Der Gärtner ist nicht immer der Mörder

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Presseinformation
Ein Fall für zwei
Eine Krimiserie feiert Geburtstag
Am 11. September 1981 startete die ZDF-Serie „Ein Fall für zwei“ mit der ersten
Episode „Die große Schwester“. Seitdem haben der Anwalt und sein Privatdetektiv
Matula in rund 200 Episoden Mörder und Verbrecher zur Strecke gebracht. Das ist
Erfolg in Serie und es ist kein Ende in Sicht. Die Jubiläumsfolge Nummer 200 ist am
13. Dezember 2002 um 20.15 Uhr im Zweiten in Spielfilmlänge zu sehen. Der 90Minüter wurde vom 9. April bis 13. Mai 2002 in Frankfurt und Wien als 90-Minüter
gedreht. Michael Mackenroth führte Regie.
Verbrechen lohnt sich
Mit „Ein Fall für zwei“ liegt die Odeon Film AG ganz vorn. Der „Longrunner“ steht in
der Publikumsgunst noch immer ganz oben. „Matula hat keinen Hubschrauber oder
anderen Firlefanz zur Verfügung, der ist bodenständig und muss sich was einfallen
lassen,“ erklärt sich Claus Theo Gärtner den Erfolg.
Wie alles begann...
Als das ZDF Ende der 70er verlauten ließ, es suche eine neue Idee für den
Freitagabend-Krimi, entwarfen Produzent Georg Althammer und Drehbuchautor Karl
Heinz Willschrei Geschichten um einen jungen Anwalt, der mit Unterstützung eines
erfahrenen Privatdetektivs im Auftrag seiner Mandanten Kriminalfälle löst. Die Idee
für eine Krimiserie, die ohne Polizeiarbeit auskommt, war riskant - aber neu. Das
ZDF war anfangs skeptisch. Als dann Günter Strack andeutete, er würde auch
einmal für eine Serie zur Verfügung stehen, ließ er sich jedoch vom Serien-Konzept
überzeugen - mit einer Variation: dem arrivierten Anwalt, den Günter Strack spielen
sollte, musste ein junger Detektiv an die Seite gestellt werden.
Claus Theo Gärtner, damals Ende 30 und Krimi-erprobt, wurde der junge Wilde
namens „Matula“. Doch Produzent Georg Althammer musste Gärtner, der damals an
der berühmten Schaubühne am Halleschen Ufer bei Peter Stein engagiert war und
nur von einer Theater-Karriere träumte, erst von dem Rollen-Angebot überzeugen.
Ein ganzes Jahr lang redete Althammer auf ihn ein „wie auf einen kranken Gaul“. Im
Münchner Franziskaner ergab sich der Schauspieler dann nach etlichen Maß Bier
„seinem Serien-Schicksal“ und unterschrieb – nicht mehr nüchtern – für 100 Folgen
auf einem Handzettel. Diesen „Vertrag“ bekam Gärtner zur 100. Folge gerahmt von
Althammer zurück.
„Ein Fall für zwei“ - Jubiläumsfolge 200
„Alpträume“
Als Matula (Claus Theo Gärtner) diesen Auftrag annimmt, ahnt er nicht, welcher
Alptraum daraus für ihn entstehen soll. Sein Job: Stefanie Wagner (Evelyn Engleder)
hat ihn als Bodyguard während ihres Aufenthaltes in Frankfurt engagiert. Die
Schmuckhändlerin aus Wien hat wertvolle Diamanten im Wert von 700.000 Euro im
Handgepäck. Gegen seinen Rat lässt sich Stefanie Wagner nicht auf direktem Weg
ins Hotel fahren. Sie besteht auf einem Abstecher zum Atelier der Bildhauerin Verena
Roth (Denise Zich). Während Stefanie Wagner die Skulpturen nicht zusagen, treffen
Kunst und Künstlerin sehr wohl Matulas Geschmack...
Nach diesem Kurzbesuch bringt Matula seine Klientin ins Hotel, wo sie ein gewisser
Dr. Gamper (Udo Schenk) in der Hotelbar erwartet. Matula entgeht nicht, dass
Stefanie Wagner einen anderen Mann im Hotel heimlich grüßt. Ihren Liebhaber?
Nach dem Gespräch mit dem dubiosen Kunden begleitet Matula seine Klientin samt
Steine in die Hotelsuite. Als er davor Position beziehen will, schickt Stefanie Wagner
ihren Aufpasser fort. Als sein Kontrollanruf bei Stefanie Wagner unbeantwortet bleibt,
stürzt Matula alarmiert in die Hotelsuite. Zu spät: Stefanie Wagner liegt mit einer
tödliche Schußwunde am Boden, vom Mörder keine Spur...
