Beschreibung der Gruppentherapien (pdf-Datei)

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Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt
Gruppenangebote der Klinik von A bis Z
Sehr geehrte Patienten,
wir möchten Ihnen kurz die Gruppen der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie beschreiben.
Achtsamkeitsgruppe
Viele Menschen befinden sich in einem „Kreislauf des unaufhörlichen Denkens“ und wünschen sich, dabei einmal inne halten zu können und sich über die eigenen Gefühle, Gedanken
und Handlungen bewusst zu werden.
Achtsamkeit beschreibt eine innere Haltung, die sich darin ausdrückt, im Hier und Jetzt Situationen, Gedanken und Gefühle wahrzunehmen und ohne Bewertung zu beschreiben. Durch
die Praxis der Achtsamkeit kann man erlernen, die Haltung eines unparteiischen Beobachters
einzunehmen, der die inneren Erfahrungen nicht kommentiert oder bewertet. Diese Haltung
führt dazu, dass wir dem Impuls zu widerstehen lernen, unangenehme Gedanken und Gefühle
sofort in Handlungen umzusetzen. Es geht darum, eine Situation so zu sehen, wie sie ist und
sie anzunehmen. Diese Form der Akzeptanz kann uns dabei helfen den Kreislauf des unaufhörlichen Denkens zu unterbrechen und Situationen angemessen zu begegnen.
Ziel der Achtsamkeitsgruppe ist es, Ihnen Wissen über Formen von Achtsamkeit im Alltag zu
vermitteln und verschiedene Techniken zu üben. Mit der Zeit und mit regelmäßiger Übung
können Sie lernen, ihre Aufmerksamkeit zu steuern und so ihre Gefühle und Körperempfindungen besser zu spüren und Kontrolle über die eigene Gedankenwelt zu erlangen.
Angehörigengruppe Depression und bipolare Störung
Erkrankt ein Familienmitglied an einer Depression oder einer bipolaren Störung, leidet nicht
nur die/der Betroffene darunter, sondern auch deren/dessen Familie. Um Ihnen als Angehörigen den Umgang mit Ihrem erkrankten Verwandten oder Partner zu erleichtern, Sie über die
Erkrankung und deren Behandlungsmöglichkeiten zu informieren und Ihnen den Austausch
mit anderen betroffenen Angehörigen zu ermöglichen, findet einmal im Monat ein Gruppentreffen für alle Angehörigen von Patienten mit affektiven Erkrankungen (Depression, bipolare
Störung) statt.
Ziele der Gruppe sind die Aufklärung über die Erkrankung und die Behandlungsmöglichkeiten, die Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit der Erkrankung/dem Erkrankten und
die emotionale Entlastung.
www.khdf.de
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Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt
B E L A (Bewegung – Ernährung – Lernen - Akzeptieren)
„Schon wieder zugenommen!“ – diesen Ausruf kann man häufig in unserer Klinik hören. Gesteigerter Appetit als Nebenwirkung von Medikamenten, geregelte Mahlzeiten, viel Ruhe – es
gibt viele Ursachen, die zu einer Gewichtszunahme führen. Ebenso unterschiedlich sind die
Folgen. Die schwerwiegenste: helfende Medikamente werden nicht mehr eingenommen. Oder
es kommt zu ungesundem Essverhalten: Hungern wechselt mit Fressattacken. Oder, oder....
Das Trainingsprogramm BELA möchte Sie unterstützen, einer ungewünschten Gewichtszunahme aktiv entgegenzuwirken. Durch das Erwerben eines Grundwissens über eine gesunde
und ausgewogene Ernährung sowie die regelmäßige Durchführung von Bewegungsübungen
soll Ihnen ein Mehr an Lebensqualität ermöglicht und sollen Ernährungsgewohnheiten und
Körpergefühl langfristig verbessert werden.
Die eigene Aktivität beginnt mit den Kursstunden. Es wird vieles selbst erarbeitet, es werden
praktische Übungen durchgeführt. Die BELA-Gruppenleiter stellen keinen Plan vor, der für
alle in gleicher Weise gilt. Sie helfen vielmehr jedem Teilnehmer herauszufinden, was für
jeden persönlich am besten passt.
