Entwicklung schizophrenen Wahns

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Psychose
 Definition über den Schweregrad der Erkrankung:
o Psychiatrische Erkrankungen, bei der die Beeinträchtigung der psychischen
Funktionen ein so großes Ausmaß erreicht hat, dass dadurch Einsicht und
Fähigkeit, einigen der üblichen Lebensanforderungen zu entsprechen, oder
der Realitätsbezug erheblich gestört sind.
 Abgewandelte Definition über Schweregrad:
o Psychische Erkrankung, bei denen eine produktive Symptomatik im Form
von Gedächtnisstörungen, Denkzerfahrenheit, Wahn, Halluzinationen,
Ich-Störungen vorliegt (= implizite Beschränkung auf Schizophrenie,
manche melancholische Depressionsformen und bestimmte organische
Störungen)
Schizophrenie
Abnorme Erlebnisweisen
Akustische/Verbale
Halluzinationen
Leibhalluzinationen
Halluzinationen auf
anderen Sinnesgebieten
Symptome 1. Ranges
Dialogische Stimmen
Kommentierende Stimmen
Gedankenlautwerden
Leibliche
Beeinflussungserlebnisse
-
Schizophrene Ich-Störungen Gedankeneingebung
Gedankenentzug
Gedankenausbreitung
Willenbeeinflussung
Wahnwahrnehmung
Wahn
Symptome 2. Ranges
Sonstige akustische
Halluzinationen
Coenästhesien i.e.S.
Optische Halluzinationen
Olfaktorische
Halluzinationen
Gustatorische
Halluzinationen
-
Einfache Eigenbeziehung
Wahneinfall
Diagnostisches Kriterium:
 psychotische Episode mit entweder mindestens einem der unter 1. aufgezählten
Syndrome, Symptome und Anzeichen oder mit mindestens zwei der unter 2.
aufgezählten Symptome und Anzeichen.
Formale Denk- und Sprachstörungen
-
-
-
-
-
Denkverlangsamung ( bei Depression, Schizophrenie)
o Schleppender, mühsamer Gedankengang mit zähfließender Sprache und
langsamer Reaktion.
o Wenn zusätzlich die Denkinhalte im Sinne einer Gedankenleere fehlen
 Denkverarmung
Denkhemmung ( bei melancholische Depression, Schizophrenie)
o Denken, Konzentrations- und Merkfähigkeit als gebremst, wie gegen einen
Wiederstand, empfunden, der trotz Mühe nicht überwunden werden kann.
o Kann ausschließlich subjektiv wahrgenommen werden oder von
objektivierbarer Denkverlangsamung begleitet sein.
o Beispiel: „Ich komme mit den Gedanken plötzlich nicht mehr zu Ende, wie
eine Sperre.“ „Wenn ich fernsehe, komme ich nach kurzem nicht mehr mit,
weil ich mich jetzt anstrengen muss, schnell genug mitzudenken.“
Grübeln, Einengung
o Verhaftetsein auf wenige Themen; unablässiges Beschäftigsein mit meist
unangenehmen Themen.
Ideenflucht ( bei Manie, Schizophrenie)
o Immer neue Einfälle im Gespräch
o Keine straffe Zielvorstellung des Denkens
o Ständig wechselnde Denkziele aufgrund dazwischenkommender Assoziationen
o Sätze nicht zu Ende gesprochen, jede Ablenkung/Assoziation wird
aufgegriffen
o Oft mit Logorrhoe
o Unterschied zu Zerfahrenheit  Untersucher kann dem Gedankengang noch
folgen oder die Assoziationen im Gespräch nachvollziehen
o Beispiel: Patient erzählt über seinen Beruf, sieht Mitpatienten  erklärt dessen
Probleme  charakterisiert den Untersucher  ...
Zerfahrenheit ( Typisch für Schizophrenie)
o Auflösung des logischen Zusammenhangs eines Gedankenganges
o Zusammenhänge eines Gedankens nicht nachvollziehbar
o Gedanken stehen beziehungslos nebeneinander
 bei schizophrenen „assoziative Lockerung“
o Merkmale der Zerfahrenheit
 Paralogik
 Der treffende sprachliche Ausdruck wird verfehlt, der sich
eigentlich anbietende Wortsinn wird unterdrückt und durch
einen anderen ersetzt, der Patient redet an den Fragen vorbei.
 Frage: Bedeutung von „Der Apfel fällt nicht weit vom
Stamm“? Antwort: Ausführung zum Gravitationsgesetz
 Gedankengleiten
 Von einem Thema zum anderen gleiten, ohne dass diese eine
sinnvolle Verbindung haben.
 Bleibt bei nebensächlicher Assoziation stehen und führt den
Gedanken nicht mehr weiter. (Untersucher weiß nicht mehr
worum es geht)
 Frage: Was haben Sie heute gemacht? Antwort:
Gefrühstückt, US-Präsident hat auch gefrühstückt, über
Außenpolitik zur eigenen Mutter.

Faseln
 Springt zusammenhangslos von Thema zu Thema
 zusammenhangslose Elemente und Worte aneinander reihen.
 Syntax (= Paragrammatismus) und Morphologie (=
Neologismus) könne zerfallen bis zum sinnlosen Wort- und
Silbengemisch (= Wortsalat, Schizophasie)
 „Die Würgität meiner Haltlosigkeit kalabriert, Wurdazimt.“
(= Schizophasie mit Neologismen)
Entwicklung schizophrenen Wahns
1. Entwicklungsschritt:
a. Beschwerdekomplex aus kognitiven Wahrnehmungsstörungen
 Irritierende Veränderungen der gewohnten – optischen, akustischen,
olfaktorischen gustatorischen und taktilen – Repräsentanz von
Gegenständen, Mienen, Gesten und Verhaltensweisen.
b. Allopsychische Depersonalisationserlebnisse – Derealisation
 Das verändert Wahrgenommene erscheint so „fremd“, „als ob“ es
nicht wirklich, sondern „unecht“ sei.