Matulas Alptraum beginnt mit dem Eintreffen der Polizei. Der ermittelnde
Hauptkommissar Axel Zang (Peter Sattmann) ist ein Ex-Kollege – und Feind. Zang
unterstellt Matula eine Mittäterschaft und lässt ihn festnehmen. Im Gefängnis
versucht Matula erfolglos, Dr. Lessing (Paul Frielinghaus) telefonisch zu erreichen.
Während Matula die Nacht in einer Zelle verbringt, genießt der Anwalt romantische
Stunden mit Staatsanwältin Alexandra Jacob (Katja Weitzenböck). Beim
Haftprüfungstermin am nächsten Morgen mit Richter Egon Leopold (Bernd
Rademacher) stehen sich Matulas Anwalt und die Staatsanwältin unerwartet als
Kontrahenten gegenüber. Die nächtliche Vertrautheit ist verflogen, die Situation spitzt
sich zu. Matula spürt, dass man nicht an seine Unschuld glaubt. Er nutzt eine
Gelegenheit zur Flucht und taucht unter. Auf eigene Faust will er den Mörder
suchen...
Seine Recherchen führen ihn nach Wien, zu Stefanie Wagners dubiosem Ehemann
Peter (Wolfram Berger) und ihrem Liebhaber Mathias Schelski (Max Müller). Doch
auch in Wien wird Matula von der Polizei gejagt. Zurück in Frankfurt findet er eine
Verbündete: Die Bildhauerin Verena Roth gewährt ihm Unterschlupf, während er mit
Dr. Lessings Hilfe nach Beweisen für seine Unschuld sucht...
Besetzung
Matula
Dr. Markus Lessing
Helga
Stefanie Wagner
Peter Wagner
Verena Roth
Alexandra Jacobs
Dr. Gamper / Reichert
Terry
Axel Zang
Peter Lohmann
Egon Leopold
Empfangschef
Taxifahrer
Friedrich Schauer
Monika Töpfer
Mathias Tschelki
Robert Würges
Polizist
Beamter
Bewaffneter
Bedienung
Wirtin
Zitherspieler
Sedlatschek
Kronberger
Spiesser
Sedlbauer
Beamter Wien
Dr. Scharnigl
Claus Theo Gärtner
Paul Frielinghaus
Renate Kohn
Evelyn Engleder
Wolfram Berger
Denise Zich
Katja Weitzenböck
Udo Schenk
Thomas Rudnick
Peter Sattmann
Robert Glatzeder
Bernd Rademacher
Bodo G. Toussaint
Michael Herl
Wolfgang Böck
Christiane Brammer
Max Müller
Jockel Tschiersch
c/o Ernst Reimann (Stunt)
c/o Christiane Huth
Dieter Gring
Komparse (original)
Beate Wist
original
Gerd Gresczak (Stunt)
Andraes Lust
Jochen Rühlmann
Franz-Michael Schwarzmann
Nik Neureiter
Dietmar Mössmer
Stabliste
Produzenten
Producerin
Herstellungsleitung
Produktionsleitung
Regie
Regie-Assistenz
1. Aufnahmeleitung
Produktionspraktikantin
Aufnahmeleitung
2. Aufnahmeleitung/Praktikant
Produktionssekretariat
Filmgeschäftsführung/Kasse
Script/ Continuity
Kamera
Kamera-Assistenz 1
Kamera-Assistenz 2
Material-Assistenz
Tonmeister
Ton-Assistenz
Cutter
Cutter-Assistenz
Casting
Kostümbildnerin
Garderobiere
Maskenbildnerin
Ausstattung/ Architekt
Ausstattungs-Praktikantin
Außenrequisite
Innenrequisite
Requisitenhilfe
Baubühne
Produktionsfahrer
Standfotograf
Oberbeleuchter
Beleuchter
Bühne/Dollyfahrer
Bühne
Casting-Komparsen
SFX
Stunts + Koordination
Catering
Autoren
Komponist
ZDF Redaktion
ZDF-Produktion
Kopierwerk
Vertragsarzt
Kamera/Equipment
Beleuchtungsgeräte
Produktionsbetreuung Wien
Aussenrequisite Wien
Komparsen / Kleindarsteller
Georg Althammer, Hans Joachim Mendig
Claudia Schneider
Thomas Höbbel
Stephan Fiebig
Michael Mackenroth
Heinz Hahn
Carmen Schroth
Anja Müller-Schick
Achim Bach
Daniel Mölk
Claudia Schindler
Florian Wahl