Depressionsbewältigungsgruppe
Trauer oder Traurigkeit ist ein ganz normales und alltägliches Gefühl, z.B. wenn wir etwas
verloren haben, was uns sehr wichtig war. Wenn die Niedergeschlagenheit jedoch über eine
lange Zeit fast ununterbrochen auftritt, uns sehr stark belastet, wir uns aus dem normalen Leben zurückziehen, oft Grübeln und körperliche Probleme auftreten (z.B. Schlafprobleme, Gedächtnisprobleme, Appetitverlust) kann dies Ausdruck der Erkrankung Depression sein.
Ziel der Depressionsbewältigungsgruppe ist die Wissensvermittlung für Betroffene dieser
Erkrankung über: Symptome, Erscheinungsformen, Verlauf und Häufigkeit einer Depression,
Ursachen bzw. Risikofaktoren einer Depression, Schlaf, Schlafstörungen und Behandlungsmöglichkeiten von Schlafstörungen, Selbsthilfe- und Behandlungsmöglichkeiten.
Das Verstehen der Erkrankung kann Ihnen auch dabei helfen, erste Warnsignale besser zu
erkennen. Dies hilft Ihnen, frühzeitig dagegenzuwirken und besser damit umzugehen.
Einsamkeitsbewältigungsgruppe
Fühlen sie sich häufig einsam, ungeliebt, alleingelassen oder vom Leben abgetrennt? Ist Einsamkeit für sie ein belastendes Gefühl, das sie resignieren und am Leben zweifeln lässt?
Immer wieder berichten uns Patienten von Schwierigkeiten, mit dem Alleinsein klar zu kommen. Steigern sich diese Schwierigkeiten zu einem häufigen Gefühl der Einsamkeit, dann ist
ihr psychisches Wohlbefinden erheblich gefährdet. Aufgrund der hohen Bedeutung dieses
Themas bieten wir unseren Patienten daher eine Gruppe an, die sich der Bewältigung von
Einsamkeitserleben widmet.
Anliegen der Einsamkeitsbewältigungsgruppe sind (1) Hilfe beim Aufbau zufrieden stellender
sozialer Beziehungen, (2) Verbesserung der Strategien im Umgang mit dem Alleinsein, (3)
Verhinderung chronischer Einsamkeit und damit verbundener sozialer, psychischer und somatischer Probleme sowie (4) Anregung gegenseitiger Unterstützung durch Austausch über Bewältigungsmöglichkeiten in der Gruppe.
www.khdf.de
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Diese Gruppe wendet sich vor allem an Patienten, die häufig unter Einsamkeitsgefühlen leiden und Interesse daran haben, einen neuen Umgang mit Phasen des Alleinseins zu erwerben
und ihr soziales Netzwerk verändern möchten.
Emotionsregulationsgruppe
Kommt es vor, dass sie mit ihren Gefühlen nicht wissen wohin? Dass sie unendliche Wut,
Trauer oder Verzweiflung verspüren, die sie kaum aushalten oder kontrollieren können? Oder
fällt es Ihnen im Gegenteil häufig schwer eigene Gefühle wahrzunehmen, Emotionen zuzulassen und ihnen Ausdruck zu verleihen?
In dieser Gruppe können sie lernen, besser mit ihren Emotionen umzugehen und ihnen in angemessener Art und Weise Ausdruck zu verleihen. In der Gruppe erfahren sie, wie Gefühle
entstehen und welche Funktion sie haben. Sie werden Strategien kennen lernen, wie sie unangenehme Emotionen besser regulieren und angenehme Emotionen fördern können.
Durch aktives Üben an eigenen, alltagsnahen Beispielen können sie Möglichkeiten für den
Umgang mit Gefühlen und deren Veränderung finden und ausprobieren. Die Gruppe ist für
alle geeignet, die neue Wege im Umgang und Ausdruck eigener Emotionen entdecken möchten.
Dabei richtet sich die Gruppe 1 vor allem an „Unterregulierer“. Damit sind diejenigen gemeint, die so von ihren Gefühlen überflutet werden, so dass sie oft unangemessen reagieren
(z.B. Wutausbrüche, intensive Trauer und Verzweiflung, Panik, Euphorie, Selbstverletzungen). Gruppe 2 richtet sich vor allem an „Überregulierer“. Damit sind diejenigen gemeint,
denen es schwer fällt Gefühle zuzulassen und/ oder zu zeigen.