2. Entwicklungsschritt:
a. Wahnstimmung
 Überwältigung des „als ob“. Verdacht, dass mit der befremdlich
erlebten Umgebung „tatsächlich“ etwas nicht stimmt.
b. Wahnwahrnehmungen der Stufe 2
 Der Unechtheitsverdacht wird zu Erlebnissen der absichtsvollen
„Gestelltheit“ oder „Gemachtheit“ für die eigene Person präzisiert.
3. Entwicklungsschritt:
a. Wahnwahrnehmungen der Stufe 3
 Das „wie“, „wozu“ und „durch wen“ der „Gestelltheit“ wird durch
wahnhafte Aktualisierung lebensgeschichtlicher Vorgaben „enträtselt“,
„durchschaut“ und „aufgedeckt“.
Wahnkriterien
 subjektive Gewissheit
 Unkorrigierbarkeit
 Unmöglichkeit des Inhaltes
Aufbau des Wahns:
 Wahnstimmung
 Patient hat die Gewissheit, dass etwas „passiert“, gibt Ereignissen nicht
nachvollziehbare Bedeutungen, ohne dass der genaue Inhalt angegeben werden
kann oder konkrete Wahnideen formuliert werden (Anmutungserleben).
Immer starke affektive Beteiligung (Unheimlichkeit, Verändertsein, Angst,
Bedrohung, auch Euphorie oder Glück)
 Beispiel: „Irgendetwas geht hier vor.“ Patient fragt bei alltäglichen
Vorkommnissen ängstlich nach deren Bedeutung, was mit ihm gemacht werde.
 Wahnwahrnehmung (zweigliedrig)
 Die wahnhafte Umdeutung einer an sich richtigen Sinneswahrnehmung. Die
Wahrnehmung erhält eine ihr nicht zukommende falsch, wahnhafte Bedeutung
(Beziehungssetzung ohne Anlass).
Sie ist zweigliedrig: Erst eine Sinneswahrnehmung, dann das falsche Urteil über
die Wahrnehmung. Meist wird die Wahrnehmung auf den Betroffenen selbst
bezogen (= Eigenbeziehung) Die Wahnwahrnehmung gilt von allen
Wahnphänomenen als am charakteristischsten für die Schizophrenie.
 Wahneinfall (eingliedrig)
 Kleinste geistige Einheit des Wahns. Plötzliches einfallen von wahnhaften
Meinungen (= Wahneinfall) oder dauerhaftes wahnhaftes Denken (= Wahnidee,
Wahngedanken)
Unterschiede zwischen Halluzination und Illusion
Illusion:
 Etwas wirklich gegenständlich Vorhandenes wird für etwas anderes gehalten, als es
tatsächlich ist, oder einer realen Wahrnehmung wird etwas hinzugefügt.
Beispiel:
Ängstliches Kind verkennt nachts Büsche als Personen
Halluzination:
 Wahrnehmungerlebnisse ohne entsprechende Reizquelle. Die Erlebnisse werden für
wirkliche Sinneswahrnehmungen gehalten. Typisch bei Schizophrenie (v.a.
akustische Halluzinationen), manchen organischen Störungen (v.a. optische
Halluzinationen), selten bei affektiven Störungen.
Neuroleptika
Schizophrene Psychosen: (gehäuft bei jüngeren Patienten )
-
Leitsymptome:
o Antriebsstörung mit Aktivitätsverlust bis zum Stupor (= Erstarrung)
o Psychomotorische Erregung
o Denkstörungen
o Affektstörungen mit Gefühlsleere, Kontaktunfähigkeit, Abstumpfung
o Sinnestäuschungen mit Halluzinationen (akustisch)
o Wahnideen
o Ich-Störungen mit der Überzeugung der Fremdbestimmung von Gedanken
plus Symptomatik
- Wahn
- Halluzinationen
- Denkzerfahrenheit
minus Symptomatik
- gedanklicher und sprachlicher
Verarmung
- Antriebsstörungen
- sozialer Rückzug
- kognitive Defizite
Schizophrenie  klassische psychiatrische Indikation für
 NEUROLEPTIKA
Akute Schizophrenie spricht besser auf Neuroleptika an als chronische.
Neuroleptische Wirkung geht einher mit extrapyramidal-motorischer Wirkung.
Atypische Neuroleptika
 ohne extrapyramidal-motorische Wirkung  Clozapin!!
