bandidas - Pathé Films AG

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EuropaCorp präsentiert
Salma Hayek und Penélope Cruz
in
BANDidaS
Ein Film von
Joachim Roenning und Espen Sandberg
Das Drehbuch von
Luc Besson und Robert Mark Kamen
Länge: 95 Minuten
www.bandidas-lefilm.com
FILMVERLEIH
MONOPOLE PATHÉ FILMS AG
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MEDIENBETREUUNG
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INHALT
1880: Das harte Gesetz des Wilden Westens verschont auch Mexiko nicht.
Für Sara, die Tochter eines reichen Bankiers, und Maria, die aus einer Bauernfamilie stammt, hält das
Schicksal wenig Gemeinsamkeiten bereit. Bis zu dem Tag, an dem Tyler Jackson, Repräsentant der New
Yorker Bank and Trust, in ihr Leben tritt und sie im Unglück zusammenführt. Bei dem Versuch, sich
unrechtmäßig mexikanisches Land für den Bau der amerikanischen Eisenbahn anzueignen, löscht er kaltblütig
die Familien der beiden aus.
Um ihre Väter zu rächen und das Land der Bauern zu schützen, werden die jungen Frauen zu schlagkräftigen
Revolverheldinnen, die in ihrem Vergeltungsfeldzug ausnahmslos Filialen der Bank and Trust überfallen.
Die New Yorker Polizei setzt den jungen Inspektor Quentin auf die Ladies an, doch der lässt sich vom Charme
der selbst ernannten Rächerinnen einwickeln. Jackson und seine Männer hingegen lernen bald die Revolver
derer fürchten, die das ganze Land bereits die BANDIDAS nennt.
FRAUEN UND GESETZLOSE:
Wie die Knarren in die Unterröcke kamen!
Die Geschichte kennt viele legendäre Gesetzlose: Jesse James, Billy the Kid, Al Capone ... sie stehen für das
amerikanische Banditentum, ehe sie Western und Film Noir inspiriert haben. Frauen traten dabei auf den Plan,
sobald es um Fragen der persönlichen Gerechtigkeit ging – oder um die Sinnlichkeit eines Revolver-Abzugs.
Sara und Maria, die beiden BANDIDAS, halten diese Tradition aufrecht!
+ Belle Starr (1848 – 1889), der „weibliche Jesse James“
Mehrere Male verhaftet und wegen Überfällen auf Postkutschen und Pferdediebstahl angeklagt, wurde Belle
Starr vor allem berühmt, weil sie sich einigen der gefährlichsten Gesetzlosen des Wilden Westens anschloss:
Jesse James, Cole Younger, Jim Reed und Sam Starr, den sie heiratete.
Sie wurde mehrfach gesucht und schließlich gemäß den harten Gesetzen des Wilden Westens zur Strecke
gebracht – vermutlich von ihrem eigenen Sohn ...
Ihr Schicksal war Stoff für einen Film mit Gene Tierney („Belle Starr“, 1941) und ein Manga von Akihiro Itou:
„Belle Starr Bandits“.
+ Ma Barker, die „Mutter des Verbrechens“ (1871 – 1935)
Warum „Mutter des Verbrechens“? Weil ihre vier Söhne eine der gefürchtetsten Gangs der 20er Jahre bildeten
und das neu gegründete FBI sie für den „Kopf“ der Bande hielt. Ihr zugeschrieben werden Banküberfälle,
Entführung von Millionären und die Ermordung ihres alten Herrn. Auch wenn Zweifel an ihrer realen
Täterschaft bestanden, starb „Ma“ Kate im Kugelhagel eines Gefechts, das sich ihre Familie vier Stunden lang
mit der Polizei lieferte.
Ihre Züge trägt Ma Dalton in Lucky Luke. Boney M. hat ihr einen Song gewidmet (Ma Baker), und Roger
Corman hat einen Film über ihre Geschichte gedreht: „Bloody Mama“ (1970), mit Shelly Winters und dem
jungen Robert De Niro.
+ Bonnie Parker, die Mystische (1910 – 1934)
Bonnie Parker, die unvergessliche Gefährtin von Clyde Barrow, beschäftigte sich vor allem mit der Logistik der
Diebstähle ihres Liebhabers. Spezialisiert auf bewaffnete Banküberfälle, faszinierte das Paar die Presse der
damaligen Zeit. Sie durchkreuzten die Vereinigten Staaten, ehe sie in einen mörderischen Hinterhalt gerieten.
Außer dem Kultfilm von Arthur Penn mit Warren Beatty und Faye Dunaway in den Hauptrollen, hat die
Geschichte von Bonnie und Clyde ein Dutzend weitere Filme inspiriert, nicht zu vergessen das herrliche
Chanson von Serge Gainsbourg.
SALMA HAYEK – Sara
Nach ersten Rollen im mexikanischen Fernsehen ist Salma Hayek seit Beginn der 90er Jahre auch in den
USA überaus erfolgreich. Die Bekanntschaft mit Robert Rodriguez führte zu ihrer ersten wichtigen Rolle in
„Desperado“ (1995) und „Eine Nacht in der Hölle“ – von dem vor allem eine schwefelhaltige Szene
unvergesslich blieb.
2
Ihre erste Oscar-Nominierung erhielt Hayek für die Rolle der Frida Kahlo in „Frida“ (2002) von Julie Taymor.
Die Biografie der mexikanischen Malerin markiert auch ihr Debüt als Produzentin. Hayek spielte außerdem u.
a. in „Traffic – Die Macht des Kartells“ (2000) von Steven Soderbergh, „Time Code“ (2000) von Mike Figgis
oder „After the Sunset“ (2004) von Brett Ratner. 2005 war sie Jurymitglied beim Filmfestival in Cannes unter
Vorsitz von Emir Kusturica. Demnächst wird Hayek neben Colin Farrell in Robert Townes „Ask the Dust“ und
neben John Travolta in „Lonely Hearts“ unter der Regie von Todd Robinson zu sehen sein.
Filmographie (Auswahl)
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2006
Filmtitel
Regie
Street Justice (TV)
(„Das Gesetz der Straße“)
Nurses (TV)
(„Hallo Schwester!“)
Mi vida loca („My Crazy Live“)
Roadracers (TV)
(„Bad Boys Never Die“)
El Callejón de los milagros
Desperado
Four Rooms (TV)
(„Silvester in fremden Betten“)
Fair Game („Fair Game“)
From Dusk Till Dawn
(„From Dusk Till Dawn“)
René Bonnière u.a.
Fled
(„Fled – Flucht nach Plan“)
Fools Rush In
(„Fools Rush In – Herz über Kopf“)
The Hunchback (TV)
(„Der Glöckner von Notre Dame“)
Breaking Up
54
(„Studio 54“)
The Faculty
(„Faculty – Trau keinem Lehrer“)
Dogma („Dogma“)
El Coronel no tiene quien le escriba
(„Keine Post für den Oberst“)
Wild Wild West („Wild Wild West“)
Timecode
Chain of Fools
(„Verbrecher und andere Chaoten“)
La Gran Vida
(„Living it Up – Nur eine Woche Millionär“)
Traffic
(„Traffic – Die Macht des Kartells“)
Hotel
Frida („Frida“)
Searching for Debra Winger
Spy Kids 3-D: Game Over
(„Mission 3D“)
Once Upon a Time in Mexico
(„Irgendwann in Mexico“)
After the Sunset
BANDIDAS
Kevin Hooks
Robert Berlinger u.a.
Allison Anders
Robert Rodriguez
Jorge Fons
Robert Rodriguez
Allison Anders u.a.