Christine Tönnessen-Kegler
Ingo Hamer
Michael Veigel
Thorsten Knapp
Nina Mettmann
Tomas Kanok
Ulf Erismann
Jochen Borth
Philipp Schmitt
Susanne Werner
Stephanie Spitznagel
Heike Bötterling, Daniela Goebel
Carmen Diehl, Josiane Baumgartner
Anette Reuther
Maythe Stavermann
Michael Seelgen
Eric Braack
Michael Siegfried
Clemens Jochem
Fernando de Bran, Björn Berger
Martin Sperling
Michael Schäfer
Christoph Schobert, Frank Wolters
Dirk Walter
Michelangelo di Sciacca
Christiane Huth
Cologne SFX
FSP Ernst Reimann
Café im Literaturhaus
Johannes Dräxler, Remy Eyssen
Klaus Doldinger
Dr. Horst-Joachim Gehrmann
Eberhard Rauch
ABC & Taunus Kopierwerk
Dr. H. von Mach
Pille Kameraverleih
MBF Filmtechnik GmbH
Markus Reisinger
Andreas Holzmann
Extras – Group
Biografie
Claus Theo Gärtner (Matula)
Seit 21 Jahren ermittelt Claus Theo Gärtner (59) als Privatdetektiv Hermann Josef
Matula in "Ein Fall für zwei". Der Dauerbrenner zählt zu den erfolgreichsten FernsehSerien – nicht nur in Deutschland. Und ein Ende ist nicht in Sicht.
Claus Theo Gärtner wurde am 19. April 1943 in Berlin geboren. Seine Kindheit
verbrachte er bis 1948 im Stubaital, dann zog die Familie nach Berlin. Claus Theo
Gärtner besuchte die Staatliche Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Es
folgten Theater-Engagements am Deutschen Theater in Göttingen, an den
Staatstheatern Braunschweig, Oldenburg und Stuttgart sowie an der Berliner
Schaubühne am Halleschen Ufer. 1971 erhielt er für seine erste Filmrolle in "Zoff"
den Bundesfilmpreis. Im Fernsehen brachte ihm das ZDF-Dokumentarspiel "Im
Zweifel für den Angeklagten" den Durchbruch. Georg Althammer, Produzent von "Ein
Fall für zwei", führte damals Regie – eine folgenreiche Begegnung.
Neben seinen zahlreichen Theater-Aktivitäten unter anderem am Berliner SchillerTheater und Hamburger Thalia Theater sah man ihn in Kino- und Fernseh-Filmen wie
"Einer von uns beiden" (1973), "Operation Ganymed" (1977), "Winterspelt 1944"
(1978), "Die erste Polka" (1978) oder "Races" (1983) sowie in der Serie "Die Straße"
(1974). Bald galt Gärtner als Typ für Krimis. 1981 übernahm er – nach langem
Zureden durch Georg Althammer – die Rolle des Matulas.
Im Sommer 2001 kam er zu polizeilichen Ehren. Die bayerische Polizei ernannte ihn
zum Ehrenkommissar. Auch seine "Berufskollegen" verliehen ihm eine Auszeichnung
und machten ihn zum "Ehrendetektiv". In Italien erhielt er die Auszeichnung "Premio
Capo Circeo" als beliebtester ausländischer Schauspieler.
Der Gärtner ist nicht immer der Mörder
Claus Theo Gärtner über ...
... Serien:
"Diese Rolle hat Lebensqualität. Früher als Theaterschauspieler habe ich aus Koffern
gelebt. Heute fahre ich morgens in Jeans und Lederjacke zur Arbeit und abends
wieder nach Hause. So lange es mir Spaß macht und die Leute zuschauen, wäre ich
ja schön blöd, was anderes zu machen. Die 20 Jahre sind wie Flug vergangen. Ohne
Spaß wäre das nicht gegangen. Die Geschichten, das Team und die Produzenten
stimmen.
... Matula:
Mein Alter-Ego ist mir sehr ähnlich. Da Matula alles, was er hat, von mir hat, komme
ich ganz gut mit ihm klar. Aber ich träume nicht von ihm. Und nach Drehschluss
verschwindet Matula."
