Bionanotechnologie 7

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Technische Universität Ilmenau, FG Nanotechnologie
Bioenergetik
Quellen:
1. Physiologie des Menschen (mit Pathophysiologie)
R.F. Schmidt, F. Lang, G. Thews, 29. Auflage Springer Medizin Verlag
Heidelberg (2005), ISBN 3-540-21882-3.
2. www.cg.bnv
bamberg.de/t3/fileadmin/images/fachbereiche/biologie/dateien/kh-abbau.ppt
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Die Zelle
Zelle mit Kern, Kernhülle,
endoplasmatischem Retikulum und
Golgi-Apparat. Die Kernhülle geht
aus dem endoplasmatischen
Retikulum hervor. Sie besteht aus
zwei Membranlagen, deren
Zwischenräume als Zysternen
bezeichnet werden. Das
endoplasmatische Retikulum ist
teilweise mit Ribosomen besetzt.
Der Golgi-Apparat ist ein
Membranstapel, aus dem sich
ständig kleine Bläschen (Vesikel)
abschnüren. Diese sind mit
lebenswichtigen Molekülen gefüllt
(z.B. Insulin) und stehen zur
Exozytose bereit. Nach Löffler u.
Petrides (2003).
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Mitochondrium
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Die äußere Mitochondrienmembran ist durchlässig für die meisten Ionen und
kleine Moleküle.
Die innere Mitochondrienmembran ist undurchlässig - Transporter inder inneren
Membran benötigt.
Innere Membran als Sitz der Enzyme und Komponenten der oxidativen
Phosphorylierung.
Mitochondrienmatrix enthält oxidative Enzyme, Enzyme des Zitronensäurezyklus
und der Fettsäureoxidation.
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Struktur und Funktion des Mitochondriums
Das ca. 100x100x1000 nm3 große Organell
besitzt eine stark gefaltete innere Membran, an
der die enzymatischen Prozesse ablaufen.
Nahrungsmoleküle treten ins Mitochondrium ein
und werden im Zitronesäurezyklus metabolisiert.
Mit Hilfe verschiedener Enzyme werden Protonen
zwischen äußerer und innerer
Mitochondrienmembran angehäuft. Die daraus
resultierende chemische Triebkraft treibt eine
Protonenpumpe (ATPase = ATP-Synthase) zur
Bildung von ATP. Dieses energiereiche Produkt
verlässt das Mitochodrium und steht der Zelle als
„Kraftstoff“ zur Verfügung (Alberts, Bray und
Lewis (2002)).
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Wichtige Begriffe und Fragen:
ATP, ADP
o.k.
ATP-Synthase
o.k.
Zitronensäurezyklus
?
Elektronentransportkette
?
NAD, NADH
?
Azetyl-CoA
?
Pyruvat
?
Fettsäuren
?
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ATP
ATP ist die universelle Energiewährung: Das hohe
Phosphorylgruppenübertragungspotenzial des ATP prädestiniert es dazu, als
Energiequelle für die Muskelkontraktion, den aktiven Transport, die
Signalverstärkung und für Biosynthesen zu fungieren. Die Hydrolyse eines
ATP-Moleküls verändert das Gleichgewichtverhältnis von Produkten zu
Reaktanden bei einer gekoppelten Reaktion etwa um den Faktor 108. So
kann durch Kopplung mit einer Hydrolyse genügend vieler ATP-Moleküle aus
einer thermodynamisch ungünstigen Reaktion eine sehr günstige werden.
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NAD, NADH ?
Gewinnung von Energie aus der
Verbrennung (Oxidation) von Stoffen
Oxidative Phosphorylierung
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NAD, NADH ?
Prinzip der oxidativen Phosphorylierung:
1. Reduzierte Carriermoleküle (NADH, FADH) übertragen
Elektronen, die ein hohes Potential besitzen, über eine
Elektronentransportkette in der inneren Membran der
Mitochondrien auf O2
2. Elektronenfluss ermöglicht Aufbau eines Protonengradienten
3. Ausgleich des Protonengradienten zur ATP-Synthese benutzt
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NAD, NADH ?
Treibende Kraft der oxidativen Phosphorylierung:
Elektronenübertragungspotential von NADH2 und FADH2
von NADH2: ΔE = -0,32 V
von O2: ΔE = +0,82 V
Differenz: -1,14 V
Freie Energie: ~220 kJ/mol
Oxidation von Brennstoffen
(
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NAD, NADH ?