 Bindung an D4-Rezeptoren
Wirkung: sedierend, dämpfend, antipsychotisch (max. antipsychotischer Effekt erst
nach mehreren Monaten)
 NW: anticholinerg, Neutropenie, Agranulocytose
Indikation: Schizophrenie
-
-
akute Wirkung der Neuroleptika:
o psychomotorische Dämpfung
o vegetative Effekte
 als Sedativum
bei Dauergabe  Antipsychotische Wirkung
Wirkmechanismus:
- Blockade postsynaptischer dopaminerger Rezeptoren im ZNS
 Blockade von D2-Rezeptoren
 antipsychotische Eigenschaft
-
Außnahme:
o Clozapin  Bindung an D4-Rezeptoren  atypische NL
 ohne extrapyramidal-motorische Wirkung
Wirkung:
-
Antipsychotisch  Minderung der Symptomatik (keine Heilung)
Psychomotorische Dämpfung, Sedation
Ataraktisch = Dämpfung von Erregung und Aggressivität
„Je ausgeprägter die antipsychotische Wirkung eines Neuroleptikums, desto geringer die
dämpfende / sedierende Komponente.“
Gute Beeinflussung  akut auftretender Plus-Symptomatik der Schizophrenie
Kaum Beeinflussung  Minus-Symptomatik
1. Konventionelle Neuroleptika
a. Hochpotente
b. Niedrigpotente
c. Depot-Neuroleptika
2. Sog. „atypische Neuroleptika“
Akut Behandlung:
- Regelfall: orale Gabe hochpotenter Neuroleptika
Niedrigpotente Neuroleptika
Phenothiazine / Thioxanthene
Schwach antipsychotisch
Stärker sedierend
Selten extrapyramidal-motorische Störungen
Stärkere vegetative Störungen
Kadiotoxisch
Hochpotente Neuroleptika
Butyrophenone
Stark antipsychotisch
Gering sedierend
Häufig extrepyramidal-motorische Störungen
Geringe vegetative Störunge
Geringe kardiale Störungen
Wirkungseintritt in 3 Phasen:
1. Phase:
a. sedierender, schlafanstoßender Effekt
b. Psychomotorische Dämpfung
c. Kreislaufregulationsstörungen
d. u.U. Frühdyskinesien
2. Phase:
a. Antriebsminderung bleibt erhalten
 Vegetative Begleiterscheinung 
3. Phase:
a. Antipsychotisch
b. Krankheitseinsicht
Nebenwirkungen:
-
extrapyramidal-motorische Störungen
o Frühdyskinesien:
 Zu Beginn; meist erste Behandlungswoche. Auch bei plötzlicher
Dosiserhöhung oder Reduktion, hauptsächlich bei hochpotenten
Neuroleptika.
 krampfartiges Herausstrecken der Zunge, Blickkrämpfe, Ophistotonus,
Hyperkinesien der mimischen Muskulatur, ...
 Therapie: Anticholinergika Biperiden
o Parkinsonoid:
 Nach ein- bis zweiwöchiger Behandlung. Häufiger bei hochpotenten
NL. Auch bei Reduktion von hohen Dosen.
 Einschränkung der Feinmotorik, dann der allgemeinen motorischen
Beweglichkeit und Verlust der Mitbewegung.
 Hypo- oder Amimie
 Kleinschrittiger Gang
 Erhöhung des Muskeltonus (Rigor)
 ....
 Therapie: Anticholinergika Biperiden + Dosisreduktion
Je stärker anticholinerge Wirkung eines Neuroleptikums (z.B. Clozapin), umso geringer die
Neigung zu Frühdyskinesien + Parkinsonoid
o Akathasie:
 Häufiger bei hochpotenten NL
 Quälende Unruhe
 Unfähigkeit sitzenzubleiben / Drang zu ständiger Bewegung
o Spätdyskinesien:
 Meist nach jahrelanger Behandlung
 Hyperkinetische Dauersymptome manchmal mit
 Diskreten, Intensiven, Abnormen, Unwillkürlichen, Stereotypen
Bewegung
v.a. im Bereich der Zungen- Mund und Gesichtsmuskulatur
 Pathogenese der Spätdyskinesie:
 Up-Regulation der Dopaminrezeptoren
 Therapie: Absetzen des Neuroleptikums (obwohl es dabei die Dyskinesie
verschlechtert), Wechsel auf Clozapin, Wirksamkeit GABAerger Substanzen
wie Valproat, Baclofen, Benzodiazepine, Amantadin
Dyskinesie
Latenz
Frühdyskinesie
Stunden – Tage
Rückbildung
Rasch
Therapie
Parkinsonoid
Akathasie
Wochen – Monate Wochen –
Monate
Langsam
Langsam
Spätdyskinesie
Monate – Jahre
Sehr langsam,
teil irreversibel
Anticholinergika 1.Anticholinergika 1.Dosisreduktion 1.Drug holiday
2.Dosisreduktion 2.Präparatwechsel 2.Clozapin
Schizophrene Psychosen
Ätiologie:
 multifaktoriell
-
-
familiäre Häufung
Vulnerabilität
Stress
o Somatisch und psychisch belastende Lebensereignisse
o Psychosoziale Überstimulation
o Kommunikative Konfliktsituationen
Schizoide Primärpersönlichkeit
o Kühle, meist ruhelose, träumerisch-exzentrische oder einsame Menschen die
außerdem schüchtern, sensitiv und misstrauisch wirken
Symptomatik
-
Denkstörungen
o Zerfahrenheit
o Denkhemmung/Gedankenabreißen/-sperrung
o Begriffsverschiebung
 Ein Begriff wird durch einen anderen belegt oder nicht in seinem
ursprünglichen Kontext verwendet.
o Symboldenken
 Denken nicht in abstrakten Begriffen, sondern mit Symbolen, die
andere Begriffe oder Komplexe Inhalte bedeuten können.