... Beruf:
"Mein Leben kann man in drei Phasen einteilen: Im ersten Drittel habe ich neben
meiner Rolle als Matula auf der Bühne gestanden und viel Theater gespielt. In der
zweiten Phase standen neben "Matula" die Autorennen im Mittelpunkt. In meinem
letzten Drittel werde ich neben der Schauspielerei auch als Produzent aktiv sein. Im
vergangenen Jahr habe ich mit meinem Partner Harald Wigankow die
Produktionsgesellschaft Bilderregen TV gegründet."
... Familie:
"Früher konnte ich vom Koffertragen im Stehen Gras pflücken. Deshalb hat so eine
Serie schon Lebensqualität. Ich komme abends nach Hause und habe meine Familie
um mich. Und das ist gut so."
... Frauen:
"Die Serie heißt nicht "Ein Fall für drei". Matula ist und bleibt Single. Es würde die
Geschichten viel zu kompliziert machen, wenn man auch noch sein Privatleben
einbauen würde."
... Veränderungen:
"Auch Matula wird älter. Deswegen braucht er endlich mal eine neue Wohnung. Seit
20 Jahren haust er in der gleichen Bude. Außerdem muss ein größer Billardtisch her.
Und ein vierbeiniger Gefährte wäre auch nicht schlecht. Von einem Hund als
Nebendarsteller muss ich aber die Produzenten noch überzeugen."
... Alter:
"So lange wie Joopie möchte ich eigentlich nicht arbeiten. Aber wer weiß, vielleicht
nehme ich jetzt den Mund zu voll. Im Film ist alles möglich, auch ein 70-jähriger
Kommissar."
... Narben:
"Was Matula erleidet, hinterlässt auch bei mir Narben. Einmal musste ich aus einem
Auto springen. Dabei bin ich ausgerutscht und habe mir ein Winkeleisen in den
rechten Oberschenkel gerammt. Da hieß es nur noch: ab in den OP. Von den drei
Rippenbrüchen, den diversen Prellungen und Blutergüssen, dem Bänderriss am
Fußgelenk will ich gar nicht reden; das passiert halt."
... Schönheit:
"Die Haare sind nicht gefärbt. Vielleicht brauche ich irgendwann mal ein Toupet, aber
das setze ich nicht auf. Keine Chance."
... Fitness:
"Für den Golf-Sport fühle ich mich noch zu jung*. Ich halte mich mit Autorennen und
Mountainbiking fit. Das muss reichen. Skifahren darf ich ja leider nicht; das ist laut
Vertrag verboten. Auf gesunde Ernährung achtet meine Frau. Nur ein Laster - das
Rauchen – bekomme ich leider nicht los. Aber nach dem letzten Check Up hatte der
Arzt den Daumen oben."
(*Anm.d. Red.: Inzwischen soll Claus Theo Gärtner doch mit dem Golfen begonnen
haben.)
... Regie:
„Bei der Folge 174 "Hassliebe" (Erstausstrahlung am 4. Februar 2000) habe ich
einmal selbst Regie geführt. Ich würde das gerne öfters machen, aber die
Doppelbelastung als Hauptdarsteller und Regisseur ist schon ziemlich groß.“
... Gage:
"Fußballer verdienen mehr. Aber ich komme damit aus."
... Bekanntheit:
"Hat Vorteile; im Restaurant zum Beispiel wird man meistens besser bedient."
... Fans:
"Unser Verhältnis ist völlig entspannt. Meine Frau mag es nur nicht, wenn man sie
mit Frau Matula begrüßt. Ich bekomme noch immer viel Fanpost - mit einem
Unterschied. Früher sahen die weiblichen Fans in mir den Freund oder Lover, heute
bin ich der Ersatzvater."
... Charity:
"Über die Organisation Plan International habe ich die Patenschaft für ein Kind aus
Nepal und eines aus Vietnam übernommen. Ich kenne die beiden persönlich, weil ich
sie zu Hause besucht habe."
... Auto:
"Ich hab einfach einen Riesen-Spaß an Autorennen. Meinen Alfa könnte ich selbst
reparieren.“
... Eigenheiten:
"Ich habe eigentlich keine Spleens. Das einzige, worauf ich bestehe, ist meine
Maskenbildnerin Carmen Diehl. Sie schminkt mich seit 15 Jahren und kennt mich
sehr gut. Carmen spürt am Morgen, wenn sie nur mein Haar anfasst, sofort, wie es
mir geht."
... Erfolg:
"Darüber freue ich mich sehr. Und dass "Ein Fall für zwei" auch im Ausland so gut
ankommt. Das ist der Lieblingskrimi der Schweizer. Dort erzielt die Serie bis zu 33
Prozent Einschaltquote."