Entspannung
Die Atementspannung ist eine leicht lernbare und in Stresssituationen gut anwendbare Entspannungstechnik. Durch bewusste Atemübungen (z.B. Atem zählen, tiefes und langsames
Atmen, dem Atem folgen) soll eine Reduktion der körperlichen Erregung herbeigeführt werden.
Die Progressive Muskelentspannung ist das in der Verhaltenstherapie am häufigsten angewandte Entspannungsverfahren. Bei dem Training werden für eine kurze Zeit bestimmte
Muskelgruppen angespannt und dann bewusst wieder gelöst. Ziel ist dabei, schrittweise eine
bessere Kontrolle über Spannung und Entspannung bestimmter Muskelgruppen zu erlernen
und den Unterschied zwischen Anspannung und Entspannung besser wahrzunehmen. Mit der
Absenkung der Muskelanspannung geht für die Patienten das Gefühl einer besseren Entspannung einher.
Genussgruppe: „Kleine Schule des Genießens“
Ziel des Genusstrainings ist es, durch das bewusste Ansprechen und Aktivieren der einzelnen
Sinne positive Empfindungen zu wecken und so Sorgen und Stress abzubauen, die eigene
Belastbarkeit wieder zu erhöhen und den psychischen „Akku“ wieder aufzuladen.
Dies geschieht dadurch, dass die Zeit, sich mit negativen Gedanken und Problemen zu befassen einerseits durch das bewusste Beschäftigen und Wahrnehmen mit persönlich angenehmen
Reizen eingeschränkt wird. Andererseits erhalten die negativen Aspekte im Leben ein positives Gegengewicht, die Psyche wird gestärkt, tankt sozusagen Energie und es ist leichter,
Probleme zu bewältigen und Stress zu verarbeiten.
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Die Auslöser positiver Gefühle können individuell sehr unterschiedlich sein, deshalb ist es so
wichtig, auszuprobieren, was einem selbst gut tut und gefällt. Hat man einmal die positive
Wirkung eines bestimmten Reizes erlebt, kann man bewusst nach weiteren angenehmen Stimulanzien suchen. So kann man nach und nach lernen, welche Reize sich positiv und welche
sich eher negativ auswirken.
Kommunikative Bewegungstherapie
Während Sie diese Beschreibung lesen, achten Sie doch einmal darauf, wie Sie gerade sitzen
oder stehen. Spüren Sie den Kontakt zum Boden? Fühlen Sie, wie aufrecht Sie sitzen oder
stehen? Wie halten Sie Ihren Kopf? Wie Ihre Schulter?
So oder ähnlich könnte eine Therapiestunde beginnen. Und es könnte so weiter gehen: Wie
wirkt meine Haltung auf mein Befinden? Was möchte ich an meinem Körpergefühl verändern? Was hat meine Körperhaltung mit meiner inneren Haltung zu mir und zu anderen Menschen zu tun? Was passiert, wenn ich meinen Standpunkt ändere?
Inhalte der Kommunikativen Bewegungstherapie (Sie hören im Stationsalltag meist kurz: KB)
sind viele kleine körperorientierte Übungen zum Wahrnehmen und Bewusstwerden von Körperempfindungen, -reaktionen und Verhaltensmustern. Es geht um die Beziehung zu sich
selbst, zum aktuellen Ort und zur Situationen.
Die KB bietet somit eine Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen positive Erfahrungen zu
ermöglichen und vielleicht Ängste schrittweise abzubauen. Vielleicht können Sie feststellen,
dass allein schon körperliche Bewegung gut tut und Anspannung löst.
Bewegung ist LEBEN. Leben ist BEWEGUNG.
Musiktherapie: aktive
Musik ist in der Lage, verschiedene Emotionen auszulösen. Sie vermag zu beruhigen, zu trösten und natürlich auch zu erfreuen. Musik bietet Zeit und sie kann auch als Objekt unseres
Wahrnehmungsraumes genutzt werden.
In der aktiven Musiktherapie machen Sie sich mit den Grundbausteinen von Musik, wie
Rhythmus, Klängen und Melodien, vertraut und können sich an vielfältigen Instrumenten mit
Phantasie und Kreativität ausprobieren. Schließlich besteht die Möglichkeit, Ihre Achtsamkeit
an der Musik, aber auch an der Wirkung der Musik auf sich selbst zu schulen.
Dabei werden Sie entdecken, wie viel Lebendigkeit in der Musik und natürlich in Ihnen selbst
steckt.
