Elfriede Jelinek

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Dr Georgina Paul,
St. Hilda’s College
email: [email protected]
Women writers in German in the post-1945 period
Week 6
Elfriede Jelinek: Radical Marxism / Smashing the language of patriarchal
capitalism
Elfriede Jelinek, b. 1946 in Mürzzuschlag, Styria, Austria. Studied piano and organ at the Wiener
Konservatorium; and Art History, Theatre Studies and Modern Languages at the University of Vienna
(did not complete degree). Lives in Vienna.
Selected works
wir sind lockvögel baby! (novel, 1970)
Michael. Ein Jugendbuch für die Infantilgesellschaft (novel, 1972)
Die Liebhaberinnen (novel, 1975)
Die Ausgesperrten (novel, 1980)
Die Klavierspielerin (novel, 1983)
Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte oder Stützen der Gesellschaft (radio drama,
1982)
Burgtheater (play, 1984)
Oh Wildnis, oh Schutz vor ihr (novel, 1985)
Krankheit oder moderne Frauen (play, 1987)
Lust (novel, 1989)
Wolken. Heim (1990)
Totenauberg (1991)
Die Kinder der Toten (novel, 1997)
Ein Sportstück (play, 1998)
Gier (2000)
Der Tod und das Mädchen. Prinzessinnendramen (I Schneewittchen; II Dornröschen; III Rosamunde;
IV Jackie; V Die Wand) (plays, 1999-2003)
1)
‘Ich schlage sozusagen mit der Axt drein, damit kein Gras mehr wächst, wo meine Figuren
hingetreten sind […]. Meine Arbeitsweise funktioniert, wenn es mir gelingt, die Sprache zum
Sprechen zu bringen, durch Montage von Sätzen, die verschiedene Sprachen miteinander
konfrontiert, aber auch durch Veränderung von Worten oder Buchstaben, die im Idiom verhüllte
Aussagen entlarvt.’ Elfriede Jelinek, ‘Ich schlage sozusagen mit der Axt drein’, Theaterzeitschrift
Berlin 7 (1984), pp.14-15, cited from Yvonne Spielmann, ‘Ein unerhörtes Sprachlabor.
Feministische Aspekte im Werk von Elfriede Jelinek’, in Bartsch and Höfler (eds), Dossier 2,
pp.21-40, here p.35.
2) ‘[I]ch schreibe ja nicht über reale Personen, sondern über Personen, wie sie sich als
Sprachschablonen oder Sprachmuster materialisieren. Das, was ich kritisiere, ist immer die
Sprache […].’ Jelinek in Riki Winter, ‘Gespräch mit Elfriede Jelinek’, in Kurt Bartsch and
Günther A. Höfler, Dossier 2: Elfriede Jelinek (Graz-Wien: Droschl, 1991), p.13
3) ‘Haben Sie noch immer Lust zu lesen und zu leben? Nein? Na also.’ Jelinek, Lust (Reinbek bei
Hamburg, 1992 [first publ. 1989]), p.170.
4) [On Die Klavierspielerin] ‘Die psychoanalytische Deutung dieser Mutter-Tochter-Beziehung muß
[…] nicht erst in der Interpretation geleistet werden, sondern wird vom Text selber explizit
gemacht. Die Pointe des erzählerischen Verfahrens von Die Klavierspielerin ist es geradezu, daß
der Text gleichsam nichts mehr zu deuten übrig läßt, sondern selber die Psychoanalyse der Figuren
ausspricht und sie zu deren Figurationen werden läßt.’ - Marlies Janz, Elfriede Jelinek (Stuttgart:
Metzler, 1995), p.72.
5) ‘Die dem Weib konstitutionell vorgeschriebene und sozial auferlegte Unterdrückung seiner
Aggression begünstigt die Ausbildung starker masochistischer Regungen, denen es ja gelingt, die
nach innen gewendeten destruktiven Tendenzen erotisch zu binden. Der Masochismus ist also,
wie man sagt, echt weiblich.’ Sigmund Freud, ‘Die Weiblichkeit’ [1933], in Freud,
Studienausgabe Band I: Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse (Frankfurt am Main:
Fischer Taschenbuch Verlag, 2000), p.547
6) ‘Die Pathologie hat uns ja immer den Dienst geleistet, durch Isolierung und Übertreibung
Verhältnisse kenntlich zu machen, die in der Normalität verdeckt geblieben wären.’ Ibid., p.552
7) ‘Es [das bürgerliche Subjekt] existiert nicht nur in meinem Werk nicht mehr, es existiert überhaupt
nicht mehr. Aber es ist natürlich die Illusion eines gigantischen Marktes, den Menschen zu
suggerieren, sie wären einmalig und unverwechselbar und imstande, individualistisch zu handeln.