Andrew Sipes
Robert Rodriguez
Andy Tennant
Peter Medak
Robert Greenwald
Mark Christopher
Robert Rodriguez
Kevin Smith
Arturio Ripstein
Barry Sonnenfeld
Mike Figgis
Pontus Löwenhielm
Patrick von Krusenstjerna
Antonio Cuadri
Steven Soderbergh
Mike Figgis
Julie Taymor
Rosanna Arquette
Robert Rodriguez
Robert Rodriguez
Brett Ratner
Joachim Roenning, Espen
Sandberg
3
Penélope interviewt Salma ...
Welche Erinnerung hast du an unser erstes Zusammentreffen?
Ich war beeindruckt, weil du dich von deinem ersten Film „Jamón Jamón“ gelöst hast – es geht etwas sehr
Reines, Engelhaftes von dir aus. Und immer wenn ein Journalist mich fragte, mit wem ich gerne drehen würde,
antwortete ich: Penélope Cruz. Selbst dein Vater hat das gelesen! Treffen zwischen uns sind ein paar Mal
nicht zustande gekommen – obwohl wir sogar einige gemeinsame Freunde haben, haben wir uns immer
wieder verpasst. Bis du nach Los Angeles gekommen bist, meine Telefonnummer gefunden hast, wir
zusammen einen Kaffee getrunken haben – und uns sofort gut verstanden haben! Ich erinnere mich an diese
unglaubliche Chemie zwischen uns und an die acht Jahre Freundschaft, die folgten. Und ich erinnere mich,
dass wir bereits zusammen arbeiten wollten, bevor wir uns überhaupt persönlich kannten. Und dass wir, dank
dir, diesen Western mit Luc Besson machen konnten, ebenfalls ein gemeinsamer Freund!
Was hast du gedacht, als du das Drehbuch zum ersten Mal gelesen hast?
Der Humor hat mir sehr gefallen. Luc Besson war sehr großzügig mit uns und hat mich wirklich beeindruckt:
Wenn in Hollywood jemand ein Projekt vorschlägt, können Jahre mit Vorgesprächen vergehen und meist
kommt nichts Konkretes dabei heraus. Bei Luc hatten wir nach drei Monaten das fertige Drehbuch und er war
bereit, die Produktion zu beginnen! Er hat uns wirklich umgehauen: Ich habe noch nie mit jemandem
gearbeitet, der sagt, er macht einen Film, und das dann auch umgehend tut!
Du warst vor allem glücklich darüber, wieder in deiner Heimat Mexiko arbeiten zu können ...
Oh ja, umso mehr, weil ich quasi das ganze Team, mit dem wir gedreht haben, kannte. Einige sind richtige
Freunde geworden, nachdem wir zehn Jahre lang zusammen gedreht oder produziert haben. Es war ein
echtes Glück, wieder zu Hause zu sein und meine Sprache zu sprechen!
Du hast schon in „Desperado“ und „Wild Wild West“ gespielt – liegt dir das Western-Genre
besonders?
Es war nicht meine Idee, einen Western zu drehen, sondern deine! Ich bin Western-Fan, ja, aber es ist
bestimmt nicht mein Lieblings-Genre. Dass ich in einigen gespielt habe, ist eher Zufall.
Welches ist deine Lieblings-Szene im Film?
Da gibt es mehrere, vor allem das Training mit Sam Shepard. Aber es waren schwierige Dreharbeiten,
ermüdend, man musste wahnsinnig viel Zeit mit An- und Auskleiden verbringen, gedreht wurde in der totalen
Einöde. Dabei hätte man sich eigentlich irgendwann zwangsläufig auf die Nerven gehen müssen, aber das
Gegenteil war der Fall: Es gab keinen einzigen Moment, der nicht von Freude und Freundlichkeit geprägt war.
Meine schönste Erinnerung an die Dreharbeiten? Dieses Einverständnis zwischen uns, das schon vorher
bestand und sich, wie ich glaube, auch auf der Leinwand abzeichnet!
Worunter hast du am meisten gelitten: die Proben oder das Korsett?
Beides!
Und woher hast du deine unglaubliche Kuss-Technik?
Das ist ein Talent, das mir in die Wiege gelegt wurde ...
Welche Erinnerung hast du an deine Zeit als Jury-Mitglied in Cannes?
Das war unglaublich! Ich habe immer davon geträumt, einmal Emir Kusturica kennen zu lernen. Alle haben
mich gewarnt und gesagt: ‚Vorsicht, der ist ein Griesgram’. Dabei habe ich in ihm ein doppeltes Genie
entdeckt: einen kleinen Jungen und einen in jeder Hinsicht bewundernswerten Mann. Ich hatte das große
Glück, dass er mich unter seine Fittiche genommen hat. Er hat mir viel erzählt über das Regieführen und mir
nach jedem Film, den wir gesehen haben, Fragen gestellt. Er hat mich getestet. Es war ein bisschen wie in der
Schule. Nein, wirklich, es war eine große Ehre – und die Erfüllung eines weiteren Traums – Mitglied der Jury
zu sein und es war fantastisch, dass Emir der Vorsitzende war. Weil sich die Jury aus sehr unterschiedlichen,
beeindruckenden Persönlichkeiten zusammensetzte, war das eine unerschöpfliche Inspirationsquelle.
PENÉLOPE CRUZ – Maria
Jose Juan Bigas brachte sie in „Jamón, Jamón“ (1992) zum ersten Mal vor die Kamera – seitdem hat die
schöne Spanierin ihre Spuren auch in Hollywood hinterlassen: „Vanilla Sky“ (2001), das Remake von
Alejandro Amenabars „Öffne die Augen“, „Gothika“ (2003), „Head in the Clouds“ (2004) und zuletzt „Sahara –
Abenteuer in der Wüste“ (2005) drehte sie in den USA. Aber auch den Autorenfilmen ist sie treu geblieben:
Sechs Jahre nach der unvergesslichen Rolle einer Nonne in „Alles über meine Mutter“ (1999), spielt sie wieder
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in dem neuesten Film von Pedro Almodóvar, „Volver“ (2006), der in diesem Jahr im Wettbewerb von Cannes
zu sehen ist. BANDIDAS brachte sie wieder mit Luc Besson als Drehbuchautor und Produzent zusammen – in
gleicher Funktion hatte er in „Fanfan der Husar“ (2003) und „Don’t move“ (2004) gewirkt, in dem Cruz neben
Sergio Castellito spielte, der auch Regisseur des Films war. Unlängst abgedreht hat sie Jake Paltrows „The
Good Night“, in Produktion sind Menno Meyjes „Manolete“ mit Adrien Brody sowie „The Loop“ mit Matthew
McConaughey.