Ziel sind das gemeinsame Gruppenerlebnis, die Wahrnehmungsförderung anhand der eigenen
Person, der Gruppenmitglieder sowie der Musik, das aktive und selbstbestimmte Handeln
sowie das Erkennen und Fördern eigener Ressourcen.
Musiktherapie: regulative
In der regulativen Musiktherapie schulen Sie durch gezieltes Musikhören Ihre Wahrnehmungs- und Achtsamkeitsfähigkeit auf sich und Ihren Körper und können Abwehrmechanismen innerhalb Ihrer Wahrnehmung entdecken. Durch dieses Bewusstwerden besteht die Möglichkeit, Ihren Umgang mit psychischen und körperlichen Fehlspannungen zu beeinflussen.
Außerdem bietet Ihnen dieses Musikhören die Möglichkeit, Zeit für sich selbst zu nehmen, im
„Hier und Jetzt“ zu bleiben und neue Facetten von Musik und Klängen kennen zu lernen.
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Es ist kein Entspannungsverfahren und musikalische Vorkenntnisse sind nicht nötig!
Ziele sind das Wahrnehmungstraining anhand der Musik und der eigenen Person (körperlich
und emotional) mit dem Prinzip des beobachtenden Geschehenlassens sowie die Förderung
der Erlebnis- und Genussfähigkeit.
Psychoedukation Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
Unter dem Sammelbegriff „Schizophrenie“ wird eine Gruppe von Erkrankungen mit bestimmten Gemeinsamkeiten zusammengefasst. Sie wirken sich auf das Denken, die Überzeugungen, die Wahrnehmungen und die Gefühle aus. Sie führen oft zu massivem Leiden der
Betroffenen aber auch der Angehörigen und Freunde.
In der Psychoedukation soll Information zum Verständnis der Erkrankung vermittelt werden:
Im einzelnen geht es dabei um Themen wie Symptome und Diagnosefindung, Krankheitsmodell und Ursachen, Verlauf, medikamentöser Ansatz und Nebenwirkungen, Akut- und Langzeittherapie, Genussmittel und Drogen, Frühwarnzeichen vor einem Rückfall und Notfallplan,
Beziehungen, soziales Netz und Beruf.
Ziel: Optimalerweise wird der Patient durch ein besseres Verständnis in die Lage versetzt,
besser mit sich und seiner Erkrankung umzugehen und Rückfälle zu vermeiden.
Selbstsicherheitstraining
Niemand kommt „selbstsicher“ oder „selbstunsicher“ auf die Welt, sondern wir sind alle
durch unsere Erfahrungen in der Lebensgeschichte und unserer aktuellen Lebenssituation geprägt. Ziel dieser aktiv-übenden Gruppe (Training) ist es, grundlegende Fertigkeiten für den
Umgang mit anderen Menschen zu erlernen bzw. zu verbessern. Das Training, welches mit
Rollenspielen und gegenseitigem Erfahrungsaustausch gestaltet wird, bezieht dabei verschiedene Situationen im Alltag (eigene Rechte durchsetzen und Konflikte klären, Beziehungen
gestalten: Ausdrücken von eigenen Gefühle und Bedürfnissen, über die eigene Erkrankung
sprechen).
In diesem Training werden zum einen Informationen vermittelt und zum anderen praktische
Übungen durchgeführt. Sie werden die Möglichkeit bekommen, sicheres Auftreten in kurzen
Rollenspielen auszuprobieren und verbessern zu können.
Skillstraining
Manchen Menschen fällt es sehr schwer, unter hoher emotionaler Anspannung einen „kühlen
Kopf“ zu bewahren und Krisen ohne selbstschädigendes Verhalten zu meistern (z.B. Selbstverletzungen, Alkohol- und Tablettenkonsum, Nahrungsverweigerung etc.).
Allgemeines Ziel des Skillstrainings ist daher, Techniken an die Hand zu bekommen, mithilfe
deren Sie gefühlsmäßige Extremzustände besser aushalten aber auch Frühwarnzeichen erkennen lernen. Im Mittelpunkt steht der Erwerb bzw. die Verbesserung bestimmter Fähig- und
Fertigkeiten (sog. Stresstoleranzskills), die der Veränderung emotional problematischer Denk, Gefühls- und Verhaltensmuster dienlich sein können.