Nur ist das eine Illusion und das System ist in der Zwischenzeit so geschlossen, daß niemand mehr
von sich behaupten kann, daß er wüßte, wer er ist und was sein individuelles Handeln ausmachen
würde.’ – Winter, ‘Gespräch mit Elfriede Jelinek’, p.14
8) ‘Ich bin vollkommen unfähig, es ist fast wie eine körperliche Unfähigkeit, positive Utopien zu
schildern. Das gelingt mir nicht. In dem Augenblick, in dem ich das versuche, werde ich platt und
wenig glaubhaft. Abgesehen davon, bin ich eigentlich gegen meine gesellschaftliche Überzeugung
[she is referring to her membership of the Communist Party at that time] ein Pessimist, was die
Änderung dieser Zustände betrifft. … Ich glaube, daß es für einen Autor legitim ist, die Zustände
in ihrer Negativität zu schildern und durch Übertreibung dieser Negativität spontane Emotionen zu
wecken, in dem Sinne, daß man erkennt: es ist so schrecklich, das muß man ändern, denn so roh
darf es nicht weitergehen.’ - Josef-Hermann Sauter, ‘Interviews mit Barbara Frischmuth, Elfriede
Jelinek, Michael Scharang’, Weimarer Beiträge XXVII (1981): 6, pp.109-117, here p.115.
Secondary literature
General introductions
Allyson Fiddler, Rewriting Reality. An Introduction to Elfriede Jelinek (Oxford, Providence: Berg,
1994)
Marlies Janz, Elfriede Jelinek (Stuttgart: Metzler, 1995)
Verena Mayer/Roland Koberg, Elfriede Jelinek: Ein Porträt (Rowohlt 2006)
Allyson Fiddler, ‘Reading Elfriede Jelinek’, in Chris Weedon (ed.), Post-War Women’s Writing in
German. Feminist Critical Approaches (Providence, RI, Oxford: Berghahn, 1997)
Ben Morgan, ‘Elfriede Jelinek’, in Hilary Brown (ed.), Landmarks in German Women's Writing
(Oxford: Peter Lang, 2007), pp.193-210
Essay collections
Heinz Ludwig Arnold (ed.), Elfriede Jelinek, Edition Text + Kritik, Heft 117 (second, extended edition
1999)
Daniela Bartens and Paul Pechmann (eds), Elfriede Jelinek (Graz: Droschl, 1997)
Kurt Bartsch and Günther A. Höfler (eds), Dossier 2: Elfriede Jelinek (Graz-Wien: Droschl, 1991)
Christa Gürtler (ed.), Gegen den schönen Schein: Texte zu Elfriede Jelinek (Frankfurt: Neue Kritik,
1990)
Pia Janka (ed.), Die Nestbeschmutzerin : Jelinek & Österreich (Salzburg: Jung & Jung, 2002)
Pia Janka (ed.), Elfriede Jelinek--"Ich will kein Theater" : mediale Überschreitungen (Wien: Präsens,
2007)
Jorun B. Johns and Katherine Arens (eds), Elfriede Jelinek: Framed by Language (Riverside, CA:
Ariadne, 1994) – includes a useful introduction to Jelinek’s Marxist feminism by Linda C.
DeMeritt: ‘A “Healthier Marriage”: Elfriede Jelinek’s Marxist Feminism in Die
Klavierspielerin and Lust’, pp. 107-28
Matthias Konzett, The rhetoric of national dissent in Thomas Bernhard, Peter Handke, and Elfriede
Jelinek (Rochester NY: Camden House, 2000)
Matthias Piccolruaz Konzett and Margarete Lamb-Faffelberger (eds), Elfriede Jelinek: Writing
Woman, Nation, and Identity (Madison, NJ; Fairleigh Dickinson UP, 2007)
Claus Zittel and Marian Holona (eds.), Positionen der Jelinek-Forschung (Bern: Peter Lang, 2008)
On Jelinek’s aesthetics
Yasmin Hoffmann, Elfriede Jelinek. Sprach- und Kulturkritik im Erzählwerk (Opladen, Wiesbaden:
Westdeutscher Verlag, 1999)
Maja Sibylle Pflüger, Vom Dialog zur Dialogizität: Die Theaterästhetik von Elfriede Jelinek
(Tübingen: Francke, 1996)
Beatrice Hanssen, ‘Elfriede Jelinek's Language of Violence’ New German Critique, 68 (1996), 79-112.