Privatdetektiv - ein gefährlicher Job
Zum Glück liebt auch die Schutzengel-Brigade Matula. Doch wo bleibt das
Schmerzensgeld? Der Mann ist wirklich nicht zu beneiden.
Matula ist ein Stehaufmännchen. Bei seinen Recherchen wurde der Privatdetektiv
bislang
39 mal zusammengeschlagen,
28 mal mit einer Waffe bedroht,
13 mal verhaftet,
8 mal gefesselt,
8 mal lebensgefährlich bedroht,
8 mal entführt,
7 mal ohnmächtig,
6 mal in Untersuchungshaft genommen,
3 mal in einen Autounfall verwickelt,
2 mal als Angeklagter vor Gericht gestellt,
2 mal ins Krankenhaus eingeliefert und
1 mal in „Aktenzeichen XV ungelöst“ gesucht.
Biografie
Paul Frielinghaus (Dr. Markus Lessing)
Paul Frielinghaus wurde am 14. Dezember 1959 in Darmstadt geboren und wuchs im
hessischen Hünfeld auf. Von 1980 bis 1984 absolvierte er ein Schauspiel-Studium an
der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Seine Karriere startete er am
Stadttheater Würzburg. Dort sah man ihn in vielen Theater-Klassikern. 1988
übersiedelte der Schauspieler nach Berlin und spielte dort unter anderem an der
Freien Volksbühne. 1992 kam Paul Frielinghaus zum Fernsehen. Schnell wurde er
durch seine Rollen in den erfolgreichen Vorabend-Serien "girl friends" (ZDF) und
"Nicht von schlechten Eltern" (ARD) einem breiten Publikum bekannt. Man sah Paul
Frielinghaus außerdem in Fernseh-Produktionen wie "Männer sind wie Schokolade",
"Der Richter und das Mädchen", "Jets - Leben am Limit" oder "SOKO 5113". Im
Januar 2000 drehte er auch für den Kinofilm "Zoom" von Otto Alexander. Am 11.
Oktober 2002 heiratete Paul Frielinghaus seine Lebensgefährtin Nina in Berlin. Das
gemeinsame Töchterchen Lilian kam am 6. Dezember 2001 zur Welt. Ninas Sohn
Merlin komplettiert das Kleeblatt.
Im April 2000 übernahm er in "Ein Fall für zwei" die Rolle des Anwalts Dr. Markus
Lessing. In der Folge 182 "Morgen bist Du tot" war Paul Frielinghaus am 22.
Dezember 2000 erstmals zu sehen: Als Staatsanwalt wechselt er die Seiten, wird
freiberuflicher Anwalt und Matulas neuer Partner. Sein Vorgänger war zuvor bei
einem Schusswechsel tödlich getroffen worden.
Am 15. November erhält Paul Frielinghaus in Italien die Auszeichnung "Premio Capo
Circeo" als beliebtester ausländischer Schauspieler.
Kultivierter Kopfmensch versus Rauhbein
Paul Frielinghaus über ...
... Beruf:
"Ursprünglich wollte ich Biologe werden. Die Naturwissenschaften und Informatik
interessierten mich sehr. Für den Wettbewerb "Jugend forscht" hatte ich ein
Computerprogramm für ein Strategiespiel namens Serata geschrieben. Ich wurde im
Bereich Mathematik / Informatik 1978 Bundesfünfter. Es folgte ein Studienaufenthalt
am Weizmann Institute in Israel. Dieser Ausflug in die Forschung kurierte mich. Mir
wurde klar, dass mein Herz viel mehr für die Bühne schlug, denn ich hatte mich in
der Schule mit dem Theatervirus infiziert. Ich entschied mich gegen ein Leben im
Laborkittel und ging nach dem Abitur und dem Zivildienst auf die Schauspielerschule
in Hannover. Es folgte das erste Engagement am Stadttheater Würzburg. Dann zog
ich nach Berlin und arbeitete als freischaffender Künstler an verschiedenen Bühnen."
... Fernsehen:
"Der Einstieg für einen Theater-Schauspieler in Film und Fernsehen ist nicht einfach.
Man bekommt keine Rollen, wenn man nicht schon etwas Größeres vor der Kamera
gespielt hat. Bei einem Casting wurden jedoch Produzenten auf mich aufmerksam.
