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Elektromyografie
Die Elektromyografie (EMG) ist eine Methode der medizinischen Elektrodiagnostik. Dabei
misst man mit Hilfe von Oberflächenelektroden oder Nadelelektroden Aktionspotentiale der
Muskelzellen, die durch die Aktivität der Körpermuskulatur entstehen. Bei dieser
Untersuchung werden bipolare Oberflächen- oder Nadelelektroden in einen Muskel
eingestochen bzw. äußerlich auf einen Muskel angebracht. Die elektrischen Ströme in den
Muskeln werden sowohl im Ruhezustand, als auch bei Anspannung gemessen. Die dann von
den Elektroden aufgenommenen elektrischen Potentiale des Muskels werden über ein
Oszilloskop als Wellenmuster angezeigt. Dabei können Veränderungen des Wellenmusters
Hinweise auf mögliche Muskel- oder Nervenerkrankungen geben. Es werden im Muskel also
die Folgen der Schädigung von Nerven erkannt und Muskelerkrankungen diagnostiziert.
Dabei handelt es sich hauptsächlich um neuromuskuläre Erkrankungen wie beispielsweise
primäre Muskelerkrankungen oder unvollständige Lähmungen der Muskulatur.
Eine besondere Form der Elektromyografie ist das Messen der Nervenleitgeschwindigkeiten
(NLG). Hier wird gemessen wie schnell die Nerven elektrische Impulse weiter leiten können.
Aus dem Vergleich mit Normalwerten ergeben sich dann Hinweise aus Art und Ort einer
Schädigung des Nervens der untersucht wurde. Bei dieser Art der Messung werden Nerven
mit kurzen Stromstössen gereizt, wodurch dann das Reizantwortpotential ermittelt werden
kann. Die Nervenleitgeschwindigkeit ergibt sich somit aus dem Quotienten von Weg- und
Zeitdifferenzen. Die Messung von NLG ist in allen Fällen von neurogenen Schädigungen
bzw. Erkrankungen der Muskulatur von Bedeutung.
Die Elektromyografie lässt sich in zwei Subkategorien einteilen in das klinische und das
kinesiologische EMG. Während beim klinischen EMG hauptsächlich mit Nadel- und
Drahtelektroden gearbeitet wird, um die Potentiale einzelner motorischer Einheiten messen zu
können, beschäftigt sich das kinesiologische EMG, dass meist mit Oberflächenelektroden
agiert, primär mit der Funktion und der Koordination von Muskeln in unterschiedlichen
Bewegungsabläufen und Positionen.
Meilensteine in der Entstehung der Elektromyografie:
1666:
- F. Redi beschreibt als erster Wissenschaftler, dass Muskeln elektrische
Potentiale generieren
1780:
- Luigi Galvani entdeckte durch Experimenten mit präparierten Froschschenkeln
die Kontraktion von Muskeln unter dem Einfluss statischer Elektrizität 
Entdeckung der Bioelektrizität
- er vermutete jedoch das die elektrische Spannung, die die Kontraktion der
Froschmuskeln bewirkte, vom Froschgewebe selbst erzeugt worden sei und
nannte sie „animalische Elektrizität“
1838:
- Carlo Matteucci, Professor der Physik, bewies in einem Versuch, ebenfalls mit
Froschschenkeln, dass biologisches Gewebe wie Nerven und Muskeln durch
willkürliche Kontraktion geringe elektrische Ströme erzeugen
1843:
- Emil Du Bois-Reymond entdeckte das Ruhepotential eines Muskels, das bei
der Kontraktion weniger wird  diese Potentialänderung nannte er Aktionspotential
1849:
- Du Bois-Reymond leitete erstmals elektrische Signale, erzeugt durch
willkürliche Muskelkontraktionen, vom menschlichen Muskel ab
- mit dem von ihm entwickelten besonders empfindlichen Galvanometer
„Multiplikator“ konnte er diese elektrischen Signale messen
1907:
- Piper entwickelte die Metalloberflächenelektroden
- um die Handgreifmuskulatur zu untersuchen, verwendete er neben den
Oberflächenelektroden, ein Kraftmessgerät und einen Galvanometer
Abb. C : Oberflächenelektroden
1922:
- Herbert Gasser und Joseph Erlanger verwendeten die 1897 entwickelte
Braunsche Röhre1 anstatt des Galvanometers und machten somit die
Elektrizität, die von der Muskulatur ausging sichtbar  Messungen wurden
erleichtert und präzisiert
1925:
- Sherrington und Liddell trugen mit ihrem Konzept der motorischen Einheit
wesentlich zum Verständnis der Entstehung von registrierten elektrischen
Signale bei
1929:
- Adrian und Bronk führten die konzentrische Nadelelektrode ein
- damit wurde es nun möglich ,die von einzelnen bzw. wenigen Muskelfasern
erzeugten elektrischen Signale zu erfassen
1
Die Kathodenstrahlröhre oder auch Braunsche Röhre (engl. cathode ray tube, kurz CRT) ist eine
Elektronenröhre zur Erzeugung von Elektronenstrahlen, mit der sich u. a. schnell ändernde
Spannungen und Ströme auf einem Fluoreszenzschirm sichtbar machen lassen.
Abb. B : konzentrische Nadelelektrode
1934:
- B.H.C. Matthew revolutionierte mit der Erfindung des Differentialverstärkers
die Verstärkertechnik zur Gewinnung von bioelektrischen Signalen
1946:
- Huddleston und Golseth entwickelten einen Elektromyographen mit einer 35
mm Aufnahmekamera und einem Lautsprecher
Abb. D : Elektromyograph von Huddleston & Golseth
1960:
- Entwicklung von stabilen Silber-Chlorid-Oberflächenelektroden für das
kinesiologische EMG
- derartige Elektroden sind nicht polarisierbar und können deshalb ein
unverfälschtes Messergebnis liefern
heute:
- moderne EMG-Geräte basieren auf denselben Komponenten, wie EMGGeräte älterer Herkunft (Eingabeterminal, Verstärker, Filter, visuelle und/oder
auditive Ausgabegeräte, Elektroden)
- sie sind auch in tragbarer Form als eine Art Laptop vorhanden
-
Abb. A : tragbares EMG-Gerät
Prognose: -
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