-
Sprachstörungen
o Verbigerationen: stereotypes, auch rhythmisches Wiederholen von Wörtern
und Satzteilen
o Kontamination: unübliches Zusammenfügen von Wörtern zu einem neuen
Begriff  Glasverrenkung
o Neologismen: Wortneubildungen, die nur für den Patienten selbst eine
sprachliche Bedeutung haben.  „Makulamana ist laki geblieben im Wift.“
-
Ich-Erlebnisstörungen
Störungen des Meinhaftigkeit:
Eigene seelische Vorgänge, Akte und Zustände werden als von außen und
von anderen „gemacht“ erlebt.
o Gedankeneingebung
o Gedankenentzug
 Gedanken werden dem Patienten von außen weggenommen
o Gedankenausbreitung (Gedankenlautwerden)
 Patient hat das Gefühl, dass andere unmittelbar an seinen Gedanken
teilhaben können
o Willensbeeinflussung
-
Störung der Affektivität
o Ambivalenz

Gleichzeitiges Auftreten unvereinbarer, gegensätzlicher
Gefühlsregungen oder widersprüchlicher Strebungen. Der Gegensatz
wird nicht bewusst erlebt.
o Autismus
 Verlust der Realitätsbeziehung
 Abkapselung von der Umwelt
o Parathymie
 Gefühlreaktionen entsprechen nicht dem Gesagten bzw. dem jeweiligen
Gedankeninhalt.
 Pat. bringt grausigste Ideen lächelnd vor oder weint über Belangloses
-
Wahnvorstellungen und Sinnestäuschungen
o In der Schizophrenie häufig vorkommende Formen des Wahns:
 Beziehungswahn
 Bedeutungswahn
 Beeinträchtigungswahn
 Verfolgungswahn
 Größenwahn
 Verarmungswahn
 Erklärungswahn
o Primäre Wahnerlebnisse sind:
 Wahnstimmung
 Wahneinfall
 Wahnarbeit
-
Halluzinationen (akustische)
-
Störung des Antriebs und der Psychomotorik
o Stupor
 Zustand gespannter Reglosigkeit
 Pat. hellwach, spricht und bewegt sich aber kaum noch
o Katatone Erregungszustände
 Stürmische Bewegungsunruhe  Tobsucht
 Unbändiger Rededrang
 Schreien, Heulen, Schimpfen mit Gefahr der Selbstverletzung oder
Angriffe auf Personen in Umgebung
o Automatismen
 Bestimmte Bewegungsabläufe / Redensarten werden ständig wiederholt
o Katalepsie
 Körperteile in bestimme Stellung gebracht  verharrt darin
o Negativismus
 Pat. verweigert sich jeder äußeren Einwirkung oder macht das
Gegenteil von dem, was vom auslösenden Motiv her erwartet wird.
o Mutismus
 Beharrliches Schweigen bei intaktem Sprechorgan
Plus- und Minussymptomatik
Plussymptomatik
- Wahn
- Halluzinationen
- Denkzerfahrenheit
- Erregtheit
- Bizarres Verhalten
Minussymptomatik
- Sprachverarmung
- Antriebsverlust, Apathie
- Affektverflachung
- Aufmerksamkeitsstörungen
- Anhedonie
Diagnostik
Die Diagnose darf nur gestellt werden, wenn alle organischen und exogenen Faktoren
ausgeschlossen werden.
Akutes Stadium 
Abnorme Erlebnisweisen
Akustische/Verbale
Halluzinationen
Leibhalluzinationen
Halluzinationen auf
anderen Sinnesgebieten
Symptome 1. Ranges
Dialogische Stimmen
Kommentierende Stimmen
Gedankenlautwerden
Leibliche
Beeinflussungserlebnisse
-
Schizophrene Ich-Störungen Gedankeneingebung
Gedankenentzug
Gedankenausbreitung
Willenbeeinflussung
Wahnwahrnehmung
Wahn
Symptome 2. Ranges
Sonstige akustische
Halluzinationen
Zönästhesien i.e.S.
Optische Halluzinationen
Olfaktorische
Halluzinationen
Gustatorische
Halluzinationen
-
Einfache Eigenbeziehung
Wahneinfall
Chronisches Stadium 
Denkstörungen, vor allem Denkzerfahrenheit
Störungen der Affektivität
Affektivität verflacht und wird zum Teil inadäquat
Ambivalenz und Autismus
Therapie
Medikamentöse Therapie:
-
Neuroleptika
 Wirkung: je nach Präparat  starke dämpfende bzw. normalisierende Wirkung
hinsichtlich psychomotorischer Erregung, aggressiver Verhaltensweisen, affektiver
Spannungen, psychotischer Wahrnehmungsstörungen und Wahngedanken.
Halluzinationen werden rückläufig und quälende Wahnerscheinungen nehmen ab
Denkstörungen, Autismus und Antriebsstörungen sprechen weniger gut an.
o Auswahl der Medikamente je nach Zielsymptomatik
 Hochpotente Neuroleptika
 Bei akuten Krankheitszuständen, produktiv-psychotischer
Symptomatik, starker motorischer Erregung
 Haloperidol oder Flupentixol
 niederpotente Neuroleptika
 zusätzlich bei psychomotorischer Unruhe, Schlafstörungen usw.
 Levopromazin, Promethazin
Atypische Neuroleptika
 ohne extrapyramidal-motorische Wirkung  Clozapin!!
 Bindung an D4-Rezeptoren
Wirkung: sedierend, dämpfend, antipsychotisch (max. antipsychotischer Effekt erst
nach mehreren Monaten)
 NW: anticholinerg, Neutropenie, Agranulocytose
Indikation: Schizophrenie
„Je ausgeprägter die antipsychotische Wirkung eines Neuroleptikums, desto geringer die
dämpfende / sedierende Komponente und vegetative Nebenwirkungen.“
Akute Schizophrenie spricht besser auf Neuroleptika an als chronische.
Neuroleptische Wirkung geht einher mit extrapyramidal-motorischer Wirkung.