Und 1992 kam das Angebot, eine größere Rolle bei der ARD-Vorabendserie "Nicht
von schlechten Eltern" zu spielen. Das war ein sehr glücklicher Einstieg. Die Serie
war beliebt und wurde mehrmals wiederholt. Es folgte eine Rolle bei der ZDF-Serie
"girl friends". Damit war der Wechsel von der Bühne vor die Kamera vollzogen, und
ich habe seitdem für alle Sender gedreht."
... Ein Fall für zwei:
"Das Angebot kam aus heiterem Himmel. Ich hatte mich nicht beworben, sondern
wurde damals vom Produzenten angerufen. Ich fühlte mich natürlich sehr geehrt. Wir
haben Probeaufnahmen gemacht, ob Claus Theo und ich harmonieren, und es war
sofort Sympathie zwischen uns. Ich kannte und schätzte diese Krimi-Serie. Das
Team empfing mich herzlich. Aber natürlich kommt ganz schön das Kribbeln, wenn
man in so große Fußstapfen tritt. Das hat sich jedoch schnell gelegt und inzwischen
fühle ich mich in „Ein Fall für zwei“ längst heimisch."
... Rolle:
"Ich habe mich mit Juristen getroffen und war bei Gericht. Auch heute noch rufe ich
während Dreharbeiten schnell mal befreundete Juristen an und hole mir Insidertipps.
Natürlich machen wir Fiction und keine Dokumentation. Wir verdichten oder
verkürzen Dinge. Aber wir wollen sie dennoch authentisch darstellen. Ich lese am
Anfang das Drehbuch doppelt. Beim ersten Mal träume ich mich in die Szenen
hinein, beim zweiten Lesen teile ich mir diese ein und beschäftige mich mit
Zusammenhängen. Erst danach beginne ich mit dem Textlernen und stelle
manchmal schwierige Szenen in meinem Wohnzimmer nach."
... Zukunft:
"Ich hoffe, Dr. Lessing kann noch etwas mehr Privatleben einbringen. Er hat ja eine
musikalische Ader. Demnächst wird er schon einmal als Jazzer am Contrabass zu
sehen sein. Ansonsten würde ich mich freuen, wenn "Ein Fall für zwei" sich auch
dem Thema Wirtschaftskriminalität zuwenden würde. Das bietet sich ja in Frankfurt
geradezu an. Spannend wäre aber auch mal eine Geschichte über die rechte
Jugendszene."
... Ausrutscher:
"Versprecher, über die wir uns kaputt lachen, kommen natürlich immer wieder vor.
Aber die werden weggeschnitten. Lustig ist auch, dass beim Dreh Alltäglichkeiten
manchmal unheimlich schwierig werden können. Einmal musste ich einen Wagen mit
Automatik fahren. Ich sollte an einer nicht gesicherten Kreuzung bremsen. Ganz auf
das Spiel und den Text konzentriert, trat ich auf die nicht vorhandene Kupplung, in
diesem Fall also auf das Bremspedal. Meine arme Beifahrerin klebte fast an der
Scheibe ..."
... Jubiläum:
"Ich bin gerade zwei Jahre dabei und habe in 20 Folgen mitgespielt, und jetzt haben
wir schon die 200. Folge im Kasten. Wenn ich mir manchmal denke, wie viel Arbeit
das ist, bewundere ich vor allem Claus Theo, der bereits 200 Folgen gedreht hat.
Aber der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Die Serie funktioniert durch dieses
ungleiche Paar mit dem Detektiv als bauchgesteuertem Rauhbein und dem Anwalt
als kultiviertem Kopfmensch. Darin kann sich jeder Zuschauer wiederfinden. "Ein Fall
für zwei" ist ein echter Markenartikel dank Claus Theo."
... Pendeln:
"Ich lebe seit rund 15 Jahren in Berlin und schätze die Stadt sehr. Es war keine
einfache Entscheidung, aber es ist besser zu pendeln. Wenn ich in Wiesbaden und
Frankfurt drehe, bleibt meine Frau mit den beiden Kindern in Berlin. Während der
Dreharbeiten hätte meine Familie nicht viel von mir. Das ist ja Stress pur. Wir drehen
eine Folge am Stück, dann folgte eine Woche Drehpause; in dieser nehme ich mir
Zeit für meine Lieben."
... Kinder:
"Lilian wird bald ein Jahr. Sie ist sehr temperamentvoll und hat eine gute Stimme, die
sie auch gern hören lässt. Wir sind froh, dass es keine Eifersucht zwischen ihr und
Merlin gibt. Er stammt aus Ninas erster Ehe und ist für mich wie ein eigener Sohn.
Aber ein Baby fordert natürlich ganz anders als ein Schulkind. Wenn es den beiden
gut geht, geht es auch mir gut."