Filmographie (Auswahl)
1992
1993
1994
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
Filmtitel
Regie
Jamón, Jamón („Jamon, Jamon“)
Framed (TV)
(„Eiskaltes Duell“)
Belle epoque
(„Belle Epoque – Saison der Liebe“)
Per amore, solo per amore
(„For Love, only for Love“)
Todo es mentira
(„Life’s a Bitch“)
Brujas
El Amor perjudica seriamente la salud
(„Love Can Seriously Damage Your Health“)
A Corner of Paradise
(„Das Paradies ist nirgendwo“)
Carne trémula
(„Live Flesh – Mit Haut und Haar“)
Abre los ojos
(„Öffne die Augen“)
Don Juan
The Man with Rain in His Shoes
(„Lieber gestern als nie“)
Talk of Angels
La ninja de tus ojos
(„Das Mädchen deiner Träume“)
The Hi-Lo Country
(„Hi-Lo Country – Im Land der letzten Cowboys“)
Todo sobre mi madre
(„Alles über meine Mutter“)
Volavérunt
Woman on Top („Woman on Top“)
All the Pretty Horses
(„All die schönen Pferde“)
Blow („Blow“)
Captain Corelli’s Mandolin
(„Corellis Mandoline“)
Sin noticias de Dios
(„No News from God“)
Vanilla Sky („Vanilla Sky“)
Waking Up in Reno
Masked and Anonymous
Fanfan la tulipe
(„Fanfan der Husar“)
Gothika („Gothika“)
Noel
Head in the Clouds („Head in the Clouds“)
Sahara
(„Sahara – Abenteuer in der Wüste“)
Chromophobia
BANDIDAS
Jose Juan Bigas
Geoffrey Sax
5
Fernando Trueba
Giovanni Veronesi
Álvaro Fernández Armero
Álvaro Fernández Armero
Manuel Gómez Pereira
Peter Ringgaard
Pedro Almodóvar
Alejandro Amenábar
Jacques Weber
Mariá Ripoll
Nick Hamm
Fernando Trueba
Stephen Frears
Pedro Almodóvar
Bigas Luna
Fina Torres
Billy Bob Thornton
Ted Demme
John Madden
Agustín Díaz Yanes
Cameron Crowe
Jordan Brady
Larry Charles
Gérard Krawczyk
Mathieu Kassovitz
Chazz Palminteri
John Duigan
Breck Eisner
Martha Fiennes
Joachim Roenning, Espen
Sandberg
Und Salma interviewt Penélope ...
Erinnerst du dich daran, als wir das erste Mal über den Film gesprochen haben?
Ich erinnere mich sehr gut: Wir wollten ja schon so lange einmal zusammen drehen. Ich habe ein Frühstück
mit Luc Besson während der Dreharbeiten zu „Fanfan“ genutzt, um ihm den Vorschlag zu machen, einen Film
mit uns beiden zu produzieren. Die Idee hat ihm gefallen und er sagte, er würde uns in den nächsten drei
Monaten ein Drehbuch schicken – was er dann wirklich tat! Ich weiß noch, dass du ganz begeistert warst von
dem Projekt, als ich dich anrief, um dir die Neuigkeit zu erzählen. Und dass wir noch begeisterter waren, als
wir das Drehbuch in den Fingern hatten: von der ersten Seite an hatten wir das Gefühl, dass es sehr lustig
sein würde, diesen Film zusammen zu machen.
Dazu muss man sagen, dass das ein Moment war, auf den wir gewartet hatten ...
Ja, ich erinnere mich noch an den Tag vor acht Jahren, als du mich vom Flughafen in Los Angeles abgeholt
hast. Du hast dich so rührend um mich gekümmert: ich kannte damals kaum jemanden in L.A., und es war
einfach toll, dich als Freundin zu haben, wo meine Familie und meine Lieben alle so weit weg waren.
Du hattest bereits mit Luc Besson gearbeitet: Hat er etwas von dir in die Figur der Maria eingebracht?
Ich würde sagen, das Feuer der Figur, ihr starker Charakter – was nicht heißt, dass er mich schon einmal
richtig wütend erlebt hat. Ich glaube, Luc kennt mich gut, es gibt sicher Verbindungen zwischen Maria und mir,
aber ich stelle mir diese Frage nie, wenn ich anfange, eine Rolle zu spielen. Wichtiger ist, glaube ich, die
Motivation der Figur zu verstehen.
Welches waren deine Lieblings-Western, bevor du BANDIDAS gemacht hast?
Alle von Sergio Leone und einige von Clint Eastwood. Als Frau fühle ich mich besonders von „Viva Maria“
angesprochen: das ist einer der wenigen Western für Frauen, und Jeanne Moreau und Brigitte Bardot sind
umwerfend!
Deine schlimmste Erinnerung an den Dreh?
Ich würde sagen, bestimmte Szenen mit Pferden, auch wenn ich sehr wohl reiten kann und auch schon einige
Epochen-Filme gedreht habe. Aber manchmal mussten wir schnell, um nicht zu sagen in einem
halsbrecherischen Tempo galoppieren. Ich erinnere mich an einen großen Schrecken am letzten Drehtag. Wir
haben wirklich Risiken auf uns genommen bei diesen Dreharbeiten, haben die meisten Stunts selbst gemacht
– das Publikum sieht also wirklich uns auf der Leinwand!
Apropos Risiken: Du hast dich gut verteidigt in der Kirche ...
Es war wirklich komisch, sich im Film mit dir zu prügeln, aber im wirklichen Leben würde das sicher nicht
passieren. Es ist nicht meine Art, mich zu schlagen, so regle ich normalerweise nicht meine Probleme.
Welche Szene hat dir am meisten Spaß gemacht?
Alle Action-Szenen mit Sam Shepard: er ist ein echter Held! Wie ich seine Arbeit bewundere, sei es als
Schauspieler oder Drehbuchautor! Es war genial, soviel Zeit mit ihm verbringen zu können, mitten in der
Wüste, ihn zu bitten, sein Leben zu erzählen! Er ist sehr sanft und von unglaublich anregender Intelligenz.
Du erwähnst nicht unsere große Prügel-Szene im Saloon?
Oh ja, das war ein verrückter Drehtag, wie haben wir gelacht! Wenn man gezwungen ist, das Jahr mit Steve
(Zahn) zu verbringen, zuerst mit „Sahara“ und dann mit BANDIDAS, hat man das am Ende gelernt! Er ist einer
der lustigsten Menschen, die ich kenne, ein Schauspieler mit einem unglaublich komischen Talent, wie man es
kaum findet. Als Freund ist er sehr integer, ein sehr wertvoller Mensch.
Du hast gerade den neuen Film von Pedro Almodóvar beendet: Ist es wichtig für dich, weiterhin in
Spanien zu arbeiten?
Ja, es ist mir sehr wichtig, nicht nur in Spanien, sondern überhaupt in Europa zu drehen. Ich möchte meine
Arbeit dort mit meinen Terminen in den Vereinigten Staaten verbinden. Auch wenn ich nicht glaube, dass es
wirkliche Unterschiede gibt, was das Herangehen an eine Rolle betrifft, sei es in einem Film mit großem
Budget oder einem Autorenfilm. Im Gegenteil, mein Ziel ist es, mit talentierten Regisseuren zu arbeiten, und
Europa ist voll davon! Ich sehe nicht ein, warum ich bestimmte Filme nur aus Gründen der Nationalität nicht
mehr machen sollte. Das ist vielmehr der Grund, warum ich versuche, verschiedene Sprachen zu lernen. Es
ist zwar eine große zusätzliche Mühe, aber das liebe ich besonders an unserem Beruf.
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DWIGHT YOAKAM: Jackson, der Prototyp des Bösewichts
Country-Star Dwight Yoakam kann eine Karriere in der Musik ebenso wie im Film vorweisen: Der Schauspieler
und Regisseur teilte sich 1996 die Credits zu „Sling Blade – Auf Messers Schneide“ mit Billy Bob Thornton.
Seitdem war er u. a. in „Panic Room“, „Die Hochzeits-Crasher“ (2005) und zuletzt „The Three Burials of
Melquiades Estrada“ zu sehen. Sein Regiedebüt gab Yoakam mit „South of Heaven, West of Hell“. Demnächst
wird er mit Action-Star Jason Statham in „Crank“ zu sehen sein.