Articles/chapters on individual works (in addition to essays in above-named collections)
(Die Liebhaberinnen)
Margret Brügmann, ‘Schonungsloses Mitleid: Elfriede Jelinek: Die Liebhaberinnen’, in Brügmann,
Amazonen der Literatur: Studien zur deutschsprachigen Frauenliteratur der 70er Jahre
(Amsterdam: Rodopi, 1986)
Brigid Haines, ‘Beyond patriarchy: Marxism, feminism, and Elfriede Jelinek's Die Liebhaberinnen’,
Modern Language Review 92, no. 3 (1997): 643-655.
‘Elfriede Jelinek, Die Liebhaberinnen’, in Brigid Haines and Margaret Littler, Contemporary Women’s
Writing in German: Changing the Subject (Oxford: OUP, 2004), pp.39-56
(Die Klavierspielerin)
Michael Gratzke, ‘“Denn die Liebe ist die Fortführung des Krieges mit anderen Mitteln”: Elfriede
Jelinek's Die Klavierspielerin as a Project of Myth Criticism’, in Robert Weninger (ed.),
Gewalt und kulturelles Gedächtnis: Repräsentationsformen von Gewalt in Literatur und Film
seit 1945 (Tübingen: Stauffenburg, 2005), pp. 129-137
Sabine Wilke, ‘“Ich bin eine Frau mit einer männlichen Anmaßung”: Eine Analyse des “bösen Blicks”
in Elfriede Jelineks Die Klavierspielerin’, Modern Austrian Literature Vol. 26, No. 1 (1993):
115-144
Hubert Winkels, ‘Panoptikum der Schreckensfrau. Elfriede Jelineks Roman “Die Klavierspielerin”’, in
Winkels, Einschnitte. Zur Literatur der 80er Jahre (Köln: Kiepenheuer & Witsch, 1988), pp.
60-77
(Lust)
Leopold Federmair, ‘Sprachgewalt als Gewalt gegen die Sprache: Zu Jelineks “Lust”’, Weimarer
Beiträge 52, no. 1 (2006): 50-62
On the work for the theatre
Useful in order to get a handle on Jelinek’s approach to writing for the theatre is to read her text ‘Ich
möchte seicht sein’, which is included in Christa Gürtler’s Gegen den schönen Schein: Texte
zu Elfriede Jelinek (see under ‘Essay collections’ above), together with Maja Sibylle Pflüger’s
commentary on that essay, in her Vom Dialog zur Dialogizität: Die Theaterästhetik von
Elfriede Jelinek (Tübingen: Francke, 1996)
Corina Caduff, Ich gedeihe inmitten von Seuchen: Elfriede Jelinek, Theatertexte (Bern: Peter Lang,
1991)
W. E. Yates, Allyson Fiddler, John Warren (eds), From Perinet to Jelinek. Viennese Theatre in its
Political and Intellectual Context (Bern: Peter Lang, 2002)
Barbara Kosta, ‘Murderous Boundaries: Nation, Memory and Austria's Fascist Past in Elfriede Jelinek's
Stecken, Stab und Stangl’, in Barbara Kosta and Helga Kraft (eds), Writing against
Boundaries: Nationality, Ethnicity and Gender in the German-Speaking Context (Amsterdam;
Rodopi, 2003), pp. 81-98
Interviews
Sigrid Berka, ‘Ein Gespräch mit Elfriede Jelinek’ Modern Austrian Literature 26, 2 (1993), 127-55
Hans-Jürgen Heinrichs, ‘Gespräch mit Elfriede Jelinek’, Sinn und Form 56, no. 6 (2004): 760-83
Josef-Hermann Sauter, ‘Interviews mit Barbara Frischmuth, Elfriede Jelinek, Michael Scharang’,
Weimarer Beiträge XXVII (1981): 6, pp.109-117
Have a look at her website, especially since she publishes many new texts there rather than going
through the publishing houses (including essays on diverse topics): http://www.elfriedejelinek.com/
And see the website of the Elfriede Jelinek Forschungszentrum at the Universität Wien:
http://www.elfriede-jelinek-forschungszentrum.com/home/
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