Information für Patienten – Tumoren der Wirbelsäule und des

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Universitätsklinik für Neurochirurgie
Bei bösartigen Prozessen oder bei einer nicht
vollständigen Entfernung des Tumors ist in den
meisten Fällen eine weitere Behandlung im
Sinne einer Bestrahlung oder Chemotherapie
erforderlich. Die entsprechenden Termine in
den hierfür zuständigen Kliniken werden für Sie
organisiert.
Häufig bestehen zum Zeitpunkt der Operation
bereits deutliche Störungen der Rückenmarksfunktionen, wie zum Beispiel Lähmungen oder
Gefühlsstörungen. Deswegen wird postoperativ
oft ein Aufenthalt in einer neurologischen
Rehabilitationsklinik erforderlich.
Universitätsklinikum Tübingen
Klinik für Neurochirurgie
Ärztlicher Direktor
Prof. Dr. Marcos Tatagiba
Klinikadresse
Crona
Klinik für Neurochirurgie
Hoppe-Seyler-Str. 3
72076 Tübingen
Privatsprechstunde
Terminvergabe:
0 70 71/29-8 03 25
Ambulanz
täglich
Terminvergabe:
8.00 –15.00 Uhr
0 70 71/29-8 66 79
Spezialsprechstunden
Terminvergabe:
0 70 71/29-8 66 79
Epilepsie
Funktionelle NCH
Hypophyse
Hydrozephalus
Kinderneurochirurgie
Neurofibromatose
Neuroonkologie
Periphere Nerven
Schädelbasis
Schmerz
Syrinx
Vaskuläre NCH
Wirbelsäule
Information für Patienten
– Tumoren der Wirbelsäule
und des Rückenmarks –
Neurochirurgische Intensivstation 23
Telefon
0 70 71/29-8 65 71
oder
0 70 71/29-8 58 48
Besuchszeiten täglich
Kinder ab 12 Jahren
15.30 –18.30 Uhr
Neurochirurgische Normalstation 27
Telefon
0 70 71/29-8 66 54
Besuchszeiten täglich
9.00 –21.00 Uhr
Weitere Informationen finden Sie auf unserer
Internetseite:
www.neurochirurgie-tuebingen.de
Neurochirurgische Normalstation 42
Telefon
0 70 71/29-8 55 53
Besuchszeiten täglich
9.00 –21.00 Uhr
April 2011
Neurochirurgische Normalstation 24
Telefon
0 70 71/29-8 20 55
Besuchszeiten täglich
9.00 –21.00 Uhr
Förderkonto Neurochirurgie Forschung & Lehre
BW Bank Stuttgart (BLZ 600 501 01)
Kto.-Nr. 7477503793
Verwendungszweck:
Projektnummer Neurochirurgie: D.30.07570
Universitätsklinik für Neurochirurgie
Liebe Patientin, lieber Patient,
unter spinalen Tumoren versteht man
diejenigen Tumoren, die im Bereich des
Wirbelkanals wachsen und die Funktionen
des Rückenmarks beeinträchtigen. Unbehandelt
führt ihr Wachstum zur bleibenden Schädigung
des Rückenmarks und damit letztendlich zur
Querschnittslähmung.
Man unterscheidet bei der Lokalisation das
Verhältnis des Tumors zum Rückenmark und die
Stelle im Wirbelkanal, wo der Tumor wächst.
Die Lokalisation wird in der Regel durch
Angabe derjenigen Wirbel bezeichnet, in deren
Höhe die Geschwulst gefunden wird. Über die
Hälfte aller spinalen Tumoren findet sich im
Bereich der Brustwirbelsäule, der Rest in etwa
gleicher Verteilung im Bereich der Hals- und
Lendenwirbelsäule.
In der Beziehung zwischen Rückenmark und
Tumor stellt die harte Rückenmarkshaut eine
wichtige Grenze dar. Anhand dieser Grenzen
werden die spinalen Tumoren wie folgt
eingeteilt:
• außerhalb der harten Rückenmarkshaut
(extradural)
• innerhalb der harten Rückenmarkshaut
(intradural):
• außerhalb des Rückenmarks (extramedullär)
• innerhalb des Rückenmarks (intramedullär)
Symptome
Als häufigstes Erstsymptom finden sich Schmerzen, insbesondere bei Tumoren, die außerhalb
des Rückenmarks wachsen. An zweiter Stelle
sind Störungen der Bewegung zu nennen,
deren Ausprägung in hohem Maß vom Sitz
des Tumors abhängig ist. An dritter Stelle
stehen Gefühlsstörungen, die manchmal durch
ihre Grenze gegenüber den intakten Gefühlszonen die Lokalisation des Tumors erkennen
lassen. Auch Störungen der Blasen- oder Mastdarmfunktion sind Symptome, die durch einen
spinalen Tumor bedingt sein können.