Filmographie (Auswahl)
1992
1994
1996
1998
1999
2000
2002
2003
2004
2005
2006
Filmtitel
Regie
Red Rock West („Red Rock West“)
Roswell (TV)
(„Visitors – Besucher aus einer anderen Welt“)
Don’t Look Back (TV)
(„Don’t Look Back – Die Killer im Nacken“)
Sling Blade
(„Sling Blade – Auf Messers Schneide“)
The Newton Boys
When Trumpets Fade (TV)
(„Wenn Helden sterben“)
The Minus Man
South of Heaven, West of Hell
Panic Room („Panic Room“)
Hollywood Homicide
3-Way
(„Three Way“)
The Three Burials of Melquiades Estrada
Wedding Crashers
(„Die Hochzeits-Crasher“)
BANDIDAS
John Dahl
Jeremy Kagan
Geoff Murphy
Billy Bob Thornton
Richard Linklater
John Irvin
Hampton Fancher
Dwight Yoakam
David Fincher
Ron Shelton
Scott Ziehl
Tommy Lee Jones
David Dobkin
Joachim Roenning, Espen
Sandberg
Interview mit Dwight Yoakam
Für einen Country-Sänger wie Sie scheint das Genre des Western auf der Hand zu liegen ...
Da bin ich nicht so sicher. Vielleicht gerade weil die Menschen mich mit der vollständigen Cowboy-Ausrüstung
kennen, habe ich am Anfang meiner Karriere lieber Rollen gespielt, die vom Western weit entfernt waren. Ich
habe damals überhaupt keine Filme gedreht, die mit dem Genre zu tun hatten – bis ich selbst einen inszeniert
habe: „South of Heaven, West of Hell“ kam 2000 heraus.
Hat es Ihnen Vergnügen gemacht, den perfekten Bad Guy zu spielen? Hatten Sie ein Vorbild im Kopf?
Ich fand, das war eine geniale Gelegenheit, einen dermaßen lasterhaften Typen zu spielen, und ich hatte dafür
ein Modell parat: Die Figur, die John Lodge in dem Klassiker von Josef von Sternberg, „Die scharlachrote
Kaiserin“, spielte, den er 1934 gedreht hat. Meine Rolle ist eine bewusste Hommage an diesen Grafen an der
Seite von Marlene Dietrich, und vielleicht wird das Publikum etwas von dieser Faszination spüren, wenn es
Jackson entdeckt.
Sie achten sehr auf das Äußere Ihrer Figuren – wie haben Sie Ihren Jackson angelegt?
Es hat mich immer interessiert, wie Menschen sich über das Äußerliche hinaus darstellen. Das reflektiert sehr
genau, wie sie sich selbst im Grunde ihres Herzens sehen. Jackson ist durch und durch verdorben, zugleich
aber sehr eitel, beinahe affektiert. Darin zeigt sich meiner Meinung nach eine gewisse Verwundbarkeit, die ihn
menschlich und zu einem weniger mechanischen Bösewicht macht. Ich fand vor allem die barocke Seite
seines Äußeren und seines Benehmens amüsant.
Sie haben nicht wenige Eifersüchteleien bei einem bestimmten Schauspielerinnen-Duo ausgelöst ...
In der Tat, und ich höre nicht auf mit dem Versuch, Salma und Penélope eifersüchtig zu machen, weil sie nicht
mehr die Chance haben, meinen Alltag zu teilen. Ein Scherz, aber im Ernst: Die Arbeit am Set von BANDIDAS
war nie schwer, sondern immer anregend. Soll heißen, dass ich auch auf emotionaler Ebene sehr viel Freude
an der Arbeit mit ihnen hatte.
7
Sie haben auch in „The Three Burials of Melquiades Estrade“ von Tommy Lee Jones gespielt: Fühlen
Sie sich der mexikanischen Kultur besonders nahe?
Seit ich Südkalifornien zu meiner zweiten Heimat gemacht habe, fühle ich mich sehr angezogen von den
physischen und emotionalen Komponenten der hispanischen Kultur: Sie prägt das ästhetische Gesamtbild
Kaliforniens und des ganzen Südwestens der USA, von der Architektur und dem Design bis hin zur Esskultur
oder dem Lebensstil und schlägt sich zudem auch im künstlerischen Ausdruck nieder. Kalifornien saugt alle
diese Einflüsse in sich auf. Von dem Projekt von Guillermo Arraiga und Tommy Lee Jones fühlte ich mich sehr
angezogen und war sehr geehrt, als Schauspieler dabei sein zu dürfen. Ich bin sehr stolz auf die Geschichte,
die uns der Film nach den Visionen von Tommy Lee Jones erzählt. Weil ich BANDIDAS und „The Three
Burials of Melquiades Estrade“ zur gleichen Zeit drehte, habe ich, zum ersten Mal in meinem Leben, einige
Zeit in mehreren mexikanischen Städten verbracht, von Durango bis Mexiko-City. Mit Begeisterung habe ich
dort die feinen Unterschiede in der mexikanischen Kultur entdeckt.
STEVE ZAHN und SAM SHEPARD helfen den BANDIDAS
STEVE ZAHN - Quentin
Einem großen Publikum wurde Steve Zahn mit Steven Soderberghs „Out of Sight“ (1998) bekannt. Abonniert
auf komische zweite Rollten sah man ihn außerdem in „Happy Texas“ und in Tom Hanks Regiedebüt „That
Thing You Do“ (1996).
BANDIDAS führt ihn zum zweiten Mal mit den Top-Schauspielerinnen zusammen. In „Sahara – Abenteuer in
der Wüste“ war er an der Seite von Penélope Cruz zu sehen, mit Salma Hayek hingegen stand er bereits 2002
gemeinsam in „Verbrecher und andere Chaoten“ vor der Kamera. Mit Christian Bale ist Steve Zahn in Werner
Herzogs neuem Film „Rescue Dawn“ (2006) zu sehen.
Filmographie (Auswahl)
1992
1994
1995
1996
1998
1999
2000
2001
2003
2004
2005
2006
Filmtitel
Regie
Rain Without Thunder
(„Lautloser Regen“)
Reality Bites
(„Voll das Leben – Reality Bites“)
Crimson Tide
(„Crimson Tide – In tiefster Gefahr“)
That Thing You Do! („That Thing You Do!“)
Suburbia
The Object of My Affection
(„Liebe in jeder Beziehung“)
Out of Sight („Out of Sight“)
You’ve Got Mail
(„[email protected] für Dich“)
Forces of Nature
(„Auf die stürmische Art“)
Hamlet
Chain of Fools
(„Verbrecher und andere Chaoten“)
Saving Silverman
(„Zickenterror – Der Teufel ist eine Frau“)
Joy Ride
(„Joy Ride – Spritztour“)
Riding in Cars With Boys
(„Unterwegs mit Jungs“)
National Security
Daddy Day Care
(„Der Kindergarten Daddy“)
Employee of the Month
Sahara
(„Sahara – Abenteuer in der Wüste“)
BANDIDAS
Gary Bennett
8
Ben Stiller
Tony Scott
Tom Hanks
Richard Linklater
Nicholas Hytner
Steven Soderbergh
Nora Ephron
Bronwen Hughes
Michael Almereyda
Pontus Löwenhielm
Patrick von Krusenstjerna
Dennis Dugan
John Dahl
Penny Marshall
Dennis Dugan
Steve Carr
Mitch Rouse
Breck Eisner
Joachim Roenning, Espen Sandberg
SAM SHEPARD - Bill Buck
Sam Shepards Karriere ist ebenso eindrucksvoll wie abwechslungsreich: Er ist Autor von Theaterstücken und
Drehbüchern, Schauspieler und Regisseur. So schrieb er für Wim Wenders die Drehbücher zu „Paris, Texas“
(1984) und „Don’t Come Knocking“ (2005), in denen er jeweils auch als Schauspieler mitwirkte.
Er war der unvergessliche Partner von Jessica Lange in „Frances“ (1982) und spielte u. a. in „Der Stoff, aus
dem die Helden sind“ (1983), „Das Versprechen“ (2001) und „Hamlet“ (2000). Als Cowboy wird er demnächst
auch in Andrew Dominiks Western „The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford“ zu sehen
sein.
