Abwehrschwäche

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Dr.med.Markus Henkel
Facharzt für Allgemeinmedizin
Umweltmedizin . Betriebsmedizin
Bauerngasse 25
97616 Bad Neustadt
Abwehrschwäche/Immunsystem
Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,
Nur durch ein gut funktionierendes Immunsystem können wir uns den zahlreichen Angriffen der
Umwelt mit Viren, Bakterien, Pilzen und allen Schadstoffen entgegenstellen und bleiben dank
dieser körpereigenen Abwehr von den meisten Krankheiten verschont oder überwinden sie schnell.
Insbesondere alle wiederkehrenden oder langandauernden Erkrankungen beanspruchen unsere
Abwehrkräfte ganz besonders. Das sind zum Beispiel chronische Entzündungen der Atemwege und
Nasennebenhöhlen oder der Haut, chronische Darmerkrankungen, eitrige Entzündungen um einige
zu nennen. Auch Sonnenstrahlen beanspruchen die Aufmerksamkeit unseres Abwehrsystems damit
Hautschäden vermieden werden.
Ursachen einer Immunschwäche
Eine Immunschwäche kann durch Krankheiten verursacht werden, beispielsweise sind Diabetiker
deutlich häufiger von Infekten betroffen, aber auch unsere Ernährung hat einen wichtigen Einfluss.
Trotz des hervorragenden Lebensmittelangebotes unserer mitteleuropäischen Gesellschaft weisen
manche Menschen einen schlechten Ernährungszustand auf. Sie essen entweder nicht ausreichend
ausgewogen (Vitaminmangel) oder nicht ausreichend hochwertige Nahrungsmittel (Proteine).
Einige Medikamente, die bei Krebserkrankungen, Rheuma oder nach Organtransplantationen
eingesetzt werden können zu einer Abwehrschwäche beitragen. Häufig betroffene Personengruppen
mit Immunschwäche sind Kinder, stillende und schwangere Frauen, Senioren, Alkoholiker,
Drogenabhängige, Krebskranke.
Zur Funktion des Immunsystems
Aufgabe unseres Immunsystems ist es, gesundheitswidrige äußere Einflüsse (Bakterien, Viren,
Pilze und andere Schadstoffe) auf unseren Organismus zu erkennen und zu neutralisieren. Dies
wird durch verschiedene Mechanismen erreicht. Wichtig für die Abwehr sind die weißen
Blutkörperchen, insbesondere die sogenannten Lymphozyten, die im Knochenmark gebildet werden
und über den Blutkreislauf jede Stelle unseres Körpers erreichen.
Die Lymphozyten werden aktiv, wenn sie auf eine Materie treffen, die sie als körperfremd
erkennen. Dies kann ein Krankheitserreger oder auch eine durch Viren veränderte Körperzelle oder
eine Tumorzelle sein.
Im Falle eines Krankheitserregers bilden die Lymphozyten dann ein für diesen Fremdkörper
spezifisches Eiweiß, den sogenannten Antikörper. Dieser Antikörper ist für den Eindringling (das
Antigen) spezifisch, sie passen wie Schlüssel und Schloss zueinander. Durch die Verbindung von
Antigen und Antikörper wird der Krankheitserreger markiert und so gekennzeichnet, dass er durch
sogenannte Fress- und Killerzellen unseres Immunsystems erkannt und abgebaut werden kann.
Dieses Antigen-Antikörper-System macht man sich beispielsweise bei der Grippeimpfung zunutze,
wobei das Immunsystem durch die Verabreichung abgetöteter Erreger zur Bildung von spezifischen
Antikörpern veranlasst wird.
Bestimmte Lymphozyten sind in der Lage, sich die Struktur eines Antigens (also z.B. eines Virus)
zu merken und können deshalb bei dessen Wiederkehr augenblicklich mit der Produktion der
Antikörper beginnen. So besteht für den Erreger keine Möglichkeit zur Vermehrung und
Ausbreitung in unserem Körper. Dies ist die Erklärung für die Immunität, die wir gegen viele
Krankheiten im Laufe unseres Lebens entwickeln. Wer beispielsweise Mumps, Masern oder Röteln
einmal durchgemacht hat oder wer dagegen geimpft wurde, verfügt anschließend über einen
lebenslangen Schutz.
