Der Grad der Qualitätsunkenntnis bei verschiedenen Gütertypen

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Der Grad der Qualitätsunkenntnis bei verschiedenen Gütertypen
Güterart
Neoklassisch homogenes Gut
Such- bzw. Inspektionsgut
Erfahrungsgut
Vertrauens- oder Glaubensgut
Charakteristika
Qualität ist bereits vor
Vertragsabschluss vollständig
bekannt.
Qualität ist vor Vertragsabschluss
zu geringen Kosten erkennbar.
Qualität wird erst nachdem Konsum
des Gutes vollständig bekannt,
vorher ist sie nur unter relativ hohen
Kosten zu beurteilen.
Qualität kann weder vorher noch
nachher eingeschätzt werden.
Quelle: Fritsch/Wein/Ewers (2005), S. 287
Grad der potenziellen
Informationsasymmetrie
Null
Gering
Mittel
Hoch
Adverse Selektion
(bei Informationsasymmetrien zu Lasten der Nachfrager)
-
Verfügen die Nachfrager nur über unzureichende Qualitätskenntnisse, werden sie ihre Qualitätserwartungen
und dementsprechend ihre Zahlungsbereitschaft an den Durchschnittsqualitäten der betreffenden
Leistungen ausrichten.
-
Anbieter werden Leistungen mit hoher Qualität vom Markt nehmen.
-
Damit
sinkt
die
Durchschnittsqualität
aller
am
Markt
angebotenen
Zahlungsbereitschaft der Nachfrager nimmt weiter ab.
-
....
-
am Ende des Prozesses wird nur noch die schlechteste Qualität angeboten.
Leistungen
und
die
Adverse Selektion
(bei Informationsasymmetrien zu Lasten des Anbieters)
-
Ein risikoneutraler Anbieter von Krediten oder Versicherungen, wird den Preis für seine Leistung derart
kalkulieren, dass er im Durchschnitt keinen Verlust erleidet.
-
Gute Risiken werden auf eine Inanspruchnahme verzichten.
-
Der Anteil an schlechten Risiken steigt dadurch und erzwingt eine Preiserhöhung.
-
....
-
am Ende des Prozesses wird der Vertragsbestand ausschließlich die allerschlechtesten Risiken umfassen,
die einen entsprechend hohen Preis zahlen müssen.
Moralisches Risiko (moral hazard) bei Versicherungen
-
Versicherungsnehmer führt durch sorgloses Verhalten einen Schadensfall herbei und der Versicherer
muss für den Schaden eintreten, obwohl es durch den Versicherungsnehmer hätte verhindert können.
-
Verletzung der Sorgfaltspflicht kann von der Versicherung nicht antizipiert und kann im nachhinein
auch nicht erkannt werden.
-
Moral Hazard hat letztlich zur Folge, dass die Preise für die Leistung ansteigen werden, da der
Versicherer dieses Risiko einkalkulieren muss. So kann es wieder zur adversen Selektion kommen.
Lösungen des Marktes bei Problemen asymmetrischer Informationsverteilung
Screening:
Signaling:
Die schlechter informierte Marktseite
verbessert seinen Informationsstand.
Die besser informierte Marktseite
stellt Informationen bereit.
● Selbstinformation
● Aufbau von Reputation
● Informationsbeschaffung über Dritte
● Garantieversprechen
● Verträge mit Selbstbehalt
● Schadensfreiheitsrabatte
Mögliche wirtschaftspolitische Maßnahmen
Staat kann Anbieter von Gütern, bei denen im besonderen Maße Informationsasymmetrien zu Lasten
der Nachfrager drohen, dazu verpflichten, über wichtige Produkteigenschaften zu informieren:
dieses Mittel wird z.B. bei Medikamenten angewandt.
Der Staat stellt Informationen zur Verfügung bzw. unterstützt deren Bereitstellung:
dazu zählt die Arbeit der Stiftung Warentest, die Produkte auf verschiedene Eigenschaften hin testet
und die Ergebnisse publiziert.
Setzung von Mindeststandards und subjektiven Marktzugangsbeschränkungen
Beispiele sind Lebensmittelvorschriften oder der „große Befähigungsnachweis“ im Handwerk
Verpflichtung zu Garantie
Sozialversicherungspflicht
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