Filmographie (Auswahl)
1978
1980
1982
1983
1984
1985
1986
1987
1989
1991
1992
1993
1994
1999
2000
2001
2003
2004
2005
2006
Filmtitel
Regie
Days of Heaven
(„In der Glut des Südens“)
Resurrection
(„Der starke Wille“)
Frances („Frances“)
The Right Stuff
(„Der Stoff, aus dem die Helden sind“)
Country
Paris, Texas („Paris, Texas“)
Fool for Love
(„Fool for Love – Verrückt vor Liebe“)
Crimes of the Heart
(„Verbrecherische Herzen“)
Baby Boom
(„Baby Boom – Eine schöne Bescherung“)
Steel Magnolias
(„Magnolien aus Stahl“)
Homo Faber
Defenseless
(„Wehrlos“)
Thunderheart
(„Halbblut“)
The Pelican Brief
(„Die Akte“)
Safe Passage
Snow Falling on Cedars
(„Schnee, der auf Zedern fällt“)
Hamlet
All the Pretty Horses
(„All die schönen Pferde“)
The Pledge
(„Das Versprechen“)
Swordfish
(„Passwort: Swordfish“)
Black Hawk Down („Black Hawk Down“)
Terrence Malick
Blind Horizon
(„Blind Horizon – Der Feind in mir“)
The Notebook
(„Wie ein einziger Tag“)
Don’t Come Knocking
(„Don’t Come Knocking“)
Stealth
(„Stealth – Unter dem Radar“)
Revolver („Revolver“)
BANDIDAS
Michael Haussman
Daniel Petrie
Graeme Clifford
Philip Kaufman
Richard Pearce
Wim Wenders
Robert Altman
Bruce Beresford
Charles Shyer
Herbert Ross
Volker Schlöndorff
Martin Campbell
Michael Apted
Alan J. Pakula
Robert Allan Ackerman
Scott Hicks
Michael Almereyda
Billy Bob Thornton
Sean Penn
Dominic Sena
Ridley Scott
Nick Cassavetes
Wim Wenders
Rob Cohen
Asif Kapadia
Joachim Roenning, Espen
Sandberg
9
Legendärer Ort: DURANGO
Was mystische Landschaften betrifft, ging das Team von BANDIDAS aufs Ganze: ein großer Teil des Films
entstand im Gebiet um Durango, bekannt als Drehort zahlreicher Kult-Western.
Im Schatten der Giganten
Auf den Pisten von Durango wandelten Penélope Cruz und Salma Hayek auf den Spuren von mehr als 150
Filmteams. Der magische Ort mit den vielen felsigen Canyons war das natürliche Umfeld, das bereits viele
Western-Regisseure wählten. 1954 gab Robert Wagner als erster seinem Team die Sporen im Herzen von
Durango in „Die weiße Feder“, gefolgt von John Wayne („Dreckiges Gold“, 1973; „Das war der Wilde Westen“,
1963), Kirk Douglas („Die Gewaltigen“, 1967), Burt Lancaster („Denen man nicht vergibt“, 1960) und Bob
Dylan in „Pat Garrett jagt Billy the Kid“ (1973). Auch der Schatten von Charlton Heston liegt noch über
Durango, mehr als vierzig Jahre nach den Dreharbeiten zu „Major Dundee“ („Sierra Charriba“, 1965) unter der
Regie von Sam Peckinpah.
Einige Gebäude, darunter eine Bank und ein Saloon, sind nach den Goldenen Zeiten des Western auf dem
Gelände geblieben, bereit für eine neue Generation von Regisseuren. Vor Espen Sandberg und Joachim
Roenning hat auch Jan Kounen den Ort Durango ausgewählt, um dort einen Teil von „Blueberry und der Fluch
der Dämonen“ zu drehen.
Auf den Spuren von John Wayne
Unter den für BANDIDAS neu errichteten Bauten ist auch das Dorf Santa Rita, das sich auf dem viel
besuchten Boden einer Western-Legende erhebt: 1969 kaufte John Wayne die Ranch La Joya, ein
wunderbares Gebäude aus Backstein, um auf diesem Anwesen eine Stadt aus dem Wilden Westen wieder
auferstehen zu lassen. Dort drehte er 1973 auch einen seiner letzten Western, „Geier kennen kein Erbarmen“.
Durch die Entscheidung entlang der nicht mehr benutzten Eisenbahnlinie zu drehen, konnte das BANDIDASTeam auf eine echte Dampflok zurückgreifen, die in der letzten Szene des Films zum Einsatz kommt. Das
Drehbuch handelt auch von der Schlüsselperiode, die das Auftauchen des Zuges (und mit ihm der Modernität)
im alten Westen bedeutet. Am Eingang der Ranch La Joya künden zwei verlassene Wagons noch heute von
dieser Schienen-Schlacht, die so oft auf die Leinwand gebracht wurde.
Phantom-Städte und Zonen des Schweigens
Weiter im Norden, im Herzen der Sierra Madre, liegen eine größere Anzahl verlassener Minen-Städtchen. Das
BANDIDAS-Team wählte die alte Stadt Real De Catorce, die im Herzen der Berge liegt. Um dorthin zu
gelangen, gibt es nur eine Möglichkeit: die Passage durch den Tunnel Ogarrio, der in das Bassin der
Silberminen mündet, die diese alte Phantom-Stadt umgeben. Hier wurde bereits „Mexican – Eine heiße Liebe“
(2001) mit Brad Pitt und Julia Roberts gedreht.
Real De Catorce ist ein Ort, der, wie es die Legende will, von Geistern heimgesucht wird. Er ist ebenso
berühmt wie die „Zone des Schweigens“, durch die die BANDIDAS ebenfalls zogen. Die Zone ist ein
wüstenartiges Dreieck, ein Land der Steine und Seen, durch das keine Straße führt und in dem jede
Funkverbindung sofort abbricht ...
JOACHIM ROENNING & ESPEN SANDBERG:
Es war zweimal, ein Regisseur
In der Werbewelt haben sich die beiden Norweger Joachim Roenning und Espen Sandberg längst einen
Namen gemacht: Über 300 Fernsehspots gehen auf ihr Konto, unter anderem für so bekannte Namen wie
Budweiser, Fanta oder Renault. Die beiden, die seit ihrer Kindheit Freunde sind, legen mit BANDIDAS ihren
ersten abendfüllenden Spielfilm vor.
Interview mit Roenning & Sandberg
Wie ist Ihr Filmdebüt zustande gekommen?
Seit über zehn Jahren drehen wir Werbespots in Europa und den USA. In Frankreich werden wir von Dog
Productions vertreten, einem Zweig von EuropaCorp, der Gesellschaft von Luc Besson. Vor vier Jahren haben
wir zusammen mit Andreas Roenning ein Drehbuch mit dem Titel „The Lake“ geschrieben, das im Büro von
EuropaCorp gelandet ist. Wir waren soweit, die Produktion an dem Projekt zu starten, als Luc Besson uns
anrief, um uns eine gute und eine schlechte Nachricht zu überbringen. Die schlechte war, dass „The Lake“
nicht realisiert werden sollte, die gute, dass er ein anderes Projekt für uns hatte: BANDIDAS mit Salma Hayek
und Penélope Cruz. Einziges Problem: Wir mussten ein Präsentations-Video drehen und damit die beiden von
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uns überzeugen. Das war sicher das Schlimmste, was Luc von uns verlangen konnte! Wir hatten, seit wir 14
waren, nicht mehr vor einer Kamera gestanden. Glücklicherweise drehten wir zu der Zeit einen Werbefilm in
der Nähe von San Francisco und konnten dieses Video mit einem kleinen Team in der Mittagspause drehen.