Eine andere Lymphozytenart erkennt Krebszellen und Zellen, die von Viren angegriffen wurden,
und zerstört diese direkt.
Schließlich gibt es noch die sogenannten Helferzellen, die für die Steuerung der oben erklärten
Abläufe zuständig sind. Bei der Aids-Erkrankung sind diese Helferzellen vom HIV-Virus befallen und
dadurch funktionsunfähig. Durch die gestörte Steuerung der Abwehrfunktionen bricht in der Folge
das Immunsystem der Aidspatienten zusammen, und bereits banale Infekte werden für diese
Menschen zur lebensgefährlichen Erkrankung.
Die therapeutischen Möglichkeiten
Wichtig für ein gut funktionierendes Immunsystem ist die richtige und ausgewogene Ernährung.
Vor allem Vitamine und Spurenelemente werden für die körperliche Abwehr benötigt.
Gegebenenfalls kann die Nahrung mit entsprechenden Vitamin- und Mineralstoff-Präparate ergänzt
werden, wenn man diese beispielsweise aufgrund einer Abmagerungskur nicht in ausreichender
Menge über die Nahrung aufnehmen kann.
Hinweise zur Ernährung:
Wichtige Vitaminträger sind: Getreide, Gemüse, Obst, Kartoffeln, Milch, Fleisch.
Hausmittel:
Zur Stärkung der Abwehrkräfte sind Wasseranwendungen und morgendliche Trockenbürstenmassagen empfehlenswert.
Darüber hinaus täglich 5 Minuten Morgengymnastik an frischer Luft (offenes Fenster).
Zur Abhärtung geeignete Wasseranwendungen sind:
Tägliches kalt-warm-kaltes Wechselduschen
Tägliche kalte Ganzkörperwaschung
Wechselfußbäder
Kalter Guss nach Wärmeanwendung (beispielsweise nach Vollbädern und Sauna).
Bei muskulären Verspannungen der Wirbelsäule, Nervenreizungen, Nieren- und
Blaseninfektion sollte anstelle kalter Güsse Wasser von ca. 20°C verwendet werden
Durchführung der kalten Ganzkörperwaschungen:
Vor der Waschung sollte man sich angenehm warm fühlen. Ein Leintuch (50 x 50 cm), vierfach
gelegt, wird in Wasser getaucht (Wassertemperatur ca. 15°C, bei sehr empfindlichen Personen
20°C) und ausgepresst, bis es nicht mehr tropft. Dann wird der Körper abgerieben: Arme, Hals und
Brust, Leib, Rücken, Beine, zuletzt die Fußsohlen. Dabei wird das Tuch wiederholt eingetaucht.
Danach den Körper nicht abtrocknen, sondern lediglich mit übergestreiftem Nachthemd direkt ins
warme Bett und gut zudecken.
Bei kalter Haut oder bestehendem Frösteln sind kalte Ganzkörperwaschungen nicht zu empfehlen.
Wechselbad:
Es werden 2 Fußbadewannen oder entsprechende Schüsseln benötigt. Eine davon mit warmem
Wasser von 36 - 38°C, die andere mit kaltem Wasser von 12 - 18°C bereitstellen. Die Füße werden
3 - 5 min. in das warme Wasser eingetaucht, dann 10 - 15 sec. ins kalte Wasser gehalten,
anschließend wieder ins warme (3 - 5 min.) und am Schluss noch einmal ins kalte Wasser (10 - 15
sec.). Wasser abstreifen, anschließend entweder Bewegung oder Bettruhe.
Bei Nervenentzündungen oder Störungen der Durchblutung sollten Wechselbäder nicht
durchgeführt werden.
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