Wirkmechanismus:
- Blockade postsynaptischer dopaminerger Rezeptoren im ZNS
 Blockade von D2-Rezeptoren
 antipsychotische Eigenschaft
-
Außnahme:
o Clozapin  Bindung an D4-Rezeptoren  atypische NL
 ohne extrapyramidal-motorische Wirkung
Nebenwirkungen:
-
extrapyramidal-motorische Störungen
o Frühdyskinesien:
 Zu Beginn; meist erste Behandlungswoche. Auch bei plötzlicher
Dosiserhöhung oder Reduktion, hauptsächlich bei hochpotenten
Neuroleptika.
 krampfartiges Herausstrecken der Zunge, Blickkrämpfe, Ophistotonus,
Hyperkinesien der mimischen Muskulatur, ...
 Therapie: Anticholinergika Biperiden
o Parkinsonoid:
 Nach ein- bis zweiwöchiger Behandlung. Häufiger bei hochpotenten
NL. Auch bei Reduktion von hohen Dosen.
 Einschränkung der Feinmotorik, dann der allgemeinen motorischen
Beweglichkeit und Verlust der Mitbewegung.
 Hypo- oder Amimie
 Kleinschrittiger Gang
 Erhöhung des Muskeltonus (Rigor)
 ....
 Therapie: Anticholinergika Biperiden + Dosisreduktion
Je stärker anticholinerge Wirkung eines Neuroleptikums (z.B. Clozapin), umso geringer die
Neigung zu Frühdyskinesien + Parkinsonoid
o Akathasie:
 Häufiger bei hochpotenten NL
 Quälende Unruhe
 Unfähigkeit sitzenzubleiben / Drang zu ständiger Bewegung
o Spätdyskinesien:
 Meist nach jahrelanger Behandlung
 Hyperkinetische Dauersymptome manchmal mit
 Diskreten, Intensiven, Abnormen, Unwillkürlichen, Stereotypen
Bewegung
v.a. im Bereich der Zungen- Mund und Gesichtsmuskulatur
 Pathogenese der Spätdyskinesie:
 Up-Regulation der Dopaminrezeptoren
 Therapie: Absetzen des Neuroleptikums (obwohl es dabei die Dyskinesie
verschlechtert), Wechsel auf Clozapin, Wirksamkeit GABAerger Substanzen
wie Valproat, Baclofen, Benzodiazepine, Amantadin
Dyskinesie
Latenz
Frühdyskinesie
Stunden – Tage
Rückbildung
Rasch
Therapie
Parkinsonoid
Akathasie
Wochen – Monate Wochen –
Monate
Langsam
Langsam
Spätdyskinesie
Monate – Jahre
Sehr langsam,
teil irreversibel
Anticholinergika 1.Anticholinergika 1.Dosisreduktion 1.Drug holiday
2.Dosisreduktion 2.Präparatwechsel 2.Clozapin
Elektrokrampfbehandlung
 Ströme von 400-800 mA mit 60 – 130 Volt, 1 bis 6 sec. Lang zwischen zwei an
den Schläfen angelegten Elektroden durch den Kopf geleitet
 Vor Einführung der medikamentösen Therapie  wichtigste
Behandlungsmaßnahme bei unbeherrschbaren katatonen Zuständen.
 Heute: Indikation schwerste Formen der perniziösen Katatonie
 akut tödlich verlaufende Katatonie mit hohem Fieber,
Elektrolytstörungen, Exikkose und Kreislaufstörungen.
 Katatones Syndrom = Kombination von psychischen und motorischen Störungen
mit bizarren Verhaltensweisen. Auffallend sind häufig eckige oder gezierte Bewegungen, die
Patienten zeigen häufig Stereotypien, leere Rituale oder Manierismen, in denen bestimmte
Bewegungen wiederholt werden (Rumpfschaukel, Klopfen mit der Hand, Grimassieren usw.)
Psychotherapie
 Psychotherapeutische Gespräche
 Soziotherapie
 Verhaltenstherapie
Affektive Psychosen
 manisch-depressives Irresein
Def.:
- krankhafte Verstimmung mit Beeinflussung und Beeinträchtigung des Erlebens der
Wirklichkeit.
- Psychopathologische Kennzeichen = depressives und manisches Sydrom
 vorübergehende, meist restlos heilende, aber wiederkehrende,
miteinanderabwechselnde oder durchmischende Zustände von Traurigkeit und
Hemmung (Depression) oder Heiterkeit und Erregung (Manie).
 beide Formen können bei einem Patienten
abwechseln (bipolarer Verlauf) oder aber
einzeln auftreten (monopolarer Verlauf,
überwiegen zu 60%)
Endogene Depression
Begriff „endogen“ = überholt
 heute versteht man darunter Krankheiten unbekannter bzw. nicht eindeutiger
Genese.
-
traurige Verstimmung (Schwermut, Trübsinn, Niedergeschlagenheit,
Hoffnungslosigkeit) häufig ohne erkennbaren äußeren Anlaß
das Erleben eines unbegreiflichen Gefühls der Leere, des Nicht-fühlenKönnens
Symptome
-
-
-
melancholische Grundstimmung:
o Gefühl der Gefühllosigkeit  Unfähigkeit zur wärmeren Anteilnahme,
zur lebhafteren Gemütsregung, Lust-, Interessen-, Freund- und
Hoffnungslosigkeit  „das Syndrom der „-losigkeit“
Willenshemmung (Antriebsarmut)
o Gefühl er Entschluss- und Handlungsunfähigkeit, schleppender Gang,
schlaffe und gebeugt Haltung, langsame und zögernde Sprache, Stimme
wenig moduliert und monoton, Mundwinkel herabgezogen,
Nosolabialfalten vertieft.
o Patient kann sich zu nichts aufraffen, braucht für die einfachsten
Verrichtungen (Aufstehen, Ankleiden, Essen usw.) unmäßig lange Zeit,
kommt in der Arbeit nicht voran und versagt im Dienst, was ein
Minderwertigkeitsgefühl erzeugt und die Verstimmung reaktiv
verstärkt.