Wir wählten dafür eine Szene aus dem BANDIDAS-Script – den Moment, an dem „Maria“ und „Sara“ sich
entschließen, Gangster zu werden – und spielten sie, so gut wir konnten.
Zum Glück fanden Salma und Penélope das witzig, und wir hatten den Job!
War es besonders aufregend, mit einem Genre-Film Ihr Debüt zu geben?
Dreimal ja! Was uns nervös machte, war die Mischung des Genres mit einer Komödie. Wir konnten uns an
keinen guten Western erinnern, der das Problem gelöst hat, außer einigen alten mit Bud Spencer & Terrence
Hill, die wir als Kinder gesehen hatten. Aber das Drehbuch war sensationell, und als wir dann Salma und
Penélope kennen lernten, stellten wir fest, dass sie echten Sinn für Humor haben. Wir hoffen, dass es uns
gelungen ist, das auf die Leinwand zu bringen.
Was war für Sie besonders überraschend bei der Realisierung eines Spielfilms?
Die Komplexität des Schnitt-Prozesses. In der Werbung sind 45 Sekunden bereits lang. Einen Film von 90
Minuten aus 120 Stunden gefilmten Material zu generieren, ist wirklich etwas anderes! Glücklicherweise war
Luc Besson da, um uns zu helfen.
Haben Sie sehr von Ihrer Arbeit im Werbefilm profitiert?
Ganz enorm. Das ist die beste Schule für einen Regisseur, die man sich vorstellen kann. Man lernt, eine
Geschichte effizient zu erzählen, weil man wenig Zeit und wenige Einstellungen zur Verfügung hat. Man lernt,
große Dekors und komplexe Action-Szenen zu generieren. Man hat immer das beste und neueste Material zur
Verfügung, dem neuesten Stand des technischen Fortschritts entsprechend. Und man arbeitet mit den besten
Teams der Welt.
Haben Sie immer zusammengearbeitet? Wie teilen Sie die Aufgaben untereinander auf?
Wir sind in einer kleinen Stadt im Süden von Oslo aufgewachsen, in Sandefjord. Seit wir 12 sind haben wir mit
dem Camcorder von Joachims Vater kurze Filme gedreht. Als Duo zu inszenieren, ist also etwas ganz
Natürliches für uns. Espen kümmert sich um die Führung der Schauspieler und Joachim um alles Visuelle,
aber wir besprechen jede Einstellung, bevor wir sie filmen.
Sie haben sicher viel Neid auf sich gezogen, weil sie zwei so sexy Schauspielerinnen in Szene setzen
durften.
Ja, war haben viel Glück gehabt: Salma und Penélope sind exzellente Schauspielerinnen und zwei besonders
witzige und liebenswerte Frauen – von ihrer sexy Ausstrahlung ganz zu schweigen! Wir werden ihnen immer
sehr dankbar sein, dass sie uns erlaubt haben, dieses Projekt zu realisieren.
Der Stab setzt sich aus langjährigen Mitarbeitern Luc Bessons zusammen, die gewohnt sind,
miteinander zu arbeiten: Hat sich das als hilfreich erwiesen?
Ja sehr. Es war eine große Hilfe für uns, dass Luc ein solches Team zusammengestellt und uns in die Familie
aufgenommen hat. Jeden Tag hat Olivier Beriot uns mit seinen Kostümen überrascht, täglich versetzte uns
Hugues Tissandier mit seinen Dekors ins Mexiko von 1888 ins Staunen. Und dann der geniale Thierry
Arbogast. Ihn mit soviel Instinkt am Licht arbeiten zu sehen... Er ist wirklich der beste Kameramann, mit dem
wir hätten arbeiten können. Das ist keine Beleidigung für alle anderen – Thierry ist einfach nicht von dieser
Welt!
Warum haben Sie beschlossen, den finalen Showdown in Zeitlupe zu drehen?
Obwohl der Film 1888 spielt, wollten wir, dass wenigstens eine Szene eine moderne Technik widerspiegelt,
um zu zeigen, dass wir fähig sind, Spezialeffekte zu beherrschen und etwas Neues zu schaffen. Wir haben
also versucht, der finalen Schusswechsel-Szene ein einheitliches Aussehen zu geben.
Die Idee dahinter war, eine kreisförmige Bewegung festzuhalten, mit der Kamera auf der Schulter, in einer
extrem verlangsamten Umgebung, die erlaubt, die Messer und die Kugeln fliegen zu sehen. Das ist der kleine
moderne Touch, den wir dem Showdown, wie er normalerweise in klassischen Western gefilmt wird,
hinzufügten. Diesen Effekt haben wir erzielt, indem wir zuerst die Schauspieler mit 300 Bildern pro Sekunde
gefilmt haben. Das hatte eine unmittelbare Auswirkung: es war unmöglich, Stuntmen einzusetzen, wie es sich
bei den vielen Schüssen und Explosionen angeboten hätte, weil man bei dieser Geschwindigkeit sehr genau
die Gesichter unterscheiden kann. Danach haben wir leer gedreht, mit Handkamera, und einkalkuliert, wo und
wann die Handlung stattfindet, ehe wir alles bei MacGuff in Paris zusammengefügt haben, der eine
unglaublichen Job geleistet hat.
Was sind Ihre nächsten Projekte?
Wir erleben unseren Spielfilm-Honeymoon: Alles ist möglich!
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ARIEL ZEITOUN: Der Mann aus Mexiko
Seit 1979 arbeitet Ariel Zeitoun als Produzent immer wieder gerne mit den gleichen Regisseuren zusammen,
vor allem mit Alexandre Arcady für „Le Grand Pardon“ (1982) und „Le Grand Carnaval“ (1983). Sein Name ist
mit so unterschiedlichen Filmen verbunden wie mit Patrice Chéreaus „Der verführte Mann“ (1983), Philippe de
Brocas „Chouans – Revolution und Leidenschaft“ (1988) oder „Gangsters“ (2002) von Olivier Marchal. 1984
gab er mit „Souvenirs, souvernirs“ sein Regiedebüt und arbeitete erstmals mit Luc Besson zusammen. Die
beiden zeichnen als Koproduzenten für BANDIDAS verantwortlich.
Finden Sie es besonders spannend, mit Neulingen zu arbeiten?
Aber sicher, zumal es auch für mich ein Novum war, mit zwei Regisseuren auf einmal zu tun zu haben. Das ist
nicht immer einfach, aber dank ihres guten Willens war es möglich, die Probleme zu teilen und die Lösungen
zu verdoppeln. Man muss auch sehen, dass Espen und Joachim zwar Neulinge sind, aber keine Anfänger: in
technischer Hinsicht sind sie durch die vielen Spots, die sie gedreht haben, sehr versiert. In menschlicher
Hinsicht ist der Enthusiasmus, den man in einen ersten Film steckt, etwas ganz Besonderes. Wann immer
man daran teilhaben kann, schöpft man selbst wieder neue Kraft daraus. Das ist das A und O!
Was hat Sie an den Werbefilmen der Norweger so beeindruckt, dass Sie darauf bestanden haben, sie
als Regisseure auszuwählen?
Es war vor allem ihr Humor, und dann ihre Mobilität. Sie haben eine Art, sehr unerwartet zu drehen, mit sehr
vorzeigbarem Resultat.
Wie Luc Besson sind Sie selbst auch Regisseur. Sind Sie bei einem Film, den Sie produzieren,
manchmal versucht, in die ästhetischen Entscheidungen der Regie einzugreifen?