Elektronencarrier
NAD
FAD
Die Struktur der oxidierten Form des Nicotinamidadenindinucleotids (NAD+) und des
Nicotinamidadenindinucleotidphosphats.
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FAD = flavin adenine dinucleotide
FAD + 2H. Æ FADH2
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Reaktive Teile
NAD+
FAD oxidierte Form
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NADH
FADH2 reduzierte Form
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NAD, NADH ?
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NAD, NADH ?
Ereignisse bei der oxidativen
Phosphorylierung
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O
||
CH3 - C –OH
Acetate
Acetyl-CoA
+ Co-enzym A
Æ
Acetyl ~CoA
Acetate group
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Acetyl-CoA
ATP wird durch Oxidation von Brennstoffmolekülen wie Glucose,
Fettsäuren und Aminosäuren erzeugt. Das gemeinsame
Zwischenprodukt ist Acetyl-CoA. Die Kohlenstoffatome der
Avetylgruppe werden im Zitronesäurezyklus vollständig zu CO2
oxidiert, wobei gleichzeitig NADH und FADH2 entstehen, Diese
Elektronen-Carrier übertragen ihre Elektronen hohen Potenzials
anschließend auf die Atmungskette. Der Elektronenfluss zum O2
bewirkt, dass Protonen durch die innere Mitochondrienmembran
gepumpt werden. Dieser Protonengradient wird dann zur ATPSynthese benutzt. Auch bei der Glykose entsteht ATP, die erzeugte
Menge ist jedoch viel geringer als bei der oxidativen
Phosphorylierung. Die Oxidation von Glucose zu Pyruvat liefert nur
zwei ATP, die vollständige Oxidation zu CO2 hingegen 30.
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Der Kohlenhydratabbau
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Nahrungsaufnahme
Mund
Verdauung
MagenDarmTrakt
(u.a. Zucker)
Dünndarm
Blut
Stärke
Transport
Pfortader
Verdauungs
-enzyme
Glucose
Leber
Glykogen
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Zelle
Transport
Lebervene
Blutkreislauf
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Glucose
Gemeinsamer
Abbauschritt bei
Atmung und Gärung
Glykolyse
Zellplasma
(Brenztraubensäure)
(= Pyruvat)
anaerob
Milchsäuregärung
Milchsäure
( C3 )
( C3 ) ( 2x! )
BTS
Gärungen
( C6 – Körper )
Alkoholische
Gärung
Ethanol + CO2
( C2 )
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Mitochondrium
Zellatmung
aerob
Ox. Decarboxylierung
Citratzyklus
Atmungskette
H2O + CO2
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Die Glykolyse
Glykolyse: Diese Folgevon Reaktionen läuft im Cytosol ab und verwandelt
ein Molekül Glucose in zwei Moleküle Pyruvat, wobei zwei ATP und zwei
NADH gebildet werden. Das NAD+, das die von der Glycerinaldehyd-3posphat-Deydrogenase katalysierte Reaktion verbraucht, muss regeneriert
werden, damit die Glykolyse weiter ablaufen kann. Unter aneroben
Bedingungen, etwa im hochaktiven Skelettmuskel, geschieht dies durch die
Reduktion von Pyruvat zu Lactat. Unter aneroben Bedingungen dagegen
wird NAD+ durch Elektronenübertragung von NADH auf O2 über die
Elektronentransportkette regeneriert.
Die Glykolyse hat zwei Hauptfunktionen: den Abbau der Glucose zur ATPErzeugung und die Bereitstellung von Kohlenstoffgerüsten für die
Biosysnthese.
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Die Glykolyse
ATP
2
( C6 )
BTS
( C3 )
2 ATP
ADP
Glucose-6-phosphat
2 ADP
ATP(Fructose-6-phosphat)
2
PEP
ADP
Fructose-1,6-diphosphat
(DHAP)
2 NAD+
(2)GAP
2
2
NADH/H+
Dehydrierung
(1,3-dPGS)
= Oxidation
ADP + Pi
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(2-PGS)
2
2 ATP
3-PGS
Energiegewinn
Energieinvestition
Glucose
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Gelangt Glucose in eine Zelle, wird sie rasch zu Glucose-6phosphat phosphoryliert, das als Glykogen gespeichert oder
in Ribose-5-phosphat umgewandelt werden kann. Glykogen
entsteht, wenn Glucose-6-phosphat und ATP im Überschuss
vorhanden sind
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Bilanzgleichung der Glykolyse
Glucose ( C6 ) +
( C6H12O6)
Summenformel
2 ( ADP + Pi ) + 2 NAD+
( CH3-C-COOH )
II
O
Halbstrukturformel
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2 BTS ( C3 ) +
( C3H4O3)
2 ATP + 2 NADH/H+
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Die Oxidation der Glykolyse als Strukturformelgleichung
Aldehydgruppe
O
Säuregruppe
H
NAD+
+ H2 O
C
H
C
H2C
NADH/H+
C
OH
O
H
P
O
ADP + Pi
OH
O
O
+ H2 O
ATP
C
H2C
OH
O
Kondensation !