Denkhemmung
-
-
o Dem Patienten fällt nichts ein, im Gespräch unproduktiv und einsilbig,
kann dem Gedanken nur schwer folgen
o Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit sind beeinträchtigt
o Denken dreht sich immer nur um ein Thema, selbstquälerisches
Grübeln
Wahnhafte depressive Ideen
o Minderwertigkeits-, Versündigungs-, Verarmungs- und
Krankheitswahn (hypochondrische Idee)
o Versündigungsideen  führt zu Selbstvorwürfen
Entfremdungserlebnisse
o Depersonalisation : Gedanken und Gefühle, auch Teile des Körpers als
fremd, nicht mehr zum Ich gehörig emfunden
o Derealisation: Umwelt, eigene Wohnung, Mitmenschen erscheinen
fremd, unwirklich, wie durch eine Glaswand getrennt
Vital-vegetative Symptome
Endogene Depressionen häufig mit vital-vegetativen Depressionen einher
 Verlust der Libido und sexueller Ansprechbarkeit
 Appetitlosigkeit mit Gewichtsverlust Obstipation, gelegentlich Amenoroe
 Schlafstörungen, Störungen der zirkadianen Rhythmik
 Druckgefühl in verschiedenen Bereichen des Körpers
Endogene Manie
Manie = Gegenstück der Depression
 grundlose, euphorisch-gehobene, ansteckend-unbeschwerte oder gereizte,
keinen Widerstand duldende Grundstimmung
Symptome
-
-
-
gehobene Grundstimmung
o übermütige, rosige, strahlende Laune gekennzeichnet
o Patient wirkt humorvoll und optimistisch
o Manchmal jedoch gereizt und zornig
Antriebssteigerung
o Erhöhter, kaum zu bremsender Aktivitätsdrang, in Betriebsamkeit und
ungehemmten Pläneschmieden
o Patient empfindet vermehrte Körper- und Geisteskräfte
o Schläft kaum noch und meint keinen Schlaf zu benötigen
o Sexuell leichter ansprechbar
o Starke Selbstüberschätzung  übersteigertes Überlegenheitsgefühl 
Größenwahn
Ideenflucht
o Typische Denkstörung des Manikers
o Denken folgt allen Assoziationen oft oberflächlicher Art
o Pausenloses Reden
o Springt von einem Thema zum andren
o Verliert sich in Nebensächlichkeiten
Vital-vegetative Störungen
-
-
ebenso bei Manie wie bei depressiver Erkrankung
Schlafstörungen überwiegen
 diese werden aber seitens des Manikers als eine Überlegenheit, eine
gesteigerte Leistungsfähigkeit interpretiert  nicht als quälend empfunden
durch sexuelle Enthemmung, unüberlegte Aktivitäten, besserwisserische
Fehlhandlungen  Patient in soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten
Therapie der Manie
o hochpotente Neuroleptika (Haloperidol)
o bei anhaltender Erregung auch in Kombi mit niedrigpotenten Neuroleptika
o Lithiumsalze in Kombi mit Neuroleptika
 Wirkung von Lithium: langsame Normalisierung der expansiveuphorischen Grundstimmung und in einer Reduktion des überschießenden
Antriebs.
 Lithium zur prophylaktischen Behandlung manisch-depressiver oder
schizoaffektiver Psychosen.
Suizidalität
- viele depressive Patienten  suizidgefährdet, besonders ältere Patienten, die vor der
Erkrankung aktiv und entscheidungsfreudig waren und die Depression als ein
Versagen ansehen
- Bei gehemmt-depressiven Patienten kann es unter antidepressiver Therapie zu
einer Antriebssteigerung ohne gleichzeitige und ausreichende
Stimmungsaufhellung kommen.  Suizidrisiko ↑↑
Therapie:
Bei endogener Depression  medikamentöse und psychotherapeutische Behandlung
Bei schweren Formen der Depression  Klinikeinweisung  aufgrund Suizidgefahr
-
Medikamentöse Therapie
o Trizyklische Antidepressiva (Mittel der Wahl)
 Kurzfristig: Hemmung des präsynaptischen Re-Uptakes von
Noradrenalin und Serotonin
 Langfristig: Reduzierung der erhöhten postsynaptischen β-Rezeptoren
(Down-Regulation)
o Nicht-Trizyklische Antidepressiva
o Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
o Monoaminooxidase Hemmer (MAO-Hemmer)
 bei akuter Suizidalität oder starker Erregung werden auch Tranquilizer
(Benzodiazepine = Anxiolytika) eingesetzt.  Bromazepam, Lorazepam
 Gefahr der Abhängigkeit  kontrollierts ein- und absetzen
„langsames Ausschleichen“
o Trizyklische Antidepressiva:
 Amitriptylintyp:
 Depressionslösend und leicht dämpfend, z.B. Doxepin,
Trimipramin
 Indikation: agitiert-ängstliche Zustände
 Imipramintyp:
 Depressionslösend und psychomotorisch aktivierend, z.B.
Clomipramin, Dibenzepin
 Indikation: vital-depressives Syndrom ohne starke
Antriebshemung
 Desimipramintyp:
 Depressionslösend und psychomotorisch stark aktivierend, z.B.
Desipramin, Nortriptylin
 Indikation: gehemmt-apatisches depressives Syndrom
 Die hemmungslösende Wirkung antriebssteigernder Antidepressiva kann
vor ihrer stimmungsaufhellenden Wirkung eintreten und die Suizidalität
erhöhen. Daher ist Initial die zusätzliche Gabe eines Tranquilizers
erforderlich.