Nein, denn dann würde ich selbst Regie führen! Produzieren ist für mich wie das Eindringen in ein anderes als
mein eigenes Universum. Es bedeutet, die Entscheidungen der Regisseure zu begleiten und zu unterstützen.
Wenn ich produziere, habe ich weder Zeit noch Lust, mich selbst an eine andere Stelle zu versetzen.
Sie haben bereits für Jan Kounens „Blueberry und der Fluch der Dämonen“ in Durango gedreht.
Erzählen Sie etwas über diesen mystischen Ort.
Durango hat wirklich etwas Mystisches, vor allem aber ist es spektakulär schön – wenn man sich vorstellt,
dass es fürs Kino erschaffen wurde! In 50 Jahren sind dort über 130 Filme entstanden. Man findet eine
unglaubliche Fülle natürlicher Dekors, von der Wüste bis zur grünenden Prärie, vorbei an kesselförmigen
Canyons. Vor allem wandelt man auf den Spuren von John Huston, Sam Peckinpah, Henri Hathaway, John
Sturges oder Sydney Pollack, um nur einige zu nennen. Wo man auch hintritt, sind die Orte bewohnt, nicht von
der Erinnerung an Schlachten, sondern an große Filme. Man ist glücklich, dort zu sein, fühlt aber gleichzeitig
auch die Pflicht, sein Bestes zu geben. Und weil es keine Zufälle gibt, entsprechen die Bewohner des Ortes
genau dem Bild: Sie sind unvergesslich.
Den Spaß, den Penélope und Salma bei den Dreharbeiten hatten, sieht man auf der Leinwand. Wie war
die Stimmung am Set?
Diese Freude resultierte aus dem, was man sich zu sagen hatte, aber ich glaube darüber hinaus, dass Salma
sehr glücklich war, in ihrem Land arbeiten zu können. Und dieses Glück hat sie mit uns geteilt. Sie hat mit
Penélope ein echtes Komplizinnen-Duo gebildet, dessen Ziel es war, vollen Einsatz für den Film zu bringen.
Also, keine Launen, keine Müdigkeit – trotz der oft anstrengenden Drehbedingungen. Statt dessen Talent und
viel Großzügigkeit von ihrer Seite, jedem gegenüber.
Sam Shepard beweist, in einem guten Sinn, dass er über sich selbst lachen kann – war es leicht, ihn
für die Rolle zu gewinnen?
Er hat viel Humor und Neugier. Als ich ihn am Flughafen in Durango abgeholt habe, bin ich zu spät
gekommen. Er wartete vor dem Gebäude, saß auf seinem Koffer wie auf einem Sattel, in Stiefeln, einen
Cowboyhut ins Gesicht gezogen. Er stieg in den Wagen, ohne ein Wort zu sagen, und wir legten die Strecke
schweigend zurück, im Licht der untergehenden Sonne. Die Schatten verflüchtigten sich, ein Hauch von
Melancholie lag in der Luft, und Sam, die Augen geschlossen, schien zu schlafen. Als wir in Durango
ankamen, murmelte er, ohne die Augen zu öffnen: „Ich frage mich, was ich hier tue: einen Western zu drehen,
der von Franzosen produziert wird, mit zwei Norwegern als Regisseure.“ Er fragte mich dann nach einem Ort,
wo er sich in Ruhe besaufen konnte. Am Ende ist er dann nach Abschluss seiner Dreharbeiten noch ein paar
Tage länger geblieben, weniger aus Lust am Mescal, sondern um noch bei uns zu bleiben, aus Spaß!
Sind Sie erklärter Fan des Western-Genres?
Alle meine Lieblings–Filme sind berührt von „Amores Perros“ (2000), dem ersten Film von Alejandro Iñárritu –
ein teuflisch guter Stadt-Western. Und ein mexikanischer Film: ganz bestimmt, es gibt keine Zufälle!
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THIERRY ARBOGAST: Das Licht der Wüste
Der treue Weggefährte von Luc Besson ist einer der renommiertesten Kameramänner Frankreichs. Für seine
Arbeit gewann er drei Césars, und er stand für einige der bedeutendsten Regisseure hinter der Kamera: André
Téchiné („Meine liebste Jahreszeit“; 1993), Patrice Leconte („Ridicule – Von der Lächerlichkeit des Scheins“;
1996), Jean-Paul Rappeneau („Der Husar auf dem Dach“; 1995), Brian de Palma („Femme Fatale“; 2002) –
die Liste ist lang und unerschöpflich. Mit BANDIDAS legt Thierry Arbogast seinen ersten Western vor.
War es für Sie ein besonderes Vergnügen, einen Western zu filmen?
Das ist meine ganze Jugend! Der Western ist für mich ein besonders unversehrtes, einheitliches Genre,
ebenso wie Science-Fiction oder der Historienfilm. Für einen Kameramann bietet der Western die einzigartige
Gelegenheit, visuell sehr starke Dinge umzusetzen, die einem bestimmten Code gehorchen: Der Einsatz des
Huts in der Großaufnahme, um das Gesicht halb im Schatten, halb im Sonnenlicht zu lassen, die Kadrierung –
und natürlich die Weite der Landschaft, ihre Schönheit, vor allem in den Filmen von John Ford.
Was hat Sie besonders gereizt an dem Projekt?
Vor allem der Vorschlag von Luc Besson, einen Western hauptsächlich in Mexiko zu drehen, mit Salma Hayek
und Pénélope Cruz. Dieser Film war für mich ein Geschenk. Außerdem hat mir gefallen, dass das Drehbuch
die wichtigsten Elemente des Genres enthält, wie Überfall auf eine Bank, die Eisenbahn – beste
Voraussetzungen für einen gelungenen Western.
Gibt es visuelle Referenzen ans Western-Genre?
Für mich ist es definitiv „Spiel mir das Lied vom Tod“ (1968) von Sergio Leone, den ich im Alter von 12 bis 15
sechs oder sieben Mal gesehen habe. Das war einer der wenigen Filme, die man immer mal wieder im Kino
sehen konnte (damals gab es ja noch keine DVD), und es ist einer der Filme, die mich zum Kino gebracht
haben, statt zur Fotografie. Leones Regie ist meisterhaft, er geht weit über das Genre des Spaghetti-Western
hinaus. Der Film ist ein Klassiker geworden. Man kann sagen, dass zu einer Zeit, wo der amerikanische
Western einen Tiefpunkt erlebte, der Spaghetti-Western die Codes des Genres schärfer herausgearbeitet hat,
indem er sie etwas zu weit trieb. Ich denke vor allem an die Wechselfolge von Groß- und Weitaufnahmen oder
die blauen Augen und die gemeißelten Gesichter in „Mein Name ist Nobody“ (1973), den Sergio Leone
produziert hat. Ich wollte auch Clint Eastwood Referenz erweisen, der andere Codes erschaffen hat mit „Pale
Rider – Der einsame Reiter“ (1985) und ein eher verschwommen-klares Licht. Für mich ist das eine der
schönsten Western-Fotografien, geschaffen von meinem Lieblings-Kameramann Bruce Surtees. Man spricht
viel von „Erbarmungslos“ (1992), aber ich finde die Fotografie von „Pale Rider“ besser.
Was ist die größte technische Herausforderung, wenn man in der Wüste dreht?
Das senkrecht stehende Licht, mit dem man nur sehr schwer arbeiten kann. Nur mit Riesen-Budgets wie dem
von Michael Ciminos „Heavens Gate“ kann man sich erlauben, das beste Licht für den Dreh abzuwarten, das
heißt das tief stehende Sonnenlicht. In Mexiko hatten wir es mit Landschaften zu tun, die in der Sonne glühten,
selbst wenn ich den Drehplan dem Sonnenstand angepasst habe. Ein entscheidender Ausgangspunkt, wenn
man einen Western voller grandioser Landschaftsaufnahmen drehen will. Auch aus diesem Grund habe ich
eine grobkörnige Optik verwendet, die die Details und den Bereich des Horizonts entzerrt. Mir ging es darum,
dass man die Großartigkeit dieser Landschaft erfasst, soweit das Auge reicht.
