Genesung
Verschleppung
Tod
Erreger
vernichtet
einige
Erreger
überleben
Immunsystem
unterliegt
keine
/.
geringe
Symptome
Prophylaxe
Vernichtung
des
Erregers
Passive
Immunisierung
6.
Was
weisst
du
über
AIDS?
a.
Was
heisst
AIDS?
was
HIV?
b.
Wie
schwächt
HIV
das
Immunsystem?
c.
Wie
verläuft
eine
HIV
–
Infektion?
d.
Wie
misst
man
den
Zustand
des
Immunsystems?
e.
Wie
wird
AIDS
übertragen?
f.
Ist
AIDS
heilbar?
Körper
reagiert,
Immunsystem
wird
aktiviert
Abwehr
Erreger
vermehrt
Immunbiologie
II
VORSSA
2009/CK
7.
Allergien
Eine
Allergie
ist
eine
Ueberreaktion
des
Immunsystems
auf
bestimmte
Stoffe
der
Umwelt
(z.B.
Pollen,
Nahrungsmittel‐
bestandteile,
Bestandteile
von
Kosmetika),
die
vom
Körper
als
Antigene
erkannt
werden.
Wenn
ein
Antigen
eine
Allergie
auslöst,
bezeichnet
man
das
Antigen
als
Allergen.
Beispiel
Heusschnupfen:
Bei
einem
Erstkontakt
mit
bestimmten
Pollen
bildet
der
Körper
gegen
dieses
Fremdeiweiss
(Antigen)
spezifische
Antikörper
aus.
Diese
sammeln
sich
bevorzugt
auf
der
Oberfläche
der
so
genannten
Mastzellen.
Mastzellen
befinden
sich
z.B.
in
den
Schleimhäuten
von
Nase,
Bronchien
und
Lunge
und
beinhalten
in
zahlreichen
Bläschen
einen
Signalstoff,
das
Histamin.
Durch
die
Bildung
von
Antikörpern
ist
der
Körper
sensibilisiert.
Beim
Zweitkontakt
mit
gleichartigen
Pollen
verknüpft
das
Pollenantigen
je
zwei
spezifische
Antikörper
auf
einer
Mastzelle
miteinander.
Die
Bläschen
platzen
in
der
Mastzelle
auf
und
setzen
blitzschnell
Histamin
frei.
Histamin
bewirkt
eine
Blutgefässerweiterung,
macht
die
Gefässwände
durchlässig
und
lässt
die
glatte
Muskulatur
kontrahieren.
Die
Schleimhäute
schwellen
an
und
sondern
Schleim
ab,
die
Augen
röten
sich
und
jucken:
Heuschnupfen!
7.1.
Wodurch
unterscheidet
sich
eine
allergische
Reaktion
von
einer
„normalen“
Immunreaktion
nach
dem
Eindringen
von
Antigenen?
7.2.
Allergische
Reaktionen
auf
ein
bestimmtes
Allergen
treten
plötzlich
auf.
Muss
der
Betroffene
zuvor
Kontakt
mit
diesem
Stoff
gehabt
haben?
Begründe.
7.3.
Besteht
eine
Sensibilität
gegenüber
einem
Allergen,
kommt
es
bei
späterem
Kontakt
mit
geringen
Mengen
dieses
Allergens
bereits
zu
Beschwerden.
Bei
häufigem
Kontakt
mit
dem
Allergen
ist
oft
eine
Verstärkung
der
Beschwerden
zu
beobachten.
Begründe.

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