 Nebenwirkungen trizyklischer Antidepressiva
 anticholinerg:
 Mundtrockenheit
 Miktionsstörungen
 Obstipation
 Delir
 zentral:
 erhöhte Krampfanfälligkeit
 Tremor
 Herz/Kreislauf:
 Wirkungsverstärkung endogener und exogener Katecholamine
(durch Hemmung des Monoamin-Reuptake-Mechnismus)
 Kardiotoxisch
 Orthostatische Dysregulation
 Allgemeinsymptome:
 Sedierung, Schlafstörungen, innere Unruhe, Müdigkeit
Übelkeit, Magenschmerzen
 allergische/toxische Reaktionen:
 ferner:
 Appetit- und Gewichtszunahme
 Hyperhidrosis
o SSRI:
 Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, hemmen präsynaptischen „ReUptake“ von Serotonin
 Insgesamt eine aktivierende Wirkung, ist aber grundsätzlich in ihrer
Wirksamkeit mit den Trizyklika vergleichbar.
 Weniger anticholinerge Nebenwirkungen als trizyklische
Antidepressiva
 Indikationen:
 Depressive Syndrome
 Panikstörungen
 Zwangsstörungen
 Nebenwirkungen:

Keine anticholinergen Nebenwirkungen wie bei trizyklischen
Antidepressiva
 Schlafstörungen mit Agitation
 Immunallergische Erkrankung
 Kopfschmerzen, Übelkeit
 Gastrointestinale Störungen
 gleichzeitige Gabe von SSRIs und MAO-Hemmern ist wegen Gefahr
toxischer Serotoninkonzentrationen kontraindiziert.
 Gefährlich ist die antriebssteigernde Wirkung einiger Antidepressiva,
die vor der Stimmungsaufhellung eintritt  Suizidgefahr!
o Lithium:
 Wirkt nicht unmittelbar antidepressiv
 Wirkt antimanisch
 Rezidivprohylaktische Wirkung
 Regelmäßige Serumspiegelbestimmungen
 Therapeutisch = 0.6 – 1.0 mmol/l
 Nebenwirkungen von Lithium:
 ZNS
o Tremor
o Krampfanfälle
 Niere
o Polyurie
o Durst
 Struma
 Gastrointestinal
o Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle
 Muskelschwäche, Müdigkeit
 Gewichtszunahme
 Leukozytose
Störungen der Affektivität
Affektivität = Gesamtheit von Gefühlsleben, Stimmungen und Emotionen sowie Lust und
Unlust
Affekt = kurzfristige, aber heftige Gefühlsregung mit vegetativen Begleiterscheinungen, auch
mit kurzfristiger Einschränkung der Kontrolle und des Bewusstseins
 z.B. Freude, Zorn, Trauer, Begeisterung usw.
Affektlabilität = schneller, meist durch geringfügige Reize auslösbare Stimmungswechsel;
 Vorkommen: normal bei Kindern und Jugendlichen, ferner bei chronischen
organischen Psychosen
Affekthandlung = Handlung aus einem plötzlich aufschießenden Affekt (Wut, Trauer)
ohne kritisches Abwägen
Affektinkontinenz = mangelnde Affektkontrolle und -steuerung, plötzliches, grundloses
Umschwenkung von Lachen zum Weinen;
Vorkommen: organische Psychosen und verwandte Krankheitsbilder
inadäquater Affekt (Parathymie) = eine der Situation oder dem Denken nicht
entsprechende Affektäußerung (z.B. Lachen bei einem Begräbnis)
 Vorkommen: Schizophrenie
Affektarmut (Athymie) = Mangel an affektiver Ansprechbarkeit
 Vorkommen: hirnorganisches Psychosyndrom, Residualzustände schizophrener
Psychosen, so genannte Soziopathien und andere
Ambivalenz = gleichzeitiges Nebeneinander gegensätzlicher, miteinander unvereinbarer
Gefühle, Gedanken, Absichten; ( „Patient möchte die Hand geben, zieht sie
aber gleich wieder zurück“)
 Vorkommen: Schizophrenien, Neurosen
-
Angst
 Qualvolles Gefühl von Beklemmung und Unsicherheit; „dem Unbekanntem
ohne Möglichkeit der Abhilfe ausgeliefert“
o Neurotische Angst:
 Bis zur Panik gesteigerte, frei flottierende, lähmende Angst, die sich
auf kein(e) bestimmte(s) Objekt oder Situation richtet.
- Phobie
sich zwanghaft aufdrängende, inadäquate, irrationale Angst vor bestimmten
Situationen oder Objekten, trotz Einsicht, dass die Befürchtungen unangebracht sind, und
innerer Widerstandgegenüber dieser Angst
 z.B. Agoraphobie = Angst vor offenen Plätzen
Panikattacke
 eine klar abgrenzbare Episode intensiver Angst und Unbehagens, bei der mindestens 4 der
nachfolgend genannten Symptome abrupt auftreten und innerhalb von 10 Minuten einen
Höhepunkt erreichen:
1. Palpitationen, Herzklopfen oder beschleunigter Herzschlag
2. Schwitzen
3. Zittern oder Beben
4. Gefühl der Kurzatmigkeit oder Atemnot
5. Ersickungsgefühle
6. Schmerzen oder Beklemmungsgefühle in der Brust
7. Übelkeit oder Magen-Darm-Beschwerden
8. Schwindel, Unsicherheit, Benommenheit oder der Ohnmacht nahe sein
9. Derealisation (Gefühl der Unwirklichkeit) oder Depersonalisation (sich losgelöst
fühlen)
10. Angst, die Kontrolle zu verlieren oder verrückt zu werden
11. Angst zu sterben
12. Parästhesien (Taubheit oder Kribbelgefühle)
13. Hitzewallungen oder Kälteschauer
Panikstörungen erkennt man an...