Oft hat das Tumorwachstum zum Zeitpunkt der
Diagnosestellung bereits zu einer zumindest
teilweisen Querschnittslähmung geführt, so
dass rascher Handlungsbedarf besteht.
Diagnostik
Neben der körperlichen Untersuchung, durch
die unter Umständen schon eine recht exakte
Lokalisation des Tumors möglich sein kann,
müssen Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule
angefertigt werden. Das Verhältnis des Tumors
zum Rückenmark spielt bei der Auswahl der
Behandlungsmöglichkeiten eine entscheidende
Rolle. Zur Klärung dieser Frage muss eine Kernspintomographie der Wirbelsäule durchgeführt
werden. Zur genauen Beurteilung der Rückenmarksfunktionen sind häufig zusätzlich elektrophysiologische Untersuchungen zur Messung
des Stromflusses in den Muskel- und Nervenfasern erforderlich.
Behandlung
Abhängig vom allgemeinen Zustand, der
Beschwerdeausprägung sowie den Ergebnissen
der obengenannten Untersuchungen kann eine
speziell auf den betroffenen Patienten ausgerichtete Behandlungsstrategie festgelegt
werden. Im Wesentlichen kommen eine
Operation oder eine Bestrahlung/Chemotherapie,
beziehungsweise eine Kombination dieser
Verfahren in Betracht.
Sollten die Risiken der Operation zu hoch,
beziehungsweise eine chirurgische Entfernung
der Raumforderung nicht möglich sein, ist eine
Bestrahlung, eventuell kombiniert mit einer
Chemotherapie, der erste Behandlungsschritt.
In der Regel wird jedoch eine chirurgische Entfernung des Tumors angestrebt. Dies erfolgt in
den meisten Fällen über einen Schnitt im
Rücken an der Stelle, wo sich der Tumor befindet. Zusätzlich müssen hierbei Anteile der
knöchernen Wirbelbögen entfernt werden.
Insbesondere bei innerhalb des Rückenmarks
wachsenden oder sehr ausgedehnten Tumoren
ist unter Umständen eine vollständige Entfernung (Resektion) nicht zu erreichen. Vorrangiges Ziel in diesen Fällen ist die Druckentlastung
(Dekompression) des Rückenmarks. Sollte der
Tumor durch eine Beteiligung der Wirbelkörper
bereits eine Instabilität der Wirbelsäule verursacht haben, müssen gegebenenfalls stabilisierende Verfahren, eventuell in einem zweiten
Eingriff, vorgenommen werden. Hierzu zählen
das Einsetzen von Stütz- und Fixierungshilfen
aus Titan (Fixateur), aber auch die Injektion
spezieller Kunststoffe in den befallenen Wirbelkörper (Vertebroplastie).
Um die Gefahr einer bleibenden Nerven- oder
Rückenmarksschädigung zu minimieren werden
diese Operationen unter Zuhilfenahme eines
Mikroskops in mikrochirurgischer Technik
durchgeführt. Zusätzlich werden die Funktionen
des Rückenmarks während der Operation
kontinuierlich durch spezielle Messverfahren
(Neuromonitoring) überwacht.
Über Art und Ausmaß des Eingriffes unter
Berücksichtigung möglicher Risiken und Komplikationen werden Sie vor der Operation durch
den behandelnden Arzt im Detail informiert.
Nachsorge
Der postoperative Verlauf ist stark von der Art
des Tumors sowie vom Ausmaß der chirurgischen Entfernung abhängig. Sie werden am Tag
nach der Operation durch den Operateur über
den Verlauf des Eingriffs informiert. Im Rahmen
dieses Gespräches werden Ihnen Einzelheiten
hinsichtlich der Stabilität der Wirbelsäule,
Ausmaß der Tumorentfernung und ob weitere
Eingriffe erforderlich sind, erläutert. Bitte
bedenken Sie, dass das endgültige Ergebnis
der feingeweblichen Untersuchung, welches
entscheidenden Einfluss auf die weitere Behandlung hat, in der Regel erst nach etwa einer
Woche vorliegt.
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