Wie gestaltete sich, für einen Mann mit Ihrer Erfahrung, die Zusammenarbeit mit den RegieDebütanten?
Um ehrlich zu sein, dient die Erfahrung vor allem dazu, sich wieder in Frage zu stellen, und genau das
geschieht, wenn man auf einen jungen Regisseur trifft: man regeneriert sich! Er kommt mit neuen Ideen daher,
einer ungeheuren Lust, das Kino zu revolutionieren und hat meistens dabei schon seinen eigenen Stil
entwickelt. Wenn Sie den ersten Film von Sergio Leone anschauen, entdecken Sie bereits seine Handschrift!
Man muss auf der Lauer liegen, versuchen, zu verstehen, was er will. Man ist so etwas wie das ArbeitsWerkzeug, man erlaubt ihm, seinen Traum zu verwirklichen mit mehr Fertigkeiten als ein Anfänger hinter der
Kamera.
Sie hatten sicher auch viel Freude daran, zwei Schönheits-Ikonen wie Penélopé und Salma ins rechte
Licht zu setzen...
Sie sind zwei sehr schöne Frauen, die sich tatsächlich sehr gut fotografieren lassen. Wir haben versucht,
einige Klippen zu umschiffen, wie das volle Sonnenlicht. Wenn sie keine Hüte tragen, sind sie immer im
Gegenlicht aufgenommen. Sie sehen aber auch so wunderschön aus, weil sie ihre Persönlichkeit leuchten
lassen: Das ist der große Unterschied zwischen einer Schauspielerin und einem Mannequin auf HochglanzPapier.
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ERIC SERRA: Der Mann des Orchesters
Der Autodidakt und ehemalige Bassist von Jacques Higelin gab sein Debüt als Filmmusik-Komponist an der
Seite von Luc Besson, mit dem er auch in Zukunft immer wieder zusammenarbeiten will. Berühmt vor allem für
seine Original-Kompositionen, u.a. für „Subway“ (1985) und „Im Rausch der Tiefe“ (1988), schrieb er auch die
Musik für den James Bond-Film „James Bond 007 - Goldeneye“ (1995). Serra komponierte darüber hinaus
mehrere Solo-Alben, die besonders von ethnischer Musik beeinflusst sind.
An welchem Punkt wird es schwierig, die Musik für einen Western zu komponieren und dabei nicht auf
Ennio Morricone zurückzugreifen?
Man darf es nicht vergessen, seine Musik ist wirklich eingeschlagen! Für meine Generation verkörpert er die
Musik des Western par excellence. Ich habe mir im Original einiges angehört von Morricone – vor allem bei
komischen Sequenzen ist er unglaublich gut. Man kann ihn generell nicht vermeiden, ebenso wenig wie das
James Bond-Thema. Als ich die Musik zu „Goldeneye“ komponiert habe, war ich verpflichtet, sie an mehreren
Stellen des Films einzusetzen, sonst wäre es kein James Bond. Und ein Western ist nicht wirklich einer ohne
eine Referenz an Ennio Morricone. Das heißt, es ist mir gelungen, einen Original-Score zu komponieren, der
seine eigene Identität hat. Mein Interesse für die mexikanische Musik hat mir gezeigt, dass viele Themen, die
mit Morricone in Verbindung gebracht werden, ihren Ursprung in der traditionellen mexikanischen Musik
haben, vor allem dem „deguello“. Das ist eine Art Totengeläut auf der Basis von Trompeten und Gitarren,
deren erste drei Noten einen Morricone ausmachen, auch wenn sie typisch mexikanisch sind.
Haben Sie viel aus spanischen und mexikanischen Einflüssen geschöpft?
Ja, es hat mir viel Spaß gemacht, pseudo-traditionelle Weisen zu kreieren, besonders im Geist der MariachiGruppen. Das bedeutet, dass man freiwillig auf Perfektion verzichtet und Instrumente mäßiger Qualität
benutzt, um die „Farbe“ zu erzielen, die typisch für die Mariachi ist.
Welche Instrumente haben Sie gewählt?
Wir haben viele Gitarren eingesetzt, aber auch sehr verschiedene Instrumente, die nichts mit dem Genre zu
tun haben, aber sehr gut klingen, wie die „Tambouriza“, eine Art kleine jugoslawische Mandoline, oder die
Chora, eine große afrikanische Harfe. Für die Bässe der Mariachi habe ich ein afrikanisches Instrument
benutzt, dessen Namen ich nicht kenne. Es besteht aus einer Trommel aus Holzfurnier und Sägeblättern aus
Metall. Das ist eine Art Floh-Klavier in groß, welches perfekt die Bässe ohne die Resonanz der MariachiGitarren reproduziert. Außerdem habe ich viel Perkussion und Melodika (Akkordeon und Mundstück)
eingesetzt. Kurz gesagt, es hat mir viel Spaß gemacht.
Haben Sie für jede der beiden BANDIDAS ein eigenes Thema komponiert?
Ja, aber die Idee war, dieses Schema nicht zu rigoros einzusetzen. Es passiert, dass das Thema der einen
auch für die andere gespielt wird, und umgekehrt.
In welchem Stadium der Produktion haben Sie mit dem Komponieren begonnen?
Als die Regisseure mich gebeten haben, die Musik zu BANDIDAS zu komponieren, las ich zunächst das
Drehbuch und fange an, mir Gedanken zu möglichen Themen zu machen. Da ich aber im Wesentlichen mit
dem Bild arbeite, habe ich den Endschnitt abgewartet, ehe ich definitiv angefangen habe.
Arbeiten Sie immer nach dieser Methode?
Ja, weil es das ist, was mich an der Filmmusik interessiert: ich schreibe praktisch keine Note, ohne die Bilder
anzuschauen, das ist eine ständige Anpassung. Ich versuche, so präzise wie möglich zu sein, damit die Bilder
auf die Musik tanzen, die Verschmelzung perfekt ist. Luc Besson hat mich schon mal gebeten, bereits vor
Beginn der Dreharbeiten zu komponieren, aber zu seiner großen Enttäuschung mache ich das nur ganz
selten!
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DIE BESETZUNG
Maria
Sara
Quentin
Jackson
Bill Buck
Ashe
Clarissa
Don Diego
Pedro
Reinigungsmann 2
Vater Pablo
Bernardo
Bankdirektor
Gouverneur
Penélope Cruz
Salma Hayek
Steve Zahn
Dwight Yoakam
Sam Shepard
Denis Arndt
Audra Blaser
Ismael “East”Carlo
Carlos Cervantes
Joseph D. Reitman
Jose Maria Negri
Lenny Zundel
Edgar Vivar
Humberto Elizondo
DER STAB
Regie
Drehbuch
Nach einer Originalidee von Luc Besson
Produktion
Ausführende Produktion
Ausführende Produktion Mexiko
Musik
Kamera
Schnitt
Kostüme
Ausstattung
Joachim Roenning & Espen Sandberg
Luc Besson, Robert Mark Kamen
Luc Besson, Ariel Zeitoun
Ajoz Films
Ultra Films
Eric Serra
Thierry Arbogast
Frédéric Thoraval
Olivier Beriot
Hugues Tissandier
Une Production EuropaCorp
En coproduction avec TF1 Films Production
Avec la participation de Canal + et de Tps Star
Visa N°111.015
© 2006 EuropaCorp – TF1 Films Production
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