... Panikanfällen: plötzlich und unerwartet, kein eindeutiger Auslöser, keine Erklärung
... körperlichen Symptomen: Herzklopfen, Brustschmerz, Ersticken, Schwindel
... psychischen Symptomen: Furcht zu sterben, die Kontrolle zu verlieren, einen
Herzanfall zu bekommen
Suizidalität
Risikofaktoren zur Abschätzung der Suizidalität (Frage: Wie erkenne ich jemanden der
suizidgefährdet ist)
- Suizidhinweise:
o Frühere Suizidversuche
o Selbstmorde in Familie oder Umgebung
o Direkte oder indirekte Suiziddrohungen
o Äußerungen konkreter Vorstellungen über Vorbereitung oder Durchführung
eines Suizids
- Verstärkende Faktoren
o „Unheimliche Ruhe“ nach Unruhe und Suiziddrohungen
o ängstlich-agitiertes Verhalten
o Schuld- und Insuffizienzgefühle
o Affekt- und Aggressionsstauung
o Quälende Insomnie
o Selbstvernichtungs-, Sturz- und Katastrophenträume
- Kritische Situationen
o Beginn und Abklinken depressiver Phasen
o Versündigungs- oder Krankheitswahn
o Biologische Krisenzeiten (Pubertät, Gravidität, Puerperium, Klimakterium)
o Alkoholismus, Toxikomanie
o Unheilbare Krankheiten
- Umweltverhältnisse
o Familiäre Zerrüttung in der Kindheit
o Berufliche und finanzielle Schwierigkeiten
o Kein Aufgabenbereich, kein Lebensziel
o Verlust oder primäres Fehlen mitmenschlicher Kontakte
o Liebesenttäuschungen, Ehescheidung, Vereinsamung
o Keine tragende religiöse Bindung
Zwangsstörung:
Zwangsgedanke:
o Wiederkehrende und anhaltende Gedanken, Impulse oder Vorstellungen, die
zeitweise während der Störung als aufdringelich und unangemessen
empfunden werden und die ausgeprägte Angst und großes Unbehagen
hervorrufen
o Die Gedanken, Impulse oder Vorstellungen sind nicht nur übertriebene Sorgen
über reale Lebensprobleme
o Die Person versucht, diese Gedanken, Impulse oder Vorstellungen zu
ignorieren oder zu unterdrücken oder sie mit Hilfe anderer Gedanken oder
Tätigkeiten zu neutralisieren
o Die Person erkennt, dass die Zwangsgedanken, -impulse oder –vorstellungen
ein Produkt des eigenen Geistes sind (nicht von außen auferlegt wie bei
Gedankeneingebung)
-
Zwangshandlungen:
o Wiederholte Verhaltensweisen (z.B. Händewaschen, Ordnen, Kontrollieren)
oder gedankliche Handlungen (z.B. Beten, Zählen, Wörter leise wiederholen),
zu denen sich die Person als Reaktion einen Zwangsgedanken oder aufgrund
von streng zu befolgenden Regeln gezwungen fühlt
o Die Verhaltensweisen oder die gedanklichen Handlungen dienen dazu,
Unwohlsein zu verhindern oder zu reduzieren oder gefürchteten Ereignissen
oder Situationen vorzubeugen; diese Verhaltensweisen oder gedanklichen
Handlungen stehen jedoch in keinem realistischen Bezug zu dem, was sie zu
neutralisieren oder zu verhindern versuchen, oder sie sind deutlich übertrieben.
-
Therapie:
o Verhaltenstherapie kombiniert mit medikamentöser serotonerger Aktivierung
 Verhaltenstherapie  Exposition mit Reaktionsverhinderung,
„Gedankenstoppen“ u.a.
 Medikamentös  Clomipramin (trizyklische Antidepressiva),
Fluoxetin (SSRI)
Persönlichkleitsstörungen:
Es gibt viele verschiedene (siehe Script), in der Vorlesung hat er nur
 Borderline-Persönlichkeitsstörung erwähnt.
Symptom der Borderline-PS:
 emotional instabil
 impulsiv
 intensive, aber instabile Beziehungen
 (unkontrollierbare oder übermäßige) Wut, Suizidalität /
Selbstverletzungen
 Identitätsstörung
 verzweifelt, Alleinsein verhindern wollen
 chron. Leergefühl
Delir
-
ausgeprägte Bewusstseinstrübung mit begleitender starker psychomotorischer
Erregung und Unruhe.
Charakteristisch = optische, evtl. akustische Halluzinationen mit bedrohlichem
Charakter
Desorientiertheit
Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen
Illusionäre Verkennung der Umgebung
Grobschlägiger Tremor
Vegetativ-vasomotorische Symptome (z.B. starkes Schwitzen)
Vorkommen:
o Alkoholabhängigkeit
o Hohes Fieber
o Intoxikationen
o Medikamententunverträglichkeiten
o Zerebrale Gefäßprozesse
Therapie
o Clomethiazol
 Nur kurzfristig  Abhängigkeitspotential
Gedächtnisstörung im Alter
 Gedächtnisprüfung  WIE?
Therapie:  Genau untersucht
 Krankheit? Ja oder nein
 Hirnstruktur und Funktionsuntersuchung
 wenn Krankheit  Alzheimer
 Multiinfarktdemenz
Gedächtnisstörung ist nicht gleich Demenz!!!
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