... Freizeit:
"Ich habe ein Faible für Musik, spiele Gitarre, gehe viel in Konzerte. Mein
Plattenschrank besteht überwiegend aus Klassik. Außerdem reise ich gerne – wenn
es die Zeit zulässt. Vor Jahren habe ich mal einen Monat im Senegal mit Afrikanern
zusammengelebt und dort mit ihnen getanzt und getrommelt. Um zu Hause in Berlin
den Kopf frei zu bekommen, laufe und schwimme ich am liebsten.
Nicht nur von europäischem Interesse...
ist „Ein Fall für zwei“. Die Krimiserie wurde in über 40 Länder verkauft, u.a. nach
Österreich, Schweiz, Italien, Spanien, Frankreich, Belgien, Niederlande, Schweden,
Finnland, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Lettland, Bulgarien, Slowenien und
Griechenland sowie auch nach Südafrika, Südwestafrika und Südamerika.
Die ultimative Fanpage
Wer im Internet nach „Ein Fall für zwei“ sucht, wird schnell fündig. Die Website
http://www.umbra.de/sissy/effz/listen/effz.htm liefert Informationen zu allen Folgen,
Rollen und Inhalten. Sem Hölscher (45) hat die perfekte Homepage kreiert. Die
Computerfachfrau ist verheiratet und lebt in Niedersachsen. Was sie an „Ein Fall für
zwei“ schätzt: „Man kann mitdenken und –rätseln. Es wird nicht dauernd geprügelt
oder ein Auto in langweiligen Verfolgungsjagden verheizt. Ich mag es witzig und
originell, wie etwa das Kennzeichen am Auto des schwergewichtigen Dr. Renz in den
ersten 20 Folgen: F-DH 250. Mir gefällt der juristische Ansatz, der geltendem Recht
entspricht und natürlich, dass vernünftiges Deutsch gesprochen wird. Und - eine
unbedingte Voraussetzung: Ich mag die Figuren, auch die Sekretärin ... Ich warte
immer noch darauf, dass etwas mit ihr als Hauptfigur kommt. Regelrecht infiziert hat
mich das Team Franck und Umba.“
Anwälte, die kamen und gingen
Günter Strack spielte Dr. Dieter Renz, einen gefragten und geschätzten
Rechtsanwalt aus Hessen. Der berufliche Perfektionist und private Genussmensch
liebte feine Weine und gutes Essen. In Folge 60 verabschiedet er sich in die
Toskana, um dort seinen Lebensabend zu verbringen. Nach Günter Stracks Ausstieg
im Sommer 1988 übernahm Rainer Hunold alias Dr. Franck den Part des Anwalts.
Dr. Franck blieb 90 Folgen. Mit Matula teilte er die Liebe zum Motorradfahren und
zum Billard. Und er brachte seinen Hund mit: Golden Retriever Umba. Ein
Lehrauftrag und eine Frau in Folge 149 führten Dr. Franck von Frankfurt weg nach
Berlin. Mathias Herrmann folgte im Winter 1996 als Anwalt Dr. Voss. Dieses Team
entsprach dem Urkonzept zur Serie mit einem erfahrenen Detektiv und einem
jungen, dynamischen Anwalt. In Folge 182 wurde Voss von Kugeln tödlich getroffen.
Seit Frühjahr 2000 spielt Paul Frielinghaus den Juristen Dr. Markus Lessing. Der
Staatsanwalt ist Witwer und alleinerziehender Vater einer Tochter. Paul Frielinghaus
über seine Rolle: „Strack war ja so was wie Matulas Vater, Rainer Hunold der große
und Mathias Herrmann der kleine Bruder. Ich behalte wahrscheinlich die KleineBruder-Linie bei, auch wenn ich wahrscheinlich ernster, ausgereifter wirke als
Herrmann. Nicht schlecht, auf diese Weise etwas vom Sonny-boy-Image
wegzukommen.“
Wie Matula interpretiert Lessing die Dienstvorschriften sehr individuell und kollidiert
mit den konservativen Kollegen. Er löst den Konflikt und wählt die „Freiheit“ der
Selbständigkeit. Dr. Lessing übernimmt die Kanzlei von Dr. Johannes Voss. Ab sofort
ist er als Strafverteidiger aktiv. Und Anwaltssekretärin Helga (Renate Kohn, seit
Folge 24 dabei) behält ihren Job.