Darüber hinaus verfolgt das Skillstraining weitere spezifische Ziele: unter anderem die Förderung der Spannungs- und Frustrationstoleranz sowie Verringerung übermäßiger Impulsivität.
Nach einer Einführung ins Skillstraining erarbeiten sich die Patienten eine persönliche Skillsliste. Sie erproben eine eigene Skillskette für den Bereich der Stresstoleranz und legen sich
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außerdem einen „Notfallkoffer" zu, der dann auch zu Hause benutzt werden kann, um mit
„Hochspannungszuständen" umzugehen. Im persönlichen „Notfallkoffer" können z.B. sein:
Igelbälle, Wutbälle, Duftöl, Meerrettich, Brausepulver, Pro- und Kontralisten, etc.
Sozialtherapeutisches Rollenspiel
In dieser Gruppe laden wir Sie ein, Ihre Erlebnisse, Bilder und Geschichten zu einem Thema
den anderen Gruppenmitgliedern mitzuteilen. Es werden hauptsächlich wahrnehmungszentrierte Spiele gespielt, die sich mit verschiedenen Themen (Familie, Sinneseindrücke, Jahreszeiten, reale Gegenstände, Selbstdarstellung) beschäftigen.
Dabei besteht die Möglichkeit, die eigenen Erfahrungen aus einem anderen Licht zu betrachten und Mut zu entwickeln, positive Erlebnisse zu behalten und unangenehme Erfahrungen in
neue Handlungsimpulse umzuwandeln.
Es tut oft gut, die Geschichten der anderen Patienten zu hören. Die Darstellung angenehmer
Erlebnisse und Assoziationen kann eine (Aus-)Ruheinsel im problembeladenen Alltag sein.
Man kann feststellen, dass es anderen Patienten ähnlich geht mit ihren Erfahrungen. Die Möglichkeit zum Erzählen der eigenen individuellen Geschichte und das Erleben des Interesses
anderen Menschen können einen wichtigen Beitrag leisten zur (Selbst-)Akzeptanz leisten.
Themenoffenes Gruppengespräch
In dieser Gruppe stehen die Probleme und Ziele der teilnehmenden Patienten im Mittelpunkt.
Zu Beginn werden in der Eröffnungsrunde Themen gesammelt, die die Patienten mitbringen.
Diese Themen sollten einen aktuellen Bezug haben und auch in der Gruppe bearbeitbar sein
(äußere Bedingungen lassen sich durch ein Gespräch nicht verändern). Die Gruppenmitglieder
entscheiden, einige Probleme vertieft zu bearbeiten. Bei der folgenden Bearbeitung steht dann
das Gruppenmitglied im Mittelpunkt, das das Thema einbrachte, und der Therapeut greift nur
moderierend, strukturierend und unterstützend ein.
Nach der Eröffnungsrunde wird das Problem analysiert. Es wird geschaut, worum es bei dem
genau geht, inwiefern es für den Patienten problematisch ist und was geändert werden möchte. Im Gruppengespräch ist die Zielorientierung wichtig: es geht nicht allein darum, das Problem den anderen Gruppenmitgliedern nur zu erzählen, sondern gemeinsam mit den anderen
Patienten nach Bewältigungsmöglichkeiten zu suchen. Es werden Ideen zur Lösung gesammelt und sehr oft auch kleine Übungen durchgeführt, die die Patienten kleine Schritte in Richtung Lösung weiterbringen (z.B. Verhaltensexperimente, Rollenspiele, Achtsamkeitsübungen).
Sehr oft ergeben sich im Gruppengespräch Verhaltensweisen einzelner Gruppenmitglieder
(z.B. nicht-nein-Sagen-Können, Bedürfnisse/Wünsche nicht klar äußern), die typisch sind für
das Problem, das in die Klinik führte, und diese können dann sehr gut im Gruppenprozess
analysiert und bearbeitet und Alternativen geübt werden. Die Gruppentherapie folgt einem
wertschätzenden Ansatz.
Das Gruppengespräch und Gruppentherapien allgemein sind eine gute Möglichkeit zu erfahren, dass man akzeptiert wird. Das schrittweise Öffnen bietet die Gelegenheit, unangenehme
Gefühle wie Angst, Scham und Schuld ausdrücken zu üben und schrittweise abzubauen. Es ist
entlastend zu hören, dass es anderen genau so geht. Und es gibt kein besseres Gegenmittel
gegen die Isolation als ein Engagement in der Gruppe.
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