GAP =
PGS =
GlycerinAldehydPhosphat
PhosphoGlycerinSäure
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P
O
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Gärungen
Alkoholische Gärung
CO2 +
Milchsäure – Gärung
Ethanol
H
I
CH3 – C – H
I
OH
Glucose
Milchsäure (Lactat)
NAD+
NAD+
H
I
CH3 – C – COOH
I
OH
Glykolyse
Hydrierung
= Reduktion
NADH/H+
Acetaldehyd
Ethanal
CH3 – C – H
II
O
NADH/H+
BTS
CO2
CH3 – C – COOH
II
O
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Hydrierung
= Reduktion
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Bilanzgleichungen der
Gärungen
inklusive Glykolyse
Alkoholische Gärung
Glucose ( C6 ) + 2 ( ADP + Pi )
( C6H12O6)
2 Ethanol ( C2 ) +
( C2H6O )
( CH3-CH2OH )
2 CO2 +
2 ATP
Milchsäure – Gärung
Glucose ( C6 ) + 2 ( ADP + Pi )
( C6H12O6)
Milchsäure ( C3 )
( C3H6O3)
( CH3-CHOH-COOH )
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2
+
2 ATP
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Weiterverarbeitung der Brenztraubensäure bei der
Zellatmung
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CO2
Oxidative Decarboxylierung
Coenzym A
BTS
C3
Acetyl-CoA
NAD+
NADH/H+
Citratzyklus
==Zitronensäurezyklus
Tricarbonsäurezyklus
Zitronensäurezyklus
Citratzyklus
im Überblick
(Krebszyklus)
Oxalessigsäure
= „aktivierte
Essigsäure“
C2
3 NAD+
C4
C6
Zitronensäure
3 NADH/H+
CO2
FADH2
GTP
ATP
FAD
C4
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GDP + Pi
C5
CO2
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Zitronensäurezyklus
(Krebszyklus)
Der Zitronensäurezyklus und oxidative Phosphorylierung. Die
Reaktionen dieses gemeinsamen Stoffwechselweges zur Oxidation von
Brennstoffen – Kohlenhydraten, Aminosäuren und Fettsäuren – finden in
den Mitrochondrien statt. Die meisten Nahrungsstoffe treten als AcetylCoA in den Zyklus ein. Die vollständige Oxidation einer Acetyleinheit
erzeugt ein GTP und vier Elektronenpaare in Form von drei Molekülen
NADH und einem Molekül FADH2. Diese Elektronen werden über die
Elektronentransportkette auf O2 übertragen, wobei ein Protonengradient
entsteht, der die ATP-Synthese antreibt. Die Elektronendonatoren
werden nur oxidiert und wieder dem Zitronensäurezyklus zugeführt,
wenn gleichzeitig ADP zu ATP phoshoryliert wird. Diese enge Kopplung,
die man als Atmungskontrolle bezeichnet, sorgt für die Anpassung der
Geschwindigkeit des Zitronensäurezyklus an den ATP-Bedarf.
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Die Endoxidation in der Atmungskette
Die ATP-Bildung bei dieser oxidativen Phosphorylierung erfolgt nicht direkt,
wie bei der Substratketten-Phosphorylierung, sondern chemiosmotisch über einen
Protonengradienten (wie bei der Photophosphorylierung).
I:
FMN = Flavinmononucleotid
II: Fe/S-Protein
Q = Ubichinon Lipid!
III: Cytochrom b/c1
Cytochrom c (grün = mobile Transporter)
IV: Cytochrom a/a3
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NADH/H+
Energie
2H
FADH2
FMN
I
ATP
Die Endoxidation in der Atmungskette
NAD+
FMNH2
(II)
FAD
2H
Q
ADP + Pi
QH2
2x
1eFe3+
ATP
III
Fe2+
ADP + Pi
2x
1eFe3+
IV
ATP
ADP + Pi
Wasserstofftransport =
Zweielektronentransport
2H+
Fe2+
2x
1e+ O2-
½ O2
H2O
Einelektronentransport
Reaktion
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