Krimiproduzent Nr. 1: Odeon Film AG
„Fünf erfolgreiche Primetime-Serien wie „Ein Fall für zwei“, „Wolffs Revier“, „Der
Ermittler“, „SK Kölsch“ und „Die Kommissarin“ zu haben, ist die beste
Ausgangsposition, die ein Produzent haben kann, und ein stabiles Fundament für
den Erfolg der Odeon Film AG,“ so Hans Joachim Mendig (47). Er ist
Vorstandssprecher und TV-Vorstand der Odeon Film AG in München, Deutschlands
größtem und erfolgreichsten Spezialisten für Action, Spannung und Verbrechen.
Die Odeon Film AG gehört als Kinoproduzent zu den führenden Anbietern auf dem
deutschen Markt. Unter dem Dach des seit 1999 am Neuen Markt notierten
Unternehmens entstanden bereits viele bekannte Filme, wie z.B. „Asterix & Obelix
gegen Caesar“, „Honolulu“ sowie die Kästner-Verfilmungen „Pünktchen und Anton“,
„Charlie und Louise – Das doppelte Lottchen“, „Emil und die Detektive“ und als
jüngsten Spielfilm „Das fliegende Klassenzimmer“. Die Odeon Film AG verfolgt die
Strategie, sich als Co-Produzent weltweit vermarktbarer Produkte weiter zu
etablieren und einen eigenen hochkarätigen Rechtestock aufzubauen und
international auszuwerten. Der dazu gegründete Odeon Filmverleih konnte sich vor
allem mit Michael Hanekes Cannes-Erfolg „Die Klavierspielerin“ sowie Jean-Jacques
Beineix’ neustem Werk „Mortal Transfer“ oder Joseph Vilsmaiers „Leo und Claire“
einen Namen in der Branche machen. In diesem Jahr stehen noch spannende
Odeon-Projekte wie „Army Go Home!“ (31. Oktober 2002), „Die Eierdiebe“ oder „The
Triumph of Love“ in den Startlöchern.
Hans Joachim Mendig: 200 Folgen – Die Geschichte eines Erfolges
„Da war sie nun – die Idee, vor über zwanzig Jahren. Ein Anwalt und ein Detektiv in
einer Fernsehserie!
Ein Modell, an dem sich viele Autoren die Zähne ausbeißen sollten. Zu gerne wurde
der Detektiv zum Polizisten und der Anwalt zum Schnüffler gemacht.
Aber wir waren beharrlich – der Anwalt musste in seinem Beruf als Rechtsanwalt
tätig sein, in der Kanzlei, im Gericht, in der Haftzelle, im einfühlsamen Gespräch mit
Hinterbliebenen, immer im Anzug oder in der Robe. Der Detektiv, ein Schnüffler im
klassischen Sinn, ständig unterwegs, hinter Büschen verborgen, im Rotlichtmilieu
oder undercover – immer im Clinch auch mit den Organen der Strafverfolgung und
immer im Räuberzivil, Jeans und Lederjacke.
Alle möglichen Arten des „Verbrechens gegen das Leben“ – wie es so schön im
Amtsdeutsch heißt – wurden behandelt. Vielfältigste Schauplätze wurden fotografiert
und hunderte Schauspieler beschäftigt.
Die Stadt Frankfurt am Main bildet den Hintergrund. Eine faszinierende Stadt voller
Gegensätze – glitzernde Bankenpaläste neben schillernden Red Light-Distrikten,
gelegen im Rhein-Main-Gebiet mit High Society-Vororten neben ländlichen Bezirken,
dem Flughafen, der Rennbahn, den Hochhäusern u. v. m., alles Schauplätze für
unsere Krimis. In zwanzig Jahren hat sich die Stadt gewandelt und auch unsere
Filme. Schneller und moderner sind wir geworden – zeitgemäß eben.
Auch unsere Hauptdarsteller haben sich gewandelt. Drei Rechtsanwälte sind uns
abhanden gekommen – Dr. Renz durch die Liebe, Dr. Franck bekam einen Lehrstuhl
an der Universität und Dr. Voss starb im Kugelhagel – jetzt gehen uns die
Wechselgründe aus: der aktuelle Anwalt muss eben bleiben. Geblieben all die Jahre
ist der unverwüstliche Schnüffler Josef Matula. Ein Markenzeichen im deutschen
Fernsehen, unverwechselbar, einzigartig. Sein Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad
hat höchste Werte erklommen.
Zweihundert Folgen sind gedreht – weitere folgen – jede einzelne ist für uns alle ein
spannende Herausforderung.“
Kontakt: Nadja Nollau – Tel.: 089 – 33 88 07
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